Kategorie -Jugendliche

Aggressiver 14-Jähriger: Fall Pragsdorf: „Brutalität und Grausamkeit tatsächlich einzigartig“

Ein Jugendlicher steht im dringenden Verdacht, ein sechsjähriges Kind aus Pragsdorf erstochen zu haben. In den Fokus der Ermittler rückt er bereits am Tatabend: Er verstrickt sich in Widersprüche, Zeugenaussagen sprechen gegen ihn. Zudem ist sein aggressives Verhalten bereits bekannt.

Der tatverdächtige 14-Jährige im Fall des getöteten sechsjährigen Joel in Pragsdorf ist nach Ermittlerangaben bereits in der Vergangenheit aggressiv in Erscheinung getreten. „Wir wissen durch die Ermittlungen, dass er in Vergangenheit bereits durch aggressives Verhalten gegenüber anderen Kindern ja aufgetreten ist“, sagte der zuständige Chefermittler, Olaf Hildebrandt, bei der Vorstellung der Ermittlungsergebnisse in Neubrandenburg. „Wir denken, dass das damit im Zusammenhang stehen wird.“ Der Jugendliche ist jedoch zuvor nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Doch das, was dem Sechsjährigen geschehen ist, sei eine Straftat, deren „Brutalität und Grausamkeit tatsächlich einzigartig“ sei, sagte der Ermittler.

Nach Aussage der Ermittler kannten sich die Familien des tatverdächtigen Deutschen und des Opfers „aus dem dörflichen Milieu“. Beide kamen aus dem 580-Einwohner-Dorf in der Nähe von Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern, in dessen Umkreis der Tatverdächtige eine Förderschule besuchte. Ob es eine engere Verbindung zwischen dem mutmaßlichen Täter und dem Opfer gegeben hat, ist bisher nicht bekannt.

Der Jugendliche war am Vormittag festgenommen und in Untersuchungshaft genommen worden. Bei sehr jungen Jugendlichen sei dies zwar nicht üblich, erklärte der Neubrandenburger Oberstaatsanwalt Tim Wischmann. Der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Neubrandenburg habe jedoch keine Alternative gesehen. Laut Ermittler Hildebrandt hat der Verdächtige bei seiner Festnahme „wenig Gefühlsregungen“ gezeigt. Gegen den Jugendlichen besteht dringender Tatverdacht wegen Totschlags. Er soll den sechsjährigen Jungen erstochen haben.

Mischspur auf Tatwerkzeug

Der Verdacht gegen ihn basiert vor allem auf DNA-Spuren, die auf dem mutmaßlichen Tatwerkzeug, einem Messer, gefunden worden seien. Das Messer war zuvor in der Nähe des Tatorts entdeckt worden. Auf der Klinge konnten die Ermittler Blutspuren des getöteten Sechsjährigen nachweisen, auf dem Griff befand sich demnach eine sogenannte Mischspur, wie Wischmann mitteilte. Diese Mischspur enthalte mit „sehr großer Wahrscheinlichkeit“ Genmaterial sowohl des Opfers als auch des mutmaßlichen Täters.

Zudem verstrickte sich der Jugendliche den Ermittlern zufolge in Widersprüche. Er war nachweislich der letzte Mensch, der das spätere Opfer am 14. September in Pragsdorf bei Neubrandenburg gesehen hatte. Zuvor war er mit dem Sechsjährigen und dessen Geschwistern in dem Dorf unterwegs. Als sich die Geschwister verabschiedeten, gingen der Jugendliche und das Kind auf einen Bolzplatz, in dessen Nähe der Sechsjährige bei einer späteren Suchaktion schwerverletzt gefunden wurde.

Der Jugendliche rückte daher bereits am Tatabend in den Fokus der Ermittler. Zudem habe es vage Aussagen im Dorf gegeben, dass der 14-Jährige unwahre Angaben im Zusammenhang mit dem Verschwinden des Sechsjährigen gemacht habe, erklärte der Polizeibeamte Hildebrandt. Deshalb habe es noch in der Nacht einen Durchsuchungsbeschluss gegeben. Es habe sich um einen Anfangsverdacht gehandelt, aber nicht um einen sehr harten Anfangsverdacht. Er habe noch nicht dafür ausgereicht, der Öffentlichkeit einen Tatverdächtigen zu präsentieren. Bei der Durchsuchung konnten die Ermittler zunächst keine weiteren belastenden Hinweise finden.

Mord oder Totschlag

Mit der Festnahme des Tatverdächtigen konzentrierten sich die Ermittlungen nun auf die Hintergründe der Tat, sagte Wischmann. So sind bisher weder die Hintergründe der Tat noch die Motivlage bekannt. Diese Ermittlungen werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Dabei werde es etwa um die Frage nach möglichen psychiatrischen Besonderheiten des Tatverdächtigen gehen, sagte Wischmann. In der Regel finde dazu auch eine Begutachtung des Tatverdächtigen statt.

Daran hänge die juristisch wichtige Frage: „Haben wir es hier mit einem Totschlag, oder einem Mord oder einer anderen Art des Delikts zu tun?“. Diese Fragen seien noch offen. Der Tatverdächtige selbst hat sich auf Anraten seines Pflichtverteidigers bisher weder vor den Ermittlern noch vor dem Haftrichter geäußert. Ob die Hintergründe der Tat nach den Ermittlungen auch der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden, ist nicht sicher. Aufgrund des jungen Alters des Tatverdächtigen sei dieser besonders schutzwürdig, erinnerte Wischmann.

Den Eltern des Opfers sei die Nachricht der Festnahme persönlich überbracht worden, berichtete der leitende Ermittler Hildebrandt. Ihnen wurden Betreuer zur Seite gestellt. Dieses Angebot hat auch die Schule des Opfers erhalten.

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Hohe Arbeitslosigkeit: Chinas Jugend sucht sogar auf Tinder nach Jobs

Der schwierige Arbeitsmarkt in China zwingt junge Menschen zu unkonventionellen Methoden. Auf der Dating-Plattform Tinder suchen Nutzer längst nicht mehr nur nach der großen Liebe. Die App fungiert inzwischen auch als Jobbörse.

Nie zuvor sind in China so viele Hochschulabsolventen ohne Job gewesen. Um eine Anstellung zu finden, müssen junge Chinesen deswegen kreativ werden. Seitdem sich das Jobportal LinkedIn aus dem chinesischen Markt zurückgezogen hat, weichen immer mehr Arbeitswillige auf andere Plattformen aus. Als besonders beliebt hat sich einem Bericht des chinesischen Online-Magazins „Sixth Tones“ zufolge dabei die Dating-App Tinder erwiesen.

Dem Bericht nach macht gerade die Schwierigkeit für Chinesen, die nur über eine VPN-Verbindung auf Tinder zugreifen können, die Dating-App zu einer idealen Networking-Plattform. Denn die Anwendung sei eher auf Nutzerinnen und Nutzer ausgerichtet, die im Ausland studiert haben oder für internationale Unternehmen arbeiten. Im Gegensatz etwa zu der Dating-App Hinge sei es zudem möglich, mit Menschen außerhalb ihres unmittelbaren sozialen Umfelds in Kontakt zu treten.

Inzwischen zirkulieren laut „Sixth Tones“ sogar schon richtige Anleitungen, wie man einen Job auf Tinder finden kann. Bereits im Juni teilte eine Nutzerin auf der chinesischen Plattform Xiaohongshu einen Beitrag mit dem Titel „Tipps, wie man einen Job auf Tinder findet“. Er wird inzwischen als ultimativer Tinder-Networking-Leitfaden empfohlen. Der Post umfasst sechs Ratschläge: Treffe dich nur mit Personen aus deiner Branche, beginne das Gespräch, indem du dein Gegenüber nach seinem Job fragst, teile deine Probleme mit und bitte um Rat, gebe deinem Gesprächspartner das Gefühl, erfolgreich zu sein, zeige Dankbarkeit mit einer Einladung zum Essen und versuche mit bestimmten Persönlichkeitstypen des Myers-Briggs-Typenindikator zu überzeugen. Dabei handelt es sich um einen Persönlichkeitstest, der in China sehr beliebt ist.

In diesem Jahr ist es für Universitätsabsolventen laut Katja Drinhausen, Leiterin des Bereichs chinesische Politik und Gesellschaft am Mercator Institute for China Studie, besonders schwierig, einen Job zu finden. „Es gibt über 11 Millionen neue Uni-Abgänger, die jetzt auf den Arbeitsmarkt kommen. Und das zu einer Zeit, wo ohnehin die Arbeitslosigkeit unter jungen Arbeitnehmern mit über 20 Prozent schon sehr, sehr hoch ist“, sagte sie im ntv-Podcast „Wieder was gelernt“.

Die Jugendarbeitslosigkeit hat zuletzt einen neuen Rekordwert erreicht: Im Juni sind 21,3 Prozent der 16- bis 24-Jährigen in den Städten ohne Job gewesen. Die Zahlen seit Juli wurden dann nicht mehr veröffentlicht. Die Statistik-Behörde begründete das damit, die Methodik zu überarbeiten.

Gegenüber „Sixth Tone“ zeigt die Personalleiterin eines Unternehmens aus Shanghai, Yang Yutong, zwar Verständnis für den neuen Tinder-Networking-Trend. Schließlich müssten heutzutage junge Leute jeden Vorteil nutzen, um eingestellt zu werden. „Ich persönlich denke, dass die Nutzung von Dating-Apps, um mit Leuten aus der gleichen Branche in Kontakt zu treten und Jobangebote zu finden, kreativ und für die junge Generation geeignet ist“, zitiert das Online Magazin Yang. Es sei jedoch wichtig, sich vor Betrügern in Acht zu nehmen.

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Teilzeit, Personalnot, „Faule“: Haben die Deutschen das Arbeiten verlernt?

Der laute Ruf nach einer branchenweiten Vier-Tage-Woche, junge Menschen, die sich angeblich vor Arbeit drücken. Sind die Deutschen faul geworden? Laut Statistik gehören sie zu denen, die in der EU am kürzesten arbeiten. ntv.de erklärt, warum.

Den Deutschen eilt der Ruf voraus, sie seien fleißig. Aber gilt das heute noch? Namhafte Ökonomen wie Michael Hüther oder Bert Rürup glauben das nicht mehr. Mit Blick auf den akuten Fachkräftemangel fordern sie mehr Einsatz, um den Wohlstand in Deutschland zu sichern. Ein Europa-Vergleich der Wochenarbeitsstunden für 2022 gibt ihnen Recht. Deutschland ist hier weit abgeschlagen. Auf dem Balkan beispielsweise wird viel länger gearbeitet.

Laut Eurostat betrug die durchschnittliche Arbeitszeit von Voll- und Teilzeitbeschäftigten in Deutschland im vergangenen Jahr 35,3 Stunden pro Woche. Im EU-Schnitt dagegen arbeiten die Erwerbstätigen zwischen 20 und 64 Jahren 37,5 Stunden pro Woche. Noch „fauler“ als die Menschen hierzulande waren nur die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in den Niederlanden. Hier kommen die Beschäftigten zusammengenommen auf sparsame 33,2 Arbeitsstunden pro Woche. Das entspricht schon annähernd einer Vier-Tage-Woche, legt man einen Achtstundentag zugrunde.

Viel länger dagegen arbeiten die Menschen in den Balkanländern. Griechenland kommt auf 41, Rumänien und Bulgarien auf jeweils 40,2 Stunden. EU-Beitrittskandidat Serbien kam im vergangenen Jahr im Schnitt sogar auf 43,3 Stunden pro Woche. Leben die fleißigsten Menschen in Europa also auf dem Balkan?

Richtig ist: In Deutschland werden die Rufe nach einer breit ausgerollten Vier-Tage-Woche lauter. Einerseits herrscht Fachkräftemängel. Andererseits legt laut den frustrierten Rückmeldungen von Personalern die junge Generation mehr Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance als auf Karriere und eine großzügige Absicherung fürs Alter. Knapp sieben Prozent der 15- bis 24-Jährigen gelten als sogenannte Neets: „Not in Education, Employment or Training“, sie arbeiten nicht und sind nicht in der Schule oder Ausbildung. Damit landet Deutschland laut Eurostat auf Platz acht in der EU.

Voll- versus Teilzeit: Zahlen richtig lesen

Wie schlimm steht es also um Deutschlands Arbeitsmoral? Ein Blick auf die nach Voll- und Teilzeit aufgeschlüsselten Daten gibt Aufschluss über die Ursachen für die Unterschiede zwischen den Ländern. Je höher die Teilzeitquote, desto niedriger die Wochenarbeitszeit eines Landes. Mit 38,4 Prozent Teilzeitarbeitenden unter den Erwerbstätigen waren die Niederländer 2022 die Spitzenreiter in der EU. Die Deutschen landeten mit 27,9 Prozent auf Platz drei.

Die separate Betrachtung von Teilzeit und Vollzeit offenbart einen weiteren Aspekt, der das Bild vom faulen Deutschland zumindest etwas relativiert: Vollzeitbeschäftigte in Deutschland und den Niederlanden arbeiten immerhin rund 40 Stunden die Woche. Hierzulande sind es im Schnitt 40,5, in den Niederlanden 39,5 Stunden. Das ist zum einen unwesentlich weniger als der europäische Durchschnitt, der in der EU bei Vollzeitbeschäftigen bei 40,6 Stunden liegt.

Zum anderen zeigt ein Vergleich über eine Zeitspanne von 30 Jahren, dass die Zahlen für Vollzeitbeschäftigte relativ konstant geblieben sind – und das, obwohl die Wochenarbeitszeit insgesamt in Deutschland seit 1992 um 2,9 Stunden gesunken ist: Lag sie 1992 bei den Vollzeiterwerbstätigen bei 41,4 Stunden, waren es 2022 noch 40,4. Verlernt haben die Deutschen das Arbeiten also nicht.

Unterschiede zwischen Nord-, Süd- und Osteuropa

Eine wichtige Rolle für die Arbeitszeiten – ob mehr in Teil- oder Vollzeit gearbeitet wird , – spielen die ökonomischen, politischen und soziologischen Unterschiede in den Ländern. „Mit zunehmender ökonomischer Entwicklung sinken die Arbeitsstunden“, erklärt DIW-Ökonomin Schildmann im Gespräch mit ntv.de. Der Wandel hin zur Dienstleistungs-Wirtschaft begünstigt Teilzeitmodelle, da sie im Servicebereich tendenziell besser mit den betrieblichen Abläufen vereinbar sind. In den Balkanländern ist das Bruttoinlandsprodukt im EU-Vergleich niedriger, ebenso die Einkommen, und sie haben auch die wenigsten Beschäftigten im Service-Sektor. Serbien und Rumänien bilden bei Letzterem die Schlusslichter. Unter diesen Bedingungen ist eine geringere Arbeitszeit viel schwerer möglich.

Im Süden Europas wiederum, beispielsweise Griechenland und Spanien, war laut Schildmann lange Zeit der „duale Arbeitsmarkt“ – der größtenteils aus vollzeitbeschäftigten, mittelalten bis alten Männern besteht – das vorherrschende Modell. Teilzeitarbeit sei hier weniger verbreitet, weil die Akzeptanz geringer sei. Es gebe wenige familienpolitische Instrumente, die Frauen zur Partizipation auf dem Arbeitsmarkt ermutigten. Ebenfalls typisch: eine hohe Jugendarbeitslosigkeit. Da es insgesamt wenig Bewegung auf dem Arbeitsmarkt gebe, sei es für Jugendliche und für Frauen schwieriger, in den Arbeitsmarkt einzusteigen und die Arbeitsstunden derjenigen, die erwerbstätig sind, auch eher hoch, so Schildmann weiter.

Neue soziokulturelle Standards, zu denen auch ein anderes Verständnis von Work-Life-Balance gehört, spielen ebenfalls eine Rolle. In den Niederlanden beispielsweise werde die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehr hoch gehangen, erklärt die DIW-Expertin. In Deutschland steige nicht nur der Anteil der in Teilzeit arbeitenden Frauen. „Wir beobachten auch, dass die Zahl der erwerbstätigen Männer, die nicht Vollzeit arbeiten, zunimmt.“ Für die Annahme, dass Gewerkschaften die Entwicklung vorantreiben würden, liefern die Zahlen laut Schildmann unterdessen keine Beweise. „Tatsächlich sinken die Arbeitsstunden je Vollzeitbeschäftigtem in Deutschland im Zeitverlauf, obwohl die Tarifabdeckung leicht rückläufig war.“

Bleibt die Frage: Sind die Menschen in Deutschland und den Niederlanden deshalb nun fauler und anderswo, beispielsweise auf dem Balkan fleißiger? Die steigende Zahl an Menschen, die in Teilzeit arbeiten, spricht auf den ersten Blick dafür. Ebenso die etwas gesunkene Wochenarbeitszeit insgesamt. Gleichzeitig arbeiten die Vollzeitbeschäftigten, die heute arbeiten, aber ähnlich viele Stunden wie die Generation vor ihnen.

Entscheidend ist am Ende, dass Länder wie Deutschland sich den vermeintlichen Luxus von Arbeitszeitmodellen mit reduzierten Wochenarbeitszeiten erarbeitet haben. Menschen in fortschrittlicheren Ökonomien sind produktiver geworden: Norwegen hat mit einer Durchschnitts-Wochenarbeitszeit von 35,5 Stunden das zweithöchste Pro-Kopf-BIP der EU. Deutschland rangiert immerhin noch auf Platz 12.

Wenn die Wirtschaft wächst, steigt die Arbeitsnachfrage, Löhne ziehen an und es wird besonders auch für Frauen attraktiver, ins Erwerbsleben einzusteigen. Viele in Teilzeit, was eine geringere Wochenstundenzahl nach sich zieht. Reichere Staaten können es sich eher leisten, Sozialleistungen wie Kinderbetreuung zu subventionieren, was ebenfalls Erwerbstätigkeit begünstigt. Unterm Strich können es sich deshalb viele Menschen in solchen Ländern leisten, weniger zu arbeiten. Das könnte sich in Deutschland infolge der zahlreichen Krisen ändern. Bislang legen die Erwerbstätigen aber noch keine Schippe drauf.

Zur Datenlage: Die Eurostat-Daten basieren auf dem Labour Force Service, einer jährlichen Haushaltsbefragung, die die nationalen statistischen Institute in der EU selbst durchführen anhand vorgegebener harmonisierter Klassifikationen. In Deutschland wird diese Befragung im Rahmen des Mikrozensus erhoben. Die normalerweise geleistete wöchentliche Arbeitszeit gibt an, wie viele Stunden Erwerbstätige – dazu gehören Arbeitnehmer, Selbstständige und mithelfende Familienangehörige – pro Woche gewöhnlich, also über einen längeren Zeitraum, arbeiten. Diese Zahl kann von der vertraglich geregelten Arbeitszeit abweichen. In der Regel ist sie höher. Nicht berücksichtigt sind Urlaubstage, Feiertage, Elternzeit oder konjunkturelle Schwankungen wie Kurzarbeit. Grundlage für den Text sind die Daten aus den EU-27-Staaten plus Serbien als EU-Anwärter, und hier jeweils die Betrachtung der Gruppe der 20-64-Jährigen, da diese die höchste Erwerbsbeteiligung aufweist.

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Der Tag: Acht Jugendliche und junge Männer sollen 13-Jährige in Bad bedrängt und sexuell missbraucht haben

Ein 13-jähriges Mädchen wird in einem Kölner Bad plötzlich von einer Gruppe Jugendlicher und junger Männer eingekreist. Die 16 bis 26 Jahre alten Tatverdächtigen bedrängen die Teenagerin in einem Becken, werfen sie sogar hoch, ein 16-Jähriger fasst ihr in die Bikinihose. Das Mädchen kann sich losreißen und der Gruppe entkommen. So etwa schilderte es wohl die 13-Jährige später der Polizei. Dass das kein harmloser Vorfall ist, der noch halbwegs „glimpflich“ ausgegangen ist, sondern ein Fall von sexueller Gewalt, was der 13-Jährigen in dem öffentlichen Bad widerfahren ist, ist wohl auch dem Schwimmmeister klar, der die Polizei verständigt. Die rückt laut einer Mitteilung der Polizei mit sieben Streifenwagen an und kann die mutmaßlichen Täter am Ausgang des Bads stellen. Gut für das Mädchen, da sexuelle Gewalt immer schwer zu beweisen ist: Ein Zeuge hatte den Übergriff beobachtet.

Je drei der mutmaßlichen Täter sind 16 und 21 Jahre alt. Die beiden weiteren Tatverdächtigen sind 22 und 26 Jahre alt. Die Jugendlichen und jungen Männer leben im Rheinland. Drei von ihnen haben die türkische, vier die syrische Staatsbürgerschaft, einer ist Iraker. Die Polizei sucht weitere Zeugen.

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Portugiesischer Jakobsweg


Diese Muschel ist für mich eine Auszeichnung, ein wahrer Schatz“, sagt Lucília Lopes. Die alte Dame sitzt in ihrem Nachthemd und mit ihren Samtslippern auf dem Sofa und betrachtet die handtellergroße Muschel an der roten Schnur, die mit einem roten Kreuz bemalt ist. „Die Muschel wurde mir geschenkt, als ich den Jakobsweg zum ersten Mal beendet habe. Seitdem bin ich denselben Weg noch mehrere Male gegangen. Aber das erste Mal, als ich auch schon 60 war, war etwas Besonderes.“

Was die Legende besagt

Die Legende besagt, dass ein Mann namens Cayo Carpo gesehen haben will, wie der Leichnam von Jakobus auf einem Schiff transportiert wurde. An seinem Körper hingen Jakobsmuscheln fest, daher die Symbolik der Muscheln. Von dem, was er sah, fasziniert, wollte sich der Römer taufen lassen und zum Christentum konvertieren. Der Leichnam des Apostels ist in Santiago de Compostela begraben worden. 800 Jahre später beschloss König Alfonso II., den Ort, an dem der Apostel von Asturien begraben wurde, zu besuchen und eine Pilgerreise zum Grab zu unternehmen. Nun wurde angeordnet, dass an der Stelle, an der das Grab gefunden wurde, eine kleine Kirche gebaut werden sollte. Im Laufe der Jahrhunderte entstand ein Dorf, Jahre später wurde eine Kathedrale gebaut. Der Ort wurde zu einer Stadt, die den Namen Santiago de Compostela erhält.

Von diesem Zeitpunkt an begannen Tausende von Pilgern Jakobswege von überallher zu gehen, wobei der französische und der portugiesische Weg die bekanntesten sind. „Ich habe drei Jakobswege gemacht, den französischen und den an der kantabrischen Küste, aber mein persönlicher Lieblingsweg ist und bleibt der portugiesische“, erklärt Lucília Lopes mit leuchtenden Augen. „Ich bin kein Nationalist. Nur weil es portugiesisch ist, ist es nicht deshalb schon gut. Im Gegenteil, ich neige eher dazu, zu kritisieren, was portugiesisch ist. Aber der portugiesische Teil der Strecke ist phänomenal, zwar anstrengend, aber toll.“ Die 240 Kilometer von Porto nach Santiago führen durch einfache, schöne Dörfer mit der lokalen Folkloregruppe, die auf den Megafonen spielt. Ziel dieser musikalischen Gruppen ist es, die alten Traditionen ihres Gebiets durch Auftritte in der Öffentlichkeit darzustellen, bei denen die Motive in traditionellen Volkstrachten präsentiert werden, die aus der Feldarbeit stammen.

„Es ist katholische Tradition“

Die Musik ändert sich je nach Region, besteht aber im Wesentlichen aus verschiedenen Frauenstimmen, während Konzertinas, Akkordeons und Kastagnetten gespielt werden. „Die Auf- und Abstiege durch die Pinien- und Eukalyptuswälder, die Flüsschen und das Moos sind herrlich. Alle 15 Kilometer finden sich Herbergen. Die gelben Pfeile, die uns wie der Polarstern leiten, sind alles, was man braucht“, sagt sie. Warum ist sie den Weg mehrmals gegangen? Sie habe es für sich und für Gott getan, sagt die Rentnerin. „Es ist katholische Tradition. Sonst lohnt es sich nicht, dann ist es viel schöner, eine Safari in Afrika zu machen. Natürlich hatte ich auch Spaß und traf neue Leute mit interessanteren und schwierigeren Lebensgeschichten als meine. Aber die Kraft der Stille unter uns allen, die mit mir liefen, und die Kraft des Nachdenkens und des Glaubens sind etwas, das leider nur wenige erfahren. Der Körper mag schwach sein, aber die Willenskraft ist entscheidend.“

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Clip mit 16-Jähriger verbreitet: Fußballer von Real Madrid wegen Sex-Video festgenommen

Real Madrid ist einer der renommiertesten Fußballvereine der Welt. Doch nun erschüttert ein Skandal die „Königlichen“. Spieler der zweiten und dritten Mannschaft sollen Geschlechtsverkehr mit einer Jugendlichen gehabt haben und Aufnahmen davon verbreitet haben. Der spanische Klub kündigt Konsequenzen an.

Profifußballer der zweiten und dritten Mannschaften des spanischen Spitzenklubs Real Madrid sind festgenommen worden, weil sie ein Video mit Sexszenen mit einer 16-Jährigen verbreitet haben sollen. Das teilte die Polizei am Abend mit. Es handele sich um insgesamt vier volljährige Fußballer. Ihre Handys seien beschlagnahmt worden. Ein Richter habe sie später vorläufig wieder auf freien Fuß gesetzt, teilte die Polizei mit.

Real Madrid veröffentlichte am Abend eine Mitteilung, dass der Verein Kenntnis von den Festnahmen und den Vorwürfen gegen insgesamt vier seiner Spieler habe. Diese hätten ein angeblich privates Video über WhatsApp weitergegeben. Sobald der Klub genauere Informationen habe, werde er entsprechende Maßnahmen ergreifen, stand in der Mitteilung weiter. Die Namen der Spieler wurden zunächst nicht bekannt. Real Madrid sprach von einem Spieler der zweiten Mannschaft und drei Spielern der dritten Mannschaft.

Einer der Festgenommenen habe gefilmt, während die anderen einvernehmlichen Sex mit der Jugendlichen gehabt hätten, berichteten die Zeitung „El Confidencial“ und „El País“. Das habe sie nicht gewusst und einer Verbreitung auch nicht zugestimmt. Die Mutter der Jugendlichen habe deshalb Anzeige erstattet.

In Spanien steht auf die nicht autorisierte Verbreitung von Bildern oder Videos, die die Intimsphäre verletzen, eine Strafe von bis zu einem Jahr Gefängnis. Haftstrafen unter zwei Jahren werden in Spanien von den Gerichten häufig zur Bewährung ausgesetzt, wenn der Angeklagte nicht vorbestraft ist.

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Serve & Travel in Schweden


Anita Schell merkt, wie ein alter Mann sie misstrauisch von seinem Fenster aus beobachtet. Direkt nach dem scheppernden Schließen des Briefkastens, in den sie gerade eine Bibel gelegt hat, vernimmt sie das Klacken der Tür, die er neugierig öffnet. Als er die Bibel herausfischt, schaut er ihr verwirrt hinterher, während sie mit einem Lächeln und wippenden rotblonden Locken zum nächsten Haus schlendert. Reaktionen wie die des bärtigen Herrn mit seiner weißen Haarpracht sind für Anita Schell nichts Außergewöhnliches. Es ist auch im schwedischen Norrland nicht ganz normal, mit einem Bollerwagen durch die Straßen zu marschieren und Bibeln in den Briefkästen zu hinterlassen.

„Bible-Movement“ nennt sich die Aktion im Norden des Königreichs Sverige, die die Christin als Teilnehmerin an „Serve & Travel“ unterstützt. Das Programm, an dem sie teilnimmt, ermöglicht ihr, in verschiedene Länder zu reisen, dort missionarisch tätig zu werden und zu assistieren, wo Hilfe gebraucht wird. Eine christlich missionarische Organisation mit dem Namen „Bibel-Mission“ unterstützt ausgewählte Projekte, von denen Jugendliche wie Anita ein Teil werden können. Ob es das Helfen bei einem Spielplatzbau oder das Verteilen von Weihnachtspäckchen ist, „Serve & Travel“ bietet ein großes Spektrum an Möglichkeiten, um Menschen in Not zu entlasten. Anitas einjährige Reise bringt sie zum Schluss nach Schweden, wo sie für vier Monate Teil der Briefkastenaktion wird. Seit einem Jahr reisen Roul und Birgit Åkesson schon mit ihrem zehnköpfigen Basisteam durch Norrland, wobei immer wieder kleinere Gruppen aus unterschiedlichsten Kirchen aus Deutschland kommen, um sie zu unterstützen. Ihre Mission ist es, in jeden Haushalt Nordschwedens eine Bibel zu bringen. Wenn sie das geschafft haben, ist der Süden dran. In einem Sommer werden über 200.000 Bibeln verteilt, die alle durch Spenden finanziert und durch eine zugehörige Druckerei hergestellt werden.

Ein „absolut krasses Erlebnis“ für sie

Was sich simpel anhört, ist schwerer als gedacht. Nicht in jedem schwedischen Haushalt sind die Briefkästen leicht erreichbar. Bei Hochhäusern befinden sie sich im Innenraum der Gebäude, die durch Zahlencodes versperrt sind. Während die Postboten die Verschlüsselungen natürlich kennen, fehlt dem Team diese Insider­information. Die Åkessons leben für Gott und lieben ihr Land. Schockiert über die vielen Kirchenschließungen und den Rückgang von Christen, den die beiden beobachten, beschließen sie, etwas zu unternehmen. Sie gründen „Bible-Movement“ und geben all ihren Besitz auf, um Gott zu dienen. Ihr Team besteht aus freiwilligen Mitarbeitern, die mit Gott leben und seiner Führung folgen wollen. „Ich wollte Gott dienen, weil ich ohne ihn im Leben nicht weiterkam“, sagt Anita.

„Das Warten vor geschlossenen Türen war sehr anstrengend“, erklärt Erika Sawatzky. Das zierliche braunhaarige Mädchen hat zwei Wochen der Sommerferien dafür genutzt, das Projekt zu unterstützen, und durfte in der Stadt Piteå erfahren, was es heißt, auf Gott zu vertrauen. „Ich wollte schon immer in die Mission. So konnte ich mal reinschnuppern. Ich fand cool, dass wir so Gottes Wort den Menschen näherbringen können.“ Voller Begeisterung erzählt sie: „Ein absolut krasses Erlebnis war für mich, als ich vor einer Tür stand, die mit einem Code verschlüsselt war. Ich habe vier abgenutzte Zahlen gesehen und einfach irgendetwas eingegeben. Die Tür ging sofort auf, und da merkt man wirklich, das kann nur Gott.“ Dieses Erlebnis war keine Seltenheit während ihres schwedischen Sommers. Manchmal wurden auch andere Wege gefunden, um in einen Gebäudekomplex zu kommen. „Als ich vor einem riesigen Areal mit Hochhäusern stand, habe ich ein offenes Fenster gesehen“, berichtet Anita. „Ich rief einfach nach oben und bat um Hilfe, und eine Frau kam runter und zeigte mir den Code, der für den ganzen Bereich funktionierte, und so kamen wir ohne Probleme überall rein.“ In Schweden sind die meisten Menschen so offen und freundlich. Sie zeigen Interesse an der Aktion und drücken ihre Begeisterung über Jugendliche aus, die ihre Zeit in ihre Mitmenschen investieren.

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Polizei schließt Unfall aus: 17-Jährige tot in Straßengraben gefunden

Am Sonntag entdeckt ein Radfahrer eine 17-Jährige tot in einem Straßengraben nahe Barenburg. Die Polizei obduziert die Leiche und legt sich fest: Die Jugendliche ist Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Zeugen sollen der Mordkommission Hinweise liefern.

Nach dem Gewaltverbrechen an einer 17-Jährigen in Niedersachsen ermittelt die Polizei unter Hochdruck. Bislang gebe es keine Hinweise auf den Täter, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Diepholz. Ein Radfahrer hatte die 17-Jährige nach Angaben des Polizeisprechers Thomas Gissing am Sonntagabend gegen 19 Uhr in einem Graben neben der Fahrbahn der Straße „Schwarzer Dieken“ nahe der Ortschaft Barenburg entdeckt.

Die Polizei sperrte den Fundort weiträumig ab und sicherte Spuren. Die rechtsmedizinische Untersuchung ergab, dass die junge Frau eines gewaltsamen Todes starb. Laut „NDR“ soll es sich aber nicht um ein Sexualdelikt handeln. Die 17-Jährige stammte aus dem Großraum Sulingen im Landkreis Diepholz. Dir Ortschaft Sulingen liegt nur etwa zehn Kilometer vom Fundort der Leiche entfernt.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen eines Tötungsdelikts, eine Mordkommission wurde eingerichtet. Die Ermittler suchen mögliche Zeugen, insbesondere Anwohner, Spaziergänger und Landwirte, die zwischen 18 und 19 Uhr etwas beobachtet haben oder Hinweise geben können. Sie sollen sich bei der Polizei in Diepholz unter der Telefonnummer (05441) 97 10 melden. Das Zeitfenster sei absichtlich so gewählt, da die 17-Jährige nach Angaben des Polizeisprechers kurz vorher noch Kontakt per Mobiltelefon zu Freunden und Angehörigen hatte.

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Sehbehindertenreporter kommentiert Fußballspiele von Eintracht Braunschweig


Eckball, Pherai orientiert sich Richtung Fünfmeterraum, alle Spieler sind weit hinten, das scheint eine Variante zu sein, die einstudiert ist, man wird sehen, was daraus wird, jetzt kommen die Spieler reingelaufen, der Ball kommt an den zweiten Pfosten, gut von Lauberbach, Möglichkeit und Tor! Tor Decarli! 1:0! Beim ersten Versuch scheiterte er noch an Patrick Drewes, aber dann prallt der Ball ab, und dann stochert er weiter, und Decarli haut das Ding liegend unten rechts rein. 1:0, 82. Spielminute.“ Ganz oben unter dem Dach des Stadions ist Fred Lorenz voll in seinem Element. Die blauen Augen des 55-Jährigen sind auf das Spielfeld fixiert. Auf seiner blauen Regenjacke steht in gelb leuchtenden Buchstaben, passend zu den Vereinsfarben der Eintracht, „Sehbehindertenreporter“. Lorenz sitzt vornübergebeugt am Reportertisch, angespannt das Fußballspiel verfolgend.

Er moderiert ununterbrochen mit seiner kräftigen, angenehmen Stimme das Punktspiel gegen den SV Sandhausen am 31. Spieltag. Besser gesagt, er beschreibt. Er beschreibt alles, was auf dem Spielfeld zu sehen ist. Lorenz ist seit elf Jahren Teil des ehrenamtlichen Sehbehindertenreporter-Teams beim Fußball-Zweitligisten Eintracht Braunschweig. Unter den 20.000 Zuschauern im Eintracht-Stadion befindet sich auch heute wieder eine Gruppe von einem Dutzend Sehbehinderter. Sie sind auf Fred Lorenz und sein Team angewiesen, um das Spiel verfolgen zu können. Der gebürtige Karlsruher ist Lehrer an einem Braunschweiger Gymnasium. Als er ein Seminarfach zum Thema Inklusion im Sport gemacht hat, ist er auf die Blindenfußball-Bundesligamannschaft von Eintracht Braunschweig gestoßen. Dann lernte er Paul Beßler kennen, der Sehbehindertenreporter bei der Eintracht war. „Ich habe ihn einfach gefragt, ob ich mitmachen kann“, sagt Lorenz. „Wir haben damals noch den VfL Wolfsburg betreut, und dann bin ich in dieses Team reingekommen.“ Beßler habe ihn „ins kalte Wasser geworfen“ und ihm einfach das Mikrofon in die Hand gedrückt.

Rund um Trainerbank und Fankurve

Seit der Corona-Pandemie bietet der VfL Wolfsburg Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen allerdings nur noch eine Audio-Deskription über das Fan-Radio an, das eigentlich nur für sehende Fans gedacht ist. Der große Unterschied zwischen Radioreportern und Sehbehindertenreportern ist gemäß Lorenz’ jahrelanger Erfahrungen jedoch, dass die Radioreporter auch rund um den Verein viel erzählen. Zusätzlich gehen sie davon aus, dass der Zuhörer eine bildliche Vorstellung von Fußball hat und über das Radio nur die wichtigsten Informationen zum Spiel bekommen will. Den Sehbehinderten reicht das aber nicht aus, sie wollen alles ganz genau wissen, das Spiel genauso erleben, wie es die sehenden Fans tun. „Wenn jetzt ein Radioreporter sagt, ein Spieler nimmt den Ball zentral an, dann hilft das unseren Sehbehinderten nichts, weil ‚zentral‘ alles bedeuten kann.“ Fred Lorenz sieht sich daher selbst als Reporter, und nicht als Kommentator. „Wir beschreiben und verorten tatsächlich zu 95 Prozent, klar ordnen wir auch mal Dinge ein“, aber „das ist der große Unterschied zu den klassischen Fanradios.“ Seine Zuhörer wollen mitfiebern, und darum ist es notwendig, dass detailliert beschrieben wird, wie bestimmte Situationen entstehen, aber auch, was außerhalb des Spielfeldes passiert. Das Geschehen rund um die Trainerbank oder auch in der Fankurve ist oft wichtig für den weiteren Spielverlauf und die Stimmung im Stadion. Manchmal passieren Spielereignisse auch so schnell, dass man sie im Nachhinein noch mal detaillierter beschreiben muss. Seine ersten Kommentier-Erfahrungen sammelte Lorenz nach seinem Sportstudium. Er machte ein Volontariat bei einem privaten Fernsehsender in Baden-Württemberg und wurde dort als Fußball-Kommentator eingesetzt.

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Toter Jugendlicher in Bayern: 14-Jähriger führt Polizei zur Tatwaffe

Am Freitag meldet sich ein 15-Jähriger bei der Polizei und berichtet von einem Mord an einem 14-Jährigen. Nur wenige Stunden später nehmen die Ermittler einen weiteren 14-Jährigen fest und stellen in dessen Wohnung auch die Tatwaffe sicher. Die Tat bestreitet er aber.

Gegen einen 14-Jährigen, der am Freitag in Lohr am Main einen gleichaltrigen Schüler erschossen haben soll, ist Haftbefehl erlassen worden. Der Tatverdächtige sei in einer Haftanstalt, erklärte ein Polizeisprecher am Nachmittag in der unterfränkischen Stadt. Der Jugendliche habe den Ermittlern gesagt, dass die mutmaßliche Tatwaffe in seiner Wohnung sei. Die Tat selbst habe er aber nicht gestanden, heißt es.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft weiterhin erklärten, starb der 14-Jährige laut der Obduktion an einer Schussverletzung. Die Schusswaffe konnten die Ermittler in der Wohnungen des verdächtigen 14-Jährigen sicherstellen. Der Haftbefehl wurde wegen des Verdachts des Mordes erlassen.

Den Angaben zufolge hatte sich am Freitag ein 15-Jähriger bei der Polizei in Lohr gemeldet und mitgeteilt, dass ein Freund von ihm einen Jugendlichen auf dem Gelände des Schulzentrums getötet habe. Eine Polizeistreife machte sich sofort auf den Weg zum Tatort und stieß dort auf den schwer verletzten 14-Jährigen. Rettungs- und Wiederbelebungsversuche waren nicht erfolgreich. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des Jugendlichen feststellen.

Gegen 18 Uhr wurde am Freitag der verdächtige 14-Jährige festgenommen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Würzburg wurde er einem Haftrichter vorgeführt und in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Am Samstag sicherte die Polizei am Tatort erneut Spuren rund um das Schulzentrum in Lohr. Lohr am Main liegt zwischen Würzburg und Aschaffenburg und hat etwa 15.000 Einwohner.

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