Kategorie -Jugendliche

Diabetes: Früherkennung beim Kinderarzt startet

Diabetes Typ 1 wird häufiger, auch bei Kindern. Um die Stoffwechselkrankheit rechtzeitig zu erkennen, bieten Kinderärzte in einem Modellprojekt eine kostenlose Früherkennung an.

Bei allen niedersächsischen Kinderärzten können Eltern neuerdings ihren Nachwuchs kostenlos auf zwei chronische Krankheiten testen lassen. Ziel des Modellprojekts sei, Typ-1-Diabetes und familiäre Hypercholesterinämie (FH) frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, teilte das Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult mit.

Blut aus der Fingerkuppe

Die Klinik in Hannover leitet die sogenannte Fr1dolin-Studie. Teilnehmen können rund 320.000 Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren, die in Niedersachsen wohnen. Ihnen wird bei der Vorsorge-Untersuchung ein wenig Blut an der Fingerkuppe entnommen.

Zweithäufigste chronische Erkrankung bei Kindern

Typ-1-Diabetes (T1D) ist die zweithäufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. In Deutschland sind rund 30.000 Jungen und Mädchen betroffen. Die Zahl der Neuerkrankungen steigt jährlich um drei bis vier Prozent, im Vorschulalter sogar um fünf bis sieben Prozent. Eine frühzeitige Diagnose könne die lebensgefährliche diabetisch Ketoazidose verhindern, die mit großem Wasserverlust einhergeht, betonen die Mediziner.

Oft wird Typ1-Diabetes erst spät entdeckt

„Eine flächendeckende Früherkennung wäre für die Betroffenen toll“, sagte Kirsten Wirth von der Elterninitiative diabetischer Kinder und Jugendlicher in Nordrhein-Westfalen. Derzeit werde die Krankheit größtenteils erst im Alter zwischen sechs und acht Jahren entdeckt. Ähnliche Modellprojekte zur Diabetes-Früherkennung gibt es bereits in Sachsen (Freder1k-Studie) und Bayern (Fr1da).

Früherkennung auch für Hypercholesterinämie

Die zweite jetzt in Niedersachsen getestete Krankheit ist die familiäre Hypercholesterinämie. Dabei handelt es sich um eine genetisch bedingte Störung des Fettstoffwechsels, die zu einer vorzeitigen Erkrankung der Herzkranzgefäße führen kann. Laut Klinik wird die Krankheit derzeit sehr selten rechtzeitig diagnostiziert.

Es geht auch um die psychischen Folgen der Krankheit

Wenn Eltern dem Test beim Kinderarzt in Niedersachsen zustimmen, werden die Blutproben im Labor des hannoverschen Kinderkrankenhauses auf das Vorliegen einer familiären Hypercholesterinämie untersucht. Das Diabetes-Screening erfolgt am Institut für Diabetesforschung am Helmholtz-Zentrum München. Weitere Kooperationspartner sind Psychologen der Medizinischen Hochschule Hannover, die psychische Folgen für die Familien des Screenings evaluieren.

Weltweit 17 Millionen Betroffene

Das Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult gehört zu einem europaweiten Forschungsnetzwerk für klinische Studien zu Typ-1-Diabetes. Bei der Krankheit greift das körpereigene Immunsystem Zellen der Bauchspeicheldrüse an. Die Ursachen sind noch nicht geklärt. Weltweit sind rund 17 Millionen Menschen betroffen.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

Kunden bleiben Schmuckkette fern: Claire’s schlittert in die Insolvenz


Sie ist vor allem bei Jugendlichen und jungen Frauen beliebt, doch immer weniger Kunden gehen in einen der weltweit 7500 „Claire’s“-Läden. Nun ist die Modeschmuckkette insolvent. Frisches Investoren-Geld soll das Aus des US-Unternehmens doch noch abwenden.

Der US-Schmuckkette Claire's ist das Geld ausgegangen. Das Unternehmen, das sich vor allem an ein junges und preisbewusstes Publikum richtet, beantragte im US-Bundesstaat Delaware Gläubigerschutz. Wie viele andere Filialbetreiber leidet Claire's seit Langem darunter, dass immer weniger Kunden in großen Shoppingzentren einkaufen gehen und stattdessen online zuschlagen.

Das 1961 gegründete Unternehmen kündigte an, im Rahmen der „Chapter 11“-Insolvenz seinen Schuldenberg um rund 1,9 Milliarden Dollar abbauen zu wollen. Zudem werde eine Gruppe von Gläubigern neues Kapital in Höhe von rund 575 Millionen Dollar zur Verfügung stellen. Die Gruppe werde von den Investoren Elliott Management und Monarch Alternative Capital angeführt und halte 72 Prozent der erstrangigen Schulden, teilte Claire's mit. Das Insolvenzverfahren werde den Erwartungen zufolge im September abgeschlossen.

Claire's war 2007 für 3,1 Milliarden Dollar von Apollo Global Management gekauft und durch den Investor von der Börse genommen worden. Im Januar engagierte das Unternehmen die Bank Lazard, um seine finanzielle Lage zu überprüfen. Die Nettoverschuldung belief sich zu diesem Zeitpunkt auf etwa 2,2 Milliarden Dollar, die in den nächsten Jahren nach und nach fällig werden sollten.

Internationale Geschäfte vorerst nicht betroffen

Claire's verkauft Schmuck, Accessoires und Taschen in 7500 Läden in 45 Ländern weltweit, darunter auch in Deutschland. Das Unternehmen ist bekannt dafür, dass sich Kunden in den Filialen Ohrlöcher stechen lassen können. Die internationalen Geschäfte des Händlers außerhalb der USA sind nicht Teil des Insolvenzantrags.

Der scharfe Wettbewerb im Einzelhandel hat zuletzt unter anderem die US-Spielzeugkette Toys 'R' Us, den Jeanshändler True Religion sowie den Modeanbieter American Apparel in die Knie gezwungen.



Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

Bunte Bühne macht aus Fremden Freunde

Internationales Theater im Jugendhaus FellbachBunte Bühne macht aus Fremden Freunde

Auch das mehrfach ausgezeichnete  spinaTheater aus Solingen ist zu Gast. Foto: Privat

Fellbach – Wenn in der letzten Novemberwoche die 26. Bunte Bühne im Jugendhaus beginnt, stehen die Zeichen – zumindest auf den Theaterbretter – auf Weltfrieden und Völkerverständigung. Kunst und Theater stehen für einen interkulturellen Austausch in einer globalisierten Welt. Die weltweiten Konflikte finden längst auch in den Vorgärten statt.

Während der Bunten Bühne, die von 24. bis 29. November stattfindet, gibt es einen internationaler Theaterworkshop mit Jugendlichen aus Frankreich, Polen und Deutschland. Auf den Vorschlag, das Thema „Flucht und Vertreibung“ zu bearbeiten, reagierten die Partner aus Polen mit vorsichtiger Zurückhaltung. Angesichts der Flüchtlingsproblematik sollte man eine Polarisierung der Jugendlichen vermeiden, klang durch. Es wurde für angemessener gehalten, sich über den Begriff Nächstenliebe dem Thema zu nähern.

In Frankreich freute man sich darauf, das Thema kontrovers anzugehen, möchte sich aber lieber entlang der Themen Fremdsein-Fremdenangst bewegen. Offensichtlich traut sich niemand so recht, seinen Jugendlichen das Thema „Flüchtlinge“ zuzumuten, auch aus Angst vor unangemessenen Reaktionen.

Die Bunte Bühne will auch in diesem Jahr wieder ihren Beitrag zum Dialog zwischen den Kulturen leisten, damit aus Fremden Freunde werden. Sie lädt Menschen aus fremden Ländern ein, bietet ihnen Unterkunft und Verpflegung und verlangt nicht mehr als eine Probe ihres Könnens als Gegenleistung. Ein schönes Zeichen der Gastfreundschaft.

Aus Frankreich, dem Iran, Kolumbien, Polen, der Schweiz und Deutschland kommen in diesem Jahr die Teilnehmer der Bunten Bühne. Neben den veranstaltenden Gruppen Theater im Polygon und dem THAG Theater sind aus Deutschland der Theaterjugendclub am Landestheater Tübingen und das mehrfach ausgezeichnete spinaTheater aus Solingen mit ihren Stücken vertreten.

Kindertheateraufführung findet im Orfeo-Kino statt

Das Theater im Polygon bestreitet neben der Kindertheateraufführung im Orfeo-Kino im Großen Haus in Schmiden am Dienstag, 24. November, auch die Aufführung am Mittwoch, 25. November, nach der offiziellen Eröffnung um 20 Uhr.

Kolumbien ist gleich mit zwei Theaterproduktionen vertreten. Das Teatro Estudio 87 aus Bogotá zeigt sein prämiertes Stück „Nicht nur Hunde bellen vor Durst“, das Teatro Condenado, ebenfalls aus Bogotá, mit „Centinelas/Die Wächter) ein irrwitziges Stück über Theater, Kunst, Identität und den Sinn des Lebens.

Aus dem Iran kommt eine freie Bearbeitung von Büchners „Woyzeck“, das Jugendtheater eF aus dem polnischen Bielsko-Biała führt mit „Assemblage“ an ungewöhnliche Orte, und das Studententheater der Hochschule der Künste Bern hat mit „NÜT“ eine von Tanz und Musik geprägte Version von Janne Tellers „Nichts – was im Leben wichtig ist“ im Gepäck.

Auch in diesem Jahr ist als Kooperationspartner wieder das Théâtre du Sycomore aus Fellbachs französischer Partnerstadt Tournon sur Rhône beim Festival vertreten. Das Theater im Polygon und die französische Gruppe verbindet eine langjährige freundschaftliche Zusammenarbeit.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

„Geisterritter“: Erste Oper nach Buch von Cornelia Funke

Aus einem Buch von Bestsellerautorin Cornelia Funke (57, „Tintenherz“) entsteht erstmals eine Oper. Ende 2017 soll „Geisterritter“ am Theater Bonn Uraufführung feiern, wie das Haus am Donnerstag mitteilte. In der Geschichte kommt Protagonist Jon Whitcroft an eine neue Schule – ein altehrwürdiges Internat in Salisbury – und macht dort eine gespenstische Begegnung. Das Buch erschien 2011. „Ich bin mir sicher, dass sich Cornelia Funkes bilderreicher Roman in eine fantasievolle und moderne Musiktheaterfassung übersetzen lässt“, erklärte der Bonner Generalintendant Bernhard Helmich. Das Stück soll später auch an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf und Duisburg sowie am Theater Dortmund zu sehen sein.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

Lernen, wo Timo Werner kickt

VfB-LernzentrumLernen, wo Timo Werner kickt

Ottilie Bälz (Robert-Bosch-Stiftung), Stefan Kiefer (Bundesliga-Stiftung) und VfB-PräsidentBernd Wahler (von links)  im Dialog mit den Schülern Baran, Rexhep und Mergim  Foto: Lichtgut/Max Kovalenko Foto:  

Stuttgart – Fußball ist weit mehr als nur Sport. Für Stuttgarter Jugendliche aus bildungsfernen Familien wird die Mercedes-Benz-Arena durch das Lernzentrum des VfB zum Lernort, an dem ihnen politische Bildung vermittelt wird. Das Projekt ist auf drei Jahre befristet und wird von der Robert-Bosch-Stiftung und der Bundesligastiftung im ersten von drei Projektjahren mit 32 000 Euro gefördert.

Vertreter der freien sozialen Träger sind voll des Lobes für das Angebot des VfB: „Viele der jungen Leute, die unsere Sozialarbeiter betreuen, kommen aus schwierigen Verhältnissen, haben Lernschwierigkeiten, sind überschuldet oder schon straffällig. Sie tun sich schwer in der Schule oder kommen gar nicht mehr in die Schule. Aber sie schaffen es, dreimal in der Woche pünktlich und mit Begeisterung in ihren Fußballverein zu gehen“, sagt Jutta Jung vom Caritasverband Stuttgart. Die mobile Jugendarbeit der Caritas versuche, „diese Begeisterung auszunutzen, um die jungen Leute vom Rand der Gesellschaft in die Mitte zurückzuholen.“ Ihr Kollege Klausjürgen Mauch von der Evangelischen Gesellschaft sagt: „Unser Projekt dockt an die Regelstruktur der Mobilen Jugendarbeit und der Schulsozialarbeit an.“

Fachkompetenz bei der Jugendarbeit hat der VfB jedenfalls zu bieten: „Wir haben Pädagogen und Sozialpädagogen in unseren Reihen“, sagt VfB-Präsident Bernd Wahler. Auch der VfB-Angestellte Timothy Holzhäuer ist gelernter Sozialarbeiter. Gerade betreut er sieben 14-jährige Schüler der achten Klasse der Falkertschule, einer Grund- und Werkrealschule im Stuttgarter Westen. Die Kinder aus Einwandererfamilien verschiedener Nationen kicken in verschiedenen Vereinen, Fußball ist das Thema, das sie vereint. „Es ist schön, dass wir beim VfB als Gruppe lernen und nicht einzeln“, sagt der 14-jährige Rexhep Rukigi. Man lerne, dass man mit einer ernsthaften Einstellung an den Fußball rangehen müsse und dass sich dies auf andere Bereiche übertragen lasse: „Man sollte vor dem Lehrer genauso Respekt haben wie vor dem Trainer und nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch in der Schule pünktlich sein.“

Seit 2010 nutzen die Robert-Bosch-Stiftung und die Bundesligastiftung die Faszination des Fußballs für Bildungsprojekte außerhalb der Schule. Bundesweit werden von ihnen zwölf Lernzentren in Vereinen von der dritten Liga bis zur Ersten Bundesliga unterstützt. Die Angebote im neuen VfB-Lernzentrum richten sich an Schüler der Klassen sieben bis zehn, an fußballbegeisterte Jugendliche und an junge Erwachsene. In der besonderen Stadionatmosphäre beschäftigen sie sich unter pädagogischer Anleitung mit Themen wie Diskriminierung, Rassismus, Toleranz und sozialer Teilhabe.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

Selbstverliebte Heranwachsende: „Generation Selfie“ träumt vom Ruhm


Für das perfekte Selfie achten junge Menschen penibel auf Styling, Pose und Hintergrund. Das Ziel laut einer neuen Studie: Viele Heranwachsende möchten berühmt werden. Vielen ist das Dauer-Knipsen aber auch unangenehm.

Für die „Generation Selfie“ sind ihre Selbstporträts laut einer Studie Ausdruck extremer Selbstverliebtheit gepaart mit Sehnsucht nach Anerkennung. Hätten vor zehn Jahren 14 Prozent der Heranwachsenden zwischen 14 und 21 Jahren den Wunsch gehabt, durch Bild-Postings berühmt zu werden, treffe dies inzwischen auf 30 Prozent zu, teilte der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel mit.

Laut der Untersuchung gehören Selfies heute zur Selbstfindung der Jugendlichen, die sich zwischen Anpassung zu Gleichaltrigen und Abgrenzung zur Elterngeneration bewegen. Nur 15 Prozent der Befragten gaben an, keine Selfies zu machen. Mehr als die Hälfte der Befragten klickt täglich (26 Prozent) oder mindestens wöchentlich auf den Auslöser (39 Prozent).

Für ihre Selbstporträts überlassen die Jugendlichen kaum etwas dem Zufall: „Die perfekte Inszenierung beinhaltet ein sorgfältiges Styling, ein gekonntes Posing, den optimalen Hintergrund genauso wie den richtigen Blick in die Kamera.“ So werde von 45 Prozent der Mädchen erst nach mehr als 50 geschossenen Bildern eines verbreitet. Kontrolle und ideale Selbstdarstellung seien Hauptmotive der Produktion. Den meisten sei es jedoch peinlich, diese Bedeutung der speziellen Fotos für ihr Leben zuzugeben, heißt es in der Studie. Sie würden einfach in Porträts, Urlaubsbilder oder Bilder mit Freunden umgedeutet.

Das Marktforschungsinstitut Rheingold Salon hat für die Untersuchung nach eigenen Angaben 1000 Jugendliche und Erwachsene im Alter zwischen 14 und 21 Jahren befragt und mit ihnen tiefenpsychologische Interviews durchgeführt.



Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

Literatur: Erste Oper nach einem Buch von Cornelia Funke

Bonn (dpa) – Aus einem Buch von Bestsellerautorin Cornelia Funke (57, „Tintenherz“) entsteht erstmals eine Oper. Das Stück „Geisterritter“ soll am 3. Dezember 2017 am Theater Bonn Uraufführung feiern. Funke stellte die Pläne am Donnerstag in der Stadt selbst vor. „Das ist einfach ein Stoff, der sich dafür eignet“, sagte die Autorin.

In der Geschichte kommt Protagonist Jon Whitcroft an eine neue Schule – das altehrwürdige Internat in Salisbury – und macht dort eine gespenstische Begegnung. Das Buch „Geisterritter“ erschien 2011.

Die Opernadaption stammt nun aus der Feder des US-amerikanischen Komponisten James Reynolds. Er betonte, dass der Roman „Opernmaterial pur“ sei. Es geht um Themen wie Liebe, Tod, Verantwortung und Erwachsenwerden. Die Produktion soll alles bekommen, was dazugehört, unter anderem ein Orchester und zwei Chöre.

„Wenn man wirklich Kinder verführen möchte, sich so einer immer bedrohteren Kunstform wie der Oper zu nähern, dann muss man das auch wirklich mit dem bestmöglichen Zauber tun“, sagte Funke. „Wenn man die Chance vergibt, dann war es das.“

Die 57-Jährige zählt zu den international erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Zu ihren bekannten Büchern gehören „Herr der Diebe“, „Die Gespensterjäger“, „Die wilden Hühner“ und „Tintenwelt“. Zwar gab es schon mehrere Theaterinszenierung auf Basis ihrer Bücher, bislang aber noch keine richtige Oper. Auch für „Tintenherz“ habe es schon mal Anfragen in diese Richtung gegeben, berichtete Funke. Das sei aber erst etwas für die Zukunft.

„Der Vorteil meines Namens in Deutschland wird sicherlich der sein, dass Leser des Buches den Reiz fühlen werden, sich doch mal eine Oper anzusehen“, sagte die Autorin.

„Ich bin mir sicher, dass sich Cornelia Funkes bilderreicher Roman in eine fantasievolle und moderne Musiktheaterfassung übersetzen lässt“, erklärte der Bonner Generalintendant Bernhard Helmich. Die Oper entsteht als Kooperation des Theaters Bonn, der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg und des Theaters Dortmund. Nach Bonn soll „Geisterritter“ in den darauffolgenden Spielzeiten auch in den anderen Häusern zu sehen sein.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

Politikverdruss bei Jugendlichen? Das war gestern

Engagement in StuttgartPolitikverdruss bei Jugendlichen? Das war gestern

OB Fritz Kuhn begrüßt die Mitglieder des Jugendgemeinderats im Stuttgarter Rathaus Foto: Leif Piechowski

Stuttgart – Ob Umweltschutz, vegetarisches Essen oder Engagement für Flüchtlinge – die Mehrheit der jungen Menschen in Deutschland ist durchaus politisch interessiert. Statt mit etablierten Parteien oder Bundespolitik setzen sich viele Jugendliche aber lieber für konkrete Inhalte ein – zum Beispiel für eine Online-Petition gegen schlechte Bedingungen in der Textilindustrie, oder für ein Bauwagen-Projekt für den Stuttgarter Bezirk Botnang.

Laut der jüngsten Shell-Jugendstudie bezeichnen sich rund 41 Prozent der Jugendlichen in Deutschland als „politisch interessiert“ – im Vergleich zu nur knapp 30 Prozent im Jahr 2002. Menschenrechts- oder Umweltschutzgruppen genießen dabei aber ein deutlich höheres Vertrauen als die etablierten Parteien. Auch beim politischen Engagement bestätigt sich das: An vorderster Stelle stehen hier der Boykott von Waren aus politischen Gründen, das Unterzeichnen von Online-Petitionen oder die Teilnahme an Demonstrationen. „Jugendliche engagieren sich eher punktuell“, bestätigt Frank Brettschneider, Leiter des Instituts für Kommunikationswissenschaften an der Uni Hohenheim, die Ergebnisse der Studie.

Während sich die Mehrzahl der Jugendlichen zwar als politisch interessiert bezeichnet, hält sich auch in Stuttgart das Engagement in Parteien oder in der Lokalpolitik in Grenzen. Die Jugendlichen seien durchaus an politischen Themen interessiert, erklärt der Stuttgarter Bürgermeister Werner Wölfle. „Am erfolgreichsten sind die Projekte, die einzelne Jugendliche selbst in die Diskussion mit einbringen. Sind sie von einem Thema begeistert oder unmittelbar davon betroffen, spiegelt sich das in der Art und Menge des Engagements und Einsatzes wieder.“

Das bestätigt auch der Kommunikationswissenschaftler: „Jugendliche interessieren sich weniger für die gesamte politische Bandbreite, sondern vielmehr für Themen, zu denen sie einen Bezug haben.“ Dies könne ihre Freizeitgestaltung betreffen, aber auch klassische Jugendthemen wie Friedenspolitik, die Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern oder Klimaschutz. „Im Moment steigt das Interesse an Politik, weil sich viele Jugendliche für Flüchtlinge engagieren. Dafür opfern viele sogar ihre gesamte Freizeit“, sagt Brettschneider. Es gebe einstarkes Bedürfnis, gemeinsam etwas Sinnvolles zu tun.

Das Bild in Stuttgart ist insgesamt ein Gemischtes: Während einige Bezirke viele Jugendrat-Kandidaten haben, kommt in anderen im neuen Jahr wohl kein Bezirksjugendrat zustande, weil sich kaum Jugendliche beworben haben. Dabei haben die Jugendräte laut Wölfle in den vergangenen Jahren viel auf die Beine gestellt, wie zum Beispiel die neue Downhill-Strecke zwischen Degerloch und dem Stuttgarter Süden oder eine neue Skatehalle im Stuttgarter-Norden durchgesetzt.

Wölfle hat mit den Jugendlichen positive Erfahrungen gemacht: „Erfreulich ist, dass, ganz entgegen den Ergebnissen der Shell-Studie, die Jugendlichen einander nicht aufgrund ihrer sozialen Herkunft ausgrenzen, sondern alle miteinander versuchen, ihre Ideen einer besseren Lokalpolitik umzusetzen.“ Für viele junge Menschen sei lokalpolitisches Engagement eher ein zeitliches Problem. „Eine langfristiges Engagement erscheint ihnen als zu verpflichtend“, sagt Wölfle. Außerdem fehle das Verständnis für kommunale Entscheidungsprozesse, was häufig damit zusammenhänge, dass in den Schulen und im Lehrplan das Hauptaugenmerk auf nationale, wenn nicht sogar globale Themen gerichtet werde.

Für Brettschneider kommen aber auch die Sprache und die Rituale, die in Parteien herrschen, hinzu. „Die verschachtelte Sprache der Politiker verstehen Jugendliche – aber auch viele Erwachsene – nicht. Auch die stark ritualisierte Parteienpolitik passt nicht in ihre Welt.“ Ein Missverständnis will er aber ausräumen: „Die Jugendlichen sind nicht weniger politisch interessiert als Erwachsene. Die Entwicklung des politischen Interesses verläuft seit Jahren parallel“, sagt Brettschneider.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

Nach Donald Trumps Wahlsieg: Austauschschüler meiden die USA

Die Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten verunsichert laut „Spiegel“ deutsche Jugendliche, die einen Auslandsaufenthalt in den USA planen.

Schon wenige Stunden nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse hätten sich Jugendliche und Eltern gemeldet, die wissen wollten, wie sich die Ereignisse auf ihren Austausch auswirkten, berichtet Susanne Kordasch von der Organisation Youth For Understanding.

Manche erwögen sogar, ein anderes Gastland zu wählen. „Kurzfristig werden wir versuchen, mehr Kapazitäten in Kanada zu schaffen“, sagt Kordasch.

Jugendliche sind besorgt

Bei den Carl Duisberg Centren, einer anderen Sprachreise- und Austauschorganisation, erkundigte sich ein Jugendlicher, der sich aktuell in den USA befindet, ob Donald Trump nun wie angekündigt das für deutsche Austauschschüler notwendige Visum stoppen würde.

Auch den American Field Service (AFS) erreichten laut „Spiegel“ Bitten von Schülern und Eltern, das Reiseziel ändern zu dürfen. Dabei sei es in diesen Zeiten besonders wichtig, den Austausch zu befördern, sagt AFS-Marketingleiter Kai Böttner. „Das hilft, zu verstehen, wie solche Wahlentscheidungen zustande
kommen.“

USA war bislang beliebt als Austauschland

Seit Jahren sind die USA mit weitem Abstand das beliebteste Zielland deutscher Austauschschüler. Im Schuljahr 2015/2016 verbrachten rund 6250 Jugendliche mindestens drei Monate in einer US-amerikanischen Gastfamilie und besuchten örtliche Schulen.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

Getötet von 15-Jährigem: Tod von 14-jähriger Keira wühlt Berlin auf

Am vergangenen Mittwoch stirbt die 14-jährige Keira vor den Augen ihrer Mutter in der gemeinsamen Wohnung. Der Täter soll ein 15-Jähriger sein, mit dem sie vorher ein Date gehabt haben könnte. Verschwörungstheorien verärgern die Polizei.

Berlin, Ortsteil Alt-Hohenschönhausen, vergangener Mittwoch: Gegen 17.30 Uhr kommt die Mutter von Keira G. nach Hause und findet ihre Tochter blutüberströmt im Kinderzimmer vor. Etwa anderthalb Stunden lang versucht ein Notarzt die 14-Jährige zu retten – erfolglos. Das Mädchen stirbt laut inoffiziellen Angaben an mehr als 20 Messerstichen.

Für die Tat verantwortlich ist der Polizei zufolge ein gerade einmal 15-jähriger Bekannter von Keira. Der Jugendliche wurde am frühen Sonntagmorgen in der Wohnung seiner Eltern festgenommen. Nach stundenlangem Verhör gesteht er am Abend, das Mädchen getötet zu haben.

Ein Motiv für seine grausame Tat nennt er den Ermittlern zufolge nicht, doch die Polizei war früh von einer Beziehungstat ausgegangen: Anwohner hätten von einem lautstarken Streit und „zugeschlagenen Türen“ in der Wohnung berichtet, schrieb die „Berliner Morgenpost“ bereits am Freitag. Ein Bekannter des Mädchens erzählte der „Bild“-Zeitung, Keira habe kurz vor ihrem Tod ein Date mit einem Jungen gehabt. Ob es sich dabei um den 15-Jährigen handelte, ist unklar.

Zu der tödlichen Auseinandersetzung muss es allerdings schnell gekommen sein: Laut „Berliner Zeitung“ habe Keira Freunden noch gegen 17 Uhr Nachrichten auf Whatsapp geschrieben. Was in den nächsten 30 Minuten passierte, ehe sie von ihrer Mutter schwer verletzt in der gemeinsamen Wohnung gefunden wurde, ist unklar.

Freunde und Angehörige nahmen am Sonntagnachmittag Abschied von Keira: Am Sportforum in Berlin-Hohenschönhausen, nur 2,5 Kilometer vom Tatort entfernt, legten etwa 300 Menschen Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Dort hatte die 14-Jährige seit mehreren Jahren Eisschnelllauf trainiert.

Für Verärgerung sorgen bei der Polizei derweil Verschwörungstheorien, die während der Ermittlungen im Internet verbreitet wurden. Weil die Ermittler anfangs die Nationalität des Jugendlichen nicht nennen wollten, spekulierten mutmaßlich rechte Kreise offen darüber, dass es sich um einen Flüchtling handeln müsse. Der 15-Jährige besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit.



Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

background