Kategorie -Jugendliche

Coole Touren für Teenager

Bei Jugendreisen muss es nicht immer nur Sun, Fun und Party sein. Richtig coole und spannende Alternativen dazu sind zwar im Angebot der Jugendreiseveranstalter schwer zu finden, es gibt sie aber.

Spätestens mit 14 Jahren steht er ganz oben auf der Wunschliste von Jugendlichen: der Urlaub mit Freunden ohne die Familie. Hoch im Kurs stehen dabei nach einer Umfrage der Allianz organisierte Partytouren – was sich auch im Angebot der Jugendreiseveranstalter spiegelt. In den Katalogen und Internetseiten wimmelt es nur so von Angeboten, die mit Party, Fun oder Club & Pub angepriesen werden. Party rund um die Uhr ist aber nicht jedermanns Sache – auch nicht der jungen Leute. Für sie gibt es richtig coole und spannende Alternativen von der Alpenüberquerung zu Fuß bis zum Dance Camp kombiniert mit Englischkursen.

Abenteuer in den spanischen Pyrenäen

Langeweile kommt bei der „Adventure Camp & Beach Kombitour“ von GO Jugendreisen sicher nicht auf – auch wenn das Camp für die erste Woche beim verträumten Bergdörfchen Albanyà inmitten der spanischen Pyrenäen steht. Dort gibt es nämlich fast jeden Tag ein Outdoor-Highlight. Mit GPS geht es auf die Suche nach „Caches“, versteckten Zielen, beim Watertrekking erobern die jungen Abenteurer einen Bergfluss inklusive Wasserfallrutschen und Gumpenspringen. Griffstark heißt es beim Klettern im Fels zu sein, zum Abschluss der Trekkingtour verlockt eine verschwiegene Badestelle zum Abkühlen im kristallklarem Wasser. Am sechsten Tag geht es mit dem Bus ins Beachcamp in der Bucht von Rosas zum Relaxen. Inklusive Busanreise dauert die Reise 15 Tage, in den Camps wird zwölf Mal übernachtet. Und der Preis? Der ist mit 569 bis 659 Euro inklusive Verpflegung und Busanreise taschengeldfreundlich.

Auf Ötzis Spuren über die Alpen

Ebenfalls in die Berge oder, besser gesagt, über die Berge, geht es bei der „Jugend-Reise Alpen-Überquerung“ des Stuttgarter Vereins für Erlebnispädagogik „Aventerra“ für Jugendliche von zwölf bis 16 Jahren. Von Oberstdorf im Allgäu aus wandern die Alpenbezwinger auf dem Fernwanderweg E5 und den Spuren von Ötzi durch die Wälder des Lechtals, steigen durch die Schluchten und Felsensteige des Pitztals hinauf in die Gletscherwelt des Ötztals und wandern am zehnten Tag vorbei an der Fundstelle des Mannes aus dem Eis hinab nach Meran in Südtirol. Auf 6000 Höhenmeter kann die zwölfköpfige Gruppe dann zurückblicken – und auf ein einmaliges Erlebnis in der atemberaubenden Natur der Hochalpen. Die Alpenüberquerung inklusive Verpflegung und Unterkunft in festen Quartieren kostet 665 Euro, die Fahrten nach Oberstdorf und von Meran zurück sind nicht inklusive.

Klettern und Boofen im Elbsandsteingebirge

Die Gipfel des Elbsandsteingebirges erreichen zwar keine alpinen Höhen, die zerklüfteten Felsen zählen aber zu den besten Kletterrevieren der Erde. Bei dem sechstägigen Camp, an dem auch Anfänger ab 13 Jahren teilnehmen können, werden je nach Können Routen in allen Schwierigkeitsgraden und mit Weglängen von mehr als 30 Metern begangen. Besonders faszinierend sind Klettertouren in den Sonnenuntergang hinein oder in der Nacht. Beim Boofen, wie das Schlafen in freier Natur oder in einer Felshöhle genannt wird, wärmt das Lagerfeuer, während der Sternenhimmel über den Freiluftschläfern funkelt. Die anderen Nächte Verbringen die Jugendlichen in Ferienwohnungen im Bielatal in Mehrbettzimmern. Angeboten wird das Camp von dem Berliner Jugendreiseveranstalter Freebird und kostet inklusive Vollpension sowie kompletter Kletter- und Sicherheitsausrüstung 347 Euro.

Paddeln durch den Urwald von Drawa

Mitten durch einen der letzten Urwälder Europas und eine unberührte Flusslandschaft paddeln die Teilnehmer der Kanuexpedition auf der Drawa im gleichnamigen polnischen Nationalpark. Startpunkt ist das Abenteuercamp Czaplinek des Halleschen Reiseveranstalters Jugendtours am Drawsko-See. Erst einmal auf dem Wasser, gibt die Strömung die Richtung vor. Schon bald tauchen die Kanufahrer ein in die verschlungenen Windungen des Flusses, steil steigen die Ufer zum Wald hin an. Einen festen Zeitplan gibt es nicht. Jeden Abend beschließen die Entdecker aufs Neue, wo sie anlegen und ihr Lager aufschlagen wollen. Gekocht wird gemeinsam, der Proviant ist wie die sonstige Ausrüstung in wasserdichten Tonnen verstaut. Für Abwechslung im Speiseplan sorgen selbst geangelte Fische und selbst gesammelte Pilze. Das 15-tägige Kanuabenteuer kostet 339 Euro plus Anreise, die je nach Abfahrtsort maximal 50 Euro kostet, ab 14 Jahren.

Dance and Talk im Süden Englands

Unter das Motto „Dance and Talk“ hat GO Jugendreisen seine Sprachreise nach Christchurch im Süden Englands gestellt. Er verspricht eine „perfekte Mischung aus Reisen, Tanzen und Spracherwerb“ während der 17-tägigen Reise. Professionell betreut werden nicht nur die 30 Stunden Englisch-Sprachkurs, sondern auch das Tanztraining mit insgesamt 20 Einheiten à 60 Minuten. Die Tanzlehrer der „Dance Now Academy“ kennen sich aus mit Jazz, Contemporary, Commercial dance, Musical theatre. Damit bei den 14- bis 17-jährigen Englandreisenden keine Langeweile aufkommt, fahren sie an einem Tag nach London, machen Ausflüge in die Umgebung, gehen in die Disco und ins Kino. Inklusive Unterkunft bei Gastfamilien, Vollpension, Rahmenprogramm und Busanreise kosten die Sprachferien 1429 bis 1559 Euro plus Anreise zu den Busabfahrtsplätzen von maximal 50 Euro.

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Hochbegabte Musikschüler über ihren durchgetakteten Alltag und ihre Träume

Hochbegabte Musikschüler über ihren durchgetakteten Alltag und ihre Träume

Das Wort ,aufgeregt‘ gibt es nicht im musikalischen Lexikon, sagt mein Klavierlehrer“, lacht Hai Thao My Nguyen. „Man ist nicht aufgeregt, sondern freut sich auf das Konzert.“ Die 16-Jährige mit den funkelnden Augen streicht sich beiläufig ihr schwarzes Haar aus dem Gesicht. Mit Jeans, T-Shirt und Schulranzen wirkt sie im lauten Klassenraum wie ein ganz normales Mädchen. Doch wenn My sich an ein Klavier setzt, schlägt sie selbst die erfahrensten Juroren in den Bann. So nahm sie mehrmals erfolgreich an „Jugend musiziert“ teil und gewann im vergangenen Jahr den Internationalen Klavierwettbewerb „Vítězslav Novák“ in Tschechien zum dritten Mal in Folge. „Gerade spiele ich zum Beispiel die Mondscheinsonate von Beethoven und Etüden von Chopin“, erklärt sie munter.

Mit 14 an die Hochschule Rostock

My ist Frühstudentin des Netzwerks young academy rostock, yaro, das zu der Hochschule für Musik und Theater der Stadt Rostock gehört. Das Programm unterstützt musikalisch hochbegabte Kinder und Jugendliche wie My oder Janne-Lisabeth Pelz. „Man hat dann eigentlich nur die schönen Sachen eines Musikstudiums“, schwärmt die 14-Jährige. Auch die junge Violinistin ist Frühstudentin der yaro. „Ich muss also nicht in irgendwelche Seminare gehen und stundenlang etwas mitschreiben, sondern habe einfach Geigen-, Klavier- und Theorieunterricht zur musikalischen Gehörbildung.“

Hausaufgaben macht sie abends

Während ihre Klassenkameraden nach der Schule Freunde treffen oder Sport machen, steht für die Mädchen zur Vorbereitung auf Unterricht und Konzerte auch tägliches Üben auf dem Programm. „Wenn ich lange Geige gespielt habe, dann sind meine Finger immer schwarz vom Griffbrett. Manche Stücke kann man auch nicht so lange üben, weil dann die Finger von dem Druck auf die Saiten weh tun“, erzählt Janne-Lisabeth. „Deswegen achte ich darauf, es nicht zu übertreiben.“ Meistens übe sie ungefähr zwei Stunden am Tag – zusätzlich zum Unterricht. My hat einen ähnlichen Alltag: „Nach der Schule übe ich nachmittags wenn möglich für eine oder zwei Stunden Klavier. Außerdem habe ich zweimal in der Woche Klavier- und einmal Theorieunterricht. Dazu mache ich montags und dienstags Gesellschaftstanz im Verein“, zählt die Pianistin auf. „Abends mache ich dann meine Hausaufgaben und lerne.“

„Ich zwinge mich dann aber dazu“

Denn die höchste Priorität neben der Musik hat die Schule – die Mädchen besuchen ein Gymnasium und wollen in einigen Jahren ihr Abitur machen. Die Balance zwischen Lernen und Musizieren ist manchmal schwierig zu halten. „Es kommt schon vor, dass man keine Lust hat zu üben, gerade wenn für die Schule viel zu tun ist“, erklärt die Frühstudentin Clara Beigang. Genau wie My ist die Vierzehnjährige in einer Klasse des Förderzweigs für Hochbegabte an der CJD Christophorusschule Rostock. „Ich zwinge mich dann aber dazu, mir die Noten zumindest anzuschauen, damit ich im Klavierunterricht nicht komplett unvorbereitet bin“, lacht sie. Ihr Instrument ist immerhin schon seit zehn Jahren ein fester Bestandteil ihres Lebens, wie bei den anderen Mädchen auch. Aus diesem Grund hat sich ihre anfänglich große Aufregung bei Vorspielen mit der Zeit schon gebessert. „Es ist in gewisser Weise eine Gewohnheit geworden“, sagt auch Janne-Lisabeth. „Trotzdem ist man beim Vorspielen nie wirklich entspannt. Die Aufregung gehört eben dazu, denn jedes Konzert ist anders. Auf der Bühne lernt man sich dann teilweise ganz neu kennen.“

Am besten Konzertpianistin

Für sie sei es mit den Jahren ebenfalls einfacher geworden, Schule und Instrument zu vereinbaren. Auch My hat sich an diese doppelte Belastung gewöhnt. „Ich kriege das koordiniert. Wichtig ist es, sich einen Plan zu machen, um alles erledigen zu können.“ Schließlich möchte sie später ihre Leidenschaft zum Beruf machen, genau wie ihre Kommilitoninnen Janne-Lisabeth und Clara. Mys Traum ist es, irgendwann Klavierlehrerin oder am besten Konzertpianistin zu werden. Denn letztendlich überwiegt für sie die Liebe zur Musik. „Beim Klavierspielen kann man richtig ausschweifen, es ist wie Meditation. Man spielt sich frei.“

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Der Tag: Jugendliche stirbt nach Stromschlag von Handy-Ladekabel

Bei einem tragischen Unfall in Vietnam ist eine Jugendliche durch einen Stromschlag ihres Smartphone-Ladekabels ums Leben gekommen.

  • Beamte hätten die 14-Jährige mit einem verkohlten Kabel in der Hand tot in ihrer Wohnung in einem Dorf gefunden, berichtete die Zeitung „Thanh Nien“ unter Berufung auf die Polizei.
  • Ein Mitglied des Gemeindevorstands erklärte, dass das Mädchen schlief, während sie den tödlichen Stromschlag erlitt.
  • Ihr Handy hatte sie zum Aufladen mit dem Stromnetz verbunden.
  • Ob es sich um ein Original-Markenladegerät oder eine Kopie handelte, ist nicht bekannt.



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„Ich liebe das Tanzen. Ich lebe das Tanzen“

„Ich liebe das Tanzen. Ich lebe das Tanzen“

Tanz. Dance. Danse. Danza. Saltatio. Taniec. Von Land zu Land und über Kontinente hinweg unterscheidet sich das Wort in der jeweiligen Sprache. Und dennoch treffen sich so viele ähnliche Emotionen beim Tanzen überall auf der Welt. Auch die 19-jährige Karen Schweiger findet ihre Leidenschaft im Tanzen. Ganz anders als Karen normalerweise in der Tanzhalle spricht, nämlich durch die Bewegungen, die natürlich ineinander überfließen und eine Geschichte erzählen, spricht sie im Interview mit Worten über ihr Leben als Tänzerin.

Obwohl sie sich nicht in einer Tanzhalle befindet, sondern in einem schicken Münchner Innenstadt-Café, schließt man aus ihrem praktisch, aber stylisch aussehenden Outfit, dass sie sich auf dem Weg zum Training befindet. Ihre blonden Haare sind durch einen komplett verflochtenen Zopf an ihrem Kopf befestigt. Die Sneaker scheinen passend zu der anliegenden Jogginghose und ihrem sportlichen Pullover gewählt zu sein. Außerdem trägt sie große, runde Ohrringe und ein dezentes Make-up.

Gelungener Mischmasch aus ganz vielen Stilen

Nachdem Karen schon zehn Tage nach ihrer Geburt mit ihrer ganzen Familie aus deren Heimat Belgien nach Dachau gezogen war, kam sie dort einige Zeit später zum ersten Mal mit dem Tanzen in Verbindung. In einer Rock-’n’-Roll-Gruppe fing sie als Dreijährige an und tanzte sich über mehrere Stationen vor bis in die Gruppe Nexotic, die sich schon bei vielen Meisterschaften ins Finale getanzt hat. Auf diesem Weg entdeckte sie das große Genre Hip-Hop für sich, wobei sie klar zu verstehen gibt, dass man Tanzen nicht wirklich in verschiedene Kategorien einteilen kann. „So viele verschiedene Menschen tanzen die gleiche Tanzart, aber bringen alle ihre verschiedenen Erfahrungen mit ein. Im Endeffekt ist jede Richtung ein Mischmasch aus ganz vielen anderen.“ Auf die Frage, ob es in ihrem Leben einen ausschlaggebenden Punkt gab, in dem sie wusste, dass sie Tänzerin werden will, erklärt sie, dass es eine längere Reise zu dieser Erkenntnis war. „Irgendwann habe ich realisiert, dass Tanzen das ist, was mir Sinn im Leben gibt, der ausschlaggebende Punkt, ob ich glücklich bin. Tanzen ist einfach der Weg, der für mich gemacht ist, der Weg, den ich gehen muss.“

Backgroundtanzen in den Vordergrund stellen

So wie sie schon als junges Mädchen gekämpft hat, an ihre Ziele zu kommen, hat die Halbbelgierin auch jetzt als junge Erwachsene ihre Ziele vor Augen. „Um an das eine große Ziel zu kommen, nämlich mein ganzes Leben lang so wie im Moment vom Tanzen 100 Prozent leben zu können, muss ich sowohl die Schiene Tanz an sich als auch die des Choreographierens abdecken.“ Was das anbelangt, ist sie heute, sechs Monate später, ihrem Ziel ein ganzes Stück näher gekommen. Vor kurzem ist Karen nach Berlin gezogen und gibt dort täglich Unterrichtsstunden. Selber zu choreographieren und dies dann weiterzugeben, war schon in München das, womit sie ihr letztes Jahr finanzierte. Dabei ist ihr die Mädchenszene beim Thema Choreographieren besonders wichtig. „Ich möchte jungen Frauen Bewusstsein für sich selber verschaffen und das Lebensgefühl weitergeben, das ich durch Tanzen erlangt habe. Ich sehe es als meine Aufgabe, andere zu pushen und dann gemeinsam etwas zu erreichen.“ Sie greift ihre Aussage noch einmal auf und erklärt, was sie mit der zweiten Schiene Tanz meint. „Hier habe ich das kommerzielle Tanzen im Sinn.“ Sie wolle als Tänzerin gebucht werden und auf Welttourneen „das Backgroundtanzen in den Vordergrund stellen“. Dieses Vorhaben setzt sie bereits um. Von München über Hamburg bis nach Los Angeles sieht man sie in den Tanzstudios, wie sie einerseits ihr Können und ihre Erfahrungen erweitert, aber auch mit anderen in Form von Classes, die sie gibt, teilt.

Damals war der schulische Druck zu groß

Ob man denn diese Leidenschaft auch einmal hinterfragt? Auf diese Frage hin erzählt sie von einer Zeit, in der sie das Tanzen fast aufgegeben hatte, weil der schulische Druck zu groß gewesen sei. Doch nicht viel später fing sie wieder an, da sie ohne Tanz nicht mehr sie selber war, traurig und träge. „Also nein, ich wollte es nie einfach so aufgeben. Das Tanzen hat mir immer so viel mehr gegeben als das, was ich dafür opfern musste“, beendet sie ihre Erzählung. „Tanzen hat etwas Magisches an sich. Ich will einfach nicht nur für mich, sondern auch für andere tanzen und so etwas in ihnen auslösen. Ich freue mich jeden Tag aufzustehen und meinen Emotionen Ausdruck verleihen zu können. Tanzen ist einfach alles. Ich liebe das Tanzen. Ich lebe das Tanzen.“

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Jugendräte zu Gast bei der Polizei

Stuttgart-Möhringen/Stuttgart-VaihingenJugendräte zu Gast bei der Polizei

Der Revierleiter Martin Rathgeb erklärt den Jugendlichen die Arbeit der Polizei und beantwortet ihre Fragen. Foto: Sandra Hintermayr

Möhringen/Vaihingen – Kalt und unbequem ist die Zelle. Nackte Fliesen dominieren den nur wenige Quadratmeter großen Raum. Ein ebenfalls gefliestes „Mäuerchen“ dient als Sitz- und Ruhefläche, ein Bett oder eine Liege gibt es nicht. Eine Stehtoilette aus Edelstahl ist in den Boden eingelassen. Das Bild, das die

zehn Jugendlichen am Mittwochabend gesehen haben, wird dem ein oder anderen in Erinnerung bleiben. Und das ist Martin Rathgeb, dem Leiter des Polizeireviers 4, nicht unrecht. Er hat die Jugendräte aus Vaihingen durch das Revier geführt und ihnen die Arbeit der Polizei erklärt. Der Blick in die Gewahrsamszellen sollte auch abschreckend wirken. „Ihr wollt sicher keine Nacht darin verbringen“, sagte Rathgeb. Drei Zellen gibt es im für die Filderbezirke Vaihingen, Möhringen, Degerloch, Sillenbuch, Plieningen und Birkach zuständigen Revier an der Balinger Straße. In der Regel stehen die schweren Türen offen, die Zellen seien nur selten belegt, sagte Rathgeb.

Das Filder-Revier ist zuständig für 138 000 Menschen in sechs Bezirken

Das Revier 4 ist das flächenmäßig größte in Stuttgart und für ein Drittel der Fläche der Landeshauptstadt zuständig, nämlich für 37 Stadtteile und Wohngebiete in sechs Bezirken mit insgesamt etwa 138 000 Einwohnern. „Vom Katzenbacher Hof in Büsnau bis hin zum Gebiet Plieningen-Ost sind das 28 Kilometer“, sagte der Revierleiter. Für die Beamten sei das kein Zuckerschlecken, insbesondere im Berufsverkehr und wenn sie nicht mit Sonderrechten unterwegs sein dürfen: „Bei einem kleinen Verkehrsunfall ohne Personenschaden etwa dürfen wir nicht mit Blaulicht und Martinshorn fahren“, erklärte Rathgeb. „Dann stehen wir im Stau wie alle anderen auch.“ Rathgeb betonte, dass die Jugendlichen dennoch keine Scheu haben sollten, die Polizei zu verständigen. „Wir sind für die Bürger da. Wenn ihr etwas auf dem Herzen habt, dürft ihr immer zu mir und zu uns kommen“, sagte Rathgeb.

Unter die Zuständigkeit des Reviers 4 fallen auch das Gazi-Stadion auf der Waldau und das SI-Centrum mit seinen Musicals sowie über 30 Flüchtlingswohnstätten. Dort gebe es allerdings nicht mehr Einsätze als bei deutschen Mitbürgern, die in ähnlichen Wohnverhältnissen leben, sagte Rathgeb. „Es gibt hin und wieder Einsätze, aber nicht mehr als bei den Deutschen“, sagte der Revierleiter.

Dass das Handy am Steuer eines Autos verboten ist, wussten die Jugendräte. „Aber wie ist es beim Fahrradfahren?“, fragten sie. „Jeder Verkehrsteilnehmer muss sich so verhalten, dass er nicht in irgendeiner Weise beeinträchtigt wird“, sagte Rathgeb. „Wenn ihr auf dem Fahrrad am Handy spielt oder laute Musik hört, seid ihr das aber.“ Wer erwischt wird, kann mit einem Bußgeld von 25 Euro für das Handy belangt werden.

Zwar liegen die Promillegrenzen beim Radfahren höher als beim Autofahren, dennoch riet der Revierleiter den Jugendlichen davon ab, unter Alkoholeinfluss Fahrrad zu fahren. „Wer mit absoluter Fahruntüchtigkeit erwischt wird, wird bei der Führerscheinstelle gemeldet“, sagte Rathgeb. Das könne dann dazu führen, dass die Jugendlichen ihren Führerschein jahrelang nicht bekommen, obwohl sie die Prüfung in Theorie und Praxis eigentlich bestanden hätten. Das gelte nicht nur für Alkohol, sondern auch für Drogen. „Lasst einfach die Finger davon. Egal ob legal oder illegal“, sagte Rathgeb. Und wer als Fußgänger betrunken auf die Straße torkle und einen Unfall verursache, bekomme ebenfalls eine Teilschuld und kann belangt werden.

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Der Tag: Jugend schimmelt fern, trumpeten geht nicht fit


Was soll diese Überschrift? Sie bereitet Sie darauf vor, dass am Freitag das Jugendwort des Jahres gekürt wird. Hier sind ein paar Kandidaten:

  • „Fernschimmeln“ – das bedeutet, dass man nicht an seinem gewohnten Platz chillt.
  • „Looten“ für einkaufen, was auf Englisch plündern heißt.
  • „Geht fit“ – geht klar, passt.
  • „Trumpeten“ bedeutet, große Versprechen machen, ohne an die Folgen zu denken.

Mir persönlich gefällt von der Liste auch „Textmarkeraugenbrauen“ für stark betonte, akkurate Balken im Gesicht und schatzlos für single. Zur kompletten Liste vom Langenscheidt-Verlag geht es hier.  Dort kann man heute und morgen noch über die Top 10 abstimmen. Daraus wählt eine Jury dann das Jugendwort des Jahres.



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Smartphone und Co: Wie Jugendliche ihre Augen ruinieren

Für viele Menschen ist das Smartphone der ständige Begleiter. Die Folgen des permanenten Konsums können jedoch gravierend sein – besonders für Jugendliche. Nicht nur das Sozialverhalten kann sich ändern. Es gibt auch medizinische Probleme.

Nur eine halbe Stunde, damit man sich mal unterhalten kann: Viele Eltern sind schon froh, wenn sie ihre Sprösslinge überreden können, ohne Smartphone in der Hand am Familienessen teilzunehmen. Kinder und Jugendliche verbringen Stunden, einige ganze Tage vor Bildschirmen – mit gravierenden Folgen: Einer Studie der Universität Mainz zufolge leidet mehr als die Hälfte der Abiturienten und Hochschulabsolventen unter Kurzsichtigkeit (Myopie). „Das wird noch weiter zunehmen“, warnt der Direktor der Augenklinik der Unimedizin Rostock, Prof. Anselm Jünemann.

Smartphones und viel Zeit drinnen können Fehlsichtigkeit fördern

Das Problem sei nicht nur die Smartphone-Nutzung, sondern auch die dadurch immer weniger im Freien verbrachte Zeit. Der Blick schweift nur noch selten in die Ferne. Beim permanenten Betrachten von Nahobjekten bekomme das Auge das Signal zu wachsen.

„Das Wachstum ist unumkehrbar“, erklärt der Mediziner. Je höher die Dioptrienzahl, desto länger ist der Augapfel. „Das ist wie bei einem Luftballon. Je stärker der aufgeblasen wird, desto dünner wird er.“ Das führe zu einer schlechteren Durchblutung und zur Degeneration der Netzhaut. Eine neue Volkskrankheit drohe.

Der Berufsverband der Augenärzte teilt Jünemanns Einschätzung. Aber letztlich seien die Einflussmöglichkeiten der Mediziner gering, sagt Verbandssprecher Georg Eckert. „Eine allmähliche Bewusstseinsänderung muss stattfinden.“

Im Freien verbrachte Zeit ist auch eine Erholung für die Augen

Kinder und Jugendliche sollten wieder mehr Zeit draußen verbringen, am Tageslicht. „Wenn man die ‚Stubenhocker‘ mit Draußenspielern vergleicht, ist die Kurzsichtigkeit bei den ‚Stubenhockern‘ größer“, erklärt Jünemann. Jede im Freien verbrachte Stunde ist nicht nur gut für Herz und Kreislauf, auch die Augen erholen sich, wenn sie mal nichts Nahes fokussieren müssen. Helles Licht hemmt über den Botenstoff Dopamin zudem das Augenwachstum.

Was die Verbreitung von Smartphones angeht, ist Jünemann allerdings skeptisch und verweist auf die Fettsucht. Auch da seien alle Zusammenhänge bekannt, trotzdem steige die Zahl der Betroffenen unaufhörlich.

Wie man Jugendliche zum Umdenken bewegen könnte

Er könne sich aber vorstellen, dass man bei den Jugendlichen ein Umdenken erlangen könnte, indem man auf die Einschränkung der Berufswahl durch Kurzsichtigkeit hinweist. Denn stark Fehlsichtige seien von einigen Berufen ausgeschlossen; sie können zum Beispiel nicht Piloten werden.

Es sei völlig ungeklärt, wie sich die Sehfähigkeit bei den heutigen jungen Fehlsichtigen bei anhaltender Fehlbelastung entwickelt.

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Miserable Quartalszahlen: Snapchat steckt tief in der Krise


Während Jugendliche kaum bis keine Probleme mit der Nutzung von Snapchat haben, sorgt die wenig intuitive Bedienung bei Erwachsenen meist nur für Fragezeichen. Das soll nun anders werden: Aus der Not heraus gestaltet die Betreiberfirma die App neu.

Die Foto-App Snapchat wird nach erneut miesen Quartalszahlen grundlegend umgebaut. Man wolle sie einfacher nutzbar machen, kündigte Mitgründer und Chef der Betreiberfirma Snap, Evan Spiegel, an. Das solle Snapchat auch mehr ältere Nutzer bringen.

Die Zahlen für das dritte Quartal fielen so desolat aus, dass die Aktie im nachbörslichen Handel um rund 16 Prozent abstürzte. Der Verlust hatte sich im Jahresvergleich mehr als verdreifacht, Umsatz und Nutzerzuwachs lagen deutlich unter den Erwartungen der Wall Street. Snap musste zudem rund 40 Millionen Dollar auf liegengebliebene Geräte seiner Kamera-Sonnenbrille abschreiben, die eigentlich ein Verkaufsschlager werden sollte.

Die Zahl täglich aktiver Nutzer legte nur um drei Prozent auf 178 Millionen zu. Der Quartalsverlust erreichte 443,2 Millionen Dollar nach 124,2 Millionen vor einem Jahr. Der Umsatz stieg zwar um 62 Prozent auf knapp 208 Millionen Dollar – Analysten hatten aber mit fast 30 Millionen Dollar mehr gerechnet. Das bedeutet, das Geschäft mit Werbung kommt nicht so schnell in Schwung wie erhofft. Zuvor hatte sich Spiegel noch überzeugt gezeigt, dass die Anzeigenplattform von Snap der Konkurrenz überlegen sei und man das den Werbekunden nur beibringen müsse.

„Designen die App gerade um“

Snap kündigte auch einen drastischen Einschnitt an: So soll die Funktionsweise der Snapchat-App geändert werden. Nutzer hätten sich oft beschwert, dass sie nur schwer zu verstehen sei, sagte Spiegel. „Deshalb designen wir die App gerade um, um sie einfacher nutzbar zu machen.“ Er räumte ein, dass die Veränderungen – zumindest kurzfristig – nicht allen aktuellen Nutzern gefallen könnten und unklar sei, wie sie darauf reagierten. „Wir sind bereit, dieses Risiko einzugehen, weil wir glauben, dass das langfristige Vorteile für unser Geschäft bringen wird.“ Teenager haben in der Regel auch bisher kein Problem mit der Bedienung, Erwachsene finden Snapchat oft verwirrend. Einen Zeitplan für das Redesign nannte Snap nicht.

Als weitere Neuerung soll die Reihenfolge der Fotos in der App geändert werden. Aktuell werden sie strikt chronologisch angezeigt, künftig soll Software sie nach vermuteter Relevanz für den Nutzer sortieren können. Diesen Weg gehen bereits Facebook und Twitter.

Nordamerika blieb die wichtigste Stütze des Snap-Geschäfts: Mit 77 Millionen täglichen Nutzern wurden dort 80 Prozent der Erlöse erzielt. In Europa stagnierte die Nutzerzahl bei 57 Millionen – und der Umsatz betrug nur 27 Millionen Dollar. Pro Nutzer erzielte Snap im vergangenen Quartal 2,17 Dollar in Nordamerika und 48 US-Cent in Europa Umsatz.

Die Höhe der Abschreibung auf die 130 Dollar bzw. 150 Dollar teure Foto-Brille „Spectacles“ bestätigte Medienberichte, wonach Snap auf mehreren hunderttausend nicht verkauften Geräten sitzengeblieben ist. Man habe das anfängliche Interesse überbewertet und zu viele Kamerabrillen bestellt, räumte Snap ein. Man werde sie aber weiterhin verkaufen, hieß es.



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Youtuber „Datteltäter“ wollen über den Islam aufklären

Youtuber „Datteltäter“ wollen über den Islam aufklären

Die „Attentäter“ sind in diesem Fall Farah Bouamar, Younes Al-Amayra, Marcel Sonneck und Fiete Aleksander, die seit Mitte 2015 den Youtube-Kanal „Datteltäter“ betreiben. Farah ist 25 Jahre alt, trägt ein Kopftuch und ist wissenschaftliche Schreibberaterin sowie Philosophie- und Literaturwissenschaftsstudentin in Paderborn. Marcel ist selbständiger Besitzer der „Beste Bar“ in Berlin, Fiete arbeitet als Erzieher an einer Berliner Schule und macht ein Sozialpädagogikstudium, und Younes arbeitet ebenfalls in Berlin im Bereich der Extremismusprävention und Deradikalisierung extremistisch motivierter Gewalttäter. Alle Mitglieder sind Muslime, außer Marcel. „Er ist unser Quotenchrist, und bei Fiete wurde erfolgreich zwangsmissioniert“, sagt Farah lächelnd. Der Kanal zählt 52 000 Abonnenten, Sponsoren gibt es jedoch keine. Die Videos werden wöchentlich hochgeladen, und zwar immer freitags um 15 Uhr. Auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und neuerdings auch Instagram werden die Fans informiert und auf die Videos aufmerksam gemacht.

„Zu unserer Identität“

„Wenn man in Youtube Islam eingibt, dann hat man da bestimmte Schreihälse“, erklärt Farah. Die Datteltäter wollen eine Alternative sein zu dem, was es sonst auf Youtube zum Thema Islam gibt. Eine islamfeindliche oder islamkritische Atmosphäre mache sich in Deutschland immer breiter. Da dachten die jungen Youtuber: „Der Islam gehört zu unserer Identität, und wir empfinden unsere Religion als eine Bereicherung – etwas Positives.“ Um den ernsten Kern, den sie thematisieren wollen, den Leuten nahezubringen, bedienen sie sich der Satire. Humor als universelle Sprache, um das Eis zu brechen.

Der Name „Datteltäter“ vereint in einem ungewohnten Kompositum zwei grundverschiedene Begriffe: Dattel und Attentäter. Während die Dattel vor allem für Muslime eine besondere Frucht und positiv konnotiert ist, sind Attentäter tollwütige und vermummte Männer, die nur darauf warten, eine Bombe hochzujagen. Die Zusammenführung beider Worte sorgt für eine eigenartige Allusion: Datteltäter als Attentäter – „auf die Lachmuskeln und Gehirne der Menschen“, sagt die 25-Jährige lachend.

Rassismus, Stereotype, Radikalisierung

In ihren Videos widmen sich die Youtuber sensiblen Themen, die den Alltag von Muslimen in Deutschland tangieren, wie Rassismus, Stereotype und Radikalisierung. Die Videoproduktion ist aufwendig und mit viel Geduld verbunden. So skypt man zweimal die Woche – einmal am Montag und anschließend mittwochabends. Am Montag gibt es ein Brainstorming, und dabei entscheidet sich die Gruppe für eine Videoidee. Bis mittwochabends schreiben die Youtuber fleißig an ihren Skripten, und hinterher gehen sie das Skript zusammen durch.

Schließlich wird das Skript eingeschickt. „Wir sind ja bei Funk unter Vertrag“, verrät Farah Bouamar stolz, das ist ein Online-Medienangebot der ARD und des ZDF für Jugendliche und junge Erwachsene. Meistens erhält die Gruppe dann positives Feedback. Samstags und sonntags wird die Videoidee in die Tat umgesetzt und gedreht. Von Montag bis Mittwoch bemüht man sich, das Video so gut wie möglich zusammenzuschneiden, und am Freitag wird das Endprodukt schließlich voller Vorfreude auf die Resonanz veröffentlicht. Auf die Frage, was das Ziel ihres Kanals sei, antwortet die Studentin: „Vorurteile bekämpfen.“

Dafür gab es den Webvideopreis

Dafür erntet die Gruppe jede Menge Zuspruch: „Das lesen wir öfters in den Kommentaren, wo Leute einfach sagen: ,Ich hab ja gar nicht gewusst, dass das so ist‘ oder dass die Leute sich dann schlapp lachen und uns feiern, obwohl die vorher nichts mit dem Islam zu tun hatten“, sagt Farah. Vergangenes Jahr gewannen die Datteltäter den „Webvideopreis“, den meistens nur die größten Youtuber mit Millionen Abonnenten erhalten. Auch auf der Straße werden die Datteltäter erkannt und herzlichst nach einem Foto gefragt.

Jedoch ist der Islam und alles, was mit ihm in Verbindung steht, ein heikles Thema – nicht nur in Deutschland, weshalb die Youtuber auch mit einer Menge „Hate“ zu kämpfen haben. Destruktive Kommentare, die nur Hass und Hetze verbreiten, werden abfotografiert und gelöscht, manchmal aber auch als Impulse für ein neues Video verwendet. „Es gibt auch manche Kommentare, die wir stehenlassen, weil wir sehen, dass die Community schon dagegen spricht“, gibt Farah zu. Es komme auch mal vor, dass man auf der Straße angemacht wird, und in Bewerbungsgesprächen habe man das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. „Das Kopftuch ist das eigentliche Problem und nicht die Leistung“, sagt sie bedrückt.

Den Kontext kennenlernen

Viel trauriger für Farah ist, dass „man an sich selbst feststellt, dass es abhärtet, und das sollte eigentlich nicht der Zustand sein, in dem wir uns bewegen.“ Die Botschaft an die Menschen, die Vorurteile gegenüber dem Islam haben, sei ganz simpel: „Chillt“, sagt die Studentin. „Lernt die Menschen mit ihren Geschichten im Gesamtkontext kennen. Der Fokus sollte auf den Menschen liegen, nicht auf dem Islam, dem Kopftuch oder dem Bart. Ganz einfach als ein Mensch einen anderen Menschen kennenlernen.“

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Zerbrochene Türen, zerstörte Bänke und Graffiti

Universität HohenheimZerbrochene Türen, zerstörte Bänke und Graffiti

Vier Bänke im Exotischen Garten der Universität wurden völlig zerstört. Foto: Karin Klitzke

Hohenheim – Wer derzeit an der Uni Hohenheim vorbeikommt, der sieht, dass hier Zerstörungswütige am Werk waren. Im Exotischen Garten wurden kurz vor Ostern vier Sitzbänke völlig zerstört: Die Bänke wurden aus ihrer Verankerung gerissen, die Sitzflächen und Rücklehnen in Einzelteile zerlegt. Zudem wurde ein Tor demoliert. Am vergangenen Wochenende waren erneut Randalierer am Werk, wie eine Sprecherin der Uni bestätigt.

„Die Glastür zur Cafeteria der Mensa wurde in der Nacht zum Samstag eingeschlagen. Am Uni-Fuhrpark wurde ein Schaltkasten, der zur Steuerung der Schranke dient, aus der Verankerung gerissen. Und an einem Fahrzeug, das zur Uni gehört, wurde der Rückspiegel abgebrochen“, so die Sprecherin. Außerdem sei der Imbisswagen, der hinter dem Euroforum steht, mit Graffiti beschmiert worden.

„In den Gärten halten sich viele Jugendliche auf“

Bei der Polizei sind die Vorfälle bekannt, bei den Beamten gingen bereits Anzeigen ein. „Es ist offensichtlich, dass es sich um mutwillige Taten handelt“, sagt ein Sprecher der Polizei.

„Wir stellen fest, dass sich in den Gärten der Uni viele Jugendliche aufhalten“, sagt der Polizeisprecher. Immer wieder komme es vor, dass Bänke oder Mülleimer zerstört würden. Kurz vor Ostern, als auch die Bänke im Exotischen Garten zerstört wurden, sei zusätzlich an der Garbenstraße ein Fenster mit einem Pflasterstein eingeworfen worden. Die Sprecherin der Uni ergänzt: „Am vorletzten Wochenende wurde an einem Gerät einer Gartenfirma eine Scheibe eingeworfen. Und Ende Februar wurden zwei Fensterscheiben am Audimax und an der Mensa eingeworfen.“

Mobile Jugendarbeit und Polizei verstärken die Präsenz

„Aufgrund der Vorfälle schicken wir derzeit regelmäßig Kollegen zwischen 23 Uhr und 0 Uhr auf Fußstreife durch den Hohenheimer Park“, sagt der Polizeisprecher. Zusätzlich zu den Beamten will auch die Mobile Jugendarbeit den Park zukünftig in ihre Runde aufnehmen, weiß die Bezirksvorsteherin von Plieningen und Birkach, Andrea Lindel. Dass die Gegend rund um die Uni zum Problemort werde, sieht Lindel aber nicht: „Der Schlosspark ist kein Schwerpunkt für problematische Zwischenfälle.“ Stattdessen würde wie in allen Stuttgarter Parks das Thema Vandalismus regelmäßig dann aufkommen, wenn die Temperaturen im Frühling anstiegen.

Zudem betont Lindel, dass sie sich darüber freue, dass das Land den Park der Universität nicht nur den Studierenden, sondern der Öffentlichkeit zur Verfügung stelle und nicht abschließe.

Der letzte größere Fall von Vandalismus an der Universität Hohenheim liegt übrigens mehr als zehn Jahre zurück: „Während der Feier zum Dies academicus wurde die Steinbalustrade an der Südseite des Schlosses beschädigt“, berichtet die Sprecherin der Uni. Als Konsequenz aus dieser Tat stellt die Uni seitdem bei Festen einen Sicherheitsdienst ein.

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