Kategorie -Jugendliche

Misslungenes Überholmanöver führt zu Verkehrschaos

A 81 bei Stuttgart-FeuerbachMisslungenes Überholmanöver führt zu Verkehrschaos

Wegen eines Unfalls kam es zu einem rund zehn Kilometer langen Stau auf der A 81 (Symbolbild). Foto: SDMG

Stuttgart – Sieben Verletzte und ein Schaden in Höhe von rund 70.000 Euro hat ein Verkehrsunfall gefordert, der sich am Sonntag gegen 13:40 Uhr auf der A 81 zwischen den Anschlussstellen Stuttgart-Feuerbach und Stuttgart-Zuffenhausen ereignete.

Eine 19 Jahre alte Renault-Fahrerin war in Richtung Heilbronn auf der rechten von drei Spuren unterwegs und wollte ein vorausfahrendes Auto überholen, berichtet die Polizei. Als sie auf die mittlere Spur wechselte, übersah sie vermutlich aus Unachtsamkeit einen dort fahrenden 32-jährigen Fiat-Fahrer und stieß mit dessen Auto zusammen. Der 32-Jährige, der noch versuchte, dem Renault auszuweichen, kollidierte in der Folge mit einem Audi, dessen 34-jähriger Fahrer auf der linken Spur fuhr.

Der Audi schleuderte und kollidierte auf der rechten Spur mit einem Mercedes, an dessen Steuer ein 26-jähriger Mann saß. Nachdem der Fiat im weiteren Verlauf links in die Betonleitwand geprallt war, lösten sich Fahrzeugteile, die in der Folge auf der Gegenfahrbahn den BMW einer 45-Jährigen beschädigten. Durch den Unfall wurden der 34-jährige Audi-Fahrer leicht und seine 37-jährige Beifahrerin schwer verletzt.

Darüber hinaus zogen sich eine 26-jährige Mercedes-Mitfahrerin, der 32 Jahre alte Fiat-Fahrer sowie seine gleichaltrige Beifahrerin und deren zwei Kinder im Alter von ein und fünf Jahren leichte Verletzungen zu. Bis auf den 34-Jährigen wurden alle Verletzten in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Der Fiat, der Audi und der Mercedes mussten abgeschleppt werden. Während der Unfallaufnahme und Bergungsarbeiten musste die mittlere und rechte Spur bis etwa 15:40 Uhr gesperrt werden. Hierdurch bildete sich ein Stau von etwa zehn Kilometern.

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Neue Studie zu Alkoholkonsum: Wer als Kind viel nascht, trinkt später mehr


Kinder, die sich zucker- und fettreich ernähren, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, als Jugendliche regelmäßig Alkohol zu konsumieren. Wissenschaftler fanden nun heraus, dass ihr späteres Suchtverhalten erlernt ist.

Zu viel Pizza-, Burger- und Pommes-Konsum in der Kindheit führt zu einem deutlich höheren Risiko, dass Jugendliche später regelmäßig alkoholische Getränke konsumieren. Das geht aus einer aktuellen Studie des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) hervor.

Gerade Kinder lieben allerlei Süßigkeiten und Softdrinks, die sehr viel Zucker beinhalten. Dieses Verlangen ist laut den Wissenschaftlern in der menschlichen Evolution begründet, denn Zucker soll die für das Wachstum nötige Energiezufuhr sicherstellen. Ähnlich verhält es sich mit Fett. Deshalb werden auch Erwachsene oft schwach, wenn es um derartige Lebensmittel geht

Es ist bekannt, dass der Konsum von Zucker und Fett zu Sucht- oder suchtähnlichem Verhalten führen kann, also zu Überkonsum, Kontrollverlust und gierigem Verlangen. Ein europäisches Studienteam des BIPS wollte nun wissen: Trinken diejenigen, die als Kind viel Zucker und Fett zu sich genommen haben, als Heranwachsende mehr Alkohol?

Verlangen nach Alkohol und Fett verstärken sich gegenseitig

Um das herauszufinden, wurden im Rahmen der Studie mehr als 16.000 Kinder im Alter von 2 bis 9 Jahren in acht europäischen Ländern (Belgien, Deutschland, Estland, Italien, Spanien, Schweden, Ungarn und Zypern) untersucht. In einer Folgestudie wurde dann ein Großteil der Kinder, inzwischen zwischen 7 und 17 Jahren, erneut untersucht. Außerdem wurden ihre Familienmitglieder befragt. 

Am Ende können die Wissenschaftler ihre Forschungsfrage eindeutig beantworten: Wer als Kind viel zucker- und fettreiche Nahrungsmittel konsumiert hat, trinkt später als Jugendlicher deutlich häufiger regelmäßig Alkohol als die Vergleichsgruppe. Dieses Ergebnis setzte sich bei beiden Geschlechtern in allen untersuchten Ländern durch. Ein weiteres Teil-Ergebnis ist, dass die familiären Lebensumstände der Kinder Einfluss auf die Qualität der Ernährung nehmen. Dies erklärt jedoch noch nicht den kausalen Zusammenhang zwischen ungesunder Ernährung und späterem Alkoholkonsum.

Bei Tierversuchen konnte in der Vergangenheit festgestellt werden, dass sich das Verlangen nach Fett und Alkohol gegenseitig verstärkt. Es ist also naheliegend, dass durch eine fett- und zuckerreiche Ernährung im Kindesalter ein Verlangen nach suchterzeugenden Stoffen erlernt wird, das sich in späteren Jahren in erhöhtem Alkoholkonsum manifestieren kann. Anhand der Daten konnte diese These jedoch noch nicht belegt werden. Jedoch zeigen die Studienergebnisse, wie sehr ungesunde Ernährungsgewohnheiten bereits im Kindesalter geprägt werden und auch die Gesundheit im Erwachsenenalter negativ beeinflussen können.



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5000 Euro im Umschlag als Entschuldigung

Vandalismus im Neckar-Odenwald-Kreis5000 Euro im Umschlag als Entschuldigung

Unbekannte haben 5000 Euro in einem Briefumschlag als Entschuldigung für Vandalismus verschenkt. Foto: dpa (Symbolbild)

Billigheim – Mit 5000 Euro im Briefumschlag haben sich Unbekannte für das Beschmieren einer privaten Kapelle in Billigheim (Neckar-Odenwald-Kreis) entschuldigt. „Ich bin überglücklich“, sagte die Besitzerin des Gotteshauses, Heidi Lechner, der Deutschen Presse-Agentur. Die Grubenwaldkapelle war Ende September von Unbekannten mit Parolen und Symbolen beschmiert worden. Die Polizei schätzt den Schaden auf 5000 Euro. Genau diese Summe in bar habe ein Unbekannter jetzt zusammen mit einem Entschuldigungsschreiben bei der „Rhein-Neckar-Zeitung“ im nahen Mosbach abgegeben, sagte Lechner.

„Mit der Schmiererei hat jemand extrem großen Blödsinn gemacht. Alle im Ort waren entsetzt“, sagte sie. Nun bleibe sie wenigstens nicht auf den Kosten für die Renovierung sitzen. Die Grubenwaldkapelle war von Lechners Großvater 1956 bei Billigheim erbaut worden – aus Dank, dass er lebend von der Kriegsfront heimkam. „Vielleicht ist die Polizei ja den Tätern schon auf der Spur, und sie wollen mit dem anonymen Brief vorsorglich guten Willen zeigen“, sagte Lechner.

Sie akzeptiere die Entschuldigung. „Ich bin von Beginn davon ausgegangen, dass die Täter nicht darüber nachgedacht haben, und habe die ganze Zeit gehofft, dass sie zur Besinnung kommen“, sagte die Frau. Die Unbekannten wollten wohl schlicht „nur etwas zerstören“.

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Jeder siebte Schüler bekommt Nachhilfe

Bei manchen geht es um die Versetzung, andere wollen recht gute Noten noch verbessern – mehr als eine Million Schüler in Deutschland nimmt Nachhilfe. Bildungsforscher warnen davor, dass Bildung eine Frage des Geldes wird.

Die Bertelsmann-Stiftung hat 4300 Eltern von Kindern zwischen 6 und 16 Jahren befragt. Bundesweit bekommen demnach 1,2 Millionen Schüler Nachhilfeunterricht. Rund ein Drittel habe das Ziel, befriedigende bis gute Leistungen weiter zu verbessern.

Nachhilfe für Sprung von Grundschule aufs Gymnasium

„Wir sehen den deutlichen Trend, dass es nicht mehr nur darum geht, schulisches Scheitern abzuwenden“, sagt Bildungsforscher und Studienautor Professor Klaus Klemm. Vielen Eltern gehe es offenbar darum, mit besseren Noten einerseits den Übergang von der Grundschule auf das Gymnasium leichter zu ermöglichen oder später mit gutem Notendurchschnitt die Chancen auf einen Ausbildungsplatz und freie Wahl des Studienfachs zu verbessern.

Problemfach Mathematik

61 Prozent der Nachhilfeschüler bekommen Förderung in Mathematik, gefolgt von Fremdsprachen (46 Prozent) und Deutsch (31 Prozent). Besonders ausgeprägt ist der Bedarf an weiterführenden Schulen, am häufigsten an Gymnasien. Fast jeder fünfte Gymnasiast nimmt Nachhilfe.

Forscher betonen: Förderung ist Kernaufgabe der Schulen

Nachhilfe wird dort nachgefragt, wo regulärer Unterricht nicht ausreicht. Das sehen viele Forscher kritisch. Es sei Kernaufgabe der Schulen, die Potenziale der Jugendlichen so zu fördern, dass sie keine Nachhilfe brauchen, sagt Bildungsforscher Klemm. Er warnt: „Wenn schulischer Erfolg von privat finanziertem Unterricht abhängt, ist das ein Einfallstor für Ungleichheit bei den Bildungs- und Aufstiegschancen.“

Auch die Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Ilka Hoffmann, teilt diese Meinung. Doch es sei ausreichend Personal nötig, um flexibel auf die Neigungen von Kindern reagieren zu können sowie offene Unterrichtsformen, Kleingruppen und kreative Lernangebote anzubieten.

Fast 90 Euro pro Monat für Nachhilfe

Im Schnitt geben Familien monatlich 87 Euro für Nachhilfe aus. So kommt in Deutschland insgesamt eine Summe von 879 Millionen Euro pro Jahr zusammen. Die Studie zeigt einen kleinen Unterschied je nach Einkommen: Eltern mit einem Haushaltseinkommen über 3000 Euro nutzen Nachhilfeangebote für ihre Kinder etwas häufiger als Familien mit weniger Geld (15 Prozent zu rund 12 Prozent).

Bertelsmann-Stiftung rät zum Ausbau von Ganztagsschulen

Allerdings ergab die Umfrage auch, dass zahlreiche Familien kostenlose Angebote nutzen können. 26 Prozent der Nachhilfeschüler müssen nichts zahlen. Besonders groß ist der Anteil an Ganztagsschulen. Für sinnvoll hält die Bertelsmann-Stiftung daher deren Ausbau.

Erziehungsexperten halten nichts von „präventiver Nachhilfe“

Maria Große Perdekamp von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung rät davon ab, guten Schülern Nachhilfe zu verordnen, damit sie noch besser werden. Das setze Kinder unnötig unter Druck. Gute Schüler können ihre Noten aus eigener Kraft verbessern. 

Andere Länder haben noch höhere Nachhilfe-Quoten

Ein Vergleich der Pisa-Daten von 2012 zeigt, dass Deutschland bei der Nutzung von Nachhilfe einen der hinteren Plätze belegt: In Japan bekommen fast 70 Prozent der 15-Jährigen Schüler Mathe-Nachhilfe. Das sind mehr als doppelt so viele wie in Deutschland (knapp 29 Prozent).

4000 Nachhilfe-Institute in Deutschland

Nach Schätzungen des Bundesverbandes der Nachhilfe- und Nachmittagsschulen (VNN) gibt es in Deutschland rund 4000 kleinere wie größere Institute. Daneben existiert ein großer grauer Markt, auf dem Studenten, Schüler oder pensionierte Lehrkräfte Nachhilfe anbieten. Hinzu kommt individuelle Zusatzförderung an Schulen nach dem regulären Unterricht.

 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

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Wörterlisten, die Spaß machen: „Jugendsprache ist nicht Entweder-oder“


Schon vor 300 Jahren erschienen die ersten Bücher, die sich mit Jugendsprache beschäftigen. Bis heute wird Jugendlichen aufs Maul geschaut. Meist reden sie anders, als viele denken, sagt der Sprachwissenschaftler Nils Uwe Bahlo. Er forscht und lehrt an der Uni Münster. Der Wahl zum Jugendwort kann Bahlo dennoch etwas abgewinnen.

n-tv.de: Warum schafft es ein Jugendwort in den allgemeinen Sprachgebrauch und das andere nicht?

Nils Uwe Bahlo: Die Wahl des Jugendwortes hat nur sehr wenig mit der Realität zu tun. Die Langenscheidt-Liste stammt von Menschen, die denken, dass sie etwas über Jugendwörter wissen. Die wirklich gesprochenen sind meist emotionale Begriffe, die zu einer Situation Stellung nehmen oder Personen kategorisieren. Ganz oft geht es um die Einteilung: Wir sind die Guten, die anderen sind die Doofen. Es können vulgäre Begriffe sein, die ein Tabu brechen. Es können aber auch Routineformeln sein. Die Sprüchekultur ist in der Jugendsprache sehr verbreitet, so wie „fly sein“, das 2016 zum Jugendwort des Jahres gewählt wurde. Und die eine Jugendsprache gibt es auch gar nicht.

Erziehungswissenschaftler unterteilen drei Phasen, die Prä-Adoleszenz, die Adoleszenz und die Post-Adoleszenz, dazwischen liegen fast 20 Jahre. Die Jugend ist keine homogene Masse, also gibt es auch keine homogene Sprache. Wörterlisten entsprechen natürlich nicht der Realität, machen aber Spaß. Der Langenscheidt-Verlag schafft aus sprachwissenschaftlicher Sicht trotzdem etwas Fantastisches. Dass über Sprache diskutiert wird, ist toll.

2009 hat „hartzen“ gewonnen, das sagen inzwischen doch einige. Was hat dieses Verb, das es jetzt für Nicht-Jugendliche benutzbar macht?

Ich kann mich noch an die Wahl erinnern. Damals wurde kritisiert, dass sich junge Leute nicht für Hartz IV als gesellschaftliche Realität interessieren. Also haben junge Erwachsene einen Begriff kreiert, der mit Jugendsprache nichts zu tun hat. Das kommt öfter vor. „Guttenbergen“ ist ein anderes Beispiel, das Jugendlichen zugeschrieben wurde. Die hat das aber gar nicht interessiert, ob der etwas abgeschrieben hat oder nicht.

Wann hört Jugendsprache auf, Jugendsprache zu sein? Wenn alle sie benutzen?

Es gibt schon eine große Schnittmenge. Die Wissenschaft sagt, dass Jugendsprache nichts Eigenes ist. Es gibt spezifische Ausdrücke, die wirklich nur in Jugendkulturen verwendet werden. Es gibt aber auch sehr viele Begriffe, die teilweise umgangssprachlich sind und teilweise Jugendlichen zugeschrieben werden. Die Grenze ist nicht klar erkennbar. Jugendsprache ist keine Entweder-oder-Kategorie, sondern eine Sowohl-als-auch-Kategorie.

Was inspiriert denn Jugendsprache?

Ein Kennzeichen von Jugendsprache ist sicher, dass Entlehnungen vorkommen. Aktuell sind das Anglizismen, aber auch Turkismen und Arabismen. Die ersten Wörterbücher von Jugendsprache sind um 1754 entstanden, darin sehen wir ganz viele Wörter, die aus dem Lateinischen und Griechischen abgeleitet sind. Im 18. und 19. Jahrhundert finden wir viele frankophone Begriffe. Jugendsprache unterliegt also auch ein bisschen der Mode. Gerade ist Englisch en vogue. Wenn ich Berlin ansehe, dann lernen Jugendliche in Wedding, Kreuzberg oder Neukölln auch ohne Migrationshintergrund, ganz natürlich mit Begriffen oder Routineformeln anderer Kulturen umzugehen. Und sei es nur die Begrüßung, die Verabschiedung und die Beleidigung.

Ist Jugendsprache wirklich so kreativ, wie es immer heißt?

Je länger ich Jugendsprache untersuche, desto weniger scheint sie mir wirklich kreativ zu sein. Es gibt Ausnahmen, aber kennzeichnend ist meiner Ansicht nach, dass Jugendliche mit Sprache spielen. So sind Kinder und Jugendliche. Um ein erwachsener Mensch zu werden, muss man spielen. Kinder und Jugendlich eifern den Erwachsenen nach, spielen mit Sprache und verändern sie dabei. Das ist auch ein bisschen paradox, denn auf dem Weg zur perfekten Erwachsenensprache verändern sie diese schon wieder.

Gewonnen hat in diesem Jahr „Ehrenmann“ – hatten Sie einen Favoriten?

Ich würde ja nichts wählen, weil das unwissenschaftlich ist. Aber aus nicht-wissenschaftlicher Sicht würde ich „sheeesh“ nehmen, weil es gerade in Großstädten ein realer Begriff ist. Das kommt aus dem Türkischen, „çüş“ (gesprochen: Tschüsch) drückt Erstaunen aus, kann zum Beispiel mit „oha“ oder „krass“ gleichgesetzt werden und ist eigentlich ein Kommando zum Anhalten der Esel. Das ist wirklich ein Wertadjektiv oder eine Interjektion, die etwas Emotionales transportiert, im Sinne von: „Wirklich, krass, echt, geil“. Diese Wort hat es auch in Gruppen geschafft, die überhaupt nichts mit Migration zu tun haben.

Mit Nils Uwe Bahlo sprach Solveig Bach



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Nachhilfe: So klappt’s mit dem Lernen

Wird ein Kind plötzlich in der Schule immer schlechter, schrillen bei Eltern die Alarmglocken. Schnell wird  Nachhilfe verordnet. Doch ist das immer nötig? Eine Expertin gibt fünf Tipps.

1. Mit allen Beteiligten reden

Wenn die Noten des Kindes schlechter werden, sollten Eltern zuerst einmal mit dem Kind und dann mit dem Lehrer sprechen. „Er kann oft genau sagen, was das Problem ist“, erklärt Maria Große Perdekamp. Sie ist Leiterin der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Außerdem besprechen Eltern am besten mit dem Kind, was es nicht versteht oder wo es sich überfordert fühlt. 

2. Angebote der Schule nutzen

Nachhilfe macht vor allem dann Sinn, wenn es in einzelnen Fächern plötzlich konkrete Probleme gibt oder das Kind den Anschluss verloren hat. Hilfreich ist dann, nach Angeboten an der Schule zu schauen. Dort wird vielleicht Förderunterricht angeboten, der auf die Lerninhalte des Unterrichts abgestimmt ist.

3. Sorgen des Kindes auf den Grund gehen

Nachhilfe macht keinen Sinn, wenn etwa private Sorgen der Grund für das schwache Abschneiden in der Schule sind. „Gerade in der Pubertät – also etwa in der siebten bis neunten Klasse – sind die Kinder oft mit anderen Dingen beschäftigt“, sagt die Expertin. Dann sollte eher das Verantwortungsgefühl des Jugendlichen gestärkt werden. Womöglich lässt sich die Ursache für die persönlichen Sorgen beseitigen. Wenn ein Kind sich seit längerer Zeit enorm in der Schule quält und in fast allen wichtigen Fächern Probleme hat, kann die Familie gemeinsam mit den Lehrern einen Schulwechsel erwägen.

4. Das Kind nicht präventiv zur Nachhilfe schicken

Ist ein Kind gut in der Schule, soll aber noch besser werden oder einfach gut bleiben, ist Nachhilfe eher der falsche Weg, sagt Große Perdekamp. „Denn damit signalisiert man eigentlich ein Problem.“ Das kann die Schüler unnötig unter Druck setzen. Gute Schüler können es aus eigener Kraft schaffen, ihre Noten zu verbessern. Solche Erfolgserlebnisse sind eine wichtige Erfahrung für Kinder und Jugendliche.

5. Kinder zum selbstständigen Lernen anleiten

Eltern sollten keine Vorwürfe machen, das Kind nach seiner Sicht fragen und jeden einzelnen Schritt loben, der in die richtige Richtung geht. Den meisten Kindern ist es wichtig, in ihrer Klassengemeinschaft bleiben zu können – das kann eine Motivation sein. Eltern können mit dem Kind eine Problemanalyse machen und beispielsweise gemeinsam Lernmaterialien für Zuhause anschaffen. Dann bekommen Kinder oft einen anderen Blick auf den Unterrichtsinhalt. Wichtig ist, dass Eltern ihnen nicht zu viel abnehmen: Etwa ab der sechsten Klasse sollte sich der Nachwuch für seine schulischen Leistungen selbst verantwortlich fühlen.

ratgeber.t-online.de: Nachhilfe-Kosten: So viel zahlen Eltern für den Extraunterricht

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Drei Schwerverletzte nach Zusammenprall auf der Autobahn

A 8 bei LeonbergDrei Schwerverletzte nach Zusammenprall auf der Autobahn

Der Unfall führte zu zwölf Kilometer Stau auf der A 8 bei Leonberg. Foto: dpa

Leonberg – Drei schwer verletzte Personen und ein Schaden in Höhe von etwa 35.000 Euro forderte ein Unfall, der sich am Dienstag gegen 10.20 Uhr zwischen der Anschlussstelle Leonberg-West und dem Autobahndreieck Leonberg (Kreis Böblingen) ereignete.

Während ein 53-jähriger Porsche-Fahrer den sogenannten Verflechtungsstreifen ganz rechts befuhr, war ein 27 Jahre alter BMW-Fahrer, gemeinsam mit seiner 22-jährigen Beifahrerin, auf der mittleren Spur unterwegs, berichtet die Polizei.

Nahezu zeitgleich wollten beide einen Spurwechsel durchführen, um auf die rechte Fahrspur zu gelangen. Während der 27-Jährige nach rechts zog, fuhr der 53-Jährige nach links. Die beiden Autos krachten ineinander. Die junge Frau wurde im BMW eingeklemmt und musste durch die Freiwillige Feuerwehr Leonberg, die sich mit 20 Einsatzkräften und fünf Fahrzeugen an der Unfallstelle befand, befreit werden.

Alle drei Insassen erlitten schwere Verletzungen und wurden in Krankenhäuser gebracht. Während der Berge- und Unfallaufnahmemaßnahmen war die Autobahn zeitweise komplett gesperrt. Ab 12.25 Uhr wurden alle Fahrbahnen wieder frei gegeben. Es entstand ein bis zu zwölf Kilometer langer Stau.

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„Dein Tag für Afrika“ sammelt diesmal auch für Flüchtlinge

Die Schüler-Hilfskampagne „Dein Tag für Afrika“ will in diesem Jahr erstmals auch junge Flüchtlinge unterstützen. Die Schirmherrin, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), warb am Freitag für den Aktionstag am 21. Juni, damit Schüler wieder einen Tag für Bildungsprojekte in Afrika jobben – und für die Integration in Deutschland. „Flüchtlinge bekommen mit Sprach- und Kulturkursen Unterstützung für ein Leben in unserer Gesellschaft“, teilte Dreyer in Berlin mit. Zugleich werde in Schulen ein Verständnis für das Leben von Menschen in verschiedenen Ländern Afrikas entwickelt.

Der Musiker Max Mutzke unterstützt das Projekt der Aktion Tagwerk und des evangelischen Hilfswerks „Brot für die Welt“. „Mit vielen kleinen Taten können wir gemeinsam viel erreichen“, sagte Mutzke laut Mitteilung der Aktion Tagwerk. „Das Prinzip eines wachsenden Ameisenhaufens, dass jeder etwas macht, finde ich sehr schön.“ Die Chefin der Aktion Tagwerk aus Mainz, Nora Weisbrod, rief alle Schulen in Deutschland zum Mitmachen unter dem diesjährigen Motto „Zukunft bilden!“ auf. Der Erlös soll an Projekte in Burundi, Ghana, Ruanda, Südafrika und Uganda gehen. Im vergangenen Jahr sammelten rund 181 000 Schüler bundesweit 1,3 Millionen Euro.

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Studie zu Kindern in Deutschland: Soziale Herkunft entscheidet über Chancen


Wie geht es Kindern in Deutschland und unter welchen Bedingungen wachsen sie auf? Diese Fragen beleuchtet eine neue Studie. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass schon bei den Jüngsten die soziale Schere stark auseinandergeht.

Die Lebens- und Bildungschancen von Kindern in Deutschland richten sich nach der gesellschaftlichen Schicht, in die sie hineingeboren werden. Das ist das Ergebnis des „Datenreports 2018“, den das Statistische Bundesamt, die Bundeszentrale für politische Bildung und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gemeinsam herausgegeben haben.

Laut der Studie hat der sozioökonomische Status der Eltern – arm oder wohlhabend, bildungsnah oder bildungsfern – „nach wie vor einen zentralen Einfluss darauf, was Kinder und Jugendliche im Laufe ihres Leben erreichen können.“ Die Herkunft entscheidet demnach von Anfang an über die weiteren Chancen.

Die meisten Kinder in Deutschland leben in der klassischen Familie mit zwei Eltern und Geschwistern, doch eins von sechs Kindern wächst bei einem alleinerziehenden Elternteil auf. Laut der Studie wohnt jedes elfte Kind in einem Haushalt, in dem niemand erwerbstätig ist. 36 Prozent der Heranwachsenden haben einen Migrationshintergrund.

Steigende Kinderarmut

Die Studienautoren haben auch die Entwicklung der Kinderarmut beleuchtet: Im Jahr 2017 waren mehr der Kinder unter sechs Jahren armutsgefährdet. Für Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren lag dieser Anteil bei 14,5 Prozent, bei den 12- bis 17-Jährigen waren 16,7 Prozent überdurchschnittlich armutsgefährdet. Bei den Minderjährigen liegt der Durchschnittswert bei 15,2 Prozent. Kinder mit Migrationshintergrund sind dagegen häufiger gefährdet als Kinder ohne.

Laut der Studie „geht die überwiegende Mehrheit der Schülerinnen und Schüler gern zur Schule“. Allerdings würden besonders Gymnasiasten und Hauptschüler erklären, dass sie nach der Schule erschöpft seien. Hauptschüler machen außerdem deutlich, dass es nur wenige Dinge in der Bildungseinrichtung gebe, die ihnen wirklich Spaß machten. Außerdem geben sie an, dass sie die Anforderungen der Schule als besonders große Belastung empfinden.

Die Studienautoren sehen auch einen Zusammenhang zwischen den Bildungsabschlüssen der Eltern und der Kinder: „Je höher der allgemeinbildende oder berufliche Abschluss der Eltern, desto geringer sind die Schüleranteile an Hauptschulen und desto höher die Schüleranteile an Gymnasien.“ Nach Einschätzung der Autoren dürften die höheren Einkommen in der Regel mit den höheren Abschlüssen der Eltern einhergehen.

Gesund und sportlich

Der sozioökonomische Status wirkt sich auch auf das Ernährungsverhalten der Kinder aus. „Kinder aus Elternhäusern mit niedrigem sozioökonomischen Status treiben seltener Sport, ernähren sich weniger gesund und sind häufiger übergewichtig“, heißt es im Report. Zudem treten psychische und Verhaltensauffälligkeiten bei diesen Kindern häufiger auf.

Hobbys wie Sport treiben, Freunde treffen und Fernsehen bleiben auf einem konstant hohen Niveau. Rund neun von zehn Kindern und Jugendlichen gingen diesen Aktivitäten mindestens ein- bis zweimal die Woche nach. Am häufigsten treiben Grundschüler sowie Gymnasiasten Sport.

Nicht überraschend ist die hohe Beliebtheit des Internets: Surfen, chatten, spielen – alle diese Freizeitaktivitäten finden im Internet statt. Während nur 40 Prozent der 9-Jährigen mindestens ein- bis zweimal die Woche im Internet waren, waren das bei den 14- bis 17-Jährigen fast alle. Die 11- und 12-Jährigen spielten mit etwa 80 Prozent am häufigsten digital.

Je älter die Kinder werden, desto lieber hängen sie herum: „Beim Übertritt in die Sekundarstufe nahmen das Nichtstun, Rumhängen und Chillen an Bedeutung zu“, schreiben die Wissenschaftler.

In Deutschland leben mehr als 82 Millionen Menschen, rund 16 Prozent der Bevölkerung, 13,1 Millionen, sind Kinder und Jugendliche. 1997 waren es noch 15,7 Millionen. Der Sozialreport erscheint zum 16. Mal und wird anlässlich des internationalen Tags der Kinderrechte am 20. November veröffentlicht. Er kombiniert Daten des Statistischen Bundesamtes und empirische Befunde der Sozialforschung.



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