Kategorie -Jugendliche

Urteil wegen Sexting: Schüler hat intime Fotos von 13-jähriger Freundin verbreitet

Ein Jugendlicher muss seiner Ex-Freundin Schmerzensgeld zahlen, weil er intime Fotos der damals 13-Jährigen über WhatsApp verbreitet hat. Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg sprach dem Mädchen 1000 Euro zu.

Während der Beziehung hatte der 13 Jahre alte Junge seine gleichaltrige Freundin immer wieder aufgefordert, ihm Fotos von sich in aufreizender Posen zu schicken. „Sexting“ nennt sich dieser Austausch erotischer Fotos per Smartphone-Nachricht. Die Unterwäsche-Selfies des Mädchens, blieben aber nicht privat, sondern machten schnell die Runde bei Freunden und Mitschülern.

Gericht: „einschneidende Wirkung“ auf das Leben des Mädchens

Daraufhin klagte die Schülerin Ende 2014 auf Schmerzensgeld und Schadensersatz für Anwaltskosten. Das Gericht sprach ihr 1000 Euro zu (Az. 239 C 225/14). Die Weiterverbreitung der Bilder sei für sie peinlich gewesen und könne „die ungestörte sexuelle und persönliche Entwicklung der Klägerin beeinträchtigen“, urteilte das Gericht nach Angaben des IT-Nachrichtenportals golem.de.

Wegen der „allgemeinen Erfahrungen von Jugendlichen im Umgang mit sozialen Netzwerken, Medien und deren Gefahren“ sei der Beklagte „deliktsrechtlich voll einsichtsfähig“, heißt es weiter.

Dem Bericht zufolge einigten sich das Gericht und der Anwalt des Jungen bei der Verhandlung auf einen Kompromiss: Der Jugendliche muss nur 500 Euro zahlen, wenn er das Geld durch eigene Arbeit verdient. Dazu wollte er einen Ferienjob annehmen.

Wann Sexting strafbar ist

Sexting ist ein Mischwort aus „Sex“ und „texting“, dem englischen Begriff für das Verschicken von Kurznachrichten. Umfragen aus den USA und Großbritannien zufolge, hat jeder vierte Jugendliche schon einmal erotische Fotos oder Videos von sich verschickt. Strafbar wird dies, wenn die Aufnahmen ohne Einverständnis der abgebildeten Person weitergeleitet werden. Dann werden Persönlichkeitsrechte verletzt.

Bei einer Veröffentlichung im Internet haben Betroffene Unterlassungsanspruch gegenüber dem Betreiber der Webseite. Auch können zivilrechtlich Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden. Bei minderjährigen Opfern muss ein Strafantrag jedoch durch Erziehungsberechtigte gestellt werden – was voraussetzt, dass sich die Jungen und Mädchen ihren Eltern oder Lehrern anvertrauen.

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Burnout bei Kindern: Schon 9-Jährige verzweifeln am Leistungsdruck

Schulstress, Hausaufgaben, Nachhilfe und schließlich noch Sporttraining. Immer mehr Kinder fühlen sich durch allgegenwärtigen Leistungsdruck überlastet. Die Folge sind oft Erschöpfungsdepressionen. Psychiater Michael Schulte-Markwort geht den Ursachen dieses Phänomens auf den Grund und zeigt Lösungswege auf.

Burnout, was nichts anders als eine Erschöpfungsdepression ist, galt jahrelang als Krankheitsbild gestresster Erwachsener. Aber auch Kinder und Jugendliche fühlen sich immer öfter ausgebrannt und überfordert. „Wenn die Diskrepanz zwischen Leistungsvermögen und Ansprüchen hoch genug ist, wird jeder Mensch irgendwann depressiv“, erklärt der Ärztliche Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Hamburger Universitätsklinikums, Michael Schulte-Markwort.

Symptome für Burnout bei Kindern

Die Depression beginnt bei Kindern häufig mit einem Leistungsknick in der Schule. Weitere Symptome sind schlechter Schlaf, Bauchschmerzen, Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit und Appetitlosigkeit. Später kann sich das psychische Tief dadurch bemerkbar machen, dass Kinder traurig oder sogar verzweifelt sind. Manchmal sagen sie, dass sie nicht mehr können.

20 bis 30 Prozent der deutschen Kinder zwischen elf und 17 Jahren fühlen sich oft erschöpft. Das ist das Ergebnis der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) initiierten Studie „Health Behaviour in School-aged Children“. In den zurückliegenden fünf Jahren habe sich das Problem verstärkt, sagt Schulte-Markwort. In seinem aktuellen Buch „Burnout-Kids – Wie das Prinzip Leistung unsere Kinder überfordert“ schildert er anhand von Fallbeispielen aus seiner Praxis, warum junge Menschen, die so behütet und materiell abgesichert aufwachsen wie noch nie, vor ihrem Leben kapitulieren.

Familien sind straff organisiert wie Kleinunternehmen

Auf den ersten Blick scheinen die Ursachen für ein Burnout auf der Hand zu liegen: Volle Stundenpläne, Hausaufgaben, Nachhilfe und Musikunterricht, außerdem noch sportliche Hobbys. So kommt schnelle eine stramme 50-Stunden-Woche zusammen.

Allein die Fülle des Alltagsprogramms sei aber nicht der Grund für die Überforderung. Es sei ein Puzzle aus unterschiedlichen Ursachen, betont der Kinder- und Jugendpsychiater. Insbesondere das Prinzip Leistung trage zur Überlastung bei. „Hier spiegeln sich gesamtgesellschaftliche Realitäten wider. Ich nenne das ‚durchdringende Ökonomisierung‘, die in allen Bereichen des Lebens wirkt. Familien, wo sich die Eltern zwischen Beruf, Partnerschaft, Haushalt und Erziehung aufreiben, funktionieren heute wie Kleinunternehmen und Kinder wachsen mit dem Renditedenken heran. Es zählt nur, was einen Mehrwert bringt. Die Kinder verinnerlichen das.“

Schon Neunjährige denken: ohne Abi keine Zukunft

Diese leistungsorientierte Haltung zeigt sich vor allem in der Schule. Mittlerweile ist es nicht ungewöhnlich, dass Neunjährige sagen: „Wenn ich nicht aufs Gymnasium komme, ist meine Zukunft gelaufen.“ Oder dass Oberstufenschüler überzeugt sind, nur mit einem Abiturschnitt von mindestens 1,5 glücklich zu werden, weil sie sonst nicht ihr Wunschfach studieren können. Ein Abschluss mit schlechteren Noten ist deshalb für sie wertlos.

So ehrgeizige Ziele setzen sich die Kinder häufig selbst und geraten in die Burnout-Spirale. „Es sind nicht unbedingt die überfürsorglichen Eltern, die diese hohe Erwartungshaltung haben“, weiß Schulte-Markwort. „Im Gegenteil. Immer öfter sitzen auch Mütter und Väter vor mir, die beteuern, sie verlangten von ihrem Nachwuchs gar keine überdurchschnittlichen Leistungen. Die Kinder empfinden solche Äußerungen häufig als zynisch. ‚Ihr müsst ja nicht mehr studieren‘, argumentieren sie dann.“

Keine Wertschätzung in der Schule

Doch nicht nur die eigenen Ansprüche der Kinder erzeugen Druck. Das Klima in deutschen Klassenzimmern trägt ebenfalls zu Stress bei. „Schule ist hierzulande kein Ort, wo Kinder und Jugendliche das Gefühl haben, Wertschätzung zu erfahren“, kommentiert der Psychiater. „Hier wird eher ein defizitorientiertes System gepflegt, wo immer darauf geachtet wird, was nicht funktioniert – nicht selten eingebettet in eine sanktionierende Pädagogik des Mittelalters.“ Diese demotivierende Lernkultur zeige sich anschaulich in Schülerjahrbüchern. Darin seien Lehrerzitate zu lesen, die vor allem beleidigten, abwerteten und verletzten. „Die Pädagogen müssten vor Scham im Boden versinken.“

Mit Psychotherapie aus der seelischen Krise

Eine Psychotherapie für Kinder und Jugendliche mit einer Erschöpfungsdepression dauert in der Regel ein halbes Jahr. Schulte-Markwort und sein Team entwickeln für jeden Patienten ein individuell zugeschnittenes Behandlungskonzept, oft begleitet von Physiotherapie und Sport. Ist das Krankheitsbild schwerwiegender, sind manchmal auch Medikamente notwendig.

„Wir versuchen gezielt, die Kinder fit zu machen, ihnen Strategien an die Hand zu geben, so dass sie den Anforderungen der heutigen Zeit widerstehen können. Das hat oft den Charakter von Coaching und Lerntherapie. Dabei trainieren die Patienten unter anderem, ihren Selbstwert anders zu definieren und sich Fragen zu stellen, wie etwa ‚Wo sind meine Ressourcen?‘ oder ‚Wie kann ich auf mich vertrauen, dass auch etwas aus mir wird, wenn ich kein Abitur mit 1,5 mache?'“

Bei der Behandlung sollten die Eltern mit ins Boot genommen werden. Denn nur wenn die gesamte Familiensituation analysiert wird, kann das Leistungsprinzip aufgebrochen werden. So lässt sich bereits mit wenigen praktischen Maßnahmen Alltagsdruck abfedern. Schulte-Markwort empfiehlt zum Beispiel, sich die Kalender aller Familienmitglieder vorzunehmen, um zu schauen, wer an welchem Tag Zeit hat. So könne man Inseln mit gemeinsamer Zeit für Spaß und Erholung schaffen.

Der Mediziner wünscht sich erhöhte Sensibilität und Aufmerksamkeit von Müttern und Vätern. „Eltern sollten ihr Kind so begleiten, dass sie immer merken, wenn sich deren Verhalten auffällig verändert. Das darf man nicht abtun, sondern sollte möglichst frühzeitig zur Diagnostik kommen. Sonst riskiert man, dass sich eine Depression manifestiert.“

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Schluss mit Porno: Russland sperrt Pornhub für Internetnutzer

Der Erotikclip-Anbieter Pornhub wird in Zukunft nicht mehr von Computern aus Russland erreichbar sein. Nach der zwischenzeitlichen Sperrung von Webseiten wie Wikipedia oder dem Online-Forum Reddit werden nun auch Porno-Anbieter im Netz blockiert.

Die Blockiade von Pornhub wird allerdings noch lange nicht das Ende der russischen Bemühungen sein, als schädlich eingestufte Informationen aus dem Internet unzugänglich zu machen. Die russische Zensurbehörde Roskomnadzor hat insgesamt noch zehn weitere Porno-Anbieter aus dem Verkehr gezogen und für Interessierte gesperrt, berichtet die amerikanische Onlinezeitung „International Business Times“.

Bei Roskomnadzor handelt es sich um die nationale Aufsichtsbehörde für Massenmedien, Telekommunikation und Datenschutz. Neben der Zensur von extremistischen Schriften hat die Behörde nun anscheinend ihre moralische Seite entdeckt.

Nur die Spitze des Eisberges

Die Sperrungen sind nur ein kleiner Teil der massiven Zensur in Russland. Bereits im April diesen Jahres verkündete die Aufsichtsbehörde, dass insgesamt 136 Webseiten mit Inhalten für Erwachsene blockiert werden sollen. Zu diesem Zeitpunkt stand Pornhub noch nicht auf der Liste.

Der Verdacht liegt nahe, dass noch weit mehr Anbieter geblockt wurden oder noch vor der Aussperrung stehen.

„Wir können bestätigen, dass Roskomnadzor Pornhub in Russland auf die Blacklist gesetzt hat“, zitiert das amerikanische Technik-Blog “ einen Sprecher des Sexfilm-Anbieters. Das Unternehmen mit Firmensitz in Luxemburg untersucht derzeit den Vorfall und zieht „mehrere Optionen in Betracht“, um in Russland wieder erreichbar zu sein.

Behörde reagiert

Pornhub ist einer der größten Streaminganbieter für kostenlose Sexfilmchen mit einer beeindruckenden Bilanz: Knapp 80 Milliarden Abrufe im Jahr 2014 bedeuten, dass jeder Erdenbürger sich im Schnitt elf Schmuddelfilmchen pro Jahr ansieht. Der größte Teil dieser Filmchen wird bisher in den USA geschaut, wobei sich Pornhub auch in Russland wachsender Beliebtheit erfreut. Medien wie der „Stern“ und die britischen Zeitung „The Independent“ vermuten, dass die in Russland stark verbreitete Homophobie der wahre Grund für die Abschaltung der Pornoseite ist.

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Tod der Eltern: So sichern sie ihre Kinder für den Ernstfall ab

Ein düsterer, aber wichtiger Gedanke: Was wird aus den Kindern, wenn ich sterbe, solange sie noch nicht selbstständig sind? Jährlich werden mehr als 60.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu Halbwaisen, immerhin mehr als 1000 sogar zu Vollwaisen. So sollten Eltern vorsorgen.

Niemand denkt gern über den eigenen Tod nach. Aber wenn man Kinder hat, kommt man daran nicht vorbei. Denn im schlimmsten Fall kann es passieren, dass sie – zum Beispiel durch einen Unfall – beide Elternteile auf einmal verlieren. Dass niemand Mutter oder Vater ersetzen kann, ist selbstverständlich. Aber man kann dafür sorgen, dass sich jemand um die Kinder kümmert, der diesen auch emotional nahesteht.

Zu Lebzeiten einen Vormund bestimmen

Das Sorgerecht geht in einem solchen Fall nicht automatisch auf Geschwister oder Großeltern über und auch nicht auf die Paten – auch wenn dies früher eine ihrer Aufgaben war. Wenn es ungünstig läuft, dann bestimmen Gerichte oder Jugendämter über die Zukunft der Kinder. Möchte man dies vermeiden, sucht man sich einen Vormund. Denn auch, wenn das Vormundschaftsgericht trotzdem noch ein Wörtchen mitzureden hat, so hat es doch den Wunsch der Eltern zu berücksichtigen. Das Mittel der Wahl ist eine sogenannte Sorgerechtsverfügung.

Sorgerechtsverfügung kann bei Gericht hinterlegt werden

Doch wen auch immer man aus dem Freundes- oder Verwandtenkreis für diese Aufgabe auswählt, man sollte im Vorfeld mit der jeweiligen Person sprechen und die Zustimmung einholen. Denn eine solch verantwortungsvolle Aufgabe kann und will nicht jeder übernehmen. Auch dann nicht, wenn er die Kinder liebt. Ist man sich einig, dann genügt es, diesen Wunsch handschriftlich, mit vollem Namen und unterschrieben festzuhalten. Am besten versehen mit einer Vollmacht. Genau wie ein Testament sollte das Schriftstück an einem sicheren Platz hinterlegt werden. Entweder beim gewünschten Vormund oder bei einem Notar beziehungsweise dem Nachlassgericht.  

Alleinerziehende sollten besonders vorsichtig sein

Kommt nur ein Elternteil ums Leben und haben beide Eltern gemeinsam das Sorgerecht ausgeübt, dann geht dieses automatisch auf den anderen über, selbst bei Trennung oder nach einer Scheidung. Außer es gibt triftige Gründe, warum dies nicht der Fall sein sollte. Besonders vorsichtig sollten Alleinerziehende sein, wenn das Kind keinen Kontakt zum Vater hat, weil dieser sich zum Beispiel noch vor der Geburt aus dem Staub gemacht hat.

Selbst wenn der Mutter das Sorgerecht allein zustand, wird ein Familiengericht zunächst prüfen, ob es dem Wohl des Kindes dienen könnte, wenn die elterliche Sorge dem leiblichen Vater übertragen wird. Möchte die Mutter das auf keinen Fall, muss sie dem Übertragen des Sorgerechts auf den nichtehelichen Vater im Rahmen der Sorgerechtsverfügung widersprechen.

Von einer Waisenrente kann keiner leben

Stirbt ein Elternteil beziehungsweise im schlimmsten Fall sogar beide, hat das auch finanzielle Folgen. Waisen und Halbwaisen steht das Kindergeld genauso wie die sogenannte (Halb-)Waisenrente zu. Hoch ist diese aber nicht. Sie macht durchschnittlich etwa 150 Euro bei Halbwaisen und 300 Euro bei Vollwaisen aus. Es macht daher Sinn, auch diesbezüglich für den Fall der Fälle vorzusorgen.

Zum ersten, indem man eventuell zwei Vormünder bestimmt. Einen, der sich um das Kind kümmert und einen, der das geerbte Vermögen handhabt. In der Sorgerechtsverfügung bestimmt man damit eine Person für die Personensorge und eine zweite für die Vermögenssorge. Und zum zweiten, indem man sich überlegt, mit welcher Versicherung man die Kinder am besten absichern kann. Eine Risikolebensversicherung zum Beispiel kann genutzt werden, um im Falle des Ablebens noch fällige Haus- oder Wohnungsraten zu begleichen, damit die Kinder nicht auch noch ihr Zuhause verlieren.

Kapitallebensversicherungen sind unrentabel

Paare, die gemeinsam Wohneigentum besitzen und beide arbeiten, schließen daher oft mehrere solcher Versicherungen ab. Eine für den Todesfall jedes Partners, angepasst an das jeweilige Gehalt und weitere für die Absicherung der Kinder. Schon für wenige Euro im Monat ist es so möglich, ihnen im Ernstfall eine gute Ausbildung zu sichern.

Bedenken sollte man hier allerdings, dass eine solche Risikolebensversicherung tatsächlich nur das Risiko versichert. Überlebt man sozusagen die Kindheit und Jugend seiner Kinder, so ist das Geld weg. Im Gegensatz zu einer Kapitallebensversicherung, bei der zu einem bestimmten Zeitpunkt das Geld an den Versicherungsnehmer ausgezahlt wird. Doch Stefan Albers, Präsident des Bundesverbandes der Versicherungsberater (BVVB) in Bonn, rät trotzdem ab.

„Eine Kapitallebensversicherung besteht aus einer Todesfallabsicherung kombiniert mit einem unrentablem Sparvertrag.“ Solche Versicherungen sind meist schlecht verzinst, ihre Laufzeit viel zu lange. Wer sie vorzeitig beendet, bekommt oft nur schlechte Konditionen. Wurde bereits eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen, kann diese aber stillgelegt werden.

Online-Anbieter sind sicher

Viele Eltern fühlen sich angesichts der Fülle der Angebote überfordert. Gerade, wenn die Kinder noch klein sind und besonders stark Absicherung brauchen, hat man eigentlich anderes zu tun, als sich mit dem Vergleichen von Versicherungsverträgen zu beschäftigen. Doch es lohnt sich, hier etwas Zeit zu investieren. Denn gerade bei Versicherungen gilt: Die Teuersten sind nicht immer die Besten. Die Online-Anbieter haben oft Angebote, mit denen andere Versicherungsgesellschaften nicht mithalten können. „Sofern der Online-Anbieter die Tochtergesellschaft eines Konzerns ist, sehe ich da kein Problem. Die Versicherer werden auch hier durch den Konzern und auch über den Protektor geschützt“, erklärt Albers.

Versicherungsberater kann nützlich sein

Besonderheiten gilt bei bestimmten Vorerkrankungen zu beachten oder auch, wenn man gerne Risikosportarten betreibt. Hier kann ein Versicherungsberater besonders gut helfen. Dieser darf übrigens von den Versicherungsunternehmen keine Provision oder Ähnliches annehmen, sondern sollte nur im Interesse des Mandanten arbeiten. Sonst wäre nicht mehr garantiert, dass er neutral berät. Der Versicherungsberater kann anonym Angebote einholen und entsprechend beraten. Denn wird man zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen erst einmal bei einer Versicherung abgelehnt, dann muss man das der nächsten mitteilen und das kann sich negativ auswirken. Das Honorar für den Berater trägt man selbst, wobei man mit rund 500 Euro rechnen muss.

500.000 Euro für die Absicherung einer durchschnittlichen Familie

Wie hoch die Versicherungssumme sein sollte, kann man nicht pauschal sagen. Sie ist zum einen abhängig vom Alter der Kinder, zum anderen natürlich auch davon, wie viel man im Monat investieren kann und will. Albers rät dazu, sich einen Überblick zu verschaffen, welcher Absicherungsbedarf konkret besteht.

„Das heißt, welches Kapital erforderlich ist, um daraus für den überlebenden Ehepartner und die Kinder den jeweiligen monatlichen Betrag für eine definierte Anzahl von Jahren auszufinanzieren“, so der Diplom-Betriebswirt. „Für die Absicherung einer Familie mit zwei kleinen Kindern werden häufig 400- bis 500.000 Euro Todesfallsumme benötigt.“

Man kann sich nicht gegen alles versichern

Sind die Kinder im Grundschulalter und besuchen sie eine teure Privatschule, wird man anders handeln als bei Kindern, die bereits in der Ausbildung sind. Doch letztendlich ist es wie immer beim Thema Versicherung: Man kann sich nicht gegen alles im Leben absichern. Aber man kann, wenn man wohlüberlegt handelt, doch etwas beruhigter sein, wenn der fiese kleine Gedanke wiederkommt.

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Smartphones stressen Kinder: Uni Mannheim schlägt Alarm

Düsseldorf (dpa) – Smartphones setzen Kinder unter Stress. Das geht aus einer Studie von Forschern der Uni Mannheim hervor. Jeder vierte der befragten 8- bis 14-Jährigen gab an, sich durch die permanente Kommunikation über Messenger-Dienste wie WhatsApp gestresst zu fühlen.

Fast jeder zehnte (8 Prozent) junge Smartphone-Besitzer nutzt sein Gerät derart exzessiv, dass er als suchtgienanstalt NRW haben die Forscher 500 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 14 Jahren, aber auch Eltern befragt. Die Studie, die am Donnerstag in Düsseldorf vorgestellt wurde, sei damit repräsentativ für die Handybesitzer dieser Altersgruppe.

Fast die Hälfte erklärte, durch das Handy etwa von den Hausaufgaben abgelenkt zu werden (48 Prozent). Jeder Fünfte gab schulische Probleme durch seine starke Handy-Nutzung zu (20 Prozent). Jeder Siebte (15 Prozent) bemängelt, dass die echten Kontakte zu Freunden zu kurz kommen. Jeder Zehnte (11 Prozent) ist bereits Opfer digitalen Mobbings oder von Ausgrenzung aus WhatsApp-Gruppen geworden.

Dass der Anbieter WhatsApp junge Internetnutzer eigentlich von seinem Dienst ausschließt, zeigt wohl kaum Wirkung. Laut der Allgemeinen Geschäftsbedingungen sei der Service für Kinder unter 16 Jahren nicht bestimmt, heißt es dort. „Wenn Du unter 16 Jahre alt bist, hast Du keine Erlaubnis, den WhatsApp-Service zu nutzen.“

Die exzessive Nutzung der Smartphones durch Kinder und Jugendliche sei auch durch die Angst getrieben, aus dem Kommunikationsprozess des Freundes- oder Bekanntenkreises ausgeschlossen zu werden, sagte Karin Knop von der Uni Mannheim. So entstehe ein „permanenter Kommunikationsdruck“.

Hinzu kommen gesundheitliche Risiken: Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) warnte unlängst vor psychischen und körperlichen Beeinträchtigungen. Mediziner beobachten demnach einen Anstieg an Überforderung, Kopfschmerzen oder ADHS, der mit der wachsenden Nutzung der digitalen Medien zusammenhänge.

Und erst in der vergangenen Woche wiesen Experten auf eine zunehmender Kurzsichtigkeit bei Kindern und Jugendlichen hin. Schon heute seien mehr junge Leute betroffen als noch vor wenigen Jahrzehnten, sagte der Spezialist für Kinderaugenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg, Prof. Wolf A. Lagrèze.

Eine Kurzsichtigkeit ist Folge eines zu starken Längenwachstums des Augapfels vor allem zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr – in dem Alter, in dem viele kaum vom Handy oder Computer wegzubekommen sind.

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Bundesärztekammer will Kinder vor Passivrauchen im Auto schützen

Die Bundesärztekammer erhöht beim Rauchverbot in Autos den Druck auf die Bundesregierung. Es sei „dringend notwendig, Kinder und Jugendliche, die in Pkw mitfahren, wirksam vor Passivrauchen zu schützen“, sagte Josef Mischo von der BÄK.

Der Gesetzgeber solle dem Beispiel Großbritanniens folgen, wo seit Anfang Oktober beim Rauchen im Auto in Anwesenheit von Kindern ein Bußgeld fällig wird. Die Bundesärztekammer unterstütze damit eine Forderung der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler (CSU), die sich ebenfalls für ein solches Rauchverbot im Auto ausgesprochen hatte.

Wie Passivrauchen Kindern schadet

Die Folgen für Kinder und Heranwachsende sind immens. „Kinder leiden unter dem Passivrauchen noch stärker als Erwachsene“, erklärte Mischo. Es führe zu akuten und chronischen Atemwegserkrankungen, verschlimmere bereits vorhandenes Asthma und erhöhe den Bluthochdruck.

Bei Kleinstkindern stelle das Passivrauchen zudem einen Hauptrisikofaktor für den plötzlichen Kindstod dar. Besonders hoch sei die gesundheitliche Belastung im Auto. „In der Fahrgastzelle liegt die Schadstoffkonzentration sogar über der einer durchschnittlich verrauchten Bar“, warnte der Vertreter der Bundesärztekammer.

Großbritannien stellt Rauchen im Auto unter Strafe

Rauchen im Auto in Anwesenheit von Kindern kostet seit dem 1. Oktober in England und Wales 50 Pfund (67 Euro) Bußgeld. Die Strafe wird auch dann fällig, wenn die Autofenster offen sind. Schottland will ein ähnliches Gesetz im kommenden Jahr verabschieden. Ähnliche Rauchverbote in Autos gelten auch in anderen Ländern, zum Beispiel in Südafrika, in Teilen Kanadas und der USA sowie in mehreren Territorien Australiens. Auch in Frankreich hatte die Nationalversammlung im Frühjahr als Maßnahme gegen das Passivrauchen für ein Rauchverbot in Autos im Beisein Minderjähriger gestimmt.

In Deutschland wurde in den vergangenen Jahren immer wieder über eine entsprechende Gesetzesregelung diskutiert. Bislang konnten sich die Befürworter eines solchen Rauchverbots in Pkw aber nicht durchsetzen, obwohl Krebsforscher dies seit Jahren fordern.

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Alkohol-Werbung verführt Teenager laut Studie zum Komasaufen

Werbung für Alkohol bleibt für Jugendliche nicht ohne Wirkung. Eine Befragung von 1500 Schülern ergab, dass die Spots im Fernsehen zum Saufen verleiten.

Mit einem Bier ist es geselliger und mit einem Schnaps macht das Skifahren doppelt Spaß – solche Botschaften vermittelt Werbung für Alkohol. Kieler Wissenschaftler fanden heraus, dass das häufige Sehen von TV-Werbung für Alkohol das Risiko des sogenannten Komasaufens bis zu vier Mal erhöhe, teilte die DAK-Gesundheit mit. In Kooperation mit der Krankenkasse hatte das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) zwischen 2008 und 2011 etwa 1500 Schüler im Alter von zwölf bis 16 Jahren aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Brandenburg befragt.

Rauschquote vier Mal höher

Bei den Befragten, die am wenigsten Werbung mit Alkohol sahen, hatten der Studie zufolge 6,2 Prozent mehr als fünf Rauscherlebnisse in dem Befragungszeitraum. Bei den Teilnehmern, die am häufigsten TV-Spots für Bier, Wein und Schnaps gesehen hatten, lag die Rauschquote bei 24 Prozent und damit vier Mal so hoch.

Riskanter Alkoholkonsum verbreitet

Die Langzeituntersuchung bestätigt nach Angaben der DAK-Gesundheit zudem, dass ein riskanter Alkoholkonsum ein verbreitetes Phänomen in Deutschland ist. Die Hälfte der teilnehmenden Schüler habe über ein erstmaliges Rauschtrinken – das sind mindestens fünf alkoholische Getränke bei einer Gelegenheit – innerhalb von 30 Monaten berichtet. Elf Prozent der Mädchen und 18 Prozent der Jungen gaben an, sie hätten sogar mehr als fünf Erfahrungen mit derartig massivem Alkoholkonsum.

Werbebotschaften mit Kindern kritisch hinterfragen

„Unsere Studie zeigt, dass Alkoholwerbung von Jugendlichen nicht nur wahrgenommen wird“, erklärte der Suchtexperte der DAK-Gesundheit, Ralf Kremer. „Die Werbung kann vielmehr als unabhängiger Risikofaktor für die Initiierung des häufigen Rauschtrinkens im Jugendalter angesehen werden.“ Die Krankenkasse und das IFT-Nord, die seit sechs Jahren auch eine gemeinsame Anti-Alkohol-Kampagne betreiben, plädierten für Werbeverbote und die Erziehung der Kinder zu einem kritischen Umgang mit den Werbespots.

Wenn so eine Werbung läuft, sollten Eltern etwa fragen: „Welche Botschaft nimmst du hier wahr?“, rät Marita Völker-Albert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Dann können sie gemeinsam mit dem Kind die Botschaften kritisch hinterfragen und ihnen erklären, welche gesundheitliche Risiken Alkohol mit sich bringt.

Abschreckung funktioniert nicht

Abschreckende Beispiele wie ein Film von einem Suchtkranken bringen dagegen wenig. „Jugendliche identifizieren sich damit nicht“, sagt Völker-Albert. Besser sind positive Botschaften. Eltern können mit ihrem Kind darüber sprechen, was zu einem erfüllten Leben gehört und dass Anerkennung und Erfüllung nichts mit Alkohol zu tun haben. „Im Gegenteil“, sagt die BZgA-Expertin. „Alkohol kann zu Streit führen oder sogar Gewalt begünstigen.“ Eltern sollten vermitteln, dass die in der Werbung gezeigte Welt auf andere Weise erreichbar ist – etwa durch gemeinsame Zeit mit Freunden und Familie oder ein Hobby.

Alkoholmissbrauch ist rückläufig

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hatte erst im Juni eine Studie vorgestellt, wonach der Alkoholmissbrauch bei jungen Leuten deutlich zurückgeht. Demnach betrinkt sich fast jeder achte Jugendliche in Deutschland mindestens einmal im Monat – der mit Abstand niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre.

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Diebstahl: Was tun, wenn das Kind klaut?

Für Eltern ist es ein Schreck: Die Polizei steht mit dem Kind vor der Tür, weil es etwas gestohlen hat. Oft sind es nur Kleinigkeiten wie Haargummis oder Süßigkeiten, manchmal lassen Jugendliche aber auch teure Technik oder Markenklamotten mitgehen. Was tun, wenn das Kind klaut? Experten geben Rat.

„Zuerst ist es wichtig, Ruhe zu bewahren“, rät Maria Große Perdekamp von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (BKE). Dennoch sei es wichtig, den Diebstahl ernst zu nehmen. Das gilt nicht nur bei Ladendiebstählen, sondern auch, wenn ein Kind einem Mitschüler oder Familienmitglied etwas weggenommen hat.

Nicht verharmlosen

Hat ihr Kind gestohlen, sollten Eltern das Verhalten der Kinder nicht mit niedlichen Umschreibungen verharmlosen. Worte wie „gemopst“, „stibitzt“ oder „etwas mitgehen lassen“ sind nicht geeignet, teilt der Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit. Wichtig ist es, dem Kind die Ernsthaftigkeit seines Verhaltens deutlich zu machen und den Diebstahl klar zu benennen.

In den meisten Fällen sei ein Diebstahl kein Grund zur Sorge, dass das Kind auf die schiefe Bahn gerät, sagt die Expertin. „Generell ist es ein Hinweis an die Eltern, dass sie auf das Kind achten müssen.“ Sie sollten hinterfragen, ob sie Regeln und Werte klar vermitteln. Und dann mit dem Kind über die Hintergründe sprechen.

Deshalb stehlen Kinder

Manchmal stehlen Kinder beispielsweise Süßigkeiten, um sie an andere Kinder zu verteilen und Freunde zu finden. Oder sie klauen, weil ihnen langweilig ist. Stehlen Kinder, ist das fast immer ein Warnzeichen: Es gibt ein anderes Problem. Dann sind reflexartige Strafen sinnlos und falsch, warnt Große Perdekamp. Stattdessen sollten Eltern die Hintergründe herausfinden und das Kind bei der Lösung dieser Probleme unterstützen. Da die Ursachen sehr unterschiedlich sind, ist es hilfreich, sich beraten zu lassen.

Steht die Polizei vor der Tür, sollen Eltern keine Drohkulisse aufbauen oder dem Kind vor den Polizisten eine Szene machen. Sie sollten die Autorität aber annehmen und den Ernst der Lage vermitteln, rät die Expertin.

Respekt vor fremdem Eigentum vermitteln

Vorbeugen können Eltern schon beim kleinen Kind. Sie sollten früh die Grenze zwischen Mein und Dein vermitteln, rät Große Perdekamp. „Schon dem kleinen Kind sollte man klarmachen, dass es an bestimmte Dinge einfach nicht dran darf, beispielsweise Medikamente oder das Tablet der Eltern.“ Auf dem Spielplatz können Kinder lernen, Spielsachen von anderen Kindern nicht einfach zu nehmen, sondern danach zu fragen.

Oft sei das Stehlen nur eine vorübergehende Phase, sagt Psychologe Ulrich Gerth von der BKE. „Es kommt vor, dass Kinder eine Zeit lang Dinge klauen. Das bedeutet nicht unbedingt, dass etwas in ihrer Entwicklung grundlegend schief läuft. Manche Kinder reizt das Abenteuer, etwas Verbotenes zu tun. Andere klauen in der Gruppe, weil sie dazugehören wollen. Manche stehlen einfach deshalb, weil sie etwas unbedingt haben wollen.“

Zur Wiedergutmachung ermutigen

Eltern sollten allerdings nicht in Panik verfallen und das Kind beschimpfen oder bestrafen. Besser ist es, das Kind zur Wiedergutmachung zu ermutigen. Gerth rät Eltern, dem Fehlverhalten auf jeden Fall Konsequenzen folgen zu lassen. Dabei sollten sie trotzdem wertschätzend mit dem Kind umgehen. „Es ist falsch, das Kind zu schimpfen – dadurch fühlt es sich nur in die Ecke gedrängt und lernt überhaupt nichts“, betont der Erziehungsexperte.

Besser sei es, gemeinsam mit dem Kind zu überlegen, wie es seine Tat wiedergutmachen könne. „Beispielsweise könnten die Eltern mit ihrem Kind das Geschäft aufsuchen, aus dem es gestohlen hat, so dass es das Diebesgut zurückbringen kann“, sagt Gerth. Die unangenehme Situation bei der Konfrontation mit den Bestohlenen sei oft heilsam genug.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, mit dem Kind einen Zeitpunkt zu vereinbaren, bis wann es die Wiedergutmachung erledigt haben soll. So haben Eltern die Möglichkeit, zu überprüfen, ob das Kind sich um die Angelegenheit gekümmert hat.

Wenn das Kind die Eltern beklaut

Hat das Kind seine Eltern bestohlen, sollte man es ernst ermahnen. „Manchmal ist es notwendig, dass die Eltern eine Zeit lang genau kontrollieren, ob beispielsweise Geld aus ihrem Portemonnaie fehlt, und jedes Mal sofort darauf reagieren“, sagt Gerth. Außerdem sollte man Geld nicht offen herumliegen lassen, um das Kind nicht in Versuchung zu führen.

Der Erziehungsexperte empfiehlt Eltern, Kindern früh beizubringen, dass man sich nicht alle Wünsche sofort erfüllen kann. „Dinge, die das Kind haben möchte, sollte man nicht immer sofort kaufen. So lernt es, dass man es aushalten kann, auf etwas zu warten“, sagt Gerth.

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Pubertät: Busen bei Jungs? Seltsames in der Pubertät

Als ob man nicht schon genug mit seinen Gefühlen zu tun hätte, beginnt sich in der Pubertät auch der Körper zu verwandeln. Schnell zweifeln Jugendliche daran, ob bei ihnen alles normal abläuft. Einen Grund zur Sorge gibt es meist aber nicht: Der Körper braucht nur etwas Zeit, um die Hormonumstellung zu verarbeiten.

„Was ist denn mit mir los? Plötzlich wächst mir ein Busen – obwohl ich ein Junge bin!“ – „Meine Brüste sind unterschiedlich groß – ist das bei anderen Mädchen auch so?“ Während der Pubertät verändert sich der Körper von Jungen und Mädchen sehr. Vieles davon ist bekannt, wie der Stimmbruch und die erste Regelblutung. Manchmal passieren mit dem Körper jedoch auch Dinge, die einem ganz schön seltsam vorkommen. Aber keine Angst: Meist sind selbst diese „seltsamen Dinge“ normal.

Hormonbildung beginnt

„In der Pubertät produziert der Körper mehr Hormone als vorher“, erklärt der Internist und Endokrinologe Otto-Albrecht Müller aus München. Die Hormone seien auch schon bei Kindern im Körper vorhanden, doch mit der Pubertät springe gewissermaßen die Zentrale an, die für die Hormonbildung verantwortlich sei. „Das passiert bei jedem Jugendlichen zu einem anderen Zeitpunkt.“ Wenn es los geht, wächst nicht nur der Körper deutlich. Die Geschlechtshormone bewirken auch noch andere Veränderungen.

Busen bei Jungen

Bei einigen Jungen kann während der Pubertät ein Busen wachsen. „Allerdings ist das dann keine so große Brust wie bei Frauen“, sagt Eckhard Schroll, Leiter der Abteilung Sexualaufklärung, Verhütung, Familienplanung bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln, „sondern eher eine kleinere Wölbung rund um die Brustwarze.“ Dieses Phänomen nennt man Gynäkomastie, wie Internist Müller erklärt. Es tritt gar nicht so selten meist bei Jungen im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren auf – „und stört die Betroffenen wahnsinnig“.

Die Ursache? Es kann sein, dass während der Pubertät ein Ungleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Hormonen im Körper entsteht. Beide Hormonarten kommen bei Mädchen und bei Jungen vor, doch bei Jungen gibt es eigentlich mehr männliche Hormone. „Es kann jedoch eine Phase geben, in der das Verhältnis nicht so ausgeglichen ist und die weiblichen Hormone für eine Brustentwicklung sorgen können“, sagt Müller. Meist verschwindet der kleine Busen nach einiger Zeit wieder. „Zur Sicherheit sollte man jedoch mit einem Arzt klären, dass es kein Symptom für eine ernstere Erkrankung ist“, rät der Experte.

Normalerweise müsse man einfach abwarten, bis sich der Busen wieder zurückbildet. Es kann aber durchaus mehrere Jahre dauern, bis die Brüste vollständig weg sind, sagt Hans-Jürgen Nentwich vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Selten wird die Brustdrüsenschwellung durch Krankheiten wie das Klinefelter-Syndrom oder Nebenwirkungen von Medikamenten, Anabolika oder Drogen wie Marihuana und Heroin ausgelöst. Manchmal ist keine Schwellung, sondern überschüssiges Fettgewebe die Ursache.

Der BVKJ schätzt, dass 60 bis 90 Prozent aller neugeborenen und 40 bis 60 Prozent aller pubertierenden Jungs an Brustdrüsenschwellungen leiden.

Unterschiedlich große Brüste bei Mädchen   

Dass bei Mädchen während der Pubertät Brüste wachsen, ist bekannt. „Dabei kann es auch vorkommen, dass eine Brust schneller zu wachsen anfängt als die andere“, sagt der Frauenarzt Christian Albring. Diese Anisomastie, wie man es auch nennt, könne unter anderem daran liegen, dass die Durchblutung in den Brustgefäßen unterschiedlich sei. „Dann gelangen auch unterschiedlich viele Hormone ins Brustgewebe und können ein zunächst ungleiches Brustwachstum bewirken.“ Häufig nähert sich die Größe der beiden Brüste mit der Zeit aneinander an.

„Manchmal bleiben die Brüste aber unterschiedlich groß“, sagt Albring, der auch Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte ist. Das ist jedoch ebenfalls nicht ungewöhnlich: „Der Körper ist bei allen Menschen asymmetrisch, die rechte Seite sieht nie exakt so aus wie die linke.“ Deshalb gebe es beispielsweise auch zahlreiche erwachsene Frauen, deren Brüste unterschiedlich groß seien – manchmal kaum zu sehen, manchmal aber deutlich erkennbar.

Schwitzen

In der Pubertät schwitzt man und riecht stärker als vorher. „Das liegt möglicherweise daran, dass auch die Schweißdrüsen wachsen“, sagt Endokrinologe Müller. „Das pendelt sich aber meist schnell wieder ein.“ Dennoch gilt: Wer mehr schwitzt oder riecht, sollte sich einfach häufiger waschen, unter den Achseln, an den Füßen oder am ganzen Körper.

Vorhautverengung

Wenn der Penis wächst, bemerken einige Jungen zum ersten Mal bewusst eine Vorhautverengung. Dadurch lässt sich die Vorhaut nicht oder nur unter Schmerzen hinter die Eichel zurückziehen. „Dann sollte man mit einem Arzt klären, ob die Vorhaut entfernt werden muss oder ob sie beispielsweise gedehnt werden kann“, sagt Schroll. Manchmal könne es durch die Verengung auch zu Entzündungen kommen, die ebenfalls behandelt werden müssten. „Viele Jungen befürchten, dass ihre Eichel ohne die Vorhaut nicht mehr so gefühlsempfindlich ist – das hat sich aber nicht bewahrheitet.“

Den eigenen Körper kennen lernen

Pädagoge Eckhard Schroll rät, den eigenen Körper gut kennenzulernen. „Wer früh anfängt, seine Brust oder seinen Hoden regelmäßig abzutasten, bekommt ein gutes Gespür dafür wie sie sich anfühlen sollen“, sagt er. „Sollte sich dann später mal ein Knoten oder eine Verhärtung bilden, kann man es schnell bemerken – das ist eine wichtige Vorbeugung.“

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