Kategorie -Jugendliche

Als Lehrerin im Knast: Wo Schläger und Diebe zur Schule gehen

Autorität hat nichts mit Körpergröße zu tun. Nichts damit, wie laut man spricht oder wie stark man ist. Carmen Scheithauer ist 1,58 Meter groß, und Kampfsport macht sie nicht. Die Jungs folgen trotzdem. Seit 16 Jahren unterrichtet Scheithauer Straftäter in der Justizvollzugsanstalt Adelsheim in Baden-Württemberg.

Sie bereitet sie auf den Hauptschulkurs vor. Immer acht Jungs, drei Monate lang. „Es macht mir Spaß“, sagt die 49-Jährige in Jeans, grauem Wollpulli und roten Turnschuhen. „Wenn ich denen Wertschätzung und Empathie entgegenbringe, kommt es zu 99 Prozent zurück.“

Im August eskalierte im Jugendgefängnis Adelsheim eine Schlägerei beim Hofgang: 50 Jugendliche prügelten sich, gingen auch auf Beamte los und verletzten sechs von ihnen. Doch Scheithauer sagt: „Ich habe keine Angst. Wenn ich Angst hätte, dürfte ich nicht in Adelsheim arbeiten.“ Beim Kochunterricht ist sie allein mit den Schülern. Die Messer zum Petersilie- oder Zwiebelschneiden sind scharf.

Die Küche liegt im Untergeschoss der Schule mitten auf dem Gefängnisgelände. Daniel steht am Herd und wendet die Frikadellen, Jefferson schneidet die grünen Peperoni klein, Nory zerbricht die Schokolade für den Nachtisch, Yakup blickt ratlos auf den Teig vor sich. „Stell dich nicht so an. Mach einfach“, sagt Scheithauer. Yakup packt das Nudelholz und rollt den Teig aus. „Wie meine Mutter“, sagt Nory und lacht. Zehn Minuten später steht das Essen auf dem Tisch.

„Wenn die Hälfte es schafft, dann ist es schon viel“

Die jungen Männer sind 17 bis 19 Jahre alt. Sie haben versucht, Menschen umzubringen, sie niedergeschlagen, ausgeraubt. Beim Kochen sind sie hilfsbereit und höflich. In den 16 Jahren in Adelsheim sei ihr nie etwas passiert, sagt Scheithauer. Selbst den Notfallknopf an ihrem Handy musste sie nie drücken. Die Jacken dürfen die Schüler nicht mit in die Küche nehmen, um einen möglichen Messerklau zu erschweren.

Scheithauer stammt aus Mosbach, wo sie heute noch lebt. Als sie in Heidelberg Grund- und Hauptschullehramt studierte, absolvierte sie ein Praktikum in Adelsheim. Ihre Examensarbeit schrieb sie über die Zukunftschancen der Jugendlichen. „Wenn es von meinen acht Schülern die Hälfte schafft, dann ist es schon viel“, sagt die Lehrerin. Studien verweisen auf eine Rückfallquote von rund zwei Dritteln.

Anstaltsleiterin Katja Fritsche hält die Schule für sehr wichtig, auch weil sie Möglichkeiten für eigene Erfolge bietet. „Wenn du zufrieden bist mit dir, bist du im Zweifel weniger aggressiv“, sagt Fritsche. Bei den Schülern gebe es weniger Meldungen und Disziplinarmaßnahmen als bei den anderen Insassen.

Eine ganz normale Schule – aber ohne Frontalunterricht

Scheithauer hat sich bewusst gegen eine normale Schule entschieden, weil sie dort so viele Schüler hätte betreuen müssen. „Ich habe gesagt, ich habe lieber acht Schüler und kann pädagogisch mit denen arbeiten.“ In ihren Klassen sitzen Jugendliche vom Niveau eines Viertklässlers bis zum Niveau eines Neuntklässlers. „Ich mache so gut wie nie Frontalunterricht“, sagt Scheithauer. „Ich betreue die einzeln.“ Das Prinzip der Gemeinschaftsschule im Knast.

Das Klassenzimmer sieht aus wie in anderen Schulen: eine Tafel, eine Karte mit den „Staaten Europas“, ein großes Fenster, keine Gitter. Die Jugendlichen sitzen an Einzeltischen. Jeder bearbeitet seinen Stoff in seinen Heften: Mathe, Deutsch, Erdkunde oder Biologie. Scheithauer wandert mit ihrem Stuhl von Tisch zu Tisch. „Was ist 48 geteilt durch 6?“ „7?“, fragt Daniel. „8!“. „Oh Alter“, der junge Mann seufzt. Scheithauer kontrolliert die Hausaufgaben einzeln – und schätzt, wie viel Zeit die Schüler dafür gebraucht haben. Schließlich sind drei Stunden Hausaufgaben pro Tag Pflicht in der Ganztagsschule.

Wer mitarbeitet, verdient Geld

Wer sein Soll erfüllt, hat die Chance auf den Tagessatz von 11,94 Euro für den Schulbesuch – oder mehr. Die Jugendlichen bekommen genau so viel, wie wenn sie eine Ausbildung im Gefängnis machen würden, und mehr als die ungelernten Arbeiter. Einen Großteil des Geldes müssen sie zurücklegen, den Rest dürfen sie im Gefängnis-Laden ausgeben.

Scheithauer bietet den Jugendlichen Kunstkurse an, eine Schreibwerkstatt, Lesestoff. Einige lesen hier das erste Buch ihres Lebens. „Meine Schüler lernen die Freiheit in der Unfreiheit. Sie lernen das Denken“, sagt Scheithauer. Manche Schüler schaffen hier mit Anfang 20 den Schulabschluss, den sie draußen nie erreicht hätten. Manche Schüler schaffen sich hier selbst eine Chance.

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Hermann Gröhe: Krankenkassen sollen mehr U-Untersuchungen zahlen

Grundschüler und Teenager sollen künftig nach dem Willen von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) häufiger zur Vorsorge beim Kinderarzt gehen. Er will deshalb das Untersuchungsprogramm für Kinder und Jugendliche ausweiten. Dazu sollen bis zu drei neue Vorsorgeuntersuchungen zu Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkassen werden – die U10 und die U11 für Grundschüler sowie die J2 für Jugendliche.

„Wir wollen, dass die bewährten U- und J- Untersuchungen beim Kinder- oder Hausarzt künftig bis zum 18. Lebensjahr regelmäßig möglich sind“, sagte Gröhe der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“.

Die Kassen zahlen bis zur J1 für Teenager

Die Weichen für ein gesundes Leben würden im Kindes- und Jugendalter gestellt. „Deshalb ist es wichtig, dass auch die Früherkennung von gesundheitlichen Risiken schon bei den Kleinsten beginnt und in allen Altersgruppen gestärkt wird“, sagte Gröhe. Bislang sind nur die Vorschulalter-Untersuchungen (U1 bis U9) und die Untersuchung J1 für Zwölf- bis 14-Jährige gesetzliche Kassenleistungen.

Im Grundschulalter und im späteren Teenager-Alter klafft dagegen eine Lücke: Zwar übernehmen immer mehr Kassen freiwillig die Kosten für die U10, die U11 und die J2 – doch laut Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte gehen nach wie vor etliche Familien leer aus.

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Komasaufen unter Jugendlichen nimmt deutlich ab

Jahrelang hieß es: Immer mehr Jugendliche trinken Alkohol bis der Arzt kommt beziehungsweise sie in die Klinik müssen. Nun zeichnet sich eine Trendwende ab. Zeigt die Aufklärung über die Gefahren von Bier, Wein und Schnaps endlich Wirkung?

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die mit einer Alkoholvergiftung in die Klinik kommen, ist nach Informationen der Krankenkasse DAK rückläufig. Im Jahr 2013 seien in neun der 16 Bundesländer weniger Fälle von Komasaufen gezählt worden als im Vorjahr, teilt die Krankenkasse mit.

Die vorläufigen Angaben der statistischen Landesämter summieren sich auf 18.500 Fälle. Das ist ein Rückgang um 13 Prozent im Vergleich zu 2012.

Niedrigster Wert seit 2008 erwartet

Für ganz Deutschland erwartet die Krankenkasse eine Zahl von deutlich unter 25.000. „Das wäre der niedrigste Wert seit 2008“, sagt DAK-Sprecher Rüdiger Scharf.

Im Jahr 2012 waren bundesweit 26.673 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zehn und 20 Jahren wegen akuten Alkoholmissbrauchs in Krankenhäuser gebracht worden. Das war der höchste Wert seit Beginn der Statistik 2000. Die endgültigen Zahlen für alle Bundesländer will das Statistische Bundesamt in Kürze vorstellen.

Stärkster Rückgang von Komasaufen in Hessen

Nach den vorläufigen Angaben aus den neun Bundesländern war der Rückgang in Hessen mit 31 Prozent am stärksten. Beinahe ebenso groß ist die Abnahme in Berlin mit 29 Prozent. Sachsen-Anhalt (minus 22 Prozent), Rheinland-Pfalz (minus 18) und Nordrhein-Westfalen (minus 15) verzeichneten ebenfalls starke Rückgänge. Um zweistellige Prozentzahlen verringerten sich die Fälle von schwerem Alkoholmissbrauch auch in Baden-Württemberg (minus zwölf) und Brandenburg (minus zehn). Bayern und Sachsen meldeten ein Minus von 8 beziehungsweise 5,5 Prozent.

Aus Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen lagen noch keine Angaben vor.

Weitere Präventionsmaßnahmen geplant

Die bekannten Zahlen deuteten auf eine Trendwende hin, erklärt Scharf. „Offensichtlich zeigt es Wirkung, dass die Jugendlichen verstärkt über die Gefahren des Alkoholmissbauchs aufgeklärt werden.“

Gemeinsam mit der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler startet die DAK 2015 erneut den Plakatwettbewerb „bunt statt blau“. Die Krankenkasse sprach sich zugleich dafür aus, die Einhaltung des Jugendschutzes beim Alkoholverkauf oder nächtliche Verkaufsverbote wie in Baden-Württemberg durch Testkäufe zu überprüfen. „Je leichter Jugendliche an Alkohol kommen, umso größer wird die Gefahr für das Rauschtrinken“, meint Scharf.

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ZDFzoom: „Obdachlose Kinder in Deutschland“

Obdachlose Kinder in Deutschland gibt es nicht. Zumindest nicht offiziell, denn bis zum 18. Lebensjahr gelten Jugendliche als „obhutlos“, werden im Zweifel formal der Wohnadresse ihrer Herkunftsfamilie zugerechnet. Doch die Realität sieht ganz anders aus, wie die „ZDFzoom“-Reportage „Obdachlose Kinder in Deutschland“ zeigt.

Die Bundesregierung verkündete zuletzt 2005 offizielle Zahlen. Damals war von 7200 obdachlosen Kindern und Jugendlichen die Rede. Heute gibt es Schätzungen, dass die Zahl der Heranwachsenden ohne festen Wohnsitz zwischen 9000 bis 20.000 liegt. Viele von ihnen leben in Berlin, verbringen ihre Zeit lieber auf dem Alexanderplatz als in ihren zerrütteten oder gewalttätigen Familien. Streetworker sprechen aktuell wieder von einer „Verjüngung auf der Straße“.

Tausende Kinder in einem Wohlstandsland auf der Straße – wie kann das sein? Hat Deutschland diese Jugendlichen aufgegeben?

Hannah: „Man sieht Dinge, die man nicht sehen will“

ZDF-Reporterin Stephanie Gargosch begleitet mehrere obdachlose Kinder in ihrem Alltag. Eine von ihnen ist Hannah aus München, 17 Jahre alt. Sie sagt: „Ich bin auf die Straße gegangen, weil ich keine andere Möglichkeit hatte.“

Immer wieder hatte sie sich heftig mit ihrer Mutter gestritten, bis sie sich mit 14 Jahren ans Jugendamt wendete. Es folgten mehrere psychologische Gutachten über die Mutter, die alle empfahlen, Hannah aus der Familie zu nehmen. Aber genau das geschah nicht. Stattdessen genehmigte das Jugendamt nur eine ambulante Erziehungshilfe. „Das führte dazu, dass einmal in der Woche jemand mit mir und meiner Mutter redete, oft sogar nur mit mir“, erklärt Hannah enttäuscht. „Also nicht viel mehr als eine bezahlte Freundin.“

Zu Beginn der Reportage war Hannah gerade zum dritten Mal aus München weggelaufen – nach Berlin, auf die Straße. Was Hannah sucht, ist eine dauerhafte Lösung, sie will heimisch werden können und nicht zurück zur Mutter oder in eine Notfallunterkunft für Jugendliche. Um Druck auf das Jugendamt auszuüben, lebt sie lieber auf der Straße. Obwohl sie inzwischen weiß, wie hart das ist: „Wer einen schwachen Körper, einen schwachen Charakter, vor allem eine schwache Psyche hat, hält das nicht aus. Denn man sieht Dinge, die man nicht sehen will“, berichtet die Jugendliche und ergänzt auf Nachfrage: „Es können Leute direkt neben dir sterben.“

Greeny fühlt sich im Stich gelassen

Ein anderer Fall ist der Teenager, den sie nur Greeny nennen. Auch er ist 17 und seit fünf Jahren obdachlos. Greeny lebt in Essen – abwechselnd bei Freunden, der Notfallstelle für Jugendliche oder auf der Straße.

Schon oft habe er versucht, über das Jugendamt einen Platz in einer Wohngruppe oder einem Heim zu bekommen: „Es hieß immer, wir kümmern uns darum. Aber es kam nie etwas.“ Wie so viele andere Straßenkinder fühlt sich Greeny vom Jugendamt im Stich gelassen. Er wünscht sich mehr Kommunikation und Verbindlichkeit vom Amt, auch mehr individuelle Angebote.

Jugendämter kommen ihrer Pflicht nicht nach

Hat wirklich das Jugendamt bei diesen Kindern und Teenagern versagt? Die Redaktion von „ZDFzoom“ macht einen Test: Eine Mitarbeiterin gibt sich als Jugendliche aus und ruft bei mehreren deutschen Jugendämtern an. Sie erzählt am Telefon, dass sie unbedingt von zu Hause weg müsse, Angst vor ihrer Mutter habe und woanders unterkommen müsse. Was sie zu hören bekommt, sind Aussagen wie „Ich muss in einer halben Stunde nach Hause“, „Sorry, aber der Kollege ist krank“, „Wenn du Probleme hast, geh‘ halt zur Polizei, wir sind nicht zuständig“.

Nur eines von zehn Jugendämtern bietet unverzüglich Hilfe. Dabei verlangt es sogar das Gesetz: Das Jugendamt ist verpflichtet, einen Minderjährigen in Obhut zu nehmen, wenn er darum bittet. Geschieht das nicht, ist das ein klarer Rechtsbruch.

Familienministerin gesteht großen Nachholbedarf

Doch es besteht Hoffnung für Jugendliche wie Greeny. Im September 2014 fand erstmals der Bundeskongress für Straßenkinder in Berlin statt. Deutschland solle endlich sehen, dass es auch hier Straßenkinder gibt: In Arbeitsgruppen diskutierten Betroffene aus dem ganzen Land zwei Tage lang über ihre Situation und ihre Zukunft.

Dabei wurde ein Ideen- und Forderungskatalog erstellt, der kurze Zeit später an Bundesfamilienmisterin Manuela Schwesig weitergereicht wird. Es ist das erste Mal, dass es zu einem Kontakt zwischen Straßenkindern und der deutschen Politik kommt. Schwesig gesteht dem ZDF, dass der Bund viel zu wenig wisse und dringend herausfinden müsse, warum es junge Menschen gibt, die „durch das Netz des Kinderschutzes rutschen“.

Die Ministerin verspricht Unterstützung: 400.000 Euro sollen für zwei Jahre auf vier Straßenkinder-Projekte in Berlin verteilt werden. Für Greeny, der bei dem Treffen mit Schwesig dabei ist, immerhin ein Anfang.

„Housing-First“: ein Konzept für Deutschland?

Andere Länder in Europa sind Deutschland in der Bekämpfung der Obdachlosigkeit voraus. Als Paradebeispiel nennt „ZDFzoom“ Dänemark: Schnell und unbürokratisch bekommen obdachlose Jugendliche eine Unterkunft gestellt. Ihnen werden auch Betreuer zugewiesen, die notfalls rund um die Uhr für sie da sind. Der Ansatz besagt, dass eine stabile Unterkunft am wichtigsten ist und andere Angelegenheiten erst anschließend angegangen werden sollten.

Infolge dieser sogenannten „Housing-First“-Strategie fanden 90 Prozent der ehemals Obdachlosen in die Gesellschaft und schließlich in die Arbeitswelt. Ein Konzept, das sich laut der dänischen Behörden lohnt: Es macht andere Einrichtungen für Obdachlose überflüssig und sorgt dafür, dass viele der Begünstigten zu Steuerzahlern werden.

Auch ein Modell für Deutschland? Erste Versuche sind bekannt. Allerdings ist betreutes Einzelwohnen in Deutschland noch immer die Ausnahme. Den ZDF-Reportern zufolge fehlt es größtenteils noch immer an maßgeschneiderten Lösungen und Wegen weg von der Straße.

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Kein Frohes Fest? Familienstress an Weihnachten vermeiden

Eigentlich sollte Weihnachten eine friedliche und besinnliche Zeit sein, eine Zeit für die Familie. Aber auch wenn Jugendliche ebenfalls Wert darauf legen, haben sie oft ganz andere Vorstellungen von einem guten Weihnachtsfest als die Eltern. Warum Konflikte da so manches Mal unvermeidbar sind, erklärt der Diplom-Psychologe Ulrich Gerth, Vorsitzender der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke), im Gespräch mit t-online.de.

„Weihnachten ist ganz klar ein Fest der Familie, das in der Regel mit riesigen Erwartungen verbunden ist. Das bietet wenig Ausweichmöglichkeiten und garantiert eine erhöhte Grundanspannung. Das kann sich positiv entwickeln und dann wird es ein ganz tolles Fest. Es kann aber auch passieren, dass Konflikte, die man unter dem Deckel halten will, doch hochkommen. Gerade bei Jugendlichen kommen dann oppositionelle Grundhaltungen so richtig zutage.“

Auf die persönliche Einstellung zu Weihnachten kommt es an

Eine Dynamik, die man ganz allgemein von Familienfesten kennt. Die Erwartungen sind zu hoch. „Das hängt auch ganz stark davon ab, was das Weihnachtsfest in der Familie bedeutet. Wird es mehr religiös gesehen oder einfach nur als Familientreffen – was übrigens auch völlig in Ordnung ist. Ist es ein Höhepunkt im Jahr oder gestaltet es sich eher wie jeder andere Feiertag auch? Diese Frage, wie ich es selbst mit dem Fest halte und welche Bedeutung es für mich hat, muss ich mir stellen, bevor ich meine Erwartungen an den Jugendlichen richte“, sagt Gerth.

Wenn das Fest für die Eltern völlig sinnentleert ist, können sie von den Jugendlichen nicht erwarten, dass sie begeistert sind. „Wird es aber traditionell gehalten, dann kann man mit einer gewissen Beteiligung, in Maßen zumindest, durchaus rechnen.“

Das ist auch eine Frage des Respekts, denn gewisse Rituale gehören zu einem Fest einfach dazu – für alle Familienmitglieder. Doch die meisten Jugendlichen muss man darauf gar nicht explizit hinweisen, denn Traditionen stehen bei ihnen interessanterweise relativ hoch im Kurs, auch wenn sie das nicht immer sofort zugeben würden. „Ob man Traditionen mag und wie man damit umgeht, das zeigt sich oft erst Jahre später, meist dann, wenn man eine eigene Familie hat. Zwischendurch muss es aber auch mal eine Phase geben dürfen, in der man sich distanziert und eventuell auch einfach nur nicht zugibt, dass es einem eigentlich gefällt.“

Freunde sind in diesem Alter genauso wichtig wie die Familie

Eine vor wenigen Jahren durchgeführte Umfrage hat bereits den Beginn dieses Trends gezeigt: Rund 80 Prozent aller Deutschen unter 40 Jahren feiern bevorzugt im Kreise der Familie, nur jeder zehnte lässt den Abend im Club ausklingen. Dabei dürfte es sich um Jugendliche beziehungsweise junge Erwachsene handeln. Denn für die meisten gehört zu Weihnachten eben nicht nur der Baum und die Gans, sondern auch der Ausklang mit den Freunden. Das muss nicht der angesagteste Club der Stadt sein, das beginnt bei den etwas Jüngeren oft bereits mit dem Besuch der Christmette am späten Abend, bei der man die anderen treffen kann.

„Das ist für viele Jugendliche ihre Art, Weihnachten zu feiern“, weiß Gerth. „Die meisten gehen relativ spät weg, da kommt erst die Familie und dann kommen die Freunde und das ist, wie ich finde, eine gute Kompromisslösung. Immerhin ist es doch sehr schön, dass die Jugendlichen zumindest einige Stunden da sind.“ Und wenn es einem schwerfalle, sie dann ziehen zu lassen, dann helfe es oft, sich an die eigene Jugend zu erinnern und das Verhalten einfach zu akzeptieren.

Gemeinsames Weihnachtsfest bei Patchworkfamilien selten

Eine besondere Situation ergibt sich für die vielen Patchworkfamilien. „Es gibt Familien, da funktioniert es ganz wunderbar, wenn alle Teile zusammen Weihnachten feiern“, sagt Gerth. Seine Erfahrungen zeigen aber, dass es sich hier eher um Ausnahmen handelt. Er rät von einem gemeinsamen Fest ab, weil an einem solchen Tag zu viele Erwartungen und Erinnerungen hochkommen, die sich störend auswirken könnten. Besser ist es, den Level für sich selbst eher niedrig zu hängen und die Kinder an ihren unterschiedlichen Lebensorten feiern zu lassen.

„Bei getrennt lebenden Eltern haben es die Jugendlichen hier leichter als die Kleinen, da sie emotional lange nicht so gefangen sind. Sie haben viel mehr Entscheidungsfreiheit, wobei für die Kleinen die Eltern die Entscheidung über das Wie und Wo des Festes treffen. Jugendliche kann man dagegen durchaus selbst entscheiden lassen, wo und bei welchem Teil der Familie sie ihr Weihnachtsfest verbringen wollen. Allerdings funktioniert das nur dann wirklich gut, wenn sie wissen, dass sie, egal, wie sie sich entscheiden, nicht ins Kreuzfeuer geraten.“ Man darf also auch nicht beleidigt sein, wenn das Los auf den anderen fällt.

Kompromisse finden

Am besten ist es, bereits im Vorfeld die eigenen Erwartungen und Perfektionsansprüche nicht allzu hoch zu hängen und etwas mehr Gelassenheit zu zeigen. Denn sonst wird es umso schwieriger, Abweichungen zu ertragen. Statt verbiestert an der Familientradition festzuhalten, ist es besser, über seine Wünsche und Erwartungen zu sprechen, um Frust und schlechte Stimmung zu vermeiden.

Warum nicht einfach offen sein für kleine Änderungen des Ablaufs, wenn es möglich ist, damit alle Familienmitglieder glücklich zu machen? Hier lassen sich in der Regel immer Kompromisse finden, die für beide Seiten zufriedenstellend sind. Es ist wichtig für Jugendliche, zu merken, dass auch die eigenen Vorstellungen ernst genommen werden. Und zu wissen, wo die persönlichen Grenzen der Eltern sind. Schließlich bricht man sich auch mit 15 keinen Zacken aus der Krone, wenn man sich an ein paar Regeln hält.

Freiraum bedeutet nicht, auf Grundregeln zu verzichten

Am besten ist es, bereits im Vorfeld zu verhandeln. Allerdings früh genug und nicht erst in letzter Minute: „Denn auch, wenn Jugendliche gerne von einem Tag auf den anderen leben, der Familie hilft es, rechtzeitig vorher zu planen. Wobei man allerdings nie vergessen darf, ein wenig Verhandlungsspielraum einzukalkulieren“, rät Gerth. „Denn so kann man sich ein wenig hin und zurück bewegen, ohne dass die eigene ‚Erwachsenenvorstellung‘ von Weihnachten gleich dahin geht.“

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Jugendsprache: Sprachexpertin beklagt „sozialen Dünkel“

Junge Leute haben einen immer geringeren Wortschatz, klagte kürzlich Journalist und Buchautor Andreas Hock in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. Steht uns also der „Niedergang unserer Sprache“ bevor, wie es im Untertitel eines Buchs von Hock („Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann?“) heißt? Mitnichten, sagt Heike Wiese von der Universität Potsdam im Interview mit t-online.de. Die Sprachwissenschaftlerin hat sich intensiv mit dem Thema Jugendsprache auseinandergesetzt und ist überzeugt, dass Teenager heute sogar ganz außergewöhnliche Sprachfähigkeiten vorweisen können.

t-online.de: Frau Wiese, müssen wir uns Sorgen machen? Hat die Jugend wirklich ein Problem mit dem Wortschatz?

Heike Wiese: Nein, überhaupt nicht. Das Lamentieren über die Sprache von Jugendlichen ist nicht neu. Auch das Klagen über den „Untergang der Sprache“ ist schon länger bekannt, kommt aber meistens nicht von Leuten, die sich mit Sprache auskennen, sondern eher von selbsternannten Sprachexperten.

Der Grund, warum sich Menschen über die Sprache anderer beschweren, hat meistens viel mit sozialem Dünkel zu tun. Es geht dann oft darum, soziale Gruppen abzuwerten und weniger um grammatische Strukturen, Wortschatz und Lexikon.

Ein Generationenproblem?

Nicht unbedingt. Abwertung von Sprache richtet sich fast immer gegen die Sprecher. Findet jemand, sächsisch klingt schlecht, liegt das oft daran, dass derjenige die Sachsen nicht mag – unabhängig davon, wie es wirklich klingt.

Häufig geht es auch gegen soziale Schichten. Viele glauben, ein bestimmter Sprachgebrauch zeichnet mich als Bildungsbürger aus. Und Bildungsbürger grenzen sich gerne gegen andere ab, denken, sie wären etwas Besseres. Wenn dann jemand anders spricht – das kann grammatisch sehr viel komplexer sein als die eigene Sprache -, wird das als schlechtes Deutsch abgetan. Das zeigt sich auch am Beispiel von Bastian Sick: Dessen Erfolg beruht auf sozialen Dünkel. Mit sprachlicher Struktur und sprachlichen Fakten hat das überhaupt nichts zu tun.

Durch was zeichnet sich die Sprache der Jugendlichen heute besonders aus?

Wenn ich die Jugendsprache der Gegenwart mit meiner eigenen Jugendsprache vor vielen Jahren vergleiche, ist auffällig, dass die Jugendlichen heute viel mehr können. Sie haben viel mehr sprachliche Kompetenzen, nicht nur im Deutschen. Das gilt natürlich besonders für solche, die mehrsprachig aufwachsen: Wenn man gewohnt ist, zu Hause mit der Oma türkisch zu sprechen und mit den Freunden auf dem Schulhof deutsch, kann man gleich viel besser mit Sprache umgehen.

Das wirkt sich aber auch auf andere aus. Deutschsprachige Kinder lernen nicht nur früh in der Schule Englisch, sondern haben auch Freunde, die türkisch, arabisch, russisch oder bosnisch sprechen und von denen lernen sie auch vieles.

Diese Jugendlichen gehen ganz anders mit Sprache um. Die können mit Sprache spielen, unterschiedliche Elemente einflechten, neue Wörter ins Deutsche aufnehmen. Das ist nicht einfach eine Sprachvermischung, das ist eine Aufnahme, bei der Deutsch aber immer die Hauptsprache der Jugendlichen bleibt. Zudem entwickelt sich dabei auch viel mehr grammatisch, als das zu meiner Zeit der Fall war. Ich bin dagegen sprachlich verarmt aufgewachsen: nur mit dem Deutschen.

Gibt es auch typische Defizite in der heutigen Jugendsprache?

Eigentlich nicht. Ein Problem bei der Jugendsprache ist höchstens die Einstellung der anderen, nicht die Jugendsprache selbst. Wenn man es untersucht, wird man feststellen, dass Jugendliche je nach Situation und Gesprächspartner unterschiedliche Stile nutzen. Sie sprechen also nicht immer Jugendsprache.

Was allerdings eine Schwierigkeit für mehrsprachig aufwachsende Kinder ist, ist, dass unsere Schulen größtenteils nur auf Einsprachigkeit eingestellt sind. Deshalb wird Mehrsprachigkeit gar nicht so sehr geschätzt und akzeptiert, geschweige denn als ein Bildungsmerkmal wahrgenommen. Diese Jugendlichen bekommen in der Schule oft nicht die Unterstützung, die sie bekommen müssten.

Wie entwickelt sich Jugendsprache denn eigentlich beim Einzelnen? Schließlich wachsen Kinder erst einmal vor allem bei den Eltern auf, die keine Jugendsprache sprechen.

Kinder lernen ja immer mehr von anderen Kindern als von Erwachsenen, zum Leidwesen aller Eltern. Das zeigt sich auch bei der Jugendsprache. Mit zehn Jahren fangen die Kinder meistens an, von den Älteren zu lernen. Sie übernehmen typische Grammatikmerkmale und stoßen auf erste jugendsprachliche Konstruktionen. Diese nutzen sie dann noch nicht regelmäßig, aber so beginnt es.

Inwieweit „verwächst“ sich Jugendsprache mit der Zeit wieder?

Ein bisschen etwas bleibt hängen, vieles geht aber auch wieder verloren. Gerade spezielle Begriffe haben ja keine besonders lange Halbwertszeit: Modewörter kommen und gehen. Nur ein paar haben länger Bestand wie zum Beispiel „geil“, ein uraltes Jugendwort.

Den ganzen Jugendsprechstil behält man aber im Repertoire und kann ihn immer wieder abrufen, wenn es in einer Situation passt. Zum Beispiel wenn man sich nach langer Zeit wieder einmal mit Freunden aus der Jugend trifft.

Hat Jugendsprache Einfluss auf die Sprache allgemein?

Die „Sprache allgemein“ ist problematisch. Als Beispiel „das Deutsche“: Das Deutsche ist ja nur ein Oberbegriff für zahlreiche Dialekte, Register und Sprechweisen. Die beeinflussen sich gegenseitig ein bisschen, aber es wäre falsch, davon auszugehen, dass ein Stil, eine Jugendsprache die gesamte Sprache vom Bayerischen bis zum Plattdeutschen beeinflusst. Hin und wieder bleibt aus Jugendsprachen etwas im Gesamtwortschatz hängen, aber massive Einflüsse auf die Sprache haben sie für gewöhnlich nicht.

Es gibt auch nicht nur eine Jugendsprache, sondern man muss immer von mehreren Jugendsprachen reden. Diese greifen allgemeine Sprachtendenzen auf und entwickeln sie für sich weiter. Beispielsweise das Weglassen des Artikels: Diese Entwicklung gibt es zurzeit insgesamt in Deutschland, nicht nur bei Jugendlichen. Das wird aber auch von Jugendsprachen aufgenommen und noch ausgebaut, denn Jugendsprache ist immer etwas dynamischer als der Rest.

Abschließend: Mit dem Begriff „Läuft bei dir“ wurde kürzlich das neue Jugendwort des Jahres gekürt. Was halten Sie von diesem Wettbewerb des Langenscheidt-Verlags?

Ich finde es gut, weil sich viele Leute für Sprache interessieren und hier geht es auch einmal um Jugendsprache. Die Jugendwort-Wahl gibt Jugendsprache natürlich nicht authentisch wieder. Jeder kann etwas vorschlagen, das ist etwas willkürlich. Aber der Wettbewerb kann viel zu sprachlicher Kreativität beitragen. Was am Ende dabei herauskommt, sollte man nicht auf die Goldwaage legen.

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Filme ab 13 – von romantisch bis actiongeladen

Filme für junge Mädchen und für Jungen ab einem Alter von 13 Jahren gibt es in einer großen Auswahl. Im Rahmen der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) beträgt die Altersfreigabe sechs, zwölf, 16 und 18 Jahre. Dies sollten Sie berücksichtigen, wenn Sie einen Film für Teenager auswählen.

„Zurück in die Zukunft“: Eine Triologie aus den 1980er Jahren

„Zurück in die Zukunft“ mit dem jungen Michael J. Fox in der Hauptrolle ist eine Triologie, die die Abenteuer eines Wissenschaftlers und eines 17-jährigen Jungen auf ihren Reisen durch die Zeit erzählt. Die Filme sind spannend und mit interessanten Effekten verfilmt.

Die Twilight-Saga ist eine Mischung aus Romantik und Action

Die Liebe zwischen dem Vampir Edward und der jungen Bella wurde in fünf Teilen verfilmt. Mit einer Mischung aus romantischer Liebesgeschichte und spannenden Jagdszenen, ist für jeden Geschmack etwas dabei.

„Die wilden Kerle“ als Filmserie für Jungen und auch Mädchen

Die Hauptrollen in den „wilden Kerlen“ spielen die Söhne von Uwe Ochsenknecht. Dabei geht es um eine Gruppe Jugendlicher, die sich im Fußball gegen eine andere Mannschaft durchsetzen müssen.

Alice im Wunderland – ein fantastischer 3D-Film

Kinder, Jugendliche und Erwachsene begeistern sich gleichermaßen für das moderne Märchen aus dem Jahr 2010. Der Film mit Johnny Depp in der Hauptrolle gilt als einer der ersten 3D-Filme, der bundesweit in den Kinos lief.

Die Edelstein-Triologie als deutsches Fantasie-Abenteuer

In den Jahren 2013 bis 2015 kann die Edelstein-Triologie im Kino angesehen werden. Rubinrot, Saphirblau und Smaragdgrün erzählen von der Liebe zwischen Gwndolyn und Gidian, die gemeinsam durch die Zeit reisen.

Dirty Dancing: Ein Klassiker auch für die heutige Generation

Dirty Dancing wurde im Jahre 1987 gedreht und begeisterte schon damals die Jugendlichen, die in Scharen ins Kino strömten. Der Streifen wurde einer der bekanntesten Liebesfilme. Das Zitat „Mein Baby gehört zu mir“ und die Musik der 1960er Jahre kennen auch die 13jährigen der heutigen Generation.

Harry Potter: Acht Filme für die ganze Familie

Der erste Film der Harry-Potter-Reihe kam im Herbst 2001 in die Kinos und brach alle Rekorde. Obwohl einige Teile mit FSK 16 belegt wurden, durften auch jüngere Fans ab 13 mit ihren Eltern in die Kinos gehen.

Die Tribute von Panem: Jennifer Lawrence als Action-Helding

Die ersten Teile der Trilogie sind bereits erschienen und bieten ein actiongeladenes Science-Fiction-Abenteuer. Neben einer tollen schauspielerischen Leistung können Jugendliche etwas über Diktatur und politische Missstände lernen.

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Fast alle Jugendlichen besitzen ein Handy oder Smartphone

Smartphones gehören bei den meisten Jugendlichen zum Standard. Viele sind damit oder mit anderen Geräten regelmäßig online. Dabei sind vor allem soziale Netzwerke beliebt. Während die Älteren ohne Eltern surfen, ist bei vielen Jüngeren in der Regel ein Elternteil dabei.

Nahezu alle Jugendlichen haben ein Handy oder ein Smartphone. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage. Demnach besitzen 92 Prozent der Befragten im Alter zwischen zehn und 18 Jahren ein eigenes Handy oder Smartphone. Auf Platz zwei landet die Musikanlage (69 Prozent), an dritter Stelle der eigene MP3-Player (53 Prozent). Im Alter von zwölf Jahren nutzt eine große Mehrheit der Jugendlichen ein Smartphone (85 Prozent). 72 Prozent der zehn- bis 18-Jährigen verwendet das Telefon zum Surfen im Netz.

Rechnungen werden von Kindern bezahlt

Die Kosten für Handygespräche und Datendienste halten sich bei den Befragten in Grenzen: Während Kinder zwischen zehn und elf Jahren monatlich im Schnitt 7,40 Euro dafür ausgeben, zahlen Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren mit 13,80 Euro am meisten. Bei den Kosten für Apps sind die 14- bis 15-Jährigen am großzügigsten: Sie investieren monatlich durchschnittlich 1,40 Euro in die Programme fürs Smartphone.

Ältere sind öfter online

Am häufigsten online – egal ob mit dem Smartphone oder mit einem anderen Gerät – sind die 16- bis 18-Jährigen: 88 Prozent von ihnen verbringen mehrmals täglich Zeit im Internet. Am meisten nutzen sie dann soziale Netzwerke (85 Prozent), schauen sich Videos an (85 Prozent) oder suchen nach Informationen für die Schule oder Ausbildung (83 Prozent). 60 Prozent informieren sich im Netz über aktuelles Geschehen, 42 Prozent der Befragten kaufen in Online-Shops ein.

Jugendliche surfen alleine

Nur bei den Jüngsten sind die Eltern dabei, wenn die Kinder im Internet surfen: 72 Prozent der sechs- bis sieben-Jährigen geben an, dass immer ein Elternteil dabei ist, wenn sie im Netz unterwegs sind. Das gilt dagegen nur für zwei Prozent der 14- bis 15-Jährigen und ein Prozent der 16- bis 18-Jährigen. Nur 13 Prozent von ihnen dürfen eine begrenzte Zeit im Internet verbringen. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem IT-Branchenverband Bitkom durchgeführt und von diesem in Auftrag gegeben. Es wurden 962 Kinder im Alter zwischen sechs bis 18 Jahren befragt.

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Internetsucht bei Jugendlichen: Erschreckende Studien

Chatten, Spielen, Surfen: Internetsucht bei Jugendlichen kann einerseits ein Symptom für tief liegende Ängste oder gar Depressionen sein und anderseits diese noch verstärken. Lesen Sie hier mehr über die Onlinesucht.

Internetsucht bei Jugendlichen: Mächtige Sogwirkung

Das Internet ist überall verfügbar: In der U-Bahn, der Schule und selbst beim Campen loggen sich die Deutschen im Netz ein. Online kann man ganz viel machen: mit Freunden kommunizieren, Nachrichten schauen, einkaufen, spielen und vieles mehr. Natürlich ist das sehr bequem, aber eine solche Verhaltensweise kann auch gefährlich werden. Die Menschen isolieren sich immer mehr und vernachlässigen ihre sozialen Kontakte.

Die Sogwirkung des digitalen Mediums kann übermächtig werden. Besonders bedenkliches Beispiel ist die Internetsucht bei Jugendlichen, die bereits verschiedene Forscher zu ihrem Untersuchungsgegenstand gemacht haben. Jeder zehnte Jugendliche in Deutschland soll das Internet zu intensiv oder in problematischer Form nutzen, berichtet das Magazin „Spiegel“.

Fakten aus Studien

In einer europäischen Studie hat die Universität Mainz (UMC-Mainz) zusammen mit verschiedenen Hochschulen und Forschungsinstituten aus ganz Europa die Onlinesucht genau untersucht. Pro Teilnehmerland füllten bis zu 2.000 Menschen zwischen 14 und 17 Jahren Fragebögen aus. Anschließend wurden insgesamt 124 Personen gesondert befragt, die sich explizit als onlinesüchtig identifiziert hatten.

Die Internetsucht bei Jugendlichen liegt in Deutschland laut der Untersuchung bei knapp einem Prozent. Auch eine Studie der Bundesregierung zeigt laut der Zeitung „Die Welt“, dass etwa 250.000 der 14- bis 24-Jährigen hierzulande an Onlinesucht leiden.

Kontroverse Diskussion: Was ist eigentlich Onlinesucht?

Die Internetsucht bei Jugendlichen und generell das Thema Onlinesucht stellt Fachleute vor Probleme. Denn, wie ist eine solche Sucht genau zu definieren? Abschließend ist die Frage immer noch nicht geklärt. Am häufigsten kommt Internetsucht bei den Jugendlichen vor, die soziale Netzwerke und Onlinespiele nutzen. Sollten Sie merken, dass Ihr Kind lieber vor dem Rechner sitzen bleibt, als etwas anderes macht, ist das ein Warnsignal der Internetsucht.

Darüber hinaus ist die Sucht oft nur ein Zeichen tiefer liegender Probleme: „Häufig treten Begleiterscheinungen auf, was bedeutet, dass die meisten onlinesüchtigen Patienten auch ängstliche oder depressive Züge aufweisen“, erläutert Bettina Moll, Psychologin am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE), gegenüber der „Welt“. Familien und Umfeld der Betroffenen sollten Suchterscheinungen daher ernst nehmen und die grundlegenden Ursachen zusammen mit Experten erforschen.

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Betrunkene 15-Jährige baut Unfall mit geklautem Auto

Das ging ziemlich schief: Eine betrunkene 15-jährige Diskobesucherin hat am frühen Freitagmorgen in Hamburg das Auto ihrer Begleiterin gestohlen und einen Unfall verursacht. Die Jugendliche habe die Fahrzeugschlüssel entwendet, sei in das in der Nähe der Vergnügungsmeile Reeperbahn geparkte Auto gestiegen und habe damit beim Start fünf andere Pkw und außerdem ein Verkehrszeichen beschädigt, teilte die Polizei in der Hansestadt mit.

Nachdem das Auto an einem Baum zum Stehen gekommen war, wollte das Mädchen den Angaben zufolge in einem Taxi flüchten.

1,34 Promille

Der Fahrer verweigerte jedoch die Mitfahrt, woraufhin sie sich zu einem nahe gelegenen S-Bahnhof begab. Dort griffen herbeigerufene Polizisten die Jugendliche auf und brachten sie zu ihrer Wache.

Ein Atemalkoholtest dort ergab einen Wert von 1,34 Promille. Die 15-Jährige wurde anschließend ihren Eltern übergeben.

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