Kategorie -Jugendliche

Bundesrechnungshof: Welchen Nutzen haben Zahnspangen?

Der Bundesrechnungshof hat der Bundesregierung bei Projekten und Ausgaben unwirtschaftliches Verhalten vorgeworfen. Auch kieferorthopädische Behandlungen sieht er kritisch.

Mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen in Deutschland ist bei einem Kieferorthopäden in Behandlung. Krankenkassen der gesetzlichen Krankenversicherungen geben jährlich mehr als eine Milliarde Euro dafür aus, Eltern werden zusätzlich zur Kasse gebeten.

Allerdings seien Ziel und Erfolg solcher Behandlungen unzureichend erforscht, prangert nun der Bundesrechnungshof an und verweist auf aktuelle Prüfergebnisse als Ergänzung zum Jahresbericht 2017. 

“Vor allem eine fehlende Versorgungsforschung lässt es fraglich erscheinen, ob Krankenkassen kieferorthopädische Leistungen in ausreichendem, zweckmäßigem und wirtschaftlichem Maße erbringen”, heißt es in einer Bemerkung zur Ergänzung zum Jahresbericht 2017.

Kein Einblick in kieferorthopädische Leistungen

Bei einer Prüfung habe der Rechnungshof festgestellt, dass weder das Bundesministerium für Gesundheit noch die Krankenkassen einen Einblick haben, welche kieferorthopädischen Leistungen Patienten konkret erhalten. Es gebe keine Daten über Art, Dauer und Erfolg der Behandlungen. Und auch Aufzeichnungen zu zugrundeliegenden Diagnosen oder der Zahl der abgeschlossenen Behandlungen liegen demnach nicht vor. Hinweisen auf diesen Missstand – auch von anderen Einrichtungen – sei das Ministerium seit Jahren nicht nachgegangen.

“Auch im Sinne der Patienten ist zu klären, welche Leistungen zu Behandlungserfolgen führen”, sagt Kay Scheller, Präsident des Rechnungshofs. In anderen Leistungsbereichen der Gesetzlichen Krankenversicherung müsse der Nutzen einer Therapie wissenschaftlich bestätigt sein. “Das sollte auch bei kieferorthopädischen Behandlungen der Fall sein.”

Der Bundesrechnungshof empfiehlt, Daten zu Versorgungslage, Behandlungsnotwendigkeit und Nutzen zu erfassen und auszuwerten. Auch Selbstzahlerleistungen sollten dabei berücksichtigt werden. Nur so könne man ermitteln, welche Leistungen sinnvoll sind und die Krankenkassen zukünftig übernehmen sollten.

Verwendete Quellen:

  • dpa
  • Bundesrechnungshof: Bemerkungen zum Jahresbericht

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Missbrauch und sexuelle Nötigung: Experten kritisieren fehlenden Jugendschutz bei Musical.ly

Die Video-App Musical.ly steht bei Kindern und Jugendlichen hoch im Kurs. Schaut man aber genau hin, finden sich auch freizügigere Clips, nicht selten von jungen Nutzerinnen. Experten warnen vor Missbrauch. 

Per Smartphone zum Star. Davon träumen viele Jugendliche. Besonders beliebt bei Teenagern ist die App Musical.ly, auf der kurze Playback-Clips gedreht und mit anderen geteilt werden können. Vorbild für viele sind die schwäbischen Zwillinge Lisa und Lena. Dank ihrer lustigen Clips wurden sie weltweit bekannt. Mit mehr als 28,5 Millionen Fans sind die beiden die erfolgreichsten “Muser”, so nennen sich die Nutzer der App.

“Du bist so heiß”

Doch längst nicht alle Videos sind so harmlos, wie die Filmchen der berühmten Zwillinge mit den Zahnspangen. Schaut man genauer hin, finden sich unter den Milliarden Clips auch vereinzelt freizügigere Aufnahmen, nicht selten von jungen Nutzerinnen. “Ein Weg zu großer Aufmerksamkeit und Anerkennung, da funktioniert Musical.ly nicht anders als das professionelle Showgeschäft, ist das Zeigen von sehr viel Haut. Bei Musical.ly handelt es sich erschreckend oft um die Haut sehr junger Mädchen”, berichtete das von der Bundesregierung unterstützte Infoportal mobilsicher.de am Wochenende. Die Verbraucherschützer warnten vor Missbrauch und sexueller Nötigung.

Und in der Tat: Sucht man mit einschlägigen Hashtags wie etwa #bellydancing, #bottom oder #bikini fanden sich bis Montagnachmittag Zehntausende Videos auf der Plattform. Zu sehen gab es Mädchen in knappen Hotpants auf ihrem Bett oder bauchfrei bei aufreizenden Tanzbewegungen. In den Kommentarleisten erhielten sie von Nutzern wie “daddys_girlz29” oder “loveyourbelly13” Komplimente wie “Du bist so heiß!”. Oder sie fordern die Mädchen auf, ihnen das Video gleich per Direktnachricht zuzuschicken, damit sie es auf ihrer Seite bewerben können.

Viele nicht älter als sieben Jahre

“Einige Nutzer erstellen Sammlungen, die sich nur auf aufreizende Selbstdarstellungen von Kindern konzentrieren”, erklärt Inga Pöting von mobilsicher.de. Andere würden versuchen, direkt zu den jungen Mädchen Kontakt aufzunehmen – etwa indem sie eine Telefonnummer schicken oder sie auffordern, per Messenger weiter zu kommunizieren. Einige Mädchen seien nicht älter als sieben oder acht Jahre.

Am Montag bat die Deutsche Presse-Agentur Musical.ly um eine Stellungnahme. Wenige Stunden später war ein Teil der zitierten Hashtags nicht mehr abrufbar. Am Dienstag sprach das Unternehmen, das im November von der chinesische Medienfirma für rund eine Milliarde Euro gekauft worden war, von einem “komplexen Problem”, das es als Branche zu lösen gelte.

Die Musical.ly-Stars Lisa und Lena: Viele junge Mädchen eifern ihnen nach – das kann auch gefährlich werden. (Quelle: dpa/Christian Charisius)Die Musical.ly-Stars Lisa und Lena: Viele junge Mädchen eifern ihnen nach – das kann auch gefährlich werden. (Quelle: Christian Charisius/dpa)

Ausbau der Schutzmaßnahmen 

Und: “Musical.ly verfügt über eine Vielzahl an Schutzmaßnahmen und gewährleistet eine Moderation rund um die Uhr, um die Möglichkeiten einer missbräuchlichen Nutzung der App zu reduzieren”, hieß es. Leider seien diese Schutzmaßnahmen nicht immer tadellos. Solche Missbrauchsbeispiele spiegelten aber nicht die typischen Inhalte oder Nutzungsmuster der App wider.

Das Unternehmen versprach zudem, seine Schutzmaßnahmen weiter auszubauen. Tatsache ist dennoch, dass die Anmeldung kinderleicht ist und es keinerlei Kontrollen gibt. Zwar dürften unter 13-Jährige laut Nutzungsbedingungen nicht dabei sein, doch wird weder das angegebene Geburtsdatum noch die E-Mail-Adresse überprüft. Und: Jeder neu angelegte Account ist standardmäßig auf öffentlich eingestellt.

Kein neues Phänomen

Musical.ly wurde 2014 gegründet und vor allem durch kurze selbstgefilmte Clips populär, bei denen die Nutzer ihre Lippen synchron zu bekannten Popsongs oder Filmzitaten bewegen. Inzwischen zählt die App mehr als 200 Millionen Nutzer weltweit.

Popstar spielen und sich zu präsentieren sei kein neues Phänomen, sondern alterstypisch bei Kindern und Jugendlichen, sagt Iren Schulz, Expertin der Initiative “Schau hin! Was dein Kind mit Medien macht.”. “Was früher im Freundeskreis oder bei Familienfeiern stattfand, hat jetzt über die sozialen Medien eine größere Bühne bekommen – mit weiterreichenden Konsequenzen, wenn man nicht auf seine Daten und Profile aufpasst.”

“Das ist eine enorme Gefahr”

Laut Schulz fehlt einigen jungen Nutzern das kritische Bewusstsein: “Wenn sie die Videos machen, haben viele nur ihre besten Freundinnen oder die Jungs in der Klasse vor Augen. Sie denken nicht an das große Publikum, das sich da sonst noch rumtreibt, das ist eine enorme Gefahr.” Sie appelliert an die Eltern, ihre Kinder auf Social-Media-Plattformen zu begleiten, ein Konto gemeinsam einzurichten und die wichtigsten Privateinstellungen vorzunehmen.

Medienpädagoge Martin Müsgens von der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen rät den Nutzern die Privateinstellungen von Profilen grundsätzlich genau zu überprüfen und auch die Standortdaten zu deaktivieren. Vor allem sensible Inhalte sollten nur mit engsten Freunden geteilt werden, sagt er. “Je größer der Kreis, desto schneller kann der Beitrag außer Kontrolle geraten und in Portalen landen, wo ich ihn nicht haben will.” Und grundsätzlich sollte man sich immer fragen, ob einem ein Beitrag irgendwann mal peinlich sein könnte. Das Netz vergesse nicht. Und: “Je mehr ich von mir präsentiere, desto angreifbarer mache ich mich.”

Verwendete Quellen:

  • dpa

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Apps: Diese Handy-Spiele sind für Kinder geeignet – diese nicht

Angry Birds, Pokémon, Super Mario und Co. – Spiele-Apps sind bei Kindern sehr beliebt. Aber nicht alle Apps sind für Kinder auch geeignet. Das liegt nicht nur an ihren Inhalten. Worauf Eltern achten sollten, lesen Sie hier.

Überblick
  • Was macht eine gute Spiele-App für Kinder aus?
  • Worauf sollten Eltern bei der Wahl einer App achten?
  • Wo liegen besondere Risiken von Apps?
  • Was sollten Eltern zum Schutz ihrer Kinder noch tun?
  • Ab welchem Alter sind Apps für Kinder sinnvoll?
  • Bewertungen einiger beliebter Apps

Die Experten von “jugendschutz.net” testen regelmäßig Spiele-Apps für Kinder. In einer Stichprobe von 2018 von insgesamt 100 Spiele-Apps waren 99 laut “jugendschutz.net” hinsichtlich ihres Umgangs mit Kinder-, Daten- und Verbraucherschutz kritisch, über 60 Prozent zeigten sogar so gravierende Mängel, um in mindestens einer Prüfkategorie als sehr riskant eingestuft zu werden. Bei den Apps wurde besonders auf Kinderschutz, Werbung, In-App-Käufe, Datenschutz und Verbraucherinformationen geachtet.

Die Tester prüften insgesamt 14 beliebte Spieleapps, eins davon bezeichneten sie als bedenklich, die übrigen 13 stuften sie als inakzeptabel ein – darunter Minecraft, Clash of Clans und Fortnite.

Worauf sollten Eltern bei Handyspielen also achten? Wir sagen Ihnen, welche Apps für Kinder geeignet und welche eher ungeeignet sind.

Was macht eine gute Spiele-App für Kinder aus?

Marlen Korn leitet bei “jugendschutz.net” den Bereich “Internet für Kinder”. Sie nennt die Aspekte, die eine gute Kinder-App ausmachen. Eine für Kinder geeignete Spiele-App

  • ist altersentsprechend und enthält keine ängstigenden Inhalte,
  • ist leicht zu bedienen,
  • ist für Kinder ansprechend gestaltet,
  • regt im besten Fall Kinder zum Mitmachen an und
  • bietet einen Lerneffekt,
  • verzichtet im Idealfall auf Werbung und In-App-Käufe,
  • verlangt keine oder zumindest nur wenige Berechtigungen (wie z.B. einen Zugriff auf das Adressbuch),
  • fragt nur die nötigsten Daten ab und gibt diese nicht an Dritte weiter,
  • erzeugt keinen Spieldruck.

“Gerade Free-to-Play-Apps erzeugen einen Druck und drängen Kinder dazu, In-App-Käufe zu tätigen”, sagt Marlen Korn. Der Download solcher Apps ist kostenlos, man kommt schnell in den jeweiligen Spielmodus rein und hat schnell Erfolgserlebnisse. Spieler stoßen aber nach kurzer Zeit an Grenzen: “Dann gehen ihnen im Spiel die Ressourcen oder Leben aus, was sie zu Käufen drängt.” Für ein paar Cent oder Euro können sie virtuelle Ressourcen erwerben, die sie im Spiel voranbringen. Zudem erzeugen Push-Nachrichten einen Druck, weiterzuspielen. Und auch lange Wartezeiten, die nur durch In-App-Käufe umgangen werden können, können den Druck verstärken.

Worauf sollten Eltern bei der Wahl einer App achten?

Die ersten Informationen zu einer App können Eltern im App-Store einsehen. Eltern sollten auch auf Zusatzinformationen achten und sich die Kommentare durchlesen. Die Altersangaben zu den Apps sind zwar sinnvoll, allerdings beziehen sie sich ausschließlich auf Spielinhalte. Datenweitergabe, Werbung und In-App-Käufe schlagen sich nicht in diesen nieder. Deshalb sei es sinnvoll, sich darüber hinaus an anderen Stellen zu informieren, rät Korn. Möglichkeiten hierfür bieten die Stiftung Warentest oder auch die Seite “www.app-geprüft.net” von “jugendschutz.net”. Mithilfe von Ampelfarben erkennen Eltern dort auf einen Blick, wie Apps in Sachen Kinderschutz, In-App-Käufen oder Datenschutz abschneiden.

Wo liegen besondere Risiken von Apps?

Besonders riskant können Spiele-Apps mit integrierten Kommunikationsfunktionen sein. In den Apps sind sie meistens schlecht oder gar nicht gesichert. “Kinder sind hier der Gefahr von Cybermobbing oder gar -grooming (das Ansprechen Minderjähriger im Netz für sexuelle Kontakte, Anm. d. Red.) ausgesetzt”, so Korn. “Man kann meistens niemanden melden oder blockieren und es gibt kein erkennbares Moderationskonzept.”

Ein weiteres Problem stellt das Datensendeverhalten der Apps dar. Bei 90 der 100 von “jugendschutz.net” getesteten Apps wurde Nutzertracking festgestellt. Zudem kennzeichnet kaum eine App Werbung angemessen.

Kinder mit Tablets: Gerade Free-to-Play-Apps erzeugen bei Kindern einen Druck zu In-App-Käufen. (Quelle: Getty Images/dolgachov)Kinder mit Tablets: Gerade Free-to-Play-Apps erzeugen bei Kindern einen Druck zu In-App-Käufen. (Quelle: dolgachov/Getty Images)

Was sollten Eltern zum Schutz ihrer Kinder noch tun?

Zunächst einmal sollten Eltern die App für ihr Kind runterladen. Am besten spielen sie diese selber einmal an oder entdecken sie gemeinsam mit dem Kind. Dabei können sie erkennen, wie das Kind mit der App umgeht und ob sie ihm eventuell noch etwas erklären müssen.

Viele Apps können auch im Offline-Modus gespielt werden. “Eltern sollten diesen aktivieren, sodass das Kind nicht durch einen Klick aus der App herausgeführt wird und im schlimmsten Fall auf andere Inhalte stößt”, so Expertin Korn. Sie rät Eltern zudem, mit dem Kind im Gespräch zu bleiben. “Und auch wenn es mühsam ist: Ein Blick in die Datenschutzerklärung lohnt sich.”

Zudem sollten Eltern die Push-Nachrichten in den Apps ausschalten und In-App-Käufe deaktivieren beziehungsweise mit einem Passwortschutz versehen.

Ab welchem Alter sind Apps für Kinder sinnvoll?

Kinder unter drei Jahren sollten noch keine Bildschirmmedien nutzen. Das rät die Initiative “Schau hin! Was dein Kind mit Medien macht”. In diesem Alter sei es wichtiger, die reale Welt zu erkunden. “Gerade Kleinkinder brauchen ganzheitliche Erfahrungen wie gemeinsame Spiele in der Familie, Entdeckungen in der Natur und Sport”, heißt es auf der Webseite der Initiative. Durch die frühe Nutzung elektronischer Medien können solche Erfahrungen zu kurz kommen, sodass die Kinder auch nicht mit jenen in der medialen Welt umgehen können.

Eltern sollten Kindern für die Nutzungsdauer von Handyspielen klare Regeln aufstellen. Die Initiative empfiehlt zum Beispiel einen Kompromiss: Der Nachwuchs darf bis zum Ende eines Levels spielen oder sich ein bestimmtes Zeitbudget selbst einteilen. Bei Kindern unter fünf Jahren reichen maximal eine halbe Stunde Mediennutzung. Eltern sollten Wert darauf legen, dass getroffene Abmachungen eingehalten werden.

  • Gummitwist und Co.: 
  • Das sagt ein Experte: 
  • Apps:

Bewertungen einiger beliebter Apps

“Die Maus”
In dem Test von “jugendschutz.net” fiel diese App rund um “Die Sendung mit der Maus” besonders positiv auf. Bei ihr hatten die Experten als einzige von den 100 geprüften Apps nichts zu bemängeln. Die App verzichtet komplett auf Werbung und In-App-Käufe.

“ZDFtivi für Kinder”
Mit der App der ZDFtivi-Mediathek können Kinder Sendungen aus dem TV auf Smartphone und Tablet überall anschauen. Auch an dieser App hatten die Experten so gut wie nichts zu bemängeln.

“Candy Crush Saga”
Bei diesem Spiel muss der Spieler Süßigkeiten einer Farbe in eine Reihe schieben und dadurch zum Platzen bringen. “app-geprüft.net” kreidet an, dass Kinder permanent mit Kaufoptionen konfrontiert werden. Rabatt-Aktionen und lange Wartezeiten verstärken diesen Druck.

“Pokémon Go”
Der Spieler kann mit dieser App kleine Monster fangen. Es handelt sich bei “Pokémon Go” um ein Augmented-Reality-Spiel. Die App ermittelt die Standortdaten des Spielers und positioniert dessen Avatar auf einer Karte. Kritisch sieht “app-geprüft.net” dabei das Risiko von Fremdkontakten in der “realen Welt”. Dazu schreiben die Prüfer: “Spieler können zum Beispiel durch Lockmodule Pokémon und damit häufig auch andere Spieler anlocken, die die virtuellen Monster fangen wollen. Bei solchen spontanen Versammlungen besteht für Kinder immer die Gefahr, von Fremden angesprochen zu werden (…).” Die virtuellen Ressourcen, die in diesem Spiel benötigt werden, können Spieler entweder im gesamten Stadtgebiet sammeln oder kaufen. So geraten laut den Experten besonders jüngere Kinder in Versuchung, In-App-Käufe zu tätigen – denn gerade sie sind im Alltag eher an ihre häusliche Umgebung gebunden.

“Plants vs. Zombies 2”
In der farbenfrohen App müssen Zombies mit Pflanzen bekämpft werden. “app-geprüft.net” bemängelt die Werbung für weitere Apps, die Kinder wegen der optischen Gestaltung nicht vom Spielinhalt unterscheiden können. Außerdem werden Kinder mit Pop-ups direkt zu In-App-Käufen aufgefordert.

“Angry Birds 2”
Der Spieler muss bei “Angry Birds” zielgenau Vögel auf Schweine schleudern. Auch in dieser App ist Werbung kaum vom Rest des Spiels zu unterscheiden. Wer Werbevideos anschaut, erhält dafür Belohnungen für das Spiel. Pop-ups ermuntern, etwas zu kaufen. Ebenfalls kritisch: Es findet vergleichsweise viel Datenaustausch statt.

“Magic Kinder App”
In Überraschungseiern befinden sich QR-Codes, mit denen Nutzer in dieser App Spiele freischalten können. Manche Inhalte sind auch ohne die Codes nutzbar. Wie bei den Ü-Eiern selbst könnten Kinder immer mehr Codes haben wollen. “Die App überträgt das Prinzip vom Überraschungsei vom Realen in die digitale Welt”, sagt Marlen Korn. Positiv ist, dass die “Magic Kinder App” keine In-App-Käufe enthält. Und auch keine Werbung – “wobei natürlich die App an sich eigentlich Werbung ist”.

Verwendete Quellen:

  • Initiative “Schau hin!”

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214 Verfahren wegen Kinderporno in “WhatsApp”-Gruppe

Nachdem ein Kinderporno-Video in einer “WhatsApp”-Gruppe verschickt worden ist, sind Ermittlungen gegen alle 214 Teilnehmer der Gruppe angelaufen.

Knapp 50 Verfahren gebe es bei der Staatsanwaltschaft Trier, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Albrecht am Montag. Die übrigen verteilten sich auf ganz Deutschland und würden von den jeweiligen Behörden geführt. Weitere Angaben machte er zunächst nicht.

Im Kern geht es um ein kinderpornografisches Video, das eine Heranwachsende in der “WhatsApp”-Gruppe verschickt haben soll. “Es geht hier nicht um eine Bande mit Kinderpornos oder einen Kinderpornoring”, sagte Albrecht. Es gehe vielmehr darum, “Jugendliche zu sensibilisieren, dass es strafbar ist, wenn man solche Bilder oder Videos verschickt oder besitzt.”   

Bei einer großen Durchsuchung hat die Polizei in Wittlich (Rheinland-Pfalz) Ende April mehrere Smartphones mit kinderpornographischen Inhalten sichergestellt. Diese wurden offenbar von Jugendlichen per WhatsApp verschickt.

Verwendete Quellen:

  • dpa

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Von Schülern attackiert: Gewalt gegen Lehrer an jeder dritten Grundschule

Vor einigen Wochen machten Berichte über Sicherheitsdienste an einer Berliner Grundschule Schlagzeilen: So sollten Lehrer und Schüler vor gewalttätigen Eltern und Kindern geschützt werden. Eine krasse Ausnahme? Eine aktuelle Umfrage zeigt nun: Körperliche Gewalt gegen Lehrer tritt an beinahe jeder dritten Grundschule auf.

An etwa jeder dritten Grundschule in Deutschland sind Lehrkräfte in den vergangenen fünf Jahren laut einer neuen Studie körperlich angegriffen worden. Dies berichten die Schulleitungen laut einer am Mittwoch in Berlin vorgestellten Umfrage des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE). Über alle Schulformen hinweg gibt rund jede vierte Schulleitung an, dass es Fälle körperlicher Gewalt gegen Lehrkräfte gibt.

Psychische Gewalt ist noch stärker verbreitet

Fast die Hälfte der Schulleitungen (48 Prozent) gab an, dass es an ihrer Schule in den vergangenen fünf Jahren Fälle von “psychischer Gewalt” gab – also Fälle, bei denen Lehrkräfte direkt beschimpft, bedroht, beleidigt, gemobbt oder belästigt wurden. Fälle von Mobbing, Diffamierung und Belästigung über das Internet gab es laut Studie an jeder fünften Schule.

Wie sieht diese Gewalt aus?

Ein Beispiel aus Nordrhein-Westfalen: Als Andreas F. in seine neue Klasse in der Brennpunkt-Grundschule kam, sagte ihm ein Schüler gleich in der ersten Stunde, was Sache ist, wie F. erzählte. Kaum hatte F. die Schüler gebeten, die Hausaufgaben aufzuschreiben, schallte es ihm entgegen: “Alter, davon träumst du. Mein einer Bruder sitzt im Knast, der zweite in der psychiatrischen Anstalt und den dritten sucht die Polizei. Wenn ich einen davon rufe, bist du so klein mit Hut.”

Schwere Vorwürfe erhebt der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann gegen die zuständigen Landesregierungen. Die Bildungsministerien verbreiteten vielfach immer noch das “Märchen”, es handele sich nur um Einzelfälle. Viel zu lange habe Angst vor Reputationsverlust zu einer “Kultur des Schweigens” geführt, so der Chef der Lehrergewerkschaft.

So halten 39 Prozent der Schulleitungen das Thema Gewalt gegen Lehrer für ein Tabu-Thema an Deutschlands Schulen. 46 Prozent hingegen meinen, mit dem Thema werde an den Schulen offen umgegangen.

Aufschluss über die Gründe für Gewalt gibt die Studie nicht. Beckmann meint, Kinder brächten entsprechende Verhaltensmuster von Zuhause mit. “Wenn sich Eltern selbst so verhalten, dass sie ihre Forderungen gegenüber anderen mit gewalttätiger Sprache oder körperlicher Gewalt durchsetzen, müssen sie sich nicht wundern (…).”

Zunehmende Gewalt ist ein “gesamtgesellschaftliches Phänomen” 

Beckmann wies eine Aussage des ehemaligen Recklinghausener Gymnasiallehrers und Buchautors Wolfgang Kindler zurück, der im WDR 5 Morgenecho gesagt hatte: “Wir haben leider das Problem, dass Kinder aus Migrationszusammenhängen häufig körperlich gewalttätiger sind als andere.” Kindler führte als Beispiel den Berliner Bezirk Neukölln an. “Das kann ich so nicht bestätigen”, sagte der VBE-Chef. Allerdings könne es Konflikte geben, wenn etwa Grundschüler aus anderen Kulturen in ihrem Elternhaus nicht gelernt hätten, mit der Rolle der Frau als gleichberechtigt klarzukommen und Lehrererinnen dann weniger Respekt entgegenbrächten. Zunehmende Gewalt – gegen den öffentlichen Dienst generell – sei aber ein “gesamtgesellschaftliches Phänomen” und gehe keineswegs vorrangig von Menschen mit Migrationshintergrund aus.

Die große Mehrheit der Schulleitungen von Schulen mit Fällen von Gewalt oder Mobbing meint, ihnen gelinge es meist, die betroffenen Lehrer ausreichend zu unterstützen. In den anderen Fällen führten das die Befragten vor allem auf uneinsichtige Schüler oder nicht kooperationswillige Eltern zurück.

33 Prozent beklagen, dass das jeweilige Schulministerium sich des Themas nicht ausreichend annehme. Für 22 Prozent ist die Meldung von Vorfällen zu bürokratisch und zeitaufwendig organisiert. “Das hat Methode”, wirft Beckmann der Politik vor. Sie wolle das Ausmaß des Problems vielfach gar nicht kennen, um sich dem nicht stellen zu müssen – und damit sie nicht im schlechten Licht dastehe.

Bereits 2016 hatte der VBE vor Verrohung gewarnt. Laut einer damaligen Umfrage unter Lehrern hatte es an der Hälfte der Schulen binnen fünf Jahren Fälle psychischer Gewalt gegen Lehrkräfte gegeben. 45.000 Lehrkräfte wurden demnach schon körperlich angegriffen.

Beckmann verweist auf eine VBE-Anfrage an die Kultusministerien der Länder, ob sie einschlägige Statistiken führen und öffentlich machen. Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt hätten geantwortet, keine entsprechende Statistik zu führen. Bremen etwa habe mitgeteilt: “Auch wenn keine Statistik betreffend Gewaltvorfällen gegen Lehrpersonen geführt wird (wohl aber betreffend “Besondere Vorkommnisse” aller Art), können wir versichern, dass es nur um Einzelfälle geht (…).”

Zugleich zeigt sich Beckmann zuversichtlich, dass das Thema zunehmend aus der Tabuzone rücke. Der Gewerkschaftschef lobt die Kultusministerkonferenz der Länder, die sich dessen annehmen wolle.

Verwendete Quellen:

  • dpa

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So bringt man Kindern den Umgang mit dem Handy bei

“Leg doch endlich mal das Handy weg.” Wie viele Eltern sagen täglich wohl diesen Satz? Das Smartphone ist aus der Welt der Kinder aber nicht mehr wegzudenken. Eltern müssen sich daher überlegen, wie sie ihren Kindern den richtigen Umgang damit beibringen.

Ein Bild liken oder lustige Emojis verschicken: Schon kleine Kinder wissen, was Smartphones oder Tablets zu bieten haben. Sehr zum Leidwesen der Eltern – denn wie führt man noch ein Gespräch am Tisch, wenn alle auf ihre Bildschirme starren?

Thomas Feibel ist Buchautor und beschäftigt sich mit dem Aufwachsen in der digitalen Welt. Ein Gespräch über Smartphone-Zombies und die Möglichkeiten, Kinder für ihr Nutzungsverhalten zu sensibilisieren.

In fast jeder Familie gibt es Diskussionen um das Smartphone oder Tablet. Was nervt Eltern daran, wenn ihre Kinder am Smartphone hängen?

Thomas Feibel: Eltern nehmen es persönlich, wenn die Kinder nur halb anwesend sind. Und sie ärgern sich, dass scheinbar alles missachtet wird, was sie ihrem Kind über Handynutzung erklären. Das Problem ist: Der Depp ist immer der andere. Wenn man selbst aufs Handy guckt, weil man vielleicht gerade sein Bahnticket bucht, ist das wichtig und legitim. Wenn Sohn oder Tochter am Handy hängen, hat man schnell den Reflex: Was machen die da für einen Unsinn?

Von daher würde es sich lohnen, genau hinzuschauen: Scrollt er oder sie nur Bilder durch oder schreiben sie gerade mit einem Freund, der Liebeskummer hat und Trost braucht? Trotzdem muss man mit seinen Kindern darüber reden, dass es auch Offline-Zeiten in der Familie geben muss.

Wenn all das nichts nutzt, möchten Eltern das Smartphone  einkassieren. Wie sieht es damit aus?

Das halte ich für schwierig, wenn es aus einem Impuls heraus geschieht. Äquivalent dazu haben unsere Eltern uns Fernsehverbot erteilt. Das hat was von: Ich habe Macht und du bist machtlos. Das Smartphone einkassieren sollte als letztes Mittel in einer Reihe von Abmachungen stehen. Erst, wenn die alle nicht eingehalten werden, kann das Telefon auch mal für einen Tag weg sein.

Wie kann man seinen Kindern überhaupt bewusst machen, wie viel Zeit sie am Smartphone verbringen?

Dazu können Eltern mal ein kleines Experiment machen, etwa, wenn das Kind Vokabeln lernen muss. Man stoppt in Absprache die Zeit, die es fürs Lernen braucht – einmal, wenn es das Handy am Schreibtisch dabei hat und einmal ohne. Ohne Handy wird es vermutlich schneller gehen. Damit hat man was in der Hand und kann deutlich machen: Ohne Smartphone hast du hinterher mehr Zeit für Freunde oder zum Rausgehen. Ich kenne kaum Kinder, die freiwillig mehr Zeit mit Lernen verbringen wollen.

Aber das Ganze ist auch ein schwieriger Prozess, für den es keine goldenen Regeln gibt. Letztlich fällt es den Eltern genauso schwer, ihr Smartphone aus der Hand zu legen. Und wer selbstverständlich um 22:00 Uhr noch E-Mails beantwortet, kann von seinen Kindern kaum glaubhaft Disziplin verlangen.

In vielen Ratgebern werden Bildschirmzeiten für Kinder unterschiedlicher Altersstufen empfohlen. Was halten Sie davon?

Sobald Kinder ein eigenes Smartphone haben, wird das obsolet. Eltern können nur schwer kontrollieren, wie oft das Kind unterwegs das Handy nutzt. Es ist einfach immer “on”.

Was raten Sie Eltern, wie sie technikfreie Zeit in der Familie durchsetzen können?

Sie sollten da nicht moralisch rangehen und ankündigen: “So, am Wochenende machen wir alle mal was ohne Handy”. Am besten thematisiert man das Thema gar nicht groß, sondern versucht, was gemeinsam zu machen, bei dem alle Spaß haben. Wenn man rausfährt, um zu zelten, stört das Handy nur.

Verwendete Quellen:

  • dpa

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Über 1000 Teilnehmer bei Jugendwirtschaftskonferenz t-wood

Über 1000 Schüler aus Südthüringer Schulen haben sich im Suhler Congress Centrum an der Jugendkonferenz t-wood der Industrie- und Handelskammer Südthüringen (IHK) beteiligt. Bei der zweiten Auflage der Veranstaltung seien am Dienstag 200 Besucher mehr als bei der Premiere 2015 registriert worden, hieß es. Bei der Konferenz erhielten die Teilnehmer einen Einblick in die Wirtschaft. Unternehmer aus der Region hielten Vorträge und standen für Gespräche zur Verfügung. Angesprochen waren Schüler der ältesten Jahrgänge aus Regelschulen, Gymnasien sowie Beruflichen Gymnasien.

“Wir wollen den Jugendlichen zeigen, wie die Wirtschaft funktioniert und sie vorbereiten auf die Zeit nach dem Schulabschluss”, erklärte IHK-Präsident Peter Traut. Die Botschaft laute, dass die Region durch innovative Arbeitsbereiche und Firmen hervorragende Chancen für die Zukunft der Jugendlichen biete.

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Preis: Weltbeste Lehrerin spricht mit Schülern auf 35 Sprachen

Die beste Lehrerin der Welt kommt aus Großbritannien: Das hat jedenfalls die Jury des Welt-Lehrer-Preises entschieden, der in Dubai verliehen wurde und mit einer Million Dollar dotiert ist.

Die Lehrerin Andria Zafirakou, die in einem Problemviertel in London arbeitet, wurde für ihren Einsatz für ihre Schüler ausgezeichnet. Sie war unter den zehn Finalisten des Wettbewerbs. Beworben hatten sich 30.000 Kandidaten weltweit.

Das zeichnet die beste Lehrerin der Welt aus

Lehrerin Zafirakou arbeitet an der Alperton Community Schule in Brent, einem armen Viertel im Norden von London mit vielen Migranten. Sie eignete sich Grundkenntnisse in den meisten der 35 Sprachen an, die an ihrer Schule gesprochen werden, um mit den Schülern und deren Eltern kommunizieren zu können.

Die Lehrerin setzte Änderungen beim Lehrstoff durch, um diesen an den Alltag ihrer Schüler anzupassen. Zudem sorgte sie bei den Stundenplänen dafür, dass es auch Sportunterricht nur für Mädchen gibt – eine wichtige Hilfe in dem moralisch konservativen Stadtteil. “Das Ergebnis? Ein siegreiches weibliches Cricketteam”, erklären die Organisatoren der Preisverleihung.

Darüber hinaus arbeitet Zafirakou eng mit der Polizei zusammen, um gegen die Gewalt auf der Straße vorzugehen. Ihr Einsatz habe sich ausgezahlt, heißt es in der Erklärung weiter. Heute zähle das Alperton Community College zu den oberen fünf Prozent der Schulen in England und Wales, denen es gelinge, die Leistungen der Schüler deutlich zu verbessern.

Preisgeld an eine Bedingung gebunden

Der Preis von einer Million Dollar wird ihr nun über einen Zeitraum von zehn Jahren ausgezahlt – unter einer Bedingung: dass sie mindestens fünf Jahre lang weiter unterrichtet.

Der Welt-Lehrer-Preis wird nun schon zum vierten Mal von der in Dubai ansässigen Varkey-Stiftung verliehen. Die Stiftung wurde von der indischen Familie Varkey gegründet, die sich in den 50er-Jahren im damals noch britischen Protektorat Vereinigte Arabische Emirate niedergelassen und mit der Gründung von Privatschulen für ausländische Arbeitnehmer ein Vermögen verdient hat.

Promiaufgebot bei Preisverleihung

Unter den ersten Gratulanten war neben dem Herrscher von Dubai auch die britische Premierministerin Theresa May. “Ein guter Lehrer muss belastbar und einfallsreich sein und ein großes Herz haben”, sagt May in einer Videobotschaft. Diese Qualitäten gebe Zafirakou jeden Tag aufs Neue an ihre Schüler weiter, fügt May hinzu und bedankt sich bei der Lehrerin für ihr Engagement.

Formel-Eins-Star Lewis Hamilton überbrachte in einem weißen Sport-Cabrio die Trophäe. Durch die Gala führte der Nachfolger von Jon Stewart bei der “Daily Show”, Trevor Noah, für die Showeinlagen sorgte die US-Sängerin und Schauspielerin Jennifer Hudson.

Verwendete Quellen:

  • AFP

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