Kategorie -Jugendliche

Studie: 100 000 Teenager sind süchtig nach sozialen Medien

Berlin (dpa) – Ständig chatten, posten und liken: Rund 100 000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sind nach einer Studie der Krankenkasse DAK süchtig nach sozialen Medien. Für die Untersuchung ließ die Kasse 1001 Jungen und Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren befragen und rechnete die Ergebnisse auf die Bundesrepublik hoch. «Die Ergebnisse sind alarmierend», sagte DAK-Vorstandschef Andreas Storm bei der Vorstellung der Studie in Berlin. Demnach zeigten 2,6 Prozent der Teenager ein Suchtverhalten nach sozialen Medien. Die Folgen: unter anderem Schlafmangel und phsychische Probleme.

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Cringe, cornern und Co.: Kleines Wörterbuch der Jugendsprache

Wenn Jugendliche sich unterhalten, stehen Erwachsene so manches Mal daneben und können nur mit den Schultern zucken. Was bitte reden die da? Ausdrücke wie “cringe”, “cornern” oder auch “Auf dein Nacken!” versteht nicht jeder. Wissen Sie, was das alles bedeutet? Falls nicht, werfen Sie einen Blick in unser kleines Wörterbuch der Jugendsprache.

Der Begriff Jugendsprache fasst alle Formen jugendspezifischer Kommunikationsweise zusammen.

Definition Jugendsprache und ihre Funktionen

Definition Jugendsprache: “Unter Jugendsprache wird in der Sprachwissenschaft die Gesamtheit von Sprachstilen Jugendlicher gefasst, wie sie in Jugendgruppen (Peergroups), Szenen, jugendlichen Milieus, Teil- und Subkulturen auftreten.”

So heißt es auf der Internetpräsenz der Gesellschaft für deutsche Sprache. Die Funktionen Jugendlicher Sprachstile sind demnach sehr unterschiedlich:

  • Abgrenzung gegenüber der Elterngeneration und anderen Jugendgruppen bis hin zum Protest
  • eigene Identitätsbildung sowie Selbstinszenierung
  • Aspekt des Spielerischen, der Innovation
  • affektive Entlastung
  • Credibility-Effekt: Kommunikation von Glaubwürdigkeit und Authentizität
  • Sprachökonomie (Tendenz der Sprache zu Sparsamkeit und Vereinfachung)

Jugendsprache entwickelt sich ständig weiter. Was gerade noch als “cool” oder “geil” bezeichnet wurde, ist plötzlich eher “porno” und dann schon wieder “tight” oder “lit”. Somit hat jede Generation auch ihre ganz eigene Jugendsprache. Es gibt nicht die eine Jugendsprache, streng genommen sind es Jugendsprachen, die sich natürlich nicht nur von Generation zu Generation, sondern auch von Region zu Region oder sogar von Peergroup zu Peergroup unterscheiden. Um jugendsprachliche Ausdrücke zu verstehen, wird dementsprechend ein spezifisches kulturelles Wissen benötigt.

Das sind Merkmale von Jugendsprache

Charakteristisch für Jugendsprache ist unter anderem ein bestimmter Wortschatz. Ebenso sind Stilmittel wie Ironie oder Provokation Teil davon. In den vergangenen Jahren wurden zudem viele Abkürzungen verwendet (zum Beispiel Yolo für “You only live once”, zu Deutsch: “Man lebt nur einmal.”). Merkmale jugendlichen Sprechens können überdies zum Beispiel sein:

  • das Verwenden von Werbesprüchen oder Zitaten aus Filmen, Serien, Songtexten etc.
  • kreative und spielerische Verfremdung von Wörtern, Äußerungen oder Wendungen (“Lassen Sie mich Arzt, ich bin durch.”, “Smombie”)
  • ethnolektales Sprechen, also Sprechen in grammatisch fehlerhaftem Deutsch (“Isch geh Bahnhof.”)
  • Bedeutungsverschiebung (“Porno” war früher nur die Kurzform von Pornographie, in der Jugendsprache wird “porno” synonym für “interessant” oder “fett” verwendet)
  • Verwendung intensivierender Ausdrücke (“fett”, “de luxe”, “hamma”)
  • Schimpfwörter und Vulgarismen (“kahba” bedeutet so viel wie “Schlampe”)
  • Anglizismen, aber auch Entlehnungen aus anderen Sprachen (“hustlen”, “Habibi”)
  • Mischsprache aus Deutsch und Englisch
  • Wortneuschöpfungen (“Merkules”, “Gönnjamin”)
  • szenesprachliche Wörter (zum Beispiel Einflüsse aus der Musikszene, “fly sein” stammt beispielsweise aus der Hip-Hop-Szene)
  • Dehnungsphrasen (“irgendwas”, “oder so”)
  • Satzabbrüche
  • metaphorische, oftmals hyperbolische Sprechweisen (“Obermacker” = Direktor)

Medien haben einen Anteil an der Verbreitung solcher Wörter und Ausdrucksweisen. Allerdings sind die Darstellungen von Jugendsprache in den Medien oft übertrieben. So stellt die Gesellschaft für deutsche Sprache der Jugendsprache die Medien-Jugendsprache gegenüber, “in der einzelne ‘exotische’ Wörter gelistet oder behandelt werden”. Sie finde sich nicht nur in Medienberichten, sondern auch in populistischen Wörterbüchern und fiktionalen Texten.

Jugendsprache: Liste mit Ausdrücken und ihren Bedeutungen

Unsere Liste erklärt einige Ausdrücke der Jugendsprache von 2019 und einigen vorausgehenden Jahren.

Jugendwort

Bedeutung

AF (as fuck)

Betonung, wie besonders etwas ist, Beispiel: “Die neue Staffel ist sick as fuck!”

ahnma

versuche, es zu verstehen

Alman

ein Mensch, der sich dem deutschen Klischee entsprechend verhält

Appler

eine Person, die mit seinem Apple-Produkt angibt, also ein Apple-Angeber, Anspielung auf Getränk “Äppler”

Auf dein Nacken!

Du zahlst!

Axelfasching

Achselhaare

Babo

Boss, Anführer

Bambusleitung

schlechte Internetverbindung

Banalverkehr

belangloser Chatverlauf

bashen

besiegen

Beef

Streit, Kampf

Bestie

beste Freundin

Borderitis

Allergie gegen Grenzen

boyfriend-material/ girlfriend-material

ein Mann/ eine Frau, der/ die sich für eine Beziehung eignet

Bratan

Kumpel

breiern

brechen und trotzdem weiter feiern

cheedo

cool

chinning

Doppelkinn-Challenge, bei der man Selfies mit Doppelkinn postet

cornern

an einer Straßenecke herumlungern und trinken

cringe

Ausdruck, um zu zeigen, dass man sich fremdschämt, etwas peinlich ist

Dab

Tanzfigur, bei der eine Hand vors Gesicht und die andere schräg nach oben gehalten wird

darthvadern

den Vater raushängen lassen (“Ich bin immer noch dein Vater”)

Dummfall

dummer Unfall

Ehre genommen

gedemütigt

Ehrenmann/ Ehrenfrau

Gentleman/Lady; jemand, der etwas Besonderes für dich tut

einwrapen

in eine Decke einrollen wie ein Wrap

exting

mit jemandem via Texting bzw. Text-Messenger Schluss machen

fermentieren

kontrolliertes Gammeln

fernschimmeln

nicht am gewohnten Platz chillen

Fleischdesigner

Chirurg

fly sein

jmd./etw. geht besonders ab

gefresht

ohne Durst, sitt

GEGE

Good Game, drückt Zufriedenheit aus

Geht fit.

Geht klar.

Gib ihm!

Ja man! Mach das! Richtig so!

glucose-haltig

süß

Gönnjamin

jemand, der sich Luxus gönnt

Googleschreiber

Person, die die URL bei Google eingibt

Gymkie

extremer Fitnesssportler, Gym + Junkie

Habibi

Schatz, Liebling

hartzen

rumhängen, arbeitslos sein

Hopfensmoothie

Bier

hustlen

hart arbeiten, sich für (finanziellen) Erfolg anstrengen

Ich küss dein Auge.

Ich hab dich gern oder ein sehr starkes Danke

I bims

Ich bin’s

Igers

Instagrammer

Interneteier

Mut, nur online laut zu sein

Ja, Moin!

Ausdruck der Verwunderung

kek

LOL, oder: Verlierertyp

Kocum

mein Bester, bester Freund

lan

krass

Lauch

Trottel

Läuft bei dir.

cool, krass

lmgtfy (let me google that for you)

Ausdruck, wenn jemand eine unnötige Frage stellt, die auch Google beantworten kann

lindnern

lieber etwas gar nicht machen, als etwas schlecht machen

lit

sehr cool

lituation

eine Situation, die lit (cool) ist

looten

einkaufen gehen (aus dem Englischen für “Beute”)

mailden

per Mail melden

merkeln

nichts tun, keine Entscheidung treffen

Merkules

Mischung aus Angela Merkel und Herkules

modeln

Hunger aushalten

Mois

Alter, Kumpel, Bro

napflixen

Nickerchen machen und dabei einen Film laufen lassen (Zusammensetzung aus nap und Netflix)

nicenstein

perfekt, den Wünschen entsprechend

Niveaulimbo

Absinken des Niveaus, beispielsweise bei Partys

Overcut

Halbglatze

rant

Ausraster, Beispiel: Der ist gerade voll am Ranten!

schatzlos

single

schmoof

smooth, geschmeidig

Screenitus

Gefühl, wenn man zu lange auf den Bildschirm gestarrt hat

sheeeesh

Wirklich? Echt jetzt? Nicht dein Ernst!?

Smombie

beschreibt jemanden, der von seiner Umwelt nichts mehr mitbekommt, weil er nur auf sein Smartphone starrt (Smartphone + Zombie)

Snackosaurus

verfressener Mensch

sozialtot

nicht in sozialen Netzwerken angemeldet

Süßmo

süße Person, Kosename

swag

beneidenswerte, lässige Ausstrahlung, charismatisch-positive Aura

Swaggernaut

extrem coole Person

Squad

extrem coole Gruppe

tacken

Nachrichten schicken, während man auf dem Klo sitzt (Zusammensetzung aus texten und kacken)

Teilzeittarzan

jemand, der sich hin und wieder wie ein Affe verhält

Tindergarten

Sammlung von Onlinedating-Kontakten

Tintling

Tätowierer

trumpeten

große Versprechen machen, ohne an die Folgen zu denken

Tschuligom

Entschuldigung

Tweef

Beef (Streit) über Twitter

Uhrensohn

jemand, der sich zur falschen Zeit wie ein Idiot benimmt

unlügbar

definitiv, unbestritten

verbuggt

voller Fehler, falsch gestrickt

Vollpfostenantenne

Selfie-Stick

vong

von

wack

uncool, langweilig

Was ist das für 1 Life

Ausdruck von Erstaunen in einer außergewöhnlichen Situation

Yolo

Akronym für “You only live once.”, Aufforderung, alle Chancen auf Erlebnisse zu nutzen

zuckerbergen

stalken

Die zweite Übersicht listet Jugendwörter und -ausdrücke auf, die aus noch weiter zurückliegenden Jahren stammen. Also Achtung, manche davon sind schon wieder “total out”. Falls man das heutzutage überhaupt noch so sagt…

Jugendwort

Bedeutung

abgefuckt

verbraucht, klebrig, runtergekommen

abgespaced

verrückt, abgefahren

assig

doof

Atze

Kumpel

auf keinsten

auf keinen Fall

aufpimpen

aufmotzen, übertrieben aufstylen

bashen

besiegen

Beef

Streit, Kampf

bombe

sehr gut, toll

breit

berauscht, betrunken

checken

nachschauen, anschauen, untersuchen

chillen

sich ausruhen

chillig

angenehm zu hören

cremig

locker, cool

cruisen

ziellos umherfahren

de luxe

super, toll, großartig

dick geflasht

überwältigend

dissen

sich abfällig äußern über

Emo

eine Musik-/Jugend-/Stilbewegung

fjedn

auf jeden Fall

funzen

funktionieren

grottenschlecht

sehr schlecht

hacke

besoffen

hamma/hammer

super, toll

Hau rein!

Tschüss, Mach´s gut!

Homie

Freund

Hood

Viertel, Gegend

Horst

Idiot

Lachflash

Lachanfall

Mecces

McDonald’s

Pfosten

sehr dumme Person, die nichts versteht

phat

sehr gut

Player/Playa

gut aussehender Junge

poppen

Geschlechtsverkehr haben

ralle

betrunken

Rotzbremse

Schnurrbart

Saftschubse

Flugbegleiterin

saugen

downloaden

snacken

etwas essen

stylisch

im Trend sein

telen

telefonieren

tight

großartig, cool

versifft

heruntergekommen, dreckig

Vollpfosten

besonders dumme Person

vorglühen

vor einer Party Alkohol trinken, um in Stimmung zu kommen

Verwendete Quellen:

  • Langenscheidts Wahl des Jugendworts 2017
  • Langenscheidts Wahl des Jugendworts 2018
  • Pons Verlag “Wörterbuch der Jugendsprache”
  • Langenscheidt “100 Prozent Jugendsprache 2018”
  • Erhebung von vergleich.org: Das 2019 am häufigsten gegoogelte Jugendwort
  • Gesellschaft für deutsche Sprache
  • Eva Neuland: Jugendsprache. Eine Einführung. (2008)
  • eigene Recherchen
  • weitere Quellen
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Ritzen: Warum sich viele Jugendliche selbst verletzen

Für viele mag das unvorstellbar sein, dennoch kommen Ritzen und andere Selbstverletzungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen immer wieder vor. Was sind die Gründe? Wie können Eltern helfen? Tipps von Medizinern und Psychologen lesen Sie hier.

Zuerst kneifen sie sich vielleicht nur in den Arm oder schlagen mit der Faust an die Wand. Doch irgendwann reicht das nicht mehr, um die große innere Spannung abzubauen – und Betroffene ritzen sich mit einem Messer in den Unterarm.

Etwa ein Drittel der Jugendlichen hat sich schon einmal geritzt

Wie viele Menschen davon betroffen sind, ist nicht genau erfasst. Eine Studie der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Heidelberg ergab vor einigen Jahren, dass sich rund ein Drittel aller Schülerinnen zwischen 14 und 16 Jahren im Rhein-Neckar-Kreis schon einmal absichtlich eine Schnittverletzung zugefügt hat. Etwa 18 Prozent der Schülerinnen und acht Prozent der Schüler tun dies demnach häufiger.

Selbstverletzendes Verhalten (SVV) 

“Unter selbstverletzendem Verhalten (SVV) wird das absichtliche Zufügen von äußerlichen Wunden verstanden”, erklärt der Psychiater Michael Armbrust, Chefarzt der Schön Klinik Bad Bramstedt in Schleswig-Holstein und langjähriger Experte auf dem Gebiet der Persönlichkeitsstörungen. Dazu gehörten zum Beispiel Schnitte mit dem Messer oder anderen Klingen, Beißen, Verletzungen mit einem heißen Bügeleisen oder das Ausdrücken von Zigaretten auf der Haut. “Dabei werden meist die Arme und Beine verletzt”, sagt er. Ritzen ist nur eine Form von selbstverletzendem Verhalten.

Was sind die Ursachen für das Ritzen?

Aber woher kommt der Drang, sich selbst zu verletzen? “Das kann verschiedene Ursachen haben”, berichtet die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Inka Saldecki-Bleck. Meist spiele eine depressive Entwicklung eine wichtige Rolle. “Oft liegt es an Störungen in der Kindheit.” Es könne zum Beispiel sein, dass jemand als Kind abgelehnt wurde, wenig Liebe erfahren hat und so kaum ein Selbstwertgefühl entwickeln konnte.

“Auch ein traumatisches Erlebnis kann eine Ursache sein”, sagt die Psychologin. Beispiele sind sexueller oder emotionaler Missbrauch, eine schlimme Scheidung der Eltern oder der frühe Tod eines Elternteils. Auch Liebeskummer oder Mobbing in der Schule können überfordern und zu autoaggressivem Verhalten führen. “Dinge wie diese können unter anderem dazu führen, dass man innerlich wütend ist, viel mit sich machen lässt und sich nicht durchsetzen kann.” Dadurch kann sich Spannung aufbauen, die irgendwie raus muss.

“Betroffene berichten, dass sie durch das Ritzen oder anderes selbstverletzendes Verhalten inneren Druck abbauen können”, sagt der Mediziner Armbrust. Außerdem hätten viele Betroffene das Gefühl, neben sich zu stehen, sich und ihr Leben von außen zu beobachten – ein Gefühl von Taubheit und gewisser Leere. “Sie berichten, dass sie sich durch das Ritzen wieder spüren und lebendig fühlen.”

Ritzen ist keine Lösung – was wirklich Hilfe verspricht

Eine wirkliche Hilfe ist das selbstverletzende Verhalten nicht. Denn die eigentlichen Probleme verschwinden damit nicht. Besser ist es, sich jemandem anzuvertrauen – und professionelle Hilfe zu holen. “Man muss sich für dieses Verhalten nicht schämen”, betont Expertin Saldecki-Bleck. “Es ist besser, sich Hilfe zu suchen, als das alles mit sich selber abmachen zu wollen.” Zum Beispiel könnten Kinder- und Jugendberatungsstellen, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten oder spezielle Ambulanzen erste Anlaufstellen sein – auch für Eltern, die bemerken, dass sich ihre Kinder selbst Verletzungen zufügen.

Hilfe: Strategien zur Bewältigung negativer Gefühle entwickeln

Hilfe gibt es auch in vielen Kliniken. “Wir können zum Beispiel Medikamente geben, um die unerträgliche Spannung abzubauen”, sagt Armbrust. “Das kann schon sehr schnell helfen.” Noch besser ist jedoch eine spezielle Therapie, die häufig stationär in einem Krankenhaus erfolgt. “Dabei lernen die Patienten, mit dem selbstverletzenden Verhalten aufzuhören.” Viele der Betroffenen ritzten sich nach vier bis sechs Wochen nicht mehr.

Als Ersatz könne dabei ein Verhalten dienen, das einen ähnlichen Effekt zum Spannungsabbau hat, aber deutlich weniger schädlich ist, zum Beispiel kaltes Duschen oder der Verzehr einer Chilischote. “Außerdem trainieren wir in einer Verhaltenstherapie, wie man mit seinen Problemen anders umgehen kann.” Dafür muss man aber Geduld mitbringen: “Nach etwa zwei Jahren spüren viele Patienten eine deutliche Besserung und Linderung.”

So können Eltern helfen

Diese Tipps von Professor Jörg Fegert, ehemaliger Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (DGKJP), können besorgten Eltern eine erste Hilfe sein. Wichtig ist aber immer, sich rasch professionelle Hilfe zu suchen, um dem Jugendlichen zu helfen.

  • Verletzen sich Kinder selbst, sollten Eltern darauf nicht mit Vorwürfen oder Drohungen reagieren. Dies könne Kinder unter Druck setzen und die Situation noch weiter verschärfen.
  • Am besten wenden sich Mutter oder Vater zunächst an eine Beratungsstelle, bevor sie mit ihrem Kind reden. So können sie herausfinden, wie sie das Problem am besten ansprechen.
  • Im Gespräch mit ihrem Kind sollten Eltern zeigen, dass sie es ernst nehmen und ihm helfen möchten.
  • Selbstverletzendes Verhalten wie Ritzen tritt meist begleitend zu einer psychischen Störung oder Krankheit wie Depression, Borderline- oder Essstörung auf. Die Selbstverletzung ist für Erkrankte oft ein Mittel, um inneren Druck abzubauen oder sich von unangenehmen Gefühlen abzulenken.
  • Ist das Kind gesprächsbereit, sollten Eltern es dazu ermutigen, sich in therapeutische Hilfe zu begeben. In der Therapie geht es darum, die Ursachen für die Selbstverletzung herauszufinden und andere Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
  • Das Forum “Rote Tränen” bietet erste Hilfe und Informationen für Betroffene und Angehörige.
Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagenturen dpa, dpa-tmn

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Tausende Teenager sind süchtig nach sozialen Medien

Ständig chatten, posten und liken: Rund 100.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sind nach einer repräsentativen Studie der Krankenkasse DAK süchtig nach sozialen Medien.

Für die Untersuchung ließ die Kasse 1.001 Jungen und Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren von Meinungsforschern befragen und rechnete die Ergebnisse auf die Bundesrepublik hoch. Das erläuterte DAK-Vorstandschef Andreas Storm bei der Präsentation der Studie in Berlin. “Die Ergebnisse sind alarmierend”, ergänzte er. In der Studie zeigten 2,6 Prozent der Teenager ein Suchtverhalten nach sozialen Medien. Folgen sind nach Angaben der Forscher nicht allein Schlafmangel, Realitätsflucht und Stress mit den Eltern. Ausgewählte Ergebnisse der Studie:

Was heißt Social-Media-Sucht?

Zu den Kriterien zählen die Forscher des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kinder- und Jugendalters ein ständiges Denken an Freunde-Netzwerke oder Messenger-Dienste im Internet – selbst in der Schule und in der Lehre. Dazu kommen Entzugserscheinungen wie Gereiztheit, Unruhe oder Traurigkeit, wenn das Handy oder andere Empfangsgeräte nicht in der Nähe sind. Unter Kontrollverlust verstehen die Wissenschaftler, dass Teenager unfähig sind, ihre Zeit für soziale Medien selbst zu begrenzen. Auch ihr Verhalten kann sich ändern: Kinder und Jugendliche verlieren zum Beispiel das Interesse an Hobbys. Sie lügen über das Ausmaß ihrer Nutzung sozialer Medien und riskieren Freundschaften, Schulerfolg oder Karrierechancen für ihr Online-Dasein.

Wer verbringt am längsten im Sozialen Netzwerken? 

Die große Mehrheit der Kinder und Jugendlichen (85 Prozent) ist laut Studie jeden Tag insgesamt knapp drei Stunden in sozialen Medien unterwegs – Mädchen mit 182 Minuten etwas häufiger als Jungen (151 Minuten). Abiturienten verbringen etwas weniger Zeit online (149 Minuten) als Teenager mit mittlerem oder niedrigerem Schulabschluss (207 Minuten). Am häufigsten nutzen die Befragten

  • WhatsApp (66 Prozent), 
  • Instagram (14 Prozent),
  • Snapchat (9 Prozent) und
  • Facebook (2 Prozent).

Wie wirkt sich die Nutzung auf das Familienleben aus?

Wegen der hohen Nutzung sozialer Medien kommt es bei sechs Prozent der befragten jungen Leuten zu häufigen Streits mit ihren Eltern. Bei 16 Prozent gibt es manchmal Auseinandersetzungen. Je jünger die befragten Jungen und Mädchen sind, desto häufiger kracht es. 14 Prozent der 12- und 13-Jährigen nutzen soziale Medien deshalb oft heimlich.

Welche gesundheitlichen Folgen hat die intensive Nutzung?

Knapp jeder fünfte 12- bis 17-Jährige gibt an, wegen der Social-Media-Nutzung manchmal zu wenig zu schlafen (17 Prozent). Bei sechs Prozent kommt dies sehr häufig oder häufig vor. Je älter die befragten Jungen und Mädchen sind, umso eher geben sie an, manchmal wegen sozialer Medien zu wenig zu schlafen.

Unter allen befragten Teenagern ergaben sich durch die Antworten für Forscher bei acht Prozent Hinweise auf eine depressive Neigung. Auffällig war, dass jeder dritte Betroffene mit eher depressiver Stimmung auch zu einer problematischen Nutzung sozialer Medien neigte.

Verwendete Quellen:

  • dpa

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Pisa-Studie: Benachteiligte Schüler deutlich besser

Weit mehr sozial benachteiligte Schüler in Deutschland erreichen laut einer neuen Pisa-Studie solidere Schulleistungen als vor einem Jahrzehnt. Der Anteil dieser gut abschneidenden Schüler sei so stark gewachsen wie in kaum einem anderen OECD-Land, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit.

Der Anteil sozial benachteiligter 15-Jähriger mit entsprechenden Kompetenzen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften steigt von einem Viertel (25 Prozent) im Jahr 2006 auf ein Drittel (32,3 Prozent), wie eine von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichte Sonderauswertung der Pisa-Schulstudie ergibt.

Die Bildungsforscher stufen diese Jugendlichen damit als resilient, also belastbar, ein. Das bedeutet im Zusammenhang der Studie, dass sie trotz sozialer Nachteile solide Leistungen in der Schule zeigen. Für den Test erfragten die Wissenschaftler anhand von Angaben zum Bildungsstand und Beruf der Eltern oder auch der verfügbaren Bücher in einer Familie die soziale Herkunft der Jugendlichen.

Deutschland im internationalen Vergleich

Unter den OECD-Ländern konnte Deutschland zusammen mit Portugal den größten Zuwachs beim Anteil resilienter Schüler erreichen. Damit liegt das Land nun in diesem Punkt auch im internationalen Vergleich deutlich über dem Durchschnitt. In den OECD-Ländern belief sich der Anteil der resilienten Schüler im Schnitt nur auf rund 25 Prozent. Unter allen Pisa-Teilnehmern hatten Hongkong mit 53 Prozent und Macao mit 52 Prozent die höchsten Quoten. Besonders gering war der Anteil resilienter Schüler dagegen in Indonesien, Brasilien, Mexiko und Rumänien.

Faktoren, die die Leistung unterstützen

Laut Studie komme es auf eine gute soziale Mischung an der Schule und ein gutes Schulklima an. Ausstattung mit Computern oder Klassengröße seien unwichtiger. Selten wechselnde Lehrer wirkten positiv, ebenso offene Kommunikation und vertrauensvolle Beziehungen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zum Start der Koalitionsverhandlungen vor allem das Ziel einer Digitalisierung der Schulen hervorgehoben.

In Deutschland bieten laut OECD vor allem Ganztagsschulen geeignete Angebote für sozial benachteiligte Schüler über den Unterricht hinaus.

Deutschland schlecht im Ländervergleich

Gute Nachrichten für Deutschland ist man von Pisa nicht gewöhnt. 2000 hatte Pisa mit der Feststellung unterdurchschnittlicher Leistungen in Deutschland die Politik aufgerüttelt. Dann wurden unter anderem Ganztagsschulen gefördert.

Was ist die Pisa-Studie?

Bei der Studie handelt es sich um eine Pisa-Sonderauswertung der OECD in Kooperation mit der Vodafone-Stiftung Deutschland. Pisa (Programme for International Student Assessment) ist die weltweit größte Schulleistungsstudie. Sie erfasst die Kompetenzen von 15-Jährigen Jugendlichen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften, aber auch in Bereichen wie gemeinsamem Problemlösen. Seit dem Jahr 2000 werden diese Erhebungen in einem Turnus von drei Jahren mit wechselnden Schwerpunkten durchgeführt.

Die Tests dauern jeweils drei Stunden. Neben dem eigentlichen Test beantworteten die Schüler einen Fragebogen zu ihrer sozialen Herkunft. Aus diesen Angaben wurde ein Index zum sozioökonomischen Status gebildet. 

Quellen und weiterführende Informationen:
– dpa
– AFP
– OECD Berlin
– OECD zu frühkindlicher und schulischer Bildung inklusive PISA
– Ergebnisse der GroKo-Sondierungsgespräche
– Studie IQB-Bildungstrend 2016
– IGLU-Studie 2016

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Wieder mehr jugendliche Komatrinker in Rheinland-Pfalz

Nach einem Rückgang beim Komatrinken in Rheinland-Pfalz sind zuletzt wieder mehr Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung in Krankenhäuser eingeliefert worden. 2016 wurden 1425 junge Rheinland-Pfälzer wegen Komatrinkens behandelt, wie das Statistische Landesamt ermittelte. Im Jahr zuvor waren es 3,7 Prozent weniger; die jüngste Zahl liegt aber unter dem Höchststand des Jahres 2012. Auch bundesweit ging ihre Zahl nach oben. Aktuellere Zahlen liegen bisher nicht vor.

“Bunt statt blau” heißt eine Kampagne des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums und der Krankenkasse DAK-Gesundheit gegen das Komatrinken. Unter dem Motto “Kunst gegen Komasaufen” sind Schüler zum neunten Mal aufgefordert, Plakate zum Thema Alkoholmissbrauch und -prävention einzureichen, wie die DAK am Mittwoch mitteilte.

“Der Anstieg im letzten Jahr zeigt, dass wir in unseren Bemühungen nicht nachlassen dürfen – jährliche Schwankungen in dieser Größenordnung lassen aber noch nicht auf eine grundsätzliche Abkehr von einem positiven Trend schließen”, erklärte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) in Mainz. Michael Hübner, der Leiter der Landesvertretung der DAK-Gesundheit in Rheinland-Pfalz ergänzte, die Schüler sollten offen und ehrlich über Alkoholmissbrauch aufgeklärt werden. “Viele Jugendliche überschätzen sich und glauben, exzessives Trinken gehöre zum Feiern dazu.”

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Hunderte Jugendliche prügeln sich ohne ersichtlichen Grund

In einem Dorf in Rheinland-Pfalz ist ein Fastnachtsabend eskaliert. Rund 150 Jugendliche beteiligten sich an einer Massenschlägerei. Die Polizei rätselt über die Ursache.

Drei Stunden hat die Polizei gebraucht, um nach einem Fastnachtsumzug im Kreis Bernkastel-Wittlich (Rheinland-Pfalz) eine teils aggressive Gruppe von 150 bis 200 Jugendlichen unter Kontrolle zu bringen. Immer wieder sei es am Samstagabend in Rivenich zu Schlägereien gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Sechs Menschen kamen ins Krankenhaus, gegen drei junge Männer wird wegen Körperverletzung ermittelt.

“Es war absolut unübersichtlich”, sagte der Polizeisprecher. Nachdem der “Nachtumzug” in dem 700-Einwohner-Ort Rivenich an sich friedlich verlaufen sei, sei die Situation vor der Veranstaltungshalle gegen 21.30 Uhr eskaliert. Flaschen und Feuerwerkskörper wurden geworfen. Laut Polizei waren die Jugendlichen teils stark alkoholisiert und aggressiv. “Woran sich das entzündet hat, wissen wir auch nicht”, erklärte der Sprecher.

Die Polizei war mit sieben Streifenwagen im Einsatz. Die Polizisten sprachen zahlreiche Platzverweise aus. Die alarmierten Feuerwehrleute und Rettungskräfte hätten sich von der Aggressivität schockiert gezeigt, sagte der Polizeisprecher.

Verwendete Quellen:

  • dpa

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Was Jugendlichen im Leben wichtig ist

Gute Freunde haben, Erfüllung im Beruf oder politisch engagiert sein? Was ist Jugendlichen wichtig? Welche Werte und Lebensziele haben sie? Das Bundesumweltministerium wollte das mit einer Studie herausfinden.

Stabile soziale Bindungen stehen für Jugendliche an erster Stelle. Das ist ein Ergebnis der Studie “Zukunft? Jugend fragen!” des Bundesumweltministeriums. Einen Partner oder eine Partnerin zu haben, dem oder der man vertrauen kann, außerdem gute Freunde, die einen anerkennen, und ein gutes Familienleben sind für junge Menschen Werte, die sie anstreben.

Privater Rückhalt ist Jugendlichen wichtig

Das heißt, sie wollen sich in verlässlichen persönlichen Beziehungen aufgehoben fühlen. “Diese herausragende Bedeutung von privatem Rückhalt ist angesichts einer Welt, die von krisenhaften und nicht vorhersehbaren Entwicklungen geprägt ist und in der sich soziale und wirtschaftliche Strukturen rasch wandeln, nicht überraschend”, heißt es dazu in der Studie. Einen sichereren Hafen würden dann eben vor allem die persönlichen Beziehungsstrukturen bieten.

Aber auch Unabhängigkeit, eine gute Ausbildung und das Leben in vollen Zügen genießen zu können ist für junge Menschen demnach wichtig.

 (Quelle: Statista GmbH) (Quelle: Statista GmbH)

Die meisten jungen Menschen sind offen für Neues

Für eine überwältigende Mehrheit der jungen Menschen ist es zudem wichtig und richtig, die Vielfalt der Menschen anzuerkennen und zu respektieren. Insgesamt 90 Prozent der Befragten finden dies “sehr wichtig” oder “eher wichtig”. Dabei hat ein Drittel der Teilnehmer der Befragung selbst einen Migrationshintergrund – sie selbst oder ihre Eltern kommen also aus einen anderen Land. Viele haben ausländische Freunde oder sind mit den Gepflogenheiten in anderen Ländern durch Reisen beziehungsweise Auslandsaufenthalte gut vertraut.

Wie die Grafik zeigt, sind die Befragten auch offen für Neues: So ist es nur wenigen der Befragten wichtig, an Althergebrachtem festzuhalten. 90 Prozent möchten hingegen immer wieder neue Erfahrungen machen können.

Wie die Studie ablief

Die Studie hat darüber hinaus ergeben, dass das Kennenlernen und Entdecken fremder Länder und Kulturen sowie Abenteuer jungen Menschen wichtiger als das neueste Smartphone oder trendige Klamotten. Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) bewertete es als persönlich sehr wichtig, viele Reisen zu unternehmen und viel zu erleben. Die neuste Technik und Kleidung der neuesten Mode finden dagegen nur 18 beziehungsweise 13 Prozent sehr wichtig.

Für die repräsentative Studie waren im Sommer 2017 mehr als 1.000 Teilnehmer zwischen 14 und 22 Jahren online befragt worden. Nach Angaben des Ministeriums war die Zielgruppe auch an der Erstellung der Studie sowie an ihrer Auswertung beteiligt.

Verwendete Quellen:

  • Studie “Zukunft? Jugend fragen!”
  • Statista
  • dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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Drei Jugendliche sterben bei Fahren ohne Führerschein

Drei Jugendliche im Alter von 14,15 und 17 Jahren sind in der Nacht zu Samstag bei illegalen Touren ohne Führerschein in Niedersachsen ums Leben gekommen. 

Im ostfriesischen Westrhauderfehn sind zwei Jugendliche ohne Führerschein mit einem Auto in einem Kanal verunglückt. Beide starben. Auch im Kreis Rotenburg kam ein 17-Jähriger bei einer unerlaubten Fahrt ohne Führerschein ums Leben.

Das mit dem 14- und dem 15-Jährigen besetzte Auto in Ostfriesland sei mittig über einen Kreisverkehr gefahren, dann nach links von der Fahrbahn abgekommen und schließlich in den Kanal gestürzt, teilte die Polizei mit. Weil das Fahrzeug dabei noch einen Teil des Brückenpfeilers traf, habe es sich gedreht und sei mit dem Dach im Wasser gelandet. Die beiden Jungen konnten nur noch tot aus dem Fahrzeug geborgen werden. Laut Sprecher hatten die beiden Jugendlichen sich unerlaubt das Auto der Eltern des 14-Jährigen für die Spritztour genommen.

Das habe auch der 17-Jährige getan, der im Kreis Rotenburg verunglückte und starb, teilte die Polizei dort mit. Der Jugendliche kollidierte in Visselhövede mit einem an der Straße abgestellten Kranwagen. Er wurde noch schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht, starb aber bald darauf. Wahrscheinlich war er zu schnell unterwegs und stand unter Alkoholeinfluss. Einen Führerschein hatte er nicht.

Quelle:
– dpa

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So sieht Gewalt an Schulen typischerweise aus

Gewalt unter Schülern kann sich in verschiedenen Formen ausdrücken. Verbale und psychische Gewalt wie Beschimpfungen, böse Kommentare, Mobbing oder Gerüchte sind Schulforschern der Universität Potsdam zufolge am weitesten verbreitet. Seltener gebe es physische Aggression wie Schläge oder Gewalt gegen das Leben.

Die jüngste Kinder- und Jugendgesundheitsstudie “Health Behaviour in School-aged Children” (HBSC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt für Deutschland im Schuljahr 2013/14 fest, dass rund 8 Prozent der 11- bis 15-Jährigen regelmäßig Opfer von Gewalt wurden – von verbal bis physisch.

Bei einem Vergleich mit der HSBC-Studie von 2002 zeigt sich, dass die Anzahl derjenigen Schüler anstieg, die weder Gewaltopfer noch Täter waren: von 74 Prozent auf 83 Prozent.

Fast zehn gewaltbedingte Unfälle auf 1.000 Schüler

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) errechnete in ihrer jüngsten Erhebung von 2014, dass 9,57 gewaltbedingte Unfälle auf 1.000 Schüler kommen. Im Jahr 2000 waren es noch knapp 14. Die DGUV verzeichnete zuletzt einen kontinuierlichen Rückgang. Zu etwa 70 Prozent waren Jungen betroffen. Laut Versicherern kam es am häufigsten an Hauptschulen zu gewaltbedingten Unfällen, am seltensten an Grundschulen und Gymnasien.

Die Potsdamer Forscher weisen aber darauf hin, dass wegen nur weniger repräsentativer Trendanalysen nicht abschließend gesagt werden könne, ob Gewalt an Schulen zuletzt abgenommen habe oder nicht.

Quelle:
– dpa

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