Kategorie -Jugendliche

Die Hängeseilbrücke zieht scharenweise Touristen an

Die Hängeseilbrücke zieht scharenweise Touristen an

Schwindelnde Tiefe, schwankender Boden. Beim Begehen der Hängeseilbrücke Geierlay im Hunsrück wird es einem ein wenig flau im Magen. Stahlseile tragen die Brücke und sind fest im Felsen verankert, parallel zum Laufsteg verlaufen Windlastseile, die zur Stabilität beitragen und im Notfall die Brücke allein halten können. Es ist also alles zu einhundert Prozent abgesichert, und dennoch trauen sich die wenigsten auf die Hängeseilbrücke, wie Ingo Börsch, einer der drei selbsternannten ,,Brückenträumer“ verrät: ,,Es sind viele, die nicht drüber gehen.“ Wer es von der Mörsdorfer auf die Sosberger Seite geschafft hat, der darf sich, da er Mut bewiesen hat, ein Armband mit der Aufschrift: ,,Ich bin drüber“ kaufen. Die Geierlay lässt sogar Hunde zu Angsthasen werden: ,,Manche müssen getragen werden, manche werden gezerrt, manche gehen gar nicht, und andere merken überhaupt nichts“, sagt der in Jeans und Hemd gekleidete grauhaarige Mann.

In 100 Meter Tiefe plätschert der Bach

Wer sich auf die Brücke traut, kann sich auf eine wunderschöne Aussicht inmitten des Mörsdorfer Bachtals, einem Seitentals der Mosel, freuen. In ungefähr 100 Meter Tiefe plätschert der Mörsdorfer Bach, Baumkronen reihen sich aneinander, leichte Windzüge sorgen für ein Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit. Es ist keine Frage, warum die Geierlay-Hängeseilbrücke zu einem Magnet für Touristen im Hunsrück, Saar- und Moselland geworden ist. Auch Besucher aus dem Rhein-Main- Gebiet, dem Ruhrgebiet und den Niederlanden reisen für einen Tagesausflug an. Davon profitieren Wirtschaften und Restaurants. ,,Die Idee war, dass der Tourismus gefördert wird, und das kommt ja der ganzen Region zu- gute.“ Auch die Gemeinde Mörsdorf profitiert, durch die Einnahmen der Parkgebühren kann sie sich jetzt einen Gemeindearbeiter leisten, der das Dorf von Müll befreit und viele Arbeiten, die im Ort anfallen, übernimmt. Aber reich werden war nie das Ziel der Brückenträumer: ,,Es war für uns von Anfang an klar, dass wir keinen Eintritt für die Brücke nehmen wollen“, sagt Börsch. ,,Das Schöne an der Brücke ist ja auch, dass sie immer und zu jeder Zeit zugänglich ist.“

Die Leute haben sie für verrückt gehalten

Trotzdem sollte man die Brücke nicht immer betreten, vor allem bei Sturm, Unwetter und Glätte wird empfohlen, sich von ihr fernzuhalten. Wer es dennoch tut, tut dies auf eigene Gefahr. Die Idee des Baus der Brücke hatte Ingo Börsch in Kanada. Begeistert von der Capilano Suspension Bridge in Vancouver fragte er sich, warum wir eine solche Hängeseilbrücke nicht auch im Hunsrück haben. „Wir haben eine so wunderschöne Landschaft, die Kerbtäler haben alle eine wahnsinnige Naturausstattung.“ Jetzt musste man die Leute von der Idee überzeugen, was nicht so leicht war: ,,Da hat ja am Anfang niemand dran geglaubt. Die Leute haben alle gesagt, dass wir verrückt seien.“ Marcus Kirchhoff und Hans-Peter-Platten waren wie Ingo Börsch sofort begeistert und sahen das Potential der Hängeseilbrücke. Doch mit einem solch großen Ansturm hatten alle nicht gerechnet. „Wir mussten auf die Schnelle erst einmal Parkplätze schaffen. Die Besucher hätten uns hier alles zugeparkt, das wäre ein Chaos geworden“, erklärt der 59-jährige Verwaltungsbeamte.

Mit Krücken und Rollstuhl

Die Hängeseilbrücke ist nicht direkt mit dem Auto erreichbar. Sie liegt rund einen Kilometer von Mörsdorf entfernt. Das hält niemanden davon ab, sie zu besuchen: „Das ist wirklich der Wahnsinn, wer da alles kommt, da kommen sogar Menschen mit Krücken und ältere Damen mit Gehstöcken“, sagt Börsch begeistert. Es ist auch möglich, die Hängebrücke mit dem Rollstuhl zu befahren, allerdings muss dieser geschoben werden, da die Steigung der Brücke zu groß ist. Viele Wanderer und Gruppen mit Pferden kommen vorbei, wobei Pferden das Betreten der Brücke aus Sicherheitsgründen untersagt ist. Der Saar-Hunsrück-Steig verläuft genau unter der Brücke und ist durch Zuwege schnell zu erreichen. Zusätzlich werden Rundwege mit unterschiedlichen Längen angeboten. Viele kommen auch nur, um Fotos zu machen – ob Profifotografen, Hobbyfotografen oder Besucher mit Drohnen. „Letztens war eine Riesengruppe da, die haben da Modenschau und Fotos gemacht“, erzählt Börsch amüsiert. „Einmal hab ich abends ein Pärchen getroffen, die haben sich da abgeseilt.“ Abseilen? Darf man auch Bungeespringen? Diese Frage beantwortet Börsch mit einem klaren „Nein!“. Das würde die Brücke zu sehr belasten, und so etwas war auch nie eine Intention beim Bau. „Das wollen wir nicht, es soll ja kein Rummel im Wald sein.“

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Cybermobbing: Die Folgen werden unterschätzt

Die Demütigung sitzt tief und sie verbreitet sich rasant und unaufhaltbar über WhatsApp, Facebook, Instagram, Snapchat und Co. Etwa jeder fünfte Jugendliche war bereits Opfer von Cybermobbing, aber es trifft auch Erwachsene am Arbeitsplatz. Die Folgen können gravierend sein.   

Formen von Cybermobbing  

  • Cyberstalking: Der Begriff bezieht sich auf das Stalking im Netz, also die Belästigung, Verfolgung oder sonstige Behelligung einer Person, etwa des Ex-Partners. 
  • Revenge Porn (Racheporno): In manchen Beziehungen verschicken die Partner freizügige oder intime Fotos und Videos per Handy, das nennt man auch Sexting (Sex + texting). Nach der Trennung werden diese manchmal aus Eifersucht oder Wut öffentlich gemacht. In diversen Ländern und zahlreichen US-Bundesstaaten gibt es Gesetze dagegen, die Opfer schützen sollen.
  • Outing: Jeder hat Geheimnisse, die er nicht mit anderen teilen will. Gelegentlich werden sie böswillig im Netz veröffentlicht – „geoutet“.
  • „Happy Slapping“ (fröhliches Schlagen): Dabei werden gewaltätige Übergriffe – vom spontanen Schlagen auf die Wange bis hin zur sexuellen Nötigung – per Kamera aufgezeichnet. Das Material wird dann ins Netz gestellt und das Opfer damit erneut gedemütigt.

Umfrage: Cybermobbing wird unterschätzt

Bei einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Toluna gaben 87 Prozent der Befragten an, Mobbing im Internet werde als Problem unterschätzt. „Cybermobbing ist weiterhin sehr brisant, etwa durch die wachsende mobile Internetnutzung“, sagt Peter Widlok von . Die EU-Initiative koordiniert die Aktionen zum Safer Internet Day in Deutschland. Zudem ist nun eine Stop-Mobbing-Woche ausgerufen worden, um Menschen weiter für das Thema zu sensibilisieren. Ein enormer Teil der Kommunikation von Jugendlichen verläuft inzwischen online. Widlok geht davon aus, dass Mobbing sowohl im realen Alltag als auch digital stattfindet.

Was macht Cybermobbing so gefährlich?

Zum einen verbreiten und vervielfältigen sich Gemeinheiten im Netz rasant, zum anderen ist es schwierig, sie zu löschen, erklärt Uwe Leest vom Bündnis gegen Cybermobbing. Ein weiteres Problem: Die Anonymität senkt die Hemmschwelle. Auch sind sich viele Täter der Folgen ihres Handelns nicht bewusst, weil sie diese nicht direkt mitbekommen. „Die Tränen sind nicht sichtbar. Dadurch fehlt der psychologische Reflex aufzuhören, wenn das Opfer am Boden liegt“, meint Leest.

Wie verbreitet ist Mobbing im Netz?

So genau kann man das nicht sagen, denn die Zahlen variieren. Eine weltweite Online-Studie des Mobilfunkanbieters Vodafone und des Meinungsforschungsinstituts YouGov von 2015 ergab, dass jeder fünfte Jugendliche schon einmal Opfer von Cyberattacken wurde.

Die JIM-Studie 2016 („Jugend, Information, (Multi-)Media“) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest ergab, dass jeder dritte 12- bis 19-Jährige jemanden kennt, der im Internet oder per Handy fertig gemacht wurde. Acht Prozent gaben an, bereits selbst Opfer von Cybermobbing gewesen zu sein. Mädchen waren etwas häufiger betroffen (neun Prozent) als Jungen (sieben Prozent). 

Welche psychischen und körperlichen Auswirkungen kann Cybermobbing auf Jugendliche haben?

„Wir wissen aus der Neurologie, dass die Schmerzzentren des Gehirns auf solche Ausgrenzung und Demütigung reagieren“, erklärt Joachim Bauer, Neurobiologe und Psychotherapeut von der Uniklinik Freiburg. Das mache sich entweder durch aggressives oder depressives Verhalten bemerkbar. „Das Selbstwertgefühl wird massiv getroffen, Betroffenen ziehen sich vor Scham zurück.“ Viele leiteten die Aggressionen an andere weiter. „Sie sind also Opfer und Täter zugleich“.

Problematisch sei, dass Jugendliche soziale Medien zur Selbstdarstellung nutzten, um sich ihrer positiven Wirkung zu versichern. „Wenn diese dann zur Plattform der Diffamierung wird, bricht in den Leuten etwas zusammen.“ Eltern sollten deshalb mit ihren Kindern die Chancen und Risiken solcher Portale besprechen, rät der Experte. Auch empfiehlt er, im Netz nicht allzu viel von sich preiszugeben.

Hier finden Eltern .

Meist ist nur von Opfern und Tätern die Rede. Aber was ist mit den zunächst unbeteiligten Zuschauern, den sogenannten Bystanders?

Diese Gruppe hat eine bedeutende Rolle. Denn wenn erste Attacken dort Resonanz finden, können sie sich zum echten Mobbing oder Cybermobbing entwickeln. „Entweder sind es Claqueure, die beispielsweise in Chats Beifall geben oder es sind Verteidiger, die sagen: Es reicht“, sagt Franz Hilt vom Präventionsprogramm Konfliktkultur. „Man muss dem Täter das Publikum nehmen“, sagt Nina Pirk vom Hilfstelefon „Nummer gegen Kummer“. „Letztendlich sucht er Anerkennung und eine Bühne für seine Tat.“ Und: Das Opfer habe schnell das Gefühl, alleine zu sein. „Der leiseste Pieps kann da schon helfen“.

Sind nur Jugendliche betroffen?

Nein, Internetmobbing ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das längst nicht mehr nur Jugendliche trifft. „Sie glauben nicht, aus welchen Altersklassen die Leute bei uns anrufen“, sagt Leest vom Bündnis gegen Cybermobbing. Bauer zufolge kommt es etwa am Arbeitsplatz immer wieder zu Online-Attacken unter Kollegen. Mobbingopfer fielen häufig krankheitsbedingt aus. Somit ist Cybermobbing auch ein volkswirtschaftliches Problem.

Hier gibt es kindgerechte Informationen über Cybermobbing

Was Cybermobbing ist und wie man sich dagegen wehren kann, wird auf den Internetseiten und  kindgerecht erklärt. Eine Reporterin berichtet auf von mehreren betroffenen Jugendlichen. Sie erzählen ihr, wie sie gemobbt wurden und wo sie Hilfe gefunden haben.

Diese Empfehlungen stammen von . Der Dienst wird von getragen sowie vom Bundesfamilienministerium und von der Stiftung Medienkompetenz Forum Südwest gefördert.

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Der Hüttenmeister des Kölner Doms über seinen sagenhaften Arbeitsplatz

Der Hüttenmeister des Kölner Doms über seinen sagenhaften Arbeitsplatz

Bis 2030, 2040, höchstens 2050 – so weit reichen derzeitige Prognosen, etwa was den Klimawandel anbetrifft. Wer aber kann schon bis ins Jahr 2078 planen? Dies macht die Dombauhütte in Köln mit ihren künftigen Baustellen. Das Strebewerk an der Südseite des Doms wird bis dahin Stück für Stück erneuert, da es eine wichtige statische Funktion hat. Wenigstens so lange bleibt der Untergang der Welt aus, wie ein Kölner Sprichwort zu berichten weiß: „Wenn der Kölner Dom fertig wird, geht die Welt unter.“ Auch nach 2078 besteht kein Grund zur Sorge, denn der Dom wird immer eine Baustelle bleiben, da der Zahn der Zeit dem Gebäude durch Luftverschmutzung und Regenwasser stetig zusetzt. Gegen diesen permanenten Verfall kämpft die Dombauhütte an, die aus zwölf verschiedenen Handwerkergruppen besteht, darunter Schreiner, Steinmetze, Gerüstbauer, Glaser, aber auch Elektriker. Dabei wird an mindestens zehn verschiedenen Baustellen gleichzeitig gearbeitet.

Die Flex mischt sich ins Orgelspiel

Trotzdem müssen die Planungen immer wieder abgeändert und an aktuelle Entwicklungen angepasst werden, wenn beispielsweise plötzlich gefährliche Risse oder lose Steine entdeckt werden. Auch jetzt noch gibt es viele kleine Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg, die erst in vielen Jahren, wenn an den entsprechenden Stellen größere Arbeiten anstehen, behoben werden können. Die Dombauhütte befindet sich direkt neben dem Dom. Die meisten der Werkstätten liegen unterhalb des Straßenniveaus, um einen Innenhof zentriert. Dort glüht der Schmiedeofen, Gipsabdrücke von Figuren werden angefertigt, ein Fenster wird mit Fingerspitzengefühl wieder zusammengesetzt, Steine werden bearbeitet, wobei sich das Geräusch einer Flex mit dem Orgelspiel, das aus dem Dom herüberdringt, vermischt. Neben den Werkstätten befindet sich das Büro von Uwe Schäfer, dem Hüttenmeister. Seine Aufgabe ist es, die Baustellen zu planen und sicherzustellen, dass die Handwerkergruppen richtig zusammenarbeiten: „Das ist, wie einen mittelständischen Betrieb zu managen.“ Neben den Handwerkern gibt es Archäologen, Wissenschaftler, eine Pressestelle und eine Verwaltung. Die Leitung der Dombauhütte obliegt dem Dombaumeister, Schäfers Vorgesetztem.

Als der Flügel der Engelsfigur abfiel

Gegründet wurde die Dombauhütte bereits 1248, als der Bau des gotischen Doms begann. Während der Baupausen am Dom wurde die Anzahl der Mitarbeiter teilweise stark reduziert. Unter französischer Besetzung wurde die Dombauhütte 1774 sogar komplett aufgelöst und erst 30 Jahre später wiederbegründet. Auch nach der Domvollendung 1880 wurde die Dombauhütte personell stark reduziert, doch ein Zwischenfall im Jahr 1906, als der Flügel einer Engelsfigur abfiel und nur ein aufgespannter Regenschirm verhinderte, dass jemand verletzt wurde, zeigte auf, wie wichtig die Dombauhütte ist. Heute beschäftigt sie rund 100 Mitarbeiter und hat ein Jahresbudget zwischen sechs und sieben Millionen Euro. Der Denkmalschutz spielt eine große Rolle. Schäden und Restaurierungsarbeiten werden digital dokumentiert. So soll es in Zukunft leichter sein zu entscheiden, ob wieder Restaurierungen nötig sind und welche Techniken angewendet werden können. Beispielsweise ist es für die Glaser wichtig zu wissen, welche Farbe für ein Fenster verwendet wurde oder ob sich Beschädigungen verschlimmert haben.

Bimsvorkommen seiner Heimat, der Vulkaneifel

Falls möglich werden Hilfsmittel wie etwa ein Presslufthammer bei den Steinmetzen oder Laser zur Reinigung der Steine verwendet, aber abgesehen davon, hat das Handwerk sich seit der Erbauung des Doms kaum verändert, und die meisten Restaurierungen werden in aufwendiger Handarbeit durchgeführt. „Wir haben unsere Arbeiten, wie alle anderen auch, aber wir arbeiten nur für ein Objekt, und der Dom fasziniert mich heute noch genauso wie früher“, schwärmt Schäfer. Der 50-Jährige ist in Ettringen aufgewachsen, einem Dorf in der Vulkaneifel in der Nähe der Kreisstadt Mayen, in dem er mit seiner Familie lebt. In dieser Region gab es wegen der Basalt-, Tuff- und Bimsvorkommen schon immer viele Steinmetze, die es oft an den Dom zog. Obwohl auch sein Onkel und sein Vater Steinmetze waren, war für Schäfer nicht immer klar, dass er diesen Beruf ausüben will. Heute ist er glücklich: „Ich bin froh, dass ich nicht die große Auswahl hatte, ich bin froh, dass ich Steinmetz bin.“ Nach seiner Technikerausbildung und dem Steinmetz- und Bildhauermeister arbeitete Schäfer zunächst in mittelständischen Unternehmen. Als 2002 am Dom die Stelle des Hüttenmeisters zu vergeben war, bewarb er sich sofort.

Was er 15 Jahre vorher nicht gesehen hat

„Da geht jedem Steinmetz das Herz auf.“ Seine Arbeit führt ihn immer wieder in Teile des Doms, die Besuchern nicht zugänglich sind, wodurch er Dinge zu sehen bekommt, die einem normalerweise verborgen bleiben, zum Beispiel Details in der Fassade, die von unten nicht zu erkennen sind. Neben der Faszination für das Bauwerk sind es aber auch Aufgaben, wie das Sicherheitskonzept für den Besuch von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2005 zum Weltjugendtag mit zu entwickeln, die den Beruf besonders machen. Während des Besuchs hatte er als einer von wenigen die Berechtigung, sich frei im Dom zu bewegen, und die Möglichkeit, den Papst aus nächster Nähe zu erleben. Schäfer beeindruckt nicht nur die schiere Größe des Doms, sondern vor allem die vielen Details: „Ich kenne den Dom schon ganz gut, aber es gibt trotzdem Momente, wo ich etwas sehe, was ich die 15 Jahre vorher nicht gesehen habe, wie die Augen und Zähne der kleinen Wasserspeier an den Baldachinen über den lebensgroßen Figuren an der Fassade, die sich erst aus nächster Nähe erkennen lassen. Das wird so auch bis zu meinem letzten Tag bleiben.“

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Studie mit alarmierenden Zahlen: Viele Zehntklässler rauchen Shisha


Was die gesundheitsschädigende Wirkung angeht, steht Shisha-Rauchen Zigaretten in fast nichts nach. Umso alarmierender ist, dass immer mehr Jugendliche regelmäßig Wasserpfeife rauchen. Das Einstiegsalter ist dabei teilweise extrem jung.

Viele Kinder und Jugendliche kommen bereits in jungen Jahren mit Wasserpfeifen in Kontakt. Jeder fünfte Schüler der Klassen fünf bis zehn (22 Prozent) hat Erfahrungen mit dem Shisha-Rauchen, wie aus einer in Hamburg veröffentlichten Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervorgeht. Sechs Prozent konsumieren sogar mindestens einmal im Monat und damit regelmäßig Tabak aus einer Wasserpfeife.

Der Anteil der regelmäßigen Shisha-Konsumenten steigt demnach bereits ab Klasse sieben deutlich an und verfünffacht sich innerhalb von drei Schuljahren. Während in der siebten Klasse erst zwei Prozent der Schüler mindestens einmal im Monat Wasserpfeife rauchen, sind es in der neunten Klasse schon zehn Prozent. In der zehnten Klasse hat demnach fast jeder Zweite (47 Prozent) schon Shisha geraucht. 15 Prozent der Zehntklässler rauchen sogar regelmäßig, wobei das mehr Jungen (19 Prozent) als Mädchen tun (12 Prozent). Für die DAK-Studie wurden knapp 7000 Schüler aus mehr als 400 Klassen in sechs Bundesländern befragt.

Süß-fruchtiger Geschmack wirkt harmlos

Als Grund für die Verbreitung von Shishas schon bei Kindern sieht die Krankenkasse die süß-fruchtigen Aromastoffe, die dem Tabak beigemengt sind. Diese ließen Shishas harmlos wirken. „Wasserpfeifen sind eine gefährliche Versuchung für Jugendliche“, warnte DAK-Chef Andreas Storm. Vielen Schülern sei nicht bewusst, wie gesundheitsschädlich Shisha-Rauchen ist.

Experten gehen davon aus, dass Wasserpfeifen kaum weniger schädlich sind als Zigaretten. Beim langjährigen Shisha-Rauchen kann sich laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die Lungenfunktion verschlechtern. Außerdem kann sich demnach das Krebsrisiko erhöhen. Auch das Herz-Kreislauf-System und die Mundgesundheit leiden. Gefährlich ist das Shisharauchen auch wegen einer möglichen Kohlenmonoxidvergiftung. Zuletzt hatten Ärzte deswegen Alarm geschlagen. Krankenhäuser berichteten von einer steigenden Zahl von Vergiftungsfällen.

Im Gegensatz zur Zigarette wird der Tabak in der Wasserpfeife nicht direkt verbrannt, sondern bei niedrigen Temperaturen verschwelt. Zur Erhitzung des Tabaks wird Wasserpfeifenkohle verwendet. Bei der Verbrennung der Kohle entstehen erhebliche Mengen an Kohlenmonoxid, ein hochgiftiges Gas, das weder zu riechen noch zu sehen oder zu schmecken ist. Im schlimmsten Fall kann dies zum Ersticken führen.



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Am laufenden Band neue Ideen: Berlins Industriebauten

Am laufenden Band neue Ideen: Berlins Industriebauten

Es dampft, zischt und riecht nach Öl – die vorgeführte zweizylindrige Dampfmaschine zieht die Aufmerksamkeit der staunenden Besucher fast magisch an. Das Deutsche Technikmuseum in Berlin bietet bereits in der Eingangshalle einen lebendigen Einblick in die deutsche Technikgeschichte. Der Neubau des Foyers fügt sich mit dem dahinterliegenden historischen Gebäude zu einer spannungsvollen Einheit. „Die besondere Atmosphäre und der besondere Charakter der ehemaligen Industriebauten tragen dazu bei, dass man hier etwas Unverwechselbares vorfindet“, sagt Joseph Hoppe, stellvertretender Direktor der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin. Hoppe ist ebenso Mitinitiator des Berliner Zentrums für Industriekultur (bzi). „Wir versuchen die Berliner Industriekultur ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.“

Der erste U-Bahn-Tunnel Deutschlands

Berlin war Ende des 19. Jahrhunderts eine der größten Industriemetropolen Europas. Heute ist die Stadt ein wichtiger Standort für Zukunftstechnologien. „Der ehemalige Standort für die Industrie hat vielerorts Spuren hinterlassen: Industrielle Bauten prägen das Stadtbild in allen Bezirken“, erklärt Hoppe. Ob der AEG-Versuchstunnel in Berlin-Mitte, also der erste U-Bahn-Tunnel Deutschlands, der Gasometer Fichtebunker in Kreuzberg oder das Tempelhofer Feld mit dem alten Flughafengebäude – all dies ist Teil einer einmaligen Architekturgeschichte. Für den Fortbestand dieses Erbes setzt sich das bzi ein. „Die Stadt Berlin als Kommune entdeckt gerade erst den Wert dieser besonderen Baulichkeiten“, bemerkt Hoppe. Zahlreiche noch nicht umgenutzte Bauten werden in Zukunft in einem neuen Projekt „Route der Industriekultur“ innerhalb von Führungen öffentlich zugänglich sein. Der AEG-Versuchstunnel, das Haus des Rundfunks, das heute den Rundfunk Berlin Brandenburg beherbergt, oder die KulturBrauerei stehen exemplarisch für die Technik-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte Berlins und sind Teil der Route. „Wir versuchen darüber hinaus im Bedarfsfall städtebaulich sinnvolle Nachnutzungen leerstehender Gebäude zu entwickeln, damit die diffizilen Objekte eine neue Zukunft bekommen“, sagt der Professor.

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Programm gegen Populismus

Baden-Württemberg StiftungProgramm gegen Populismus

Widerstand auf der Straße: Mit drastischen Worten wurde im Januar in Koblenz gegen eine Tagung europäischer Rechtspopulisten demonstriert. Foto: dpa

Stuttgart – Die Baden-Württemberg Stiftung will ein Programm gegen Populismus auflegen. Christoph Dahl, Geschäftsführer der Stiftung, sagte dieser Zeitung: „Jetzt gilt es, die Demokratie zu bewahren und Strategien gegen den Populismus zu entwickeln.“

Geplant ist demnach ein Programm, mit dem Jugendliche in die Lage versetzt werden sollen, sich populistischen Strömungen zu widersetzen. „Es geht darum, Jugendliche resilient gegen Populismus zu machen“, erklärt Dahl. Mit ins Boot kommen soll die Landeszentrale für politische Bildung. Auch mit dem Weltethos-Institut an der Universität Tübingen steht die Stiftung Dahl zufolge in Verhandlungen, um das Programm in Gang zu bringen, das er als einzigartig einstuft. „Es gibt nichts Vergleichbares in Deutschland“.

Die Initiatoren wollen Jugendliche und auch Bevölkerungsgruppen, die als anfällig für populistische Strömungen gelten, erreichen. Dazu zählt Dahl die bildungsfernen Schichten und auch beispielsweise Langzeitarbeitslose. Am Sinn des Vorhabens hat der Stiftungsgeschäftsführer keinen Zweifel: „Das Programm ist gesellschaftlich notwendig und sinnvoll“, sagte er dieser Zeitung.

Die Baden-Württemberg Stiftung plant, das Programm mit zwei Millionen Euro auszustatten. Allerdings muss der Aufsichtsrat zustimmen. Das Gremium tagt das nächste Mal am 7. April.

Diskussion über „Strategien für unsere Demokratie“

Zur Einstimmung in das Schwerpunktthema Populismus geht es in der Veranstaltungsreihe „Perspektiven“ der Baden-Württemberg Stiftung am 16. Februar im Haus der Stiftung in der Kriegsbergstraße um „Strategien für unsere Demokratie“. An der Diskussionsrunde nehmen unter anderem der Populismusforscher Jan-Werner Müller, der in Princeton lehrt, und der Journalist und Kabarettist Michel Abdollahi teil.

Die landeseigene Baden-Württemberg Stiftung verwaltet ein Vermögen von 2,3 Milliarden Euro und zählt damit zu den größten Stiftungen in Deutschland. Sie versteht sich als überparteilich und finanziert ausschließlich Projekte in Baden-Württemberg.

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Fühlen sich als soziale Wesen pudelwohl in der Hundetagesstätte

Fühlen sich als soziale Wesen pudelwohl in der Hundetagesstätte

Die vielen nassen Nasen strecken sich gen Himmel. Aufgeweckt und neugierig schnuppern die Hunde hinter dem Zaun in der Luft und schauen, wer vor das Tor tritt. Nur selten betreten unbekannte Menschen das Gelände, eher sind es Vierbeiner. „An manchen Tagen haben wir um die fünfzig Hunde hier“, sagt Regina Pilger. Die 1968 geborene Frau ist eine der zwei Inhaberinnen der Hundetagesstätte hundplus® im nordrhein-westfälischen Alfter. Die kleine Gemeinde liegt nahe Bonn und hat rund 22 000 Einwohner. In der sogenannten Huta wird Toleranz und Harmonie gelebt – eine beinahe hüfthohe Dogge liegt friedlich neben einem nur knapp drei Kilogramm schweren Zwergdackel. „Bei uns ist jeder Hund willkommen! Aber er muss verträglich sein. In so einer großen Gruppe ist nicht die Anzahl der Hunde, sondern die Harmonie das Entscheidende“, erklärt die studierte Rechtsanwältin. Ab einem Alter von sechs Monaten können die Vierbeiner die Tagesstätte besuchen. Der älteste Hund ist 17 Jahre alt und schon lange ein Teil des Rudels. Ebenso unterschiedlich wie die Zusammenstellung der Gruppe sind die Gründe, weshalb die Tiere in die Tagesstätte kommen.

Spielen mit Artgenossen

„Hauptsächlich kümmern wir uns um Hunde, deren Besitzer eine Vollzeitstelle haben und deswegen tagsüber nicht viel Zeit für ihren Liebling aufbringen können.“ Früher hätten sich die Tierheime davor gescheut, Hunde an Vollberufstätige zu vermitteln, die tagsüber wenig zu Hause sind. Doch das habe sich mittlerweile geändert, sagt Regina Pilger: „Es passt einfach nicht mehr in die heutige Zeit, in der die Haustiere als Familienmitglied gelten und viele Leute einen oder auch mehrere Hunde haben möchten, obwohl sie bis zu 40 Stunden in der Woche arbeiten.“ Viele der betreuten Vierbeiner bleiben auch einfach nicht gern allein, während andere Besitzer ihre Tiere in die Huta bringen, da sie dort viel Zeit mit Artgenossen verbringen können. Das bestätigt auch Pilger: „Hunde sind soziale Wesen. Ihnen tut das Spielen, das Kuscheln und der Kontakt mit anderen Hunden gut. Wenn sie abends von ihren Besitzern abgeholt werden, sind sie nicht nur müde, sie sind auch zufrieden.“ Die Vierbeiner kommen gern in die Huta – manch einer vielleicht zu gern: „Einer der Hunde wohnt hier ganz in der Nähe. Einmal ist er von zu Hause abgehauen, aber niemand konnte ihn finden. Als einer auf die Idee kam, vor der Tagesstätte nach ihm zu suchen, fanden sie ihn. Er saß vor dem Tor der Huta. Aber leider hatten wir geschlossen.“

Gartenhütte mit Sofa-Liegeplatz

Auf dem rund 2500 Quadratmeter großen Grundstück ist es ruhig. Selten hört man einen der vielen Hunde bellen. Nur der Wind, der sanft durch die Blätter der Bäume streift, und das rhythmische Hecheln der Hunde unterbrechen die Stille. Sie ruhen sich aus in einer der vielen Gartenhütten, die am Rand der großen Wiese stehen und mit Körben und Sofas als Liegeplätze ausgestattet sind. Einige der Hunde haben sich auf die zahlreichen Holzpaletten gelegt, die mit Decken zu einem angenehmen Ruheort gestaltet wurden. Ebenso verleihen sie dem Grundstück einen gewissen Charme. Dass diese Basis wichtig ist, weiß Regina Pilger: „Damit die Besitzer ihre Lieblinge in unsere Hände geben, muss eine gewisse Vertrauensbasis und Sympathie vorhanden sein.“

Kolleginnen beim Tierschutzverein

Die tägliche Arbeit mit den Vierbeinern erfordert viel Hingabe. „Schon immer waren Hunde meine Leidenschaft. In meiner Studienzeit habe ich mehr Zeit im Tierheim verbracht als in der Uni“, gesteht sie. Als sie später ihren Beruf mit den Tieren vereinte, arbeitete sie als Geschäftsführerin bei einem der größten Tierschutzvereine Nordrhein-Westfalens. Dort lernte sie ihre Kollegin Angela Weber kennen. „Wir beide wollten uns selbständig machen, ursprünglich aber mit einer Hundepension.“ Doch die genehmigungsrechtlichen Vorgänge stellten sich als so kompliziert und langwierig heraus, dass es eine Planänderung gab. „Entscheidend war auch, dass bei vielen Hundebesitzern ein sehr großer Wunsch nach einer Hundetagesstätte bestand.“ Nun gibt es ihr Unternehmen seit 2009. In der nächsten Zeit steht eine Vergrößerung des Grundstücks an, denn mit den Jahren ist die Anzahl der zu betreuenden Vierbeiner gestiegen.

Emma musste nicht ins Tierheim

In der Zeit, in der Pilger und Weber im Tierheim arbeiteten, hatten sie jeweils schon bald vier Hunde statt einen zu Hause. Eine kleine, zarte Hundedame mit schwarzem, krausem Fell ist die letzte aus diesen Zeiten. Auch wenn das Alter sie bereits gezeichnet hat, spaziert sie immer noch mit Freude durch das Häuschen, das auf dem Grundstück der Huta erbaut wurde. Innen steht ein Tisch mit Stühlen und einem Computer, an dem alle Formalitäten geregelt werden. Auf einem Sofa liegt Hündin Emma, alle vier Beine in die Luft gestreckt, und wartet darauf, gestreichelt zu werden. „Emma ist in unserer Gruppe groß geworden. Als ihre Besitzerin erkrankte, stand es für mich sofort fest, dass sie nicht ins Tierheim soll, sondern dass ich sie zu mir nehme“, sagt Regina Pilger.

Da kullern schon mal die Tränen

So gibt es neben den täglichen, lustigen Anekdoten, die einem die Hunde bescheren, auch traurige Momente: „Vor einigen Wochen ist einer der ersten Hunde, die wir in der Huta betreut haben, gestorben. Die Vierbeiner wachsen einem alle sehr ans Herz. Da kullern dann auch schon mal die Tränen.“ Die Arbeit, die die beiden Inhaberinnen und die drei angestellten Tierpfleger erledigen, reicht vom Versorgen und Streicheln der Hunde bis hin zum Rasenmähen und Sauberhalten des Grundstücks. „Das Beobachten des Verhaltens der Tiere gehört auch zu unseren Aufgaben. Falls nötig, schreiten wir auch ein, um einen Konflikt zu lösen. Man sieht so viel in dem Verhalten der Hunde. Es wird nie langweilig.“

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Alkoholmissbrauch: Einfluss der Eltern größer als gedacht

Wenn Eltern im Übermaß Alkohol trinken, ist der negative Einfluss auf ihre Kinder größer als bislang angenommen. Das zeigt eine Langzeitstudie im Auftrag der Krankenkasse DAK und des Bundesbildungsministeriums. 

„Zwölfjährige, deren Eltern regelmäßig Alkohol konsumieren, haben im Erwachsenenalter ein drei Mal höheres Risiko für das Rauschtrinken als Kinder aus Familien, in denen nie Alkohol getrunken wird“, erklärt der Gesundheitsforscher Reiner Hanewinkel. Der Leiter des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) untersuchte für die Studie über neun Jahre hinweg die Auswirkungen riskanten Alkoholkonsums. 

Eltern dürfen nicht „Wasser predigen und Wein trinken“

Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) appellierte an Eltern, ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden. „Wasser predigen und Wein trinken, das geht nicht“, erklärte sie in Berlin bei der Vorstellung der DAK-Studie. Alkoholmissbrauch bleibe trotz allgemein rückläufigen Konsums weiter eine der „großen gesundheitspolitischen Herausforderungen“.

Alkoholmissbrauch bei einem Drittel der Eltern 

Für die repräsentative Umfrage hatte die Krankenkasse tausend Mütter und Väter von Jugendlichen im Alter von zwölf bis 17 Jahren zum Alkoholkonsum befragt. Demnach machen sich 21 Prozent Sorgen, dass ihre Sprösslinge zu viel trinken. Knapp ein Drittel der Befragten (32 Prozent) legt aber selbst ein riskantes Trinkverhalten an den Tag. Bei den Vätern liegt der Anteil sogar bei 39 Prozent. Nahezu ein Viertel (23 Prozent) der Eltern versetzt sich mindestens einmal im Monat in einem Alkoholrausch.

Je später der erste Rausch, desto besser

Nach den Beobachtungen der Gesundheitsforscher spielt das Alter bei der Suchtentwicklung eine Rolle. Demnach sollten Jugendliche ihren ersten Alkoholrausch so spät wie möglich erleben. Wer diese Erfahrung schon mit zwölf oder 13 Jahren gemacht hat, zeigt als junger Erwachsener mit einer Wahrscheinlichkeit von 55 Prozent ein riskantes Trinkverhalten. Bei den Altersgenossen, die mit 13 oder 14 Jahren noch keinen Rausch hatten, sind es nur 46 Prozent.

„Die Untersuchungen zeigen, wie wichtig die frühzeitige Aufklärung über die Risiken und Gefahren von Alkoholmissbrauch ist“, betont der DAK-Vorstandschef Andreas Storm. Die Mehrheit der Eltern erwarte, dass das Thema in den Schulen behandelt werde. 

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Jugendlicher mit Cricketschläger unterwegs

BöblingenJugendlicher mit Cricketschläger unterwegs

Die Polizei entdeckt einen Cricketschläger bei einem Jugendlichen. Foto: dpa

Böblingen – Das Ordnungsamt wurde am Mittwochabend gegen 20.30 Uhr in die Bahnhofsunterführung in Böblingen gerufen, da sich dort mehrere Jugendliche befanden.

Die Polizei teilte mit, dass den Mitarbeitern des Ordnungsamtes dabei ein junger Mann auffiel, der einen Cricketschläger bei sich hatte. Als er die beiden Ordnungshüter erkannte, ergriff er die Flucht. Die Männer entdeckten ihn beim Versuch, sich in einem Gebüsch zu verstecken und verständigten die Polizei. Die Polizisten kontrollierten ihn und nahmen ihn in Gewahrsam, da seine Identität nicht sofort festgestellt werden konnte. Nachdem seine Personalien feststanden, wurde er wieder entlassen. Es handelte sich um einen 16 Jahre alten Jugendlichen.

Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass es im Zuge der Personenansammlung in der Bahnhofsunterführung zu Handgreiflichkeiten oder Ähnlichem gekommen ist, bittet das Polizeirevier Böblingen Zeugen sich unter Telefonnummer 07031/13-2500 zu melden.

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Pädophilie: Charité setzt Therapien für Teenager fort

Die Berliner Charité setzt Therapien mit Jugendlichen fort, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen. Das Bundesfamilienministerium werde die Finanzierung dieses Pilotprojekts für besseren Kinderschutz bis Ende des Jahres mit 200 000 Euro überbrücken, kündigte Staatssekretär Ralf Kleindiek am Dienstag in Berlin an. Ab 2018 greife ein Modellprojekt der gesetzlichen Krankenkassen, um die auf Wunsch auch anonymen Behandlungen zu finanzieren.

Das Projekt der Charité und der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Berliner Vivantes-Kliniken gibt es seit 2014. Es richtet sich an 12- bis 18-jährige Jugendliche. Sie lernen in Therapien zum Beispiel in Rollenspielen, ihre sexuellen Fantasien zu verstehen und ihre Handlungen zu kontrollieren. Bisher meldeten sich 134 Teenager oder ihre Eltern hilfesuchend an die Charité. Es ging allein um Jungen. 41 von ihnen begannen eine Therapie. Bisher habe nach der Therapie keiner dieser im Schnitt 15 Jahre alten Jungen Übergriffe begangen oder weitere Missbrauchsdarstellungen angeschaut, sagte Projektleiter Klaus M. Beier. Das Ministerium finanzierte das Pilotprojekt bisher mit mehr als 600 000 Euro.

Ein ähnliches Therapieangebot gibt es seit 2005 für Männer mit pädophilen Neigungen, die keine Übergriffe begehen wollen. Auch sie können ab 2018 eine Behandlung auf Krankenschein bekommen.

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