Kategorie -Jugendliche

Bildschirm statt Ballspiel: Youtube will Kinder mit neuer App schützen

Um Kinder vor den teilweise ungefilterten Videoinhalten auf YouTube zu schützen etabliert der Konzern nun auch in Deutschland die Kinderapp „YouTube Kids“. Für Eltern ist das praktisch und in anderen Ländern ist das Format bereits erfolgreich. Experten hingegen warnen.

Die Internetplattform YouTube erweitert ihr Angebot, um Kinder und Jugendliche stärker einzubeziehen. Helfen soll dabei die App „YouTube Kids“, deren Programm speziell auf die jungen Nutzer zugeschnitten ist. Von Experten wird die kinderfreundliche App jedoch stark diskutiert, da eine Gefahr für die Entwicklung von Kleinst- und Kleinkindern nicht ausgeschlossen ist.

Die App für Smartphones und Tablets gibt es bereits seit 2015 in den USA. Inzwischen ist sie in 37 Ländern und acht Sprachen erhältlich. Das Angebot zähle pro Woche mehr als elf Millionen Zuschauer, sagte Cedric Petitpas von YouTube.

Videos stünden schon bei den Kleinen hoch im Kurs, sagte Björn Schreiber von der Freiwilligen Selbstkontrolle FSM, und begrüßte das neue Angebot. Wichtig sei dabei aber, dass die Erwachsenen dafür sorgten, dass Kinder nicht auf problematische Inhalte stoßen, sagte Friedemann Schindler, Leiter von Jugendschutz.net. Die Smartphone-App könne „eine große Lücke für deutsche Eltern füllen“.

Zu den Klassikern gehören im deutschsprachigen Angebot Videos wie das Sandmännchen, Heidi, Die Biene Maja und Janoschs Traumstunde. Dazu gibt es viele Erklärvideos. Die Suche nach Inhalten kann wahlweise auch per Spracheingabe erfolgen, Eltern können die Suche jedoch auch komplett sperren. Die App kann im Google Playstore oder in Apples App Store heruntergeladen werden.

Drastische Folgen durch starken Medienkonsum

Videokonsum – auch von altersangepassten Angeboten –  für Kleinkinder gilt unter Experten allerdings als umstritten. Eine halbe Stunde Smartphone-Nutzung  am Tag erhöht einer Studie zufolge die motorische Hyperaktivität von Zwei- bis Fünfjährigen um das 3,5 fache.

Dies führt der Kinder- und Jugendmediziner Till Reckert vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) auf die geistige Überforderung zurück, mit der Kleinkinder Onlinemedien gegenüberstehen. „Kinder im Vorschulalter müssen zunächst lernen, mit ihrem Körper, ihren Gefühlen, der Welt und anderen Menschen in immer freierer Weise zurechtzukommen“, so Reckert. „Bildschirmmedien sind hier eigentlich ausschließlich hinderlich.“



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Schutz vor Misshandlung: Kinderrechte sollen ins Grundgesetz

Die Rechte der Kinder sollen endlich gestärkt werden. Bisher spielen Kinder und Jugendliche lediglich eine Nebenrolle im Grundgesetz und sind meist darauf angewiesen, dass ihre Rechte beispielsweise durch ihre Eltern wahrgenommen werden. Wenn es nach den beiden Vizevorsitzenden der SPD geht, soll das bald geändert werden.

Die beiden stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Hannelore Kraft und Manuela Schwesig haben erneut für die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz geworben.

Was bringt die Verankerung im Grundgesetz?

Das würde nicht nur den Schutz vor wiederholten Misshandlungen stärken, schreiben die Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen und die Bundesfamilienministerin in einem gemeinsamen Gastbeitrag für den „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die Verankerung würde auch helfen, Beschwerden wegen Kinderlärm abzuwehren oder die Sicherheit im Straßenverkehr durch Zebrastreifen, Ampeln und Tempolimits erhöhen.

Kinder müssen zur Hauptperson werden

„Wir müssen den Kinderrechten endlich dort ein Zuhause geben, wo sie hingehören: bei den Grundrechten im Grundgesetz“, schreiben die Politikerinnen. „Die Zeit ist reif für die Rechte der Kinder.“ Kinder und Jugendliche spielten bis heute im Grundgesetz nur eine Nebenrolle. Sie müssten aber zu Hauptpersonen werden.

Kraft und Schwesig treten am Dienstag in Düsseldorf auf dem 16. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag auf. Bis Donnerstag präsentieren sich auf dem „Gipfel der Jugendhilfe“ im Messe- und Kongresszentrum der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt mehr als 500 staatliche und private Institutionen, Organisationen, Verbände, Vereine und Einrichtungen.

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Doch keine geschlossene Jugendhilfeeinrichtung in Bremen

Die Bremer Landesregierung hat ihren Plan für eine geschlossene Jugendhilfeeinrichtung für kriminell gewordene junge Flüchtlinge aufgegeben. „Es gibt einfach eine neue Sachlage, die zu einer Neubewertung geführt hat“, sagte Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) nach dem Senatsbeschluss am Dienstag. Sie verwies darauf, dass inzwischen deutlich weniger junge Geflüchtete nach Bremen kommen. „Das hat natürlich zu einer Entlastung geführt und zu einem Rückgang der Straftaten.“ Für eine neue Einrichtung gebe es keinen Bedarf mehr.

Ursprünglich wollte der Senat bis Ende 2017 eine intensivpädagogische Jugendhilfeeinrichtung bauen. Die insgesamt 32 Plätze sollten je zur Hälfte für Hamburg und Bremen zur Verfügung stehen.

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Ärztekongress zu Jugendsexualität beginnt in Weimar

Verhütung, sexuell übertragbare Krankheiten, Pornografie: Mit Sexualität im Jugendalter befasst sich heute an der 23. Kongress für Jugendmedizin in Weimar. Dazu werden bis Sonntag mehrere hundert Mediziner erwartet, die auch die Rolle des Internets bei der sexuellen Entwicklung von Heranwachsenden diskutieren wollen. Nicht nur Eltern oder Lehrer, auch Kinder- und Jugendärzte sind nach Einschätzung ihres Berufsverbandes BVKJ mit dem Thema Jugendsexualität häufig überfordert. Das betreffe etwa das Wissen um verfügbare Beratungsangebote.

Zum Auftakt des Kongresses will der Ärzteverband zudem erste Ergebnisse einer seit dem vergangenen Jahr laufenden Erhebung zu den gesundheitlichen Auswirkungen digitalen Medienkonsums auf Kinder und Jugendliche vorstellen. Daran haben sich bundesweit 80 Kinderarztpraxen beteiligt. In Deutschland arbeiten mehr als 10 000 Kinderärzte in Praxen, Krankenhäusern und dem öffentlichen Gesundheitsdienst.

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Jugendschutz im Internet und bei Facebook, WhatsApp und Co

Besonders Jugendliche sind auf der Suche nach neuen Reizen, wollen Neues erleben und sich mit Anderen austauschen. Sie sind speziellen Gefahren ausgesetzt. Filterlisten und Jugendschutz-Software bieten in dem Alter kaum noch Sicherheit.

Für Jugendliche ist der Erwerb von Medienkompetenz extrem wichtig. Teilweise gibt es Ansätze, diese Kindern in den Schule zu vermitteln, doch meist bleibt es Aufgabe der Eltern. So sollten Kids besonders vorsichtig bei der Weitergabe sensibler Daten wie etwa der Adresse, Email oder des Namens sein. Außerdem sollten Sie niemals intime Fotos an Fremde schicken, die sich teilweise als Gleichaltrige ausgeben. Die Deutsche Telekom unterstützt Eltern, Erzieher, Lehrer, Kinder und Jugendliche mit zahlreichen Maßnahmen zum sicheren Umgang mit Smartphone und Internet.

Antwort auf wichtige Fragen

Wir haben für Sie wichtige Internetangebote zusammengestellt, in denen Jugendliche und Eltern sich zum Jugendschutz im Internet informieren können. 

  • Die Webseite Nina Info liefert wichtige Antworten zu den Themen Sexuelle Belästigung, Mobbing, unangenehme Anmache und klärt gut verständlich über die Rechte von Jugendlichen auf.
  • Eine gute Seite stammt von der Polizei: Polizei für dich. Hier können sich Eltern und Kinder über Themen wie Cybermobbing und Soziale Netzwerke informieren.
  • Der Rechtsanwalt Jan Lennart Müller von der IT-Recht-Kanzlei informiert über Jugendschutz bei sexuellen Inhalten, Die Seite eignet sich eher für Erwachsene.
  • Für Kinder und Eltern gedacht sind Seiten wie Klicksafe oder Handysektor, Hier werden Themen wie „Fake News“ und „Datenschutz bei Facebook“ verständlich erklärt. Außerdem finden Jugendliche Nachrichten zu Smartphones und zu allem, was im mobilen Bereich wichtig ist wie Apps, Instant Messenger, Soziale Netzwerke, Whats App, Spam und YouTube.
  • Auf der Seite Juuport können unter anderem Fragen gestellt werden, die von anderen Nutzern und Moderatoren beantwortet werden. Gezielt werden Themen wie beispielsweise Extremismus und Salafismus und ihre Verbreitung im Internet aufgegriffen, verständlich erläutert und er wird vor ihren Gefahren gewarnt.
  • Über die Gefahren unter anderem des „Sexting“, also des Versenden von selbstgemachten Nacktbildern unter Jugendlichen, informiert die Webseite Schau Hin. Auch Themen wie Datenschutz und sichere Passwörter werden behandelt. Kreativität im Internet und welche Faktoren Urheberrecht und Co dabei spielen, werden auf dem Online-Angebot leicht verständlich dargestellt.
  • Einen interessanten Ansatz verfolgt die Seite Internetvictims, hier finden Eltern und Kinder eine Vorlage für einen Vertrag zur Internetnutzung.
  • Mit einem Eltern-Trainer überprüfen Erziehungsberechtigte ihre Medien-Kompetzen und entdecken so schnell eventuelle Wissenslücken.

Jugendschutz und Mindestalter in Sozialen Netzen

Der Jugendschutz wird in den Sozialen Netzwerken allmählich ernster genommen. Allerdings stoßen oft verschiedene Moralvorstellungen aufeinander. Bei US-amerikanischen Diensten wie Facebook werden sexuell anstößige Inhalte ziemlich zuverlässig gefiltert, Gewalt, Fake News und Hetze allerdings oft noch sehr unzureichend.

In Deutschland sind Kinder unter sieben Jahren generell nicht geschäftsfähig, das heißt, sie können keine Verträge eingehen oder Rechtsgeschäfte tätigen. Ab dem siebten Lebensjahr sind Kinder bedingt geschäftsfähig und meistens wird die Zustimmung eines Erziehungsberechtigten benötigt, eine Ausnahme stellt der sogenannte „Taschengeldparagraph“ dar. In diesem wird unter anderem geregelt, dass Kinder Produkte von Ihrem Taschengeld kaufen können. Eine neue EU-Regel könnte das Mindestalter für Soziale Netzwerke auf 16 Jahre heben. Erst mit 18 Jahren ist man voll geschäftsfähig.

  • Facebook 13 Jahre
  • WhatsApp 13 Jahre
  • Google (Google+, Gmail oder YouTube) 13 Jahre, bei YouTube gibt es 18+ Inhalte
  • Twitter keine Altersbeschränkung
  • Microsoft-Dienste wie etwa Skype und Bing 18 Jahre
  • Snapchat 13 Jahre

Mobilfunk: Premium-Dienste sperren

Gerade das Smartphone kann zur Kostenfalle werden. Empfehlenswert sind günstige Flatrates für das Telefonieren und die mobile Internetnutzung. Versteckte Preisfallen bestehen aber bei teuren Premium-Diensten, Sondernummer und bei Kaufmöglichkeiten in Apps und Spielen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie für Ihre Kinder diese teuren Funktionen größtenteils sperren können:

  • Deutsche Telekom Drittanbietersperre
  • Congstar Drittanbietersperre
  • Vodafone Drittanbietersperre
  • O2 Drittanbietersperre

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15-Jähriger mit Waffe unterwegs

Hemmingen im Kreis Ludwigsburg
15-Jähriger mit Waffe unterwegs

Als der 15-Jährige seine Hände nicht aus den Taschen nehmen will, zücken die Polizisten ihre Dienstwaffen. Foto: dpa

Am Sonntag rücken mehrere Streifenwagenbesatzungen in Hemmingen aus, da ein Mann mehrere Jungen beobachtet hatte, die mit Waffe und Baseballschläger unterwegs sind.

Hemmingen – Mehrere Streifenwagenbesatzungen des Polizeireviers Ditzingen sind am Sonntag gegen 17.35 Uhr in die Ortsmitte von Hemmingen (Kreis Ludwigsburg) ausgerückt. Ein Anwohner hatte drei Jungen beobachtet die eine Schusswaffe sowie einen Baseballschläger bei sich trugen und die Polizei gerufen.

Als die Beamten auf die Jungen trafen, hatten sie sich zu fünf 12- bis 14-jährigen Mädchen gesellt, die sich auf einem Fußweg in Verlängerung der Lindenstraße unterhielten. Zwei Polizisten sprachen den 15-Jährigen an, der vom Zeugen beim Hantieren mit der Waffe gesehen worden war. Statt jedoch die Hände aus seinen Taschen zu nehmen und die Arme auszustrecken, wie von den Beamten gefordert, vergrub er sie noch tiefer in den Jackentaschen.

Als die Polizisten ihre Dienstwaffen ziehen flieht der Junge

Als die Polizisten darauf die Dienstwaffe zogen, rannte der Jugendliche in Richtung Laurentiusstraße davon. Die Beamten nahmen die Verfolgung auf. Sie wurden hierbei von zwei weiteren Polizisten unterstützt, die sich aus der Gegenrichtung näherten.

Als einer der Beamten den 15-Jährigen schließlich zu fassen bekam, stürzten beide zu Boden. Nahezu zeitgleich holte der Tatverdächtige die Schreckschusswaffe, die er tatsächlich in seiner Jackentasche hatte, hervor. Eine hinzukommende Beamtin nahm ihm die Waffe sofort ab.

Der Jugendliche, der sich zunächst gegen das Anlegen von Handschellen wehrte, wurde vorläufig festgenommen und zum Polizeirevier Ditzingen gebracht. Währenddessen stellten Beamte bei einem 13-Jährigen den Baseballschläger und drei Schreckschusspatronen fest. Die Waffe, der Schläger und die Patronen wurden beschlagnahmt. Der 15-Jährige wurde im weiteren Verlauf von einem Erziehungsberechtigten beim Polizeirevier Ditzingen abgeholt.

Der 15-Jährige muss nun mit einer Anzeige wegen Verstoß gegen das Waffengesetz und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte rechnen.

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Wenn das Leben aus den Fugen gerät

Esslingen
Wenn das Leben aus den Fugen gerät

Wer mit seinen Problemen nicht mehr weiter weiß, kann sich Hilfe holen. Foto: Adobe Stock

Die psychologischen Beratungsstellen des Kreisdiakonieverbandes unterstützen Menschen mit seelischen Problemen. Am Donnerstag stellten sie ihre Jahresberichte vor. Viele Hilfesuchende sind Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern.

Esslingen – Die Liste ist lang. Von Problemen in der Schule, Leistungsdruck, Liebeskummer bis hin zu Streit mit den Eltern oder Freunden reichen die Sorgen und Nöte, mit denen Kinder und Jugendliche sowie deren Familien zu den Beratungsstellen des Kreisdiakonieverbandes in Esslingen und auf den Fildern kommen. Am Donnerstag stellte der Kreisdiakonieverband die Jahresberichte der beiden Beratungsstellen im Otto-Riethmüllerhaus in Esslingen vor. In beiden Beratungsstellen wurden im vergangenen Jahr jeweils rund 1000 Menschen unterstützt. Etwa zwei Drittel davon waren Kinder oder Jugendliche sowie deren Eltern.

Vor allem Mädchen leiden unter Essstörungen

Die seelischen Sorgen können vor allem bei Mädchen zu Essstörungen wie Magersucht, Bulimie oder Adipositas führen. In Esslingen gibt es eine spezielle Anlauf- und Beratungsstelle dafür. Die Adipositas, also die krankhafte Fettleibigkeit, habe gerade bei Kindern und Jugendlichen zugenommen. Das sagt die Leiterin der psychologischen Beratungsstelle Esslingen, Gunhild Ilisei. Die Gründe dafür seien vielschichtig. Bei der Adipositas sei neben einem gewissen Lebensstil auch Armut eine Ursache. Darüber hinaus hat Ilisei in jüngster Zeit beobachtet, dass sich immer mehr Jugendliche selbst verletzten. Dabei schnitten sie sich mit Messern oder Rasierklingen an den Armen oder Beinen. Dies sei ein Ausdruck seelischer Not, erklärte sie. Ein weiter wachsendes Problem sei ferner das Mobbing unter jungen Leuten, im echten Leben sowie im Internet. „Das hat deutlich zugenommen und wird weiter zunehmen“, ist sich Ilisei sicher.

Einen rückläufigen Trend erkennt die Psychologin dagegen beim Komasaufen und den Suizidandrohungen, die in der Vergangenheit einen großen Beratungsaufwand verursacht hatten. Immer wieder änderten sich die Ausdrucksweisen, mit denen sich die Jugendlichen Ventile für ihre Probleme schaffen würden. Ebenfalls rückläufig seien die Besuche von Eltern, deren Kinder unter ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) litten.

In Gesprächen versuchen insgesamt zehn Psychologen und Sozialpädagogen den Betroffenen zu helfen. „Wir suchen ganz individuell nach Lösungen“, erklärt Elisabeth Rümenapf. Sie ist die Leiterin der Beratungsstelle auf den Fildern. In vielen Fällen könne bereits nach fünf oder sechs Terminen ein Ausweg gefunden werden. Sollte die Beratungsstelle keine Lösung finden, stehen ihr Partner zur Verfügung, an die Hilfesuchende weiterverwiesen werden können, beispielsweise wenn ein Psychiater aufgesucht werden sollte, der eine medikamentöse Behandlung bei psychischen Problemen beginnen kann.

Es gibt auch eine Online-Beratung

Um leichter einen Zugang zu den Jugendlichen zu bekommen, bietet die Beratungsstelle auch eine Online-Beratung an. Häufig seien dort Anfragen wegen Mobbing oder Suizidgedanken, erklärt Rümenapf. Über die Online-Beratung fänden viele Jugendliche den Weg in die Beratungsstellen. „Die Jugendlichen nutzen gerne den Weg über das Internet. Das sind sie gewohnt“, ergänzt Ilisei. Außerdem könne der Erstkontakt so anonym erfolgen. Man müsse sich zwar anmelden und sich einen Zugang einrichten. Aber die Anmeldung müsse nicht mit dem richtigen Namen erfolgen.

Über die Beratung von Kindern und Jugendlichen hinaus bieten die Beratungsstellen auch Schwangeren-, Flüchtlings- und Paarberatung an. Bei der Paarberatung kämen immer häufiger auch Senioren, die Probleme mit dem Zusammenleben nach dem Renteneintritt hätten.

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Pizza bestellt und geflüchtet

Stuttgart
Pizza bestellt und geflüchtet

Die Jugendlichen bestellten Pizza für 80 Euro nach Stuttgart-Sillenbuch. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Ein Pizzalieferdienst übergibt Pizza und Getränke im Wert von 80 Euro an eine Gruppe Jugendliche vor einem Haus in Stuttgart. Die Gruppe flüchtet, mit dem Essen, ohne zu bezahlen. Die Betrugsmasche ist der Polizei bekannt.

Stuttgart – Dreiste Jugendliche haben am Freitag gegen 0.50 Uhr offenbar mit dem Telefon eines gutgläubigen Passanten bei einem Lieferservice bestellt und sind nach Erhalt der Ware ohne zu bezahlen geflüchtet.

Vermutlich hatten die Täter zunächst auf der Straße Passanten angesprochen und unter einem Vorwand um deren Telefon gebeten. Anschließend bestellten sie für 80 Euro Pizzas, Getränke und Eis bei einem Lieferservice. Sie ließen in die Bernsteinstraße (Stuttgart-Sillenbuch) liefern, wie die Polizei berichtet. Der 18-jährige Bote übergab die Bestellung vor dem Haus an eine Gruppe von Jugendlichen, die daraufhin flüchteten. Einer der Täter soll zwischen 16 und 18 Jahre alt sein. Er soll zur Tatzeit ein orangenes Oberteil, eine Jeanshose und eine Mütze getragen haben. Mehrere der jungen Männer sollen eine Bauchtasche getragen haben.

Betrugsmasche bereits bekannt

Bereits in der Vergangenheit hatten Täter mit dieser Masche offenbar Erfolg. So bestellten drei bislang unbekannte Jugendliche am 15.06.2017 gegen 21.05 Uhr mit dem Telefon eines 14-Jährigen Pizza und weitere Lebensmittel für 40 Euro zu einer Schule an der Vischerstraße (Stuttgart-Vaihingen) und am 08.06.2017 gegen 21.30 Uhr ließen sie sich Lebensmittel im Wert von rund 30 Euro zum Käthe-Kollwitz-Weg bringen. Zwei der Täter sollen blonde, einer dunkle Haare gehabt haben. Zeugen und weitere Geschädigte werden gebeten, sich bei der Polizei unter der Telefonnummer 0711/8990-3400 zu melden.

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Besuch im Generationenhaus in Basel

Ein kleiner Junge flitzt mit dem Tretroller durchs Haus, ein fünfjähriges, blondes Mädchen singt so laut vor sich hin, dass der alte, schwerhörige Herr auf dem Hometrainer im Takt dazu mittrampelt. Und drei etwa 85-jährige Frauen schauen sich im Gemeinschaftsraum nach einem vierten Jass-Partner um. Das Generationenhaus Neubad in Basel kombiniert ein Alters- und Pflegeheim mit einer Kindertagestätte. Es ist ein Ort der Begegnung zwischen Alt und Jung.

Ganz anders als in den üblichen Heimen

Gleich neben dem Zoo leben und arbeiten drei Generationen zusammen unter einem Dach: 74 Plätze für Kinder aus der Tagesstätte, 86 Bewohnerinnen und Bewohner des Alters- und Pflegeheims und ihr Team von Pflegern und Betreuern. „Die Idee ist eigentlich nicht neu. Früher war es üblich, dass drei Generationen im selben Haus wohnten. Die Beziehung zwischen Enkeln und Großeltern ging immer mehr verloren“, sagt Hausleiterin Astrid Eberenz, „wir wollen diese natürlichen Strukturen wiederherstellen. In unserem Generationenhaus lebt es sich ganz anders als in üblichen Pflegeheimen und Kindertagesstätten. Wir sind ein lebendiges kleines Dorf und bieten Platz für Begegnungen zwischen Alt und Jung.“

Mehr als 200 Senioren warten auf einen Platz

1970 setzten sich Quartierbewohner für den Bau eines neuen Alters- und Pflegeheims ein, weil es keine solche Institution im Quartier gab. „In unserer Umgebung leben viele alte Leute. Wohin sollen sie ziehen, wenn sie ihre Wohnung oder ihr Haus nicht mehr selber unterhalten können?“, fragte sich der Pfarrer des Quartiers Neubad. Im September 1975 trat der erste Bewohner ins Altersheim Neubad ein. Bereits im Jubiläumsjahr 1985 bot das Heim Platz für 86 Bewohnerinnen und Bewohner. Und mehr als 200 Senioren warteten auf einen Platz in Basel. Vor 14 Jahren wurde eine Kindertagesstätte ins Alters- und Pflegeheim integriert und damit ein großer Schritt in Richtung Generationenhaus gemacht.

Gemeinsam Kochen und in den Zoo

Das Prinzip des Zusammenlebens der verschiedenen Generationen beruht auf gegenseitiger Unterstützung. Die Kontakte zwischen Alt und Jung stehen im Mittelpunkt. Jeden Tag gibt es gemeinsame geplante Aktivitäten wie Kochen, Singen, Tanzen und Ausflüge in den Zoo, bei denen die beiden Altersgruppen in Kontakt kommen. Mehrmals im Monat findet ein gemeinsames Kochen statt. Essen tut man in jedem Alter gerne. Umso mehr Spaß macht es, wenn man gemeinsam plant, vorbereitet und kocht. Die Bewohner müssen dabei Verantwortung übernehmen und können Erfahrungen weitergeben, was sie stolz macht.

Manche werden vom Ehrgeiz gepackt

Neben diesen geplanten Treffen gibt es viele spontane Begegnungen: auf dem Flur, in der Znünipause, beim Trampolinspringen oder auf dem „Dorfplatz“, dem Gemeinschaftsraum, wo sich Bewohner, Kinder, Besucher, aber auch Eltern, die ihre Kinder abholen, begegnen. „Diese spontanen Begegnungen sind mindestens ebenso wertvoll wie die geplanten“, sagt Astrid Eberenz. Die alten Menschen werden von der Fröhlichkeit und der guten Stimmung der Kinder angesteckt. „Die Bewohnerinnen und Bewohner erleben so eine ganz andere Art von Altwerden.“ Oftmals werden sie vom Ehrgeiz gepackt, wenn sie die Kinder beim Spielen sehen, und sie wollen den Kleinen auch zeigen, was sie können. So werden die Menschen, die hier wohnen, ohne Zwang zum Mitmachen angeregt. Es ist keine Seltenheit, dass man auf dem Trampolin eine über 90-jährige Frau springen sieht.

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Alt und Jung gemeinsam auf einem Areal: ein Wohnkonzept in Zürich

Im Hof fühlt man sich ein wenig wie in einem Panoptikum“, sagt Simone Isliker lachend. Sie hat Philosophie studiert und später bei der Polizei in der Kommunikation gearbeitet. Der Innenhof der Kalkbreite liegt wie eine Insel inmitten des belebten Zürcher Quartiers Außersihl. Bäume und Sträucher im sonnendurchfluteten Hof spenden Schatten. Der Hof ist für alle zugänglich, auch für Menschen, die nicht in der Siedlung wohnen. Dort trifft man Jung, Alt und Familien mit Kindern an. Die großen Fenster der Wohnungen öffnen den Blick in den belebten Hof. Ein Teil der Dachlandschaft, die den Hof ringförmig umschließt, kann öffentlich genutzt werden. Simone Isliker wohnt dort mit ihrem Freund, seitdem das Areal vor drei Jahren fertiggestellt worden ist. Eigenen Wohnraum reduzieren und stattdessen mehr ins Zusammenleben investieren, so lautet das Konzept der modernen Siedlung. Hier lässt es sich im Vergleich zu anderen Neubauwohnungen in der Stadt Zürich preisgünstig leben.

Bibliothek und Waschsalon

Um das Zusammenleben gemeinsam zu gestalten und zu organisieren, trifft sich der Gemeinderat monatlich, um Wünsche und Probleme an- und auszusprechen. Simone Isliker findet gut, dass es diese Möglichkeit gibt und sich Bewohner für das gemeinsame Wohl engagieren. Zum Wohnkonzept gehören Gemeinschaftsräume und Einrichtungen. In der Eingangshalle steht zum Beispiel ein großes Bücherregal. Wer Leselust verspürt, darf sich bedienen. Auffällig ist die bunte Zusammenstellung unterschiedlicher Einrichtungsstücke. „Diese Möbel habe ich noch nie gesehen, obwohl ich hier mindestens zweimal in der Woche vorbeikomme“, schmunzelt die 33-Jährige und betrachtet eine Couch in der Caféteria. „Ein Möbelhaus nutzt die Kalkbreite als Werbefläche und stellt regelmäßig neue Einrichtungsstücke zur Verfügung.“ Gegenüber der siedlungseigenen Bibliothek finden sich Nachbarn zum Wäschewaschen im gemeinsamen Waschsalon zusammen. Auf einem für Besucher unzugänglichen Teil des Daches sind Wäscheleinen aufgespannt.

Katzensprung zur Haltestelle

„Bei den Kräutern“ nennt sich ein anderer Abschnitt der Dachanlage, auf dem sich das Hochbeet befindet. Simone Isliker berichtet erfreut von den Setzlingen in ihrem Beet: „Ich habe Brokkoli, Artischocken, Fenchel und Blumenkohl angepflanzt.“ Gemüse und Kräuter wachsen mit Panoramablick über die Dächer der Stadt. „Ich bin im Zürcher Oberland in einem Bauernhaus aufgewachsen“, berichtet die junge Frau, „das nächste Haus war einen halben Kilometer entfernt.“ Obwohl sie heute mitten in der Stadt wohnt, fühlt sie sich hier wohl und kann sich vorstellen, noch lange in der Kalkbreite zu bleiben. Die Bewohner und Arbeitenden der Kalkbreite verzichten auf ein Auto. Dabei sind die zentrale Lage und eine gute Verkehrsanbindung von großem Vorteil. Bei der Planung musste keine Fläche für Parkplätze bereitgestellt werden, was sich letztlich günstig auf die Mieten auswirkt. Zur nächsten Haltestelle der Straßenbahn ist es nur ein Katzensprung. In zehn Minuten gelangt man zum Hauptbahnhof, an den Paradeplatz oder die Seepromenade.

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