Kategorie -Jugendliche

Traumjob Astronaut: „Nichts, was Mädchen nicht können“


Mädchen können alles werden, auch Naturwissenschaftlerin und Astronautin. Diese Botschaft vermittelt Kanzlerin Merkel zur Preisverleihung des Bundeswettbewerbs Jugend forscht – und bekommt dabei Verstärkung aus dem Weltall.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zusammen mit dem zugeschalteten deutschen Astronauten Alexander Gerst Mädchen dazu ermuntert, sich mehr in der naturwissenschaftlichen Forschung zu engagieren. „Das ist nichts, was Mädchen nicht können“, sagte Merkel bei einem Empfang zur Preisverleihung des Bundeswettbewerbs Jugend forscht im Berliner Kanzleramt.

Merkel an Weltall: Die Kanzlerin im Gespräch mit Astronaut Alexander Gerst.

37,7 Prozent der Teilnehmer bei Jugend forscht waren in diesem Jahr weiblich. „Das könnte noch verbessert werden – die 50-Prozent-Marke sollte unser Ziel sein“, sagte Merkel.

Gerst rief in einer Liveschaltung zur Internationalen Raumstation ISS die Jugendlichen dazu auf, sich nicht vom eigenen Weg abbringen zu lassen: „Ich denke, es ist wichtig, dass wir jedem Traum eine Chance geben“, sagte er. Wie Merkel forderte auch Gerst Mädchen dazu auf, sich mehr in die Forschung einzubringen. „Was ich hier oben kann, das könnt ihr schon lange, das ist etwas, was jeder erreichen kann – Junge wie Mädchen“, sagte er.

Den sogenannten Preis der Bundeskanzlerin für die originellste Arbeit bekamen die 16 und 20 Jahre alten Geschwister Anna und Adrian Fleck aus dem hessischen Fulda. In insgesamt drei Jahren Forschung hatten sie Protektoren für Motorsportler aus Silikon und Stärkeflüssigkeit entwickelt.

Mehr als 60 Gewinner des Wettbewerbs kamen zur Preisverleihung nach Berlin. Insgesamt nahmen in diesem Jahr über 12.000 Jugendliche in Deutschland an Jugend forscht teil.



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Zum Wohl der Kleinsten

Runder Tisch in WeilimdorfZum Wohl der Kleinsten

Was im Stadtbezirk für Kinder und Jugendliche getan werden kann, darüber tauschen sich Haupt- und Ehrenamtliche beim runden Tisch aus. Foto: Leonie Hemminger

Weilimdorf – Das Wohl aller Kinder und Jugendlichen in Weilimdorf zu fördern, darum ging es den etwa 30 Teilnehmern, die sich am Mittwoch zum ersten „Runden Tisch für Kinder und Jugend“ im Bezirksamt versammelt haben. Die Idee dafür ging aus der Offensive „Chancen für alle Kinder“ hervor, welche Bezirksvorsteherin Ulrike Zich vergangenes Jahr ins Leben gerufen hatte. Um auch weiterhin an dem Thema dran zu bleiben, soll der runde Tisch künftig drei- bis viermal im Jahr einberufen werden.

„Unser Ziel ist es, Haupt- und Ehrenamtliche besser miteinander zu vernetzen“, erklärte Zich. Professionell arbeitende Betreuer und Pädagogen würden bereits eng zusammenarbeiten, Ehrenamtliche blieben dabei jedoch häufig außen vor, erklärte sie. Genau das soll sich mithilfe des runden Tisches ändern, zu dem freiwillig Engagierte explizit eingeladen sind. Außerdem werden Vertreter von Schulen, Kirchen, Vereinen, von den Jugendhäusern, der Mobilen Jugendarbeit und der Polizei dazu gebeten.

Mit der neuen Runde sollen gleichzeitig die zahlreichen Versammlungen, zu denen sich die Verantwortlichen bislang regelmäßig getroffen haben – die Jugendhilfekonferenzen Giebel und Hausen sowie die Handlungsfeldkonferenzen Kinder und Jugend –, reduziert werden. „Die Inhalte der Sitzungen haben sich oft gedoppelt“, erklärte Martin Kapler, der Leiter der Kinder- und Jugendhäuser in Weilimdorf und Giebel. Die Sitzung der Regionalen Trägerkoordination (RTK), bei der sich alle Sprecher der anderen Gruppen treffen, wird künftig als letzter Punkt auf der Tages­ordnung des runden Tisches stehen.

„Wir wollen uns über Projektideen austauschen und schauen, wer kann wo mitmachen“, erklärte Kapler das vorrangige Ziel. Auf diese Weise könne von den gegenseitigen Erfahrungen profitiert werden. „Dafür ist Gremienarbeit da“, sagte er.

Einen weiteren festen Tagesordnungspunkt bildet bei jedem Treffen ein Fachvortrag. Bei der Auftaktsitzung wurden Vorschläge gesammelt, welche Themen in Frage kommen. Demnach werden im Laufe der nächsten Sitzungen Experten eingeladen, die unter anderem über Kriminalprävention, Schulentwicklung, Lernmethoden oder das System von Familien- und Bonuscard berichten. Als erster Gast war Helmut Paß vom Stuttgarter Kinderschutz-Zentrum eingeladen worden. Er berichtete über die Arbeit der Beratungsstelle und ermutigte alle, sich an die Einrichtung zu wenden, wenn der Verdacht aufkommt, dass ein Kind vernachlässigt, körperlich oder seelisch misshandelt wird. „Es ist ein ganz schmaler Grat zwischen notwendiger und übertriebener Kontrolle“, räumte Paß ein. Doch es sei wichtig, wachsam zu sein. „Jugendschutz geht uns alle an, nicht nur das Jugendamt“, betonte auch Martin Kapler.

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Taschengeld 2015: So viel Taschengeld ist je nach Alter angemessen

Taschengeld ist für Kinder wichtig, um den Umgang mit Geld zu lernen. Für Eltern stellt sich die Frage, wie viel Geld angemessen ist und wie sie es am sinnvollsten auszahlen – wöchentlich oder einmal im Monat, auf die Hand oder aufs Girokonto? Die wichtigsten Tipps für Taschengeld-Verhandlungen mit Kindern und Jugendlichen.

„Weil das Kind damit verschiedene Dinge kaufen kann, bekommt es ein Gefühl für den Wert des Geldes“, erklärt Schuldnerberaterin Anne Schneider von der Diakonie Düsseldorf. Im Alter von vier oder fünf Jahren können Eltern mit geringen Beträgen beginnen. Aber wenn Kinder ältere Geschwister haben, wollen sie oft schon früher Taschengeld. „In diesen Fällen ist es möglich, symbolisch Geld im Wert von einem oder zehn Cent zu geben“ rät Alexandra Langmeyer vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München. Dann könnten auch die jüngeren Geschwister spielerisch etwas in die Spardose werfen.

Taschengeldtabelle der Jugendämter

Taschengeldtabellen der Jugendämter geben eine gute Orientierung für die angemessene Höhe in jeder Altersstufe. In den ersten Jahren genügt eine Erhöhung um 50 Cent. Ab zehn Jahren sollte das Taschengeld monatlich ausgezahlt werden und höher sein, um die 15 Euro. Der Betrag wird anfangs jedes Jahr um 2,50 Euro erhöht, so dass 14-Jährige ungefähr 25 Euro bekommen. Ab 17 Jahren empfiehlt Langmeyer 45 bis 60 Euro mit einer Erhöhung von 15 Euro pro Jahr.

Alter Taschengeld
4 – 5 Jahre 50 Cent wöchentlich
6 – 7 Jahre 1,50 bis 2 Euro wöchentlich
8 – 9 Jahre 2 bis 3 Euro wöchentlich
10 -11 Jahre 13 bis 16 Euro monatlich
12 -13 Jahre 20 bis 22 Euro monatlich
14 -15 Jahre 25 bis 30 Euro monatlich
16 -17 Jahre 35 bis 45 Euro monatlich
18 Jahre 70 Euro monatlich

Das sind jedoch nur Orientierungswerte, denn natürlich kommt es auf die finanziellen Möglichkeiten der Familie an. Der Betrag sollte außerdem im Vergleich zu Freunden und Klassenkameraden gesehen werden, rät Schneider. „Fällt das Taschengeld zu kleinlich aus, haben die Kinder keinen Spielraum, fällt es zu reichlich aus, lernen sie nicht, sich in ihren Wünschen auch einmal zu beschränken.“ In jedem Fall sei wichtig, Gründe für die Höhe offen mit dem Kind zu besprechen.

Dreiteiliges Modell für die Verwendung von Taschengeld

Notwendige Anschaffungen wie Kleidung, Pausenbrot oder Schulbücher sind die Sache der Eltern. Typische Taschengeld-Ausgaben sind dagegen Sport-, Spiel- und Freizeitaktivitäten, Süßigkeiten, Konzertkarten, Spielzeug, Kosmetik, CDs und Handy-Apps. „Taschengeld steht Kindern zur freien Verfügung“, betont Langmeyer. In der Regel sollten Eltern die davon getätigten Anschaffungen nicht bewerten. Kinder dürfen außerdem selbst entscheiden, ob sie ihr Taschengeld ausgeben oder sparen.

Langmeyer findet es sinnvoll, Kindern ein dreiteiliges Modell für den Umgang mit Taschengeld beizubringen: Ausgaben für aktuelle Wünsche, Sparen für größere Anschaffungen und längerfristiges Sparen.

Erziehungsexperten raten ab, Taschengeld als Strafe oder Belohnung zu benutzen und es zum Beispiel je nach schulischer Leistung zu erhöhen oder zu streichen. Besser sei es, zusätzlich zum Taschengeld Extrabelohnungen auszuzahlen. Langmeyer schlägt vor: „Während das Ausräumen des Geschirrspülers für alle zu einem funktionierenden Familienleben gehört, können Zusatzdienste wie umfangreiche Gartenarbeiten mit einem kleinen Lohn vergütet werden.“

Lerneffekt bei Taschengeld auf dem Girokonto

Das vereinbarte Taschengeld sollte zu einem festen Termin pünktlich, regelmäßig und in bar ausgezahlt werden. Wenn das Kinder zwölf ist, können Eltern das Geld auf ein Girokonto überweisen. „So lernen Jugendliche den Umgang im bargeldlosen Zahlungsverkehr“, erklärt Langmeyer.

Wie lange sollen Jugendliche Taschengeld bekommen?

Bis zu welchem Alter Kinder Taschengeld erhalten sollten, hängt von der Ausbildung ab. „Solange Jugendliche von den Eltern abhängig sind, sind Zahlungen notwendig“, findet Popp. Das ist heute häufig über die Volljährigkeit hinaus der Fall. Wenn die Kinder anfangen zu arbeiten und ihr erstes Einkommen beziehen, kann das Taschengeld wegfallen.

Manche Wünsche sind größer als das Taschengeld

Fällt Eltern auf, dass das Taschengeld immer wieder zu schnell aufgebraucht ist, wird es Zeit für ein Gespräch über Kaufverhalten und Wünsche des Kindes. Manchmal ist schon eine 14-tägige Auszahlung die Lösung des Problems. Auch ein Hinzuverdienen mit einem Nebenjob kann besprochen werden. Zeitungsaustragen etwa ist ab 13 Jahren erlaubt. „Das sollte aber nicht mit dem Taschengeld verrechnet werden“, sagt Popp.

ratgeber.t-online.de:

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Streetdance und Selbstverteidigung

JugendtreffStreetdance und Selbstverteidigung

In den Faschingsferien stand ein Tanzkurs auf dem Programm. Foto: privat

Feuerbach – Tanzbegeisterte Jugendliche im Alter von 13 und 14 Jahren hatten in den Faschingsferien im Jugendtreff Camp F die Möglichkeit, in die vielseitigen Bereiche des Hip Hop hineinzuschnuppern und eine Choreografie einzustudieren. Die Geschichte des Hip Hop stand ebenso auf dem Programm wie die Einteilung in die verschiedenen Tanzgenres. Auch in den Osterferien bietet der Jugendtreff ein Ferienprogramm an. In der ersten Ferienwoche dreht sich alles um das Thema Selbstverteidigung, in der zweiten geht es um das Mittelalter. Weitere Informationen gibt es unter www.jugendhaus.net/feuerbach oder telefonisch unter 817 74 76. red

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Wegen sexueller Übergriffe: Staatsanwalt ermittelt gegen Springreiter


Bei der Jugend der Deutschen Reiterlichen Vereinigung gibt es massive Alkoholprobleme und offenbar sexuellen Missbrauch bei Turnieren im In- und Ausland. Gegen einen Nachwuchsspringreiter ermittelt deswegen nun die Staatsanwaltschaft.

Im Zuge des jüngsten Skandals um Alkoholexzesse und sexuelle Übergriffe im deutschen Reitsport hat die Staatsanwaltschaft Koblenz Ermittlungen gegen einen 20 Jahre alten Nachwuchs-Springreiter eingeleitet. Der Mann stamme aus dem Landkreis Neuwied, teilte die Behörde mit. Gegen ihn bestehe der Verdacht, auf Reitturnieren im In- und Ausland „allein oder mit weiteren Beteiligten gegen junge Frauen sexuell übergriffig geworden zu sein“.

Die Vorwürfe würden auf die Angaben eines Anzeigenerstatters zurückgehen, dessen Erkenntnisse auf Aussagen anderer Zeugen beruhten. „Zur Ermittlung eines konkreten Sachverhaltes hat die Staatsanwaltschaft Koblenz zunächst die polizeiliche Vernehmung des Zeugen angeordnet“, hieß es. Einzelheiten teilte die Behörde nicht mit. Der „Spiegel“ hatte in seiner neuen Ausgabe über junge Springreiter aus dem Nationalkader berichtet, die unter Alkoholeinfluss auf Turnieren Mädchen gefügig gemacht und sexuell missbraucht haben sollen.

Das Magazin hatte auch darüber berichtet, dass die Staatsanwaltschaft Koblenz Hinweisen nachgehe, wonach ein Mädchen bei den Europameisterschaften im slowakischen Samorin Opfer einer Vergewaltigung oder sexueller Nötigung geworden sei. Zudem sollen bei dieser EM zwei Nachwuchsreiter im Alkoholrausch ein Hotelbett zerlegt haben.

Ob es sich bei den eingeleiteten Ermittlungen um diesen Fall handelt, ist offen. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass es nur ein Verfahren gebe. „Ob und wo dieser Beschuldigte gegebenenfalls Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung begangen haben könnte, ist noch nicht geklärt und muss im Laufe des anhängigen Verfahrens erst noch ermittelt werden“, hieß es.



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Sinus-Jugendstudie 2015: „Mainstream“ ist angesagt

Das Ergebnis der Sinus-Jugendstudie 2015 überrascht: Noch nie seit der Nachkriegszeit waren Jugendliche so wenig rebellisch wie heute. Sie sind strebsam, pragmatisch und fast schon überangepasst. Somit unterscheiden sie sich kaum von ihren Eltern.

Für soziale Absicherung nähmen Teenager eine noch größere Nähe zur Welt der Erwachsenen in Kauf als die „Generation Golf“ vor ihnen. So interpretiert Jugendforscher Klaus Hurrelmann das Ergebnis der heute vorgestellten Studie. „Das geht schon in Richtung Überanpassung.“

Projektleiter Marc Calmbach sieht die Anpassung der Teenager auch als Reaktion auf Erwachsene, die sich immer jugendlicher geben. „Das ist die erste Generation, in der Eltern und Kinder die selbe Musik hören und Mütter ihre Töchter nach Mode-Blogs fragen“, sagt er.

Sehnsucht nach Halt und Geborgenheit

„Der Begriff ‚Mainstream‘ ist bei den meisten Jugendlichen kein Schimpfwort mehr“ bestätigt die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), die zu den Auftraggebern gehört.

Sozialwissenschaftler werten den ungewöhnlichen Kuschelkurs der Jugendlichen nicht als Bequemlichkeit. Sie deuten die spürbare Sehnsucht nach Halt und Geborgenheit vielmehr als eine Reaktion auf Wirtschaftskrisen, Terrorgefahr und eine unübersichtlichere, globalisierte Welt. Doch der Kuschelkurs hat seine Schattenseiten. „Es ist eine Jugend mit verhältnismäßig wenig Freiraum“, urteilt Hurrelmann.

Wertschätzung für das „gute Leben“ in Deutschland

Es gebe kaum noch große Jugend-Subkulturen, die sich abgrenzen und provozieren. Viele Teenager, mit und ohne Migrationserfahrung, wollen sein „wie alle“. Die Mehrheit sei überzeugt, dass nur ein Wertekanon von Freiheit, Aufklärung, Toleranz und sozialen Werten das „gute Leben“ garantieren könne, das man in Deutschland habe, kommentiert die DKJS.

Auch die Ablehnung von Gewalt eint die befragten Jugendlichen aus allen Bildungsschichten. Besonders bei Muslimen sei die Distanzierung vom radikalem Islamismus zu spüren, sagt Projektleiter Marc Calmbach.

„Die Jugend“ gibt es dennoch nicht: Es bleiben Gruppierungen von Konservativen über Ökos und der Spaßfraktion bis hin zu Frustrierten, die sich abgehängt fühlen.

Das sind die wichtigsten Werte der Jugend

Oben auf der Prioritätenliste stehen Gemeinschaft, Familie, Sicherheit und Wohlstand. Dazu kommen Freiheit, Toleranz und soziale Werte. Für die Planbarkeit von Leben und Karriere nehmen Jugendliche klassische preußische Tugenden wie Pflichterfüllung in Kauf. Was nicht heißt, dass sie auf Ich-Fixierung, Spannung, Spaß und Risiko bis zur Ekstase verzichten. „Hart feiern, aber gute Noten“, lautet ein Credo.

Aufsteigen statt absteigen gehört zu den zentralen Motiven dieser ehrgeizigen jungen Generation. Die Überzeugung, abgehängt zu werden, wenn es in der Schule nicht rund läuft, hat sich weiter verstärkt. Mit der Konsequenz, dass sich eine Minderheit ausgegrenzt fühlt.

Pragmatische Einstellung zur Zuwanderung

Anders als in der Welt der Erwachsenen ist die Sorge vor Zuwanderung kein großes Thema. Teenager zeigen eher Mitgefühl mit Flüchtlingen. Dazu kommt ein Pragmatismus, den die Forscher der jungen Generation generell attestieren. Zuwanderung finden viele Jugendliche nur so lange akzeptabel, wie die Kapazitäten für eine gelungene Integration ausreichen. Ressentiments gegen Flüchtlinge fanden sich bei der Befragung auch – allerdings waren das häufig Stereotypen, die Teenager vom Hörensagen kannten.

Die Wissenschaftler erklären sich die Offenheit auch mit der multi-ethnischen Wirklichkeit, in der viele Jugendliche heute aufwachsen, vor allem in großen Städten.

Kein Leben ohne Internet und Smartphone

Für Teenager gilt: Leben heißt „online sein“. Ohne soziale Medien fühlen sie sich ausgegrenzt. Die bedingungslose Faszination beginnt allerdings zu bröckeln: Der Umgang mit neuen Medien ist zunehmend kritisch und selbstbestimmt. Das gilt insbesondere für die Herausgabe persönlicher Daten.

Die Jugend ist wunschlos glücklich mit Smartphones und Tablets. Damit ist aber auch ein Sättigungseffekt eingetreten: Die ersten sehnen sich bereits nach Entschleunigung. Aus der digitalen Dynamik flüchten sie zeitweise in eine Offline-Sozialromantik, entdecken beispielsweise das Gärtnern und Kochen für sich. Das heißt aber nicht, dass sie sich bei Facebook abmelden.

Liebe fürs Leben finden und Familie gründen

Es gibt einen breiten Konsens, dass Vertrauen, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit zentrale Voraussetzungen für eine Partnerschaft sind. Der große Wunsch ist eine stabile Beziehung bis spätestens Mitte 30. Auch der Wunsch nach einer eigenen Familie ist früh da. Viele Jugendliche koppeln die Idee aber an einen sicheren Job und guten Lebensstandard.

72 Jugendliche interviewt

Zum dritten Mal seit 2008 haben Jugendforscher 14- bis 17-Jährige im vergangenen Jahr nach ihren Meinungen und Gefühlen gefragt.

Die Ergebnisse der Sinus-Studie basieren auf langen und persönlichen Interviews mit 72 Teenagern aus verschiedenen Milieus, wie Projektleiter Calmbach erläuterte. Die Forschung schätzt diese Methode wegen ihrer Tiefenschärfe als seriös ein. Für die repräsentative Befragungen der Shell-Jugendstudie werden weit mehr Jugendliche interviewt.

Jugend in sieben Kategorien unterteilt

Die Jugend als homogene Gruppe gibt es in der Sinus-Studie nicht. Die Forscher unterscheiden zwischen verschiedenen Milieus:

  • konservativ-bürgerlich: Diese Jugendlichen sind bodenständig und traditionsbewusst, familien- und heimatorientiert. Ihre wichtigsten Werte sind Gemeinschaft, Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft, Familie, Geselligkeit und – insbesondere bei muslimischen Jugendlichen – religiöse Tugenden.
  • sozial-ökologisch: Die Maximen, nach denen diese Jugendlichen ihr Leben ausrichten wollen, sind Demokratie, Freiheit, Pazifi smus, Toleranz, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung aller Lebensweisen, Sorgsamkeit gegenüber Mensch, Tier und Umwelt sowie Nachhaltigkeit.
  • erfolgs- und lifestyle-orientiert: Diese Gruppe ist einerseits getrieben vom Wunsch nach Selbstverwiklichung und Selbstentfaltung, strebt aber auch ehrgeizig und zielstrebig nach Karriere und Erfolg.
  • adaptiv-pragmatisch: Diese Gruppe zeigt die höchste Anpassungsbereitschaft. Es ist der leistungs- und familienorientierte Mainstream. Die Jugendlichen schätzen bürgerlichen Grundwerte
    und Tugenden wie Ehrlichkeit, Respekt, Vertrauen, Pünktlichkeit
    und Fleiß, aber auch Freiheit, Offenheit, Unvoreingenommenheit, Spaß und Humor.
  • experimentalistische Nonkonformisten: Sie sind spaß- und szeneorientiert. Ihre Werte sind Freiheit, Individualität, Selbstverwirklichung, Spontaneität, Kreativität, Risikobereitschaft, Spaß, Genuss und Abenteuer. Diese Gruppe von Jugendlichen setzt sich am stärksten von den bürgerlichen Werten ab.
  • freizeit- und konsumorientierte Unterschicht: Für sie sind Materielle Dinge wie Shopping, Party, Geld und Urlaub „die coolsten Sachen der Welt“. Gleichzeitig dient vielen das häufig traditionelle Familienmodell der Eltern als Vorbild. Die Familie gibt Sicherheit, mit den Freunden wird das Bedürfnis nach „Fun und Action“ ausgelebt.
  • Jugendliche aus prekären Verhältnissen: Sie erleben früh die erste Brüche im Leben, beispielweise zerrüttete Familienverhältnisse, Armut, Kriminalität oder Schulverweis. Sie sind um Orientierung und Teilhabe bemüht und entwickeln oft eine Durchbeißermentalität.

Zu den Partnern der Studie gehören unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung.

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Jugend in Baden-Württemberg weniger kriminell als befürchtet

KriminalitätsstatistikJugend in Baden-Württemberg weniger kriminell als befürchtet

  Foto: dpa

Stuttgart – Die Jugend in Baden-Württemberg ist weniger kriminell als befürchtet: Die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren ist auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gesunken. Nach Angaben von Innenminister Reinhold Gall fiel sie im vergangenen Jahr um 4,2 Prozent auf 61.263 Personen. Der SPD-Minister kündigte außerdem am Mittwoch einen verschärften Kampf gegen die wachsende Rockerkriminalität an.

Die Zahl der angezeigten Kinder unter 14 Jahren sank 2011 mit 9.981 Fällen erstmals wieder unter die Marke von 10.000, sagte Gall bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik der Polizei für 2011. Gall zufolge ist dieser Trend auch der guten Vorbeugung zu verdanken. Das Förderprogramm „Prävention alkoholbedingter Jugendgewalt (PAJ)“ werde mit einer Million Euro innerhalb der nächsten zwei Jahre durch die Baden-Württemberg Stiftung unterstützt.

Der Minister nutzte die Gelegenheit, um für seine Polizeistrukturreform zu werben. Angesichts der Entwicklung, dass vor allem abends am Wochenende immer mehr meist alkoholbedingte Straftaten begangen würden, müssten Reviere und Posten unbedingt verstärkt werden, sagte er.

Warenbetrug im Internet deutlich rückläufig

Gall sieht auch eine zunehmende Bedrohung durch Rocker und ähnliche Gruppen. Mit insgesamt 84 Straftaten, vor allem Rauschgiftdelikten, Gewaltkriminalität und Verstößen gegen das Waffenrecht sei im Fünf-Jahres-Vergleich ein Höchststand erreicht worden. Das vom Innenminister angestrengte Verbot gegen die Pforzheimer Hells Angels MC Borderland sowie die Unterstützergruppierung Commando 81 Borderland sei auch als Kampfansage gegen die wachsende Rockerkriminalität zu verstehen.

Der Warenbetrug im Internet ist Gall zufolge zwar 2011 deutlich zurückgegangen, geradezu explodiert sei aber die digitale Schutzgelderpressung von zwei auf 2.899 Fälle. Der Besitz und das Verschaffen von Kinderpornografie im Internet sei um ein Sechstel auf 327 Straftaten angewachsen.

Grundsätzlich lebt die Bevölkerung im Südwesten nach Einschätzung Galls sicher. Zwar sei die Zahl der registrierten Straftaten 2011 leicht um 1,8 Prozent auf 582.844 angestiegen, das sei aber auch einer veränderten Statistik geschuldet.

 

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So macht der Ausflug auch Teenagern Spaß

Wenn Jugendliche lustlos sind, brauchen Eltern ein dickes Fell. Das gilt vor allem für gemeinsame Ausflüge. Um Frust zu verhindern, kann es helfen, wenn die Teenager bei der Planung beteiligt werden oder Freunde mitnehmen dürfen, raten Experten.

Auf gemeinsame Familienausflüge und Spaziergänge am Wochenende haben Teenies oft gar keine Lust. „Da ist es schwierig, die richtige Balance zwischen Gemeinsamkeit und Selbstständigkeit zu finden“, sagt Maria Große Perdekamp, Leiterin der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke).

Nicht so gut kommen normalerweise einfache Spaziergänge mit Mama und Papa an. Besser ist vielleicht eine gemeinsame Abenteuerwanderung oder ein Besuch im Spaßbad. „Die Eltern können auch anregen, Freunde mitzunehmen und das Ziel gemeinsam aussuchen“, sagt Große Perdekamp. Etwa im Schwimmbad kann man sich auch aufteilen – die Eltern gehen in die Sauna, die Jugendlichen auf die Rutsche, und zum Pommesessen treffen sich alle wieder.

Jugendliche mit Sportveranstaltung locken

Wohl nicht für jedes Wochenende, aber als besondere gemeinsame Ausflüge bieten sich Sportereignisse an: Je nach Interesse lässt sich der pubertierende Nachwuchs vielleicht mit einem Fußballspiel oder Reitturnier locken.

Große Perdekamp empfiehlt, sich nicht von einer ersten Ablehnung des Jugendlichen abschrecken zu lassen. „Dann sollte man ruhig dran bleiben, Teenies brauchen manchmal einen Anstupser – und haben dann doch Spaß“, sagt sie.

Nicht gleich schimpfen

Und die Eltern brauchen ein dickes Fell, wenn unterwegs erstmal genörgelt wird. „Dann darf man nicht direkt schimpfen oder sich die Stimmung vermiesen lassen.“ Die Eltern bräuchten ein bisschen Geduld – die Jugendlichen müssten aber auch lernen, mal etwas ein bisschen durchzuhalten und offen zu sein.

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Schlupfloch in der Verfassung: 14-Jähriger tritt bei Gouverneurswahl an

Bekommt der US-Bundesstaat Vermont bald einen 14-Jährigen als Gouverneur? Zumindest stellt sich mit Ethan Sonneborn ein Jugendlicher zur Wahl. Er hat nicht nur ein politisches Konzept.

Das Leben der meisten 14-jährigen Jungen in den USA dürfte sich um Themen wie Sport, Mädchen oder die Schule drehen – nicht bei Ethan Sonneborn. Der 14-Jährige geht ins Rennen um den Gouverneursposten im Bundesstaat Vermont.

Ethan greift dabei auf ein Schlupfloch in der Verfassung des Staates im Nordosten der USA zurück, das keine Altersgrenze für eine Kandidatur festlegt. Kandidaten müssen lediglich seit mindestens vier Jahren in Vermont gelebt haben. Ethan lebt seit 14 Jahren in dem Bundesstaat.

Vorkämpfer für die Mittelschicht

Sein Webauftritt präsentiert ihn als Vorkämpfer für Familien der Mitte- und Arbeiterklasse mit „den richtigen Ideen“ für eine Gesundheitsreform, die wirtschaftliche Entwicklung und Bildung – ungeachtet der Tatsache, dass er selbst noch Jahre von einem Schulabschluss entfernt ist.

Ethan identifiziert sich mit dem progressiven Flügel der Demokraten. „Ich denke, ich bin der Kandidat, der den Wandel, den wir brauchen, am besten repräsentiert“, sagte Ethan jüngst bei einem im Fernsehen übertragenen sogenannten Townhall-Meeting.

Trotz Lobs für seine „Reife“ und sein politisches Interesse hat Ethans Wahlkampf Forderungen nach einer Schließung des Alters-Schlupflochs in der Verfassung laut werden lassen. „Um ganz ehrlich zu sein, ich denke, wir sollten uns das mal anschauen“, sagte der republikanische Gouverneur Phil Scott, der selbst zur Wiederwahl antritt. Seiner Meinung nach sollte ein Gouverneur bei Amtsantritt „zumindest schon in der Lage sein, seinen Führerschein zu bekommen“.



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Präventionswoche hat die Ziele erreicht

Kampf gegen Sucht und GewaltPräventionswoche hat die Ziele erreicht

Die Präventionswoche soll Jugendlichen auch Orientierung vermitteln. Foto: privat

Zuffenhausen – Nach fünfjähriger Pause hatte es im Oktober 2011 in Zuffenhausen wieder eine Sucht- und Gewaltpräventionswoche gegeben (wir berichteten). In einer vor kurzem erschienenen Dokumentation werden die Ergebnisse der Veranstaltungsreihe präsentiert.

„Wir hatten grundsätzlich zwei Ziele. Einerseits wollten wir die Vernetzung im Stadtteil wieder aufleben lassen, andererseits sollten die Jugendlichen sensibilisiert werden“, fasst Katharina Litsche von der Mobilen Jugendarbeit Rot die Grundgedanken der Präventionswoche zusammen. Was die Kooperation im Bezirk angehe, sei dies hervorragend gelungen. Und auch seitens der Jugendlichen habe es viel positive Resonanz gegeben. „Es kommt gut an, wenn man ein ernstes Thema ohne erhobenen Zeigefinger anspricht“, sagt Litsche. Auf jeden Fall sei den Heranwachsenden klar geworden, dass man sie ernst nehme. Wie weit der Präventionsgedanke bei den Teilnehmern verankert worden sei, ließe sich freilich erst im Laufe der Zeit herausfinden.

Bereits die Vorbereitung der Veranstaltungsreihe hat laut Litsche gezeigt, wie sinnvoll es sei, wenn verschiedene Personen, die unterschiedliche Aufgaben haben, Probleme aus diversen Blickwinkeln betrachten und angehen. Während der Vorbereitung als auch während des Ablaufs der Präventionswoche seien Synergieeffekte entstanden, die sich auf vielfältige Art und Weise nutzen ließen.

Ein gutes Dutzend Veranstaltungen hatte es im Rahmen der Präventionswoche gegeben. Zum Auftakt waren unter anderem die CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Maag und Bezirksvorsteher Gerhard Hanus gekommen. Die meisten Besucher, nämlich rund 400, hatte die Abschlussveranstaltung „Body and Soul“ im Kinder- und Jugendhaus. „Die Suchtproblematik ist ein wichtiges Thema für die ganze Gesellschaft. Je früher man darüber aufklärt, desto besser“, sagt Jugendhausleiterin Melanie Haumann. Deshalb wäre es wichtig, dass sich die Präventionswoche nach ihrer fünfjährigen Pause wieder im Bezirk etabliere.

Auch 2012 wird es wieder eine Präventionswoche geben

„Auch in diesem Jahr wird es wieder eine Sucht- und Gewaltpräventionswoche geben“, sagt Katharina Litsche. Stattfinden soll sie in der zweiten Oktoberwoche. „Wir würden uns freuen, wenn noch mehr Schulen mitmachen würden“, sagt Litsche. Vergangenes Jahr waren insgesamt vier dabei. Anno 2012 sollen mit der Spielsucht und dem Cyber-Mobbing zusätzliche Themen mit ins Programm genommen werden.

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