Kategorie -Jugendliche

Komasaufen 2013 rückläufig: Kinder und Jugendliche saufen weniger

Die Zahl der Fälle von Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen hat sich im Jahr 2013 deutlich verringert. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, mussten 2013 insgesamt 23.267 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 19 Jahren aufgrund akuten Alkoholmissbrauchs ins Krankenhaus. Gegenüber dem Jahr 2012 bedeutete dies einen Rückgang um 12,8 Prozent.

Umgerechnet auf 100.000 Einwohner dieser Altersklasse nahm der Alkoholmissbrauch nach diesen jüngsten vorliegenden Zahlen um 40 Fälle von 336 Fälle auf 296 Fälle ab. Besonders groß war der Rückgang der Alkoholvergiftungen von Jungen und jungen Männern. Dieser verringerte sich um 15,6 Prozent auf 336 Fälle.

Rückgang bei den Mädchen geringer

Bei den Mädchen und jungen Frauen fiel der Rückgang mit einem Minus von 6,7 Prozent geringer aus. Mit 253 Fällen je 100.000 Mädchen und jungen Frauen gab es aber dennoch spürbar weniger Alkoholmissbrauch.

Einmal im Monat betrunken

Nach Zahlen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) betrinkt sich fast jeder fünfte Jugendliche in Deutschland mindestens einmal im Monat. Überproportional häufig greifen junge Männer regelmäßig zu Bier, Schnaps oder Wein.

Sieben von zehn Jugendlichen, die wegen Alkohol im Krankenhaus behandelt werden mussten, waren noch keine 18 Jahre alt. Die Daten stammen aus der Krankenhausdiagnosestatistik 2013.

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Polizei in Nürnberg entdeckt 14-Jährige mit 4,5 Promille

Die Zahl sogenannter jugendlicher Komasäufer in Deutschland ist zwar rückläufig. Extremfälle gibt es trotzdem, wie das Beispiel einer 14-Jährigen aus Nürnberg zeigt. Das Mädchen wurde mit mehr als 4,5 Promille aufgegriffen, teilte die Bundespolizei mit.

Eine Streife bemerkte die Jugendliche, die am späten Montagabend bewusstlos in der Osthalle des Nürnberger Hauptbahnhofs lag. Nach Polizeiangaben war sie im Gesicht bereits blau angelaufen.

Die Beamten leisteten Erste Hilfe, bevor ein Notarzt den Teenager in eine Klinik brachte. “Wenn man so viel trinkt, ist man normalerweise tot”, sagte der Sprecher der Polizei. Das schaffe man nicht mit Bier oder Wein. Einen solchen Promille-Wert erreiche man auch nur, wenn man regelmäßig trinke. Leider fänden die Beamten immer wieder Jugendliche mit solch hohen Alkoholwerten.

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Aus für Red Bull und Co.? SPD will Energy-Drinks für Jugendliche verbieten

Sie putschen auf und schmecken meistens klebrig süß: Jugendliche lieben Energy-Drinks. Die SPD will jedoch verbieten, die stark koffeinhaltige Brause an Jugendliche unter 18 Jahren zu verkaufen. Die Begründung: Die Politik habe die Aufgabe, Minderjährige vor vermeidbaren Gefahren zu schützen.

Dafür soll das Jugendschutzgesetz geändert werden, sagte die verbraucherpolitische Sprecherin Elvira Drobinski-Weiß der “Saarbrücker Zeitung”.

Wirkung wie zwei Tassen Kaffee

Denn immerhin enthalten 250 Milliliter Energy-Brause im Durchschnitt 80 Milligramm Koffein – etwa so viel wie zwei Tassen Filterkaffee oder anderthalb Espresso. Für Erwachsene gilt ein Koffeinkonsum von bis zu 300 Milligramm am Tag als gesundheitlich unbedenklich. Außerdem enthalten die Drinks die Inhaltsstoffe Taurin, Inosit und Glucuronolacton.

Alarmierende Studie

Eine Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) kam schon vor einem Jahr zu alarmierenden Ergebnissen: Wer mehr als einen halben Liter Energy-Drinks innerhalb von 24 Stunden trinkt, tue seinem Körper nichts Gutes. Übermäßiger Konsum könne Herzrhythmusstörungen, Krämpfe oder Nierenversagen hervorrufen.

Kein Bewusstsein für Gesundheitsrisiken

Besonders riskant sei es, wenn die Getränke beim Sport oder bei nächtelangem Feiern getrunken werden. Vor allem bei Letzterem werden die Drinks oft mit Alkohol gemischt. Eine solche Mischung steigert das Risiko nochmals. Die meisten Vieltrinker seien sich der gesundheitlichen Folgen jedoch nicht bewusst.

Mit ihrem Vorstoß geht die SPD weiter als Ernährungsminister Christian Schmidt (CSU), der kürzlich mehr Aufklärung angekündigt hatte. Drobinski-Weiß sagte: “Es ist mir unverständlich, dass Minister Schmidt hier keinen Handlungsbedarf sieht.” Das Abgabeverbot soll daher durch eine Änderung des Jugendschutzgesetzes umgesetzt werden. Zuständig wäre dann nicht mehr CSU-Mann Schmidt, sondern Familien- und Jugendministerin Manuela Schwesig (SPD).

Auch die Verbraucherorganisation Foodwatch hatte gefordert, Energy-Drinks erst an Erwachsene ab 18 Jahren abzugeben.

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Darum sollten Jugendliche das Schülerpraktikum ernst nehmen

Irgendwann ab der achten Klasse machen Jugendliche ihr erstes Praktikum. Für viele ist das eine willkommende Abwechslung zum stressigen Schulalltag, für andere vielleicht nur eine lästige Pflicht. Dabei ist es die erste Gelegenheit Berufsluft zu schnuppern. Mit der richtigen Betriebswahl können Schüler sogar berufliche Weichen stellen.

Mit einem Praktikum sammeln Jugendliche erste Eindrücke von der Berufswelt – und können eigene Vorstellungen überprüfen: “Viele Jugendliche haben von ihrem vermeintlichen Traumjob Bilder im Kopf, die nicht immer der Realität entsprechen”, erklärt Beate Jacobsen vom Bildungsbüro im Landkreis Ludwigsburg.

In einem Praktikum können Schüler unter echten Bedingungen sehen, was ein Beruf erfordert, im Positiven wie auch im Negativen. Manche Schüler merkten schon im ersten Praktikum, dass ihr bisheriger Wunschjob doch nicht ihr Ding ist. Andere sind hellauf begeistert und bestärkt in ihrer Idee.

Anregungen sammeln

Doch was tun, wenn man noch nicht weiß, was man werden will? Daniela Wölfert rät Schülern, sich inspirieren zu lassen: Bei Freunden und Eltern könnten die Teenager nachfragen, was sich andere für sie vorstellen könnten, rät die Verantwortliche für Berufsorientierung an der niedersächsischen Grund- und Oberschule in Neuenkirchen. Hilfreich kann auch ein Besuch bei der Berufsberatung oder ein Blick in die regionalen gelben Seiten sein.

Jacobsen hat für die Berufsorientierung das Internetportal “Wegweiser Beruf” entwickelt: “Wir haben dort viele Informationen und Videos zu einzelnen Berufen gebündelt und verlinkt, so dass Jugendliche sich einen Überblick verschaffen können.” Denn: Unter vielen Berufsbezeichnungen können sich Heranwachsende gar nichts vorstellen.

Schulische “Aha-Effekte” dank Praktikum

Wenn die Praktikumswahl letztlich kein Erfolg war, sei die gesammelte Erfahrung trotzdem nicht vergebens: “Dann weiß man wenigstens schon, was man nicht werden möchte”, sagt Wölfert. So können Jugendliche für das nächste Praktikum neu und gezielter planen.

Ein anderer positiver Nebeneffekt des Praktikums ist, dass viele Jugendlichen die Schule danach mit anderen Augen sehen: “Wir erleben oft, dass besonders bei Schülern, die in der Schule nicht die besten Noten haben und deshalb gefrustet sind, im Praktikum richtige Aha-Effekte einsetzen”, berichtet Jacobsen. Vor allem bei praktischen Tätigkeiten wie im Handwerk würden die Schüler sich ihrer Stärken bewusst.

Um den Wunsch-Praktikumsplatz zu bekommen, empfehlen alle Experten, sich möglichst frühzeitig zu kümmern. “In der Regel sind die Termine schon ein Jahr im Voraus bekannt”, weiß Wölfert. Dann gelte es, sich mit einer Bewerbungsmappe vorzustellen, am besten persönlich.

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TV-Reportage: “Mit Kindern Kasse machen”

TV-Reportage: “Mit Kindern Kasse machen”

Die Notlage von Kindern, die vom Jugendamt aus schwierigen Familienverhältnissen geholt werden müssen, ist ein lukratives Geschäft für freie Träger, die Kinderheime betreiben. Der ARD-Beitrag “Mit Kindern Kasse machen” aus der Reihe “Die Story im Ersten” hat skandalöse Zustände aufgedeckt. Ein Sozialarbeiter sagt: “Träger haben überhaupt kein Interesse daran, dass es ihrem Klientel besser geht, denn sie verdienen Geld daran.” 

2013 wurden in Deutschland rund 42.000 Minderjährige von den örtlichen Jugendämtern in Obhut genommen. Derzeit leben 140.000 in Heimen. Von Jahr zu Jahr werden es mehr.

Jugendämter sind chronisch überlastet

Inobhutnahme: Das klingt sanft und fürsorglich. Wenn Eltern aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr in der Lage sind, ihre Kinder angemessen zu versorgen und zu erziehen, greift das Jugendamt zum Schutz der Kinder ein. Es kann sie vorübergehend oder dauerhaft bei Verwandten, Pflegefamilien oder Betreuungseinrichtungen unterbringen. Dabei soll immer das Wohl des Kindes an erster Stelle stehen. Soweit der Idealzustand. Doch in der Realität werden viele Kinder dadurch zum zweiten Mal Opfer.

Die Jugendämter in Deutschland sind chronisch überlastet. Weil sie weder genug Zeit, noch Personal haben, um alle betroffenen Kinder zu betreuen, wird diese Aufgabe an freie Jugendhilfeträger übertragen. Diese werden dafür bezahlt. Milliarden an Steuergeldern fließen in die Heimunterbringung.

Der Skandal: Die Qualifizierung der freien Träger und die Zustände in den Heimen werden gar nicht oder zumindest nicht ausreichend kontrolliert.

“Die Kinder sitzen in der Falle”

In der TV-Reportage von Nicole Rosenbach und Anna Osius schildern Kinder und Jugendliche, wie sie in Heimen oder Pflegefamilien schikaniert und vernachlässigt oder von ihren Familien abgeschottet wurden. “Die Kinder sitzen in der Falle”, meint Hans-Peter Daumann, Sozialarbeiter am Jugendzentrum Wacken.

Anita (15) ist in einer Pflegefamilie in Polen einquartiert worden, die dem psychisch kranken Mädchen sowohl eine Therapie als auch den Schulbesuch verweigert.

Wakya musste drei Jahre ins Heim

Wakya kam mit sieben Jahren ins Heim, das seinen Kontakt zur Familie massiv einschränkte. Inzwischen ist er 16 und erinnert sich, wie er morgens um fünf Uhr von Mitarbeitern des Jugendamtes mit Polizeibegleitung abgeholt wurde: “Man guckt vom Hochbett runter, und da steht die Polizei”. Seine Mutter war im Rahmen eines Sorgerechtsstreits als “erziehungsunfähig” eingestuft worden. Bis diese Bewertung als unbegründet revidiert wurde, lebte das Kind drei Jahre lang im Heim. Der Kontakt zwischen Wakya und seiner Familie wurde unter Vorwänden massiv eingeschränkt, Briefe zensiert. Mutter und Kind litten massiv unter der Trennung.

“Seelische Grausamkeiten”

Dominic (17) lebt in einer “sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft” des freien Trägers Leuchtfeuer, der vom Jugendamt mit der Betreuung des Jugendlichen beauftragt wurde. Er wird dort als “Drecksmensch” gedemütigt und abgeschottet, darf nicht zur Berufsschule, sondern muss ohne Entlohnung auf dem Hof arbeiten. Bei einem Kontrollbesuch findet das Jugendamt keinen Grund zur Beanstandung.

“Für mein Gefühl waren das seelische Grausamkeiten, die er dort ertragen musste”, berichtet eine Therapeutin, die schließlich die Polizei einschaltete.

Je länger die Kinder im Heim bleiben, desto mehr verdienen die Träger

Einige der geschilderten Fälle nähren den Verdacht, dass die Heimunterbringung mit zweifelhaften Gutachten immer weiter verlängert worden ist, damit weiter Geld fließt. Ein Heimleiter räumt vor der Kamera ein, dass er gar keine Ausbildung als Kinder- und Jugendtherapeut absolviert habe, obwohl er sich als solcher ausgegeben und psychologische Gutachten erstellt hat. Auf dieser Basis entscheiden Gerichte über das Schicksal von Kindern.

Für die Heimunterbringung von Wakya überwies das Jugendamt jährlich rund 65.000 Euro an den Träger. Das belegen Rechnungen, die das WDR-Reporterteam zu sehen bekam.

Nach dessen Informationen fließen jährlich insgesamt 4,4 Milliarden Steuergelder in die “stationäre Unterbringung von Kindern”.

Buschkowsky: “Der Träger hat immer einen Eigennutz”

Heinz Buschkowsky, langjähriger Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, sagt dem TV-Team: “Der Träger hat immer einen Eigennutz und wird immer feststellen, dass das Angebot seiner Einrichtung genau auf diesen Fall passt – denn er muss seine Einrichtung auslasten.” Mit Zorn in der Stimme prangert er den Missstand an: “Wir reden über Milliarden, die der Staat herausreicht ohne jede faktische Kontrolle.”

Unerträglich zynisch beschreibt ein ehemaliger Jugendhilfemitarbeiter, der vor der Kamera anonym bleiben will, das “Geschäftsmodell”: Jugendämter “werfen Kinder auf den Markt.” Die Träger bekämen ein Angebot vom Jugendamt, einen Minderjährigen für einen bestimmten Tagessatz zu betreuen. “Es geht um Geld.”

Deutlich wird in der Reportage, dass das Geflecht von Zuständigkeiten so undurchdringlich ist, dass schwarze Schafe unter den freien Trägen skrupellos ein Geschäft mit der Not der Kinder machen können. Sie schaden dem Image der Branche und damit auch allen Einrichtungen, die sich vorbildlich um das Wohl ihrer Schützlinge kümmern.

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Jugendschutz: Betreiber von Younow räumt Probleme bei Schutz vor Missbrauch ein

Die Video-App Younow ist bei Kindern und Jugendlichen der Renner, für Jugendschützer ein rotes Tuch. Auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig warnt davor, weil die jungen Nutzer leicht Opfer von Mobbing und sexueller Belästigung werden können. Nun hat sich das in den USA ansässige Unternehmen erstmals zu der Kritik aus Deutschland geäußert.

Die Nutzer der Younow-App filmen sich und übertragen die Aufnahmen live ins Netz. Jeder kann zusehen und im Chat Kontakt aufnehmen. Offiziell müssen Nutzer der Streaming-Plattform mindestens 13 Jahre alt sein, aber bislang konnten auch jüngere Kinder ungehindert ein Profil anlegen. “Online-Striptease aus dem Kinderzimmer” oder “Tummelplatz für Pädophile” lauteten zuletzt die Schlagzeilen über das Portal.

“Kommunikationsplattformen wie Younow sind hoch problematisch”, sagte ein Sprecher des Familienministeriums. Das Netzwerk verleite junge Nutzer, Einblicke in deren Privatsphäre zuzulassen – meistens seien sie eindeutig identifizierbar. Die Nutzer “erleichtern so Mobbing durch Gleichaltrige und sexuelle Belästigungen durch Erwachsene.”

“Vereinzelt Schwierigkeiten bei Ahndung von Missbrauch”

Die Betreiber von Younow verwiesen auf strenge Nutzungsregeln, deren Einhaltung von Moderatoren geprüft werde. Gleichzeitig räumten sie Probleme bei der Kontrolle ein. “Insbesondere durch das schnelle Wachstum der Nutzerschaft in Deutschland gab es Ende 2014 vereinzelt Schwierigkeiten bei der durchgängigen Überwachung und der Ahndung von missbräuchlicher Nutzung der Plattform”, erklärte das Unternehmen.

“Younow ist für Kinder ungeeignet”

Younow “betreibt keine Vorsorge, um Kinder und Jugendliche wirkungsvoll vor Übergriffen und Gefährdungen zu schützen”, kritisierte ein Sprecher des Familienministeriums. Für Kinder sei der Dienst nicht geeignet.

Ministerin Schwesig forderte die Anbieter auf, dafür zu sorgen, dass das Angebot von Kindern nicht genutzt werde und für Jugendliche geschützte Räume geschaffen würden. “Ich erwarte auch, dass der Anbieter sofort auf Beschwerden der Nutzer regiert”, sagte Schwesig gegenüber der “Bild”-Zeitung.

Sechs Ratschläge für junge Nutzer von Younow

In einem Rundbrief an Schulen in Hessen hat Günter Steppich, Fachberater für Jugendmedienschutz am Staatlichen Schulamt Wiesbaden, Lehrer und Eltern für die Gefahren sensibilisiert. Es sei alarmierend, wie sorglos sich Kinder dort mit echtem Namen präsentieren und öffentlich private Dinge von sich preisgeben. “Wenn dort tausende Nutzer im Chat schreiben, lässt sich das nicht moderieren oder kontrollieren,” sagt der Medienexperte im Gespräch mit t-online.de. Er rät Eltern, sich gemeinsam mit dem Kind anzuschauen, was auf Younow passiert, und auf die Risiken hinzuweisen. Für Kinder und Jugendliche hat er diese sechs Grundregeln zusammengestellt:

  • Zur Anmeldung in Apps und bei Websites eine neutrale Emailadresse anlegen, die keine persönlichen Angaben wie Name, Alter, Geschlecht preisgibt.
  • Sichere Passwörter verwenden.
  • In Apps und auf Websites niemals unter dem echten Namen agieren.
  • In Chats keinerlei persönliche Informationen wie Telefonnummer, Wohnort, Schule, Hobbies an Unbekannte herausgeben.
  • Keine Fotos in sexy Posen per Handy verschicken oder online stellen.
  • Live ist live, wie bei einer Fernsehsendung: Nichts lässt sich löschen oder zurücknehmen. Man muss dabei sehr überlegt vorgehen.

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Schüler: Smartphones an Schulen – verbieten oder sinnvoll nutzen?

Handys, beziehungsweise Smartphones sind ständige Begleiter von Jugendlichen – klar, dass sie sich in der Schule nicht davon trennen wollen. Handyverbot auf dem Schulgelände ist deshalb immer wieder ein Streitthema. Medienexperten raten dazu, die neuen Medien generell stärker in den Unterricht einzubeziehen – auch für Smartphones gebe es sinnvolle Einsatzmöglichkeiten im Schulalltag.

Schon in der fünften Klasse packen Schüler ihr Smartphone so selbstverständlich in den Ranzen wie das Pausenbrot und die Trinkflasche. Laut der KIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest – KIM steht dabei für Kinder und Medien, Computer und Internet – gibt es immer mehr Smartphones in Kinderhänden. Demnach besitzt inzwischen jeder vierte Schüler zwischen sechs und 13 Jahren ein Smartphone. Bei den Zwölfjährigen ist es schon jeder zweite. Für die repräsentative Studie sind 1200 Kinder und deren Eltern befragt worden.

Der Branchenverbande Bitkom hat in einer Umfrage die Handy-Nutzung älterer Schüler ermittelt. Demnach haben 92 Prozent der 14- bis 19-Jährigen ihr Handy in der Schule dabei. Sie hören Musik und chatten, recherchieren aber auch Lösungen oder fotografieren Tafelbilder.

Offiziell allerdings ist 66 Prozent der Jugendlichen die Nutzung von Mobiltelefonen im Unterricht untersagt. 18 Prozent berichten gar von einem generellen Handyverbot in ihrer Schule. Aber: Langfristig kann das Smartphone nicht von den Schulfluren verbannt werden, darüber sind sich Experten einig.

So bereichern neue Medien den Unterricht

Auf der Bildungsmesse Didacta in Hannover demonstrieren zahlreiche Aussteller derzeit, welche Vorteile neue Medien für Unterricht und Schulorganisation haben können.

Das “Digitale Schwarze Brett” zum Beispiel wird nach Angaben des Unternehmens Heinekingmedia bereits in etwa 6500 Schulen genutzt, rund 700.000 Mal wurde die dazugehörige App heruntergeladen. “Die Schüler können so morgens auf ihrem Smartphone den Vertretungsplan anschauen und erfahren nicht erst in der Schule, dass die erste Stunde ausfällt”, sagt Geschäftsführer Andreas Noack.

Auch die Schulbuch-Verlage haben längst Apps für das virtuelle Klassenzimmer entwickelt. Die digitalen Inhalte könnten den Unterricht erweitern und Schülern wenigstens teilweise das Schleppen von Büchern ersparen. Voraussetzung ist allerdings, dass die entsprechenden Geräte zur Verfügung stehen und sie von den Lehrern bedient werden können.

Beim Einsatz digitaler Medien in Schulen ist Deutschland noch ein Entwicklungsland. Laut der KIM-Studie 2014 nutzen gerade einmal 30 Prozent der sechs- bis 13-jährigen Schüler einen Computer oder ein Laptop in der Schule. Und dies auch nur gelegentlich.

“Das Thema Smartphones gehört in den Unterricht hinein”

Der Kölner Lehrer André Spang koordiniert das Tablet-Projekt seiner Schule und stellt Entwürfe für einen papierfreien Unterricht ins Netz. Er kritisiert, dass Lehrer bei der Nutzung Neuer Medien alleingelassen würden und fordert eine bessere Grundausstattung an den Schulen. “Das Thema Smartphones gehört unaufgeregt in den Unterricht hinein. Die neuen Medien sind im Alltag überall, nur die Schule fällt da raus”, kritisiert Spang.

Schülervertretungen wollen Handyverbot kippen

Dieses Missverhältnis macht viele Jugendliche wütend. Der Landesschülerrat Sachsen etwa liefert Argumentationshilfen unter der Überschrift “Generelles Handyverbot an Schulen?! Nicht mit uns!”. Die Schüler der Theodor-Storm-Schule in Husum an der Nordsee haben mit monatelangen Protesten eine Lockerung der “Mediennutzungsregelung” erzielt. “Ein Verbot ist überflüssig. Man sollte eher durch Prävention vor Cybermobbing und ähnlichem schützen und den Umgang mit neuen Medien erlernen”, sagt Schülersprecher Jan Perner.

Es ist ein Vorurteil, dass Schüler ihre Smartphones nur dazu nutzen, Nachrichten und Fotos an Freunde zu verschicken und Beiträge auf Facebook zu “liken” und zu kommentieren. Genauso gibt es gut organisierte Hausaufgaben- und Nachhilfe-Netzwerke von Schülern, die sich gegenseitig per What’sApp Physikformeln und Grammatikregeln erklären.

Über Risiken aufklären, statt Smartphones verbieten

Das Handy hilft beim Schummeln, Gewaltvideos werden auf dem Schulhof gemeinsam angeschaut, Nacktfotos von Schülerinnen sind im Umlauf: Häufig kommen nur die negativen Aspekte in die Schlagzeilen. Kinder müssen informiert und aufgeklärt werden über das Recht am eigenen Bild, die Vertraulichkeit des Wortes und Urheberrechtsfragen. Viele wissen nicht, wann sie in einen strafbaren Bereich kommen”, sagt Birgit Kimmel, pädagogische Leiterin der EU-Initiative Klicksafe. Nicht alle Eltern seien dazu in der Lage, ihre Kinder zu beraten.

Ältere Schüler als Medienscouts

Die Expertin sieht daher die Schulen in der Verantwortung, Präventionsprojekte zu etablieren. Besonders gut funktioniere dies, wenn Jugendliche als Medienscouts Gleichaltrige und Jüngere beraten, sagt Kimmel: “Die Älteren sind dann Ansprechpartner bei der Nutzung von Handys, aber auch bei Problemen wie Mobbing oder Sexting.”

Fakten aus der Bitkom-Umfrage zur Handynutzug an Schulen

  • Neun von zehn Schülern zwischen 14 und 19 Jahren nehmen ihr Smartphone mit in die Schule.
  • 87 Prozent nutzen das Smartphone vor allem zum Musikhören.
  • 74 Prozent fotografieren Tafelbilder vom Unterricht.
  • 70 Prozent chatten mit anderen Schülern oder lesen Nachrichten in sozialen Netzwerken.
  • 56 Prozent suchen während des Unterrichts Informationen zum Lerninhalt.

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13-Jähriger gesteht Mord

Ein 13 Jahre alter Junge hat den Mord an einem Bauarbeiter in England gestanden. Er hatte den 53 Jahre alten Mann nach einem Streit vor einem Häuserblock im Norden Londons erstochen.

Der Junge räumte die Tat vor dem Londoner Strafgerichtshof Old Bailey ein. Er soll am 10. April verurteilt werden.

Es ist nicht der einzige Mordfall mit jugendlichen Tätern, der Großbritannien derzeit beschäftigt: Auch zwei Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren sind im nordostenglischen Verwaltungsbezirk Teesside wegen Mordes an einer 39 Jahre alten Frau angeklagt. Die Frau hatte versucht, die Jugendlichen am Eindringen in einen Wohnblock zu hindern, in dem eine Party stattfand. Die beiden Verdächtigen sollen sich am 20. Mai schuldig oder nicht schuldig bekennen.

Schwere Kriminalität von Jugendlichen ist ein großes Problem in Großbritannien. Eine Viertel aller Straftaten wird von Menschen im Alter von unter 18 Jahren begangen. Nach Angaben der Organisation Prison Reform Trust sind in Großbritannien ständig zwischen 2000 und 3000 Jugendliche im Alter zwischen zehn und 17 Jahren im Gefängnis.

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Jugendliche: Ein Teenager im Haus verändert das Familienleben

Wer ein Kind in der Pubertät zuhause hat, braucht Vertrauen, denn eins ist sicher: Es wird einiges ausprobieren und anstellen. Kein Wunder, dass das Wort “Pubertät” für Eltern wie eine Bedrohung klingt. Zu Unrecht. Aber es ist eine Zeit, in der sich einiges verändert. Nicht nur bei dem jungen Menschen, sondern im ganzen Familiensystem. Das sind die nervigsten Marotten der Teenager.

Ein Teenager, der immer das macht, was seine Eltern für richtig halten, hat aus der Sicht der Entwicklungspsychologie Probleme. Es gelingt ihm nämlich nicht, sich abzulösen. Dies nur im Vorfeld als Trost für diejenigen Eltern, deren jugendliche Kinder den Ablösungsprozess etwas ausführlicher gestalten.

So wie Cora. Die Fünfzehnjährige war von einem Tag auf den anderen nicht mehr wiederzuerkennen. Sie trägt Klamotten, die an japanische Comics erinnern, ihre Augen sind schwarz umrandet und die Haare so rosa wie ihr Hello Kitty-Armband, an dem zusätzlich Totenköpfe baumeln. Der Grund dafür ist ganz einfach: Cora hat Anschluss an eine neue Clique gefunden und pflegt den Emo-Style bis ins Detail. “Inklusive der Tatsache, dass plötzlich alles andere wichtiger ist als die Schule”, verdreht ihr Vater die Augen. Auch, dass ihre Röcke für seinen Geschmack deutlich zu kurz sind, nervt ihn. “Dauernd gibt es Diskussionen. Dabei dachte ich schon, wir kommen um all das herum. Schließlich war sie bis vor ein paar Wochen noch völlig normal. Aber jetzt könnte man meinen, unsere Tochter käme von einem anderen Planeten!”

“Ich frag mich ja manchmal, warum sich Marco mit seinen Kumpels nicht einfach trifft, so wie wir früher“, wundert sich Gernot über seinen 16-jährigen Sohn. “Da hockt jeder blass und mit Augenringen in seiner vollgemüllten Bude am PC und chattet. Und wenn sie mal ‘live’ zusammen sind, dann glotzen alle in ihr Handy, als würde das Leben sich dort abspielen.“ Und er ergänzt: “Weiß ja keiner, was die Jungs sich da alles so anschauen und runterladen. Das gibt mir manchmal schon ganz schön zu denken.“ 

Die zehn nervigsten Situationen mit Teenagern

  • Chaos im Zimmer
  • Chillen in Perfektion
  • Nachtaktiv und am liebsten bis mittags im Bett
  • Diskussionen und Widerspruch
  • Gähnende Leere im Kühlschrank
  • Das Bad ist dauerbesetzt
  • Kommunikation funktioniert nur noch digital
  • Jugendsprache
  • Streit ums Weggehen
  • Liebeskummer

Teenager stellen die Toleranz ihrer Eltern auf die Probe

Es klingt eben nur theoretisch ganz einfach, was uns Experten wie Jesper Juul oder Jan-Uwe Rogge mit auf den Weg geben: Kinder, die erwachsen werden, suchen die Auseinandersetzung, brauchen den Konflikt mit den Eltern, aber auch deren Fürsorge. Sie wollen Grenzen, die nicht zu eng sind. Man soll sie loslassen, ihnen aber auch nicht zu viel Freiheit geben. Frei nach Goethe: Es gibt zwei Dinge, die wir unseren Kindern mitgeben sollten: Wurzeln und Flügel. Wir Eltern sollen die Zeit zwischen Ablösung und Bindung genießen und für uns das Beste daraus machen. Eine reichlich anspruchsvolle Aufgabe.

Baustelle im Gehirn, hormonelle Umstellung und dann meist auch noch die erste Liebe – eigentlich ist es logisch, dass die Launen eines Teenagers so unberechenbar sind wie Aprilwetter. Auch die elterlichen Toleranzgrenzen variieren. Zum Beispiel wenn man nachts versucht wachzubleiben, um das flügge gewordene Töchterlein sicher um ein Uhr morgens von einer Party abzuholen und dafür dann als “voll peinlich” beschimpft wird.

Dabei kann es sehr bereichernd sein, einen oder mehrere Jugendliche im Haus zu haben. Ihre Ansichten über Mode und Gesellschaft, über Politik und Umweltschutz sind unverbraucht. Die Argumente so, dass man sich als Erwachsener bisweilen dafür schämen könnte, seinen Idealismus unterwegs irgendwo verloren zu haben. Das Schöne ist, jetzt hätte man die Zeit, ihn zu suchen, denn man braucht keinen Babysitter mehr, um das Haus zu verlassen.  

Kuschelige Familientage sind passé

Vorbei die Zeiten der netten Spielerunden in der Familie, das gemeinsame Gucken von süßen Disney-Filmen, die Ausflüge zum Spielplatz, das Basteln vor Weihnachten und Ostern, aber es gibt auch keine am Kinderbett durchwachten Fiebernächte mehr und ewig lange Wartezeiten in der Notfallpraxis, weil eine Platzwunde genäht werden muss. Manchmal kommt bei Teenager-Eltern Wehmut auf, Sehnsucht auch nach diesen behüteten Momenten.

Die Tatsache, dass Jugendliche nicht mehr am Familienleben teilnehmen wollen und Freunde immer wichtiger werden, ist schmerzhaft. Manche Eltern versuchen, unbedingt an den alten Gewohnheiten festzuhalten, andere lassen den Teenager komplett laufen. Beides, so der Diplompsychologe Ulrich Gerth, wirkt sich negativ auf die Entwicklung aus: “Wenn man sich über alles aufregt, dann provoziert man nur unnötige Eskalation und verstärkt die ganz natürlichen Abgrenzungsbedürfnisse des Jugendlichen hin zu einem ‘Dann mach ich’s erst recht nicht!'”

Es macht aber auch keinen Sinn, einem Teenager zu erwarten, von heute auf morgen erwachsen zu werden. “Unsere Kinder wollen trotzdem, dass wir uns um sie kümmern. Einen gesunden Mittelweg zu finden, ist dabei eine ständige Herausforderung. Schließlich sind viele Gefühle im Spiel. Den Jugendlichen ernst nehmen, reagieren, wenn es nötig ist und ansonsten eine Form der Gelassenheit entwickeln.”

Der Respekt sollte schon gewahrt bleiben

Man sollte sich, so raten die Experten, innerlich davor wappnen, alles, was gesagt wird, auch gleich persönlich zu nehmen. Was nicht bedeutet, dass man sich alles gefallen lassen muss. “Jugendliche wissen genau, womit sie ihre Eltern treffen können. Letztendlich sollte man das schätzen, denn sie sind ehrlich mit uns und sie kommunizieren mit uns, statt sich zurückzuziehen”, gibt der Erziehungsberater Hoffnung. “Die Tatsache, dass sie die Auseinandersetzung suchen, zeigt, dass die Eltern etwas richtig gemacht haben. Wird es allerdings respektlos, dann sollte man sich das selbstbewusst verbitten und notfalls das Gespräch auch einfach erst einmal vertagen.“

Seit Jahrtausenden kostet jede Generation ihre Eltern Nerven

Sensibilität, Humor und auch mal das Zurückdenken an die eigene Jugend – all das kann dabei helfen, den berühmten “gesunden Mittelweg” zu finden. Jugendliche haben sich schon immer durch Extreme versucht abzugrenzen. Sie brauchen ihren eigenen Stil und ihre eigene Sprache, um klar zu machen, dass sie keine Kinder mehr sind. Und um Teil einer Gruppe zu sein, die sich auf diese Weise äußerlich von anderen unterscheidet.

Aufhorchen sollte man aber dann, wenn die Extreme zu extrem werden: Wenn Rassismus ins Spiel kommt, zum Beispiel in Form von Liedtexten, wenn der Verdacht darauf besteht, dass der Jugendliche in Kontakt mit Drogen kommt, im Freundeskreis Koma-Saufen angesagt ist oder Seiten im Netz besucht werden, die Pornografie, Suizid oder Essstörungen verherrlichen. Es ist schwer, hier das richtige Maß zu finden zwischen Vertrauen und kritischem Misstrauen. Und manchmal ist es auch ratsam, sich Unterstützung zu suchen.

In unserer “Eltern-Welt” finden Sie alles, was Eltern bewegt: Jetzt Fan werden und mitdiskutieren!

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