Kategorie -Studien für junge Leute

Werbung: London verbietet Werbung für Schönheits-OPs in Jugendmedien

London (dpa) – Großbritannien will den Anreiz zu Schönheitsoperationen für Minderjährige senken und verbietet entsprechende Werbung in Jugendmedien.

Von Mai 2022 an dürfen keine Anzeigen etwa für Brustvergrößerungen oder -verkleinerungen, Bauch- und Augenlidstraffung oder Nasenkorrekturen mehr in Zeitschriften und TV-Programmen geschaltet werden, die sich an unter 18-Jährige richten oder von dieser Altersgruppe verstärkt konsumiert werden. Das Verbot gilt auch für Behandlungen zur Hautverjüngung, Laser- oder Lichtbehandlungen sowie Produkte zur Zahnaufhellung, wie der Werberat Committee of Advertising Practice (CAP) mitteilte.

Es gebe immer mehr Beweise, dass Kinder und Jugendliche anfällig seien für Druck, mit ihrem Körper einem Ideal zu entsprechen, hieß es vom CAP. In der Altersgruppe herrschten negative Körperwahrnehmungen. Das wirke sich auf Selbstwertgefühl, Wohlbefinden und psychische Gesundheit der Teenager aus. Die Risiken kosmetischer Eingriffe und deren Attraktivität für junge Menschen, die mit ihrem Körperbewusstsein kämpften, machten hohe Hürden für Werbung unerlässlich, sagte CAP-Chef Shahriar Coupal.

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Umfrage: Viele Junge wollen für Klimaschutz nicht verzichten

Berlin (dpa) – Grün reden, aber nicht so grün leben? Viele junge Menschen wollen trotz Klima-Protesten auf ihren gewohnten Komfort nicht verzichten. Das jedenfalls legt eine Umfrage nahe.

Der Klimawandel macht demnach zwar vielen jungen Menschen in Deutschland Sorgen. Auf das Fliegen, Fleischessen und Autofahren beispielsweise will eine Mehrheit aber dennoch nicht verzichten.

„Die Gewohnheiten und der Wunsch nach Komfort sind zu groß“, sagt der Jugendforscher Klaus Hurrelmann. Der mentale Durchbruch zum klimabewussten Leben stehe auch in der jungen Generation noch aus.

„Die Vorstellung, die wir Älteren haben: Dass sich fast nur vegan und vegetarisch in der jungen Generation ernährt wird und das Auto nicht mehr benutzt wird“ – ja, diese Gruppe gebe es, sagt Hurrelmann. „Umso überraschender war es für mich zu sehen, dass sie eine Minderheitengruppe ist und es noch nicht geschafft hat, die Mehrheit auf ihre Seite zu ziehen.“

Viele wollen keinen Verzicht beim Auto oder Reisen

In Zahlen stellt sich das in der Umfrage, die der Jugendforscher Simon Schnetzer am Montag präsentierte, so dar: Mit 56 Prozent sehen die meisten 14- bis 29-Jährigen im Klimawandel das wirtschaftlich-gesellschaftliche Thema, das ihnen Sorgen macht – mehr noch als die Zukunft des Rentensystems, steigende Preise oder eine drohende Spaltung der Gesellschaft.

Auf der anderen Seite: Zwar sagen 27 Prozent, sie seien bereit, konsequent auf Flugreisen zu verzichten – aber 39 Prozent lehnen das ab. Die übrigen 34 Prozent kreuzten unverbindlich „vielleicht“ an. Beim dauerhaften Verzicht auf das eigene Auto oder tierische Produkte sagt sogar mehr als die Hälfte „nein“. Am stärksten ausgeprägt sei das auf dem Land, wo es aber auch weniger Alternativen gebe, erklärte Schnetzer.

Auch die ältere Generation tut sich schwer damit, sich für Klimaschutz einzuschränken. In Umfragen zeigen sich etwa viele bereit, auf kurze Flüge oder Autofahrten zu verzichten. Bis zum Beginn der Corona-Krise hat das an der Realität aber auch bei den Älteren nicht viel geändert.

„Fridays for Future“ ist eine Minderheit

Bei Mülltrennung gehen Junge wie Alte meist problemlos mit. Doch Abstriche bei Essen, Urlaub und Verkehr sind schon schwerer hinzunehmen. Klimaschutz ja, aber mit möglichst geringen persönlichen Einschränkungen.

„Es ist auffällig, dass diejenigen in der jungen Generation, die sich für Veränderungen des Lebensstils einsetzen, sehr entschieden sind, sehr laut sind und auch deutlich wahrgenommen werden“, sagte Hurrelmann. Er verwies auf das Beispiel Fridays for Future. Die internationale Bewegung bringt immer wieder Zehntausende auf die Straßen, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren.

Der Alltag folgt dem offenbar nur wenig. In Busse und Bahnen im Nahverkehr steigt man nicht häufiger als in das eigene Auto, wie die Umfrage ergab. Vegetarier und Veganer bilden auch unter jungen Leuten deutlich die Minderheit. Allerdings: Mit insgesamt rund 22 Prozent ist der Anteil mehr als doppelt so hoch wie in anderen Umfragen, die die Gesamtbevölkerung abbilden – ein Zeichen, dass sich möglicherweise doch etwas bewegt.

Viele wollen ihren Lebensstil „vielleicht“ ändern. Für Hurrelmann ist das die spannendste Erkenntnis. „Die Bereitschaft der jungen Generation, ihren Lebensstil zu verändern, ist latent da.“ Viele warteten aber noch träge ab. Wer noch zu Hause wohne, könne oft auch nicht durchsetzen, welches Essen beispielsweise auf den Tisch komme.

„Unter diesen Umständen kann der von jungen Leuten mehrheitlich befürwortete Klimaschutz nur mit klaren Regeln und Vorgaben durch die Politik gelingen“, folgerte Hurrelmann. „Jetzt braucht es Ermutigung.“ Wichtig sei, dass diese auch von den Älteren komme.

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Neuer Leichtkraftwagen – Nachwuchs-Auto: Opel bringt Rocks-e ab 7990 Euro

Rüsselsheim (dpa/tmn) – SUV war gestern, jetzt kommt das SUM – zumindest dann, wenn es nach Opel geht. Der Autohersteller beginnt zu Preisen ab 7990 Euro im Januar 2022 mit der Auslieferung seines neuen Modells Rocks-e. Opel will im Stadtverkehr möglichst viele Sport Utiliy Vehicles durch das Smart Urban Mobility-Fahrzeug ersetzen.

Der Rocks-e ist handlich und klein, fährt voll elektrisch und kann als Leichtkraftwagen schon von Jugendlichen ab 15 Jahren gesteuert werden, teilte Opel mit. Das Modell ist ein mit neuer Frontmaske umgestalteter Citroën Ami – diesen wird die Konzernschwester aus Rücksicht auf Opel in Deutschland nun doch nicht anbieten.

Für Preise, die zwischen einem teuren E-Bike und einem günstigen Kleinwagen liegen, gibt es einen kantig geformten und aus Kunststoff gefertigten Stromer. Mit 2,41 Metern Länge und 1,39 Metern Breite beansprucht er weniger Verkehrsfläche als ein Smart, und er hat mit 7,20 Metern einen kleineren Wendekreis als jeder andere Opel.

Aufladen an der Haushaltssteckdose

Angetrieben wird der knapp 500 Kilogramm schwere Rocks-e, den die Insassen durch gegenläufig angeschlagene Türen besteigen, von einem Elektromotor mit gerade einmal 5 kW/8 PS. Der sorgt nach etwa zehn Sekunden für eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h.

Mit dem Strom aus einem 5,5 kWh großen Akku soll der Rocks-e bis zu 75 Kilometer weit kommen. Anschließend lädt der Kleinstwagen mit einem beigelegten Kabel für gute drei Stunden an der Haushaltssteckdose. An die Wallbox kann er nur mit einem optionalen Adapter geklemmt werden, und die Schnellladesäule ist für ihn tabu.

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Generation Corona: Psychische Probleme bei jungen Menschen verschärfen sich

Frankfurt (dpa) – Der geschlossene Hort, die soziale Isolation, das fehlende Treffen mit Freunden: Die Corona-Pandemie hat Kindern und Jugendlichen viel abverlangt. Bei manchen machen sich bis heute Auswirkungen und psychische Probleme bemerkbar. Das können Konzentrationsschwierigkeiten oder Schlafstörungen sein, aber auch Ängste oder schwere Depressionen.

Das bekommt auch die Frankfurter Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche, Tanja Müller, zu spüren: „Es ist tatsächlich nach wie vor so, dass es einen großen Bedarf und eine hohe Anmeldezahl gibt.“ Die Lage in den Praxen habe sich auch durch die Wiederaufnahme des Schulalltags noch nicht entspannt, sagt sie. Und: „Ich habe das Gefühl, die Langzeitfolgen werden sich erst noch zeigen.“

Schwere von Essstörungen nimmt zu

„Wir sehen natürlich, dass Kinder und Jugendliche in Folge der Pandemie deutlich belastet sind“, erklärt auch Dietmar Eglinsky, Direktor der Vitos Kinder- und Jugendklinik für psychische Gesundheit in Kassel. „Die Coronakrise hat dabei wie ein Verstärker gewirkt.“ Heißt: Wer ohnehin schon anfällig gewesen ist für psychische Probleme, ist deutlich gefährdeter. Zudem zeigen sich womöglich auch bei Kinder und Jugendlichen Auswirkungen, die ohne die Pandemie gar nicht betroffen gewesen wären. Ein Beispiel aus der Kassler Klinik sei ein zehn Jahre alter Junge, der eine Magersucht entwickelt habe, „das ist schon sehr ungewöhnlich“. Generell hat die Schwere von Essstörungen nach Eindruck des Experten zugenommen.

Die Krise habe junge Leute massiv in ihrer Entwicklung beeinträchtig: „Jugendliche brauchen die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen, Fehler zu machen, sich auszuprobieren“, sagt Eglinsky. Doch Corona habe all das eingegrenzt. „Es fehlten Erfahrungsmöglichkeiten, der Austausch mit Gleichaltrigen und womöglich die Privatsphäre zu Hause.“

Fast jedes dritte Kind zeigt Auffälligkeiten

Wie viele Kinder und Jugendliche genau betroffen sind, ist schwer zu sagen. Nach Angaben derCaritasleidet fast jedes dritte Kind unter den Folgen der Pandemie und zeigt psychische Auffälligkeiten. „Die jungen Menschen brauchen umgehend Hilfe. Unsere psychologischen Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Eltern schlagen Alarm“, erklärte kürzlich die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa.

Beratungsangebote müssten dringend ausgebaut werden. Notwendig seien mehr Jugendsozialarbeit, Schulsozialarbeit und sozialpädagogische Begleitung. Auch digitale Angebote wie dieU25-Online-Suizidpräventionseien wichtige, niederschwellige Ergänzungen und hätten in und nach der Pandemie eine große Nachfrage erfahren, sagte Welskop-Deffaa. Laut Caritas stieg während des zweiten Lockdowns das Kontaktaufkommen bei der Suizidpräventionsberatung für Unter-25-Jährige um 30 Prozent an.

Langes Warten auf einen Termin

Auch der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen ist bewusst, dass der Bedarf an psychotherapeutischer Unterstützung groß ist. „Wir wissen, dass Patientinnen und Patienten teils länger auf einen Termin beziehungsweise eine Therapie warten müssen. Das ist nicht gut, denn schnelle Hilfe ist hier das A und O“, sagt KVH-Vorstand Frank Dastych. „Wir haben daher forciert, dass hessenweit kurzfristig 18 neue Kolleginnen und Kollegen im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie bereit stehen, um dem zunehmenden Bedarf durch die Pandemie so gut wie möglich gerecht zu werden“.

Zudem hat die KVH vier kurzeFilmeproduziert, um auf die psychischen Belastungen hinzuweisen, ob bei Vorschulkindern oder älteren Teenagern. Die Clips sollen dazu beitragen, das Umfeld – sowohl in Kita und Schule als auch privat – für mögliche psychische Folgen zu sensibilisieren.

Aber warum ist die Situation für die jungen Menschen besonders belastend? Im Vergleich zu Erwachsenen, seien sie mitten in ihrer Entwicklung getroffen, erklärt Psychotherapeutin Müller. „Die Zeit kann man nicht mehr nachholen.“ Im Jugendalter gehe es auch um die Entwicklung einer Identität. „Wenn man dann in etwas Depressives, Einsames rutscht, ist es meist schwieriger, da wieder rauszukommen, als im Erwachsenenalter.“ Zudem sei die Perspektive je nach Alter sehr unterschiedlich, sagt Müller. „Gerade für kleine Kinder sind eineinhalb bis zwei Jahre eine enorme Lebensspanne. Mich hat neulich ein Fünfjähriger gefragt: Bleibt Corona jetzt für immer?“

Hinweis:Haben Sie schwere psychische Probleme oder haben Sie diese bei einem Angehörigen/Bekannten festgestellt? Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern:

– Telefonseelsorge: 0800/1110111 und 0800/1110222

– Kinder- und Jugendtelefon: 116111

– Elterntelefon: 0800-1110550

– Eine Online-Beratung ist über die Webseiten“telefonseelsorge.de.“oder“nummergegenkummer.de“möglich.

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Berufsbildungsbericht: Hälfte der Schulabgänger nicht "ausbildungsreif"

Fast jeder zweite Schulabgänger gilt als „nicht ausbildungsreif“ und muss vor Vermittlung in eine Lehrstelle zusätzliche Fördermaßnahmen absolvieren. Das geht aus dem Entwurf des „Berufsbildungsberichts 2010“ der Bundesregierung hervor, der der dpa nach eigenen Angaben vorliegt. Zwar sei die Zahl der von der Bundesagentur für Arbeit als „nicht ausbildungsreif“ eingeschätzten Jugendlichen zwischen 2005 und 2008 wieder leicht zurückgegangen – und zwar von 55 Prozent auf 47,3 Prozent. Doch gebe es für diese Gruppe der Schulabgänger immer noch erhebliche Probleme bei der Ausbildungsplatzvermittlung.

„Nach wie vor erreicht eine große Zahl junger Menschen weder den Schulabschluss noch eine vollqualifizierende Ausbildung“, heißt es in dem Bericht. Die deutsche Wirtschaft werde aber wegen der geburtenschwachen Schulabgängerjahrgänge „schon bald jeden jungen Menschen brauchen“. Die Regierung fordert deshalb sowohl von den Unternehmen als auch von der Bildungspolitik der Länder, sich verstärkt dieser Gruppe anzunehmen – „schon aus Eigeninteresse für die eigene Fachkräftesicherung“.

Laut Bericht ist fast jeder zweite bis dritte Lehrstellenbewerber nach seinem Schulabgang länger als ein Jahr auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz gewesen. Aber nicht nur ein Teil der Jugendlichen habe Probleme, eine Lehrstelle zu finden. Auch Unternehmen beklagten zunehmend Schwierigkeiten, ihre angebotenen Ausbildungsplätze zu besetzen. Bei Betriebsumfragen werde als Hauptursache „mangelndes Leistungsvermögen und die unzureichende schulische Qualifikation der Bewerber“ genannt.

Vor allem in der Gastronomie und im Lebensmittelhandel seien zehn bis 15 Prozent der angebotenen Lehrstellen nicht zu besetzen gewesen. Nachwuchsprobleme gebe es inzwischen auch bei Klempnern, Fleischern und Gebäudereinigern.

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Vorbilder gesucht: Warum Klischeedenken Frauen-Karrieren am Bau erschwert

Nürnberg (dpa/tmn) – Drei Frauen. Das war das Ziel von Barbara Hagedorn, die zusammen mit ihrem Mann eines der größten Abbruchunternehmen der Welt leitet. Drei Frauen sollten in ihrer Firma 2021 eine Ausbildung außerhalb der Verwaltung beginnen.

„Teilweise wurden wir dafür belächelt“, sagt die Geschäftsführerin der Hagedorn Unternehmensgruppe. Man riet ihr, sich kleinere, realistischere Ziele zu stecken. Tatsächlich haben dann vier statt drei Frauen im August ihre Ausbildung begonnen.

Dennoch: Frauen auf der Baustelle sucht man meistens vergeblich. Mehr als 90 Prozent aller Baggerfahrer sind männlich. Und nicht nur Geräteführer, sondern auch Maurer oder Stahlbauer sind nach wie vor Berufe, die hauptsächlich Männer erlernen. Barbara Hagedorn will das ändern, „mit Klischees aufräumen“ und den Fachkräftemangel in der Branche bekämpfen.

Stereotype sind in Köpfen verankert

Denn wer einen Bagger lenken will, braucht vor allem ein geschicktes Händchen: „Bei den modernen Maschinen auf einer Baustelle kommt es viel mehr auf Fingerspitzengefühl als auf Muskelkraft an“, sagt Hagedorn.

Doch ist das allen bewusst? „Gerade wenn sich in jungen Jahren Berufswünsche bilden, kommt es stark darauf an, welche Kenntnisse man darüber hat“, sagt Brigitte Schels, Professorin für Arbeitsmarktsoziologie.

Noch entscheidender als das Wissen über den Beruf, seien aber oft die Klischees, die in den Köpfen verankert seien, sagt Prof. Schels. „Wir lernen diese Stereotype von Kindheit an.“ Geschlecht und Geschlechtstypik gehören der Expertin für Berufswahl und sozialer Ungleichheit am Arbeitsmarkt zufolge zu den ersten Dingen, die Kinder bereits im Alter von etwa acht Jahren wahrnehmen.

Dabei spielt die eigene Erfahrung eine große Rolle: Was sieht man im Fernsehen, was liest man in den Kinderbüchern und wen sieht man, wenn man an einer Baustelle vorbeigeht?

Einflüsse von Eltern, Schule und Unternehmen

Laut Susanne Eikemeier von der Bundesagentur für Arbeit haben sich die zehn beliebtesten Ausbildungsberufe unter jungen Frauen seit Jahren kaum verändert. Kaufmännische Berufe oder eine Ausbildung zur Friseurin seien weiterhin unter den Favoriten.

Die Berufswahl sei allerdings nicht nur von den eigenen Interessen, sondern auch viel vom Feedback im Umfeld abhängig, so Arbeitsmarktsoziologin Prof. Schels. Dazu zählen einerseits die Meinungen von Eltern oder Lehrerinnen und Lehrern. Andererseits auch die Frage, mit was man während der Ausbildungssuche konfrontiert ist und inwiefern Unternehmen auf Frauen zugehen.

Geschäftsführerin Barbara Hagedorn hat die Erfahrung gemacht, dass oft Freunde und Eltern große Zweifel streuen, wenn es um eine Ausbildung auf der Baustelle geht. „Wenn Eltern das erste Mal zu unseren Infoabenden kommen, sind sie oft überrascht zu hören, wie die Ausbildung und die Arbeit in der Praxis tatsächlich aussehen.“

Vorbilder gesucht: Mit dem Radlader auf Instagram

Prof. Schels zufolge brauche aber vor allem mehr Vorbilder für die Ausbildungsberufe im Baugewerbe. „Im Bauingenieurstudium sind Frauen zwar auch in der Minderheit, aber immerhin wahrnehmbar.“ Wenn auf einer Baustelle aber im Schnitt weniger als fünf Prozent aller Beschäftigten weiblich sind, fehlt diese Sichtbarkeit.

Zumindest in den sozialen Medien ist das Interesse, wie die Arbeit als Frau auf der Baustelle aussieht, groß: Der Maschinistin Agnes Borchers (@püppi.at.work) etwa folgen über 90.000 Menschen auf Instagram, der Maurermeisterin Julia Schäfer (@tschulique) sogar über 180.000.

Es gibt mehrere Tausend Likes für ein Foto, in dem Schäfer lässig grinsend im Reifen eines Radladers sitzt oder ein Video, in dem Borchers Schutt verlädt. Beide Beiträge sind mit dem Hashtag #frauenpower und #frauimhandwerk beziehungsweise #frauambau versehen.

Das ganze Unternehmen muss mitziehen

„Sowohl die Sozialen Medien als auch unsere Kampagne „Frau am Bau“ sind kleine Mosaiksteine, mit denen wir ein Netzwerk aufbauen und Veränderung erreichen können“, sagt Hagedorn. Aber auch die Unternehmen seien gefordert. Es reiche nicht nur, auf Frauen zuzugehen oder Frauentoiletten bereitzustellen: „Der ganze Betrieb muss mitziehen.“

Damit sich langfristig mehr Frauen für eine Arbeit auf der Baustelle begeistern, ist laut Arbeitsmarktsoziologin Prof. Schels mitunter auch das Klima am Arbeitsplatz entscheidend. Dabei geht es zum Teil um subjektive Wahrnehmung. Aber auch eine weibliche Ansprechpartnerin kann den Einstieg beispielsweise erleichtern.

Am besten ist es, sich vorab zu informieren und ein Praktikum zu machen, rät Prof. Schels. So könne man das Arbeitsklima direkt kennenlernen. Denn neben dem Interesse, etwas Handfestes zu schaffen, sollte man auch Spaß an der Teamarbeit haben, heißt es vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie.

Die vier neuen Auszubildenden bei Hagedorn sind in dem Abbruch- und Bauunternehmen in Gütersloh innerhalb weniger Wochen gut im Team angekommen. „Ich habe ein gutes Gefühl, wenn sie auf der Baustelle unterwegs sind“, sagt Hagedorn.

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Job-Protokoll: Was macht ein Elektroniker für Geräte und Systeme?

Schöneck/Berlin (dpa/tmn) – Zum Frühstück machen wir das Digitalradio an, das Smart-Home steuern wir über unser Handy, abends läuft der Fernseher: Ständig nutzen wir im Alltag elektronische Geräte. Wie die genau funktionieren? Davon haben die wenigsten im Detail eine Ahnung.

Felix Hannemann war dagegen schon immer fasziniert davon, was im Inneren der Geräte vor sich geht. Dieses Interesse hat er zum Beruf gemacht. Der 20-Jährige absolviert eine Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme bei der Firma Technisat in Schöneck (Sachsen). Im Job-Protokoll erzählt er, was seinen Arbeitsalltag ausmacht.

Warum ich mich für meinen Beruf entschieden habe

Schon als Kind war ich in meiner Familie für Technik zuständig. Ich hatte immer ein schnelles technisches Verständnis und habe zum Beispiel auch mal meine eigene Spielekonsole repariert. Ich wusste früh, dass es auch beruflich in Richtung Elektrotechnik gehen soll.

An der Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme hat mich besonders angesprochen, dass es vor allem um Kleintechnik geht. Ich bastle eben gerne: Geräte aufschrauben, detailliert arbeiten, finde ich persönlich spannender als etwa Haus- oder Betriebstechnik.

Viele Betriebe produzieren nur noch Teile von Geräten. Technisat stellt aber komplette Geräte her – von Satellitenschüsseln, über Radios und Receiver bis hin zu Smart-TVs.

Mich hat gereizt, alle Schritte der Produktion sehen und begleiten zu können. Außerdem gehört die Ausbildung mit zu den best bezahltesten. Auch dadurch fand ich sie natürlich interessant.

Die Aufgaben

Als Elektroniker kümmern wir uns um die Anfertigung und Prüfung der Gerätekomponenten im gesamten Produktionsprozess. Das beginnt bei der Leiterplatte und geht bis zum Endgerät. Eine Leiterplatte ist dabei im Prinzip das Herzstück eines Geräts. Darauf sind alle Organe, die das Gerät zum Funktionieren und zum Leben bringen.

An einem typischen Arbeitstag kümmere ich mich zum Beispiel um die Reparatur der Leiterplatten. Dazu überprüfe ich jedes Gerät, suche den Fehler und wechsle Bauteile aus, bis die Leiterplatte wieder funktioniert. An manchen Tagen bekommen wir von Fremdkunden etwa Leiterplatten geliefert, bei denen wir dann jeweils das fehlerhafte Teil austauschen müssen. Das kann etwas monoton sein. Aber grundsätzlich ist der Beruf sehr abwechslungsreich.

Es gibt auch eine Abteilung, in der wir Leiterplatten automatisch bestücken. Ich führe dort öfters die optische Kontrolle mit einer großen Maschine durch, die Fehler erkennt.

In der Berufsschule befassen wir uns eher allgemein mit Elektrotechnik. Im ersten Jahr geht es etwa um Betriebstechnik, im Laufe der Schuljahre spezialisiert man sich dann immer weiter, so dass man letztendlich jedes Gerät herstellen und reparieren kann.

Herausforderungen und schöne Seiten des Berufs

Die schönste Seite ist gleichzeitig eine der herausforderndsten: Man übernimmt in diesem Beruf von Anfang an eine relativ große Verantwortung – dass ein Gerät am Ende auch funktioniert. Besteht etwa ein Fehler, suchen wir so lange nach einer Lösung, bis das Gerät wieder geht.

Das Gute ist: Auch im Privatleben kann ich mein berufliches Wissen gut gebrauchen. Für die Abschlussprüfung als Elektroniker müssen wir beispielsweise ein eigenes Gerät mit allen notwendigen Komponenten planen und herstellen, so Felix Hannemann.

Schön ist auch, dass ich mit verschiedenen Geräten zu tun habe und immer neue Produkte hinzukommen. Das sorgt natürlich für viel Abwechslung. Aktuell produzieren wir etwa einen Audioplayer für Kinder, der Hörspiele und Geschichten vorlesen kann.

Was nervt: Manchmal kommen Aufträge rein, bei denen wir immer wieder das Gleiche machen müssen. Es ist nun mal ein Industrieberuf, da geht es auch darum hohe Stückzahlen zu produzieren.

Was man für den Beruf mitbringen sollte

Das Wichtigste ist logisches Denken. Darauf beruht Elektrotechnik nun mal. Nur technisches Verständnis allein reicht nicht aus. Man sollte zum Beispiel schon mal an einem Gerät gebastelt haben. Auch räumliches Denken hilft, etwa wenn es darum geht, das Gehäuse eines Geräts zu realisieren.

Mit schlechten Noten in Mathe und Physik wird es schwierig. Viele unterschätzen, wie viel Elektrotechnik in den Prüfungen abgefragt wird. Die Ausbildung führt nicht umsonst in einen der anspruchsvollsten Elektroniker-Berufe. Das sollte Interessenten und Interessentinnen bewusst sein, bevor sie sich dafür entscheiden.

Info-Kasten: Ausbildungsvergütung und Aussichten

Die Ausbildungsvergütung hängt immer davon ab, in welchem Betrieb und welchem Bundesland die Azubis arbeiten. Die Bundesagentur für Arbeit gibt auf ihrem Portal „Berufenet“ eine monatliche Bruttovergütung an: zwischen 976 und 1047 Euro sind es im ersten Lehrjahr. Für das vierte Lehrjahr sind es zwischen 1141 und 1264 Euro. Die Werte beziehen sich auftarifgebundeneBetriebe der Metall- und Elektroindustrie. Als tarifliche Bruttogrundvergütung für ausgelernte Fachkräfte gibt die Agentur für Arbeit beispielhaft zwischen 3135 bis 3646 Euro brutto pro Monat an.

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Sprache: "Cringe" ist das Jugendwort des Jahres 2021

Stuttgart (dpa) – „Niveaulimbo“, „Smombie“, „tinderjährig“ – so manches Jugendwort der vergangenen Jahre war eher zum Genieren. Seit 2020 dürfen die Jugendlichen selbst ein Wörtchen mitreden.

Die Begriffe sind seither zwar weniger peinlich, das Fremdschämen bleibt aber trotzdem: „Cringe“ wurde am Montag vom Langenscheidt-Verlag in Stuttgart zum Jugendwort des Jahres 2021 gekürt.

Auf peinliche Dinge hinweisen

Wörtlich übersetzt aus dem Englischen heißt „to cringe“ „sich ducken“ oder „zusammenzucken“. In der Jugendsprache wird der Begriff eher für peinliche Situationen oder ein Gefühl von Fremdscham benutzt. „Mit „cringe“ ist es möglich geworden, auf peinliche Dinge vorsichtig und etwas abgemildert hinzuweisen“, meint der 21-jährige Dario Schramm von der Bundesschülerkonferenz (BSK).

Die Sprachwissenschaftlerin Annette Klosa-Kückelhaus vom Leibniz-Institut für Deutsche Sprache wundert sich nicht, dass „cringe“ sich durchgesetzt hat. Schon vergangenes Jahr schaffte es der Begriff unter die Top drei Jugendwörter, das Institut in Mannheim beobachtet ihn seit 2019. „Noch handelt es sich um einen Ausdruck der Jugendsprache, aber das könnte sich bald ändern“, sagte die Sprachexpertin.

Es gebe schon jetzt die Tendenz, den Begriff in Sätze einzubauen, um Hauptwörter zu beschreiben. „Diese nächste Stufe ist spannend. Wenn es zum Beispiel plötzlich ein „cringes“ Foto gibt, dann ist das Wort in der deutschen Sprache angekommen“, sagte Klosa-Kückelhaus. Sobald ein Ausdruck außerhalb von Social Media und der Jugendkultur auftauche, könne er ins Wörterbuch und die deutsche Sprache aufgenommen werden. Das sei beispielsweise mit dem Wort „cool“ passiert.

Wenn ein Begriff zum Jugendwort wird, könne es passieren, dass er bekannter und vielleicht auch von älteren Menschen verwendet wird, teilte der Langenscheidt-Verlag mit. „Vor einigen Jahren wurde ein Jugendwort sogar in der Werbung eingesetzt – und das war dann vielleicht cringe!“, meinte Klosa-Kückelhaus.

Seit 2008 veröffentlicht Langenscheidt das Jugendwort des Jahres, was in der Vergangenheit als Werbeaktion des Verlages kritisiert wurde. Bei der Wahl könnten theoretisch alle Altersgruppen abstimmen, gewertet werden seit 2020 aber nur die Stimmen der Jugendlichen, sagte Sandra Spier, die Pressesprecherin des Verlags. „Wirklich „garantieren“ können wir das Alter aber nicht. Aus Datenschutzgründen können wir keine personenbezogenen Daten beziehen.“ In diesem Jahr hätten 1,2 Millionen Jugendliche abgestimmt.

Taugt das diesjährige Jugendwort also zu mehr als Fremdscham? „Eigentlich ist es ja ein lustiger Ausdruck über den man sich sonst wenig Gedanken gemacht hätte“, sagte Schramm vom BSK. Aus der Sicht des 21-Jährigen ist es ein Begriff, den junge Menschen tatsächlich kennen und verwenden – vielleicht schon bald nicht mehr nur dann, wenn es um die Wahl des Jugendworts geht.

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Vor der Ausbildung – Nach Abi: Für Auslandsjob genug Vorbereitungszeit einplanen

Nürnberg (dpa/tmn) – Wer nach dem Abi eine Zeit lang im Ausland arbeiten will, sollte nicht zu spät mit der Vorbereitung beginnen. Gerade für Jobs außerhalb Europas kann etwa die Erteilung eines Visums länger dauern, sagt Claudia Süß, Beraterin der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV).

In einem Beitrag auf „abi.de“ rät Süß daher früh mit der Stellensuche und Bewerbung zu beginnen. Dann bleibt genügend Zeit, sich vor dem Start in den Job um Themen wie Sozialversicherung oder die Finanzierung des Aufenthalts zu kümmern.

Die richtigen Portale für die Stellensuche

Stellen lassen sich laut Süß zum Beispiel über dieBundesagentur für Arbeit, über die die nationalen Arbeitsverwaltungen vor Ort oder über dasPortaldes EURES-Netzwerks finden. Es bieten sich etwa Saisonjobs in der Gastronomie oder Hotellerie an. Vielleicht findet sich auch eine Stelle, bei der man bereits Erfahrung im künftigen Wunschberuf sammeln kann.

Im Bewerbungsschreiben sollte man der Beraterin zufolge vor allem deutlich machen, warum man im Ausland jobben möchte. Geht es darum, Berufserfahrung zu sammeln, Sprachkenntnisse zu verbessern oder andere Kulturen kennenzulernen?

Nicht zuletzt müssen sich Schülerinnen und Schüler derzeit auch über das Pandemiegeschehen im Zielland und die Reisebestimmungen informieren. Süß rät, Stornierungs- und Rücktrittsregelungen eindeutig zu klären, bevor man einen Vertrag unterschreibt und die Reise bucht.

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Welcher Job zu mir passt: Online-Portal "Berufenavi" soll bei Orientierung helfen

Berlin/Bonn (dpa/tmn) – Einfach das machen, was man kennt? Oder sich in einer endlosen Recherche verlieren? Solche Probleme beschäftigen viele Schülerinnen und Schüler bei der Berufsorientierung.

Mehr Klarheit soll das neue Online-Portal „Berufenavi“ bringen. Darauf weist dasBundesbildungsministeriumhin, das die Entwicklung desWeb-Angebotsbeim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Auftrag gegeben hat.

Jugendliche wählen oft bekannte Ausbildungen

Laut BIBB fällt die Wahl eines Ausbildungsberufs häufig in eine „relativ kleine Palette“ an Berufen. Es gibt aber über 300 duale Ausbildungsberufe und weitere schulische Ausbildungen. Mitunter sei der geringe Bekanntheitsgrad der Berufe ein Grund dafür, dass Ausbildungen gar nicht erst in Erwägung gezogen werden.

Hier soll die neue Webseite ansetzen, indem es zahlreiche Berufsinformationen aus dem Netz zentral bündelt. Über das Berufenavi kommen Interessierte via Verlinkungen etwa zu passenden Orientierungsangeboten, Info-Portalen, Jobporträts oder lokalen Berufsberatungen.

Das Berufenavi richtet sich dem BMBF zufolge an Schülerinnen und Schüler der Abschlussklasse im Alter von 16 bis 20 Jahren. Es bietet Einstiege für Jugendliche, die sich erst von Grund auf orientieren möchten und für diejenigen, die schon wissen, nach welchem Beruf sie suchen.

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