Kategorie -Jugendliche

214 Verfahren wegen Kinderporno in “WhatsApp”-Gruppe

Nachdem ein Kinderporno-Video in einer “WhatsApp”-Gruppe verschickt worden ist, sind Ermittlungen gegen alle 214 Teilnehmer der Gruppe angelaufen.

Knapp 50 Verfahren gebe es bei der Staatsanwaltschaft Trier, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Albrecht am Montag. Die übrigen verteilten sich auf ganz Deutschland und würden von den jeweiligen Behörden geführt. Weitere Angaben machte er zunächst nicht.

Im Kern geht es um ein kinderpornografisches Video, das eine Heranwachsende in der “WhatsApp”-Gruppe verschickt haben soll. “Es geht hier nicht um eine Bande mit Kinderpornos oder einen Kinderpornoring”, sagte Albrecht. Es gehe vielmehr darum, “Jugendliche zu sensibilisieren, dass es strafbar ist, wenn man solche Bilder oder Videos verschickt oder besitzt.”   

Bei einer großen Durchsuchung hat die Polizei in Wittlich (Rheinland-Pfalz) Ende April mehrere Smartphones mit kinderpornographischen Inhalten sichergestellt. Diese wurden offenbar von Jugendlichen per WhatsApp verschickt.

Verwendete Quellen:

  • dpa

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Von Schülern attackiert: Gewalt gegen Lehrer an jeder dritten Grundschule

Vor einigen Wochen machten Berichte über Sicherheitsdienste an einer Berliner Grundschule Schlagzeilen: So sollten Lehrer und Schüler vor gewalttätigen Eltern und Kindern geschützt werden. Eine krasse Ausnahme? Eine aktuelle Umfrage zeigt nun: Körperliche Gewalt gegen Lehrer tritt an beinahe jeder dritten Grundschule auf.

An etwa jeder dritten Grundschule in Deutschland sind Lehrkräfte in den vergangenen fünf Jahren laut einer neuen Studie körperlich angegriffen worden. Dies berichten die Schulleitungen laut einer am Mittwoch in Berlin vorgestellten Umfrage des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE). Über alle Schulformen hinweg gibt rund jede vierte Schulleitung an, dass es Fälle körperlicher Gewalt gegen Lehrkräfte gibt.

Psychische Gewalt ist noch stärker verbreitet

Fast die Hälfte der Schulleitungen (48 Prozent) gab an, dass es an ihrer Schule in den vergangenen fünf Jahren Fälle von “psychischer Gewalt” gab – also Fälle, bei denen Lehrkräfte direkt beschimpft, bedroht, beleidigt, gemobbt oder belästigt wurden. Fälle von Mobbing, Diffamierung und Belästigung über das Internet gab es laut Studie an jeder fünften Schule.

Wie sieht diese Gewalt aus?

Ein Beispiel aus Nordrhein-Westfalen: Als Andreas F. in seine neue Klasse in der Brennpunkt-Grundschule kam, sagte ihm ein Schüler gleich in der ersten Stunde, was Sache ist, wie F. erzählte. Kaum hatte F. die Schüler gebeten, die Hausaufgaben aufzuschreiben, schallte es ihm entgegen: “Alter, davon träumst du. Mein einer Bruder sitzt im Knast, der zweite in der psychiatrischen Anstalt und den dritten sucht die Polizei. Wenn ich einen davon rufe, bist du so klein mit Hut.”

Schwere Vorwürfe erhebt der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann gegen die zuständigen Landesregierungen. Die Bildungsministerien verbreiteten vielfach immer noch das “Märchen”, es handele sich nur um Einzelfälle. Viel zu lange habe Angst vor Reputationsverlust zu einer “Kultur des Schweigens” geführt, so der Chef der Lehrergewerkschaft.

So halten 39 Prozent der Schulleitungen das Thema Gewalt gegen Lehrer für ein Tabu-Thema an Deutschlands Schulen. 46 Prozent hingegen meinen, mit dem Thema werde an den Schulen offen umgegangen.

Aufschluss über die Gründe für Gewalt gibt die Studie nicht. Beckmann meint, Kinder brächten entsprechende Verhaltensmuster von Zuhause mit. “Wenn sich Eltern selbst so verhalten, dass sie ihre Forderungen gegenüber anderen mit gewalttätiger Sprache oder körperlicher Gewalt durchsetzen, müssen sie sich nicht wundern (…).”

Zunehmende Gewalt ist ein “gesamtgesellschaftliches Phänomen” 

Beckmann wies eine Aussage des ehemaligen Recklinghausener Gymnasiallehrers und Buchautors Wolfgang Kindler zurück, der im WDR 5 Morgenecho gesagt hatte: “Wir haben leider das Problem, dass Kinder aus Migrationszusammenhängen häufig körperlich gewalttätiger sind als andere.” Kindler führte als Beispiel den Berliner Bezirk Neukölln an. “Das kann ich so nicht bestätigen”, sagte der VBE-Chef. Allerdings könne es Konflikte geben, wenn etwa Grundschüler aus anderen Kulturen in ihrem Elternhaus nicht gelernt hätten, mit der Rolle der Frau als gleichberechtigt klarzukommen und Lehrererinnen dann weniger Respekt entgegenbrächten. Zunehmende Gewalt – gegen den öffentlichen Dienst generell – sei aber ein “gesamtgesellschaftliches Phänomen” und gehe keineswegs vorrangig von Menschen mit Migrationshintergrund aus.

Die große Mehrheit der Schulleitungen von Schulen mit Fällen von Gewalt oder Mobbing meint, ihnen gelinge es meist, die betroffenen Lehrer ausreichend zu unterstützen. In den anderen Fällen führten das die Befragten vor allem auf uneinsichtige Schüler oder nicht kooperationswillige Eltern zurück.

33 Prozent beklagen, dass das jeweilige Schulministerium sich des Themas nicht ausreichend annehme. Für 22 Prozent ist die Meldung von Vorfällen zu bürokratisch und zeitaufwendig organisiert. “Das hat Methode”, wirft Beckmann der Politik vor. Sie wolle das Ausmaß des Problems vielfach gar nicht kennen, um sich dem nicht stellen zu müssen – und damit sie nicht im schlechten Licht dastehe.

Bereits 2016 hatte der VBE vor Verrohung gewarnt. Laut einer damaligen Umfrage unter Lehrern hatte es an der Hälfte der Schulen binnen fünf Jahren Fälle psychischer Gewalt gegen Lehrkräfte gegeben. 45.000 Lehrkräfte wurden demnach schon körperlich angegriffen.

Beckmann verweist auf eine VBE-Anfrage an die Kultusministerien der Länder, ob sie einschlägige Statistiken führen und öffentlich machen. Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt hätten geantwortet, keine entsprechende Statistik zu führen. Bremen etwa habe mitgeteilt: “Auch wenn keine Statistik betreffend Gewaltvorfällen gegen Lehrpersonen geführt wird (wohl aber betreffend “Besondere Vorkommnisse” aller Art), können wir versichern, dass es nur um Einzelfälle geht (…).”

Zugleich zeigt sich Beckmann zuversichtlich, dass das Thema zunehmend aus der Tabuzone rücke. Der Gewerkschaftschef lobt die Kultusministerkonferenz der Länder, die sich dessen annehmen wolle.

Verwendete Quellen:

  • dpa

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So bringt man Kindern den Umgang mit dem Handy bei

“Leg doch endlich mal das Handy weg.” Wie viele Eltern sagen täglich wohl diesen Satz? Das Smartphone ist aus der Welt der Kinder aber nicht mehr wegzudenken. Eltern müssen sich daher überlegen, wie sie ihren Kindern den richtigen Umgang damit beibringen.

Ein Bild liken oder lustige Emojis verschicken: Schon kleine Kinder wissen, was Smartphones oder Tablets zu bieten haben. Sehr zum Leidwesen der Eltern – denn wie führt man noch ein Gespräch am Tisch, wenn alle auf ihre Bildschirme starren?

Thomas Feibel ist Buchautor und beschäftigt sich mit dem Aufwachsen in der digitalen Welt. Ein Gespräch über Smartphone-Zombies und die Möglichkeiten, Kinder für ihr Nutzungsverhalten zu sensibilisieren.

In fast jeder Familie gibt es Diskussionen um das Smartphone oder Tablet. Was nervt Eltern daran, wenn ihre Kinder am Smartphone hängen?

Thomas Feibel: Eltern nehmen es persönlich, wenn die Kinder nur halb anwesend sind. Und sie ärgern sich, dass scheinbar alles missachtet wird, was sie ihrem Kind über Handynutzung erklären. Das Problem ist: Der Depp ist immer der andere. Wenn man selbst aufs Handy guckt, weil man vielleicht gerade sein Bahnticket bucht, ist das wichtig und legitim. Wenn Sohn oder Tochter am Handy hängen, hat man schnell den Reflex: Was machen die da für einen Unsinn?

Von daher würde es sich lohnen, genau hinzuschauen: Scrollt er oder sie nur Bilder durch oder schreiben sie gerade mit einem Freund, der Liebeskummer hat und Trost braucht? Trotzdem muss man mit seinen Kindern darüber reden, dass es auch Offline-Zeiten in der Familie geben muss.

Wenn all das nichts nutzt, möchten Eltern das Smartphone  einkassieren. Wie sieht es damit aus?

Das halte ich für schwierig, wenn es aus einem Impuls heraus geschieht. Äquivalent dazu haben unsere Eltern uns Fernsehverbot erteilt. Das hat was von: Ich habe Macht und du bist machtlos. Das Smartphone einkassieren sollte als letztes Mittel in einer Reihe von Abmachungen stehen. Erst, wenn die alle nicht eingehalten werden, kann das Telefon auch mal für einen Tag weg sein.

Wie kann man seinen Kindern überhaupt bewusst machen, wie viel Zeit sie am Smartphone verbringen?

Dazu können Eltern mal ein kleines Experiment machen, etwa, wenn das Kind Vokabeln lernen muss. Man stoppt in Absprache die Zeit, die es fürs Lernen braucht – einmal, wenn es das Handy am Schreibtisch dabei hat und einmal ohne. Ohne Handy wird es vermutlich schneller gehen. Damit hat man was in der Hand und kann deutlich machen: Ohne Smartphone hast du hinterher mehr Zeit für Freunde oder zum Rausgehen. Ich kenne kaum Kinder, die freiwillig mehr Zeit mit Lernen verbringen wollen.

Aber das Ganze ist auch ein schwieriger Prozess, für den es keine goldenen Regeln gibt. Letztlich fällt es den Eltern genauso schwer, ihr Smartphone aus der Hand zu legen. Und wer selbstverständlich um 22:00 Uhr noch E-Mails beantwortet, kann von seinen Kindern kaum glaubhaft Disziplin verlangen.

In vielen Ratgebern werden Bildschirmzeiten für Kinder unterschiedlicher Altersstufen empfohlen. Was halten Sie davon?

Sobald Kinder ein eigenes Smartphone haben, wird das obsolet. Eltern können nur schwer kontrollieren, wie oft das Kind unterwegs das Handy nutzt. Es ist einfach immer “on”.

Was raten Sie Eltern, wie sie technikfreie Zeit in der Familie durchsetzen können?

Sie sollten da nicht moralisch rangehen und ankündigen: “So, am Wochenende machen wir alle mal was ohne Handy”. Am besten thematisiert man das Thema gar nicht groß, sondern versucht, was gemeinsam zu machen, bei dem alle Spaß haben. Wenn man rausfährt, um zu zelten, stört das Handy nur.

Verwendete Quellen:

  • dpa

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Über 1000 Teilnehmer bei Jugendwirtschaftskonferenz t-wood

Über 1000 Schüler aus Südthüringer Schulen haben sich im Suhler Congress Centrum an der Jugendkonferenz t-wood der Industrie- und Handelskammer Südthüringen (IHK) beteiligt. Bei der zweiten Auflage der Veranstaltung seien am Dienstag 200 Besucher mehr als bei der Premiere 2015 registriert worden, hieß es. Bei der Konferenz erhielten die Teilnehmer einen Einblick in die Wirtschaft. Unternehmer aus der Region hielten Vorträge und standen für Gespräche zur Verfügung. Angesprochen waren Schüler der ältesten Jahrgänge aus Regelschulen, Gymnasien sowie Beruflichen Gymnasien.

“Wir wollen den Jugendlichen zeigen, wie die Wirtschaft funktioniert und sie vorbereiten auf die Zeit nach dem Schulabschluss”, erklärte IHK-Präsident Peter Traut. Die Botschaft laute, dass die Region durch innovative Arbeitsbereiche und Firmen hervorragende Chancen für die Zukunft der Jugendlichen biete.

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Preis: Weltbeste Lehrerin spricht mit Schülern auf 35 Sprachen

Die beste Lehrerin der Welt kommt aus Großbritannien: Das hat jedenfalls die Jury des Welt-Lehrer-Preises entschieden, der in Dubai verliehen wurde und mit einer Million Dollar dotiert ist.

Die Lehrerin Andria Zafirakou, die in einem Problemviertel in London arbeitet, wurde für ihren Einsatz für ihre Schüler ausgezeichnet. Sie war unter den zehn Finalisten des Wettbewerbs. Beworben hatten sich 30.000 Kandidaten weltweit.

Das zeichnet die beste Lehrerin der Welt aus

Lehrerin Zafirakou arbeitet an der Alperton Community Schule in Brent, einem armen Viertel im Norden von London mit vielen Migranten. Sie eignete sich Grundkenntnisse in den meisten der 35 Sprachen an, die an ihrer Schule gesprochen werden, um mit den Schülern und deren Eltern kommunizieren zu können.

Die Lehrerin setzte Änderungen beim Lehrstoff durch, um diesen an den Alltag ihrer Schüler anzupassen. Zudem sorgte sie bei den Stundenplänen dafür, dass es auch Sportunterricht nur für Mädchen gibt – eine wichtige Hilfe in dem moralisch konservativen Stadtteil. “Das Ergebnis? Ein siegreiches weibliches Cricketteam”, erklären die Organisatoren der Preisverleihung.

Darüber hinaus arbeitet Zafirakou eng mit der Polizei zusammen, um gegen die Gewalt auf der Straße vorzugehen. Ihr Einsatz habe sich ausgezahlt, heißt es in der Erklärung weiter. Heute zähle das Alperton Community College zu den oberen fünf Prozent der Schulen in England und Wales, denen es gelinge, die Leistungen der Schüler deutlich zu verbessern.

Preisgeld an eine Bedingung gebunden

Der Preis von einer Million Dollar wird ihr nun über einen Zeitraum von zehn Jahren ausgezahlt – unter einer Bedingung: dass sie mindestens fünf Jahre lang weiter unterrichtet.

Der Welt-Lehrer-Preis wird nun schon zum vierten Mal von der in Dubai ansässigen Varkey-Stiftung verliehen. Die Stiftung wurde von der indischen Familie Varkey gegründet, die sich in den 50er-Jahren im damals noch britischen Protektorat Vereinigte Arabische Emirate niedergelassen und mit der Gründung von Privatschulen für ausländische Arbeitnehmer ein Vermögen verdient hat.

Promiaufgebot bei Preisverleihung

Unter den ersten Gratulanten war neben dem Herrscher von Dubai auch die britische Premierministerin Theresa May. “Ein guter Lehrer muss belastbar und einfallsreich sein und ein großes Herz haben”, sagt May in einer Videobotschaft. Diese Qualitäten gebe Zafirakou jeden Tag aufs Neue an ihre Schüler weiter, fügt May hinzu und bedankt sich bei der Lehrerin für ihr Engagement.

Formel-Eins-Star Lewis Hamilton überbrachte in einem weißen Sport-Cabrio die Trophäe. Durch die Gala führte der Nachfolger von Jon Stewart bei der “Daily Show”, Trevor Noah, für die Showeinlagen sorgte die US-Sängerin und Schauspielerin Jennifer Hudson.

Verwendete Quellen:

  • AFP

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Mobbing in der Schule: Das sind Warnsignale

Zehn bis zwölf Prozent aller Schüler in Deutschland haben mehr als einmal im Monat mit Mobbing zu tun. Die Schikanen sind keineswegs harmlos. Eltern sollten bei ihren Kindern auf folgende Anzeichen für Mobbing achten.

Als Mobbing wird das Schikanieren und Attackieren von Arbeitskollegen oder Mitschülern bezeichnet. Die über einen längeren Zeitraum anhaltenden Aktionen sollen die Betroffenen sozial ausgrenzen. Mobbing (aus dem Englischen von “to mob”, das bedeutet anpöbeln, beleidigen) hat in der Schule und als Cybermobbing im Internet in den vergangenen Jahren immens an Bedeutung gewonnen.

Mobbingopfer werden durch feindselige Angriffe, durch eiskalte Ablehnung oder Getuschel hinter dem Rücken, durch Anschwärzen oder auch sexuelle Belästigung oder Erpressung in eine unterlegene Position gedrängt.

Gut jeder dritte Jugendliche ist nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) schon einmal im Internet gemobbt worden. Einer Umfrage zufolge kommen beim Cybermobbing an erster Stelle Drohungen und Beleidigungen (18 Prozent). Außerdem klagen die Jugendlichen über Identitätsmissbrauch und die unberechtigte Weitergabe privater E-Mails oder Fotos. Nach Schikanen im Netz fühlt sich jeder Fünfte verzweifelt oder hilflos. 18 Prozent gaben an, Schlafstörungen zu haben, je sechs Prozent Kopf- und Bauchschmerzen.

Plötzlicher Rückzug oder Allergie können Hinweise sein

Eltern sollten hellhörig werden, wenn ihr Kind sich plötzlich zurückzieht. Denn das kann ein Zeichen für Mobbing sein. Darauf könne etwa hindeuten, wenn Kinder nichts mehr aus ihrem Alltag erzählen. “Sie wollen so vermeiden, dass etwas durchsickert”, sagt Diplom-Sozialpädagoge Frank Schallenberg. Auch wenn keine Freunde mehr zu Besuch kommen oder anrufen, ist Mobbing vielleicht die Ursache.

Eine plötzliche Verschlechterung in der Schule oder allergische Reaktionen ohne erkennbare Ursache können weitere Anzeichen sein. Denn Stress durch systematische Schikane äußert sich unter Umständen auch körperlich.

Warnsignal verschwundene Schulsachen

Auch beschädigte und verschwundene Schulsachen oder Verletzungen am Körper können mögliche Warnsignale für Mobbing sein, erläutert Ingo Spitczok von Brisinski vom Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie (BKJPP). Haben Eltern einen Verdacht, sollten sie ihre Kinder vorsichtig dazu ermutigen, die Situation und ihre Gefühle zu schildern.

Verhalten in kritischen Situationen üben

Bestehe das Mobbing noch nicht so lange, könne es ausreichen, mit dem Kind das Verhalten in kritischen Situationen zu üben, sagt Spitczok von Brisinski. Anhaltendes Mobbing hingegen könne das Selbstwertgefühl des betroffenen Kindes beeinträchtigen. Im schlimmsten Fall könne es Depressionen und Ängste fördern. Eltern sollten sich daher mit der Schulleitung in Verbindung setzen, wenn das Kind bereits seit längerem gemobbt wird.

Kinder zum Reden ermutigen

Auch Schallenberg rät, die Kinder auf veränderte Gewohnheiten anzusprechen. “Dann kann es sein, dass das Kind mit den Informationen rausplatzt oder erst einmal beschwichtigt”, erklärt der Sozialpädagoge. Egal, wie das Kind im ersten Moment reagiert: Es weiß nun, dass die Eltern auf die Situation aufmerksam geworden sind. “Sie erzeugen so Offenheit”, erläutert Schallenberg. “Es kann dann noch einige Wochen dauern, bis das Kind auf die Eltern zukommt.”

Schule muss das Problem lösen

Eltern müssen ihrem Kind vermitteln, dass es an dem Problem nicht selber schuld ist. “Es ist das Fehlverhalten der anderen”, gibt Schallenberg ein Beispiel dafür, was Eltern betroffenen Kindern sagen können. Danach sollten sie mit der Schule Kontakt aufnehmen. “Mobbing lebt von der Klassendynamik”, so Schallenberg.

Daher sei auch die Schule dafür verantwortlich, das Problem zu lösen. An die Eltern der Täter heranzutreten, sei keine gute Idee, warnt Schallenberg. “Das führt oft zur Eskalation.” Besser sei es, mit dem Kind gemeinsam eine Vertrauensperson zu finden, die Gespräche moderieren kann und in das Netzwerk eingebunden ist, in dem das Mobbing stattfindet. “Das kann zum Beispiel ein Lehrer sein oder der Trainer im Sportverein”, sagt Schallenberg.

Bei Cybermobbing Verstöße dokumentieren

Wenn das Mobbing im Internet geschieht, sei die Situation schwieriger zu handhaben, sagt Schallenberg. Eltern sollten ihr Kind dazu anhalten, alle Beleidigungen zu dokumentieren. Verletzen die Täter Persönlichkeitsrechte und laden zum Beispiel unerwünschte Bilder hoch, können Betroffene Anzeige erstatten. Sich aus sozialen Netzwerken abzumelden, sei keine Lösung. Das habe nur zur Folge, dass die sozialen Kontakte des Betroffenen immer weiter abnehmen. “Ich muss mich dann einschränken, weil ein anderer so mit mir umgeht – das ist nicht fair.”

Mobbing offensiv angehen

In der Regel gehören die Täter aus dem Internet aber auch zum persönlichen Umfeld außerhalb des Webs, zum Beispiel in der Schule. Dort können Eltern und Lehrer leichter einschreiten. Wichtig sei es, das Problem dort offensiv anzugehen, um dem Täter zu signalisieren: So geht es nicht weiter.

Anzeichen für Mobbing:

  • Beobachten Eltern eine deutliche Veränderung im Verhalten ihres Kindes, kann das ein Warnzeichen sein. “Wir alle haben mal keine Lust zu Arbeiten”, sagt der Schulpsychologe Klaus Seifried vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Doch wenn ein Kind, das eigentlich gerne zur Schule geht, plötzlich nicht mehr möchte, sollten Eltern dies ernstnehmen.
  • Häufige Kopf- oder Bauchschmerzen können natürlich medizinische Gründe haben. “Aber will das Kind deswegen ständig zu Hause bleiben, haken Eltern besser nach”, rät Seifried.
  • Bekommt ein guter Schüler plötzlich nur noch schlechte Noten, kann das zwar ganz banale Ursachen haben. “Wenn ich mit 15 oder 16 Jahren nur noch an Mädchen und Partys denke, dann werden meine Leistungen leiden”, sagt Seifried. Werden die Leistungen aber vermeintlich ohne Grund schlechter, könnte auch etwas anderes dahinter stecken.

Was Eltern tun können:

  • Ganz generell gilt, dass Eltern sich Zeit nehmen und mit dem Kind über die Schule sprechen sollten. Das sollte dann darüber hinausgehen, wie sonst danach zu fragen, wie es in der Schule war und sich mit der schlichten Antwort “gut” zufriedenzugeben.
  • Vermuten Eltern, dass etwas nicht stimmt, sprechen sie das am besten an. “Im zweiten Schritt sollten sie sich an den Klassenlehrer wenden”, rät Seifried. Der kann das Arbeits- und Sozialverhalten in der Schule einschätzen. Ist das Kind still und sozial isoliert? Oder eher laut und aufgedreht?
  • Handelt es sich um ein ernstes Problem wie Mobbing, schalten Eltern zusätzlich am besten den Schulleiter ein. “Kinder reden über so etwas ungern – es ist ihnen peinlich”, warnt Seifried. Dennoch sollten sich Eltern nicht scheuen, das Problem auf höherer Ebene anzusprechen und dann gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.
  • Ein Schulpsychologe kann helfen, wenn Kinder sich in der Schule nicht wohlfühlen. “Leider ist die Versorgung deutschlandweit extrem unterschiedlich”, sagt Seifried. In großen Städten kann es leichter sein einen Termin zu bekommen als auf dem Land. Schulen kennen den zuständigen Schulpsychologen und können Eltern sagen, wo und wann Sprechstunden angeboten werden.
  • Ein erster Schritt kann auch sein, die Opferhilfe zu kontaktieren. Der Weiße Ring, das Mobbingtelefon oder das Kindernottelefon sind ebenfalls Ansprechpartner.

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Nachrichtenquelle: Instagram bei jungen Leuten für News wichtiger als Facebook

Berlin/Hamburg (dpa) – Nachrichten über das Weltgeschehen erreichen junge Menschen in Deutschland inzwischen häufiger über Instagram als über Facebook. Das geht aus dem “Reuters Institute Digital News Report” hervor, der heute erscheint.

“Instagram hat bei den 18- bis 24-Jährigen Facebook und Twitter als Nachrichtenquelle überholt”, sagte der Kommunikationswissenschaftler Sascha Hölig vom Leibniz-Institut für Medienforschung in Hamburg der Deutschen Presse-Agentur.

Rund ein Viertel (23 Prozent) der Internetnutzer im Alter von 18 bis 24 Jahren sieht sich bei Instagram regelmäßig Nachrichteninhalte an, das beim Vergleich mit anderen sozialen Medien damit vorn liegt. Facebook und Youtube rangieren mit 22 Prozent knapp dahinter. WhatsApp kommt bei den 18- bis 24-Jährigen auf 10 Prozent, Twitter nur auf 6 Prozent.

“Auch in der Gesamtheit der Befragten hat Instagram Twitter hinter sich gelassen”, sagte Hölig. “Es ist eben das angesagte Medium. Doch nutzt niemand Instagram, um Nachrichten zu suchen. Man bewegt sich eben dort – hauptsächlich, um Fotos von Freunden oder Essen zu sehen – und findet dann Nachrichten quasi als Beifang.” Ohnehin nutze so gut wie niemand soziale Medien als alleinige Nachrichtenquelle. Nur 3 Prozent der Befragten stützen sich nach eigenen Angaben ausschließlich darauf.

Die Wissenschaftler untersuchten für die aktuelle Studie auch das Vertrauen der Menschen in Nachrichten: Demnach stimmt in Deutschland etwa die Hälfte (47 Prozent) der erwachsenen Internetnutzer der Aussage zu, dass sie dem Großteil der Nachrichten vertrauen. Das sei ein vergleichsweise guter Wert, sagte Hölig. “Das Vertrauen in die Nachrichten allgemein ist in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern hoch. In Großbritannien sind es 40 Prozent, in den USA 32 Prozent, in Ungarn 28 Prozent und Frankreich sogar nur 24 Prozent. Deutschland liegt im vorderen Drittel.”

Man müsse auch unterscheiden: “In diesem Wert sind alle Nachrichten enthalten, die den Befragten insgesamt und auf sämtlichen Wegen begegnen können”, erklärte Hölig. “Bei Nachrichten, die man selbst nutzt, hat sich der Wert seit drei Jahren bei 60 Prozent eingependelt.”

Deutlich mehr Vertrauen als Instagram oder Facebook genießen klassische Medien wie Tageszeitungen oder öffentlich-rechtliches Fernsehen. Nachrichten, die sich über soziale Medien verbreiten, sehen die Nutzer dagegen sogar zunehmend skeptisch: “Das Vertrauen in Nachrichten in sozialen Medien ist rückläufig”, sagte Hölig. “Nur noch 16 Prozent vertrauen ihnen. 2018 sind es noch 18 Prozent gewesen. Die jüngeren Mediennutzer sind noch skeptischer, dort sind es nur 12 Prozent. Man darf also nicht in die Logik verfallen, dass junge Leute auf Fake News hereinfielen und deswegen ihr Wahlverhalten änderten.”

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