Kategorie -Jugendliche

Jugendliche malen ihre Meinung

Wettbewerb in der StadtbibliothekJugendliche malen ihre Meinung

Jonathan Winkler (links) und Konrad Storch vom Jugendrat Nord haben den Wettbewerb mit organisiert Foto: Annina Baur

S-Mitte/S-Nord – Die Verzweiflung steht dem Jungen ins Gesicht geschrieben. Angesichts unzähliger mathematischer Formeln und literarischer Ergüsse schwirrt ihm so sehr der Kopf, dass er sich eines der Schulbücher über eben diesem zusammenschlägt. Die Szene ist zum Glück nur gemalt – und vermittelt doch eine wichtige Botschaft. „Zu viel des Guten“ hat die Gymnasiastin Rose Bröckel ihr Werk genannt und die Jury ins Herz getroffen: „Ich denke, jeder von uns kennt dieses Gefühl. Weil das Bild außerdem technisch und zeichnerisch stark ist, erhält es den ersten Preis“, sagte Ingrid Bauer am Freitag bei der Vernissage in der Stadtbibliothek.

Eine dreiköpfige Jury, zu der Bauer gehörte, hat die Werke beurteilt, die Jugendliche beim Kunstwettbewerb des Jugendrats Nord eingereicht hatten. Die Wahl sei der Jury sehr schwer gefallen: „Wir waren beeindruckt von der Vielfalt und der Kreativität“, sagte Bauer. Abgegeben worden waren sowohl Kreide- und Bleistiftzeichnungen als auch mit Wasser- und Acrylfarben gemalte Bilder sowie Werke im Pop-Art-Stil. Die Werke vermitteln manchnal eindeutige, manchmal versteckte Botschaften, wie etwa den Wunsch nach Frieden, die Aufforderung zu mehr Tierschutz oder mehr Akzeptanz für Homosexuelle.

Die Stadtbibliothek will Kreativität und Querdenken fördern

„Deine Meinung“ hatte der Jugendrat Nord den Wettbewerb überschrieben. Weil auch die Stadtbibliothek Kreativität und Querdenken fördern wolle, seien die Werke der Jugendlichen an diesem Ort genau richtig aufgehoben: „Man sieht an den Bildern, dass Jugendliche sehr wohl eine Meinung haben“, lobte Ingrid Bußmann, die Leiterin der Stadtbibliothek.

Der Jugendrat Nord hatte das Thema gewählt, weil es einerseits gut zum Jugendrat passe und den Jugendlichen andererseits viel künstlerische Freiheit lasse, sagt Jonathan Winkler, der Sprecher des Jugendrats. „Natürlich wollen wir mit unseren Projekten auch auf den Jugendrat aufmerksam machen und andere Jugendliche begeistern“, so Winkler. Mindestens ebenso wichtig sei dem Gremium aber gewesen, jungen, unbekannten Künstlern ein Forum zu bieten. Die ersten drei Gewinner dürfen jeweils an einem Kunstworkshop an der Jugendkunstschule teilnehmen.

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Abitur auf der Kippe – Gymnasium beenden oder nicht?

Bleiben oder gehen? Diese Frage stellt sich mancher Gymnasiast, der nur mit viel Mühe das vergangene Schuljahr geschafft hat. Was spricht in dieser Situation dafür, die Schule dennoch zu beenden? Und wo bekommen Schüler Hilfe? Hier gibt es die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wieso ist es wichtig, das Abitur zu machen?

Wenn es irgendwie geht, sollten Schüler versuchen, das Gymnasium zu Ende zu bringen, rät Jürgen Wursthorn, Sprecher der Bundesagentur für Arbeit. „Je höher der Schulabschluss, desto besser sind hinterher die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.“

Die Erwartungen der Arbeitgeber an den Schulabschluss würden immer höher. Das liege auch daran, dass die Arbeitswelt sich stetig akademisiere. So gab es 2014 rund acht Millionen Erwerbstätige, die studiert haben. Zehn Jahre zuvor waren es nur sechs Millionen. Ein Schulabbruch sei zudem auch immer ein Knick in der Bildungslaufbahn. „Manche Arbeitgeber sehen so einen Abbruch nicht gern“, gibt Wursthorn zu bedenken.

Was kann man tun, wenn es vor dem Abi knapp wird?

Wer kurz vor der Zielgeraden merkt, dass es fürs Abitur nicht reicht, sollte sich erstmal einen Überblick verschaffen: In welchen Fächern sieht es besonders mies aus, wo steckt noch Potenzial? Im Internet gibt es Hilfen wie den Abirechner, mit dem Jugendliche abschätzen können, wie der Stand ist. „Da sehe ich auf einen Blick: Wo kann ich noch etwas ausgleichen?“, sagt Florian Dyballa von der Plattform Schuelerpilot.de.

In einem zweiten Schritt sei es gut, wenn Schüler aktiv auf den Lehrer zugehen und beispielsweise um eine zusätzliche Aufgabe bitten. Das kann eine schriftliche Ausarbeitung sein – oder eine mündliche Präsentation, falls Schüler mündlich besser sind. So ließen sich oft noch ein, zwei Punkte mehr rausholen. Nachhilfe oder Lerngruppen mit Mitschülern seien weitere Optionen, seinen Notenschnitt zu verbessern.

Wer die Möglichkeit habe, sollte nicht nur mit dem jeweiligen Fachlehrer, sondern am besten mit einem Oberstufenkoordinator oder Tutor sprechen. Gemeinsam lässt sich überlegen, an welchen Stellen noch etwas zu holen ist. „Die Schulen haben ja auch ein Interesse daran, dass der Jugendliche besteht“, sagt Dyballa.

Wenn es aber gar nicht geht, weil die Noten zu schlecht sind?

Führt an einem Schulabbruch vor dem Abitur kein Weg vorbei, eröffnet auch ein guter Realabschluss mit anschließender Lehre gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Deshalb sollte diese Qualifikation nach der zehnten Klasse nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

In den meisten Bundesländern gilt am das Versetzungszeugnis in die elfte Klasse als Nachweis der mittleren Reife, in anderen müssen alle Gymnasiasten nach der zehnten Klasse eine Leistungsprüfung ablegen.

Weiterführende Links:

Abirechner des Portals Schuelerpilot: https://www.schuelerpilot.de/abirechner

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Fahndung nach Jugendlichen: Tourist auf Mallorca zu Tode geprügelt


Unweit der berüchtigten Drogensiedlung Son Banya in Palma de Mallorca kommt es am frühen Morgen zu einer Schlägerei. Herbeigerufene Sanitäter finden einen bewusstlosen Niederländer, der wenig später im Krankenhaus stirbt. Die anderen Beteiligten entkommen unerkannt.

Ein Tourist aus den Niederlanden ist auf Mallorca an den Folgen einer Schlägerei gestorben. Der 34 Jahre alter Mann erlag am frühen Freitagmorgen im Krankenhaus kurz nach seiner Einlieferung seinen Verletzungen, wie die Polizei der spanischen Urlaubsinsel mitteilte.

Die Umstände der Prügelei blieben zunächst unklar. Die Täter seien unerkannt entkommen, hieß es. Der Niederländer war laut Polizei gegen fünf Uhr morgens im Bezirk Son Ferriol in eine Schlägerei verwickelt. Man fahnde nach fünf Jugendlichen.

Son Ferriol liegt zwischen der Inselhauptstadt Palma und dem Flughafen Mallorcas. Der Tatort an einer Tankstelle der Landstraße Camí de la Milana liegt unweit von Palmas Drogensiedlung Son Banya.

Die von Augenzeugen herbeigerufenen Rettungssanitäter brachten den bewusstlosen und schwer verletzten, aber noch lebenden Niederländer nach Medienberichten schnell ins Landeskrankenhaus Son Espases in Palma. Dort erlag der Urlauber seinen Verletzungen.



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Ein Jugendrat West-Botnang ist nicht gewollt

S-WestEin Jugendrat West-Botnang ist nicht gewollt

Es wird wohl  keinen Zusammenschluss von Jugendrat West und  Botnang geben. Foto: Achim Zweygarth

S-West – Der Jugendrat West hat sich gegen die Idee ausgesprochen, sich künftig als Jugendrat West-Botnang zur Wahl aufstellen zu lassen und plädiert dafür, auch bei der nächsten Wahl 2014 in beiden Stadtbezirken die Wahl eines Jugendrates anzubieten. Der Vorschlag war von Botnang aus gekommen, obwohl den Jugendlichen dort ein eigener Jugendrat auch am liebsten wäre. Allerdings hatten sich bei der Wahl 2012 nur fünf statt der erforderlichen 13 Kandidaten zur Wahl aufstellen lassen, weshalb nach vielen Jahren erstmals kein Jugendrat in Botnang zustande gekommen war und lediglich eine Projektgruppe sich für die Belange der Jugendlichen einsetzt.

Mitspracherecht für die Jugendlichen aus Botnang

Die Projektgruppe arbeitet eng mit den Jugendräten aus dem Westen zusammen und nimmt auch an deren Sitzungen teil. Grund für die enge Kooperation ist, dass die meisten Jugendlichen aus Botnang im Westen zur Schule gehen, weil es im Nachbarbezirk keine weiterführende Schule gibt. Der Jugendrat West will diese enge Zusammenarbeit beibehalten, ganz gleich, ob es in Botnang eine Projektgruppe oder einen gewählten Jugendrat gibt.

Darüber hinaus wäre es aus Sicht der Jugendlichen aus dem Westen denkbar, dass die Jugendlichen aus Botnang noch enger in den Rat eingebunden werden, beispielsweise durch ein Mitspracherecht, sollten sie bei der nächsten Wahl wieder keinen Jugendrat stellen können. „Wie genau das aussehen soll, wollen wir aber erst nach der nächsten Wahl besprechen“, sagt Marcel Wolf vom Jugendrat West.

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Verwöhnten Kindern fehlt die soziale Ader

Viel Zuneigung, wenige Konflikte – das sind nicht wie vielleicht erwartet die besten Zutaten für eine gelungene Erziehung. Zu diesem Ergebnis kommen deutsche und finnische Forscher in einer umfangreichen Studie. Denn Jugendliche, die viel Nestwärme von ihren Eltern bekommen, setzen sich weniger für die Gesellschaft ein.

Forscher der Universität Jena und Kollegen der Universitäten Jyväskylä und Helsinki in Finnland haben mehr als 1500 Finnen im Jugend- und Erwachsenenalter befragt. Laut der Analyse engagieren sich die Verwöhnten unter ihnen seltener bürgerschaftlich als andere Altersgenossen – zum Beispiel in sozialen Projekten.

Eine Untersuchung in Sachsen-Anhalt von 2013 habe ähnliche Ergebnisse gezeigt, sagte die Psychologin Maria K. Pavlova von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Die Ergebnisse aus Finnland ließen sich daher auf Deutschland übertragen. Sie wurden jetzt im „Journal of Youth and Adolescence“ veröffentlicht.

Forscher warnen vor der Verwöhnungsfalle

Die Tatsache, dass positives Erziehungsverhalten sich nicht zwangsläufig auf alle Lebensbereiche auswirkt, ist aus Sicht der Forscher überraschend und stellt entsprechende Vorstellungen infrage. Laut Pavlova könne zu viel Nähe und elterliche Unterstützung möglicherweise , weil die Jugendlichen sich dann nicht mehr für die Welt außerhalb ihres eigenen Kreises interessierten. Eine weitere mögliche Erklärung sei, dass Eltern bürgerschaftliches Engagement weder als notwendig für Erfolg auf dem Arbeitsmarkt noch als moralisch verpflichtend sähen und die Verantwortung dafür eher auf den Staat schöben.

Die Möglichkeiten, sich zu engagieren, sind vielfältig. Sie reichen von Einsätzen in Krisenregionen und in sozialen Projekten bis hin zu Demonstrationen und politischen Debatten. „Solche Aktivitäten sind für das Funktionieren einer jeden Demokratie wichtig, selbst wenn es im Inhalt des Engagements von Land zu Land Unterschiede gibt“, betonte Pavlova.

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Das Quartier kindgerecht planen

SeelbergDas Quartier kindgerecht planen

Vor allem Jugendliche hätten gerne einen Skatepark im Stadtteil. Foto: Achim Zweygarth

Seelberg – Sie haben Kinderstrafzettel an Falschparker verteilt, vermüllte Ecken fotografiert und Spielplätze unter die Lupe genommen. Im vergangenen Jahr waren Kinder und Jugendliche im Seelberg als Experten in eigener Sache unterwegs. Ziel des Projektes kinder- und jugendgerechte Quartiersplanung war es, herauszufinden, wie ein solches Quartier überhaupt aussieht, wo im Stadtteil die größten Defizite liegen und mit welchen baulichen oder anderen Maßnahmen die Situation verbessert werden kann. Die Ergebnisse des Pilotprojektes haben Ulrich Dilger vom Stadtplanungsamt und Ulrike Kieninger vom Jugendamt kürzlich dem Bezirksbeirat Bad Cannstatt vorgestellt.

„Das Projekt war ein Erfolg“, sagte Kieninger den Lokalpolitikern. Als grundsätzliche Probleme des Stadtteils hätten Kinder und Jugendliche vor allem zugeparkte Gehwege, zu wenig Grün und einen fehlenden Skatepark genannt. Konkret schlecht weg kamen die Unterführung an der Stadtbahnhaltestelle Ebitzweg, der Belag des Bolzplatzes Gasteiner Straße, sowie die Vermüllung im Telekom-Areal.

Sofortmaßnahmen seien schon eingeläutet worden, sagte Dilger: „Die Polizei kontrolliert das Telekom-Areal bereits häufiger.“ Bei der Unterführung am Ebitzweg sei in der Zwischenzeit das Geländer versetzt worden; derzeit werde die Beleuchtung überprüft und geplant, wie die Vitrinen gestaltet werden können.

Dem Problem der zugeparkten Gehwege soll vor allem an Straßenecken mit Gehwegnasen, Pollern und Beeten zu Leibe gerückt werden. Drei Stellen hat das Stadtplanungsamt – wie berichtet – für eine Umgestaltung mit Mitteln der Stadtentwicklungspauschale vorgeschlagen. In den kommenden Wochen soll außerdem ein Hundetütenspender am Spielplatz bei der Liebfrauenkirche aufgestellt und Bäume und Hecken zurückgeschnitten werden. Für Mai schwebt Kieninger und Dilger eine Verschönerungsaktion vor, bei der im Seelberg Müll gesammelt wird und Wildblumen ausgesät werden.

Grundsätzlich sei die kinder- und jugendgerechte Quartiersplanung eine gute Sache; darin waren sich die Bezirksbeiräte fraktionsübergreifend einig. Man habe sich aber von dem Pilotprojekt noch mehr erhofft. Das Grundproblem in den Stadtteilen Seelberg und Winterhalde, die vergleichsweise schlechte Versorgung mit Spielplätzen, lasse sich durch das Projekt nicht gänzlich lösen, gab Dilger zu: „Es geht aber nicht nur um Quantität, sondern auch um Qualität.“

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Erfolg bei Rettungseinsatz: Taucher holen fünften Jungen aus Höhle


Nach fünf Stunden können Spezialtaucher laut einem Medienbericht ein weiteres Mitglied der eingeschlossenen Fußballmannschaft aus einer thailändischen Höhle bergen. Die noch verbliebenen sieben Jugendlichen und ihr Trainer sollen nach und nach geholt werden.

In Thailand ist bei einem neuen Taucheinsatz zur Rettung der noch eingeschlossenen Jungen und ihres Trainers in einer Höhle ein fünfter Jugendlicher gerettet worden. Das meldet der Nachrichtensender CNN unter Berufung auf ein Mitglied des Einsatzteams am Eingang der Höhle. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es noch nicht. Wie es dem Jungen geht, ist ebenfalls noch nicht bekannt. Der zweite Rettungseinsatz hatte am frühen Morgen nach mehr als 12 Stunden Unterbrechung begonnen. 

Provinzgouverneur Narongsak Osottanakorn hatte erklärt, Spezialtaucher seien wieder auf dem Weg in die Höhle zu den noch eingeschlossenen acht Jungen und ihrem Betreuer. Nach Angaben des Missionsleiters ist das Wasser in der teilweise überfluteten Höhle stark abgesunken, auch das Wetter ist gut. Die Rettungsaktion sei daher früher als ursprünglich geplant fortgesetzt worden, so Narongsak. „In ein paar Stunden werden wir gute Nachrichten bekommen“, sagte er.

Thailands Innenminister Anupong Paojinda sagte, dass die Taucher, die mit ihrer ersten Aktion am Sonntag Erfolg hatten, wieder zum Einsatz kommen. Vor dem Eingang sind bereits Krankenwagen und Hubschrauber zu beobachten. Die Rettung der Jugendmannschaft, die in etwa vier Kilometern Tiefe festsitzt, ist äußerst gefährlich. An manchen Stellen ist der Weg hinaus extrem eng. Darüber hinaus kann man im Wasser kaum sehen. Jeweils zwei Retter nehmen die Jungen ins Schlepptau.

Die Kinder sind alle mit Taucherbrillen ausgerüstet und werden von den Männern mit Sauerstoff versorgt. Insgesamt sind etwa 90 Taucher im Einsatz. Das Kernteam besteht aus 18 Spezialtauchern, davon der größte Teil aus dem Ausland – etwa aus Australien und Großbritannien.

Erste Aktion verlief „sehr problemlos“

Die am Sonntagmorgen gestartete erste Phase der Rettungsaktion lief nach den Worten des Gouverneurs „sehr problemlos“: „Wir waren heute schneller als erwartet.“ Am Sonntag hatten Spezialtaucher vier der Jugendfußballer aus der Höhle gerettet. Die Retter hatten sich nach langen Vorbereitungen erst am Sonntagmorgen endgültig zu dem Einsatz entschlossen. Schlechte Wetteraussichten hatten zuletzt den Druck erhöht. Die Jungen bekamen vor dem Tauchgang starke Medikamente, damit sie ruhig blieben.

Unterdessen warten die Familien der geretteten Jungen noch auf ein erstes Wiedersehen. Wie der Sender Thai PBS berichtete, informierten die Behörden die Familien, sich für einen Besuch im Krankenhaus bereitzuhalten. Nach Auskunft der Behörden geht es ihnen den Umständen entsprechend gut. Der achte Stock der Klinik, wo die Jungen die erste Nacht nach ihrer Rettung verbrachten, ist von der Polizei abgesperrt.

Das Drama um die jungen Fußballer im Alter von 11 bis 16 Jahren und ihren 25-jährigen Betreuer begann am 23. Juni, als Wassermassen die Gruppe mehrere Kilometer tief in der Höhle einschlossen. Seitdem saßen die Jungen an einer trockenen Stelle etwa vier Kilometer im Höhleninneren fest.

Die Rettung ist äußerst gefährlich: Ein Taucher kam in der Nacht zum Freitag ums Leben. Selbst die professionellen Taucher benötigten fünf bis sechs Stunden, um in der Höhle vom Zufluchtsort der Jungen aus durch teils extrem enge Gänge, vorbei an scharfkantigen Felsen und durch überflutete Passagen, zum Ausgang zu gelangen.



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Selbstwahrnehmung von Jugendlichen: Was für eine Pubertät?

Wenn die Pubertät beginnt, erkennen viele Eltern ihren Nachwuchs nicht wieder. Aus dem fröhlichen Kind wird ein unberechenbares Wesen von einem anderen Planeten. Dagegen nehmen sich die Jugendlichen selbst als unkompliziert und viel stabiler wahr. 

Wissenschaftler der Universität Tübingen befragten für eine Studie rund 2700 Jugendliche zwischen zehn und 14 Jahren sowie deren Eltern. Während die Erwachsenen ihre Kinder zunehmend kritischer, weniger offen und zurückgezogener beschreiben, zeigt die Selbsteinschätzung der Teenager keine Veränderungen. 

Pubertierende Teenager kennen ihre Schwächen 

Die Jugendlichen mussten beispielsweise Fragen beantworten wie „Ich bin jemand, der andere schnell kritisiert“, „Ich erledige meine Aufgaben sofort“ oder „Ich bin jemand, der gerne mit anderen zusammen ist“.

Überraschend war, dass sich die Schüler beim Punkt Gewissenhaftigkeit selbst kritischer sehen, als Eltern das tun. Die Teenager gaben an, weniger leistungsbereit, diszipliniert und zuverlässig geworden zu sein. Die Eltern konnten in diesem Punkt jedoch fast keine Veränderung feststellen.

Kontaktscheu? Von wegen!

Bei der Persönlichkeitseigenschaft Extraversion war es umgekehrt: Die Eltern beschreiben ihre Kinder als weniger kontaktfreudig, die Jugendlichen selbst nahmen sich anders wahr. Laut den Wissenschaftlern rührt das daher, dass die Eltern ihre Kinder zum größten Teil zu Hause erleben, die Jugendlichen aber an ihr Verhalten im Freundeskreis denken.

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10. April: Keller des Rathauses Kornwestheim läuft voll

Blaulicht aus der Region Stuttgart10. April: Keller des Rathauses Kornwestheim läuft voll

In Kornwestheim muss die Freiwillige Feuerwehr den Keller des Rathauses auspumpen, nachdem bei Baggerarbeiten eine Wasserleitung beschädigt worden war und Wasser in den Keller lief. (Symbolfoto) Foto: Leserfotograf vfbfanwelt

Kornwestheim: Bei Bauarbeiten vor dem Kornwestheimer Rathaus (Kreis Ludwigsburg) hat ein Bagger am Mittwochnachmittag die Hauptwasserleitung beschädigt. Innerhalb kurzer Zeit sind daraufhin mehrere Kellerräume des Rathauses, in denen Akten und Fundfahrräder gelagert waren, vollgelaufen.

Wie die Polizei mitteilte, rückte die Freiwillige Feuerwehr Kornwestheim an, um das Wasser abzupumpen. Die Arbeiten sollen laut einem Polizeisprecher bis zirka 19.15 Uhr andauern. Für den Feuerwehreinsatz ist die Stuttgarter Straße im Bereich des Rathauses gesperrt und eine Umleitung ist eingerichtet.

Innerhalb kurzer Zeit seien mehrere Kellerräume des Rathausturms vollgelaufen, sagte Oberbürgermeisterin Ursula Keck (parteilos). In den Räumen im ersten und zweiten Untergeschoss des Turms seien vor allem Fundsachen wie Fahrräder sowie altes Mobiliar und Putzmittel gelagert. Da auch die Trafostation durchnässt war, sei die EDV-Versorgung zwischenzeitlich abgeschaltet worden.

Der entstandene Sachschaden steht noch nicht fest. Verletzt wurde niemand. Die Rathaus-Mitarbeiter mussten ihre Arbeitsplätze nicht verlassen.

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Depression bei Jugendlichen: Tims lebensbedrohliche Krise

In Deutschland erkranken drei bis zehn Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 17 an einer Depression. In den Gefühlswirren der Pubertät können Eltern ernste Warnzeichen leicht übersehen. So war es bei Tim, dessen Depression einen dramatischen Verlauf nahm.

Tim* war 15 Jahre alt, als er in eine tiefe Krise stürzte. Seine erste große Liebe hatte ihn nach zwei gemeinsamen Jahren verlassen. „Sara war sein Ein und Alles“, erzählt Tims Mutter Tina*. „Tim verkroch sich in sein Zimmer und hatte schlimmen Liebeskummer. Ich versuchte, mit ihm zu reden, ihn damit zu trösten, dass es noch viele andere nette Mädchen gebe – aber ich kam gar nicht mehr an ihn ran. Tim zeigte kaum noch Interesse an irgendetwas. Er traf sich nicht mehr mit Freunden, vernachlässigte seine Hobbys, schleppte sich nur noch zur Schule und stocherte lustlos und wortkarg in seinem Essen.“

Erstmal dachte sich Tina nicht viel dabei: „Ich weiß noch gut, wie ich mich bei meinem ersten Liebeskummer fühlte. Dass sich bei Tim daraus eine schwere Depression entwickelte, verstand ich leider erst drei Monate später.“

Daran unterscheidet sich Depression von Pubertätskrisen

Es ist nicht einfach, die Symptome einer Depression bei Jugendlichen von „normalen“ pubertären Krisen abzugrenzen. „Während der Pubertät gibt es sicherlich Phasen sozialen Rückzugs mit Antriebslosigkeit oder anderen Stimmungsauffälligkeiten. Aber typisch für die Pubertät ist, dass das stark schwankt. Bei einer Depression hingegen hält dieser Zustand mehrere Wochen lang unvermindert an“, erklärt Martin Holtmann, Ärztlicher Direktor an der LWL-Universitätsklinik Hamm der Ruhr-Universität Bochum.

„Eine Depression beeinträchtigt den Alltag: Ich kann Dinge, die mir eigentlich Spaß machen, nicht mehr tun. Deshalb kann eine Depression die psychosoziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen erheblich beeinträchtigen“, warnt der Experte.

Wenn ein Jugendlicher über vier Wochen immer nur traurig, lustlos oder ängstlich ist, sich Konzentrationsmangel, Leistungsstörungen oder vermindertes Selbstvertrauen zeigen, sollten Eltern das Gespräch mit Fachleuten suchen, appelliert Holtmann. Auch hinter körperlichen Symptomen wie Kopfschmerzen, Gewichtsverlust, übermäßigem Schlafbedürfnis oder Schlafstörungen könne eine Depression stecken. Erste Anlaufstelle für Eltern sind dann der Kinderarzt oder Spezialisten, wie Kinder- und Jugendpsychiater und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.

Tims Selbstmordversuch rüttelte die Familie wach

Als sich auch Tims Noten stark verschlechterten, war Tinas Geduld am Ende: „Zwei Monate, nachdem Sara mit Tim Schluss gemacht hatte, konnte ich keine Toleranz mehr aufbringen. Tim war stark in der Schule abgesackt, tauchte dort öfters auch gar nicht auf und ließ sich nur noch hängen. Wir stritten viel. Dadurch wurde alles noch schlimmer. Oft lief Tim stundenlang weg oder schloss sich in seinem Zimmer ein. Morgens jammerte er oft über Kopfweh und wollte nicht in die Schule.“

Auch der Vater, der mit Tim früher intensiv im Tennisclub aktiv war, kam weder über den Sport noch über Gespräche an Tim heran. Konflikte in der Familie waren an der Tagesordnung – bis es im Sommer 2014 knallte: Tim versuchte, sich mit Schlaftabletten das Leben zu nehmen. „Nachdem Tim über Stunden nicht die Zimmertür geöffnet hatte, brach mein Mann sie auf und wir fanden Tim bewusstlos auf seinem Sofa liegend. Ich rief sofort den Notarzt, der Tim in eine Kinderklinik brachte“, erinnert sich Tina. „Ich werde diesen Tag nie vergessen. Er hat unsere Familie für immer verändert.“

Erhöhte Suizidgefahr bei Menschen mit Depression

Das Beispiel von Tim zeigt, dass eine Depression in eine lebensbedrohliche Krise münden kann: „Neun von zehn Suiziden werden im Rahmen psychischer Erkrankungen verübt“, weiß Holtmann. In Deutschland nehmen sich pro Jahr rund 200  Jugendliche zwischen 15 und 19 das Leben; bei den 10- bis 14-Jährigen sind es 28 Fälle. „Das sind erschreckende Zahlen“, sagt Holtmann. „Es gibt in Deutschland insgesamt mehr Suizide als Verkehrstote.“

Erst der Suizidversuch brachte Tim eine adäquaten Behandlung ein. In der Kinderklinik konnte sein Leben gerettet werden. Es folgten Gespräche mit Psychiatern und Psychologen. Sie diagnostizierten eine schwere Depression und behielten Tim zwei Wochen dort. Danach konnte Tim einmal pro Woche weiter mit den Therapeuten sprechen und an einem speziellen Sportprogramm teilnehmen, bis er einen Platz für eine ambulante Verhaltenstherapie bekam.

„Durch den Selbstmordversuch hat sich Tim geöffnet“, sagt die Mutter. „Er hat begriffen, dass er krank ist und Hilfe braucht. Er hat einen riesigen Schreck bekommen, dass er sich und uns das angetan hat. Er war einfach nur froh, dass er überlebt hat; und wir natürlich auch. Ich mache mir schwere Vorwürfe, dass ich Tims Depression nicht früher erkannt habe.“

Wege aus der Depression

„Je nach Schweregrad erfolgt die Behandlung ambulant, tagesklinisch oder stationär“, erklärt Holtmann. „Wichtig ist, den Jugendlichen und die Eltern über Depression aufzuklären und zu beraten. Jedem Depressiven tut es gut, feste Tages- und Wochenstrukturen zu haben: Es ist wichtig, dass man morgens aufsteht und dass man Dinge tut, die einem normalerweise Spaß machen – auch wenn es erst schwer fällt. Wenn man macht, was einem gut tut, kommt die Stimmung oft hinterher.“

Ab einer mittelschweren Depression umfasst die Behandlung eine Psychotherapie, wobei die Effizienz von kognitiver Verhaltenstherapie als gesichert gilt. Daneben kommt bei einer schwer ausgeprägten Depression auch bei Kindern und Jugendlichen eine medikamentöse Therapie in Betracht: „Wenn ein junger Patient nur noch so wenig Antrieb hat, dass er es nicht mehr in die Schule schafft, ist eine stationäre oder tagesklinische Betreuung anzuraten“, sagt Holtmann.

„Wenn das nicht die gewünschten Erfolge bringt, gilt als Medikament erster Wahl der Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) Fluoxetin. Dieser Wirkstoff ist schon ab acht Jahren zugelassen. Diese Tabletten sollten Depressive aber nach einer Stabilisierung noch etwa ein Jahr lang einnehmen und dann nur schrittweise absetzen. Also nicht absetzen, sobald es einem wieder besser geht“, warnt Holtmann. „Es braucht Zeit, bis man nach einer schwer-depressiven Phase wieder in stabilem, ruhigem Fahrwasser ist. Man sollte sich und seiner Seele Zeit geben.“

Rückfälle vermeiden

Die Depression ist eine Erkrankung mit Rückfall-Risiko: Ein Drittel der Betroffenen neige zu einem chronischen Verlauf, weiß Holtmann. Ein weiteres Drittel habe weiterhin unterschwellig Schwierigkeiten, und ein Drittel werde nie wieder depressiv.

Es gelte, Strategien zum Gegensteuern zu entwickeln, wenn sich wieder eine depressive Phase aufbaut, sagt der Professor. „Die Warnzeichen sind zwar sehr individuell, aber bei jedem einzelnen sehr typisch: Der eine kann sich nicht mehr so gut konzentrieren, der andere hat Schlafstörungen, der nächste keine Lust mehr, sich mit Freunden zu treffen. Diese individuellen Muster lassen sich mit einem Psychotherapeuten gut ausarbeiten. Mit ihm bespricht man auch die Rückfall-Prophylaxe.“

„Ich habe meinen Jungen endlich wieder“

Tim geht es heute, nach rund zwei Jahren Psychotherapie, wieder gut. „Ich habe meinen Jungen endlich wieder“, sagt Tina. „Seitdem wir wissen, dass Tim anfällig für Depressionen ist, achten wir sehr auf einen geregelten Tagesablauf und versuchen jede Woche etwas Schönes oder Lustiges zusammen zu machen. Und wir setzen uns einmal im Monat alle zusammen und reden. Dabei darf jeder sagen, was ihn stört und wir versuchen gemeinsam Lösungen zu finden“, berichtet die Mutter. „Denn die Depression hätte fast unsere Familie zerstört, uns Tim genommen…“

Hier finden Jugendliche Rat und Hilfe bei Depressionen

Unter www.fideo.de (Fighting Depression Online) finden Betroffene Informationen über Erkrankung Depression. Junge Menschen ab 14 Jahren können sich dort online austauschen. Das Selbsthilfeforum wird durch eine angehende Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin betreut. Bei fideo.de gibt es auch einen Bereich für die Angehörigen – also die Eltern, Geschwister, Großeltern und Freunde.

*Name von der Redaktion geändert

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