Kategorie -Jugendliche

Mann überfahren – Polizei sperrt A8

Holzmaden Richtung StuttgartMann überfahren – Polizei sperrt A8

Holzmaden – Die Polizei hat am Dienstagabend die A8 bei Holzmaden (Kreis Esslingen) in Richtung Stuttgart komplett gesperrt. Grund dafür war ein Toter am Seitenstreifen.

Die Polizei war laut eigenen Angaben gegen 21 Uhr alarmiert worden. Ein Autofahrer meldete, er habe einen Gegenstand – möglicherweise einen Weihnachtsbaum – überfahren. Vor Ort stellte sich heraus, dass es sich um einen Menschen handelte. Der Autofahrer gab an, er habe nicht mehr ausweichen können. Bei dem Toten handelt es sich laut Polizei um einen 43 Jahre alten Mann.

Die Hintergründe sind noch völlig unklar. Laut derzeitigem Kenntnisstand lag der 43-Jährige auf der Fahrbahn. Für die Ermittlungen wurde die A8 in Fahrtrichtung Stuttgart komplett gesperrt. Die Sperrung werde voraussichtlich gegen 24 Uhr aufgehoben, so ein Sprecher der Polizei am Abend.

Anmerkung der Redaktion: Der Vorfall konnte inzwischen aufgeklärt werden – lesen Sie hier: Tod auf der A8 ist weitgehend geklärt.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

Jugendbuchpreis Buxtehuder Bulle geht an Autor David Safier

Der Autor David Safier ist der 44. Preisträger des Jugendbuchpreises Buxtehuder Bulle. Der Bremer erhielt den mit 5000 Euro dotierten Preis am Freitagabend in Buxtehude für sein Buch „28 Tage lang“. In dem Roman wagt die 16-jährige Protagonistin Mira 1943 den Aufstand im Warschauer Ghetto und bietet 28 Tage lang Widerstand. Die Laudatio hielt der Moderator, Autor und Sänger Yared Dibaba, der Ende der 1970er Jahre mit seiner Familie aus Äthiopien geflüchtet war.

Safiers Roman war der klare Favorit der Jury. Sowohl die elf Jugendlichen als auch die elf Erwachsenen sahen diesen auf Platz eins. Das Buch „28 Tage lang“ erschien 2014. Der Schriftsteller wurde bekannt mit Komödien wie „Mieses Karma“ oder „Jesus liebt mich“, 2012 mit Florian David Fitz verfilmt. Sein erst kürzlich erschienener Roman „Mieses Karma hoch 2“ liegt in der Liste der „Spiegel“-Bestseller Belletristik in den Top 10.

Der Buxtehuder Bulle ist einer der renommiertesten deutschen Literaturpreise. Er wurde 1971 von dem Buxtehuder Buchhändler Winfried Ziemann initiiert. Jährlich wird seither das beste in deutscher Sprache veröffentlichte erzählende Jugendbuch prämiert. 1981 übernahm die Stadt Buxtehude die Trägerschaft. Die Stahlstatue geht zurück auf den Stier aus dem Kinderbuch „The Story of Ferdinand“. Preisträger waren unter anderen Gudrun Pausewang, Michael Ende und Stephenie Meyer.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

35-Jähriger nach Fußballspiel lebensgefährlich verletzt

Prügelei in Karlsruhe35-Jähriger nach Fußballspiel lebensgefährlich verletzt

Ein 35-Jähriger wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. (Symbolfoto) Foto: dpa

Karlsruhe – Ein 21-Jähriger hat einen 35-Jährigen nach einem Fußballspiel in Karlsruhe lebensbedrohlich verletzt. Das Opfer war nach Angaben der Polizei vom Sonntag nach der Samstagspartie des Drittligisten Karlsruher SC gegen den FSV Zwickau auf dem Weg vom Stadion in die Innenstadt, als er und sein Begleiter von dem 21-Jährigen und einem weiteren Mann angesprochen wurden. Der Tatverdächtige habe dem 35-Jährigen unvermittelt mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Dieser verlor laut Polizei das Bewusstsein und stürzte mit dem Kopf auf den Boden, sodass er mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Der 21-Jährige – der zur Tatzeit wohl betrunken war – sei von Passanten an der Flucht gehindert und von der Polizei festgenommen worden. Er wurde am Sonntagabend einem Haftrichter vorgeführt, der laut Polizei den Haftbefehl verkündet hat.

Warum es zu dem Angriff kam, war zunächst unklar. Sowohl der Beschuldigte als auch das Opfer seien mutmaßlich Fans des Karlsruher SC, hieß es von der Polizei.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

Wahlrecht ab 16: Die meisten Deutschen sind dagegen

Wahlrecht ab 16: Die meisten Deutschen sind dagegen

Ein Großteil der Deutschen hält laut einer Umfrage nicht viel vom Vorschlag, schon 16-Jährige den Bundestag mitwählen zu lassen. 80 Prozent der Befragten finden, die Altersgrenze sollte bei 18 Jahren bleiben. Nur 13 Prozent sind dafür, das Wahlalter um zwei Jahre zu senken, wie aus einer Allensbach-Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung hervorgeht.

Deutlich höher ist die Zustimmung zur Herabsetzung des Wahlalters bei jungen Wählern: Knapp ein Viertel (23 Prozent) der unter 29-Jährigen befürwortet das „Wählen ab 16“. Mit höherem Alter steigt auch die Zahl der Skeptiker.

Insgesamt wurden für die repräsentative Umfrage 1402 Bundesbürger ab 16 Jahren befragt.  

Experten: Frühes Wahlrecht steigert Wahlbeteiligung

Experten der Bertelsmann-Stiftung werben jedoch für ein früheres Stimmrecht. Mit gezielten Maßnahmen zur Mobilisierung an Schulen wäre diese Altersgruppe besser zu erreichen als die bisherigen Jungwähler, argumentieren die Demokratieforscher der Stiftung. Wenn es gelinge sie zu aktivieren, könnte auch langfristig die Wahlbeteiligung wieder ansteigen.

Auf Kommunalebene gibt es das Wahlrecht bereits in zehn Bundesländern. Auf Landesebene dürfen 16-Jährige in Brandenburg, Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein wählen gehen.  

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

Auto stößt mit Stadtbahn zusammen

Stuttgart-WestAuto stößt mit Stadtbahn zusammen

Beidem Unfall entstand ein Schaden von rund 25.000 Euro. Foto: Phillip Weingand / Symbolbild

Stuttgart – Beim Zusammenstoß einer Stadtbahn mit einem Auto ist am Freitagnachmittag in der Schloßstraße im Stuttgarter Westen ein Schaden von rund 25.000 Euro entstanden. Verletzt wurde offenbar niemand.

Laut Polizei war der 61-jährige Audi-Fahrer gegen 15.20 Uhr auf der Schloßstraße stadtauswärts unterwegs. Der ortsunkundige Mann verließ sich vermutlich auf sein Navigationsgerät und bog auf Höhe der Senefelderstraße verbotenerweise nach links ab.

Hierbei übersah er offenbar die in gleicher Richtung fahrende Stadtbahn der Linie U 9 und stieß mit dieser zusammen. Während der Unfallaufnahme kam es zu Verkehrsbehinderungen.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

Mutproben: Deshalb suchen Jugendliche die Gefahr

Mutproben gehören zur Jugend wie die erste Liebe, Stress mit den Eltern oder Zoff in der Schule. Doch die Suche nach dem Kick scheint immer extremer zu werden. Was dahinter steckt, erklärt ein Experte.

„Es ist für Pubertierende zwischen 14 und 18 Jahren – das gilt insbesondere für Jungs – nichts Ungewöhnliches, in diesem Lebensabschnitt nach Herausforderungen mit einem prickelnden Spaß- und Spannungsfaktor zu suchen. Denn um erwachsen werden zu können, müssen Jugendliche immer wieder ihre Grenzen austesten. Das ist seit eh und je so- gleichgültig ob es sich um übermütige Experimente mithilfe einer Pferdekutsche vor hundert Jahren handelt oder ob schnelle Gefährte des 21. Jahrhunderts im Spiel sind“, sagt der Sozialpädagoge Ulric Ritzer-Sachs von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (BKE).

Adrenalin-Kicks mit und ohne Action

Zu den berühmtesten filmischen und literarischen Mutproben zählen die rasante Autofahrt bis an die Klippe im 50er-Jahre-Kultfilm „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ mit James Dean. Ebenso der Sprung vom Schuldach in Erich Kästners „Fliegendem Klassenzimmer“ oder der Balanceakt auf dem Giebel einer Ziegelei im Kinderbuchklassiker „Die Großstadtkrokodile“.

Mutproben müssen nicht immer actiongeladen sein. Jugendliche testen ihre Grenzen auch mit Rauschmitteln oder Ladendiebstählen, genauso wie mit „exotischen“ Mahlzeiten, bei denen Spinnen oder Käfer tapfer verspeist werden müssen. Zum fragwürdigen Challenge-Katalog gehören auch Experimente, die die Strapazierfähigkeit des eigenen Körpers testen, indem beispielsweise so lange wie möglich unter Wasser die Luft angehalten, die Nase mit Tabasco gespült oder heißes Kerzenwachs auf die Zunge geträufelt wird.

Jungs haben mehr Erfahrung mit Mutproben

Die Universität Duisburg-Essen hat „Mutproben in der Jugendzeit“ in einer gleichnamigen Studie 2003 genauer beleuchtet. Die Wissenschaftler befragten Schüler aus Nordrhein-Westfalen. 33 Prozent der Mädchen und 42 Prozent der Jungen gaben an, sich schon einmal einer Mutprobe unterzogen zu haben. Meistens handelte es sich um vergleichsweise harmlose Herausforderungen wie Regenwürmer essen, sich in Bernnnesseln legen oder bei Dunkelheit durch den Wald marschieren.

Spektakuläre Mutproben mit tragischem Ausgang

Obwohl das Gros der Jugendlichen offenbar nicht den Hang hat, sich spektakulär in Szene zu setzen, entsteht durch Berichte über spektakuläre Fälle der Eindruck, dass Mutproben immer gefährlicher werden: Junge Leute setzen sich auf ICE-Gleise, balancieren auf Autobahnbrücken, lassen sich beim „Car-Rafting“ auf Inlinern ziehen, legen sich beim „Planking“ stocksteif in Bauchlage auf das Sims eines geöffneten Hochhausfensters oder riskieren als S-Bahn-Surfer Kipf und Kragen.

Solche Abenteuer gehen manchmal tragisch aus: Im April 2015 kam ein 18-Jähriger beim S-Bahn-Surfen in Berlin ums Leben, weil er an eine Signalbrücke knallte. In Bayern starb zwei Jahre zuvor ein Jugendlicher an Knochenbrüchen und inneren Verletzungen, nachdem ihn seine Kumpels mit Klebeband an ein Spielplatzkarussell gebunden und es mit Hilfe eines Autos extrem beschleunigt hatten. Das Video des Action-Stunts sollte – so die Idee vor dem Unglück – auf Plattformen wie Youtube für Furore sorgen.

Videos ermuntern Nachahmer

Auch TV-Sendungen wie die populäre US-Serie „Jack-Ass“ kultivieren und verbreiten solche gefährlichen Experimente. „Die Hemmschwelle, solche Spiele selbst auszuprobieren, wird so weiter gesenkt“,  kommentiert der Sozialpädagoge Ritzer-Sachs.

Der Kölner Sportsoziologe und Jugendforscher Jürgen Raithel fragte 182 Jungen und Mädchen zwischen 13 und 17 Jahren nach ihrer Bereitschaft, etwas Riskantes zu tun. Jeder sechste Junge konnte sich vorstellen, an einer hohen Brücke ohne Sicherungsseil herumzuklettern, jeder zwölfte traute sich zu, von einem 50 Stundenkilometer schnellen LKW abzuspringen und immerhin zehn Prozent der Jungen und drei Prozent der Mädchen würden ihren Mut beim S- oder U-Bahn-Surfen unter Beweis stellen.

Überbehütete Kinder auf der Suche nach dem Kick

Nicht nur nicht nur die Dauerverfügbarkeit von inspirierenden, medialen Vorbildern veranlasst Jugendliche, ihre irrwitzigen Ideen in die Tat umzusetzen. Laut Ritzer-Sachs schaffe eine Kombination verschiedener Faktoren die Anreize für Mutproben. Dazu zähle beispielsweise der Wunsch, Tabus zu brechen, sich Anerkennung in der Clique zu verschaffen oder schlechte Schulnoten beziehungsweise sportliche Misserfolge zu kompensieren.

Aber auch elterliches Überbehüten begünstige die Bereitschaft von Teenagern, sich auf Gefahren einzulassen. „Kinder, die ihren Schulweg jahrelang nicht alleine laufen, nie auf einen Baum klettern dürften und in beinahe allen Lebenslagen an die Hand genommen und begleitet werden, können nur schwer ihre psychischen und physischen Grenzen kennen lernen, um mit einem gesunden Selbstgefühl Herausforderungen anzugehen.“

Das heißt: In Watte gepackte Sprösslinge von „Helikopter-Eltern“ haben eher das Bedürfnis, sich durch gefährliche und unerlaubte Aktionen abzugrenzen, als Kinder, die schon früh ihre Fähigkeiten ausprobieren durften. Die unheilvolle Mischung aus Befreiungsakt und Selbstüberschätzung kann den Hang zu riskanten Mutproben befeuern. 

Gesundes Selbstgefühl wirkt Leichtsinn entgegen

Wie können Mütter und Väter gegensteuern, damit ihr Sprössling im Teenageralter nicht den gefährlichen Kick sucht? Hier helfe am besten, wenn Kinder schon früh ein gesundes Selbstgefühl entwickeln könnten, rät der Experte. Sie sollten von ihren Eltern die Gewissheit mit auf den Weg bekommen, auch mal Mist bauen zu dürfen. „Das schafft eine solide Basis, um später extremen Formen des Leichtsinns entgegen zu wirken.“

Auch während der Pubertät lässt sich jugendlicher Übermut oft noch in vernünftige Bahnen lenken, zum Beispiel durch Abenteuersportarten wie Mountainbiken oder im Kletterpark.

Riskante Mutproben haben Suchtpotential

Solche Aktivitäten zeigten aber nur dann Wirkung, meint Ritzer-Sachs, wenn Jugendliche nicht vorher schon mal Erfahrungen wie beispielsweise S-Bahn-Surfen gemacht habe. Dann verpufften solche gut gemeinten Initiativen und erscheinen den Kids wie der Besuch auf einem langweiligen Kinderspielplatz. Wenn extreme Abenteuer und die Suche nach dem Kick zur Sucher werden, könne häufig nur eine professionelle Verhaltenstherapie helfen, den gefährlichen Kreislauf zu durchbrechen, warnt der Erziehungsexperte.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

Lkw weicht aus und landet im Graben

Rems-Murr-KreisLkw weicht aus und landet im Graben

Backnang – Hoher Sachschaden ist am Mittwoch gegen 15.40 Uhr bei einem Verkehrsunfall auf der B 14 im Rems-Murr-Kreis entstanden. Wie die Polizei berichtet, war ein 49-jähriger Fahrer eines Sattelzugs auf der Bundesstraße in Richtung Krähenbachkreuzung unterwegs, als er plötzlich einem entgegengekommenden Auto ausweichen musste.

Der unbekannte Überholer war mit einem dunklen Fahrzeug unterwegs und wechselte trotz des entgegenkommenden Lkw auf die Gegenfahrspur. Um letztlich einen Frontalzusammenstoß zu vermeiden, lenkte der Kraftfahrer nach rechts und geriet dabei in den Straßengraben, wo sowohl das Zugfahrzeug als auch der mit Kies beladene Auflieger kippten. Das Gespann kam abseits der Fahrbahn zum Liegen. Der Fahrer blieb hierbei unverletzt.

Sowohl der Fahrer des dunklen Unfallverursacherautos (von dem keine nähere Beschreibung vorliegt) als auch der Fahrer des Autos, welches überholt wurde, fuhren nach dem Unfall weiter. An dem Lkw entstand nach vorläufigen Schätzungen Sachschaden in Höhe von etwa 80.000 Euro.

Zur Klärung des Unfallgeschehens bittet die Polizei Backnang unter der Nummer 07191/9090 um Zeugenhinweise. Insbesondere von Interesse sind Hinweise auf den Verursacher beziehungsweise sein dunkles Fahrzeug, der in Richtung Schwäbisch Hall weitergefahren war. Möglicherweise kann auch der Autofahrer, der von dem Verursacher überholt wurde, weitere sachdienliche Hinweise geben.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

„Islamismus im Internet“: „Pop-Dschihad“ soll Kids ködern

Mit Gewaltdarstellungen von Folter und Exekutionen ködern Islamisten auch in Deutschland Kinder und Jugendliche. Über soziale Netzwerke verbreiten die Extremisten Videos, die den Heranwachsenden das Bild eines actionreichen „Pop-Dschihad“ vermitteln sollen. 

Das geht aus der aktuellen Studie  „Islamismus im Internet“ der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und des Recherchedienstes Jugendschutz.net hervor. Im Beobachtungszeitraum seit 2011 wurden 1050 Verstöße gegen den Jugendschutz verzeichnet.

Zugenommen habe vor allem die erschreckende Professionalität der antidemokratischen und menschenverachtenden Internetangebote von Extremisten wie etwa der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), sagte Stefan Glaser von Jugendschutz.net. 

Jugendlichen wird ein actionreicher „Pop-Dschihad“ vermittelt

Dabei bedienen sich die Islamisten bekannter sozialer Netzwerke wie YouTube, Facebook oder Twitter, nutzten aber auch sehr rasch neue Kanäle wie Sendvid oder Telegram für ihre Zwecke. Soziale Medien eignen sich wegen der großen Reichweite und Aktualität hervorragend, um insbesondere Jugendliche anzusprechen, wie Glaser sagte.

Dabei bedienen sich salafistische Werbetrommler oft Symbolen, die junge Menschen aus ihrer Alltagswelt kennen. Sie verweben westliche Filme, Musik, Computerspiele oder Marken geschickt mit radikalislamischen Elementen und „actionreichen“ Kriegsbildern. Den Jugendlichen wird dadurch eine Art „Pop-Dschihad“ vermittelt und „die Tür zum Islamismus“ geöffnet, sagte Glaser.

Beispielsweise würden die Namen bekannter Rap-Musiker oder anderer Popkultur-Phänomene in Videobotschaften eingefügt, die zur Teilnahme am „heiligen Krieg“ einladen. Dadurch würden Internetnutzer, die eigentlich etwas ganz anderes gesucht hätten, zu Inhalten der Islamisten weitergeleitet – und blieben dort nicht selten hängen.

Methoden kennt man von Rechtsextremen

Der bewaffnete Kampf werde dabei als romantisches Abenteuer verklärt, Attentäter würden als gerechte Märtyrer verherrlicht, sagte Glaser. Haupterzählstrang sei die Behauptung, „der Westen“ führe weltweit Krieg gegen „den Islam“, wobei gezielt Empathie und Gerechtigkeitsgefühle junger Zuschauer angesprochen würden.

Die Salafisten werben Glaser zufolge in regelrechten Kampagnen mit Orientierung, Sinn, Gemeinschaft und klaren Werten in einer komplizierten Welt. Dies übe nicht nur auf junge Muslime große Anziehungskraft aus. Ähnlich gingen seit Jahren auch Rechtsextreme online auf Menschenfang, sagte Glaser. Diese seien dabei jedoch weniger zielstrebig und schlechter finanziert als ihre islamistischen Gegenstücke. 

Social-Media-Plattformen sind für das Problem sensibiliert

Die Zahl der handwerklich ausgereiften Köder-Videos und die darin enthaltene Gewalt habe mit steigender Bekanntheit der Dschihadisten des Islamischen Staats (IS) eindeutig zugenommen, fügte der Jugendschützer hinzu. Immerhin: Die großen Plattformen sind für das Problem des Islam-Terrorismus sensibilisiert.

Um schnelle Löschungen beanstandeter Inhalte zu erreichen, habe Jugendschutz.net „gute Kontakte zu den großen Diensten aufgebaut“. Er appellierte, nicht nur die Lösch-Quoten weiter zu verbessern, sondern auch bei der Prävention voranzukommen – im schulischen wie außerschulischen Bereich und in der Jugendarbeit.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

Lastwagenfahrer nach Unfall schwer verletzt

A8 bei EsslingenLastwagenfahrer nach Unfall schwer verletzt

Stuttgart – Am Montagabend ist es auf der A8 in Richtung München zu einem Auffahrunfall gekommen. Ein 60 Jahre alter Lastwagenfahrer wurde schwer verletzt.

Der Unfall ereignete sich gegen 17.05 Uhr zwischen Esslingen und Wendlingen. Laut Polizei waren zwei Lastwagen an dem Unfall beteiligt. Ein Sattelzug, der 28 Tonnen Zement geladen hatte und auf der rechten Spur unterwegs war, musste wegen stockenden Verkehrs abbremsen. Der hinter ihm fahrende Lkw fuhr daraufhin aus bislang ungeklärter Ursache auf den Sattelzug auf. Bei dem Aufprall wurde der Fahrer des hinteren Lastwagens eingeklemmt. Der 60-Jährige kam schwer verletzt in ein Krankenhaus.

Die Polizei sperrte die Autobahn für 40 Minuten komplett, was für mindestens 15 Kilometer Stau sorgte. Gegen 17.45 Uhr wurde der linke Fahrstreifen wieder freigegeben. Gegen 18.45 Uhr schließlich auch der mittlere. Die Bergungsarbeiten auf der rechten Spur dauerten bis gegen 22 Uhr an.

Der Sachschaden beträgt einem Sprecher zufolge nach ersten Schätzungen insgesamt rund 80 000 Euro.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

Facebook und WhatsApp:EU gibt Internet-Nutzern mehr Rechte

Nach 18 Jahren hat die EU eine Reform des Datenschutzes beschlossen. Die Verordnung gibt Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten und macht Beschwerden leichter. Das geplante und umstrittene Facebook-Verbot für unter 16-Jährige outet sich jedoch als Papiertiger. 

Kinder und Jugendliche könnten Online-Dienste wie Facebook oder WhatsApp in einigen europäischen Ländern künftig bis zu einem Alter von 16 Jahren nur mit Zustimmung ihrer Eltern nutzen dürfen. Auf diesen Kompromiss konnten sich die Vertreter von EU-Kommission, Europaparlament und der Mitgliedsländer bei der Reform zum EU-Datenschutz einigen. Außerdem können gegen Unternehmen Strafen von bis zu vier Prozent der Jahresumsätze verhängt werden, wenn sie gegen die Datenschutz-Regeln verstoßen.

Die am Dienstag nach fast vier Jahren Debatten beschlossene Reform soll die Datenschutz-Grundverordnung von 1995 ersetzen. Ein zentrales Ziel ist, Europas Internet-Nutzern mehr Kontrolle über ihre persönlichen Daten zu geben. Die neue Verordnung soll voraussichtlich Anfang 2018 in Kraft treten.

Online-Profile löschen und mitnehmen

Unter anderem erhalten Nutzer das Recht, Informationen leichter wieder löschen zu lassen („Recht auf Vergessenwerden“) und Daten von einem Anbieter zum nächsten mitzunehmen („Portabilität“), wie die EU-Kommission nach der Einigung am Dienstagabend mitteilte.

Bei dem Kompromiss wurde grundsätzlich ein Alter von 16 Jahren für die Einwilligung zur Datenverarbeitung vorgesehen, außer wenn nationales Recht die Marke tiefer setze. Auf jeden Fall müssten die Kinder allerdings mindestens 13 Jahre alt sein.

Facebook erst ab 16 Jahren, bitte!

. Viele Kinder haben Profile bei den Online-Diensten auch schon vor dem Mindestalter von 13 Jahren, das für die Anbieter nach US-Vorschriften gilt. Kritiker warnten, dass Kindern und Jugendlichen eine legale Nutzung der Plattformen erschwert werde, wenn bis zum Alter von 16 Jahren die Zustimmung der Eltern erforderlich sei.

Lobbyisten von US-Unternehmen seien in letzter Minute noch in die Offensive gegangen, um die Vorschläge zu entschärfen, schrieb die „Financial Times“. Nach Informationen von „Politico.eu“ war das Europaparlament für ein Mindestalter von 13 Jahren, aber einige Länder hätten sich für 16 Jahre starkgemacht.

Insgesamt müssen sich Internet-Konzerne wie Google, Facebook und Co. die Zustimmung zur Datennutzung ausdrücklich einholen und ihre Produkte datenschutzfreundlich voreinstellen. An die neuen Regeln müssen sich nicht nur europäische Unternehmen, sondern auch etwa US-Firmen halten. Bei Unternehmen wie Google wären vier Prozent vom Umsatz ein Milliardenbetrag – der Umsatz des Internet-Konzerns lag im vergangenen Jahr bei 66 Milliarden Dollar.

Ein Hemmschuh für Europas Wirtschaft?

Der EU-Parlamentarier Axel Voss von der CDU warnte vor negativen Folgen für die Wirtschaft: „Wir müssen aufpassen, dass dies am Ende nicht ein Hemmschuh für die europäische Industrie und Forschung wird.“

Hat ein Verbraucher ein Problem mit einem Anbieter in einem anderen EU-Land, soll er sich künftig in seiner Sprache an die heimische Beschwerdestelle wenden können. Bislang war dies nicht möglich, so musste etwa der Österreicher Max Schrems in Irland gegen Facebook klagen.

Neu ist, dass in allen 28 EU-Ländern künftig gleich hohe Standards gelten – bisher war dies sehr unterschiedlich geregelt. Datenschutz-Oasen soll es somit in Europa nicht mehr geben. Anbieter werden auch verpflichtet, so schnell wie möglich über Datenlecks zu informieren, damit Nutzer handeln können.

Die bisherigen Regeln stammen aus dem Jahr 1995, sind veraltet und wurden in einzelnen Ländern unterschiedlich umgesetzt. Der Kompromiss muss noch formal vom EU-Ministerrat und dem EU-Parlament angenommen werden.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

background