Kategorie -Jugendliche

Schlechtes Zeugnis? So sollten Eltern bei miesen Noten reagieren

Die Sommerferien stehen an und damit auch die Zeugnisse: So mancher Schüler zittert und manchen Eltern wachsen graue Haare bei den Noten ihrer Sprösslinge. Doch gerade sie sind in der Pflicht, ihre Kinder bei schlechten Leistungen zu unterstützen. Das geht auf verschiedenen Wegen.

Viele Schüler bringen ihr Zeugnis mit einem mulmigen Gefühl nach Hause. Neben der eigenen Enttäuschung ist es meist die erwartete Reaktion der Eltern, die Unbehagen auslöst. Eltern sollten aber verständnisvoll reagieren, rät Klaus Seifried. Er ist Diplom-Psychologe und leitete bis 2016 das Schulpsychologische und inklusionspädagogische Beratungszentrum im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg. “Erstmal sollte das Positive betont werden”, sagt er. Das heißt: Die guten Noten sollten gewürdigt werden. “Das Selbstvertrauen von Kindern wächst durch Anerkennung.”

Schlechte Noten haben viele mögliche Ursachen

Eltern sollten schlechte Noten aber auch nicht ignorieren. “Hier hilft aber kein Donnerwetter, sondern Ursachenforschung”, betont Seifried. Die Ursachen für schlechte Noten können vielfältig sein. Sie reichen von hohem Erwartungsdruck, fehlender Motivation, mangelhaftem Fleiß und Lernproblemen, über schlechten Unterricht und Konflikte mit den Lehrern bis hin zu Schlafmangel und einem falschen Umgang im Freundeskreis.

Gespräche mit dem Kind und auch mit seinen Lehrern können Hinweise auf die Gründe geben. Manche Probleme sind für Eltern kaum alleine zu lösen. “Wenn es wegen schulischer Probleme Konflikte und Streit in der Familie gibt oder man bei Lernproblemen überfordert ist, sollte man sich beraten lassen und Hilfe in Anspruch nehmen”, sagt Seifried vom Berufsverband Deutscher Psychologen.

Eltern sollten sich ruhig Hilfe holen

Helfen können die Erziehungs- und Familienberatung oder die Schulpsychologen. Manchmal reicht auch ein Nachhilfelehrer für das Kind. Das sei kein Makel: “Das entlastet die Familie, und die Eltern können sich auf eine positive Beziehung zum Kind und gemeinsame Freizeitaktivitäten konzentrieren, die dem Nachwuchs Halt geben.”

Dennoch sind sie auch praktisch gefragt. Schwächeln Schüler in einzelnen Fächern, können Arbeitspläne helfen. Die müssen realistisch sein, sagt Seifried. Wenn zum Beispiel Englisch ein Problem ist und das Fach Dienstag und Donnerstag ansteht, können Montag und Mittwoch für zehn Minuten Vokabeln geübt werden.

Ist das Kind in mehreren Fächern versetzungsgefährdet, kann es ebenfalls von Arbeitsplänen profitieren. Mit der Brechstange sollte man den Umschwung aber nicht forcieren. “Kleine bewältigbare Ziele, realistische Erwartungen und kleine Zeitperspektiven sind wichtig, um Erfolge zu erreichen”, erklärt Seifried.

Überschaubare Ziele setzen – das hilft beim Durchhalten

Anstatt zu sagen “Jetzt machst du nichts außer Schule”, sei es besser, ein nachvollziehbares Zeitfenster zu nennen. Etwa: “Die nächsten vier Wochen arbeitest du jeden Tag eine halbe Stunde für die Schule.” In dem Fall sollten Eltern auch in kleinen Schritten denken und nicht gleich die Endjahresnoten in den Blick fassen. Schritt für Schritt, lautet die Devise. Das heißt: Klausur für Klausur. Dort sind dann schon einzelne Verbesserungen zu würdigen. “Denn um Leistung zu bringen, braucht das Kind Erfolge.” Und die beginnen im Kleinen.

Welche Maßnahmen man ergreift, hängt auch vom Alter des Kindes ab. Wichtig sei, dass Kinder und Jugendliche selbst die Verantwortung für ihre schulischen Leistungen übernehmen – und nicht die Eltern, betont Seifried. Denn Eltern können beim Einteilen der Zeit und beim Motivieren helfen, aber lernen und arbeiten müssen die Schüler selbst – auch schon in der Grundschule. Das beginnt dort laut dem Experten damit, dass das Kind selbst die Hefter sortiert und die Schultasche für den nächsten Tag packt.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagntur dpa-tmn

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Cybermobbing: Das können Eltern gegen die Beleidigungen tun

Schon längst hat das digitale Zeitalter Einzug in deutsche Kinderzimmer gehalten. Souverän bewegen sich Kinder und Jugendliche im Internet und nutzen ganz selbstverständlich auch soziale Netzwerke wie Facebook. Leider haben Schulen genauso wie Eltern es in der Vergangenheit häufig versäumt, den Nachwuchs auf mögliche Gefahren hinzuweisen. Eines der eklatantesten Probleme, das daraus resultiert, ist das Phänomen Cybermobbing.

Wut, Trauer, Suizidgedanken

Jeder Dritte der Zwölf- bis 19-Jährigen kennt laut der JIM-Studie 2016 jemanden, der im Internet oder per Handy fertig gemacht wurde. Cybermobbing ist eine moderne Form psychischer Gewalt. Die Verleumdungen und Schmähungen im Internet nehmen dabei eine ganze Bandbreite an Formen an. Neben der Veröffentlichung peinlicher Informationen, Bilder und Videos sind Kinder und Jugendliche häufig mit der Verbreitung von Gerüchten und Beleidigungen über soziale Netzwerke konfrontiert.

“Cybermobbing löst bei Kindern und Jugendlichen Wut, Trauer, Konzentrationsschwierigkeiten, körperliche Beschwerden bis zu Suizidgedanken aus”, wissen auch die Experten von Pro Juventute. Die Schweizer Stiftung, die sich für die Rechte der Kinder einsetzt, musste bereits hunderte Kinder beraten und betreuen, die Opfer der virtuellen Beleidigungen wurden.

Verschiedene Formen von Cybermobbing

Es gibt unterschiedliche Formen von Cybermobbing. Eine Studie der TU Berlin zum Thema listet folgende Formen auf:

  • Flaming: gegenseitiges Provozieren und Beschimpfen
  • Harassment: wiederholte Beleidigungen
  • Denigration: Verleumdung, Verbreiten von Gerüchten
  • Outing and Trickery: Bloßstellen und Betrügen
  • Exclusion: sozialer AUsschluss
  • Impersonation: Identitätsdiebstahl, Auftreten unter falschem Namen
  • Happy Slapping: Veröffentlichung entwürdigender Fotos / Videos
  • Cyberstalking: fortwährende Belästigung und Verfolgung
  • Cyberthreat: Androhung von körperlicher Gewalt

Opfer geraten in eine ausweglose Situation

Der Leidensdruck bei den Opfern von Cybermobbing ist enorm, zum Teil sogar größer als bei Mobbingopfern in der “echten” Welt. Denn über die sozialen Netzwerke erreichen peinliche Fotos oder Gerüchte nicht nur einen lokal begrenzten Kreis von Menschen, etwa eine Schulklasse, sondern werden öffentlich.

Alle Beleidigungen wirken somit ins gesamte Leben des Opfers hinein. So bieten unter Umständen selbst ein Klassen- oder gar Schulwechsel keine Garantie für einen unbelasteten Neuanfang. Das Opfer empfindet seine Situation zunehmend als ausweglos.

Cybermobbing bis zum Selbstmord

Im Extremfall können die digitalen Beleidigungen Kinder und Jugendliche sogar in den Selbstmord treiben. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder solche Vorfälle, die durch die Medien gingen. Und auch die Netflix-Serie “Tote Mädchen lügen nicht” thematisiert Cybermobbing und Selbstmord.

Mehr Medienkompetenz, auch bei den Eltern

Um die übelsten Auswüchse von Cybermobbing in den Griff zu bekommen, fordern Experten eine bessere Ausbildung der Medienkompetenz bei Kindern, Jugendlichen und vor allem auch bei den Eltern. Noch immer wissen allzu viele Erziehungsberechtigte wenig darüber, was ihr Nachwuchs den lieben langen Tag im Internet treibt, geschweige denn, wie man im Ernstfall auf die virtuellen Mobbing-Attacken reagieren und sich zur Wehr setzen kann. Dabei ist es wichtig, schnell einzugreifen, damit sich beim Kind gar nicht erst der Eindruck verfestigt, allen Angriffen schutz- und machtlos ausgesetzt zu sein.

Beweise sichern: Wie Eltern mit Cybermobbing umgehen können

Um auf die Täter oder deren Eltern zugehen zu können oder gegebenenfalls auch Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten, sollten Sie Beweise sichern. Speichern Sie die rufschädigenden Inhalte ab und versuchen sie denjenigen herauszufinden, der diese veröffentlicht hat. Oft weiß das Opfer zumindest ungefähr, aus welcher Richtung die Attacken kommen. Außerdem sollten Sie die Schule, vor allem den Klassenlehrer über die Situation Ihres Kindes aufklären, damit Cybermobbing und die möglichen drastischen Folgen in der Schule thematisiert werden.

Mobbing-Inhalte löschen lassen

Außerdem solltten Sie die Betreiber der Webseiten, auf denen Sie Mobbing-Inhalte gefunden haben, informieren. Der Betreiber ist dazu verpflichtet, die Verunglimpfungen aus seinem Angebot zu löschen. Das gilt auch bei Videos auf YouTube, wenn diese die Persönlichkeitsrechte des Kindes verletzen. Sollte ein Betreiber das nicht tun oder sollten Sie hier in einer anderen Form Hilfe benötigen, können Sie sich an eine Beschwerdehotline wie www.jugendschutz.net wenden. In Fällen von massiven Beleidigungen und Drohungen und groben Persönlichkeitsrechtsverletzungen ist eine Strafanzeige gegen den oder die Täter möglich.

Klar ist allerdings auch: Inhalte, die einmal ihren Weg ins Internet gefunden haben, sind dort kaum wieder restlos zu löschen. Niemand kann ausschließen, dass ein gelöschtes Video schon bald an anderer Stelle wieder auftaucht. Versuchen Sie, Ihr Kind über Gespräche stark zu machen, damit es möglichst gut damit umgehen kann. Das Gefühl, nur ein ohnmächtiges Opfer zu sein, das allen Angriffen wehrlos ausgesetzt ist, muss auf jeden Fall verhindert werden. Lassen Sie die Situation also nicht einfach laufen und hoffen auf Besserung, sondern handeln Sie.

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Taschengeld aufbessern: Gesetze für junge Neben- und Ferienjobber

Zeitungen austragen, Babysitten, Botengänge übernehmen: Mit kleinen Jobs möchten viele Heranwachsende ihr Taschengeld aufbessern – und sich damit ein Stück Unabhängigkeit von den Eltern erwirtschaften.

Gesetzliche Regelungen schränken die Beschäftigungsoptionen für Kinder und Jugendliche jedoch stark ein – und auch Eltern sollten im Blick haben, dass sich der Nachwuchs nicht übernimmt.

Gesetzlicher Schutz: Kinderarbeit ist verboten

Kinderarbeit ist in Deutschland grundsätzlich verboten. Darunter fallen nach der UN-Kinderrechtskonvention Tätigkeiten, die jungen Menschen unter 18 Jahren Schaden zufügen oder sie am Schulbesuch hindern. Eine reguläre Arbeit darf demnach erst ausüben, wer nicht mehr schulpflichtig ist. Den entsprechenden Schutzschirm hierzulande bilden das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) und die Kinderarbeitsschutzverordnung. Der Gesetzgeber unterscheidet dabei zwischen Kindern und Jugendlichen: Als Jugendliche werden 15- bis 18-Jährige eingestuft, Jüngere als Kinder. Für vollzeitschulpflichtige Jugendliche gelten laut JArbSchG die gleichen Bestimmungen wie für Kinder. Allerdings gibt es Ausnahmen.

Normale Aufgaben in der Familie nicht extra bezahlen

Genauer heißt das: Kinder unter 13 Jahren dürfen gar keiner Beschäftigung nachgehen – eine dem Alter entsprechende Mithilfe im Haushalt oder Garten schließt das natürlich nicht aus. Für ältere Kinder entwickelt sich nicht selten das Waschen von Papas Auto oder das Mähen von Omas Rasen zu einer regelmäßigen Geldquelle. Sozialwissenschaftlerin Alexandra Langmeyer vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) rät Eltern aber, normale Aufgaben innerhalb der Familie nicht zu honorieren, sondern ausschließlich einmalige Arbeiten im wörtlichen Sinne zu “belohnen” – etwa das Zusammenfegen des Laubs im Herbst.

Im Rahmen der in §6 JArbSchG festgeschriebenen „Behördlichen Ausnahmen für Veranstaltungen“ dürfen auch deutlich jüngere Kinder unter Umständen bei Theateraufführungen, Musikveranstaltungen sowie Film- oder Fotoaufnahmen mitwirken. Dazu ist allerdings eine Genehmigung der zuständigen Aufsichtsbehörde erforderlich.

Kleine Jobs sind ab 13 Jahren erlaubt

13- bis 15-Jährigen ist es schon erlaubt, einen Job außerhalb der Familie anzunehmen. Sie brauchen dazu die Zustimmung der Sorgeberechtigten. Unbegrenztes Schuften ist für diese Altersgruppe nicht vorgesehen: Gestattet sind nach §5 JArbSchG Jobs, die an Werktagen – also montags bis samstags – nicht mehr als zwei Stunden täglich zwischen 8 und 18 Uhr in Anspruch nehmen. Die Arbeitsstunden dürfen zudem nicht vor oder in der Schulzeit liegen. Für den Nachwuchs in landwirtschaftlichen Familienbetrieben liegt die Grenze bei drei Stunden am Tag.

Schüler dürfen in den Ferien arbeiten

Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren, die „hauptberuflich“ noch zur Schule gehen, steht es frei, sich in den Ferien einen Job zu suchen – wenn sie diesen nicht länger als jeweils vier Wochen im Kalenderjahr und ausschließlich in der Ferienzeit ausüben. Die Arbeit darf nach dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) maximal acht Stunden täglich umfassen – also 40 Wochenstunden. Um auf der sicheren Seite zu sein, lassen sich Arbeitgeber von noch schulpflichtigen Ferienjobbern oft eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten vorlegen.

Welche Nebentätigkeiten sind geeignet?

Aber was genau darf der Nachwuchs tun? Grundsätzlich müsse es sich um eine leichte, körperlich nicht anstrengende Beschäftigung handeln, die Sicherheit, Gesundheit und Entwicklung des Kindes oder Jugendlichen nicht gefährde, betont Sozialwissenschaftlerin Alexandra Langmeyer. Geeignet sei etwa das Austragen von Zeitungen oder Wochenblättern, Babysitten – wenn dies nicht bis spät in die Nacht dauere –, das Gassigehen mit Hunden oder Füttern der Katze in der Nachbarschaft.

Für Jugendliche ab 15 Jahren erweiterten sich die Optionen. Da sei beispielsweise ein Ferienjob in einem Getränkemarkt denkbar, sagt die DJI-Spezialistin. Über 16-Jährigen, die im Gaststättengewerbe anheuern, gestattet das JArbSchG sogar, bis 22 Uhr und in mehrschichtigen Betrieben bis 23 Uhr zu arbeiten.

Schulbesuch hat Vorrang

Generell gilt: Jobben Minderjährige neben der Schule, darf der Unterricht selbstredend nicht darunter leiden. Schule habe Vorrang vor dem Geldverdienen, sagt Fachfrau Langmeyer. Nicht akzeptabel ist eine Arbeit daher etwa, wenn der junge Arbeiter wegen Übermüdung dem Unterricht nicht mehr folgen kann oder Schule gleich ganz Schule sein lässt.

Bei Stress am Arbeitsplatz sollten Eltern eingreifen

Unabhängig von den gesetzlichen Bestimmungen sollten auch die Eltern am besten darauf achten, wo ihr Kind wie lange welche Tätigkeiten übernimmt, und wie es ihm mit dem Job gehe, empfiehlt Alexandra Langmeyer. Hat das Kind eventuell einen zu langen Weg zur Arbeit beziehungsweise nach Hause? Oder gibt es am Arbeitsplatz Druck, weil dort zu viel in zu kurzer Zeit verlangt wird? Mütter und Väter sollten aus Sicht von Alexandra Langmeyer vor allem eingreifen, wenn die Aufgabe den Nachwuchs unter Stress setzt.

Ferienarbeit bleibt oft sozialversicherungsfrei

Bei der Vergütung junger Ferienjobber werden laut den Experten des Portals “nebenjob.de” die gleichen Lohnsteuer- und Sozialversicherungsregelungen angewendet wie bei anderen Arbeitnehmern. Nur die Arbeitslosenversicherung falle weg, da eine Ferienaushilfe nach dem Einsatz schließlich nicht arbeitslos werde, erläutern die Nebenjob-Profis. Die meisten Beschäftigungen liegen demnach sowieso im Rahmen eines Mini- oder Saisonjobs und bleiben damit sozialversicherungsfrei. Die pauschale Lohnsteuer führt der Arbeitgeber ans Finanzamt ab.

Hinzuverdienen ohne Abzüge für die Eltern

Die Höhe des Verdienstes ist bei Minderjährigen im Übrigen unproblematisch: Bis zum 18. Geburtstag besteht keine Gefahr, dass den Eltern das Kindergeld gekürzt wird. Aber Achtung: Jedes Einkommen von Familien, die Arbeitslosengeld-II-Leistungen (Hartz IV) erhalten, wird bei der Berechnung der Bezüge berücksichtigt.

  • Kinderkonto: 

Betroffene Kinder unter 25 Jahren, die noch auf allgemeinbildende oder berufsbildende Schulen gehen, können während der Ferien arbeiten und insgesamt 1200 Euro im Jahr verdienen, ohne dass sie etwas abgeben müssen. Die Dauer eines solchen Ferienjobs ist ebenfalls auf vier Wochen im Jahr beschränkt.

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Jugendarbeitsschutzgesetz: Arbeiten – wie lange in Schulzeit und Ferien?

Sie wollen Klamotten kaufen oder das neueste Smartphone haben – mit zunehmendem Alter wachsen bei Jugendlichen die Ansprüche. Wenn das Taschengeld nicht reicht, gehen viele jobben. Doch dabei muss das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSCHG) beachtet werden.

Voraussetzung für einen Job ist, dass die Einschränkungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSCHG) beachtet werden. Es regelt, wie viel und wie lange Jugendliche arbeiten dürfen.

Kinder ab 13 Jahren dürfen Taschengeld aufbessern

Demnach dürfen Kinder bis zu einem Alter von 13 Jahren überhaupt nicht arbeiten, und auch ältere Jugendliche nur unter bestimmten Voraussetzungen. 

Schüler ab 13 Jahren dürfen ihr Taschengeld durch leichte Arbeiten aufbessern – Zeitungen austragen, Babysitten, Hilfe beim Einkaufen, Handreichungen beim Sport (also zum Beispiel Balljunge beziehungsweise -mädchen) oder Nachhilfe geben sind erlaubt. Während der Schulzeit dürfen Kinder und Jugendliche maximal zwei Stunden pro Tag und nur zwischen acht Uhr morgens und sechs Uhr abends Geld verdienen.

Arbeiten in den Ferien ab 15 Jahren

Schüler ab 15 Jahren können dagegen bis zu vier Wochen im Jahr, also 20 Arbeitstage zu jeweils acht Stunden einem Ferienjob nachgehen. Die Arbeitszeit muss zwischen sechs Uhr morgens und acht Uhr abends liegen.

Es gibt auch einige Ausnahmen:

  • Im Bäckerhandwerk – nicht in Konditoreien – dürfen 16-Jährige um 5 Uhr anfangen, 17-Jährige um 4 Uhr. In der Landwirtschaft dürfen Jugendliche über 16 Jahre ab 5 Uhr oder bis 21 Uhr tätig sein. Im Gaststättengewerbe dürfen über 16-Jährige bis 22 Uhr arbeiten.
  • In künstlerischen Bereichen dürfen 14- oder 15-Jährige mit Erlaubnis des Jugendamtes auch bis 22 Uhr arbeiten. An Wochenenden und Feiertagen gilt, von einigen Ausnahmen abgesehen, ein Arbeitsverbot für Jugendliche.
  • Wenn Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren nicht mehr Vollzeit schulpflichtig sind, können sie bis zu acht Stunden täglich arbeiten, dürfen aber die Arbeitszeit von 40 Wochenstunden nicht überschreiten.

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Jugendschutzgesetz 2020: Alkohol – ab wann und was ist erlaubt?

Ab welchem Alter sind Alcopops erlaubt? Welche alkoholische Getränke dürfen Jugendliche trinken und welche sind für sie verboten? Das Jugendschutzgesetz macht Vorgaben zum Thema Alkohol, an die sich auch Eltern halten sollten. Die Tabelle zeigt, was erlaubt ist und was nicht.

Der Verkauf von branntweinhaltigen Produkten (Spirituosen, auch branntweinhaltige Mischgetränke) an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist verboten. Gleiches gilt für deren Verzehr. Andere alkoholische Produkte (Bier, Wein, Sekt, auch Mischgetränke) dürfen an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nicht abgegeben werden. Diese Altersgrenze sinkt auf 14 Jahre, wenn Jugendliche von Personensorgeberechtigten (meist Vater, Mutter, Vormund) in eine Gaststätte begleitet werden.

unter 14 14 bis 15 16 bis17 ab 18
Bier verboten nur in Begleitung
der Eltern erlaubt
erlaubt erlaubt
Wein/Sekt verboten nur in Begleitung
der Eltern erlaubt
erlaubt erlaubt
Mix-
Getränke
mit Wein
oder Bier
verboten nur in Begleitung
der Eltern erlaubt
erlaubt erlaubt
Mix-
Getränke
mit
Spirituosen
verboten verboten verboten erlaubt
Spirituosen verboten verboten verboten erlaubt

Bei Privatpartys ist der Jugendschutz Elternsache

Bei privat ausgerichteten Partys seien die Eltern in der Pflicht, so die Jugendpfleger Jörg Cordruwisch und Rainer Schott. Eltern könnten sich strafbar machen, wenn auf der privat ausgerichteten Party ihres minderjährigen Sprösslings die Regelungen zum Alkoholausschank an Jugendliche missachtet würden.

Alkohol zur Stressbewältigung

Jugendliche unterscheiden sich in ihren Motivationen zum Trinken nicht so sehr von Erwachsenen: Eine Studie des Bundesministeriums für Gesundheit zeigt, dass Jugendliche überwiegend aus “Spaßgründen” trinken, aber Alkohol soll auch bei der Bewältigung von Stress und anderen Problemen helfen.

Die Wirkung von Alkohol auf Kinder

  • Das Nervensystem von Kindern reagiert wesentlich empfindlicher als das von Erwachsenen auf Alkohol. Bereits mit 0,5 Promille Alkohol im Blut kann ein Kind bewusstlos werden.
  • Je geringer das Körpergewicht des Kindes ist, umso mehr bewirkt die aufgenommene Alkoholmenge einen höheren Blutalkoholgehalt im Körper. Bereits kleine Mengen Alkohol können für Kinder gefährlich sein. Bei einem Schulkind liegt die riskante Menge bei drei Gramm je Kilogramm Körpergewicht, bei einem Erwachsenen braucht es die doppelte Menge.
  • Beispiel: Gefährlicher Konsum beginnt für Männer bei 60 Gramm und bei Frauen bei 40 Gramm. Zum Vergleich: Der Konsum von einem Liter Bier entspricht etwa 40 Gramm Reinalkohol.
  • Bei Kleinkindern fehlt das rauschhafte Stadium, in dem Erwachsene noch die Notbremse ziehen können, das bedeutet kleine Kinder können schlagartig in einen rauschhaften Zustand fallen.
  • Alkohol wirkt auf die seelisch-geistige und die körperliche Entwicklung von Kindern.
  • Alkohol bewirkt bei Jugendlichen die Auskühlung bei Partys im Freien.
  • Alkohol ist ein Zellgift
  • Schon Schnapspralinen können für Kinder gefährlich sein.

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Abschied von Maurice K. – Jugendlicher starb bei Schlägerei in Passau

Bei einer Schlägerei in Passau stirbt ein 15-Jähriger. Das Entsetzen ist groß, erst recht die Trauer. Nun haben Familie und Freunde in einem Gottesdienst von Maurice K. Abschied genommen.

Am Eingang der Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt in Obernzell bei Passau steht eine schwarz gekleidete Frau, in ihrer Hand ein Stapel Karten. Mit einem Nicken drückt sie jedem Gottesdienstbesucher eine in die Hand. Auf der Karte sind zwei Fotos von Maurice K. abgebildet, einem blondhaarigen Jugendlichen mit Kopfhörern im Ohr. “Pfiat Eich…bis späda! Eia Maurice”, steht in kursiver Schrift daneben. Manchen Trauernden huscht beim Anblick des 15-Jährigen ein Lächeln über das Gesicht. Aber viele können die Fotos kaum anschauen, sie legen die Karte verkehrt herum auf die Kirchenbank. 

Die Pfarrkirche in Maurice Heimatgemeinde ist am Samstagnachmittag rappelvoll. Familie, Freunde und Nachbarn drängen sich auf den Bänken. Einige müssen stehen. Die Urnenbeisetzung war schon am Vormittag im engsten Kreis. Nun wollen sie bei einem Trauergottesdienst in aller Öffentlichkeit Abschied nehmen von Maurice. 

Der Schüler hatte sich am Montagabend mit einem Gleichaltrigen an einer Unterführung in Passau verabredet, um einen Streit auszutragen. Die Situation eskalierte. Maurice ging verletzt zu Boden und starb wenig später im Krankenhaus. Fünf Tatverdächtige im Alter von 15, 17, 21 und 25 Jahren sitzen in Untersuchungshaft. Für einen 14-Jährigen ordnete ein Haftrichter die Unterbringung in einer geschlossenen pädagogischen Einrichtung an. Allen wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen.

“Maurice, wir werden dich nicht vergessen”

“Ein blühendes Leben verschwand, wurde buchstäblich zu Boden getrampelt”, sagte Pfarrer Josef Remberger zu Beginn seiner Predigt. “Die Frage nach dem Warum kann niemand erklären.” Nach der Predigt ist es mucksmäuschenstill. Zwei Freundinnen des 15-Jährigen wagen sich nach vorne, sie haben ein Gedicht geschrieben: “Dear Maurice, ich will nur noch zu dir…”, setzt eine der beiden mit brüchiger Stimme an. Auch die Lesungen und Fürbitten werden von Jugendlichen übernommen.

Auch der Schulrektor von Maurice spricht ein paar Worte. “Maurice, wir werden dich nicht vergessen”, verspricht er. Es ist eine besondere Messe, das ist klar. Dass ein 15-Jähriger am helllichten Tag unter den Augen von dutzenden Passanten totgeprügelt wurde, kann niemand fassen. 

“Bei uns auf dem Land ist die Welt noch in Ordnung, dachte ich bis Dienstagmorgen”, sagt Josef Würzinger, Bürgermeister von Obernzell. Er appelliert an die Zivilcourage der Trauernden. “Vielleicht ist Maurices Tod eine Mahnung und zugleich eine Aufforderung an uns.” Nach seinen Worten stimmt der Chor ein letztes Stück an: “Wind of Change” von der Band Scorpions. Es soll das Lieblingslied von Maurice gewesen sein.

Verwendete Quellen:

  • dpa

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Bundesrechnungshof: Welchen Nutzen haben Zahnspangen?

Der Bundesrechnungshof hat der Bundesregierung bei Projekten und Ausgaben unwirtschaftliches Verhalten vorgeworfen. Auch kieferorthopädische Behandlungen sieht er kritisch.

Mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen in Deutschland ist bei einem Kieferorthopäden in Behandlung. Krankenkassen der gesetzlichen Krankenversicherungen geben jährlich mehr als eine Milliarde Euro dafür aus, Eltern werden zusätzlich zur Kasse gebeten.

Allerdings seien Ziel und Erfolg solcher Behandlungen unzureichend erforscht, prangert nun der Bundesrechnungshof an und verweist auf aktuelle Prüfergebnisse als Ergänzung zum Jahresbericht 2017. 

“Vor allem eine fehlende Versorgungsforschung lässt es fraglich erscheinen, ob Krankenkassen kieferorthopädische Leistungen in ausreichendem, zweckmäßigem und wirtschaftlichem Maße erbringen”, heißt es in einer Bemerkung zur Ergänzung zum Jahresbericht 2017.

Kein Einblick in kieferorthopädische Leistungen

Bei einer Prüfung habe der Rechnungshof festgestellt, dass weder das Bundesministerium für Gesundheit noch die Krankenkassen einen Einblick haben, welche kieferorthopädischen Leistungen Patienten konkret erhalten. Es gebe keine Daten über Art, Dauer und Erfolg der Behandlungen. Und auch Aufzeichnungen zu zugrundeliegenden Diagnosen oder der Zahl der abgeschlossenen Behandlungen liegen demnach nicht vor. Hinweisen auf diesen Missstand – auch von anderen Einrichtungen – sei das Ministerium seit Jahren nicht nachgegangen.

“Auch im Sinne der Patienten ist zu klären, welche Leistungen zu Behandlungserfolgen führen”, sagt Kay Scheller, Präsident des Rechnungshofs. In anderen Leistungsbereichen der Gesetzlichen Krankenversicherung müsse der Nutzen einer Therapie wissenschaftlich bestätigt sein. “Das sollte auch bei kieferorthopädischen Behandlungen der Fall sein.”

Der Bundesrechnungshof empfiehlt, Daten zu Versorgungslage, Behandlungsnotwendigkeit und Nutzen zu erfassen und auszuwerten. Auch Selbstzahlerleistungen sollten dabei berücksichtigt werden. Nur so könne man ermitteln, welche Leistungen sinnvoll sind und die Krankenkassen zukünftig übernehmen sollten.

Verwendete Quellen:

  • dpa
  • Bundesrechnungshof: Bemerkungen zum Jahresbericht

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Missbrauch und sexuelle Nötigung: Experten kritisieren fehlenden Jugendschutz bei Musical.ly

Die Video-App Musical.ly steht bei Kindern und Jugendlichen hoch im Kurs. Schaut man aber genau hin, finden sich auch freizügigere Clips, nicht selten von jungen Nutzerinnen. Experten warnen vor Missbrauch. 

Per Smartphone zum Star. Davon träumen viele Jugendliche. Besonders beliebt bei Teenagern ist die App Musical.ly, auf der kurze Playback-Clips gedreht und mit anderen geteilt werden können. Vorbild für viele sind die schwäbischen Zwillinge Lisa und Lena. Dank ihrer lustigen Clips wurden sie weltweit bekannt. Mit mehr als 28,5 Millionen Fans sind die beiden die erfolgreichsten “Muser”, so nennen sich die Nutzer der App.

“Du bist so heiß”

Doch längst nicht alle Videos sind so harmlos, wie die Filmchen der berühmten Zwillinge mit den Zahnspangen. Schaut man genauer hin, finden sich unter den Milliarden Clips auch vereinzelt freizügigere Aufnahmen, nicht selten von jungen Nutzerinnen. “Ein Weg zu großer Aufmerksamkeit und Anerkennung, da funktioniert Musical.ly nicht anders als das professionelle Showgeschäft, ist das Zeigen von sehr viel Haut. Bei Musical.ly handelt es sich erschreckend oft um die Haut sehr junger Mädchen”, berichtete das von der Bundesregierung unterstützte Infoportal mobilsicher.de am Wochenende. Die Verbraucherschützer warnten vor Missbrauch und sexueller Nötigung.

Und in der Tat: Sucht man mit einschlägigen Hashtags wie etwa #bellydancing, #bottom oder #bikini fanden sich bis Montagnachmittag Zehntausende Videos auf der Plattform. Zu sehen gab es Mädchen in knappen Hotpants auf ihrem Bett oder bauchfrei bei aufreizenden Tanzbewegungen. In den Kommentarleisten erhielten sie von Nutzern wie “daddys_girlz29” oder “loveyourbelly13” Komplimente wie “Du bist so heiß!”. Oder sie fordern die Mädchen auf, ihnen das Video gleich per Direktnachricht zuzuschicken, damit sie es auf ihrer Seite bewerben können.

Viele nicht älter als sieben Jahre

“Einige Nutzer erstellen Sammlungen, die sich nur auf aufreizende Selbstdarstellungen von Kindern konzentrieren”, erklärt Inga Pöting von mobilsicher.de. Andere würden versuchen, direkt zu den jungen Mädchen Kontakt aufzunehmen – etwa indem sie eine Telefonnummer schicken oder sie auffordern, per Messenger weiter zu kommunizieren. Einige Mädchen seien nicht älter als sieben oder acht Jahre.

Am Montag bat die Deutsche Presse-Agentur Musical.ly um eine Stellungnahme. Wenige Stunden später war ein Teil der zitierten Hashtags nicht mehr abrufbar. Am Dienstag sprach das Unternehmen, das im November von der chinesische Medienfirma für rund eine Milliarde Euro gekauft worden war, von einem “komplexen Problem”, das es als Branche zu lösen gelte.

Die Musical.ly-Stars Lisa und Lena: Viele junge Mädchen eifern ihnen nach – das kann auch gefährlich werden. (Quelle: dpa/Christian Charisius)Die Musical.ly-Stars Lisa und Lena: Viele junge Mädchen eifern ihnen nach – das kann auch gefährlich werden. (Quelle: Christian Charisius/dpa)

Ausbau der Schutzmaßnahmen 

Und: “Musical.ly verfügt über eine Vielzahl an Schutzmaßnahmen und gewährleistet eine Moderation rund um die Uhr, um die Möglichkeiten einer missbräuchlichen Nutzung der App zu reduzieren”, hieß es. Leider seien diese Schutzmaßnahmen nicht immer tadellos. Solche Missbrauchsbeispiele spiegelten aber nicht die typischen Inhalte oder Nutzungsmuster der App wider.

Das Unternehmen versprach zudem, seine Schutzmaßnahmen weiter auszubauen. Tatsache ist dennoch, dass die Anmeldung kinderleicht ist und es keinerlei Kontrollen gibt. Zwar dürften unter 13-Jährige laut Nutzungsbedingungen nicht dabei sein, doch wird weder das angegebene Geburtsdatum noch die E-Mail-Adresse überprüft. Und: Jeder neu angelegte Account ist standardmäßig auf öffentlich eingestellt.

Kein neues Phänomen

Musical.ly wurde 2014 gegründet und vor allem durch kurze selbstgefilmte Clips populär, bei denen die Nutzer ihre Lippen synchron zu bekannten Popsongs oder Filmzitaten bewegen. Inzwischen zählt die App mehr als 200 Millionen Nutzer weltweit.

Popstar spielen und sich zu präsentieren sei kein neues Phänomen, sondern alterstypisch bei Kindern und Jugendlichen, sagt Iren Schulz, Expertin der Initiative “Schau hin! Was dein Kind mit Medien macht.”. “Was früher im Freundeskreis oder bei Familienfeiern stattfand, hat jetzt über die sozialen Medien eine größere Bühne bekommen – mit weiterreichenden Konsequenzen, wenn man nicht auf seine Daten und Profile aufpasst.”

“Das ist eine enorme Gefahr”

Laut Schulz fehlt einigen jungen Nutzern das kritische Bewusstsein: “Wenn sie die Videos machen, haben viele nur ihre besten Freundinnen oder die Jungs in der Klasse vor Augen. Sie denken nicht an das große Publikum, das sich da sonst noch rumtreibt, das ist eine enorme Gefahr.” Sie appelliert an die Eltern, ihre Kinder auf Social-Media-Plattformen zu begleiten, ein Konto gemeinsam einzurichten und die wichtigsten Privateinstellungen vorzunehmen.

Medienpädagoge Martin Müsgens von der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen rät den Nutzern die Privateinstellungen von Profilen grundsätzlich genau zu überprüfen und auch die Standortdaten zu deaktivieren. Vor allem sensible Inhalte sollten nur mit engsten Freunden geteilt werden, sagt er. “Je größer der Kreis, desto schneller kann der Beitrag außer Kontrolle geraten und in Portalen landen, wo ich ihn nicht haben will.” Und grundsätzlich sollte man sich immer fragen, ob einem ein Beitrag irgendwann mal peinlich sein könnte. Das Netz vergesse nicht. Und: “Je mehr ich von mir präsentiere, desto angreifbarer mache ich mich.”

Verwendete Quellen:

  • dpa

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Apps: Diese Handy-Spiele sind für Kinder geeignet – diese nicht

Angry Birds, Pokémon, Super Mario und Co. – Spiele-Apps sind bei Kindern sehr beliebt. Aber nicht alle Apps sind für Kinder auch geeignet. Das liegt nicht nur an ihren Inhalten. Worauf Eltern achten sollten, lesen Sie hier.

Überblick
  • Was macht eine gute Spiele-App für Kinder aus?
  • Worauf sollten Eltern bei der Wahl einer App achten?
  • Wo liegen besondere Risiken von Apps?
  • Was sollten Eltern zum Schutz ihrer Kinder noch tun?
  • Ab welchem Alter sind Apps für Kinder sinnvoll?
  • Bewertungen einiger beliebter Apps

Die Experten von “jugendschutz.net” testen regelmäßig Spiele-Apps für Kinder. In einer Stichprobe von 2018 von insgesamt 100 Spiele-Apps waren 99 laut “jugendschutz.net” hinsichtlich ihres Umgangs mit Kinder-, Daten- und Verbraucherschutz kritisch, über 60 Prozent zeigten sogar so gravierende Mängel, um in mindestens einer Prüfkategorie als sehr riskant eingestuft zu werden. Bei den Apps wurde besonders auf Kinderschutz, Werbung, In-App-Käufe, Datenschutz und Verbraucherinformationen geachtet.

Die Tester prüften insgesamt 14 beliebte Spieleapps, eins davon bezeichneten sie als bedenklich, die übrigen 13 stuften sie als inakzeptabel ein – darunter Minecraft, Clash of Clans und Fortnite.

Worauf sollten Eltern bei Handyspielen also achten? Wir sagen Ihnen, welche Apps für Kinder geeignet und welche eher ungeeignet sind.

Was macht eine gute Spiele-App für Kinder aus?

Marlen Korn leitet bei “jugendschutz.net” den Bereich “Internet für Kinder”. Sie nennt die Aspekte, die eine gute Kinder-App ausmachen. Eine für Kinder geeignete Spiele-App

  • ist altersentsprechend und enthält keine ängstigenden Inhalte,
  • ist leicht zu bedienen,
  • ist für Kinder ansprechend gestaltet,
  • regt im besten Fall Kinder zum Mitmachen an und
  • bietet einen Lerneffekt,
  • verzichtet im Idealfall auf Werbung und In-App-Käufe,
  • verlangt keine oder zumindest nur wenige Berechtigungen (wie z.B. einen Zugriff auf das Adressbuch),
  • fragt nur die nötigsten Daten ab und gibt diese nicht an Dritte weiter,
  • erzeugt keinen Spieldruck.

“Gerade Free-to-Play-Apps erzeugen einen Druck und drängen Kinder dazu, In-App-Käufe zu tätigen”, sagt Marlen Korn. Der Download solcher Apps ist kostenlos, man kommt schnell in den jeweiligen Spielmodus rein und hat schnell Erfolgserlebnisse. Spieler stoßen aber nach kurzer Zeit an Grenzen: “Dann gehen ihnen im Spiel die Ressourcen oder Leben aus, was sie zu Käufen drängt.” Für ein paar Cent oder Euro können sie virtuelle Ressourcen erwerben, die sie im Spiel voranbringen. Zudem erzeugen Push-Nachrichten einen Druck, weiterzuspielen. Und auch lange Wartezeiten, die nur durch In-App-Käufe umgangen werden können, können den Druck verstärken.

Worauf sollten Eltern bei der Wahl einer App achten?

Die ersten Informationen zu einer App können Eltern im App-Store einsehen. Eltern sollten auch auf Zusatzinformationen achten und sich die Kommentare durchlesen. Die Altersangaben zu den Apps sind zwar sinnvoll, allerdings beziehen sie sich ausschließlich auf Spielinhalte. Datenweitergabe, Werbung und In-App-Käufe schlagen sich nicht in diesen nieder. Deshalb sei es sinnvoll, sich darüber hinaus an anderen Stellen zu informieren, rät Korn. Möglichkeiten hierfür bieten die Stiftung Warentest oder auch die Seite “www.app-geprüft.net” von “jugendschutz.net”. Mithilfe von Ampelfarben erkennen Eltern dort auf einen Blick, wie Apps in Sachen Kinderschutz, In-App-Käufen oder Datenschutz abschneiden.

Wo liegen besondere Risiken von Apps?

Besonders riskant können Spiele-Apps mit integrierten Kommunikationsfunktionen sein. In den Apps sind sie meistens schlecht oder gar nicht gesichert. “Kinder sind hier der Gefahr von Cybermobbing oder gar -grooming (das Ansprechen Minderjähriger im Netz für sexuelle Kontakte, Anm. d. Red.) ausgesetzt”, so Korn. “Man kann meistens niemanden melden oder blockieren und es gibt kein erkennbares Moderationskonzept.”

Ein weiteres Problem stellt das Datensendeverhalten der Apps dar. Bei 90 der 100 von “jugendschutz.net” getesteten Apps wurde Nutzertracking festgestellt. Zudem kennzeichnet kaum eine App Werbung angemessen.

Kinder mit Tablets: Gerade Free-to-Play-Apps erzeugen bei Kindern einen Druck zu In-App-Käufen. (Quelle: Getty Images/dolgachov)Kinder mit Tablets: Gerade Free-to-Play-Apps erzeugen bei Kindern einen Druck zu In-App-Käufen. (Quelle: dolgachov/Getty Images)

Was sollten Eltern zum Schutz ihrer Kinder noch tun?

Zunächst einmal sollten Eltern die App für ihr Kind runterladen. Am besten spielen sie diese selber einmal an oder entdecken sie gemeinsam mit dem Kind. Dabei können sie erkennen, wie das Kind mit der App umgeht und ob sie ihm eventuell noch etwas erklären müssen.

Viele Apps können auch im Offline-Modus gespielt werden. “Eltern sollten diesen aktivieren, sodass das Kind nicht durch einen Klick aus der App herausgeführt wird und im schlimmsten Fall auf andere Inhalte stößt”, so Expertin Korn. Sie rät Eltern zudem, mit dem Kind im Gespräch zu bleiben. “Und auch wenn es mühsam ist: Ein Blick in die Datenschutzerklärung lohnt sich.”

Zudem sollten Eltern die Push-Nachrichten in den Apps ausschalten und In-App-Käufe deaktivieren beziehungsweise mit einem Passwortschutz versehen.

Ab welchem Alter sind Apps für Kinder sinnvoll?

Kinder unter drei Jahren sollten noch keine Bildschirmmedien nutzen. Das rät die Initiative “Schau hin! Was dein Kind mit Medien macht”. In diesem Alter sei es wichtiger, die reale Welt zu erkunden. “Gerade Kleinkinder brauchen ganzheitliche Erfahrungen wie gemeinsame Spiele in der Familie, Entdeckungen in der Natur und Sport”, heißt es auf der Webseite der Initiative. Durch die frühe Nutzung elektronischer Medien können solche Erfahrungen zu kurz kommen, sodass die Kinder auch nicht mit jenen in der medialen Welt umgehen können.

Eltern sollten Kindern für die Nutzungsdauer von Handyspielen klare Regeln aufstellen. Die Initiative empfiehlt zum Beispiel einen Kompromiss: Der Nachwuchs darf bis zum Ende eines Levels spielen oder sich ein bestimmtes Zeitbudget selbst einteilen. Bei Kindern unter fünf Jahren reichen maximal eine halbe Stunde Mediennutzung. Eltern sollten Wert darauf legen, dass getroffene Abmachungen eingehalten werden.

  • Gummitwist und Co.: 
  • Das sagt ein Experte: 
  • Apps:

Bewertungen einiger beliebter Apps

“Die Maus”
In dem Test von “jugendschutz.net” fiel diese App rund um “Die Sendung mit der Maus” besonders positiv auf. Bei ihr hatten die Experten als einzige von den 100 geprüften Apps nichts zu bemängeln. Die App verzichtet komplett auf Werbung und In-App-Käufe.

“ZDFtivi für Kinder”
Mit der App der ZDFtivi-Mediathek können Kinder Sendungen aus dem TV auf Smartphone und Tablet überall anschauen. Auch an dieser App hatten die Experten so gut wie nichts zu bemängeln.

“Candy Crush Saga”
Bei diesem Spiel muss der Spieler Süßigkeiten einer Farbe in eine Reihe schieben und dadurch zum Platzen bringen. “app-geprüft.net” kreidet an, dass Kinder permanent mit Kaufoptionen konfrontiert werden. Rabatt-Aktionen und lange Wartezeiten verstärken diesen Druck.

“Pokémon Go”
Der Spieler kann mit dieser App kleine Monster fangen. Es handelt sich bei “Pokémon Go” um ein Augmented-Reality-Spiel. Die App ermittelt die Standortdaten des Spielers und positioniert dessen Avatar auf einer Karte. Kritisch sieht “app-geprüft.net” dabei das Risiko von Fremdkontakten in der “realen Welt”. Dazu schreiben die Prüfer: “Spieler können zum Beispiel durch Lockmodule Pokémon und damit häufig auch andere Spieler anlocken, die die virtuellen Monster fangen wollen. Bei solchen spontanen Versammlungen besteht für Kinder immer die Gefahr, von Fremden angesprochen zu werden (…).” Die virtuellen Ressourcen, die in diesem Spiel benötigt werden, können Spieler entweder im gesamten Stadtgebiet sammeln oder kaufen. So geraten laut den Experten besonders jüngere Kinder in Versuchung, In-App-Käufe zu tätigen – denn gerade sie sind im Alltag eher an ihre häusliche Umgebung gebunden.

“Plants vs. Zombies 2”
In der farbenfrohen App müssen Zombies mit Pflanzen bekämpft werden. “app-geprüft.net” bemängelt die Werbung für weitere Apps, die Kinder wegen der optischen Gestaltung nicht vom Spielinhalt unterscheiden können. Außerdem werden Kinder mit Pop-ups direkt zu In-App-Käufen aufgefordert.

“Angry Birds 2”
Der Spieler muss bei “Angry Birds” zielgenau Vögel auf Schweine schleudern. Auch in dieser App ist Werbung kaum vom Rest des Spiels zu unterscheiden. Wer Werbevideos anschaut, erhält dafür Belohnungen für das Spiel. Pop-ups ermuntern, etwas zu kaufen. Ebenfalls kritisch: Es findet vergleichsweise viel Datenaustausch statt.

“Magic Kinder App”
In Überraschungseiern befinden sich QR-Codes, mit denen Nutzer in dieser App Spiele freischalten können. Manche Inhalte sind auch ohne die Codes nutzbar. Wie bei den Ü-Eiern selbst könnten Kinder immer mehr Codes haben wollen. “Die App überträgt das Prinzip vom Überraschungsei vom Realen in die digitale Welt”, sagt Marlen Korn. Positiv ist, dass die “Magic Kinder App” keine In-App-Käufe enthält. Und auch keine Werbung – “wobei natürlich die App an sich eigentlich Werbung ist”.

Verwendete Quellen:

  • Initiative “Schau hin!”

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