Mädchen in der Pubertät: Hilfe und Tipps

Mädchen in der Pubertät leiden häufig unter einem Rollenkonflikt: Sie schwanken zwischen den Bedürfnissen eines Kindes und denen einer erwachsenen Frau. Vielen Eltern fehlt das nötige Wissen, um ihrer Tochter Tipps zu geben, die bei der Bewältigung dieses Zwiespalts helfen.

So verändern sich Mädchen in der Pubertät

Bereits ab dem neunten Lebensjahr kann die weibliche Geschlechtsreife einsetzen. Körperlich verändern sich Mädchen in der Pubertät besonders deutlich: Die Menstruation setzt ein, Hüfte und Busen runden sich und die Behaarung an Achsel- und Schambereich nimmt zu. Mütter sollten Ihrer Tochter erklären, dass diese Entwicklungen ganz normal sind. Tipp: Begleiten Sie Ihre Tochter beim ersten Besuch beim Frauenarzt und beim BH-Kauf. So verlieren diese Erlebnisse an Schrecken. 

Parallel zur körperlichen Entwicklung wollen die meisten Mädchen in der Pubertät ausprobieren, wie sie auf andere wirken. Sie tragen weite Ausschnitte und kurze Röcke, frisieren sich die Haare und lackieren die Nägel. Diplom-Psychologin Elisabeth Raffauf erläutert gegenüber „sueddeutsche.de“, dass dies zum Erwachsenwerden dazugehört: „Sie sind gerade auf der Suche nach ihrer Identität.“

Vorbilder für die eigene Verwandlung vom Kind zur Frau seien Schauspielerinnen und Models, aber auch Mitschülerinnen, die von den Jungs umschwärmt werden. (Pubertierende Mädchen: Wenn der Körperkult gefährlich wird)

Tipps zum Umgang mit Konflikten

Mit Verboten von aufreizender Kleidung werden Eltern wenig erreichen. Schon bei abfälligen Kommentaren machen Mädchen in der Pubertät häufig dicht und sind dann nicht mehr für Hilfe und Tipps erreichbar. Tipp: Wenn Sie Ihrer Tochter ihre Wirkung auf fremde Männer und Lehrer sowie mögliche Konsequenzen verdeutlichen, kann sie Ihren Standpunkt besser nachvollziehen. So lassen sich Kompromisse finden. 

Generell gilt: Wenn Mädchen in der Pubertät sind, müssen Eltern Geduld beweisen. Meist häufen sich dann Auseinandersetzungen: „Die Pubertät ist eine Zeit voller Zwist und Reibung, und das ist auch wichtig“, wie Raffauf betont. So lernen Jugendliche in Diskussionen, Argumente sachlich vorzutragen und anzuhören, Positionen gegeneinander abzuwägen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Auf lange Sicht vermitteln Sie Ihrer Tochter zudem Sicherheit und Rückhalt. (Extremes Verhalten in der Pubertät: Normal oder Grund zur Sorge?)

Mädchen in der Pubertät ernst nehmen

Der wichtigste Tipp für Eltern von pubertierenden Mädchen ist, ihre Tochter ernst zu nehmen und Verständnis für ihre individuellen Sorgen und Ängste zu zeigen. Während äußerliche Veränderungen in vielen Situationen thematisiert werden, bleibt ein Austausch über psychische Reifungsprozesse, Sinnkrisen und Stimmungsschwankungen meist die Ausnahme. „Die Diskrepanz zwischen dem Kind-Sein und der körperlichen Entwicklung ist natürlich riesengroß. Ein Kind soll diese Phase ja auch genießen, wir müssen es auch weiterhin Kind sein lassen. Nur: Wir dürfen die Augen vor bestimmten Fragen eben nicht verschließen“, wie Diplom-Psychologe Michael Thiel gegenüber „Bild.de“ erklärt. 

Dazu gehören Gespräche über Leben und Tod genauso wie über Liebe und Sex. Eltern sollten Mädchen in der Pubertät aber weder „aufklärende Gespräche“ noch zu viel Nähe aufzwängen. Das erzeugt viel mehr Gegenwehr als Annäherung. (Erste sexuelle Erfahrungen der Kinder: Tipps für Eltern)

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