Filder – Sie hatten schon gedacht, sie hätten es versemmelt. „Wir hatten total vergessen, Werbung zu machen“, sagt Isabelle Wörner, die für den Jugendrat in Birkach und Plieningen spricht. In der letzten Woche vor dem Bewerbungsende haben sie noch mal aufs Gas gedrückt, sind in den Schulen gewesen, haben in den Bezirken plakatiert und bei Facebook gefragt, wer gern für das junge Gremium kandidieren will. „Dass es 22 waren, war schon eine Überraschung“, sagt die 17-jährige Isabelle Wörner. 22 Bewerber haben auf jeden Fall gereicht, damit in Birkach und Plieningen im Januar 2014 wieder ein Jugendrat gewählt werden kann. „Wir haben echt daran gezweifelt, dass es klappt.“ Umso größer ist die Freude.
Mit dieser Freude sind sie auf den Fildern allein. Bekanntlich wird es in den Bezirken Degerloch, Sillenbuch, Möhringen und Vaihingen während der nächsten zwei Jahre keine Jugendräte geben. Sie sind an der Mindestbewerberzahl gescheitert (wir berichteten). Seit dem ersten Schock sind zwei Wochen vergangen. Das ist Zeit, um sich zu überlegen, wie es ohne Jugendrat weitergeht. Die Antwort: Mit einem Jugendrat, auch wenn er anders heißen wird, nämlich Projektgruppe.
In Degerloch ist der Jugendrat am vergangenen Montag zu seiner vorletzten Sitzung zusammengekommen. Thema auf der Tagesordnung waren natürlich die Jugendratswahl 2014. Konstantin Kristek ist der Sprecher des jungen Gremiums. Es hätten sich 13 Leute bewerben müssen, doch nur zehn waren am Schluss bereit für das Amt. Bei der Sitzung am Montag sei die Stimmung entsprechend gedämpft gewesen. „Wir wissen nicht, warum es nicht geklappt hat“, sagt der 19-Jährige aus Hoffeld. Von den Werbebesuchen der Jugendräte am Wilhelms-Gymnasium hätten sie sowohl von Schülern als auch von Lehrern eine positive Rückmeldung bekommen.
Konstantin Kristek sieht es nun als seine Aufgabe, die anderen zu motivieren, sich trotzdem einzusetzen, auch wenn es zunächst keinen Jugendrat mehr in Degerloch gibt. Viele der anderen seien wegen der schlechten Nachricht in ein Loch gefallen. Sie dort wieder herauszuholen, „dafür werde ich schon sorgen“, sagt Kristek. Im Januar wollen sie sich noch mal treffen und überlegen, was sie in den nächsten zwei Jahren tun könnten. Ein Budget von rund 2500 Euro bekommen sie trotzdem, nur die sieben Euro Sitzungsgeld entfallen.
In Sillenbuch sind die jungen Politiker ebenfalls traurig, dass sich statt der erforderlichen 13 Kandidaten nur acht gemeldet haben. Bei der jüngsten Sitzung vergangene Woche „haben wir darüber geredet, was schiefgelaufen ist, und was man hätte besser machen können“, sagt Charlotte Klenk, die Sprecherin des Jugendrats. Eine Idee sei, künftig einen Briefkasten zur Kommunikation mit den Jungpolitikern im Geschwister-Scholl-Gymnasium aufzustellen. „Das finde ich ziemlich gut“, sagt sie. Auch wenn es diesmal nichts geworden ist, „alle wollen weitermachen“.
Isabelle Wörner vom Jugendrat Birkach und Plieningen hat Mitleid mit den Amtskollegen in Degerloch, Sillenbuch, Möhringen und Vaihingen. Sie sagt, die Birkacher und Plieninger „sind immer auch offen für Wünsche aus den anderen Bezirken“.
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Ist Sport für Kinder und Jugendliche wirklich nicht mehr cool genug? Oder mangelt es ihnen an Ehrgeiz und Durchhaltevermögen? Junge Menschen in Deutschland finden immer seltener den Weg zum olympischen Sport. Woran das liegt und was sich ändern muss.
„Sport treiben ist in Deutschland nicht mehr cool“, urteilte vor kurzem der Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes, Thomas Konietzko.
Generation von Computer-Kids ohne Biss?
„Wir sind die Generation, die noch ohne Handys groß geworden ist und sich beschäftigen kann“, sagt Bahnradsport-Olympionikin Miriam Welte in Rio de Janeiro. Heute sitze die Jugend eher vor dem Computer als rauszugehen und da Spaß zu haben. Teamkollegin Kristina Vogel hat eher das Gefühl, dass sich junge Leute nicht mehr so quälen wollen. „Du merkst, wie wir damals beißen mussten und wie die heute beißen. Das ist einfach nicht das gleiche.“
Klischee oder Wirklichkeit? „Die Klagen über eine vermeintlich nachlassende Leistungsbereitschaft der vorangegangenen Generation sind so alt wie die Menschheit“, sagt Sportsoziologe Eike Emrich, Professor an der Universität Saarland. Wer sich heute für den Leistungssport entscheide, quäle sich wohl genauso wie früher.
Mehr „konkurrierende Genüsse“ – aber auch mehr Sportangebote
Der frühere Vizepräsident für Leistungssport des Deutschen Leichtathletik-Verbandes räumt aber auch ein: „Tatsächlich sind konkurrierende Genüsse heute alltäglicher als noch vor 30 oder 40 Jahren.“ Allerdings gebe es auch viel mehr Möglichkeiten, Sport zu treiben. Das zeige sich im großen Anteil Sporttreibender.
Nicht zu unterschätzen ist der demografische Effekt: „Die absolute Zahl von Kindern und Jugendlichen in der Republik ist zurückgegangen“, gibt Emrich zu bedenken. Damit sind auch weniger Talente auf dem Sportmarkt.
Fußball und Kampfsport haben große Zugkraft
Die große Zugkraft des Fußballs macht anderen Sportarten große Konkurrenz. Das gilt insbesondere für Jugendliche mit Migrationshintergrund. Auch Kampfsport werde stark nachgefragt, so Emrich. Fußball ist zudem auch medial dank der Bundesliga viel stärker vertreten und wird positiv wahrgenommen.
Olympische Spiele finden dagegen nur alle vier Jahre statt. Bei Spielen nimmt die Bevölkerung laut Emrich zudem eine große Kluft zwischen der olympischen Idee und dem olympischen Betrieb wahr. Fairness und Chancengleichheit würden von Korruption und Doping überschattet.
Das hat auch Sportwissenschaftler Thomas Horky, Professor an der Hochschule Macromedia in Hamburg, beobachtet. „Die gesellschaftliche Wertschätzung für den Sport hat stark abgenommen“, betont er. Die Glaubwürdigkeit des Systems habe angesichts zahlreicher Skandale sehr gelitten. „Wenn sich das nicht ändert, werden sich immer mehr Eltern fragen, weshalb sie ihre Kinder zum Sport schicken sollen.“
Sportvereine brauchen zeitgemäße Konzepte
Dieses Phänomen lässt sich beispielsweise beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) beobachten. Dort gehen die Mitgliederzahlen der Sieben- bis 14-Jährigen seit Jahren zurück – seit 2006 um mehr als 40.000 auf 208.000. Ein Trend, den man mit Innovationen aufhalten will. „Wer schon die Jüngsten heutzutage erreichen und ansprechen mag, der muss seine Angebote überdenken und reflektieren, was bei dieser Leichtathletik-Zielgruppe gut ankommt“, sagt David Deister vom DLV in Darmstadt.
Der Plan: Zunächst möglichst viele Kinder für den Wettkampfsport begeistern. „Dabei soll der Spaß am Sport im Mittelpunkt stehen und das Miteinander“, erklärt Deister. Der nächste Schritt: An eine Lieblingssportart binden – ausdrücklich auch während der Pubertät und darüber hinaus – und das Talent der Mädchen und Jungen fördern.
Standards für die Talentförderung nötig
Auch der Dachverband des deutschen Sports (DOSB), arbeitet an Lösungen für den Nachwuchsmangel im Leistungssport. Mit dem Nachwuchs-Leistungssport-Konzept 2020 sollen bundesweit gleiche Standards der Talentgewinnung und -förderung gesetzt werden. Dazu gehören Handlungsempfehlungen für die Talentsuche. Ein Start bei Olympia ist das Ziel für den Sportverband – und ein Lebenstraum für viele junge Sportler.
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In Velbert missbrauchen mehrere Jugendliche eine 13-Jährige. Sechs Tatverdächtige sitzen bereits in Untersuchungshaft. Zwei weitere sind mitsamt ihren Familien verschwunden.
Nach dem mutmaßlichen schweren Missbrauch einer 13-Jährigen in Velbert nahe Wuppertal haben sich zwei der Tatverdächtigen mitsamt ihren Familien abgesetzt. Die Ermittler halten es für möglich, dass die beiden Jugendlichen sich mit ihren Eltern ins Ausland abgesetzt haben, wie ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft sagte.
Sie stammen wie die bereits in U-Haft sitzenden weiteren sechs Tatverdächtigen aus Bulgarien. „Wir haben auch bei den Vermietern nachgefragt. Die Wohnungen sind leer“, sagte der Staatsanwalt.
Im April sollen sich acht Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren an einem 13-jährigen Mädchen vergangen haben. Sie sollen ihr Opfer zuvor in einem Freibad belästigt und es auf dem Heimweg in ein Waldstück gezerrt und dort missbraucht haben. Eine Passantin kam dem Mädchen zu Hilfe. Sechs der Jugendlichen konnten festgenommen werden, nach den zwei weiteren wurde gefahndet. Die Polizei geht von schweren Sexualstraftaten aus, die auch mit dem Handy aufgezeichnet wurden.
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Spitalhof in MöhringenKleines Tor, große Aufregung
Möhringen – Richterin Annegret Pelka sah die Sache pragmatisch: „Das Tor gehört zu, dann ist Ruhe.“ Dies sagte sie aber nicht im Gerichtssaal, sondern im Sitzungssaal des Bezirksrathauses. Anwohner Mehmet Ali Kilcioglu hatte gegen die Stadt geklagt, weil er die seiner Meinung nach unzumutbaren Zustände im Spitalhof nicht mehr länger hinnehmen will.
Dort, wo sonst der Bezirksbeirat diskutiert, saßen gestern Kilcioglu, seine Frau, die Richterin, Bezirksvorsteher Jürgen Lohmann, Gerald Zwicker und Gerd Struckmann vom Gartenamt sowie Jürgen Plath vom Rechtsamt. Zuvor hatten sie sich gemeinsam die Gegebenheiten vor Ort angeschaut. Kilcioglu hatte all das aufgezählt, was ihn stört. Angefangen von wildfremden Menschen, die sich auf seinem Grundstück aufhalten, über betrunkene Jugendliche, Obdachlose, Körperverletzungen und Sachbeschädigungen. Auch das manch einer dort seine Notdurft verrichtet, ist für den Anwohner nicht hinnehmbar: „Da gibt es keine einzige Toilette.“ Seit fünf Jahren treibt Kilcioglu das Thema um, auch weil sich seine Mieter nicht sicher fühlen. Er spricht von einer „Ochsentour“. Unzählige Male hat er sich an die Ämter gewandt: „Da hat sich aber nichts bewegt.“
Dass nichts passiert ist, wollten aber die Vertreter der Stadt nicht stehen lassen. Für die war es freilich ein ungewöhnlicher Termin – auch für Jürgen Lohmann, der immerhin seit 1989 Bezirksvorsteher in Möhringen ist: „Wir hatten mal den Petitionsausschuss des Landtags da, aber ein Verwaltungsgericht noch nie.“ Dass der Spitalhof kein Einzelfall ist macht Gerd Struckmann deutlich: „Diese Situationen gibt es überall.“ Er ergänzte: „Wir haben alles versucht, was wir machen können.“ Das bestätigte Jürgen Lohmann. So sei seit einiger Zeit nun das Alkoholtrinken im Spitalhof verboten. Man habe Polizei, Caritas und den Vollzugsdienst und auch die Nachtwanderer eingeschaltet. Der Einschätzung der Verwaltung nach hat sich die Lage deutlich beruhigt. Dass dem Grenzen gesetzt sind, war auch der Richterin bewusst. „Ihr Engagement ist zwar ehrenwert, aber Sie können das Leben nicht einfrieren“, sagte sie daher auch an Kilcioglu gewandt. Es gebe eben menschliche Unzulänglichkeiten, mit denen man leben müsse. Er könne sich daher nicht zur „Ordnungsbehörde der Nation machen“.
Zuvor schon hatte Struckmann auch auf den Tonfall hingewiesen. „Wenn Sie solche didaktischen Fähigkeiten haben, dann sind Sie der richtige Mann für den Job“, entgegnete Kilcioglu. Dies führte freilich nicht weiter. „Wir müssen die Kuh vom Eis bekommen“, sagte daher auch folgerichtig die Richterin, die einen Vergleich vorschlug, auf den sich Stadt und Anwohner verständigten.
Demnach muss die Verwaltung bis zum 1. April Sorge tragen, dass das Tor täglich ab 20 Uhr oder nach Einbruch der Dunkelheit verlässlich geschlossen wird. Zudem müssen Vorkehrungen getroffen werden, dass „unzumutbare Beeinträchtigungen“ des Spielplatzes unterbunden werden. Die Stadt trägt zudem die Kosten des Verfahrens. „Da kommen Sie noch günstig mit weg“, konnte sich Kilcioglu einen Seitenhieb nicht verkneifen.
Offen blieb nur die Frage, wo künftig die Gäste des Kunstmarkts bewirtet werden. Zelt und Grill des Bürgervereins standen bislang im hinteren Bereich des Spitalhofs. „Da müssen wir uns dann nach einer neuen Lösung umsehen, was ich sehr bedauern würde“, sagte Lohmann. Das letzte Wort scheint da aber noch nicht gesprochen. Nicht umsonst empfahl die Richterin das Miteinanderreden „weiter zu pflegen und zu üben“.
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Sie kommen vom Regen in die Traufe: In Regionen mit hohem Armutsrisiko brechen oft auch besonders viele Jugendliche die Schule ab. Das zeigt eine Untersuchung des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Dabei zeichnet sich ein starkes Ost-West-Gefälle ab.
Das IW hat die Armutsgefährdung von Kindern und Jugendlichen mit dem Anteil von Schulabbrechern verglichen. In einigen der schwächeren Regionen brechen rund doppelt so viele Jugendliche die Schule ab wie im bundesweiten Durchschnitt.
Als Schulabbrecher gelten in der Erhebung junge Menschen, die die allgemeinbildenden Schulen verlassen, ohne mindestens den Hauptschulabschluss erreicht zu haben.
In Deutschland gelten laut IW 19 Prozent der Kinder und Jugendliche als armutsgefährdet, weil ihren Familien weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung steht.
Alarmierende Zahlen aus Sachsen-Anhalt
Überdurchschnittlich hoch ist das Armutsrisiko unter anderem in Leipzig mit fast 28 Prozent und im nördlichen Sachsen-Anhalt mit gut 32 Prozent. Zugleich brechen dort knapp zwölf beziehungsweise elf Prozent der Jugendlichen die Schule ab. Das sind rund doppelt so viele wie im Bundesdurchschnitt. Doch nicht nur in Ostdeutschland besteht ein solcher Zusammenhang. Ein ähnliches Bild zeigt sich in etwa Gelsenkirchen: Die Armutsgefährdungsquote liegt dort bei 39 Prozent, der Anteil der Schulabbrecher bei fast elf Prozent. Auch in den östlichen Landkreise von Mecklenburg-Vorpommern gibt es eine deutliche Korrelation.
Dagegen sind beispielsweise im westlichen Mittelfranken weniger als sieben Prozent der Kinder und Jugendlichen armutsgefährdet. Dort brechen auch nur drei Prozent der Jugendlichen die Schule ab. Die regionale Verteilung zeigt diese Grafik des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln:
Hier gibt es die meisten Schulabbrecher
Betrachtet man einzig die Statistik der Schulabbrecher, schneidet in Sachsen-Anhalt mit zehn Prozent am schlechtesten ab. In diesem Bundelsand liegt auch der Landkreis mit dem Negativrekord: Mansfeld-Südharz mit einer Abbruchquote von 14,4 Prozent.
Höchste Quote an Schulabbrechern
niedrigste Quote an Schulabbrechern
14,4, Prozent: Landkreis Mansfeld-Südharz (Sachsen-Anhalt)
1,1 Prozent: kreisfreie Stadt Ansbach (Bayern)
12,9 Prozent: Landkreis Uckermark (Brandenburg)
1,3 Prozent: Landkreis Südwestpfalz (Rheinland-Pfalz)
12,8 Prozent: Landkreis Stendal (Sachsen-Anhalt)
1,8 Prozent: Cham (Bayern)
(Quelle: Institut der Deutschen Wirtschaft Köln)
Vererbung von „Bildungsarmut“ stoppen
„Wenn Kinder in schwierigen Verhältnissen aufwachsen, hat das einen negativen Effekt auf ihren Schulerfolg“, erklärte IW-Forscher Wido Geis. Die Studienautoren betonen, dass ein geringes Familieneinkommen dabei nicht die Hauptursache ist. Das größte Problem sei schlechte Bildung von Eltern mit niedrigem Einkommen. Sie könnten ihre Kinder beim Lernen oder bei den Hausaufgaben kaum unterstützen.
Um der „Vererbung von Bildungsarmut“ entgegenzuwirken, müssten Kinder aus ungünstigen Lebensverhältnissen beim Lernen unterstützt werden, so die Wirtschaftsforscher. Dazu könnten qualifizierte frühkindliche Bildung in Kitas und Ganztagsschulen mit Hausaufgabenbetreuung beitagen.
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Thema Porträt in S-OstZeig mir dein Gesicht und ich male es
S-Ost – Ein Lachen, ein Stirnrunzeln, ein verschämter Blick zur Seite. Unser Gesicht verrät oft, wer wir sind und was wir gerade denken. Daher sind auch Porträts etwas sehr Persönliches. Gerade Jugendliche stehen oft in einem schwierigen Verhältnis zu sich selbst. Umso mutiger ist es, dass sich die Klasse 7 und 8 der Bergerschule mit dem Thema Porträt auseinander gesetzt hat.
Die Schüler sollen in Kontakt mit Kultur kommen
Das Ergebnis ihrer Arbeit wird nun sozusagen als Ausstellung in der Ausstellung in der Stuttgarter Ifa-Galerie gezeigt. Bei der Vernissage am Donnerstag wurden die Bilder, Zeichnungen und Fotografien vorgestellt, welche die zwölf Förderschüler gemeinsam mit den Künstlerinnen Daniela Wolf und Barbara Karsch-Chaïeb in den vergangenen Wochen hergestellt haben. Möglich gemacht und geleitet hat das Projekt die Kulturagentin Johanna Niedermüller. Sie war im Rahmen des Modellprogramms Kulturagenten für kreative Schulen an die Bergerschule gekommen. Ziel des Programms ist es, dass die Schüler in Kontakt mit Kultur kommen, und zwar indem sie vor allem selbst mitgestalten dürfen. Die Schulleiterin der Förderschule, Nicola Witt, freut sich über die Unterstützung: Zwischen den Lehrern und Künstlern habe es „wunderbare Synergien“ gegeben. So hätten die Schüler nicht nur die pädagogische Sicht, sondern auch die künstlerische Herangehensweise gelernt.
Zuerst habe sie die Kinder immer blind zeichnen lassen, sagt Karsch-Chaïeb. Dabei konzentriert sich der Zeichner nur auf sein Gegenüber, das Papier darf er nicht anschauen. Das verlange von den Schülern, die Konzentration und den Kontakt zu halten. Simon Lutonda, 13 Jahre, fand seine Bilder nicht immer schön: „Manchmal waren die Zähne auf der Stirn.“ Er habe aber bei dem Projekt gelernt, nicht immer zu denken, „dass ich das nicht kann“, sondern sich inspirieren zu lassen.
„Manche unserer Schüler haben ein Pokerface“
Das Schwierige war oft nicht das Zeichnen selbst, sondern auch die Nähe auszuhalten, sagt Witt. Das Gesicht sei der Bereich, durch den der Mensch sich am meisten ausdrücke. „Und manche unserer Schüler haben ein Pokerface“, sagt sie. Vor allem beim Fotografieren sei aber Bewegung in die Gesichter gekommen, die Schüler hätten sich mehr getraut und die Bilder seien sehr ausdrucksstark geworden.
Zu Beginn habe oft das Vokabular gefehlt, um ein Gesicht zu beschreiben, sagt Wolf. Die Schüler sollten genau hinsehen und sich mit ihrer Mimik auseinandersetzen. Wenn beim Fotografieren die Worte nicht da waren, hätten die Schüler den gewünschten Ausdruck einfach vorgemacht.Wie sich die Schüler bei dem Projekt entwickelt haben, beschreibt Wolf so: „Viel war schon da, jetzt ist es auch ausdrückbar.“ Auch die Schüler waren bei der Vernissage zufrieden. „Zuerst dachte ich: Oh mein Gott! Aber dann fand ich es schon gut“, sagt Ilianna Vlachou, 13 Jahre.
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Eine lange, schweißtreibende Reise geht zu Ende. Die drei Finalisten haben noch einmal alles gegeben. Doch Ingolf Lück, der junge Hüpfer, lässt die Jugend alt aussehen und holt den Kelch – nach Bielefeld. „So, und jetzt wird gefeiert!“
„Du warst so geduldig! Jeden Schritt, den ich getanzt habe, hast du mir beigebracht“, sagte Ingolf Lück zu seiner Tanzpartnerin Ekat und dann steht das Ergebnis fest: „Der erfahrene Lachfacharbeiter“, den Jorge immer nur „Ingo Latino“ nennt, hat es geschafft: Er ist „Dancing Star 2018“ und holt den Pokal – nach Bielefeld!
Der Mann mit dem unverwechselbaren Gesichtsausdruck war der letzte männliche Promi im diesjährigen Finale und ist gleichzeitig auch „der Älteste weltweit, der 'Let's Dance'“ gewonnen hat. Aber wie sagt der „Dickenwitze geschädigte“ RTL-Dauermoderator Hartwich so schön treffend: „Hey, der Mann ist 60 und nicht 95!“
Mit 89 von 90 möglichen Punkten hat Lück, dem sogar der zugeschaltete Harald Schmidt mit feinstem Brusthaar-Flokati viel Glück wünschte, noch eine dicke fette Schippe draufgelegt. Er tanzte einen „extrem erfrischenden“ Quickstepp und wirkte in seinem Tanzdress, einem lässigen Trainingsanzug, „wie ein junger Hüpfer“.
„Hol dir deine 30 Punkte ab“
Wer da noch Zweifel an seinem Sieg hatte, war spätestens nach Lücks Lieblingstanz, einem Tango, nicht nur überzeugt, sondern völlig von der Rolle. „Du hast was, was einem keiner beibringen kann“, sagte Motsi. Doch mit seinem Freestyle zu „Shrek“ machte der Bielefelder alle platt. Das Publikum tobte: „Zugabe, Zugabe!“ und Llambi, der versehentlich „sein weißes Sakko zusammen mit Jorges Unterwäsche gewaschen hat, fand keine Worte mehr: „Was soll man noch sagen, es ist alles gesagt worden, geh hoch, hol dir deine 30 Punkte ab.“
Von Ermüdungsbruch bis „flirty Glockenschaukeln“: Diese Staffel hat alles geboten. Bevor es auf dem Parkett ein letztes Mal zur Sache ging, durften die rausgepfefferten Promis noch einmal ihre liebsten Nummern zeigen: Tina Ruland, Bachelorette Jessi, Paso-Doble-Jimi, „Dauerlächler“ Hermanns oder Halbfinalistin Julia an der Seite eines hochgeschlossenen Massimos – jede(r) bewies, dass „Let's Dance“ „gut für die Seele ist“. Nur der noch immer verletzte Bela tanzte nicht, aber dafür klatschte er schön.
Auch die anderen beiden Finalisten haben noch einmal alles gegeben. Barbara, „die rote Zora“ tanzte einen grandiosen Walzer, wollte bei ihrem Abschiedstanz aber offensichtlich ein bisschen zu viel. Vier Outfit-Wechsel in einem Freestyle waren vielleicht doch keine so gute Idee. Es kommt beim Tanzen nicht auf Schönheit an, sondern auf das Gefühl und die Magie, die daraus entstehen. Auch die Jury war „nicht ganz so zufrieden“ und fand alles „ein bisschen hektisch.“
„Von der Lady zur dirty Tänzerin“
Beim Tanzen geht es immer auch um Glaubwürdigkeit. Obwohl Flamenco-Judith – „von der Lady zur dirty Tänzerin“ – alles in ihre Tänze reinlegte und mit dem guten Lametta am Hintern eine „schöne tiefe Salsa“ und einen „magischen Paso Doble“ tanzte, konnte sie das Publikum nie so mitreißen wie Ingolf mit seiner feinfühligen Art. Es ist nicht, was Williams sagt, sondern wie sie es sagt. Es klingt immer ein bisschen zu theatralisch.
Selbst wenn sie sich bei ihren beiden kleinen Töchtern bedankt, klingt alles so schwer – als würden gleich Weihrauchfass schwingend die Ministranten einlaufen und die Hostienschale aufs Jurypult stellen: „Öffnet eure Herzen! Menschen können nicht ohne Menschen sein.“ Natürlich hat sie mit allem, was sie sagt recht, das Problem ist nur, dass es für den Zuschauer oft ein Quäntchen zu viel Pathos war.
„Tolle Mischung aus Jung und Alt“
Williams, die bei ihrem Freestyle zu „Wicked“ leicht wie eine Feder über das Parkett schwebte, obwohl die Choreografie „wahnsinnig schwierig ist“, hat viele Seiten. Und von Woche zu Woche hat sie eine andere, neue Seite von sich gezeigt. Motsi war in Tränen aufgelöst: „Du hast alles gegeben, du hast hier dein Herz hinterlassen.“ Für den „Let's Dance-Fan der ersten Stunde“ bedeutet das einen verdienten zweiten Platz.
Somit endet eine „spannende, emotionale und starke Staffel, die eine tolle Mischung aus Jung und Alt war.“ Bis zum nächsten Jahr! Dann vielleicht mit Pietro Lombardi, Wilson Gonzalez und – Harald Schmidt? Der ist so alt wie sein guter Kumpel Ingolf und ebenfalls fast zwei Meter groß. Beste Voraussetzungen, den Kelch zu holen.
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Teenager sein und die „Bravo“ lesen gehörte lange zusammen. Starschnitte, Fragen an Dr. Sommer und Foto-Lovestorys begleiteten Jugendliche über Jahrzehnte. Zum 60. Geburtstag der „Bravo“ haben die t-online-Leser in unserem Live-Blog von ihren Erinnerungen erzählt.
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Schuldnerberatung in S-MitteJugendliche in der Schuldenfalle
Da staunen die Jugendlichen nicht schlecht: Klaus Harzer rechnet vor, dass satte 945 Euro für das selbstständige Leben in Stuttgart anfallen. Miete, Nebenkosten, Versicherung, Lebensmittel, Smartphone und Ausgehen am Wochenende übersteigen somit leicht die 600 Euro, die Philipp, 19, in seiner Ausbildung zum Fachinformatiker netto verdient. Ein hoher Anteil der Jugendlichen gibt ihr Geld mit vollen Händen aus und rutscht in die Überschuldung ab. Die Zentrale Schuldnerberatung Stuttgart (ZSB) verstärkt ihre Bemühungen, Heranwachsende mit ihrem Beratungsangebot zu erreichen.
Die ZSB veranstaltet Finanzworkshops für Jugendliche wie Philipp. Diese sollen den Heranwachsenden helfen, nicht in die Schuldenfalle zu tappen. Martin Tertelmann, Präventionsbeauftragter bei der ZSB und die ehrenamtlichen Helfer Harzer und Lukas Gottschick hatten für vergangenem Montag zum Workshop „Umgang mit Geld“ eingeladen. Thema waren nicht nur die monatlichen Kosten, sondern auch eine Beratung, welche Versicherung unbedingt abzuschließen sei.
Dem Gruppendruck bei Anschaffungen widersetzen
Viele junge Menschen unter 25 Jahren können die anfallenden Kosten für ein eigenständiges Leben nicht überblicken. Vielfach überziehen sie unbedacht ihre Girokonten und kalkulieren die anschließenden Dispozinsen nicht ein. „Auch mehrere Handy-Verträge oder eine Ratenabzahlung auf Kredit sind Wege in die Überschuldung“, sagt Tertelmann. Gottschick und Harzer raten dazu, sich einen Überblick über die persönliche Finanzlage durch schlichte Buchhaltung zu verschaffen. „Wir wollen den Jugendlichen ihre finanziellen Grenzen aufzeigen und ihnen beibringen, sich nicht immer dem Gruppendruck bei Anschaffungen zu beugen“ , sagt Gottschick.
Besonders junge Menschen, die im Niedriglohnsektor etwa als Bäckereifachverkäuferin arbeiteten, seien dafür anfällig, mehr Geld auszugeben als sie verdienen. Ein weiterer Fallstrick ist, sich durch Schwarzfahren zu überschulden. „Die Jugendlichen werden erwischt und können anschließend die laufenden Forderungen der Verkehrsbetriebe nicht bedienen“, sagt Tertelmann. Deshalb ist es wichtig, sofort die Rechnungen zu begleichen und regelmäßig gewisse Summen zu sparen. „Man muss die Summe wie einen Versicherungsbeitrag vom Monatsgehalt abziehen. Nicht mal hier und da sich eine Packung Zigaretten verkneifen“, sagt Harzer. Jugendliche unterschätzten zudem den Abschluss einer Haftpflichtversicherung. „Sie verhindert, dass man sich möglicherweise unverschuldet mit Millionenforderungen konfrontiert sieht, die man im Leben nicht bedienen kann,“ sagt Gottschick.
Für Phillipp hat sich der Workshop gelohnt. „Die Buchführung und Budgetplanung haben auf jeden Fall weitergeholfen“, sagt er.
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Teenager sein und die „Bravo“ lesen gehörte in Deutschland lange zusammen. Was Jugendliche bewegte, was sie über Musiker, Schauspieler und Sex wissen wollten, erfuhren sie hier. Diese Bedeutung hat die Zeitschrift schon lange nicht mehr, inzwischen nähert sie sich dem Rentenalter. Wir schwelgen in Erinnerungen.
1956
Das erste Titelblatt stammt aus dem Jahr 1956. (Quelle: Bauer Media Group/BRAVO)
Am 26. August 1956 erscheint die erste „Bravo“ als „Film- und Fernsehzeitschrift“ unter anderem mit Marilyn Monroe auf dem Cover. Sie hat 40 Seiten und kostet 50 Pfennig. In ihrem 60-jährigen Bestehen sind nach Verlagsangaben bisher 2,68 Milliarden Hefte verkauft worden.
1957
Elvis Presley (Quelle: Bauer Media Group/BRAVO)
Die ersten „Bravo“-eigenen Auszeichnungen, die „Ottos“, gehen an die Schauspieler Maria Schell und James Dean. Seither sind 1494 „Ottos“ in Gold, Silber und Bronze verliehen worden. Die meisten hat die Band Bon Jovi gewonnen: 13 Stück, sieben davon in Gold.
1959
Ein mehrteiliges Poster von Brigitte Bardot in Lebensgröße ist der erste „Starschnitt“.
1962
Die Serie „Knigge für Verliebte“ startet. Sie ist die erste über „die verwirrenden Probleme des Herzens“, so die Ankündigung in der damaligen „Bravo“.
1964
Pierre Brice als Winnetou (Quelle: Bauer Media Group/BRAVO)
„Winnetou“-Darsteller Pierre Brice hat die meisten goldenen Ottos gewonnen, insgesamt neun.
1965
Der junge Radio-Moderator Dieter Heck sucht in der „Bravo“ per Aufruf unter dem Titel „Junger Mann sucht neuen Namen“ einen zweiten Vornamen. Seither nennt er sich Dieter Thomas Heck. Zur Auswahl standen noch Ralf, Ted, Kai und Michael.
1966
Beatles (Quelle: Bauer Media Group/BRAVO)
Die „Bravo“ holt die Beatles zu ihrer „Blitztournee“ nach Deutschland. Insgesamt schaffen es die „Fab Four“ 41 Mal auf die Titelseite der Zeitschrift.
1969
„Dr. Sommer“ startet seine Sprechstunde bei „Bravo“. Heute noch bekommt das Team nach Verlagsangaben pro Woche noch 300 Anfragen zu Liebe, Sex und anderen Teenie-Sorgen. Die häufigsten Fragen an das „Dr.-Sommer-Team“ finden Neugierige in diesem Artikel.
1972
Die erste Foto-Love-Story erscheint. Der Titel: „Birgits erste Liebe“.
1975
Abba (Quelle: Bauer Media Group/BRAVO)
In den Siebzigern wogt die Disco-Welle. Abba hat einen Stammplatz auf dem Cover.
1978
John Travolta (Quelle: Bauer Media Group/BRAVO)
Auch 1978 wird leidenschaftlich getanzt – diesmal mit John Travolta.
1982
Die „Bravo“ zeigt in der Aufklärungsserie „Mit 13 fängt die Liebe an“ zum ersten Mal nackte Brüste.
1983
Nena (Quelle: Bauer Media Group/BRAVO)
Die Achtziger Jahre ohne Nena? Undenkbar!
1987
Madonna (Quelle: Bauer Media Group/BRAVO)
Wie Nena ist auch Madonna heute noch im Musikgeschäft erfolgreich.
1988
Michael Jackson (Quelle: Bauer Media Group/BRAVO)
Michael Jackson und Dirty Dancing – typisch für die späten Achtziger. Außerdem erscheint der Ableger „Bravo Girl“ zum ersten Mal.
1991
Nach der deutschen Wiedervereinigung steigt die Auflage der „Bravo“ auf mehr als 1,5 Millionen Exemplare. Das ist Rekord.
1992
Die erste Ausgabe der „Bravo Hits“ erscheint als CD. Aktuell ist Nummer 94 im Handel.
1993
Take That (Quelle: Bauer Media Group/BRAVO)
Die Neunziger sind die Zeit der Boygroups. Ganz vorn dabei: Take That. Im Fernsehen startet „Bravo TV“ auf RTL II mit Kristiane Backer als Moderatorin. Nach ihr übernimmt Heike Makatsch. Heute gibt es die Sendung nicht mehr.
1994
„Bravo Sport“ kommt an den Kiosk.
2001
„bravo.de“ geht online
2006
Die „Bravo“ wird 50. Auf dem Cover der Jubiläumsausgabe: Sängerin Christina Aguilera.
2007
Tokio Hotel (Quelle: Bauer Media Group/BRAVO)
In den Nullerjahren schwärmen die Mädchen für Tokio Hotel …
2008
Miley Cyrus (Quelle: Bauer Media Group/BRAVO)
… und die Jungen für Miley Cyrus.
2014
Ein umfassender Relaunch soll den Auflagenschwund der Zeitschrift stoppen. Sie erscheint nun nur noch alle zwei Wochen.
2016
Die Lochis (Quelle: Bauer Media Group/BRAVO)
Die „Bravo“ feiert ihren 60. Geburtstag. Auf dem Cover der Jubiläumsausgabe: Die Youtube-Zwillinge „Die Lochis“. Es ist die 3079. Ausgabe des Magazins. Die Auflage der „Bravo“ liegt nur noch bei etwas über 130.000 Heften.
Nur jeder Fünfte liest noch Zeitschriften
Die Gründe für die Probleme beim Heft liegen auf der Hand: 94 Prozent der Jugendlichen nutzten im vergangenen Jahr regelmäßig Handy oder Smartphone, nur jeder Fünfte (19 Prozent) zwischen zwölf und 19 las dagegen noch regelmäßig gedruckte Zeitschriften. Auf dieses Ergebnis kommt die Studie Jugend, Information, Multimedia (JIM) 2015 des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest.
Stars informieren heute selbst
„In Zeiten vor Facebook, Twitter und Instagram musste man als Fan „Bravo“ lesen, um zu wissen, was bei den Lieblingsstars los ist“, sagt der ehemalige Chefredakteur Alex Gernandt. „Heute ist das natürlich völlig anders, weil die Stars alle selbst aktiv sind. Justin Bieber, Miley Cyrus, Rihanna oder auch die Fußballstars informieren ja mehrmals täglich über Social Media, was bei ihnen gerade Sache ist.“
„Monopol auf das Privatleben der Stars“
„Früher hatte die „Bravo“ quasi ein Monopol auf das Privatleben der Stars“, sagt auch Nora Gaupp vom Deutschen Jugend-Institut in München. „Man hatte nur dort die Möglichkeit rauszufinden, was die Backstreet Boys zu Abend essen und ob Michael Jackson Haustiere hat.“
„Die ‚Bravo‘ ist konservativ“
Sie sieht aber noch ein ganz anderes Problem: „Die „Bravo“ ist konservativ“, sagt Gaupp. Sexuelle Vielfalt, moderne Geschlechterrollen, Jugendliche unterschiedlicher Hautfarbe – Fehlanzeige. „Junge Frauen haben schön, schlank, dünn, gepflegt zu sein, Männer haben stark und sportlich zu sein.“ Alles sei „brav nach Geschlechterstereotypen sortiert“, sagt sie.
Anschauungsobjekt für Eltern
Gaupp kann sich trotzdem vorstellen, dass die Zeitschrift noch ein paar Jährchen vor sich hat – und sei es als Anschauungsobjekt für Eltern, die etwas über ihre Kinder erfahren wollen. „Ich denke, dass die „Bravo“ immer noch ein Ort ist, an dem die Erwachsenenwelt sich versichern kann, mit wem wir es zu tun haben“, sagt Gaupp – und: „Totgesagte leben länger.“
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