“Schorschi” verschwand 1943: Österreich löst ältesten Vermisstenfall


Am zweiten Weihnachtsfeiertag 1943 will Georg Koppelstätter in einer abgeschiedenen Hütte in den Bergen mit Freunden seinen 17. Geburtstag feiern. Doch der Jugendliche verschwindet spurlos. Es braucht ganze 75 Jahre, bis sich sein Schicksal aufklärt.

75 Jahre lang rätselte Österreich über das Schicksal des vermissten 17-jährigen Georg Koppelstätter, genannt “Schorschi”. Jetzt haben Höhlenforscher laut der “Kronen-Zeitung” in den Bergen Österreichs eine Leiche geborgen und sind sicher: Es handelt sich um den 1943 verschwundenen Teenager. Damit ist der älteste Vermisstenfall Österreich aufgeklärt.

Rückblick: Am frühen Morgen des 26. Dezember 1943 machen sich “Schorschi” und seine Freunde in der klirrenden Kälte auf den Weg zur Rieder Hütte im Höllengebirge. An dem abgeschiedenen Ort auf 1800 Metern Höhe wollen die Jugendlichen den 17. Geburtstag Koppelstätters feiern – Kuchen und einige Flaschen Most im Gepäck dürfen deshalb nicht fehlen.

Doch bei der Ankunft auf der Hütte bemerkt das Geburtstagskind, dass es seine Ziehharmonika in der Bergstation der Seilbahn vergessen hat. Weil das Wetter gut ist und der Tag noch lang, beschließt “Schorschi”, mit seinen Skiern zurückzufahren und das Instrument zu holen. Doch zu der geplanten Party am Abend kommt es nicht mehr – denn der Jugendliche kehrt nie zurück.

Koppelstätters Familie, die das Verschwinden ihres Sohnes “psychisch zerstört”, wie Nachbarn der “Kronen-Zeitung” berichten, glaubt bis zuletzt, dass ihr Sohn noch lebt und schaltet Zeitungsannoncen in der ganzen Welt. Vor allem der Vater des Jugendlichen, der die Tour ungeachtet des Widerstands seiner Frau erlaubt hatte, macht sich Vorwürfe und stirbt einige Jahre später. An “gebrochenem Herzen”, so heißt es.

2016 findet ein Höhlenforscher in einer Felsspalte in der Nähe dann ein menschliches Skelett und Holzskier. Doch weil kurz darauf heftiger Schneefall einsetzt, können die Gebeine erst am 13. September 2018 geborgen und untersucht werden. Mittlerweile steht fest: Es ist die Leiche von “Schorschi”. Anfang Oktober hat er im Grab seiner Eltern die letzte Ruhe gefunden.



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