Kategorie -Jugendliche

Frischer Wind im Kanzleramt: Bär will sich von Teenagern beraten lassen


Für ihr zukunftsträchtiges Ressort Digitales setzt die designierte Staatsrätin Dorothee Bär auf die Generation der Zukunft. Jugendliche sollen dauerhaft eingebunden werden, allerdings außerhalb der „Mühlen der Bürokratie“.

Die designierte Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär, möchte sich von Jugendlichen im Teenager-Alter beraten lassen. „Ich stelle mir vor, dass wir einen externen Thinktank von Jugendlichen aufbauen, der uns berät und nicht in die Mühlen der Bürokratie eingebunden ist. Jugendliche sehen in der Digitalisierung das Kommende tatsächlich oft früher als Erwachsene“, sagte Bär der „Welt“.

Das Nutzerverhalten junger Leute im Internet unterscheide sich stark von dem Erwachsener, führte die CSU-Politikerin aus. „Ich erlebe, dass etwa Facebook bei der jüngeren Generation ausgespielt hat. Die werden von der Art, wie da die Beiträge gelistet werden, nicht mehr angesprochen.“

Ein Problem sieht Bär darin, dass soziale Netzwerke wie Facebook Beiträge vor allem nach Relevanz oder Beliebtheit sortieren und nicht nach Aktualität. Darüber wolle sie mit den zuständigen Unternehmen wie Facebook und Google reden. „Ich wünsche mir wieder eine Echtzeitleiste, die die Menschen nicht nur mit dem konfrontiert, was sie wissen wollen, sondern auch mit dem, was sie wissen müssen, was gerade im Moment passiert.“



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Jugendwort des Jahres 2017: Übersicht aller Wörter zur Abstimmung

Der Langenscheidt-Verlag hat das Jugendwort des Jahres gekürt – 2017 zum zehnten Mal. Es lautet: „I bims“. In den vergangenen Jahren wurden Wörter wie „Smombie“, „Yolo“ und „Fly sein“ gewählt, 2017 stehen 30 neue Begriffe zur Wahl.

Bei den meisten Wörtern kann man nur raten, was sie bedeuten sollen, einige erklären sich von selbst. Haben Sie schon einmal von Wörtern wie „fernschimmeln“ und „nicenstein“ gehört? 

Lesen Sie hier unsere „Jugendwort“-Geschichte. Können Sie sich die Wörter im Kontext erschließen? Prüfen Sie am Ende Ihr Wissen in unserem Jugendwort-Quiz. Viel Spaß!

Was ist das für 1 Life? – Mit der Squad in der Shoppingmall

Das kannst du echt keinem erzählen. Eigentlich wollte ich napflixen, aber eine emojionslose Nachricht meiner besten Freundin hat meinen ganzen Tag ruiniert! Sie schrieb mir von einer Noicemail ihres Exfreundes und fragte, ob wir chillen könnten.

Allerdings wollte sie fernschimmeln, was ich ziemlich unfly fand. Ich schlug ihr vor, lieber looten zu gehen. „Geht fit“ schrieb sie, und damit nahm das Drama seinen Lauf. Nachdem ich fertig damit war, unserer Squad zu tacken, machte ich mich auf den Weg. 

Im Bus saß ich einer Frau mit Textmarkeraugenbrauen gegenüber. „Die ist bestimmt schatzlos“ dachte ich. So wie die aussah, war sie auch noch unlügbar sozialtot. In der Shoppingmall angekommen besorgte ich mir erst einmal eine Cola bei meinem Bruh, der bei McDonalds arbeitet. Er war zwar ein Teilzeittarzan, der gerne mal trumpetet, ich mag ihn aber trotzdem. Die Cola war auf jeden Fall nicenstein.

Gefresht machte ich mich auf den Weg zu meinen Freunden. „Hallo, i bims!“ rief ich lit, als ich meine Squad sah. Begrüßt wurde ich mit einem Dab vong meiner Freundin und einem „GEGE“ meines Kumpels. Während er mir etwas von Merkules erzählte, sah ich aus dem Augenwinkel, wie etwas neben uns zu Boden fiel.

„Ahnma“ schrie ich. Erst langsam checkte ich, was passiert war: Eine Frau, die in der Etage über uns stand, war über das Geländer gestürzt und neben uns auf dem Boden gelandet. Sekunden später kamen die Sicherheitsleute der Shoppingmall und stießen uns zur Seite. Die Frau hatte sich zu weit übers Geländer gebeugt und war gestürzt. Alles sah nach einem selficide aus. Wir blieben voll geschockt stehen, bis der Notarzt kam. „Was ist das für 1 Life?“ dachte ich.

Mir reichte es: „Lasst uns lieber bei mir Zuhause fermentieren, hier ist mir alles zu belastend“. Bei mir gammelten wir uns auf die Couch und stalkten den geilen Typen von gestern Abend aus dem Club. Er ist noch nicht tinderjährig – der Tag war ein einziger Mindfuck!

Bis Mitte November kann abgestimmt werden, welches Wörter in die Top 10 kommen sollen. . 

Am 17.11. werden der Jugendwort-Jury die Top 10 des Online-Votings vorgelegt, nach der Sitzung der Jury wird das Jugendwort 2017 präsentiert. 

Die Jugendwörter der vergangenen Jahre

  • 2016: „Fly sein“. Das bedeutet „besonders abgehen“.
  • 2015: „Smombie“. Das aus Smartphone und Zombie zusammengesetzte Wort beschreibt jemanden, der von seiner Umwelt nichts mehr mitbekommt, weil er nur noch auf sein Smartphone starrt.
  • 2014: „Läuft bei Dir“. Der Satz soll als Synonym für cool oder krass gelten.
  • 2013: „Babo“. Das Wort bedeutet so viel wie Boss oder Anführer.
  • 2012: „Yolo“. Akronym für „You only live once“ – eine Aufforderung, alle Chancen auf Erlebnisse zu nutzen.
  • 2011: „Swag“. Der US-amerikanische Ausdruck bezeichnet eine „beneidenswerte, lässig-coole Ausstrahlung“ oder eine „charismatisch-positive Aura“.
  • 2010: „Niveaulimbo“. Mit dem Begriff beschrieben Jugendliche 2010 das Absinken des Niveaus beispielsweise im Fernsehprogramm, bei Partys oder in Gesprächen.
  • 2009: „hartzen“. Das an Hartz IV angelehnte Wort kann so etwas wie rumhängen oder auch arbeitslos sein heißen.
  • 2008: „Gammelfleischparty“. Das erste „Jugendwort des Jahres“ ist eine wenig schmeichelhafte Bezeichnung für eine Ü-30-Party.

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Gefährliche Gang oder falscher Alarm?

Großeinsatz im Bosch-ArealGefährliche Gang oder falscher Alarm?

Die Stuttgarter Polizei zeigt stärkere Präsenz in der Innenstadt – doch zu einem Großeinsatz am Wochenende gibt es völlig unterschiedliche Versionen Foto: dpa

Stuttgart – Eine kurdische Jugendgruppe mit 50 bis 70 Mann will eine türkische Partyveranstaltung aufmischen: Von dieser Bedrohungslage ging die Stuttgarter Polizei nach einem Anruf am frühen Sonntagmorgen aus. Daraufhin rückte ein Großaufgebot aus. 50 Beamte eilten zum Club Mash ins Bosch-Areal. Doch dass es tatsächlich eine Gang gegeben hat, ist eher unwahrscheinlich – und darüber, was vor dem Club wirklich eine Eskalation ausgelöst hat, gibt es völlig unterschiedliche Meinungen.

Laut Polizei mussten die Beamten im Inneren des Clubs bei einer Schlägerei zwischen vier bis fünf Beteiligten eingreifen. In der Folge hätten sich in einem Zelt vor dem Eingang Prügeleien mit „tumultartigen Szenen“ abgespielt. Dabei sei die Lage selbst mit Pfefferspray nicht zu beruhigen gewesen. Die Täter hätten sogar versucht, mit Heizstrahlern aufeinander loszugehen. „Die hätten sich die Köpfe eingeschlagen“, sagt ein Polizeisprecher. Man habe schließlich in Absprache mit den Organisatoren die Feier beenden müssen, um Ruhe zu schaffen. Das komme nur sehr selten vor.

Die Veranstalter sehen das allerdings ganz anders. Im Club habe es keine Vorkommnisse gegeben, sagen sie. Auch über eine kurdische Gang habe man keinerlei Informationen. Stattdessen sei vor dem Eingang auf einmal das Großaufgebot der Polizei aufgetaucht. Während eines Gesprächs mit den Veranstaltern sei es im Freien zu einer kleineren Auseinandersetzung unter Gästen gekommen. Die Polizei habe daraufhin sofort Pfefferspray eingesetzt und damit auch viele unbeteiligte Besucher verletzt. Erst dadurch sei es zu einem Durcheinander gekommen.

Während die Polizei weiter davon ausgeht, dass eine gefährliche Lage bestanden hat, glauben die Veranstalter, ein zuvor des Clubs verwiesener Gast könnte das Gang-Gerücht gestreut oder bei der Polizei angerufen haben, um den Einsatz auszulösen.

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Mehr jugendliche „Komasäufer“ im Krankenhaus behandelt

Die Zahl der jugendlichen „Komasäufer“ ist in Sachsen im vorigen Jahr wieder gestiegen. Wie die Krankenkasse DAK am Montag mitteilte, landeten 889 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Das sei im Vergleich zum Jahr 2014 eine Zunahme um 16 Prozent. Das Problem des Komasaufens haben sich damit in Sachsen entgegen dem bundesweiten Trend vergrößert. Besonderen Anlass zur Sorge gebe der Alkoholmissbrauch von sehr jungen Menschen. In der Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen mussten 120 Mädchen und Jungen im Krankenhaus behandelt werden. Eine regionale Alkoholprävention sei weiter unverzichtbar.

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„Ich sehe da kein Problem“: AfD-Landeschef besuchte rechtsextreme HDJ


In Brandenburg gibt es erneut Ärger um AfD-Politiker Andreas Kalbitz. Der Landes- und Fraktionschef gibt zu, eine Veranstaltung der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ besucht zu haben – kurz bevor die Organisation verboten wurde.

Brandenburgs AfD-Landeschef Andreas Kalbitz hat Verbindungen zur rechtsextremen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) gestanden. Kalbitz habe 2007 an einem sogenannten Pfingstlager der inzwischen verbotenen Organisation teilgenommen, berichtet der RBB. Das belegten Fotos und Filmaufnahmen. Bei der mehrtägigen Veranstaltung habe es „Frühsport, Brauchtumsveranstaltung und 'germanischem' Mehrkampf“ gegeben.

Auf die Recherchen angesprochen, teilte Kalbitz dem Sender zuerst mit, die Teilnahme sei ihm „nicht mehr erinnerlich“, da er eine Vielzahl verschiedenster Veranstaltungen besucht. Mit den Fotos konfrontiert erklärte der Politiker gegenüber dem RBB: „Ich war als Gast dort, mutmaßlich, um mir das mal anzuschauen. Ich sehe da kein Problem.“ Anhänger der HDJ will Kalbitz nicht gewesen sein.

Die „Heimattreue Deutsche Jugend“ wurde 1990 gegründet mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche für neonazistische Ideen zu begeistern. Wegen ihrer „aktiv-kämpferischen, aggressiven Grundhaltung“ verbot das Bundesinnenministerium die Organisation 2009. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bestätigte das Verbot 2010, weil die Ziele der HDJ sich eindeutig gegen die verfassungsmäßige Ordnung der Bundesrepublik richteten.

Kalbitz wurde 2014 für die AfD in den Brandenburger Landtag gewählt. Im April 2017 ernannte ihn die Partei zum märkischen Landeschef, wenige Monate später zum Fraktionschef. Im Dezember 2016 wurde er aus einer Haushaltsdebatte verbannt, nachdem er einen CDU-Abgeordneten als „Goebbels für Arme“ bezeichnet hatte. Im September 2017 kam heraus, dass er seinen Lebenslauf mit einem nicht absolvierten Informatikstudium geschönt hatte. Von 2014 bis 2015 war Kalbitz auch Vorsitzender des rechtsextremen Vereins „Kultur- und Zeitgeschichte, Archiv der Zeit“, der 1985 von einem ehemaligen, hochrangigen SS-Mitglied gegründet wurde.



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Ein Konzept gegen betrunkene Jugendliche

Nachspiel des Gärtringer FasnetumzugsEin Konzept gegen betrunkene Jugendliche

Ein Anlass zum Trinken: Fasnetsumzüge wie in Gärtringen am 5. Februar ziehen Jugendliche  stark an. Foto: Horst Rudel

Gärtringen – Der Umzug war schon vorbei, als ein Jugendlicher am 5. Februar in Gärtringen ein Messer zückte. Er stach damit einem 17-Jährigen in den Bauch und verletzte ihn schwer. Kurz darauf fuchtelte an anderer Stelle ein 16-Jähriger ebenfalls mit einem Messer herum. Der Junge war schwer betrunken. „Gärtringen ist überhaupt kein Brennpunkt für gewalttätige Jugendliche“, stellt Dieter Kellner, der Leiter des dortigen Polizeipostens, jedoch klar. An jenem Freitag war die Kommune vielmehr zu einem Anziehungspunkt für Teenager und Twens aus dem gesamten Kreis Böblingen geworden. Sie haben die Faschingsfeier genutzt, um massiv Alkohol zu konsumieren. Deshalb werde es für den Gärtringer Umzug im kommenden Jahr ein neues Sicherheitskonzept geben, hat der Bürgermeister Thomas Riesch erklärt. Die Alternative wäre gewesen, die Veranstaltung ganz abzusagen.

Weil Ferienzeit, schönes Wetter und Gärtringen der einzige Ort weit und breit war, wo Fasching gefeiert wurde, setzten sich die Jugendlichen offenbar gruppenweise in die S-Bahn. „Wir sind von der großen Anzahl überrascht gewesen“, sagt Dieter Kellner. Er machte an jenem Freitag erschreckende Entdeckungen: Ein 14-Jähriger hatte beispielsweise zwei Flaschen Wodka im Rucksack. Die Flaschen waren fast leer, der Junge dafür total voll. Die betrunkenen Jugendlichen haben die Fasnet auch stark gestört, sind in den Umzug getorkelt und mitten auf der Strecke stehen geblieben oder pinkelten auf Grundstücke am Straßenrand. Für den Polizisten ist beim Alkoholkonsum unter Minderjährigen das Maß erreicht, an dem es nicht mehr schön sei. „Man muss Flagge zeigen, dass uns der Jugendschutz wichtig ist“, sagt er.

Gemeinsam mit dem Bürgermeister Thomas Riesch und der Narrenzunft ist deshalb das Sicherheitskonzept erarbeitet worden. Geplant sind für die nächste Fasnet eine verstärkte Polizeipräsenz und gezielte Jugendschutzkontrollen. Wer betrunken ist und Alkohol dabei hat, erhält einen Platzverweis oder wird in Gewahrsam genommen, und die Eltern bekommen einen Brief von der Polizei. Außerdem will die Kommune eine freiwillige Vereinbarung mit den Händlern treffen, dass während der Umzugszeit kein Alkohol verkauft wird. Zwar gebe es keine Anhaltspunkte für Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz, sagt der Bürgermeister, allerdings würden die Minderjährigen einfach einen 18-Jährigen vorschicken, um Schnaps zu kaufen. Und Dieter Kellner hat beobachtet, wie sich die Jugendlichen in einem Discounter mit Nachschub eindeckten. Bier und Wein dürfen auch 16-Jährige schon kaufen. Bei anderen Festivitäten im Ort hat es derartige Probleme nicht gegeben – weder beim Bürgerfest noch bei der Premiere des Wet-Open-Air im Freibad mit 4500 Besuchern. „Von den Hästrägern ging kein Fehlverhalten aus“, betont Thomas Riesch noch, „und eine Flüchtlingsproblematik hatten wir bei dem Umzug auch nicht.“

Auf rund 1000 schätzt Dieter Kellner die Zahl der Umzugsbesucher. Dass darunter gleich zwei mit einem Messer bewaffnete Jugendliche waren, hält der Polizist allerdings für einen Zufall. „Das kriegt man auch nicht mit einem Sicherheitskonzept in den Griff“, sagt er. Dazu müsste die Polizei jeden einzelnen durchsuchen. Zu den Ermittlungen über den Täter, der den 17-Jährigen verletzte, wird sich die Staatsanwaltschaft nach Angaben des Polizeipräsidiums Ludwigsburg in den nächsten Tagen äußern. Sein Opfer ist nach zehn Tagen aus dem Krankenhaus entlassen worden.

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Kindersitze: Diese Fehler sollten Eltern vermeiden

Ein Kind im Auto richtig anzuschnallen, ist gar nicht so leicht. Wir nennen sieben typische Fehler und wie man sie vermeidet.

Eltern wollen für ihre Kinder das Beste. Aber gerade wenn es hektisch wird, können Fehler passieren. Etwa beim Anschnallen im Auto. Sitzt der Gurt falsch, ist die Schutzfunktion mitunter stark beeinträchtigt. Dann hilft kein noch so guter Kindersitz. Sieben Fehler, die Mama und Papa machen können:

Der Sitz ist zu alt

Ein Autokindersitz vom Flohmarkt ist womöglich keine gute Idee, wenn er einen Aufkleber mit dem Vermerk „ECE-R44/01“ beziehungsweise „ECE-R44/02“ trägt. Derzeit zugelassen sind Sitze der Fassung „ECE-R44/03“, „ECE-R44/04“ und „ECE-R 129“ (i-Size), erklärt Andreas Ratzek vom ADAC Technik Zentrum. Der alte Sitz vom Flohmarkt wird als Ordnungswidrigkeit gewertet, wenn Eltern von der Polizei angehalten werden.

Falsch installiert

„Bei vielen Sitzen kann ich den Gurt nicht richtig führen, wenn ich die Bedienungsanleitung nicht dreimal vor- und rückwärts gelesen habe“, sagt Siegfried Brockmann von der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Die Folge: Manche Eltern geben einfach auf, ohne sich ganz sicher zu sein.

Aber: „Wenn der Gurt nicht ordentlich durch die Ösen geführt ist, dann ist der Sitz zu locker“, so der Experte. Bei einem Frontalunfall bestehe die Gefahr, dass das Kind samt Sitz gegen die Lehne des Vordersitzes prallt.

Abhilfe leisten Kindersitze und -schalen mit Isofix-Halterungen, die an Gegenstücken im Auto arretiert werden. Doch die würden allein aufgrund ihres Gewichts ungern gekauft, so Brockmann. „Es ist umständlich, den Sitz in mehreren Autos zu nutzen.“ Zudem seien sie teurer und nicht mit allen Autos kompatibel.

Falsch angeschnallt

„Oft wird der Hosenträgergurt nicht auf die Schulterhöhe eingestellt oder sitzt zu locker“, sagt ADAC-Techniker Ratzek. Wird der Sitz mittels Fahrzeuggurt gesichert, werde mitunter vergessen, den Gurt durch die Klemmen am Sitz zu führen. Dann verläuft er womöglich im Halsbereich.

Wenn Eltern den Kindern erlauben, den zu hoch eingestellten Schultergurt unter die Achseln zu nehmen, erhöhe das beim Crash das Verletzungsrisiko im Brustkorbbereich. Auch über dicke Jacken geführte Gurte können die Schutzfunktion schmälern.

Ungenügenden Halt habe das Kind vor allem, wenn der Beckengurt nicht eng am Körper verlaufe. „Eine straffe Gurtführung ist das A und O“, mahnt Unfallforscher Brockmann.

Falscher Sitz

Es gibt sogenannte semi-universale Sitze, die nicht für alle Fahrzeugtypen geeignet sind. Um herauszufinden, ob ein semi-universaler Sitz zum eigenen Auto passt, muss in einer Typenliste des Kindersitzherstellers nachgesehen werden. Nach Angaben des Herstellers Römer gibt es auch Sitze mit fahrzeugspezifischer Zulassung. Solche Kindersitze werden demnach einem zusätzlichen, fahrzeugspezifischen Crashtest unterzogen.

Falsche Größe

Bei einem Pullover mag das nicht so schlimm sein, aber einen Kindersitz sollte man niemals zu groß kaufen. „Das Alter darf nur als Richtwert dienen“, rät der Hersteller Maxi-Cosi auf seiner Webseite. Wichtig ist, dass das Kind in den Sitz passt. „Auf die Größe kommt es maßgeblich an bei der optimalen Gurtführung“, fasst Brockmann vom UDV zusammen.

Er begrüßt in diesem Zusammenhang die seit 2013 gültige i-Size-Norm, die statt des Gewichts nur noch die Körpergröße als Kategorisierung vorsieht. Allerdings gibt es derzeit noch keine Sitze der Gruppe 2/3 für ältere Kinder, sondern nur Babyschalen und Sitze der Gruppe 1, weiß Andreas Bergmeier, Referatsleiter Kinder und Jugendliche beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR).

Laut Ratzek wechseln viele Eltern zu früh von der Babyschale zum Kindersitz – oft „weil die Beine des Kindes an der Rückenlehne des Fahrzeuges anstehen. Das stört das Kind aber nicht.“ Die Babyschale sollte genutzt werden „bis der Kopf des Kindes an der oberen Schalenkante angekommen ist“.

Der Grund: In der Babyschale fahren die Kleinen entgegen der Fahrtrichtung, und das bietet mehr Schutz. Unfallforscher Brockmann sagt warum: „Bei einem Frontalaufprall kann der Peitscheneffekt vermieden werden, nämlich dass der Kopf noch vorn und wieder zurück geschleudert wird.“

Airbag-Deaktivierung vergessen

Im Zusammenhang mit der Babyschale unterlaufen Eltern weitere Fehler. Manchmal versuchen sie, diese irgendwie in Fahrtrichtung anzuschnallen. Ein anderes typisches Versäumnis ist es, den Beifahrerairbag nicht zu deaktivieren, falls das Baby vorne mitfährt. Den Experten zufolge kann sich die Schutzfunktion des Luftkissens dann umkehren. Denn bläst er sich bei Unfällen in Sekundenschnelle mit Wucht auf, schleudert er die Babyschale samt dem kleinen Passagier gegen den Sitz.

 Fährt ein Kind in der Babyschale auf dem Beifahrersitz mit, muss der Airbag dort aus Sicherheitsgründen abgeschaltet sein.  (Quelle: dpa) Fährt ein Kind in der Babyschale auf dem Beifahrersitz mit, muss der Airbag dort aus Sicherheitsgründen abgeschaltet sein. (Quelle: dpa)

Zu früh ohne Sitz

Kinder bis zwölf Jahre beziehungsweise bis zu einer Körpergröße von 1,50 Metern müssen auf einen Kindersitz. „Größere oder ältere Kinder dürfen ohne Kindersitz angeschnallt werden“, sagt Ratzek. Gut gemeint und rechtlich zulässig, wenn sie den gültigen ECE-Normen entsprechen, sind Sitzerhöhungen in der Gruppe 2/3 für ältere Kinder.

Sie zu nutzen, ist laut Bergmeier aber nicht zu empfehlen. Ihnen fehlen die mitwachsende Rückenlehne, eine Kopfstütze sowie Seitenwangen – alles Komponenten, die negative Unfallfolgen schmälern können. Außerdem werde das Kind durch sie gestützt und positioniert, auch wenn es schläft.

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Eine Pension wird zur neuen Heimat

Jugendliche Flüchtlinge ziehen nach KornwestheimEine Pension wird zur neuen Heimat

Jugendliche wie diese leben nun in einer Kornwestheimer Wohngruppe. Foto: dpa

Kornwestheim – Seit Anfang Februar sind die Zimmer einer Kornwestheimer Pension nicht mehr an Reisende oder Monteure vermietet, sondern an das Landratsamt. Die Behörde quartiert in den überwiegend Zwei- bis Dreibettzimmern Jugendliche ein, die ohne Eltern nach Deutschland geflohen sind. Platz für 30 junge Leute ist dort, das erste knappe Dutzend ist bereits angekommen: elf Jugendliche aus Afghanistan, Syrien und Irak, die meisten um die 16 Jahre alt, wie Andreas Fritz, der Sprecher des Landratsamtes berichtet.

Es seien ausschließlich Jungen, sagt Fritz, eine Unterbringung von Mädchen sei an dieser Stelle nicht geplant. Manche sind ganz alleine ins Land gekommen, bei anderen gibt es laut dem Sprecher zwar keine Geschwisterkonstellationen, aber verwandtschaftliche Beziehungen.

Die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge – im Behördendeutsch auch UMF abgekürzt – fallen unter das Kinder- und Jugendhilfegesetz; sie werden vom Jugendamt in Obhut genommen. „Kriege oder Konflikte im Heimatland, Rekrutierung als Kindersoldaten, mangelnde Perspektiven, Naturkatastrophen, Diskriminierung, Verfolgung, Menschenhandel – die Gründe zur Flucht sind dabei so vielfältig und individuell wie die jungen Menschen selbst“, hieß es jüngst in der Vorlage für den Jugendhilfeausschuss des Kreises zur Situation dieser Jugendlichen.

Diese Heranwachsenden werden nicht wie andere Flüchtlinge in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht, sondern bekommen einen gesetzlichen Vormund und brauchen dann eine adäquate Unterkunft. Das gestaltet sich als schwierig: Die Wohngruppen der freien Jugendhilfeträger sind überfüllt, Pflegefamilien gibt es zu wenige. Deshalb ist der Landkreis auch für diese Gruppe von Flüchtlingen händeringend auf Unterkunftssuche – und hat unter anderem auch in der Kornwestheimer Pension nachgefragt.

Dort bekommen die Jugendlichen laut Fritz auch Frühstück und warmes Abendessen: „Es wird vor Ort gekocht. Mittagessen organisieren die Jugendlichen selber, haben aber die Möglichkeit, sich beim Frühstück ein Lunchpaket zu erstellen.“

Die Betreuung der jungen Leute erfolgt laut Andreas Fritz direkt durch das Landratsamt: „Die Betreuer sind von Montag bis Samstag zu festen Zeiten als Ansprechpartner zu aktuellen oder akuten Fragen vor Ort“, erklärt er. Parallel dazu erfolge aber auch eine individuelle Betreuung. Auch der örtliche Arbeitskreis Asyl hat die Wohngruppe schon im Blick.

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Hintergrund ist noch offen: Mann sticht 17-jährige Ehefrau nieder


In der Nähe von Ulm wird eine Jugendliche lebensgefährlich mit einem Messer verletzt. Die Polizei geht von einer Beziehungstat aus und nimmt zwei Männer fest. Einer von ihnen ist der „nicht zivile“ Ehemann des jungen Opfers – der andere der Bruder.

Mit einem Messerstich in den Oberkörper ist eine 17-Jährige in Laupheim in Baden-Württemberg lebensgefährlich verletzt worden – ihr Ehemann nach islamischem Recht und ein Bruder des Opfers wurden festgenommen. Wie die Polizei mitteilte, gehen die Ermittler von einer Beziehungstat aus. Die 17-Jährige aus Libyen lebte demnach mit einem 34 Jahre alten Syrer in „nicht ziviler Ehe“. Inwieweit dieser Hintergrund eine Rolle bei der Tat gespielt haben könnte, werde noch geprüft.

Der 20 Jahre alte Bruder war den Ermittlern zufolge am 26. Februar in einem Verfahren vor dem Amtsgericht Biberach wegen Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und uneidlicher Falschaussage aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Der Angriff auf die 17-Jährige ereignete sich am Dienstagabend. Für sie besteht mittlerweile keine Lebensgefahr mehr.

Die beiden Männer waren laut Polizei nach der Tat geflohen und wurden am Mittwoch in einem Zug am Bahnhof in Schweinfurt festgenommen. Der Bruder des Opfers räumte demnach seine Beteiligung an der Tat ein. Der 34-Jährige muss einem Sprecher zufolge noch weiter befragt werden. Beide sind inzwischen in Haft.



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Jim-Studie: WhatsApp bei Jugendlichen hoch im Kurs, Facebook sinkt

Wie kommunizieren Jugendliche? Eines steht fest: Bei Facebook immer seltener. Das ist eines der Ergebnisse der alljährlichen Jim-Studie.

Mädchen und Jungen in Deutschland tauschen sich im Internet meistens über WhatsApp aus: 95 Prozent der Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren nutzen diesen Chat-Dienst regelmäßig, geht aus ersten veröffentlichten Ergebnissen der Jim-Studie hervor. Für die repräsentative JIM-(Jugend, Information, (Multi-)Media)-Studie werden bundesweit jährlich 1200 Jugendliche befragt.

Jeder zweite benutzt Instagram 

Auf Platz zwei der mindestens mehrmals pro Woche genutzten Kommunikationsanwendungen steht Instagram (51 Prozent), vor Snapchat mit 45 Prozent und Facebook (43 Prozent). Während die Bild-Plattformen Instagram und Snapchat mehr bei Mädchen ankommen, sind WhatsApp und Facebook bei beiden Geschlechtern beliebt.

Alles eine Altersfrage

Die Nutzung der Social-Media-Plattformen hängt vom Alter ab: So ist Instagram vor allem bei den 14- bis 15-Jährigen beliebt, Snapchat wird ab etwa 14 Jahren interessant. Facebook hat demnach bei Jüngeren kaum noch Bedeutung, gehört für 18- bis 19-Jährige aber zum Medienalltag. „Einzig WhatsApp spricht sowohl Mädchen und Jungen als auch alle Altersgruppen in gleichem Maße an und nimmt hier die Spitzenposition ein“, lautet das Ergebnis der Studie.

Das sind die Trends

Im Vergleich zum Vorjahr konnte insbesondere Snapchat mit 45 Prozent regelmäßigen Nutzern (2015: 31 Prozent) zulegen. Doch auch Instagram (2016: 51 Prozent, 2015: 44 Prozent) und WhatsApp (2016: 95 Prozent, 2015: 89 Prozent) wurden mehr benutzt. Einzig Facebook musste Federn lassen und kam 2016 nur noch auf einen Anteil von 43 Prozent (2015: 51 Prozent).

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