Abitur auf der Kippe – Gymnasium beenden oder nicht?

Bleiben oder gehen? Diese Frage stellt sich mancher Gymnasiast, der nur mit viel Mühe das vergangene Schuljahr geschafft hat. Was spricht in dieser Situation dafür, die Schule dennoch zu beenden? Und wo bekommen Schüler Hilfe? Hier gibt es die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wieso ist es wichtig, das Abitur zu machen?

Wenn es irgendwie geht, sollten Schüler versuchen, das Gymnasium zu Ende zu bringen, rät Jürgen Wursthorn, Sprecher der Bundesagentur für Arbeit. „Je höher der Schulabschluss, desto besser sind hinterher die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.“

Die Erwartungen der Arbeitgeber an den Schulabschluss würden immer höher. Das liege auch daran, dass die Arbeitswelt sich stetig akademisiere. So gab es 2014 rund acht Millionen Erwerbstätige, die studiert haben. Zehn Jahre zuvor waren es nur sechs Millionen. Ein Schulabbruch sei zudem auch immer ein Knick in der Bildungslaufbahn. „Manche Arbeitgeber sehen so einen Abbruch nicht gern“, gibt Wursthorn zu bedenken.

Was kann man tun, wenn es vor dem Abi knapp wird?

Wer kurz vor der Zielgeraden merkt, dass es fürs Abitur nicht reicht, sollte sich erstmal einen Überblick verschaffen: In welchen Fächern sieht es besonders mies aus, wo steckt noch Potenzial? Im Internet gibt es Hilfen wie den Abirechner, mit dem Jugendliche abschätzen können, wie der Stand ist. „Da sehe ich auf einen Blick: Wo kann ich noch etwas ausgleichen?“, sagt Florian Dyballa von der Plattform Schuelerpilot.de.

In einem zweiten Schritt sei es gut, wenn Schüler aktiv auf den Lehrer zugehen und beispielsweise um eine zusätzliche Aufgabe bitten. Das kann eine schriftliche Ausarbeitung sein – oder eine mündliche Präsentation, falls Schüler mündlich besser sind. So ließen sich oft noch ein, zwei Punkte mehr rausholen. Nachhilfe oder Lerngruppen mit Mitschülern seien weitere Optionen, seinen Notenschnitt zu verbessern.

Wer die Möglichkeit habe, sollte nicht nur mit dem jeweiligen Fachlehrer, sondern am besten mit einem Oberstufenkoordinator oder Tutor sprechen. Gemeinsam lässt sich überlegen, an welchen Stellen noch etwas zu holen ist. „Die Schulen haben ja auch ein Interesse daran, dass der Jugendliche besteht“, sagt Dyballa.

Wenn es aber gar nicht geht, weil die Noten zu schlecht sind?

Führt an einem Schulabbruch vor dem Abitur kein Weg vorbei, eröffnet auch ein guter Realabschluss mit anschließender Lehre gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Deshalb sollte diese Qualifikation nach der zehnten Klasse nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

In den meisten Bundesländern gilt am das Versetzungszeugnis in die elfte Klasse als Nachweis der mittleren Reife, in anderen müssen alle Gymnasiasten nach der zehnten Klasse eine Leistungsprüfung ablegen.

Weiterführende Links:

Abirechner des Portals Schuelerpilot: https://www.schuelerpilot.de/abirechner

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