Kategorie -Jugendliche

Recklinghausen: Junge klettert auf Strommast – lebensgefährlich verletzt

Ein Jugendlicher ist in Recklinghausen auf einen Strommast geklettert und hat dabei einen starken Stromschlag erlitten. Der 14-Jährige stürzte daraufhin vier Meter in die Tiefe und wurde lebensgefährlich verletzt, wie die Bundespolizei in Dortmund und die Polizei in Recklinghausen am Mittwoch mitteilten. Rettungskräfte brachten ihn in eine Klinik.

Warum der Junge am Dienstagabend im Bereich der Güterzugstrecke im Stadtteil Suderwich auf den Strommast kletterte, war zunächst unklar. Die Bundespolizei sperrte nach dem Unfall die Güterzugstrecke. Einsatzkräfte der Polizei Recklinghausen betreuten die zwei 13-jährigen Begleiterinnen und informierten die Eltern des verunglückten 14-Jährigen. Nicht nur das Berühren der Oberleitung, sondern schon die bloße Annäherung sei lebensgefährlich, warnte die Bundespolizei.

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Interview mit Sozialarbeiter: Was tun gegen muslimischen Judenhass?


Burak Yilmaz ist Muslim, wurde in Deutschland geboren und arbeitet als Sozialarbeiter in Duisburg. Im Interview mit n-tv.de erzählt er, wie er muslimische Jugendliche gegen Antisemitismus sensibilisiert.

n-tv.de: Vor ein paar Tagen kam es in Berlin zu einer Attacke auf junge Männer mit Kippa. Für den Träger Jungs e.V. machen Sie als Sozialarbeiter seit Jahren Projekte mit jungen Muslimen. Mit was für antisemitischen Vorurteilen werden Sie dabei konfrontiert?

Burak Yilmaz

Burak Yilmaz: Es gibt Vorurteile, die in letzter Zeit häufiger auf Verschwörungstheorien basieren. Der Klassiker ist: Die Juden würden die Welt kontrollieren, die Banken und die Medien. Dazu haben wir einen Antisemitismus, bei dem Judenfeindschaft religiös legitimiert wird.

Wie weit verbreitet ist Antisemitismus unter Muslimen?

Es gibt kaum Studien, die das erforscht haben. Ich merke aber, dass es in dem Zusammenhang auch in der muslimischen Community viele Probleme gibt. Viele Lehrkräfte sind mit dem Phänomen Antisemitismus überfordert Es fehlt an pädagogischen Konzepten, um das aufzufangen und über die Lehrpläne in Universitäten zu vermitteln. Wir müssen den muslimischen Antisemitismus aber immer koppeln an den Antisemitismus in der Gesamtgesellschaft.

Sie haben 2012 angefangen, Projekte gegen Antisemitismus zu machen. Wie kam es dazu?

Ich habe irgendwann gemerkt, dass viele Jugendliche sich vom Geschichtsunterricht nicht mehr angesprochen gefühlt haben. Es wurde zum Beispiel darüber geklagt, dass die Geschichte der Gastarbeiter in den Schulbüchern und der Nahostkonflikt kaum thematisiert werden. Das sind ja die Themen, die in der Migrationsgesellschaft sehr emotional besetzt sind. Oft gab es Aussagen wie: Der Geschichtsunterricht ist nur auf die Mehrheitsgesellschaft zugeschnitten. Das hat uns zum Nachdenken gebracht. Geschichtsunterricht muss so gestaltet sein, dass sich alle angesprochen fühlen.

Gab es bei Ihnen damals so etwas wie ein Schlüsselerlebnis, sich zu engagieren?

Ja. In unserem Duisburger Jugendzentrum sind einige muslimische Jugendliche durch antisemitische Äußerungen aufgefallen. Auf der anderen Seite war da ein Jugendlicher, der meinte: Wieso soll ich mich eigentlich mit deutscher Geschichte auseinandersetzen, wenn mir Lehrer jeden Tag das Gefühl geben, dass ich gar kein richtiger Deutscher bin – und das, obwohl ich einen deutschen Pass habe? Eine solche Diskriminierungserfahrung baut Distanz auf.

Sie bieten regelmäßig Fahrten nach Auschwitz zum Konzentrationslager an. Was machen Sie noch?

Wir bieten den Jugendlichen eine Biografiearbeit an, weil das im Geschichtsunterricht nicht stattfindet. Im zweiten Teil setzen wir uns mit der Geschichte der NS-Zeit in Duisburg auseinander. Anschließend greifen wir den gegenwärtigen Antisemitismus im Internet und in der Popkultur auf. Nach dieser Vorbereitung machen wir die Gedenkstättenfahrten. In Auschwitz bekommen die Jugendlichen ein Gruppentagebuch. Anhand dessen schreiben sie anschließend Rollen und Szenen, mit denen sie ein halbes Jahr später ein Theaterstück an Schulen aufführen.

Was macht der Auschwitz-Besuch mit den Jugendlichen?

Viele reagieren sehr emotional darauf, zeigen Empathie und sind entsetzt darüber, welchen Terror die Insassen erleben mussten. Da fließen auch manchmal Tränen. Viele Jugendliche fragen sich: Wozu gibt es eigentlich Menschenrechte und warum sind sie so wichtig? Was passiert in einer rechtslosen Gesellschaft, wo Selbstjustiz auf der Tagesordnung steht? Das versuchen wir in dem Theaterstück aufzufangen. Die Frage nach Verantwortung und Gegenwartsbezug sind da wichtig. Von Schulklassen erhalten wir häufig das Feedback, dass sie es gut finden, wenn Gleichaltrige sich zivilgesellschaftlich engagieren und das Thema in die Öffentlichkeit tragen.

Melden sich die Jugendlichen freiwillig zur Teilnahme an?

Freiwilligkeit ist bei uns das oberste Gebot. Leider bekommen wir manchmal auch Anrufe von Lehrkräften, die sagen: Wir haben hier fünf Jungs, die antisemitische Haltungen haben. So etwas machen wir nicht. Wir werben in Schulen oder über das Internet, dadurch kommen Jugendliche zu uns.

Wie schwer ist es, Vorurteile aufzuweichen und an die Jugendlichen ranzukommen?

Es ist nicht nur schwer, sondern auch langwierig. Unsere Arbeit hat viel mit Emotionen zu tun. Wenn man ein kritisches Geschichtsbewusstsein entwickelt oder auch Feindbilder in Frage stellt, dann ist man erst mal stark verunsichert. Man braucht viel Zeit, um eine Haltung zu entwickeln, und auch Mut, um diese Haltung in die Praxis umzusetzen. Das wird von der Politik oft unterschätzt. Bildungsarbeit gegen Antisemitismus ist ein langer Prozess. Wir haben Jugendliche, die seit vier oder fünf Jahren dabei sind, und das Thema trotzdem noch vertiefen wollen. Da müssen wir Angebote schaffen. Viele Lehrer stellen sich das etwas leicht vor. Sie glauben, dass wir das Theaterstück bei ihnen aufführen und dann gehen alle raus und sind keine Antisemiten mehr. Das ist eine Traumvorstellung. Genauso ist es naiv zu denken, dass Jugendliche eine Gedenkstätte besuchen und als begeisterte Demokraten wieder herauskommen. Die Komplexität der Gefühle muss man aufarbeiten. Jugendliche müssen lernen, eine Sprache für ihre Gefühle zu entwickeln. Uns ist es wichtig, dass wir dazu beitragen, den Geschichtsunterricht zu ändern und Lehrkräfte besser darauf vorzubereiten. Denn moderner Geschichtsunterricht muss auch die Migrationsgeschichte der Schülerinnen und Schüler miteinbeziehen.

Lassen sich mit solchen Projekten nicht hauptsächlich Jugendliche erreichen, die noch relativ gemäßigt sind?

Wir hatten auch schon Jugendliche, die am Anfang ziemlich antisemitische Haltungen hatten und gesagt haben, dass sie keinen Juden begegnen möchten. Die Spannbreite ist groß. Wichtig ist, dass Jugendliche unter sich eine Streit- und Diskussionskultur erlernen. 2017 haben wir unser Theaterstück vor 2000 Menschen aufgeführt. Damit erreichen wir die gesamte Gesellschaft. Denn es gibt viele in Deutschland, die sagen: Es muss doch langsam mal Schluss sein mit dem ganzen Erinnern. Die Abwehrhaltung, eine aktive Erinnerungskultur zu betreiben, ist gesamtgesellschaftlich relativ stark.

In Berlin und in anderen Städten kommt es zu Übergriffen auf Juden. Kommt man mit rationalen Argumenten überhaupt an solche Hardliner ran?

Man kann sie emotional erreichen. Wir versuchen ja durch Rollenspiele Themen anzutriggern, die alle kennen. Wir gehen nicht in eine Klasse rein und sprechen sofort über Antisemitismus. Antisemitismus hat viel mit patriarchalen Familienstrukturen und entsprechenden Narrativen zu tun. Erst über das Thema Männlichkeit steigen wir in das Thema ein. Wir erreichen die Jugendlichen genau dann, wenn wir ihnen eine alternative Sicht zeigen. Wenn wir zeigen, dass es in Israel eine sehr vielfältige Gesellschaft gibt. Viele wissen gar nicht, dass es im israelischen Parlament auch arabische Parteien gibt. Wir erzählen den Jugendlichen auch von muslimischen Retterfamilien, die im Zweiten Weltkrieg Juden versteckt und ihr eigenes Leben riskiert haben. Mit so etwas kann man sie gut erreichen.

Sie wollen ein Videoprojekt starten. Was haben Sie vor?

Wir wollen mit Videos auf das Phänomen Antisemitismus aufmerksam machen und für die Perspektive der Opfer sensibilisieren. Wir wollen aber auch Strategien anbieten, um das Thema in seinem Umfeld zu besprechen und gesamtgesellschaftlich gegen Antisemitismus zu agieren. Die Videos sind nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene.

Mit Burak Yilmaz sprach Christian Rothenberg



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Cannabis an erster Stelle bei illegalen Drogen

Drogenmissbrauch bei JugendlichenCannabis an erster Stelle bei illegalen Drogen

Cannabis gilt als Partydroge – und wird besonders von Jugendlichen konsumiert Foto: dpa

Stuttgart – Eine ungebrochen hohe Nachfrage nach Beratung und eine Veränderung des Drogenkonsums – das beobachtete die Drogenberatungsstelle Release im vergangenen Jahr. Die Zahl der Klienten im Jugendbereich ist stark gestiegen, die Droge Cannabis ist auf dem Vormarsch.

Release bietet Beratung und Hilfe bei Drogenproblemen an und ist an vier Standorten in Stuttgart vertreten. Fünfundzwanzig Mitarbeiter kümmern sich um die Prävention, die Jugendberatung und die Drogenberatung von Erwachsenen. Hinzu kommt eine eigene Tagesklinik. Genau 2160 Personen wurden von Release im vergangenen Jahr 2014 erreicht. „Schon seit Jahren liegt diese Marke bei uns konstant über 2000. Und fast drei von vier Menschen kommen mehrfach und lassen sich auf Gespräche ein“, sagt Geschäftsführer Ulrich Binder. 69 Prozent der Personen haben 2014 die Beratung planmäßig beendet. „Das ist eine tolle Erfolgsquote.“

Augenfällig verändert haben sich in den letzten Jahren die Hauptdiagnosen. Spielten vor etwa zehn Jahren Opiate noch die größte Rolle, geht die Tendenz nun ganz klar in Richtung Cannabis- und Amphetaminkonsum. Bei 53 Prozent der erwachsenen Klienten lag im vergangenen Jahr eine Abhängigkeit von Cannabinoiden vor. Bei Jugendlichen unter 21 Jahren liegt die Zahl des Missbrauchs von Cannabis bei 43,4 Prozent und damit weit vor dem Alkoholmissbrauch, der bei 10,4 Prozent der Klienten diagnostiziert wurde. „Cannabis steht mit großem Abstand an erster Stelle der illegalen Drogen. Das liegt sicherlich auch am Image der Droge als Partydroge“, sagt Binder. „Außerdem spielen gesellschaftliche Veränderungen mit herein. Alles wird schneller und hektischer, der Leistungsdruck steigt“, so der Release-Geschäftsführer.

Die Drogenberatungsstelle Release hat auf die Entwicklung reagiert und das Frühinterventionsprogramm bei erstauffälligen Drogenkonsumenten (Fred) für junge Cannabiskonsumenten ins Leben gerufen. Die Nachfrage ist ungebrochen und lag im vergangenen Jahr bei 144 Personen. Auch ein Partydrogenprojekt läuft seit Januar.

Ulrich Binder plädiert für eine Legalisierung von Cannabis. „Ein legaler Zugang heißt aber nicht Freigabe. Man sollte Cannabis aus dem Betäubungsmittelrecht streichen und Altersfreigaben, Mengenbegrenzungen und Kontrollen der Inhaltsstoffe einführen.“ Der Fachmann befürchtet, dass der europäische Drogenmarkt von Mexiko aus gefüttert wird, weil der US-Bundesstaat Kalifornien den Konsum der Droge zu medizinischen Zwecken neuerdings erlaubt.

Die allermeisten Konsumenten griffen schon im Jugendalter zur Droge. Für sie gibt es die Beratungsstelle Release U21 seit zehn Jahren; in diesen Zeitraum haben sich alle wichtigen Kennziffern verdreifacht. Die Zahl der Klienten ist von 227 auf 624 Personen angestiegen. Außerdem fanden in 2014 230 Präventionsveranstaltungen mit Schulklassen statt. „Wir sind auf Dauer überlastet und hoffen auf die Finanzierung einer weiteren Stelle durch die Stadt“, so Binder.

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Test: Wie Eltern hochsensible Kinder erkennen

Wenn ihr Kind Menschenmengen als Qual empfindet, seine Hosen keinen Reißverschluss haben dürfen, wenn es sich auffällig für die großen Fragen des Lebens interessiert – dann könnte es sein, dass es hochsensibel ist. Hier finden Sie einen und Tipps für den Alltag.

Rund 15 Prozent aller Menschen – darunter schätzungsweise zwei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland – verfügen über diese Gabe. Sie haben ein besonderes Gespür für Stimmungen und leiden, wenn zu viele Reize auf sie einprasseln. Zwillingsstudien zeigen, dass sie diese Fähigkeit wahrscheinlich von ihren Eltern oder Großeltern geerbt haben. Ihre seelische und ihre körperliche Empfindsamkeit ist höher als bei anderen. In grauer Vorzeit waren sie diejenigen, die ihren Stamm früh vor Gefahr gewarnt haben. Heute wird aus der Gabe schnell ein Fluch.

Kind empfindsam erziehen – aber nicht in Watte packen

„Man mag das Laute, Schnelle, Hektische des 21. Jahrhunderts beklagen – entkommen kann man ihm kaum. Neben dem Ausgleich der Überreizung ist es deshalb auch wichtig, dass Ihr Kind es lernt, schwierige Situationen von Zeit zu Zeit (!) auszuhalten“, schreibt die dreifache Mutter Julie Leuze, selbst hochsensibel, in ihrem Buch „Empfindsam erziehen“.

„Auf der einen Seite ist das hochsensible Kind und auf der anderen Seite ist die Welt wie sie ist“, meint auch einer der Experten für Hochsensibilität, Rolf Sellin im Gespräch mit der Elternredaktion von t-online.de. „Früher wurde dem Kind die Hochsensibilität wegtrainiert, nach dem Motto: Jetzt reiß‘ dich doch mal zusammen! Dadurch aber ist die Begabung fürs Leben verloren gegangen,“ heißt es in Sellins Buch „Wenn die Haut zu dünn ist“. Das hochsensible Kind passt sich an und verliert dadurch die Wahrnehmung seines Körpers, seiner Grenzen und Bedürfnisse. Die Folgen sind unter anderem Überforderung und mangelndes Selbstvertrauen.

Das Kind in Watte zu packen hält der Gründer des Stuttgarter HSP-Instituts allerdings nicht für die richtige Lösung. „Denn auch dann kommt das Kind mit der Welt gar nicht mehr klar. Stattdessen sollte man die Wahrnehmung des Kindes respektieren, sich aber nicht davon beherrschen lassen. Man könnte zum Beispiel sagen: Ich respektiere, dass der Pullover dich kratzt, ich möchte aber trotzdem, dass du ihn anziehst, damit du nicht frierst.“

Hochsensible können ganz schön auf die Pauke hauen

Wer nun aber denkt, hochsensible Menschen seien immer zarte Wesen, zurückhaltend und still, der irrt, erklärt Julie Leuze. „Hochsensibilität bedeutet in erster Linie, Eindrücke und Reize weniger zu filtern, intensiver wahrzunehmen und gründlicher zu verarbeiten. Hochsensible Menschen können wütend und hochfahrend sein wie andere Menschen auch“. Sellin bestätigt: „Viele sind ganz lieb und friedlich, explodieren aber sehr leicht und plötzlich. Manche implodieren auch.“

Ruhe und feste Strukturen helfen Babys und Kleinkindern

Hochsensible Babys registrieren alles und reagieren sich dann auf die einzige ihnen zur Verfügung stehende Art ab: Sie schreien. Besonders auffällig ist, dass sich diese Säuglinge keinesfalls einfach so ablegen lassen und dass sie Tag und Nacht intensive Nähe einfordern und schlecht schlafen. Vor allem dann, wenn der Tagesablauf nicht immer gleich strukturiert ist.

Aber auch bei den betroffenen Klein-und Kindergartenkindern erreicht man mit äußerer Ruhe die größte innere Ruhe. Das beginnt schon beim Kinderzimmer und der Wirkung von Farben und Mustern. Ratsam ist wenig Spielzeug an festen Plätzen, übersichtlich und geordnet, damit nach einem spielerischen Durcheinander die Ordnung schnell wieder hergestellt werden kann.

Hochsensibilität: Merkmale im Kindergartenalter

Gerade der Eintritt in den Kindergarten ist für hochsensible Kinder nicht einfach. Viele reagieren mit Rückzug, andere mit Angriff, kennen oft das richtige Maß zwischen Nähe und Distanz noch nicht. Wenn es nicht möglich ist, eine Einrichtung zu wählen, in der die Reizüberflutung einigermaßen gering gehalten wird, dann müssen die Eltern dafür sorgen, dass die Überreizung auch wieder abgebaut werden kann.

Hinzu kommt der Rat, zu viele Unternehmungen in der Freizeit zu meiden, auf verpflichtende Kurse zu verzichten und von Frühförderung möglichst Abstand zu nehmen. Die Kinder sollten auch nicht zu viel fernsehen oder mit dem Handy spielen. Am besten ist es, die Überreizung mit spielerischer Bewegung in der Natur auszugleichen.

Ältere hochsensible Kinder sprechen auch sehr gut auf ostasiatische Sportarten an, weil hier nicht der Wettkampf im Mittelpunkt steht, sondern das Zentrieren der Energie. „Struktur in den Alltag bringen bedeutet gleichzeitig eine Absage an allzu viel Spontaneität“, weiß Julie Leuze.

Umgang: Wie Eltern ihr hochsensibles Kind unterstützen können

Hochsensible Kinder werden von anderen Kindern nicht selten zunächst einmal abgelehnt. Sie sind keine Gruppenmenschen, verbringen viel Zeit mit Beobachtung und suchen eher Eins-zu-Eins-Kontakte. Ist man sich über die Hochsensibilität des Kindes im Klaren, kann man es gezielt unterstützen.

Spätestens beim Schuleintritt, den man bei hochsensiblen Kindern nicht zu früh wählen sollte, sind die Kinder gezwungen, sich dem System anzupassen. Dann brauchen sie umso mehr Verständnis zuhause. Ein langsamerer Lebensrhythmus, viele Ruhepausen und Rückzugsmöglichkeiten ermöglichen ein gutes Durchkommen.

Hochsensible Mädchen passen besser ins System

Trotz Elternzeit für Väter, den „Softies“ der Achtzigerjahre und metrosexuellen Superstars: Nach wie vor schreiben wir Jungen andere Eigenschaften zu als Mädchen. Hochsensible Jungs fallen daher schnell aus dem gesellschaftlichen Raster. Viele Eltern stellen sich die bange Frage, wie der sensible Junge das Leben wohl meistern wird.

„Wenn sie gelernt haben, zu sich und zu ihrer Veranlagung zu stehen und gut damit umzugehen, dann müssen sie es nicht schwerer haben als Mädchen“, meint Julie Leuze. Rolf Sellin hat aber auch andere Erfahrungen gemacht. „Um mit anderen Jungen zu spielen und dazugehören zu dürfen, passen sich viele hochsensible Jungen den starken Typen an. Oft wird die ganze Sensibilität dafür eingesetzt, geduldet zu sein, um nicht zur Zielscheibe zu werden.“

„Das ideale Opfer schwieriger Eltern“

Hochsensible Kinder können autoritäres Verhalten oder gar Demütigungen noch schwerer ertragen als andere. Bei ihnen kommt man am besten mit Humor und Fantasie weiter. Trotzdem sollte man Grenzen setzen. Gerade Eltern, die selbst hochsensibel sind, versuchen ihr Kind vor der Außenwelt zu bewahren, tun ihm damit aber keinen Gefallen. Genauso wenig wie Eltern, die die Hochsensibilität falsch deuten und ihrem Kind, das bereits sehr verständig wirkt, zu viel Verantwortung aufbürden.

Rolf Sellin fasst zusammen: „Hochsensible Kinder sind das ideale Opfer ihrer schwierigen Eltern.“ Problematisch wird es, wenn die Familie die Besonderheit gar nicht erkennt, nicht in der Lage ist, damit umzugehen oder noch schlimmer, wenn das „Anderssein“ negativ bewertet wird und ein Anpassungsdruck erfolgt. 

Wenn die Seele sich wehrt, wird der Körper oft krank

Hochsensibel zu sein, bedeutet nicht, dass man eine Störung hat oder gar krank ist. Aber man kann durch die Hochsensibilität krank werden und zwar dann, wenn sie nicht wahrgenommen wird. Steht das hochsensible Kind in einem dauernden Konflikt mit seiner Umgebung und fühlt es sich dadurch unverstanden, dann kann das psychosomatische Folgen haben. Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, Anfälligkeit für Infekte, Allergien, später auch Suchtprobleme sind häufig.

Hochsensibilität mit Test erkennen

Hochsensibilität wird immer wieder in Zusammenhang gebracht mit Hochbegabung, aber auch mit Hyperaktivität. Hat man diese Vermutung bei seinem Kind, ist ein Vorabtest ratsam, wie er zum Beispiel in Rolf Sellins Buch angeboten wird. Den bilden wir mit freundlicher Genehmigung des Kösel-Verlages, auf dieser Seite ab.

Verstärkt sich dann der Verdacht, sollte man sich einen kompetenten Ansprechpartner suchen, um herauszufinden, ob das Kind wirklich hochsensibel ist und was es braucht, um sie als Potenzial und nicht als Belastung zu sehen.

Das, was hochsensible Kinder brauchen, entspricht nicht immer den gängigen Normen und Ratschlägen aus Erziehungsratgebern. Hier ist mehr Feinfühligkeit für die Bedürfnisse des Kindes gefragt, aber es braucht auch eine ganze Menge Geduld. Und ein dickes Fell gegenüber der Kritik von Außenstehenden.

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Charakterfrage

KommentarCharakterfrage

Im Elsental können Kinder frei mit ihrer Zeit umgehen - noch. Die Jugendfarmen im Raum Stuttgart sollen ihre Angebote der neuen Schullandschaft anpassen. Das stellt viele vor eine große Herausforderung Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart – Die Besucherzahlen auf den Jugendfarmen und Aktivspielplätzen sprechen für sich: Bis zu 70 Kinder und Jugendliche kommen täglich auf die ihrem Wohnort nächst gelegene Farm. Wer eine solche Oase jemals besucht hat, kennt die friedliche Atmosphäre dort und die Ernsthaftigkeit, mit der sich Kinder den Aufgaben dort widmen. Ganz zu schweigen von der Wonne, die viele auf dem Rücken der Ponys empfinden. Mitten in der Stadt ein Stück Paradies – wer wollte das aufs Spiel setzen?

Im Zuge des Ganztagsausbaus verlieren die Farmen nun aber Besucher und bemühen sich deshalb redlich um neue Angebote. Dazu gehören ein verlängertes Ferienangebot im Sommer. Oder aber eine Kita auf dem Gelände, die mehr bieten kann als es ein Waldtag pro Woche tut.

Nun kommen weitere Anforderungen auf die Farmen zu: Sie sollen sich an der Ganztagsschule beteiligen, sie sollen auch den Teilzeitschülern Betreuung und Mittagessen anbieten. Und sie sollen behinderte Kinder aufnehmen und mit ihnen gut umgehen können.

Nicht alle Jugendfamen sind der Herausforderung gewachsen

Dieser Herausforderung ist nicht jeder kleine Trägerverein gewachsen. Es gibt einige Jugendfarmen, die es geschafft haben, Kitas zu integrieren, inklusive Angebote zu machen und mit Schulen kooperieren. Ihre Erfahrungen können hilfreich sein. Ausreichend sind sie nicht.

Es war politischer Wille in der Stadt, Ganztagsschulen auszubauen, Hortplätze und die schulische Nachmittagsbetreuung für Teilzeitschüler abzubauen. Nun sollte die Verwaltung die Kooperation stützen, sei es mit Personalstellen, sei es mit Hilfen bei der Konzeptentwicklung, analog zu den Bemühungen um die Sportvereine, die sich in der Ganztagsschule einbringen.

Ohne Unterstützung könnte es passieren, dass die Jugendfarmen sich, um weiter existieren zu können, verbiegen und ihren Charakter verlieren. Das kann die Stadt, in der die bundesweit erste Jugendfarm gegründet wurde, nicht wollen.

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Weiterer Verdächtiger in U-Haft: Passauer Jugendliche geben Schläge zu


In Passau wird ein 15-Jähriger von mehreren Jugendlichen geschlagen und erstickt an seinem eigenen Blut. Die Polizei nimmt daraufhin mehrere Tatverdächtige fest. Ein weiterer folgt ihnen heute in Untersuchungshaft. Der Verdacht gegen ihn hat sich erhärtet.

Nach dem gewaltsamen Tod eines 15-Jährigen in Passau ist ein weiterer Tatverdächtiger in Untersuchungshaft genommen worden. Angaben der Polizei zufolge war der 17-Jährige bereits am Montag nach der Schlägerei vorläufig festgenommen und dann wieder entlassen worden. Der Verdacht gegen den Jugendlichen habe sich mittlerweile jedoch erhärtet, sodass der Ermittlungsrichter Haftbefehl erließ.

Drei der fünf bereits zuvor festgenommenen Tatverdächtigen gaben zu, auf Maurice K. eingeschlagen zu haben. Ein weiterer habe sich nicht geäußert und einer bestreite, an der Tat beteiligt gewesen zu sein, sagte Oberstaatsanwalt Walter Feiler. Nun müssten die Aussagen mit den Berichten von Zeugen und dem Obduktionsergebnis abgeglichen werden. „Um zu schauen, ob sich ein einheitliches Bild ergibt. Das ist wie ein großes Puzzle.“

Die ersten fünf Tatverdächtigen im Alter von 14, 15, 17, 21 und 25 Jahren waren nach der Schlägerei festgenommen worden. Für den 14-Jährigen ordnete ein Haftrichter einen Unterbringungsbefehl in einer geschlossenen pädagogischen Einrichtung an, für die anderen Untersuchungshaft. Allen wird Körperverletzung mit Todesfolge zur Last gelegt.

Polizei geht von Beweisvideo aus

Zum Motiv sagte Oberstaatsanwalt Feiler, das spätere Opfer soll nach Aussage des 15-Jährigen schlecht über ihn geredet haben. „Was auch immer das heißen mag.“ Die beiden gleichaltrigen Kontrahenten hätten sich am Montagabend verabredet, um einen Streit auszutragen. Die Auseinandersetzung eskalierte, weitere junge Leute mischten sich ein. Maurice K. ging verletzt zu Boden und starb wenig später in einem Krankenhaus. Laut Obduktion erstickte er an seinem eigenen Blut.

Die Ermittler sind noch mit Zeugenbefragungen befasst. Zu den Zeugen gehören Passanten und zahlreiche weitere junge Leute, die die Schlägerei verfolgt hatten. Eine als Zeugin gesuchte Frau mit Hund habe sich inzwischen gemeldet, teilte die Polizei mit. Zudem richtete die Polizei auf ihrer Homepage die Möglichkeit ein, Fotos, Videos oder Audiodateien vom Tatort anonym hochzuladen. Die Polizei geht davon aus, dass ein Video von der Tat existiert.

Die Familie von Maurice K. hat in einer Todesanzeige in der „Passauer Neuen Presse“ ihre „unermessliche Trauer“ zum Ausdruck gebracht. Unter einem Foto des Schülers steht „Warum?“. Am Samstag ist in der Heimatgemeinde des Jugendlichen im Landkreis Passau ein Trauergottesdienst geplant. Die Beisetzung soll im engsten Familienkreis stattfinden.



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Diabetes Typ 1 bei Kindern: Finnja (3) lebt mit Insulinpumpe

Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunkrankheit, die meist im Kindesalter entsteht. In Deutschland sind rund 30.000 Kinder betroffen. Alarmierend: Die Zahl steigt um vier Prozent pro Jahr. Moderne Medizintechnik wie Insulinpumpen erleichtern das Leben mit der Krankheit – auch für Finnja und ihre Eltern.

Als Finnja knapp eineinhalb Jahre alt war, veränderte sich ihr Leben und das ihrer Eltern schlagartig: Bei dem Mädchen aus Nienhagen bei Celle wurde Diabetes Typ 1 festgestellt. „Finnja hatte ständig Durst, wir kamen gar nicht mehr mit dem Wickeln hinterher, und sie hatte mehrere Infekte hintereinander“, berichtet Finnjas Mutter Inna.

„Nachdem Finnja dann eine ganze Nacht lang nur trinken wollte, dabei völlig schlapp war und gegen morgen auch noch eine Schnappatmung entwickelte, sind wir direkt zum Kinderarzt gefahren“, so Inna. „Er hat uns sofort ins Krankenhaus geschickt.“ Finnjas Blutzucker lang bei über 500 Milligramm pro Deziliter (mg/dl). Ein Blutzucker-Grenzwert von 140 mg/dl sollte nicht überschritten werden, Werte ab 400 mg/dl können lebensbedrohlich sein. 

Vermehrter Durst, hohe Urinausscheidung und Gewichtsabnahme sind typische Warnsignale eines unentdeckten Diabetes. Beim Typ-1-Diabetes zerstört das körpereigene Immunsystem die Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse, so dass nur noch wenig oder gar kein Insulin mehr gebildet wird. Die Krankheit wird meist in jungen Jahren festgestellt, Erwachsene erkranken seltener.

Zwei Tage auf der Intensivstation in Celle

Finnjas Zuckerstoffwechsel war schon so durcheinander, dass sie eine schwere Übersäuerung des Körpers (Ketoazidose) entwickelt hatte. Durch Insulinmangel entstehen saure Stoffwechselprodukte, die sich im Blut anreichern. Unbehandelt kann sich daraus ein diabetisches Koma (auch hyperglykämischer Schock genannt) entwickeln. Und so kämpften die Ärzte auf der Intensivstation zwei Tage lang um Finnjas Leben.

Nachdem sich die Kleine stabilisiert hatte, wurde sie nach Hannover ins Kinderkrankenhaus auf der Bult verlegt, welches das größte Diabetes-Zentrum für Kinder und Jugendliche in Deutschland betreibt. Dort wurde Finnja zwei Wochen, um sie optimal auf Insulin einzustellen und um ihre Eltern in der neuen Lebenssituation zu unterstützen. „Wir wurden nicht nur durch Diabetologen und andere Ärzte betreut, sondern auch durch Psychologen und Ernährungsberater“, erzählt Finnjas Vater Sebastian. „Das hat uns sehr geholfen.“

Eine Insulinpumpe hält Finnjas Blutzucker im Lot

Im Kinderkrankenhaus bekam Finnja eine Insulinpumpe verordnet. „Bei uns werden alle Diabetiker unter sechs Jahren prinzipiell mit einer Insulinpumpe versorgt“, sagt Professor Thomas Danne, Chefarzt im Kinderkrankenhaus auf der Bult und ehemaliger Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

Gerade für kleine Kinder ist eine Pumpentherapie sehr gut: Sie erlaubt eine größere Flexibilität als eine Spritzentherapie. Die Pumpe kann sehr gering dosierte Mengen an Insulin in etwa fünfminütigen Abständen abgeben; 24 verschiedene Raten sind programmierbar.

„Unterschiedliche Aktivitäten der Kinder haben Auswirkungen auf ihren Blutzucker“, gibt Danne zu bedenken. „Sie toben mal rum und verbrauchen dadurch Zucker in ihrem Blut – also brauchen sie weniger Insulin. Wenn man zum Beispiel gerade das Trampolin aufbaut, hat man zwei Möglichkeiten: Dem Kind etwas Traubenzucker oder anderes zu Essen geben oder die Pumpe neu programmieren, damit sie in den nächsten Stunden nur die Hälfte an Insulin abgibt, damit der Blutzucker nicht zu stark fällt.“

Zu den Mahlzeiten benötigt der Körper hingegen zusätzliches Insulin, das per Knopfdruck von der Pumpe freigesetzt wird und dann über einen Katheter ins Unterhautfettgewebe – meist am Bauch – in den Körper gelangt.

„Insulin ist dein Zaubermittel“

Wie ein Handy trägt Finnja ihre Insulinpumpe am Gürtel. „Wir haben Finnja gesagt, dass sie das kleine Gerät jetzt immer braucht und es sie zu etwas Besonderem macht“, berichtet Sebastian. Die Dreijährige versteht schon sehr genau, dass sie auf ihre Pumpe achten muss und deren Knopf nur drücken darf, wenn Mama oder Papa das sagen.

„Man muss das kindgerecht erklären und dann gibt es auch keine Probleme“, sagt Danne. „Da ist Insulin drin – das Zaubermittel, damit es dir wieder gut geht. Das brauchst du immer und deshalb lässt du die Pumpe bitte in Frieden.’ Selbst Kinder mit Einschränkungen – bei Trisomie 21 tritt Diabetes zum Beispiel häufiger auf – wissen genau: Die Pumpe ist heilig!“

Alle Ängste hinsichtlich Gefahren, wie Herumspielen an der Insulinpumpe oder dass sich Kinder den Katheter herausreißen, wurden durch Studien widerlegt. „Die Vorteile einer Pumpentherapie überwiegen klar“, fasst Danne zusammen. „Man verzeichnet weniger Unter- und Überzuckerungen als mit einer Spritzentherapie. Der Stoffwechsel bleibt stabiler.“

Um Diabetes muss man sich trotz Pumpe kümmern

Trotz vieler Vorteile der Insulinpumpen-Therapie ist Diabetes immer eine zusätzliche Lebensaufgabe. „Wenn man eine Spritzentherapie macht, hat man einen stark strukturierten Tagesablauf, da man morgens, mittags, abends und zur Nacht spritzt“, erläutert Danne. „Bei der Insulinpumpen-Therapie hat man viel mehr Freiheit.

Doch die kann auch nach hinten losgehen; gerade bei jugendlichen Patienten oder wenn man ein wenig chaotisch veranlagt ist.“ Danne führt aus: „Denn ich muss ja auch den Knopf der Pumpe drücken. Und zwar öfter, als wenn ich zuvor viermal am Tag Insulin gespritzt habe.“ Eine Pumpe sei somit eine Herausforderung, sich häufiger um seinen Diabetes kümmern zu müssen. „Wenn ich die Pumpe nur mit mir herumtrage, hilft sie mir nicht.“

Mit einer Pumpe wird Diabetes sichtbar

Zudem ist die Pumpe ein Fremdkörper, der immer am Körper sitzt. „Man ist dann nicht mehr nackt – das ist gerade für Heranwachsende ein Thema“, weiß Chefarzt Danne. „Der Diabetes wird sichtbar.“  

Auch der Katheter, durch den das Insulin erst in den Körper gelangt, muss regelmäßig gewechselt werden. „Wir machen das alle zwei Tage“, erzählt Finnjas Mama. „Anfangs war das eine Herausforderung, die nur gemeinsam zu schaffen war.“ Aber heute, eineinhalb Jahre nach der Diagnose, assistiert Finnja dabei schon selber. „Sie darf die Pflaster draufkleben – oder uns auch eins ins Gesicht“, schmunzelt Inna. Und auch um den Finger-Piks für die Blutzuckerbestimmung kommt Finnja nicht herum – zumindest nach dem Aufstehen und vor den Mahlzeiten nicht.

Sensor statt vieler Pikser

Finnja trägt ein CGM-System. CGM steht für „Continuous Glucose Monitoring“, also „kontinuierliche Glukose-Überwachung“. CGM-Systeme messen rund um die Uhr alle fünf Minuten den Zuckergehalt in der Gewebeflüssigkeit des Unterhautfettes. Dazu klebt ein Sensor auf der Haut; oft am Bauch, bei Finnja am Bein.

„Rund zehn Mal am Tag und mehrmals in der Nacht mussten wir Finnja zuvor piksen“, berichtet Sebastian. „Denn sie reagiert sehr empfindlich auf Insulin und ist schon zweimal weggesackt, weil ihr Zucker zu niedrig war.“ Solchen Stoffwechselentgleisungen kann mit einem CGM-System besser vorgebeugt werden. Auf dem Display des Geräts zeigen Pfeile, in welche Richtung sich der Zuckerspiegel gerade entwickelt und auch, wie schnell die Werte steigen oder fallen. „So kann man rasch Gegenmaßnahmen einleiten, wenn sich eine Entgleisung anbahnt“, sagt Danne.

Zudem gibt das CGM einen Alarm ab, sobald die Werte schnell fallen oder steigen. „Wir können dadurch jetzt ruhiger schlafen“, sagt Sebastian. „Auch wenn wir dennoch immer noch mehrmals nachts wach werden, um Finnjas Werte anzuschauen.“ Jedoch: „Ein CGM-System ist noch ein weiteres Teil, dass ich ständig an meinem Körper habe“, gibt Danne zu bedenken.

Insulinpumpe und Glukosemonitoring erleichtern Finnjas Leben

Nicht alle Diabetiker bekommen Hilfsmittel wie Insulinpumpen und CGM-Systeme von den Krankenkassen erstattet. „Gott sei Dank stimmt der Kostenträger in der Regel inzwischen bei Kindern unter sechs Jahren dem Antrag auf eine Insulinpumpe zu“, sagt Danne.

Bei älteren Kindern bis 18 Jahre prüft der Medizinische Dienst der Krankenkassen jedoch die Notwendigkeit. „Per Antragsverfahren muss man beweisen, dass eine Pumpentherapie für den Patienten erforderlich ist“, sagt der Arzt. „Das ist ein bürokratischer Prozess, der sehr viel Zeit kostet. Ich würde mir wünschen, dass es bei uns so ist, wie beispielsweise in Schweden oder Slowenien: Dort bekommen alle Kinder grundsätzlich eine Pumpe genehmigt.“

Die Kosten für CGM-Systeme werden erst seit neuestem von den Krankenkassen übernommen, nachdem dies der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Juni 2016 entschieden hatte. „Wir mussten darum noch neun Monate mit der Krankenkasse kämpfen“, sagt Sebastian. „Ich verstehe nicht, wie man solche lebenserleichternden Systeme gerade bei kleinen Kindern ablehnen kann. Früher mussten wir alle zwei Stunden pieksen, wenn Finnja zum Beispiel draußen herumtobte. Heute lesen wir die Werte einfach öfter ab.“

Im Kindergarten achten die Erzieherinnen auf Finnjas Blutzuckerwerte. „Sie wurden vom Kinderkrankenhaus geschult“, erzählt Sebastian. „Eine ‚Sicherheitsperson‘ muss immer bei Finnja sein. Wir können sie also nicht irgendwo lassen. Jeder muss das Diabetes-Management beherrschen. Das ist, gerade im Beruf, oft ein Spagat für uns.“

Diabetes bleibt eine Herausforderung

Trotz Insulinpumpen-Therapie und CGM-Systemen bleibt das Diabetes-Management eine Herausforderung, um schwere Folgeschäden abzuwenden. „Wichtig ist daher, dass sich Betroffene an ein anerkanntes Kinder-Diabeteszentrum wenden“, appelliert Diabetologe Danne. Dort arbeiten Experten wie Ärzte, Diabetes- und Ernährungsberater, Psychologen und Sozialarbeiter Hand in Hand.

Zudem empfiehlt er betroffenen Eltern, sich Selbsthilfegruppen anzuschließen. „Die Familien können einander sehr viel Unterstützung geben – auf ganz andere Weise, als wir es im Diabetes-Team tun können.“

Weitere Infos

Anerkannte Kinder-Diabeteszentren, Selbsthilfegruppen und weiterführende Infos rund um Diabetes findet man auf der Seite der Deutschen Diabetes Hilfe oder der Deutschen Diabetes Gesellschaft.

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Im Bann des neuesten Handys

Überschuldung bei JugendlichenIm Bann des neuesten Handys

Verführung Smartphone: Jugendliche verschulden sich je nach Stadtteil unterschiedlich Foto: dpa

Stuttgart – Am Ende des Seminars wirft der Dozent Markus Schulz mit dem Beamer ein Bild an die Wand des Klassenraums: Eine Zigarettenpackung ist darauf zu sehen und der abgeänderte Warnhinweis: „Schulden können tödlich sein.“

Eine drastische Warnung. Es geht auch eine Nummer kleiner. Das teure Handy, sagt der Finanzexperte, das im Vertrag für nur einen Euro an den Kunden gebracht wird, sei eine Mogelpackung. „Oft ist es günstiger, das Smartphone auf einen Schlag zu kaufen, anstatt über 24 Monate die Raten abzustottern“, sagt der Fachmann.

Ein anderer Fallstrick: die sogenannte Null-Prozent-Finanzierung, die Elektrohändler, Auto- und Möbelhäuser anbieten. „Auch hier gibt es oft versteckte Kosten.“ Und die sollte niemand unterschätzen: Denn nicht selten führt die Unwissenheit direkt in den gefährlichen Strudel von Problemen: Überschuldungen, Pfändungen, Familienkrisen sind Folgen.

Der ehrenamtliche Finanzberater Schulz holt deshalb aus zu seiner abschließenden Botschaft: „Spare dir Geld auf, dann schaffst du dir Freiheit.“ Schulz ist an diesem Tag in das Königin-Katharina-Stift-Gymnasium gekommen, um drei Schulklassen über die Gefahren der Überschuldung aufzuklären. Genauso wie zwei seiner Kollegen, ebenfalls ehrenamtliche Finanzpaten der zentralen Schuldnerberatung Stuttgart.

Seit drei Jahren gehen Mitarbeiter der Schuldnerberatung in Schulen, um präventiv über die Gefahren von Verschuldung zu sprechen. Zehn ehrenamtliche Mitarbeiter betreuen als Finanzpaten inzwischen mehr als 20 Schulen in ganz Stuttgart.

Der Bedarf besteht offenbar. „Auch wenn 18-Jährige meist in ihrem Leben nur wenig Möglichkeiten hatten, um sich zu verschulden, wächst die Zahl der Schuldner auch in dieser Altersgruppe“, sagt Reiner Saleth.

Er ist stellvertretender Leiter der Schuldnerberatung und betont, dass „gerade die Präventionsarbeit“ an Bedeutung gewinne. Im Jahr hilft die von der Caritas, der Evangelischen Gesellschaft (eva) und PräventSozial Stuttgart getragene Beratungsstelle mehr als 550 Menschen, die sich verschuldet haben. „Wir haben dabei doppelt so viele Anfragen wie Kapazitäten“, sagt Saleth.

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„Die Toleranzfalle“: Axel Becker redet Klartext

Kinder außer Rand und Band, ratlose Eltern, resignierende Lehrer: In seinem Buch „Die Toleranzfalle“ beschreibt Axel Becker, Experte für Gewaltprävention, was eine zu nachsichtige Erziehung aus seiner Sicht anrichtet. Im Interview mit t-online.de erklärt der Pädagoge, wie Eltern gegensteuern können.

t-online.de: Beim Lesen Ihres Buchs kann man den Eindruck gewinnen, immer mehr Kinder und Jugendliche litten unter massiven Verhaltensstörungen. Verroht die Jugend?

Axel Becker: Nein. Die Mehrheit unserer Kinder und Jugendlichen ist keinesfalls so zu beurteilen. Allerdings nehmen sich Kinder oft ein Beispiel an „schwierigen“ Gleichaltrigen – und werden selbst widerständiger. Oft gibt es keinen Unterschied mehr zwischen dem Verhalten in der Schule, in der Freizeit mit der Peergroup und später im Beruf.

Klagte laut einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer 2006 jedes dritte Unternehmen über mangelnde Disziplin und Belastbarkeit der Azubis, so ist es heute schon jedes zweite.

Sie beschreiben zahlreiche Situationen, in denen Kinder ein respektloses, zum Teil aggressives Verhalten an den Tag legen. Woran liegt das?

Ich sehe das als Folge einer Erziehungsvermeidung seitens der Eltern und Pädagogen. Begriffe wie Disziplin sind in Verruf gekommen. Als Partner der Erwachsenen sind Kinder jedoch überfordert. Sie sehen keine Autorität mehr. Daraus kann Respektlosigkeit entstehen.

Erwachsene sollten Kindern klar machen: Ich habe Erfahrungen gemacht, die du noch nicht hast. Deshalb weiß ich auch, wann Schluss mit lustig ist. Eltern dürfen davon ausgehen, dass Kinder „normale“ Verhaltensanforderungen durchaus verstehen. Was selbstverständlich ist, muss nicht immer wieder begründet werden. Manchmal kann ein „Weil ich es sage“ genügen.

Wichtig ist: Eltern haben Vorbildcharakter und sollten sich dessen bewusst sein. Denn Kinder beobachten, wie die Erwachsenen miteinander umgehen. Wenn Kinder ihre Grenzen austesten – und das ist verständlich – können wir das als Hilfeschrei nach Orientierung verstehen.

Wer als Erwachsener zu nachgiebig agiert, tappt aus Ihrer Sicht in die Toleranzfalle und bestärkt das dissoziale Verhalten von Kindern. Sind wir also selbst schuld?

Wir können uns nicht beschweren, wenn wir unsere Aufgaben in der Erziehung nicht gemacht und keine Grenzen gesetzt haben. Fest steht, dass Jugendliche im Laufe des Lebens an Grenzen stoßen werden, ob im Beruf oder in der Partnerschaft. Nur sind die Grenzüberschreitungen dann meist folgenreicher.

Wie zeigen Eltern ihren Kindern am besten die Rote Karte?

Am Sinnvollsten ist es, wenn die Maßnahme mit dem Verhalten im Zusammenhang steht. Wenn Kinder mit Medien Unfug treiben, sollte deren Nutzung begrenzt werden. Untersuchungen in Großbritannien haben gezeigt, dass Jugendliche selbst die zeitweise Wegnahme des Smartphones als wirkungsvollste Maßnahme ansehen. Früher gebräuchliche Mittel ziehen nicht mehr. Taschengeldentzug etwa wirkt nicht, weil viele Eltern sowieso zusätzlich finanzieren, was die Kinder haben möchten.

Grundsätzlich sollten Eltern nie etwas ankündigen, was sie nicht durchhalten. Wer einmal die Gelbe Karte gezogen hat, muss auch die Rote Karte zeigen, wenn sich nichts ändert. Konsequenz ist gefragt und daran mangelt es meist. Dabei hilft es beispielsweise, eine Art Katalog der Verhaltensweisen anzulegen, mit denen ein junger Mensch das Familienleben stört, und sich für jeden Punkt eine „Gegenmaßnahme“ auszudenken. Zum Beispiel können Eltern einen Jugendlichen, der mit Dingen rücksichtslos umgeht, an der Reparatur oder Wiederbeschaffung beteiligen und den Gebrauch dieser Dinge zeitweilig einschränken.  

Sie beklagen, in Familien würden zu wenig Werte und ethische Grundlagen vermittelt. Wie schaffen Eltern das?

Es geht darum zu lernen, die Persönlichkeit und Freiheit anderer Menschen zu respektieren. Dabei helfen klare Regeln – entwickelt etwa bei einer regelmäßigen Familienkonferenz, bei der auch die Kinder Vorschläge machen. Eltern können gemeinsame Rituale in den Familienalltag einbinden – Vorlesen vor dem Schlafengehen zum Beispiel funktioniert selbst bei älteren Kindern. In den Geschichten können Probleme und Widersprüche des Tages allgemein und spielerisch thematisiert werden. Das stärkt die vertrauensvolle Beziehung zwischen Kindern und Eltern und schafft die Grundlage für eine positive Entwicklung.

In schweren Fällen plädieren Sie für einen klaren Kurs – vom betreuten Unterrichtsausschluss für Störenfriede bis hin zu temporärer Heimunterbringung von Kindern, die Gefahr laufen, kriminell zu werden. Ist solche Härte notwendig?

Zunächst einmal: Wenn ein Schüler, der den Unterricht stört, einfach für eine gewisse Zeit aus der Klasse geworfen wird, lernt er nichts, was ihm hilft, sein Verhalten zu ändern. Positive Erfahrungen habe ich mit der Einrichtung von sozialen Trainingsräumen in der Schule gemacht, in denen ein Pädagoge sich dann um den Schüler kümmert und mit ihm seine Probleme bespricht. Das hilft, alternative Verhaltensweisen zu entwickeln. An deutschen Schulen ist das wegen Personalmangels leider kaum umzusetzen.

Eine gute Lösung gibt es in Finnland. Dort werden notorische Störer vom Lehrer zu einem Lehrerassistenten geschickt, der mit ihnen arbeitet.

Eine Heimunterbringung ist die letzte Möglichkeit, wenn andere Maßnahmen nicht greifen oder Kinder daheim verwahrlosen. Der Aufenthalt im Heim sollte längere Zeit dauern, damit sich das Kind in der abgeschlossenen Situation daran gewöhnen kann, dass es Notwendigkeiten im Leben gibt, die nicht zu diskutieren sind.

Ich erinnere mich an einen Fall, in dem ein Jugendlicher nach einigen anderen Vorfällen zu Hause Feuer gelegt hatte. Die Eltern wussten nicht mehr weiter, der Junge kam in ein Heim. Sicher keine schöne Erfahrung. Einige Jahre später aber sagte er einem Kollegen, die Zeit sei schwer, aber hilfreich gewesen.

Ihrer Ansicht nach reagieren auch Behörden, Polizei und Jugendrichter oft zu liberal auf jugendliche Ausfälle. Greift der Staat zu spät ein, müssen härtere Strafen her?

Nein. Härtere Strafen führen zu keiner Erkenntnis oder Handlungsänderung. Eine versäumte Sozialisation lässt sich nur durch eine lang andauernde Betreuung nachholen. Wiederholte Bewährungsstrafen wirken ebenfalls kaum. Auch mit Sozialstunden oder Ähnlichem erreichen wir wenig, wenn Tat und Konsequenz nicht in Verbindung miteinander stehen.

Für Jugendliche, die gewalttätig auffallen und strafrechtlich aus der Spur geraten sind, weil sie Probleme mit der Impulskontrolle haben, sind Übungen am Beispiel des „heißen Stuhls“ ein gutes Training. Dabei wird der Betroffene unter Aufsicht eines Therapeuten mit den negativen Folgen seines Verhaltens konfrontiert. Er selbst darf nur zuhören und nicht reagieren. Anschließend erhält er vom Therapeuten positive Rückmeldungen – etwa, dass er es geschafft hat, während der Sitzung ruhig zu bleiben. 

In Ihrem Buch warnen sie vor einer religiösen Radikalisierung an unseren Schulen durch den Zuzug von Kindern aus verschiedenen Kulturen an. Was lässt sich dagegen tun?

Bei kleineren Kindern sehe ich weniger Schwierigkeiten. Bei Jugendlichen besteht jedoch die Gefahr, dass sie ihre religiösen Vorstellungen fundamentalistisch vertreten. Optimal wäre, wenn der Religionsunterricht von Vertretern aller Religionen gemeinsam gestaltet würde, um allen Kindern Kenntnisse über die verschiedenen Religionen zu vermitteln. Aufgabe der Schule ist es nicht, das jeweilige Glaubensbekenntnis zu stärken.

Eine Alternative wäre gemeinsamer Ethikunterricht, der auch nicht religiöse Schüler einschließt. So könnte gegenseitiges Verständnis entstehen.

Über Axel Becker

Axel Becker (68) ist zur See gefahren und war im Polizeidienst tätig, bevor er mehr als 30 Jahre in der Comenius Sonderschule in Berlin als Lehrer arbeitete. Parallel dazu absolvierte er eine Weiterbildung zum Thema Soziales Lernen und zum Mediator für Gewaltprävention. Seit 2012 gibt er Seminare und Workshops, zum Beispiel für die Friedrich-Ebert-Stiftung. Axel Becker lebt mit seiner Frau in Berlin.

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Obduktionsergebnis steht fest: Passauer Teenager erstickte an seinem Blut

In Passau eskaliert ein Streit zwischen Jugendlichen. Eine verbale Auseinandersetzung wird zu einer Schlägerei, am Ende stirbt ein 15-Jähriger. Nun wissen die Rechtsmediziner auch, was genau die Todesursache ist.

Der bei einer Schlägerei in Passau getötete Jugendliche ist an seinem eigenen Blut erstickt. Das ergab die Obduktion des Leichnams, wie die Polizei mitteilte. Eine natürliche Todesursache aufgrund einer Vorerkrankung liege nicht vor. Der 15-Jährige habe Faustschläge gegen Kopf und Oberkörper erlitten und sei in den Schwitzkasten genommen worden, sagte Oberstaatsanwalt Walter Feiler. Waffen oder Fußtritte seien nicht im Spiel gewesen.

Fünf Tatverdächtige wurden noch am Dienstag dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Passau vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehle gegen vier Beteiligte im Alter von 15, 17, 21 und 25 Jahren sowie einen Unterbringungsbefehl gegen einen 14-Jährigen. Der Tatvorwurf lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge. Die Fünf hätten sich bisher nicht näher zur Tat geäußert, sagte Feiler.

Der Tod des Teenagers hatte in der niederbayerischen Stadt für Erschütterung und Entsetzen gesorgt. Nach der Schlägerei waren sechs junge Leute im Alter zwischen 14 und 25 Jahren festgenommen worden. Die Polizei erklärte, dass ein verbaler Streit eskalierte. Insgesamt waren rund 20 Personen bei der Schlägerei anwesend. Eine Passantin hatte die Beamten alarmiert. Als diese eintrafen, verschwanden die Beteiligten. Mit einem größeren Aufgebot an Landes- und Bundespolizisten wurden die sechs Verdächtigen gefasst. Das Opfer stammt aus dem Landkreis Passau. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um deutsche, polnische und tunesische Staatsangehörige.

Die Tat ereignete sich in der Passauer Innenstadt bei einer Einkaufspassage. Bei dem Tatort handelt es sich um einen bei jungen Leuten beliebten Treffpunkt. Die Ermittler suchen nun dringend nach Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben. Insbesondere bat die Polizei eine Dame mit Hund – vermutlich einem Mops – sich zu melden, sie soll das Geschehen beobachtet haben. Zeugen können unter Telefon 0851-95110 Hinweise melden.



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