VfB Stuttgart im Endspurt: Keine personellen Experimente


VfB Stuttgart im Endspurt Keine personellen Experimente Korkut versucht die Spannung hoch zu halten.

Erleichterung ja, Entspannung nein: Der VfB Stuttgart hat den Klassenverbleib sicher, doch Trainer Korkut erwartet weiter viel von seinem Team.

Stuttgart – Das Trainerleben könnte ein leichtes sein für Tayfun Korkut nach dem erreichten Klassenverbleib mit dem VfB Stuttgart. Drei Spiele noch ohne existenzielle Bedeutung in der Bundesliga-Saison. Die nächste Partie bei den guten Bekannten in Leverkusen. Und ein paar zuletzt wenig eingesetzte Spieler, die nur darauf warten, sich zeigen zu dürfen. Doch ist die Lage für Korkut wirklich eine gänzlich andere als vor der dem Erreichen des Ziels mit dem 2:0 gegen Werder Bremen? Die klare wie knappe Antwort des Trainers: „Nein!“ Und auf Nachfrage ergänzt er: „Lassen Sie es uns zu Ende bringen.“

Drei hochkarätige Gegner

Es wirkt einerseits etwas künstlich, wie der Coach weiter versucht, die Spannung hochzuhalten. Er weiß ja schließlich selbst, wie sich das angefühlt hat, als er mit seinem Team die 40-Punkte-Marke geknackt hat: Seitdem sei „ein Stück weit Erleichterung“ dabei. Und er kennt ja auch die Umstände am Ende einer Saison, wenn es für viele Spieler nicht mehr nur um Punkte, Tore und Einsatzzeiten geht, sondern auch um die Frage, wie die Karriere weiter verläuft. „Das kann den Kopf beeinflussen, ich weiß, dass man sich als Spieler durchaus damit beschäftigt“, sagt Korkut, dem allerdings die aktuelle Vertragssituation der meisten Spieler hilft. „Es laufen nicht viele Verträge aus“, sagt der Coach. Zwei sind es, die von Holger Badstuber und Emiliano Insua. Bei Takuma Asano, Carlos Mané, Jacob Bruun Larsen und Dzenis Burnic endet die Leihe. Das eine oder andere Gerücht gibt es zudem (Santiago Ascacibar zum SSC Neapel? Linksverteidiger Borno Sosa von Dinamo Zagreb zum VfB?). Korkut ergänzt: „Auch diejenigen, die sich in Gesprächen befinden, geben richtig Gas.“ Und folgen damit dem Trainer auf dessen noch nicht ganz erfüllter Mission.

Die Erleichterung will Korkut nicht missen: „Wir fühlen uns gut.“ Andererseits hält er das Bundesliga-Geschäft per se für alles andere als eine Wohlfühloase. Also fordert er von seinen Spielern auch im Endspurt der Saison volle Einsatzbereitschaft und Siegeswillen – und lebt ebendies auch vor, indem er sagt: „An unserer Linie wird sich nichts ändern.“ Damit das Punktekonto noch ein bisschen voller wird. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen“, versichert Korkut. Obwohl er genau weiß, welche Kaliber noch auf sein Team warten.

Am kommenden Samstag (18.30 Uhr) geht’s zu Bayer Leverkusen, eine Woche später (15.30 Uhr) gegen 1899 Hoffenheim und zum Saisonabschluss nach München. „Das sind Hochkaräter“, sagt Korkut. Das ist Grund genug, es nicht schleifen zu lassen, könnte man den Spielern zudem zurufen. Vor allem denjenigen, die zuletzt auch den Klassenverbleib gesichert haben.

Korkut hat Gefallen am Offensivdrang gefunden

Viele andere werden nämlich nicht auf dem Feld stehen. „Wir fangen jetzt nicht an, vier oder fünf Spieler rauszunehmen“, sagt Tayfun Korkut und begründet: „Verlässlichkeit und Beständigkeiten haben uns dahin gebracht, wo wir jetzt stehen.“ Frühere Einwechslungen, wie schon zuletzt sind drin, mehr aber auch nicht: „Wir sind in der Bundesliga – ich kann nicht jeden glücklich machen.“ Auch spielerisch wird es keine Revolution mehr geben in dieser Saison. Wobei: Am Offensivdrang, den der Coach bei seinem Team im Spiel gegen Werder Bremen sah, hat er Gefallen gefunden. „Da sind wir von Anfang an nach vorne marschiert und wollen später auch unbedingt das zweite Tor machen“, erinnert sich Korkut, „daran wollen wir anknüpfen. Wir halten keinen zurück, allerdings muss die Balance stimmen.“ Im Training, versicherte er, sei nach zwei freien Tagen samt einer kleinen Feier auf dem Frühlingsfest schon wieder „richtig gutes Tempo“ drin gewesen. Was durchaus auch als Signal an die noch kommenden Gegner verstanden werden kann.

Bei allem Respekt vor den Kontrahenten auf den Rängen eins (FC Bayern), vier (Bayer Leverkusen) und fünf (1899 Hoffenheim) – auch das Selbstwertgefühl beim als Aufsteiger in die laufende Saison gestarteten VfB Stuttgart hat nicht gerade gelitten in den vergangenen Wochen, als das Team unter Tayfun Korkut nur eines von elf Spielen verloren und 22 Punkte geholt hat. „Auch die hochkarätigen Gegner wissen mittlerweile, dass es nicht so einfach ist, gegen den VfB zu spielen“, sagt der Trainer forsch und gibt das Motto für die Zeit bis zum frühen Abend des 12. Mai aus: „Wir laufen jetzt noch eine Ehrenrunde, aber wir stolpern nicht. Wir laufen sie anständig, mit festem Schritt.“

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