Torkelt ein Jugendlicher während einer Party oder hat Probleme sich zu artikulieren, ist in der Regel klar: Er hat zu viel Alkohol getrunken. Am nächsten Morgen ist der Spuk meist vorbei. Eine aktuelle Studie zeigt aktuelle Erkenntnisse, was der Alkohol langfristig im Gehirn verursacht.
Jeder Rausch richtet langfristige Schäden im jugendlichen Gehirn an, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN). Im Jugendalter entwickeln sich im Gehirn vor allem die Areale, die für die soziale Kompetenz zuständig sind.
Regelmäßiger Alkoholkonsum kann zu Konzentrationsproblemen führen
Eine aktuelle Übersichtsarbeit zeigt die Folgen für Jugendliche, die auf Partys regelmäßig mehr als vier Drinks in zwei Stunden zu sich nehmen: Sie haben mehr Schwierigkeiten, sich über eine längere Zeit zu konzentrieren. Sie lernen neue Vokabeln auch weniger leicht als Jugendliche, die seltener und weniger Alkohol trinken. Zwar ist ein regelmäßiger Vollrausch für jeden schädlich – vor allem Jugendliche sollten aber mit Blick auf ihre Gehirnentwicklung Alkohol nur in Maßen trinken, rät die DGKN.
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) empfiehlt erwachsenen Männern, generell nicht mehr als 24 Gramm Alkohol pro Tag zu sich zu nehmen. Das entspricht ungefähr einem großen Bier. Bei Frauen sollten es nicht mehr als 12 Gramm sein – ein kleines Bier oder circa 0,1 Liter Wein. An mindestens zwei Tagen in der Woche sollte man gar keinen Alkohol zu sich nehmen.
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Fußballprofi werden“ – das war und ist wohl der Traum vieler Jungs schon im Kindesalter. Doch der Weg nach ganz oben steht nicht jedem offen und ist mit viel Disziplin verbunden. Für Theo Rieg gehörten ein Umzug und Schulwechsel dazu. Im Januar verließ er das Heubacher Rosenstein-Gymnasium und zog von der Ostalb nach München ins Internat des FC Bayern München. Auf dem Klingelschild des Jugendhauses in der Säbener Straße standen auch schon Profinamen wie Schweinsteiger und Alaba, deren Originaltrikots nun das sonst eher kahle Treppenhaus zieren. „Das motiviert einen zusätzlich jeden Tag aufs Neue“, sagt Theo Rieg, wenn er die unzähligen Trikots betrachtet. Vom Aufenthaltsraum aus, in dem Heimleiterin Gertrud Wanke liebevoll Frühstück und Abendessen für die 15 hungrigen Fußballer zubereitet, kann man das Training von Lahm & Co beobachten.
Das Angebot aus Aalen trieb ihn an
Der 17-jährige Theo lernte schon als kleines Kind, dass es ohne Fleiß keinen Preis gibt. „Dann übte ich eben schnell Schuhe binden“, erzählt er lachend. Das war damals Bedingung seiner Mutter, um bei den Bambinis im Heimatverein, dem Sportverein Lautern im Ostalbkreis, mit dem Fußballspielen anfangen zu dürfen. Zwei Tage später war das Schnürproblem aus der Welt, und der stolze, braunhaarige Bub durfte sogar ein Jahr früher als üblich mit ins Training einsteigen. Training allein genügt Theo Rieg jedoch nicht: Der großgewachsene Oberstufenschüler lebt für den Fußball. So gehören Kicken mit seinen Kumpels, Fifa spielen mit Playstation und die Sportschau-Sendezeiten und Spielübertragungen der Champions League unverzichtbar dazu. Das Angebot, in die U 13 des VfR Aalen zu wechseln, trieb ihn nur noch mehr an.
Mit 14 stand er auf der Liste der Scouts
Fünfeinhalb Jahre lang wartete er mehrmals die Woche an der Bushaltestelle, um in die 30 Minuten entfernte Stadt Aalen zu kommen. Egal wie das Wetter auch sein mochte, hieß es: „Ich hab’ Training.“ Und wenn kein Training ansteht, geht der selbstbewusste junge Mann gerne allein mit seinem Fußball auf den Sportplatz. Dieses Selbstbewusstsein sah man dem Innenverteidiger bereits auf dem Gang in der Schule und als Kapitän der Aalener Mannschaft an. Mit 14 Jahren stand er bereits auf der Liste der Scouts des FC Bayern, die seine fußballerische Entwicklung genau mitverfolgten.
Bayern-Fan ist Rieg seit jeher, umso größer war die Freude des damaligen U 17-Spielers über die Einladung zu einem fünftägigen Probetraining nach München. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings leider kein freier Platz im Jugendhaus vorhanden, weshalb er vorerst weiter in Aalen spielte und dort eine starke Saison ablieferte. Im Oktober 2016 ging es dann erneut in die Säbener Straße nach München. „Und dann ging alles ziemlich schnell“, sagt Theo. Zum 1. Januar unterschrieb er den Vertrag des FC Bayern.
Freude, wenn die Mama hereinkommt
Seine Familie im ländlichen Dorf Lautern zurückzulassen war keine einfache Entscheidung. Da die einfache Fahrt mit dem Zug bis nach Hause zweieinhalb Stunden dauert, kommt Rieg wegen seines vollen Trainingsplans etwa zweimal im Monat ins Heimatdorf zurück, während der Saison noch seltener. Mehr als zu der Zeit, in der er noch daheim gewohnt habe, freue er sich jetzt, wenn er in seinem Zimmer sei und die Mama hereinkommt. „In München geht’s schon familiär zu“, sagt ein blonder Mitspieler von Rieg, „aber anders eben als zu Hause.“ Das Gefühl, daheim zu sein, sei auch durch die beste Betreuung nicht zu ersetzen. „Das ist dann quasi wie Urlaub vom Alltag, man ist in der Familie und kann entspannen.“
Die schulischen Leistungen müssen passen
Die Jungs untereinander kommen zwar alle gut miteinander aus, aber wie in jedem Sport bleiben Konkurrenzgefühle nicht ganz aus. Darum kümmert sich der ehemalige „kleine Bub aus Aalen“, wie er sich selbst bezeichnete, wenig. „Solange ich das, was ich tue, also Fußball spielen, liebe, spiele ich auch auf jeden Fall weiter“, meint er zufrieden. Derweil sei es allerdings echt stressig mit der Schule, da müsse nach dem Training oft bis spät in die Nacht gelernt werden. Und dann kommen zu den offiziellen, eineinhalb- bis zweistündigen Trainingsterminen, die durch Kraft-Athletik oder Physiotherapie ergänzt werden, des Öfteren noch Sondertrainings und Spiele hinzu. Allerdings lasse der FC Bayern auch die schulischen Leistungen nicht außer Betracht, die müssen passen, denn für einen angehenden Profi kann zum Beispiel schon eine lang anhaltende Verletzung zum vorzeitigen Aus werden. Hier sollen einem dann andere Wege offenstehen, darum unter anderem auch der Blick auf die Noten.
Abends spielt er Playstation-Fußball
„Und wenn dann doch mal ein wenig Freizeit in Aussicht steht, fehlt es in München nicht unbedingt an Möglichkeiten mit den Jungs etwas zu unternehmen.“ Aber der Fußball gehe vor, das sei schon zu Zeiten beim VfR Aalen so gewesen, da ging der U-19-Spieler dann abends etwas früher nach Hause für ein anstehendes Spiel. Auch innerhalb der Familie ist eins klar: „Theo lebt für den Fußball, er wacht morgens auf und denkt an Fußball, kommt von der Schule heim und trainiert Fußball, abends spielt er Playstation-Fußball, und nachts träumt er vom Fußball“, sagt sein älterer Bruder. Und dabei hört man nur allzu gut heraus, wie sie alle hinter ihm stehen.
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Wenn sich Mittzwanziger wie Rentner fühlen und Armin Veh weint – dann hat Max Eberl eingekauft. Die Borussia aus Mönchengladbach bleibt dem Jugend-forsch-Stil treu, vermisst aber einen Knipser. Was ist mit Europa? Kann, muss aber nicht.
Frage an Radio Eriwan: Ist Borussia Mönchengladbach ein Spitzenteam? Antwort: im Prinzip ja, aber nur im Durchschnitt. Als Max Eberl jüngst über die doch eher unglückliche Saison der Borussia redete, führte er eine interessante Statistik ins Feld: Nur der FC Bayern, Borussia Dortmund und Mönchengladbach waren sechs Jahre in Folge einstellig. Das ist die Variante halb volles Altbierglas – Mönchengladbach als eines der drei Topteams der vergangenen Jahre. Das kann man so gelten lassen, schließlich hat ein gewisser Marco Reus erst vor rund sechs Jahren die Borussia in der Relegation vor dem Abstieg bewahrt, seitdem stehen je zwei Teilnahmen an der Champions League und an der Europa League zu Buche.
Nur sind mit den Erfolgen seit der Rettung auch die Erwartungen gewachsen und der Fohlen-Stammtisch sitzt auch mal bei einem halb leeren Glas zusammen: Die Jahre im Europapokal haben die Borussia nicht zur Spitzenadresse gemacht, noch immer gehen die besten Spieler weg, der Kader genügt den höchsten Ansprüchen nicht, auch nicht denen der eigenen Fans, die Konkurrenz holt gnadenlos auf oder gar die Borussia ein. In dieser Saison könnte sich der Weg weisen: Sortiert sich Gladbach im Mittelfeld der Liga ein oder rammt Dieter Hecking die gläserne Decke in die Beletage einfach mit seinem markanten Sturschädel ein?
Was gibt's Neues?
Armin Veh muss jetzt ganz stark sein: Der Jugendwahn wird noch schlimmer. Den Grundstein dafür legen Manager wie Max Eberl, der offenbar eine Abteilung Fähnlein Fieselschweif gründen will. Der erfahrenste und teuerste Neuzugang Matthias Ginter ist gerade einmal 23 Jahre alt, Standardspezialist Vincenzo Grifo ein Jahr älter. Denis Zakaria (20, von den Young Boys Bern), Reece Oxford (18) und Julio Villalba (18) sind immerhin schon volljährig, Mickael Cuisance feiert erst vier Tage vor dem ersten Saisonspiel seinen 18. Geburtstag. Die Chancen, dass der Franzose gleich zum Einsatz auf der Doppelsechs kommt, stehen gar nicht so schlecht. In den Testspielen brachte er Nebenmann Christoph Kramer ins Grübeln: „Es ist Wahnsinn, wie krass die jungen Spieler heutzutage ausgebildet sind. Wenn ich sehe, wie weit er mit 17 schon ist – so weit war ich erst mit 22.“ Bei den ganzen jungen Leuten, so Kramer weiter, fühle er sich „wie ein Opa“. Wie soll es da erst Armin Veh gehen? Wenn das so weitergeht, sind die 15-Jährigen bald so weit wie 25-Jährige und dann machen diese Wunderbubis, kaum volljährig, ihren 1,0-Abschluss an der Akademie, drängen Domenico Tedesco und Co. als Spielertrainer aus den Jobs und werfen feixend die Laptops aus dem Fenster. Julian Nagelsmann wettert dann in Fernsehstudios gegen die neue Generation „Google Glass“-Trainer und Veh? Bleibt nur noch die Rolle als neuer Peter Neururer, der dann … ach, lassen wir das. Es ist einfach ein Trauerspiel mit dem modernen Fußball.
Auf wen kommt es an?
Als Debütant fuhr er zum Confed Cup, als Häuptling Silberschuh kam er zurück: Lars Stindl hat im Sommer einen bemerkenswerten Aufstieg hingelegt. Noch im April, nach dem Siegtor beim 3:2 im Derby in Köln, sah sich Dieter Hecking zu einer kollegialen „Empfehlung“ an Joachim Löw gezwungen. Nach drei Toren in Russland und der Auszeichnung als zweitbester Torschütze des Turniers gilt der 28-Jährige plötzlich als ernsthafter Anwärter auf einen Platz im WM-Kader. Empfehlen kann er sich bei der Borussia: Er nimmt die Schlüsselposition in der Offensive ein, nicht nur, weil er zu den Opas im Team gehört, sondern vor allem, weil er in der Vorsaison mit 11 Toren in 30 Spielen der erfolgreichste Schütze war. Das macht das Team aber auch abhängig von ihrem Kapitän – ein echter, Verzeihung, Fohlenböller steht nicht im Kader.
Ein Grund, warum der Borussia in der Vorsaison nur 45 Treffer gelangen. Eberl suchte zwar im Sommer nach einem Stürmer, aber nicht um jeden Preis: „Das Wichtigste ist, dass Stindl, Hazard und Raffael gesund bleiben, in den Rhythmus kommen. Noch ein gestandener Stürmer kann auch ein Risiko im Mannschaftsgefüge sein.“ Statt einem 15-Tore-Garanten gab es bunte Blumen für den Trainer, der auch artig danke sagte: „Max hat mir da einen schönen Strauß zusammengestellt, es ist ein interessanter Mix mit Qualität und Talent. Er beinhaltet vieles von dem, was ich mir erhofft habe“, sagt Hecking zu den Neuzugängen, die vor allem die Abgänge ersetzen sollen: Der körperlich starke Zakaria ist Favorit auf die Rolle von Mahmoud Dahoud (für 15 Millionen zum BVB), Ginter rückt anstelle von Andreas Christensen (war von Chelsea ausgeliehen) in die Innenverteidigung.
Was fehlt?
Das Spielfeld im Borussia-Park kann der Platzwart nicht mehr vergrößern, mehr als die 105 mal 68 Meter lässt das Stadioninfrastruktur-Reglement der Uefa einfach nicht zu. Zumal Dieter Hecking nicht nur ein paar Quadratmeter mehr Platz benötigt, sondern eine Ausnahmegenehmigung, um mit zwölf Spielern anzutreten. Um die Planstellen auf der Doppelsechs streiten gleich fünf Spieler, dabei scheidet Pechvogel Tobias Strobl mit einem Kreuzbandriss aus. Nicht nur im Mittelfeld wird der Kader Härtefälle schaffen: „Wir haben vielleicht mehrere Bankdrücker in der neuen Saison, die einiges an Geld gekostet haben“, sagt Hecking. „Die Konkurrenzsituation ist auf allen Positionen groß. Es wird meine Aufgabe sein, das alles gut zu moderieren.“ Dabei steht dem 51-Jährigen ein Wettbewerb weniger zur Verfügung als zuletzt, um die Spieler bei Laune zu halten. Von seinem 4-4-2 weicht er ungefähr so gern ab wie von seiner Stammfrisur, aber er könnte dazu gezwungen sein, auch weil mit Dahoud der überragende Ballverteiler der Rückrunde gegangen ist – und damit auch Torgefahr, die etwa Zakaria und Kramer (zumindest für die Gegner, Sie erinnern sich …) abgeht.
Wie lautet das Saisonziel?
Erschütternde Szenen in einem Kölner TV-Studio: Max Eberl, Sportdirektor beim Borussia VfL, trank bei „100 Prozent Bundesliga“ von „RTL Nitro“ allen Ernstes ein Kölsch. Ein Akt der Anbiederung, fast so schlimm wie die „Schal-Affäre“ der Effzeh-Hymnenschreiber „De Höhner“, die 2009 in grün-weiße Fanartikel gehüllt bei der Karnevalssitzung in Mönchengladbach auftraten. Eberls Charme-Offensive wird aber spätestens am 1. Spieltag enden, wenn mit dem Rhein-Derby die Saison beginnt, die in Europa enden soll. Als Pflicht will er das nicht formulieren, er bediente sich der schönen Umschreibung „um Europa herumspielen“, was Interpretationsspielraum lässt von Platz eins bis zwölf.
Die Prognose von n-tv.de
„Jung, dynamisch, frech“ wollen sie auftreten, sagte Hecking im „Kicker“. Sein Vorgesetzter Eberl hingegen forderte „auch öfter mal ein 1:0 oder 0:0“. Klar ist: In der Defensive müssen sich die Fohlen nach dem Abgang von Christensen und Dahoud noch finden, warum also nicht das Heil in der Offensive suchen? In der Rückrunde kam die Borussia unter Hecking schon auf 30:24 Tore und 28 Punkte, hochgerechnet wären das 56 Punkte bei 60:48 Treffern, was realistisch klingt: Die Champions-League-Ränge scheinen auf absehbare Zeit für andere Teams reserviert, zwischen fünf und acht sollten die Fohlen aber einlaufen.
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Dass früher Bewohner eines Altenheims täglich eine Maß Wein, also 1,22 Liter, erhielten, kann man sich schwer vorstellen. So erging es jedoch den Bewohnern des Würzburger Bürgerspitals im 16. Jahrhundert. Bei Verstößen gegen die Spital-Regeln wurde diese Ration auch einmal gestrichen. Frei-Wein gibt es zwar nicht mehr. 1316 von Johannes von Steren gegründet, bietet die Stiftung Bürgerspital laut Weingutsdirektor Robert Haller aber bis heute rund 750 Bewohnern drei Wohn- und drei Pflegeheime in der Würzburger Innenstadt. Allerdings wird die Pflege nicht mehr durch den Weinverkauf vollfinanziert. „Wir sind ein Anbieter wie die AWO oder Caritas – eben wie ein anderes Unternehmen auch. Nur können wir durch die Einkünfte aus unseren Immobilien und den Weinverkauf zufinanzieren“, erklärt Haller.
Nur die besten Prallhänge
Mit 120 Hektar zählt das Weingut zu den 15 größten Deutschlands. 1321 kamen die ersten Weinberge ans Spital. Ein Drittel des berühmten Würzburger Steins, aber auch der Pfaffenberg, die Abtsleite – alles nur die besten Prallhänge mit Muschelkalkboden und Mainblick – sind im Besitz des Spitals. „Riesling, Silvaner und die Burgundersorten decken bei uns 75 Prozent des Weinsortiments ab“, erklärt Haller. „Die Rebe bildet Tausende von Aromastoffen. Darunter auch welche, die denen anderer Früchte ähnlich oder identisch sind. Diese sind oft das Zeichen hoher Reife und haben nichts mit Zusätzen zu tun.“
Er hat als Winzergehilfe angefangen
Dafür braucht es gute Mitarbeiter. „Wir haben 45 Festangestellte im Keller, Vertrieb und Weinbau, das Weinhaus mit eingerechnet. Wir sind also nicht mit anderen Weingütern dieser Größe zu vergleichen, da wir ja auch unsere eigene Vermarktungsstelle, unseren eigenen Laden mit Vinothek haben.“ 2016 wurden 656 000 Liter oder knapp 900 000 Flaschen verkauft. Zwei Winzermeister sind jeweils verantwortlich für rund 55 Hektar. „Der Kellermeister muss das dann letztendlich im Weinkeller umsetzen.“ Für die Vernetzung dieser Bereiche und dafür, die Produktion zu steuern, ist Karl Brand, Leiter Weinbau und Önologie, verantwortlich. „Angefangen habe ich hier als Winzergehilfe. Ich habe dann alle Stationen durchlaufen und vor drei Jahren meine heutige Position übernommen.“ Dabei ist er sowohl draußen im Weinberg als auch im Keller unterwegs. „Im Herbst war ich gefühlt die letzten vier Wochen nicht mehr in meinem Büro, außer nachts“, lacht Brand. Der Herbst bedeute nämlich Hochsaison.
Einfach mal alle durchprobiert
Laut Brand kann das Gut Wein von bis zu drei Jahrgängen komplett im Keller lagern. Die müssen alle kontrolliert werden. „Eine meiner Hauptaufgaben ist auch, dass ich jeden Tag Weine probieren muss. Man muss schauen, ob sich der Wein in die richtige Richtung entwickelt.“ Es gibt auch drei sogenannte Schatzkammern, in denen Weine lagern, die nur zu besonderen Anlässen geöffnet werden. „Zu unserem 700-Jährigen Jubiläum haben wir einfach mal alle Weine durchprobiert“, lacht Brand. Unter den Schätzen des Spitals befindet sich auch ein 1540er Würzburger Stein – eine Flasche aus der Zeit Martin Luthers und Shakespeares. „Leider werden wir nie in den Genuss kommen, so eine Flasche zu öffnen“, sagt er.
Kein Verzicht auf die Taube
Außerdem gibt es ein Bocksbeutelmuseum, das sich der Historie der fränkischen Flasche widmet. Bestand der bauchige Urbocksbeutel anfangs noch aus bräunlichem Glas, erschlankte er zur Form aus grünem Glas. „Das Bürgerspital ist die Wiege des Bocksbeutels. 1726 wurde hier der erste befüllt“, erklärt Nicole Eisert, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit. Auch auf die typische Prägung im Glas auf der linken Schulterseite der Flasche, eine Taube, wolle man nicht verzichten. „Im letzten Jahr wurde beispielsweise während des Abrisses eines New Yorker Restaurants ein Bocksbeutel gefunden. Der hatte unser Schulterwappen.“
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Soziale Netzwerke Treibt Whatsapp Jugendliche zum Suizid?
Über den Messenger-Dienst Whatsapp wird angeblich das Spiel „Blue Whale Challenge“ verbreitet, das Nutzer sogar zum Selbstmord auffordern soll. Ob das Spiel wirklich existiert, ist allerdings bislang unklar.
Würzburg – Die Heranwachsenden erhalten eine Nachricht auf ihr Smartphone über den Messenger-Dienst Whatsapp. Durch das Öffnen gelangen sie zum „Blue Whale Challenge“, bei der 50 Aufgaben absolviert werden müssen. Die letzte Aufgabe ist der Suizid vor laufender Kamera im Internet. Diverse Schulen und auch Polizeidienststellen in ganz Deutschland haben Eltern in den vergangenen Wochen vor dem perfiden Online-Spiel gewarnt. Aber mittlerweile ist unklar, ob es überhaupt existiert: Internetexperten vermuten dahinter eine sogenannte „Creepy Pasta“ – ein via Internet verbreitetes Schauermärchen ohne Wahrheitsgehalt.
Das Pädagogische Landesinstitut Rheinland-Pfalz erklärte, bisher sei kein Fall in Deutschland bekannt geworden und es sei unklar, ob es das Spiel tatsächlich gebe. Die Schulpsychologen seien jedoch entsprechend sensibilisiert, denn auch wenn das „Blue Whale Challenge“ gar nicht existieren sollte, könnte es Nachahmer beziehungsweise Trittbrettfahrer geben. Das Wichtigste sei, die Kinder ernst zu nehmen, wenn sie von dem Spiel berichteten, rät das Institut. Das Umfeld müsse schnell reagieren und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Unabhängig davon, ob das „Blue Whale Challenge“ wirklich existiert, sind per Whatsapp verbreitete Kettenbriefe mit fragwürdigem Inhalt kein neues Phänomen. In den vergangenen Wochen machten immer wieder teils perfide Nachrichten die Runde. Teilweise wurde den Empfängern gedroht, ihnen oder nahen Angehörigen würde etwas zustoßen, wenn die Nachricht nicht umgehend an sämtliche Kontakte weitergeleitet würde. Bei solch grausamen Drohungen brauche es Betreuung, betont das Pädagogische Landesinstitut. Eltern sollten für ihre Kindern immer Ansprechpartner sein. Es sei wichtig, regelmäßig mit ihnen zu reden und ihr Selbstvertrauen zu stärken – dann sei es auch weniger wahrscheinlich, dass sie derartige Drohungen ernst nehmen.
Auch Viren und Trojaner werden verbreitet
Mitunter werden auch Schadprogramme wie Viren und Trojaner über Whatsapp-Links verbreitet. Zudem sind Abzock-Kettenbriefe, mit denen Betrüger den Nutzern – vor allem unbedarften Kindern und Jugendlichen – teure Abos untergejubelt werden, ein wachsendes Problem. In vielen Fällen reicht ein unbedachtes oder versehentliches Antippen eines Links aus, um in einer Abofalle zu landen, warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Und das, obwohl ein Vertrag juristisch gesehen erst dann wirksam wird, wenn man sich per Button ausdrücklich zur Zahlung verpflichtet: Dieser muss gut lesbar mit nichts anderem als den Wörtern „zahlungspflichtig bestellen“ oder einer eindeutigen Formulierung wie „Kaufen“ beschriftet sein.
Gerade die Zahlungspflicht werde jedoch in der Werbung dubioser Anbieter oft verschleiert, so die Verbraucherschützer. „Viele wissen am Monatsende gar nicht, woher der Posten auf der Mobilfunkrechnung überhaupt stammt.“ Denn die eigentlichen Abo-Betreiber sind als Drittanbieter meist gar nicht zu erkennen – auf der Rechnung findet man nur den Namen einer Firma, die für den Abo-Betreiber die Abrechnung vornimmt.
Neben Abofallen lauert noch Identitätsdiebstahl als zusätzliche Gefahr der Kettenbriefe: „Wenn man den Namen, die Adresse und das Geburtsdatum einer Person hat, reicht das in den meisten Fällen schon aus, um in Online-Shops in ihrem Namen einzukaufen“, sagt Heiko Mormann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die Lieferung erfolgt meist an Packstationen, das Opfer bleibt auf der Rechnung sitzen. Allerdings können Kinder keine wirksamen Kaufverträge abschließen. Sollten also nach einem Identitätsdiebstahl Bestellungen im Namen von Minderjährigen getätigt werden, können ihre Eltern die Begleichung der Rechnung ohne Weiteres verweigern.
Kettenbriefe nicht weiterleiten
Egal mit welcher Intention die Kettenbriefe abgeschickt werden – am Ende gibt es nur einen vernünftigen Weg, mit ihnen umzugehen: Die Nachricht in den virtuellen Papierkorb zu befördern – und sie nicht weiter zu verbreiten. Wer einen Abzock-Kettenbrief erhält, sollte zudem den Kontakt, von dem er kam, darauf hinweisen, denn vielleicht hat dieser bereits ein teures Abo abgeschlossen – und es noch nicht bemerkt.
Dass Abzock- und Droh-Kettenbriefe besonders gerne via Whatsapp verbreitet werden, hat nachvollziehbare Gründe. Zum einen lassen sich die Nachrichten besonders leicht verbreiten, weil Whatsapp das Teilen von Webseiten explizit unterstützt – auch, wenn die Funktion eigentlich für Artikel und Ähnliches gedacht ist. Zudem wird Whatsapp von sehr vielen jungen Menschen genutzt, bei denen das Gespür für solche Fallen und unseriöse Angebote noch nicht besonders ausgeprägt ist. Sie sind in ihrer Naivität eher bereit, die Nachricht zu teilen, und tappen leichter in die Falle.
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Was tun 19-Jährige für gewöhnlich auf einem Festival? Genau! Sie feiern, sie trinken, sie rauchen – und wenn es dumm läuft, geht irgendwann gar nichts mehr. Im Normalfall folgt auf die wilde Party lediglich ein Kater. Doch was ist bei Malia Obama schon normal?
Dass auch Präsidententöchter wild feiern können, wissen die US-Amerikaner spätestens seit den öffentlichen Fehltritten der Bush-Zwillinge. Nun scheint es, als mache die älteste Tochter des früheren US-Präsidenten Barack Obama den feierwütigen Mädels Barbara und Jenna Bush ernsthaft Konkurrenz. Derzeit geistern diverse Videoclips durch die US-Medien, die Malia Obama beim Musikfestival Lollapalooza in Chicago zeigen. Dort feierte die 19-Jährige derart ausgelassen, dass sie nicht nur ihr Handy, sondern auch ihre Fähigkeit zu laufen einbüßte.
Das Promi-Portal TMZ veröffentlichte jetzt einen Clip, auf dem zu sehen ist, wie Malia mit hängendem Kopf in einem Golfmobil vom Festivalgelände chauffiert wird. Als der Fahrer wegen der drängelnden Menge abrupt abbremsen muss, kippt ihr Kopf kraftlos nach vorn. TMZ beschreibt ihren Zustand unumwunden als „ziemlich neben der Spur“. Vermutungen darüber, warum Malia nicht mehr ganz beisammen war, stellte das Blatt nicht an. In den USA ist der Konsum von Alkohol erst ab 21 Jahren erlaubt.
Womöglich war Malia aber auch nur sehr, sehr erschöpft vom wilden Tanzen: Denn weiteres Videomaterial zeigt die künftige Harvard-Studentin während eines Auftritts der US-Band The Killers mit einer eher eigenwilligen Performance. Die 19-Jährige ist derart außer sich, dass sie sich auf den Boden wirft, hin und her rollt und mit den Fäusten auf den Boden schlägt – womöglich etwas, das eingefleischte Fans der Killers gewohnheitsmäßig tun?! Für viele Fans allerdings war dieser Anblick der einstigen „First Daughter“ einigermaßen verstörend.
Malia Obama – „high vom Leben“?
Auf Twitter riet eine Nutzerin dem früheren Präsidenten, seiner ältesten Tochter doch einmal eine „Nachhilfestunde in Anstand“ zu geben. Eine andere spekulierte augenzwinkernd, dass Malia immer lächelt, weil sie „high vom Leben“ sei. Eine Anspielung, die nicht ganz zufällig kam. Denn bereits im vergangenen Jahr machte Malia bei ihrem Besuch auf dem Lollapalooza-Festival Schlagzeilen, weil sie rauchend abgelichtet worden war. US-Medien hatten darüber spekuliert, dass es sich dabei nicht nur um Tabak gehandelt haben könnte.
Doch die Videoclips sind längst nicht das einzige Problem für die Präsidententochter. Wie die Website Page Six berichtet, hat Malia bei der wilden Tanzeinlage auch ihr Smartphone verloren. Ein Augenzeuge berichtete dem Portal, dass sie in einem Apple Store ihr Telefon ersetzen lassen wollte – mit Secret-Service-Mitarbeitern im Schlepptau. Aber die Angestellten im Laden konnten ihr nicht helfen, da sie weder das Passwort noch den Sicherheitscode wusste. Manchmal geht eben auch einfach alles schief!
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Es ist ein regnerischer Tag in Berlin. Auf dem breiten Boulevard am Mehringdamm in Kreuzberg sieht man nur vereinzelt Passanten. Vor der Hausnummer 36 stehen aber viele Menschen Schlange. Unter ihnen ist Helga Bertholdy. „Hier schmeckt’s schon immer und jedes Mal aufs Neue einfach lecker“, schwärmt sie und zeigt auf das Ausgabefenster, durch das Currywürste im Sekundentakt über den Tresen wandern und den Geruch von Fleisch und Fett verbreiten. „Für diesen Geschmack stelle ich mich auch gerne mal im Regen an“, erklärt sie.
Bei Regen strömen Stammkunden
Curry 36 gilt als Kultimbiss. Kein Reiseführer versäumt es, ihn den Touristen zu empfehlen. An Regentagen wie diesem steht allerdings überwiegend die Stammkundschaft an. 1980 kaufte der studierte Maschinenbauer Lutz Michael Stenschke den Imbisswagen „Wurstmaxe“, der damals vor dem Eingang zum Haus Mehringdamm 36 stand, einem Bekannten ab. Stenschke hatte es imponiert, dass dieser sich von den Einnahmen aus dem Imbiss einen Mercedes leisten konnte. „Für ihn war das ein erstrebenswertes Statussymbol, und so plante er, die Kulinarik der mit Berlin verbundenen Currywurst zu seinem Hauptberuf zu machen“, erklärt Mirko Großmann, studierter Sportwissenschaftler und Stenschkes Schwiegersohn. Als der junge Mann vor sechs Jahren mit seiner Frau nach dem Studium zurück nach Berlin zog, übernahm er einen Teil der Geschäftsleitung. Heute ist er für Kundenkommunikation, Marketing und die Betreuung der knapp 40 Mitarbeiter zuständig. Auch der Catering-Service fällt in seinen Aufgabenbereich.
Wiedererkennungswert auf Festivals
Mittlerweile gibt es den Imbisswagen nicht mehr, der ist am Mehringdamm 36 in das heute 220 Quadratmeter große Gewerbe „hineingewachsen“. Dieses besteht zum einen aus dem mit zwölf Quadratmetern eher kleinen Raum mit dem offenen Tresen zum Mehringdamm, an dem man seine Currywurst bestellt. Hier geht es immer hektisch zu. Zum anderen erstrecken sich nach hinten mehrere Räume, die als Lager- und Trockenräume dienen. Die dort aufbewahrten Utensilien sind alle mit dem Label von Curry 36 versehen, sei es durch Gravur oder Druck, wie etwa auf den Servietten. „Wir legen viel Wert darauf, dass es auf Festivals oder beim Catering zu einem gewissen Wiedererkennungswert kommt“, erklärt Großmann.
Filiale in Charlottenburg
Trotz des Erfolges dachte man lange nicht an Expansion. Erst vor fünf Jahren wurde am Hardenbergplatz in Charlottenburg eine zweite Filiale von Curry 36 in Betrieb genommen. An jedem Stand gehen laut Großmann täglich Wurstzahlen im vierstelligen Bereich über den Tresen. Curry 36 hat von 9 Uhr bis 5 Uhr geöffnet, und das 365 Tage im Jahr. Nur an drei Terminen gibt es eingeschränkte Öffnungszeiten. „Bis Ende 2018 ist noch eine weitere Filiale in Berlin geplant“, sagt Großmann. „Vorerst wollen wir ein Berliner Unternehmen bleiben. Nur wenn es dazu kommen sollte, dass jemand mit Fachwissen unser Konzept genauso, wie es hier der Fall ist, in einem anderen Bundesland Deutschlands vertreten kann, könnten wir uns Curry 36 auch außerhalb Berlins vorstellen.“ Es gibt aber mobile Stände für Veranstaltungen einiger Kooperationspartner wie der Lufthansa, dem Maxim- Gorki-Theater oder dem Bürgerfest des Bundespräsidenten.
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Pickel sind ein Jugendproblem? Von wegen! Viele plagen sich auch im Erwachsenenalter mit Pickeln und Mitessern herum. Warum die fiesen Entzündungen oft auch mit 40 noch bleiben und was am besten gegen die unschönen Entzündungen im Gesicht, am Rücken und auf dem Dekolleté hilft.
In den meisten Fällen sind genetische Ursachen sowie ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt schuld an den Hautunreinheiten. Dieses zeigt sich vor allem in der Pubertät, in der Schwangerschaft und in den Wechseljahren. Dann nehmen männliche Hormone (Androgene) Überhand und regen die Talgdrüsen an, vermehrt Hautfett zu bilden. Zugleich kann es zu Verhornungsstörungen der Haut kommen, die die Poren verengen. Dann kann das Hautfett nicht mehr ausreichend abfließen.
Abgestorbene Hautzellen verstopfen die Poren zusätzlich
Spielen die Hormone verrückt, bilden sich Pickel. Dieses Gemisch sammelt sich im Inneren der Pore und im ersten Schritt entsteht ein Mitesser. Für Bakterien, darunter das Aknebakterium Propionibacterium acnes, ist diese gefüllte „Poren-Höhle“ ein gefundenes Fressen. Die Pore wiederum reagiert auf die Besiedelung mit einer Entzündung. Ein Pickel entsteht.
Übrigens: Eiter bildet sich, wenn die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) versuchen, die Bakterieneindringlinge abzutöten. Eiter ist eine Mischung aus zerfallenem Gewebe, Körperflüssigkeiten und abgestorbenen weißen Blutkörperchen.
Spätakne vor allem für Frauen ein Problem
Akne kann selbst dann auftreten, wenn man in der Jugend keine Probleme mit Hautunreinheiten hatte. „Frauen, die pickelfrei durch die Pubertät gekommen sind, sollten sich nicht zu früh freuen, denn das Thema Akne ist längst noch nicht abgehakt“, weiß Dr. Uta Schlossberger, Dermatologin aus Köln und Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD), aus ihrer Praxis. „Im Gegenteil: Gerade Frauen, die als Jugendliche die zarteste Pfirsichhaut hatten oder die längere Zeit die Pille genommen haben, befällt pünktlich mit den ersten Fältchen die berüchtigte Spätakne.“
Dermatologen gehen davon aus, dass bis zu 30 Prozent der Über-30- Jährigen davon betroffen sind. Im Unterschied zur Pubertätsakne zeigt sich „Acne tarda“ weniger auf der Stirn, sondern hauptsächlich im Bereich zwischen Mund und Hals. Neben hormonellen Ursachen spielt bei der Spätakne auch Stress eine wichtige Rolle. „Chronischer Stress kann zu einer vermehrten Ausschüttung männlicher Hormone führen“, erklärt die Dermatologin.
Rauchen verschließt die Poren
Neben Stress führen auch Schlafmangel, Zigaretten- und Alkoholkonsum sowie fettiges Essen zu einer starken Beeinflussung der Haut. Grade Nikotin verschließt die Poren und lässt diese schnell altern. „Wer in der Lage ist, eine Zeit lang auf solche Genussmittel zu verzichten, wird schon nach einigen Wochen eine Verbesserung seines Hautbildes feststellen“, sagt Schlossberger. Seltener sind Sonnenlicht, Medikamente, Kosmetika und Unverträglichkeiten Auslöser einer Akne im späteren Lebensalter.
Konsequente Gesichtspflege lässt Hautunreinheiten abklingen
Um die Unreinheiten behandeln zu können, muss im ersten Schritt der Auslöser herausgefunden werden. Bei starken Aknefällen kann mit Hormonpräparaten gegengesteuert werden. Bei Allergien hilft es meist, auf die kritischen Stoffe zu verzichten. Sind Medikamente der Auslöser, kann vielleicht ein anderes Präparat helfen. Neben diesen Faktoren ist die richtige Hautpflege das A und O im Kampf gegen Pickel. Das Ziel ist, die Talgproduktion zu reduzieren, die Poren zu öffnen und die Bakterien einzudämmen. Hierfür haben Hautärzte eine Reihe spezieller Reinigungsprodukte, Gesichtswasser und Lotionen zur Hand.
Akne mit 40: spezielle Pflege notwendig
Wichtig dabei ist, die Haut nicht unnötig auszutrocknen oder zu reizen, da diese sonst noch stärker verhornt und vermehrt Talg produziert. „Emulsionen und Cremes sollten daher individuell auf die Bedürfnisse der reifen Haut abgestimmt sein. Mittel gegen Pubertätsakne sind für die Haut ab 30 zu aggressiv“, so Schlossberger. „Achten Sie zudem darauf, mit dem Waschlappen oder Handtuch nicht zu rubbeln, um die Haut nicht zu strapazieren und kleine Verletzungen zu vermeiden.“
Außerdem sollte man Produkte verwenden, die als komedogen-frei, also als nicht-Pickel- verursachend, gekennzeichnet sein. Je weniger Emulgatoren und Konservierungsstoffe darin enthalten sind, desto besser. Wohltuend für die Haut sind zudem Masken mit Zink, Kieselerde oder medizinischer Hefe, da sie das Wachstum verschiedener Keime hemmen.
Öle und Seifen sind tabu
Tabu ist hingegen alles, was die Hautporen verstopfen kann. Daher rät die Hautärztin bei Unreinheiten von Ölen – auch pflanzlichen – ab. Auch Kakaobutter sei, genauso wie fetthaltige Cremes, Vaseline oder Ähnliches, keine geeignete Hautpflege. „Sie verstopfen die Poren und lassen Bakterien unter der Fettschicht munter weiter wüten“, sagt Schlossberger.
Auf Seife sollte man ebenfalls verzichten, weil sie den Säureschutzmantel der Haut angreift und dadurch die Bildung von Bakterien und Mitessern begünstigt. Bei sensibler Haut mit Unreinheiten ist zudem Gesichtswasser mit Alkohol ungeeignet. Nur bei einer fettigen Haut mit vielen Entzündungen kann ein alkoholhaltiges Gesichtswasser der Expertin zufolge helfen.
Finger weg von Hausmittelchen
Wer Make-up benutzt, sollte darauf achten, dass dieses auf Wasser- statt auf Ölbasis hergestellt ist. Und: „Vergessen Sie Hausmittelchen wie Zahnpasta, Essig oder Backpulver. Das bringt nichts außer unnötigen Reizungen. Statt selbst zu experimentieren ist der Gang zum Hautarzt die beste Empfehlung“, rät die Dermatologin.
Weniger Zucker, mehr Vollkorn
Neben der richtigen Hautpflege kann auch eine Ernährungsanpassung dabei helfen, das Hautbild zu verbessern. „Studien haben gezeigt, dass Milchprodukte, Zucker, Getreide und Kartoffeln sowie Fleisch sich eher ungünstig auf ein unreines Hautbild auswirken“, sagt Schlossberger. „Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und fettreiche Seefische hingegen tun der Haut gut. Trinken Sie zudem ausreichend, das unterstützt die Feuchtigkeitsversorgung der Haut“
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Nachtwanderer in Filderstadt Nachtwanderer treffen kaum Jugendliche
Die ehrenamtlichen Nachtwanderer von Filderstadt wollten eigentlich mit Jugendlichen ins Gespräch kommen. Doch sie treffen immer seltener auf junge Leute. Das hat aus Sicht der Jugendlichen einen traurigen Grund.
Filderstadt – Zwei Männer und eine Frau in roten T-Shirts laufen in der Abenddämmerung durch den Park am Fleinsbach. Es sind die Nachtwanderer aus Filderstadt. Auf einer Bank sitzt eine Gruppe Jugendlicher. Die Nachtwanderer sprechen sie an. Erst sind die Jugendlichen skeptisch, doch dann kommen sie ins Gespräch. „Wir wollen für die Jugendlichen Ansprechpartner sein, die sie respektieren und nicht mit erhobenem Zeigefinger auf sie zugehen“, sagt später Elke Augustin.
Vor fünf Jahren hat Jutta Grillhiesl vom Referat für Bürgerbeteiligung und Stadtentwicklung die Nachtwanderer ins Leben gerufen. Der Arbeitskreis Suchtprävention suchte für das Projekt nach engagierten Bürgern. Nach kurzer Zeit hatte sich eine Gruppe von zwölf Ehrenamtlichen zusammengefunden. „In der Anfangsphase haben wir manchmal Gruppen von bis zu 80 Jugendlichen angetroffen“, berichtet Grillhiesl.
Die Nachtwanderer waren in den Wintermonaten von 20 Uhr an und in den Sommermonaten von 21 Uhr an unter anderem in Bernhausen, Bonlanden, Sielmingen und Plattenhardt unterwegs. Zu Beginn wurden sie von Hajo Zimmermann, der die mobile Jugendarbeit in Filderstadt macht, begleitet: „Ich war am Anfang viel dabei, um die Kontakte zu den Jugendlichen zu knüpfen“, so Zimmermann. „Es ist einfacher, wenn sie schon jemanden kennen.“
Es fehlen die Jugendlichen
Seit damals hat sich allerdings einiges verändert. „Die Jugendlichen sind mittlerweile auch erwachsen geworden und viel mobiler“, sagt der Nachtwanderer Udo Lamczak. Den Bedarf, dass die Nachtwanderer Freitag- und Samstagnacht herumlaufen, gebe es mittlerweile nicht mehr. Vor einem Jahr haben die Nachtwanderer deshalb ihre nächtlichen Streifzüge eingestellt. „Die Zahl der Jugendlichen hat einfach abgenommen“, sagt Grillhiesl. „Das hängt sicher mit vielen Einwohnerbeschwerden zusammen, aber auch mit dem Generationenwechsel.“ Dadurch habe sich das Freizeitverhalten geändert, und viele der Jugendlichen seien nachts nicht mehr so oft draußen, so Grillhiesl.
„Die allgemeine Problematik hier ist einfach: Schafft für die Jugendlichen einen Platz, aber nicht bei mir“, sagt Lamczak. Die Stadt suche ständig nach Plätzen für die Jugendlichen, allerdings sei das oft schwierig. So wurde die Grillstelle am Bärensee vor fünf Jahren vom Jugendgemeinderat erneuert, allerdings ist diese eher ein Ausflugsziel für Familien geworden. „Da kommen unsere Jugendlichen gar nicht so einfach hin, weil es mitten im Wald ist“, sagt Lamczak. Und auch auf dem Schulhof der Seefälle-Realschule in Bonlanden sind die Jugendlichen mittlerweile nicht mehr gerne gesehen. „Das war lange Zeit ein Treffpunkt für viele Jugendliche“, sagt Lamczak. „Bis dort mal ein paar eine Sauerei hinterlassen haben und die Schulleitung das dann nicht mehr wollte.“ Seitdem hängen rund um die Schule Schilder, die den Aufenthalt in den Abendstunden verbieten.
Suche nach passenden Plätzen
„Die Jugendlichen mögen am liebsten Plätze wo Bänke stehen, auf die sie sich setzen können“, sagt Elke Augustin. So beispielsweise am Fleinsbach, wo der Park einige Sitzgelegenheiten bietet. Das Problem dabei: Direkt am Park stehen Wohnhäuser. „Nach einigen Anwohnerbeschwerden wurden dann mehrere Bänke abgebaut und auch Tischtennisplatten entfernt, damit es für Jugendliche unattraktiv wird“, sagt Augustin. Trotzdem sitzen an diesem Abend einige Jugendliche auf den Bänken am Fleinsbach. „Es gibt für uns so wenig Möglichkeiten“, sagt Nick. „Hier sind zwar Bänke, aber die Anwohner beschweren sich immer.“ Auch sein Freund Benjamin bemängelt die fehlenden Plätze für Jugendliche: „Bestimmte Plätze für uns gibt es eigentlich nicht. Vor allem in Bernhausen ist nicht viel los“, sagt der 16-jährige Benjamin. Beide würden sich mehr Angebote für die Jugendlichen wünschen.
„Meiner Meinung nach haben die Jugendlichen mit ihren Beschwerden absolut recht“, sagt auch Florian Wußmann vom Jugendgemeinderat Filderstadt. „Es gibt in Filderstadt einfach nicht viele Plätze, an denen sich die Jugendlichen treffen können.“ Obwohl das Problem eines der Hauptthemen ist, seitdem es den Jugendgemeinderat (JGR) gibt, haben die Mitglieder derzeit noch keine konkreten Pläne, wie die Situation der Jugendlichen in und um Filderstadt verbessert werden kann. „Uns fehlt eine Vision, weil unsere Ideen natürlich auch immer mit hohen Investitionskosten verbunden sind“, sagt Wußmann. Deshalb strebt der JGR eine Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat an. „Dass sich da kurzfristig nichts ergeben wird, ist uns klar. Aber wir würden gerne mittelfristig etwas erreichen“, sagt Wußmann.
Langfristig ist eine Verbesserung geplant
Die obersten Ziele für eine Kandidatur beim JGR ist die Motivation, mehr Plätze für Jugendliche zu ermöglichen. Und auch viele Jugendliche tragen den Wunsch nach Treffpunkten an die Mitglieder. Treffpunkte wie das Jugendzentrum seien zwar gut, aber „das ist dann immer direkt mit einer Beaufsichtigung verbunden“. Trotz des Generationswechsels sieht Wußmann das Anliegen als wichtig an: „Die Leute freuen sich immer noch über Fußballplätze oder Parks, aber es geht einfach darum, mal gemütlich mit den Freunden zusammensitzen zu können“, sagt Wußmann.
Dabei ist es dem JGR nicht nur ein Anliegen, Plätze draußen zu schaffen, sondern auch andere Treffpunkte wie beispielsweise ein Jugendcafé. „Wir stellen uns nicht nur Treffpunkte draußen vor, sondern was mit Dach, Tür und Fenster wäre ja auch wünschenswert.“ Sollte es in Zukunft wieder mehr Plätze in Filderstadt geben, die die Jugendlichen zum gemeinsamen Zusammensitzen einladen, dann würden auch die Nachtwanderer wieder jemanden antreffen. Um an den Orten, wo die Jugendlichen nicht beaufsichtigt werden, Ansprechpartner auf Augenhöhe zu sein.
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Kurs für Jugendliche Aufklärung mit dem Verhütungs-Krabbelsack
Jugendliche lernen, wie sie Schüler alles Wichtige zum Thema Verhütung vermitteln können. Kursleiterin Uschi Traub erklärt, weshalb Aufklärung auf Augenhöhe besser funktioniert.
Ludwigsburg – Die meisten denken, es gibt nur Pille und Kondom“, sagt Dominik. Mit 13 Jahren ist er der jüngste der Gruppe. Dass es auch das Kondom für die Frau, den Temperaturcomputer oder eine Verhütungs-App gibt und welche Vor- und Nachteile die Schwangerschafts-Verhinderungs-Methoden haben, hat er im Kurs im Ludwigsburger Kreishaus gelernt.
Seit nun 15 Jahren bildet das Amt für Gesundheit und Verbraucherschutz junge Leute aus, die anderen jungen Leuten beibringen, worauf sie beim Sex achten sollten. Diesmal sind Schüler des Mörike-Gymnasiums in Ludwigsburg, des Stromberg-Gymnasium in Vaihingen an der Enz und der Realschule im Aurain in Bietigheim dabei. Die Jugendlichen, die ihren Altersgenossen das Wissen vermitteln, werden „Peer Educators“ – also gleichaltrige Erzieher genannt.
„Die Idee stammt aus der Suchtaufklärung“, sagt Uschi Traub vom Fachbereich Gesundheitsförderung und Prävention, die mit Mathias Bolter den Workshop leitet. Dort gab es Aufklärung durch Jugendliche bereits in den 90er Jahren. Dazu haben Umfragen gezeigt, dass junge Menschen Jugendliche eher akzeptieren und dass die Vermittlung des Wissens durch nahezu Gleichaltrige wesentlich effektiver ist.
„Wenn Jugendliche das machen, ist das aus ihrer Sicht“
„Ich hätte mir auch gewünscht, früher auf diesem Weg von all den Dingen zu erfahren“, sagt die 15-jährige Caprice. Deshalb sei sie hier. Unter Gleichaltrigen könne man offener reden. „Wenn Jugendliche das machen, ist das aus ihrer Sicht“, meint der 15-jährige Finn. „Wir haben eine andere Sprache.“
Damit mehr Wissen in den Köpfen bleibe, sei es aber auch wichtig, es interessant zu verpacken. Zum Beispiel über den Verhütungs-Krabbelsack, aus dem die Schüler Spirale, Diaphragma oder Vaginalzäpfchen ziehen und dann erklären sollen, was sie herausgefischt haben. Für den Spaßeffekt sind aber auch andere Dinge darunter, wie etwa ein Stringtanga in Giraffenform. Lachen ist erlaubt. Gut kommt auch die Weiterentwicklung des Spiels „Activity“ an. Dabei gilt es, Begriffe aus dem Bereich der Verhütung zu erraten, die zeichnerisch und pantomimisch dargestellt werden.
Ein besonderes Einsatzmittel ist die Sex-Couch. Dabei sitzen immer zwei Mädchen oder zwei Jungs darauf und beantworten die Fragen des anderen Geschlechts. „Das funktioniert super“, sagt Traub. „Wir sind erstaunt, wie offen die jungen Leute über alles reden.“ Dann kommen zum Beispiel Fragen, wie Jungs Models finden oder ob die Penisgröße für Mädchen tatsächlich wichtig ist. Wie Frauen und Männer in den Medien dargestellt werden, spiele dabei eine große Rolle.
Pornos und Medien prägen das Bild von Sexualität
Auch der schnelle Zugang zu Pornos übers Internet präge das Bild der Jugendlichen von Sexualität, sagt Traub. Der viele Input setze sie unter Druck und wecke Versagerängste. Viele glaubten, beim ersten Mal Leistung bringen zu müssen. Auf der Sex-Couch wird über alles gesprochen. Die Mädchen und Jungs sollen dadurch erkennen, dass es eben nicht das eine Ideal für Attraktivität gibt, das bei allen gut ankommt.
Bis die jungen Leute das notwendige Handwerkszeug samt Kondomführerschein, Wissen über die Anatomie von Mann und Frau und über Geschlechtskrankheiten haben, brauchen sie drei Nachmittage und einen Tag am Wochenende. Dabei dürfen sie sich ein Thema wünschen. Gern wollten die Jugendlichen, sagt Traub, dann mehr über Homosexualität oder über sexuelle Gewalt wissen. Dazu lernen sie, wie sie mit Schülern umgehen, die noch mehr kichern als sie selbst.
Nach dem erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs dürfen die jungen Aufklärer in den Unterricht, meist in die sechsten oder siebten Klassen. Wichtig sei, sagt Traub, dass beide Geschlechter vertreten seien. Manche Kursabsolventen trauten sich aber auch in die Oberstufe oder an die Berufsschule. Dort sei dann nicht mehr Aufklärung von null, sondern eher für Fortgeschrittene gefragt – zum Beispiel zum Thema Geschlechtskrankheiten.
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