Kategorie -Jugendliche

Eine Visagistin verschönert an Krebs erkrankte Frauen

Eine Visagistin verschönert an Krebs erkrankte Frauen

Buntstifte, Spiegel und einen Schemel, mehr hatte Irene Zepp im zarten Alter von fünf Jahren nicht nötig, um ihrem Gesicht ein bisschen Farbe zu verleihen. Gute 50 Jahre später tut sie nichts anderes, aber sie macht es professionell. Die Visagistin aus dem rheinland-pfälzischen Schalkenbach bei Ahrweiler machte ihr Hobby zum Beruf. In der Welt der Schönheit berät sie, verkauft und schminkt. Als Make-up-Artist und Fachverkäuferin in der Parfümerie Pierre in Mayen gibt sie jeder Frau die Möglichkeit, durch Tipps und Tricks mehr aus sich herauszuholen. Doch vor wenigen Jahren wurde sie nachdenklich. „Da fehlte noch ein Puzzleteil zum Glück“, erinnert sich die Natur- und Tierliebhaberin.

Große Beunruhigung

Was erfüllt mich? Wozu bin ich alles fähig? Was kann ich damit überhaupt anfangen? Fragen über Fragen, die sie quälten. Durch Zufall fand sie ihre Antwort: Eine gute Bekannte, die an Brustkrebs litt, begegnete ihr und war der Schlüssel zu Irene Zepps Glück. „Ich will dich schön machen, Rita!“, dachte sie sofort. Denn die erfahrene Visagistin ist der Meinung: „Eine Frau soll Frau bleiben, egal, welche Krankheit versucht, ihr die Schönheit zu nehmen.“ Eine weitere persönliche Erfahrung gab ihr schließlich den letzten Anstoß. Auch in ihrer Brust wurde ein Knoten entdeckt, der große Beunruhigung in ihr verursachte. „Gott sei Dank ist alles noch mal gutgegangen“, sagt sie lächelnd.

Man sieht es ihr nicht an

Nach Absprache mit ihrer Ärztin aus dem Marienhaus Klinikum Bad Neuenahr bot sie von da an Schminkseminare für krebskranke Frauen an, um deren Selbstsicherheit und Wohlbefinden trotz Haarausfall zu erhalten. „Die Frau, ihre Seele, ist und bleibt dieselbe“, sagt Irene Zepp überzeugt. Vor allem will sie damit ausdrücken, dass die Schminke nicht zum Versteck des eigentlichen Gesichts werden soll. Die Visagistin spricht dabei lieber von einer Art „Schutzmäntelchen“ oder „Tarnkäppchen“. „So kann die Frau über ihre Krankheit sprechen, wenn sie es möchte, doch man sieht es ihr nicht sofort an“, erklärt sie stolz.

Sie vertraut ihrer Vorstellungskraft

Und genauso, wie die Frau dieselbe bleibt, ändert sich auch nichts an der Vorgehensweise beim Schminken. Bei der Produktauswahl muss nur auf Unverträglichkeiten wie Allergien geachtet werden, doch das sei schließlich immer der Fall; das Auftragen der Schminke ist ebenfalls vergleichbar mit der Vorgehensweise bei gesunden Kunden. Daher hat die Visagistin keine speziellen Schulungen gemacht, die üblichen Pinselstriche kannte sie bereits aus ihrem Hauptberuf in der Parfümerie, wo sie ihre Seminare ebenfalls in Kooperation mit dem Mayener Krankenhaus anbietet. „Was wirklich notwendig ist als Make-up-Artist, ist Vorstellungskraft. Man muss die Frau vor sich bereits am Anfang schon so sehen, wie sie am Ende aussehen soll. Das ist vor allem bei Krebs-Patientinnen und deren Haarausfall wichtig“, erklärt sie.

Die eine oder andere Träne

Irene Zepps Schmink-Workshop findet großen Anklang. Nicht nur Ärzte heißen ihre Idee gut, sondern auch die Patientinnen selbst, die meist sehr emotional auf den Vorher-nachher-Effekt reagieren. „Meine Kundinnen blühen regelrecht auf, da bleibt teilweise auch nicht die eine oder andere Träne aus. Und genau das erfüllt mich: zu wissen, dass ich es geschafft habe, Frauen in solchen Situationen und mit solchen Schicksalsschlägen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.“

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Haare nicht schwarz genug: Brünetter Teenager fliegt in Japan von Schule


Eine junge Frau färbt sich jahrelang die Haare schwarz, um nicht gegen die Schulordnung zu verstoßen. Am Ende sind die Haare trotzdem zu hell – sie wird der Schule verwiesen. Jetzt klagt sie die Schule an. Die ist mit ihren absurden Regeln in Japan kein Einzelfall.

In der Schulverordnung sind schwarze Haare vorgeschrieben – deswegen hat eine japanische Schülerin ihre naturbraunen Haare wiederholt färben müssen. Nun hat die 18-Jährige ihre Schule verklagt, wie ein Sprecher der Präfektur Osaka am Freitag sagte. Die Schülerin fordert 2,2 Millionen Yen (rund 16.600 Euro) Schadensersatz.

Medienberichten zufolge hatte die Schulleitung dem Mädchen zu verstehen gegeben, dass sogar „ein blonder Austauschschüler seine Haare schwarz färben müsste“, um die Schulregeln nicht zu verletzen. Deswegen färbte die Schülerin ihre braunen Haare immer wieder schwarz, wie die japanische Tageszeitung „Asahi Shimbun“ berichtete.

Den Lehrern war das offenbar nicht genug: Der Teenager wurde letztendlich der Schule verwiesen. Seit September des vergangenen Jahres hat die 18-Jährige nicht mehr am Unterricht teilgenommen. Die Betroffene geht nun gerichtlich gegen ihre Schule vor. Sie beklagt unter anderem, durch das ständige Färben ihrer Haare sei sogar ihre Kopfhaut beschädigt worden.

Braunes Haar wird häufig als rebellische Geste verstanden, schwarzes Haar steht in Japan für Tradition.

Ironischerweise soll die unbedingte Vorschrift zu schwarzem Haar an der Kaifukan High School sowie an vielen anderen japanischen Schulen gerade dazu dienen, das Färben der Haare zu unterbinden. Der japanische Blogger und Autor Yuta Aoki vermutet hinter solchen absurden Regeln jedoch andere Gründe: Es sei in Wahrheit nicht verboten, sich die Haare zu färben, sondern kein schwarzes Haar zu haben, schreibt er in seinem Blog. Dahinter stecke eine diskriminierende Haltung gegenüber allen Menschen mit nicht typisch-japanischem Äußeren. Schüler und Schülerinnen mit zu lockigem Haar hätten demnach dasselbe Problem.

Strenge Disziplin gilt als gute Werbung für Bildungseinrichtungen

Junge Menschen mit gefärbtem Haar würden überdies nicht nur von der Schule ausgeschlossen, sondern hätten später auch Probleme, einen Job zu bekommen oder eine Wohnung zu mieten. Laut eines Berichts der New York Times fingen Mitte der 90er Jahre in Japan immer mehr Menschen an, sich die Haare zu bleichen oder zu färben. Seitdem gelte das „teebraune“ Haar als verwegen, informell – ein Zeichen der Rebellion. Schwarzes Haar hingegen sei ein Indiz für Ernsthaftigkeit und Konvention.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass japanische Schulen ihre Schüler mit so pedantischen Regelkatalogen zur Ordnung rufen: Strenge Disziplin funktioniere in Japan als gute Publicity für eine Bildungseinrichtung. Aufgrund der stagnierenden Geburtenrate werde verstärkt um Schüler und Studierende geworben, so ein Bericht des Nachrichtensenders BBC.

Die Listen dieser Regeln beschränken sich jedoch nicht auf Haarfarbe und Frisur. Viele Bildungseinrichtungen schreiben ihren Schülern vor, wie sie sich zu kleiden und zu schminken haben. Andere verbieten jeglichen Schmuck oder gar das Zupfen der Augenbrauen. Mittlerweile müssen Schüler mit hellerem Haar an über der Hälfte der Schulen in Japan Kinderfotos von sich vorlegen. Diese sollen beweisen, dass die Farbe natürlich ist und einer ungerechtfertigten Bestrafung vorbeugen.



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Maskenbildner am Opernhaus Zürich

Maskenbildner am Opernhaus Zürich

Schon beim Betreten des kleinen Raums mit den großflächigen Fenstern an der einen Wand ahnt man, welcher Beruf hier ausgeübt wird. In der Mitte steht ein Tisch, und unter den Fenstern sind Ablagen. Auf den Ablageflächen stehen unter anderem Modellierköpfe mit Perücken. In einem angrenzenden Raum sind große Spiegel, davor Stühle, auf weiteren Ablageflächen Make-up-Produkte und Pinsel. Im Hintergrund hört man einen Sänger, begleitet von einem Klavier, der eine Arie übt. Es ist der Arbeitsplatz von Wolfgang Witt und seinem Team von Maskenbildnern am Opernhaus Zürich. An einem normalen Arbeitstag stellt Wolfgang Witt alles Nötige bezüglich Gesicht und Frisur für die Verwandlung der Solisten in ihre Rollen her.

Von Büffel und Ziege

Da sind zum Beispiel die benötigten Perücken. Diese müssen auf jede Person angepasst werden, denn die Perücke muss genau mit dem Verlauf des Haaransatzes übereinstimmen. Etwa neunzig Prozent aller Perücken sind aus echten Haaren hergestellt, die restlichen sind aus synthetischen Haaren oder Tierhaaren. Dabei werden Haare vom tibetischen Büffel oder selten Haare der Angoraziege verwendet. Die echten Haare für Perücken werden von einer europäischen Firma geliefert, die die Haare präpariert und färbt. Diese Haare stammen von indischen Frauen, die sich die Haare wachsen lassen und dann abschneiden, um sie in einem Tempel als Opfergabe für die Götter zu geben. Der Tempel hat keine Verwendung für diese Haare, so kaufen die Haareinkäufer der europäischen Firma die Haare dem Tempel ab. Die Haarlänge kann zehn bis achtzig Zentimeter betragen. „Der große Vorteil an Perücken mit echten Haaren ist, dass man alles machen kann, was man mit den eigenen Haaren auch machen kann“, erklärt der 49-Jährige. Aus diesen Haaren werden auch Bärte, Schnurrbart und Koteletten hergestellt.

Für den Zauberer von Oz

Neben den Perücken werden hier auch „die Special Effects“, wie sie Witt nennt, gefertigt. Das ist ein dreidimensionales Make-up, zum Beispiel Nasen oder andere Körperteile, sowie Wunden und Narben, die dem Solisten angeklebt werden. Um diese wie auch die Perücken zu befestigen, werden verschiedene Kleber verwendet, ein Acrylkleber, ein Silikonkleber oder ein Kleber, der früher aus Pflanzenharz bestand, jetzt aber synthetisch hergestellt wird. Welcher Kleber wann benützt wird, ist situationsabhängig: „Mit dem einen Kleber befestigt man Perücken, mit dem anderen Ohren.“ Am wichtigsten sei, dass die Sänger nicht allergisch auf den Kleber reagieren.

Ein Opernsänger betritt nach einem Ausprobieren einer komplizierten Maske den Raum, er trägt eine riesige Perücke, die eine Löwenmähne darstellt, und eine Löwenschnauze auf dem Nase- und Mundbereich, da er beim Stück „Der Zauberer von Oz“ mitspielt. „Na, gut gebrüllt, Löwe?“, fragt Witt belustigt. „Roar!“, antwortet der Sänger mit seiner kräftigen Stimme.

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Stadt befragt Schüler zu Sportplätzen

FilderstadtStadt befragt Schüler zu Sportplätzen

Ein frei zugängliches Beachvolleyball-Feld steht ganz oben auf der Wunschliste des Jugendgemeinderats, außerdem eine Skateanlage in Bonlanden. Foto: dpa

Filderstadt – In Filderstadt werden Schüler befragt, wie sie mit den Sportstätten in ihrer Stadt zufrieden sind, welche sie nutzen und welche sie sich wünschen. Den Schülern von der siebten Klasse an werden im Auftrag der Verwaltung und des Instituts für Kooperative Planung und Sportentwicklung über ihre Klassenlehrer Fragebögen ausgeteilt. Darin sollen die Schüler etwa ankreuzen, wie sie den Zustand der Sportanlagen einschätzen, wie barrierefrei diese sind und wie die Sanitäranlagen beschaffen sind. Außerdem möchten die Verantwortlichen von den Schülern wissen, wie die Leistungen der Stadt im Hinblick auf die Bewegungsmöglichkeiten in Parks sind, ob es Bushaltestellen in der Nähe der Sportplätze gibt und ob diese gepflegt werden.

Jens Theobaldt, der Leiter des Amts für Familie, Schulen und Vereine der Stadt Filderstadt, ordnet das Thema ein: „Der Gemeinderat und die Stadtverwaltung stellen gerade einen Sportstättenentwicklungsplan auf. Dazu gehen wir auf verschiedene Interessengruppen zu.“ Das sind nicht nur Schüler, sondern beispielsweise auch Sportvereine.

Die ausgefüllten Fragebögen soll das Institut dann auswerten. „Dann wird es eine Projektgruppe geben, die den Bestand und Bedarf analysiert und dann soll ein Handlungskatalog erarbeitet werden“, berichtet Theobaldt. Darin soll dann etwa stehen, was noch gebraucht wird und woran möglicherweise ein Überangebot besteht. Der Amtsleiter schätzt, dass die Ergebnisse Ende des Jahres vorliegen.

Zum Hintergrund: In Filderstadt gibt es keinen aktuellen Sportstättenentwicklungsplan. Zuletzt wurde im Jahr 1989 der Entwurf eines solchen Plans „Sport 2004“ aufgestellt. Dieser ist aber dann nicht mehr weiter verfolgt worden.

Weil sich in den 28 Jahren die Schullandschaft aktuell genauso verändert hat wie die der Kindergärten und Vereine, empfiehlt die Stadtverwaltung eine Analyse, „um dem Gemeinderat für zukünftige Entscheidungen einen Handlungsrahmen aufzuzeigen“.

Zwei große Wünsche: Beachvolleyball-Feld und Skateanlage

Der Jugendgemeinderat hat sich zwar bisher noch nicht mit dem Thema Sportstättenplan befasst. Doch die jungen Leute wissen am ehesten, was die Schüler umtreibt und welche Angebote sie vermissen. „Wir hätten gerne ein Beachvolleyball-Feld und eine Skateanlage in Bonlanden“, gibt Florian Wußmann Auskunft. Er ist der Sprecher des Jugendgemeinderats von Filderstadt.

Beim Beachvolleyball-Feld gehe es aber nicht voran. „Das Thema hat gerade eine geringe Priorität im Gemeinderat, hat man uns gesagt“, berichtet Wußmann. Darum sollten sie sich davon nicht zu viel erhoffen. „Wir werden aber bei dem Thema weiter dran bleiben.“ Aktuell gibt es ein Beachvolleyball-Feld am Fleinsbach-Stadion. „Da kommt man aber nur mit einem Vereinsschlüssel rein. Wir hätten gerne eine frei zugängliche Anlage“, sagt Wußmann. Überhaupt seien Sportanlagen ganz wichtig für Jugendliche. „Sport gehört dazu – schon als Ausgleich zur Schule“, so der Jugendgemeinderat.

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Der Tag: Jugendliche schauen im Schnitt mit 14 erstmals Pornos


Jugendliche in Deutschland sehen einer Studie zufolge im Durchschnitt erstmals mit etwa 14 Jahren Pornos. In etwa der Hälfte der Fälle komme das Ansehen der Bilder ungeplant und ungewollt zustande, ergab eine von den Universitäten Hohenheim und Münster vorgestellte repräsentative Befragung von 14- bis 20-Jährigen. Diese Heranwachsenden stießen demnach zufällig im Internet auf solche Bilder oder bekamen die Pornos von Dritten gezeigt.

Der Erstkontakt mit Pornografie erfolgt laut den Studienmachern immer früher. Die 14- bis 15-Jährigen, die bereits Kontakt mit harter Internetpornografie hatten, gaben demnach an, beim Erstkontakt im Durchschnitt 12,7 Jahre alt gewesen zu sein. Das durchschnittliche Alter, in dem Heranwachsende erstmals Pornos ansehen, liegt demnach bei 14,2 Jahren. Mit 14 Jahren seien Jungen dabei deutlich jünger als Mädchen, die im Durchschnitt mit 14,8 Jahren erstmals solche Bilder sehen.



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Maskenbildnerin Karla Meirer über ihre Arbeit beim Film

Maskenbildnerin Karla Meirer über ihre Arbeit beim Film

In einer ruhigen Nebenstraße in Berlin stehen an einem verregneten Samstagmorgen Lastwagen, Anhänger und Wohnmobile hintereinander. Vereinzelte Frühaufsteher bewegen sich geschäftig zwischen den Wagen. Einige schlürfen müde ihren Kaffee, andere tragen schwere Taschen und Kabel hin und her. Am Gürtel eines Mannes hängt ein riesiger Schlüsselbund, der bei jedem Schritt klirrend den Arbeitsrhythmus anzugeben scheint. Der Base Manager ist verantwortlich für die reibungslose Kommunikation zwischen Base und Set, denn heute wird hier ein Krimi gedreht. Er begrüßt die ankommenden Kollegen und versorgt sie mit Informationen zum Tagesablauf. So empfängt er auch Maskenbildnerin Karla Meirer, die die Stufen zu ihrem Maskenmobil erklimmt.

An der Wiener Staatsoper

Die freiberufliche Maskenbildnerin ist seit mehr als 25 Jahren in dieser Branche tätig. Zunächst erlernte sie den Beruf einer Friseurin. An der Maskenbildnerschule in Köln qualifizierte sie sich zur Maskenbildnerin. Anschließend verfeinerte sie ihre Kenntnisse an der Wiener Staatsoper und am Burgtheater. Ihre lebenslustige Art und ihre positive Ausstrahlung fallen auf, der österreichische Akzent der Tirolerin und ihr ansteckendes Lachen verbreiten gute Laune. Eigentlich wollte Meirer Kunst studieren. „Aber meine Eltern sahen darin keine Perspektive. So war die Maskenbildnerei mein Weg, mich mit Kunst zu beschäftigen“, sagt sie. Anfangs sei es nicht leicht gewesen, in der Filmbranche Fuß zu fassen, aber nachdem sie über einen Schauspieler zu ihrer allerersten Babelsberger Produktion gekommen war, zogen sie immer wieder Kollegen zu ihren Projekten hinzu. „Beim Film ist es ganz wichtig, dass man sich ein Netzwerk aufbaut und Leute kennenlernt, die wissen, wie du arbeitest, so kommt man an Aufträge. Zu einem gut ausgebauten Netzwerk gehören Maskenbildnerkollegen, Regisseure, Produzenten, Produktionsleiter und Schauspieler.“

Silikonhautteile und Heißwickelkästen

Bevor die ersten Schauspieler auf den zwei Maskenplätzen Platz nehmen können, legt Meirer die Utensilien bereit, denn jeder Handgriff muss sitzen und die kalkulierte Zeit unbedingt eingehalten werden, weil sich anderenfalls der ganze Drehablauf nach hinten verschiebt. Das kann gravierende Probleme verursachen, zum Beispiel, wenn mit Kindern gedreht wird, die sich nur eine bestimmte Anzahl von Stunden am Set aufhalten dürfen, oder wenn der Drehort nur für ein paar Stunden verfügbar ist. In einem Maskenwagen steht nur wenig Raum zur Verfügung, der Platz wird effektiv genutzt. In Regalen und Schubladen befinden sich, gut sortiert, pflegende und dekorative Kosmetika, Pinsel in allen Größen, Heißwickelkästen, Filmblut in allen Rottönen, Haarteile und Perücken, Silikonhautteile und vieles mehr. „Wir sind eigentlich auch der Erste-Hilfe-Wagen“, lacht Meirer. „Die Schauspieler kommen herein, und es ist wie ein Wohnzimmer; da ruhen sie sich aus und vertrauen uns alles Mögliche an.“ Als Maskenbildner sei man die erste Anlaufstelle der Schauspieler bei ihrer Verwandlung in die Rolle. Daher müsse man ihre Stimmung auffangen können, damit sie das Maskenmobil mit einem guten Gefühl verlassen und sich auf ihre Rolle vorbereiten können.

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So wecken Sie bei Jugendlichen die Lust auf Obst und Gemüse

Der Anteil übergewichtiger 15-Jähriger ist zwischen 2001 und 2014 von 12 auf 15,5 Prozent gestiegen. Der Anteil Übergewichtiger ist sogar von 11 auf 16 Prozent gestiegen. Das geht aus einer OECD-Studie hervor. Wie bringt man Kinder dazu, sich gesünder zu ernähren?

Jugendliche haben oft ähnlich sonderbare Essensgelüste wie Schwangere. Das liegt zum einen an Hormonen, zum anderen daran, dass im Wachstum der Bedarf an bestimmten Stoffen besonders hoch ist. Da steht gesunde Ernährung nicht auf Platz eins.

Glaubt man dem Ernährungsexperten Sven David Müller, dann geht es mit unserer Essenskultur bergab. „In vielen Familien stehen gesunde Lebensmittel gar nicht zur Verfügung“, klagt er im Gespräch mit t-online.de. „Wenn ich mir da manchmal die Einkaufswagen ansehe, dann wundere ich mich, dass nicht noch mehr Kinder und Jugendliche übergewichtig sind.“

Jugendliche probieren gerne etwas aus

Dabei könne schon ein appetitlich gefüllter Obstkorb dazu verführen, immer mal wieder hinzulangen. Aber nur 37 Prozent der 15-jährigen Mädchen essen täglich Obst, bei den gleichaltrigen Jungs sind es sogar nur 29 Prozent.

Jonas wurde von klein auf dazu erzogen, täglich ein bisschen Obst zu essen. Wirklich gemocht hat er das nie: „Irgendwie war das immer das Gleiche. Apfel, Birne, Banane“, erinnert sich der Siebzehnjährige. Erst durch seine Freundin und ihre Familie ist er auf den Geschmack gekommen. „Da gibt es dauernd Obst oder Gemüse, das ich noch nie gesehen, zumindest aber nie probiert habe, das ist spannend. Jetzt kauf‘ ich mir sogar selber lieber mal eine Mango als eine Tüte Chips.“

Durch Youtube zu mehr Interesse an Obst

Auch die dreizehnjährige Eva ist über andere zum Obst gekommen. „Ich schau mir immer so Lifehacks auf Youtube an und da zeigen die manchmal so Sachen mit Früchten“, sagt sie. „Wie man zum Beispiel mit einem Strohhalm das Grüne aus den Erdbeeren bekommt, ohne sich die Finger schmutzig zu machen. Wie man eine Melone dazu bringt, einen Smoothie auszukotzen und sowas.“

Dann frage sie ihre Mama, ob sie das vom Einkaufen mitbringt und mit ihr ausprobiert. „Seitdem gibt es bei uns immer öfter Sachen, die wir früher nicht gegessen haben. Kokosnuss zum Beispiel, weil die allen schmeckt, sogar meinem kleinen Bruder.“ Früchte wie diese haben vielleicht nicht die beste Ökobilanz, erfüllen in solchen Fällen aber einen wichtigen Zweck: Denn gesunde Neugier und Entdeckerdrang sind eine Grundeigenschaft von Jugendlichen. Und da kann man sie packen.

Viele 14- bis 18-Jährige kochen gern

Riechen, schmecken, ausprobieren – das sind die Methoden, mit denen man kleine Kinder neugierig macht und die auch bei größeren durchaus noch ziehen. Denn eigentlich wollen sie kochen. Wie der Ernährungsreport 2017 zeigt, stehen nur 39 Prozent aller Deutschen täglich selbst am Herd und interessanterweise sind es die 14- bis 18-Jährigen, die das am liebsten tun. Solange es schnell und einfach geht. Eine Entwicklung, die Ernährungswissenschaftler mit Interesse betrachten und die durchaus Potenzial bietet.

Der Bundesminister für Ernährung, Christian Schmidt, möchte diese Begeisterung nutzen und die Schulangebote erweitern. Experten fordern schon lange, dass das Thema mehr Platz in den Schulen bekommen soll, zum Beispiel in Form von Kochkursen. Doch die andere Seite ist skeptisch. Sie ist der Meinung, das Thema Ernährung gehöre eigentlich in die Elternhäuser.

Fast Food ist nicht gleich Fast Food

Vor vielen Jahren hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung einmal herausgefunden, dass Jugendliche einen Großteil ihres Taschengeldes für Fast Food ausgeben. „Und auch heute noch sind mittags die Fast-Food-Tempel und Imbissbuden voll mit Jugendlichen“, so Müller.

Dabei ist Fast Food nicht gleich Fast Food. „Da gibt es gewaltige Unterschiede. Man kann da auch durchaus mal ein Familienevent daraus machen, sich durch die Dönerbuden der Stadt zu probieren und den Döner mit dem besten Fleisch, dem frischesten Salat herauszusuchen.“ Oder einen leckeren Burger, eine abwechslungsreich belegte Vollkornpizza mal gemeinsam selbst zubereiten.

Denn Eltern bleiben das Vorbild. „Dafür ist es auch im Jugendalter noch nicht zu spät“, ist der Buchautor überzeugt. „Wenn ich selbst immer nur als Couch Potato abhänge und Chips in mich hineinfuttere, wenn ich abends schnell die Fertigpizza in den Ofen schiebe oder Fast Food hole, dann färbt das eben ab.“

Jugendliche erreicht man auf emotionaler Ebene

Ganz fernhalten kann man Jugendliche vom Fast Food wahrscheinlich trotzdem nicht, also muss man andere Wege gehen. Kleinkinder essen normalerweise, was auf den Tisch kommt. Aber schon Schulkinder beginnen damit, sich auf ihre ganz eigene Art zu ernähren, wenn sie die Möglichkeit haben. Schokokuss im Brötchen, Würstchensuppe aus dem Glas und natürlich Nudeln mit Ketchup sind schnell „zubereitet“, wenn die Eltern nicht zuhause sind. Doch in der Regel lässt sich diese Altersgruppe noch mit guten Argumenten und leckeren Broten überzeugen.

Bei Jugendlichen ist das nicht mehr so einfach. Hier muss man einen anderen Ansatz wählen: Man muss emotionale statt rationale Wege einschlagen. Ein Psychologenteam der University of Chicago rät dazu, Jugendlichen Informationen vorzulegen, die direkt auf sie zugeschnitten sind. Sie also mit Werten wie zum Beispiel sozialer Gerechtigkeit und Autonomie überzeugen, die sie besonders ansprechen.

Aber man muss aufpassen, dass man es nicht übertreibt. Denn Jugendliche neigen zu Extremen, was entwicklungspsychologisch leicht zu erklären ist. Und das gilt für alle Bereiche, also auch fürs Essen. Schnell kann ganz natürliches Verhalten in krankhaftes kippen. „Neben Magersucht und Bulimie taucht immer öfter auch der Begriff Orthorexie auf. Also das penible Achten auf die Zusammensetzung der Nahrung. Auch das kann zum psychischen Problem werden.“

Ein Stück Pizza ab und zu ist in Ordnung

Eine große Rolle spielt in diesem Alter auch der Gruppenzwang. „Kein Jugendlicher wird zu seinen Freunden sagen ‚Ich komme nicht mit, meine Mama hat gesagt, ich soll mein Vollkornbrot essen‘. Und gegen Fast Food ab und zu ist ja auch nichts einzuwenden, nur das Verhältnis zum Beispiel zu Sport und Bewegung muss stimmen.“ Wenn man sich sonst gesund ernähre, genug Obst und Gemüse esse, dann sei ein Stück Pizza vom Stand ab und zu auch in Ordnung.

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Tote Jugendliche in der Laube: Vater bekommt Bewährungsstrafe


Sechs junge Menschen sterben in Arnstein in einer Gartenlaube. Die Staatsanwaltschaft spricht von grober Fahrlässigkeit, die Verteidigung sagt: „Strafe bringt uns keine Kinder zurück.“ Das Gericht verurteilt den Besitzer, selbst Vater zweier Opfer, zu einer Bewährungstrafe.

Nach dem tragischen Kohlenmonoxid-Tod von sechs Jugendlichen in einer Gartenlaube in Unterfranken ist der Besitzer der Laube zu einer Haftstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt worden. Die Strafe werde zur Bewährung ausgesetzt, sagte der Vorsitzende Richter Hans Brückner vor dem Landgericht Würzburg.

Der Angeklagte hatte im Technikraum seines Gartenhäuschens einen Stromgenerator aufgestellt, der nicht für Innenräume zugelassen war. Zudem versagte eine selbst gebastelte Abgasleitung an dem Abend im Januar ihren Dienst.

Die sechs Jugendlichen, darunter zwei seiner Kinder, atmeten deshalb das geruchlose, tödliche Gas ein. Sie starben Gutachtern zufolge innerhalb weniger Minuten. Experten bezeichneten die Rohrkonstruktion als ungeeignet, die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, Warnhinweise „in nicht nachvollziehbarer Weise missachtet zu haben“. Der Vater selbst fand die Toten am Tag nach der Geburtstagsparty für seine Tochter, als er nach dem Rechten sehen wollte.

Der Staatsanwalt und ein Nebenklage-Anwalt hatten eine Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung gefordert, ein zweiter Nebenklage-Anwalt plädierte auf zwei Jahre Haft ohne Bewährung. Die Verteidigung wollte indes einen Schuldspruch ohne Strafe, da der Mann durch den Verlust seiner Kinder schon gestraft genug sei.

Der 52 Jahre alte Familienvater war zunächst wegen sechsfacher fahrlässiger Tötung angeklagt. Das Gericht beschränkte das Verfahren am letzten Prozesstag allerdings auf vier Fälle und nahm damit die eigenen Kinder des Mannes bei der Strafzumessung aus.



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Röntgenschürze, Skalpell und gute Nerven im OP: eine Neurochirurgin

Röntgenschürze, Skalpell und gute Nerven im OP: eine Neurochirurgin

Um kurz vor sechs frühstückt Friederike Gamm und füllt einen Thermobecher mit Kaffee, denn Müdigkeit kann sich die 35-jährige Neurochirurgin nicht leisten. Bis zum Main-Kinzig-Krankenhaus in Gelnhausen sind es 61,9 Kilometer. „Ich muss aber nicht jeden Tag so weit fahren, häufig bin ich auch in der angeschlossenen Praxis in Fulda.“ Als Gamm ankommt, parkt sie ihren Audi und macht sich auf den Weg in die neurochirurgische Station im vierten Stockwerk. Ihr erstes Ziel ist das Schwesternzimmer, wo sie sich einen Überblick über Patienten und den OP-Plan verschafft. Danach gilt es, Röntgenaufnahmen zu bewerten und Patientenberichte zu vervollständigen. Gegen acht Uhr trifft ihr Kollege Steffen Urban ein. Beide ziehen sich ihre weißen Kittel an. Bei der Visite geht die Ärztin auf jeden Patienten höflich und geduldig ein, fragt nach dem körperlichen Befinden und klärt, ob er als Unterstützung seiner Genesung eine Rehabilitation machen möchte. Parallel dokumentiert Urban alle Angaben in der Patientenakte. Viel Zeit bleibt nicht, denn sie wird im OP erwartet. Ihr Kollege ist an diesem Tag in der ambulanten Praxis, daher trennen sich hier die Wege. Die Ärztin macht sich auf ins Untergeschoss des Krankenhauses. Hinter einer großen Tür mit der Aufschrift „Zutritt nur für Mitarbeiter“ erstreckt sich der Gang zu den Umkleidekabinen. Gamm zieht eine mintgrüne Hose mit Oberteil an, ihre braunen, schulterlangen Haare versteckt sie unter einer Haube. Es folgen Mundschutz und rote Gummischuhe mit ihrem Namen. Erst wenn die Arbeitskleidung sitzt, darf sie auf der anderen Seite der Umkleidekabine herausgehen, denn Sterilität hat im OP-Bereich oberste Priorität.

Pumpen mit dem Ellenbogen

Die erste Operation ist eine Kyphoplastie. Hierbei handelt es sich um einen gebrochenen Wirbelkörper, den es auszuzementieren gilt. Da bei Wirbelsäulenoperationen viel geröntgt werden muss, ist das Anlegen des Röntgenschutzes, bestehend aus Rock, Weste und Halskrause, unabdingbar. Danach wäscht sie sich ausgiebig mit Desinfektionsmittel. Die alkoholhaltige und streng riechende Flüssigkeit pumpt sie mit dem Ellenbogen aus dem Behälter in die Hand. Die erste Portion wird großzügig über Hände und Unterarme verrieben. Sie muss penibel darauf achten, dass Hände und Unterarme mit nichts aus ihrem Umfeld in Berührung kommen. Sollte dies passieren, muss sie die ganze Prozedur von vorne beginnen, egal bei welchem Schritt die Ärztin gerade war. Danach konzentriert Gamm sich auf Hände, Fingerspitzen und Nägel. Abschließend muss sie warten, bis das Mittel getrocknet ist, sonst kann sie die Handschuhe nicht anziehen. Der Vorgang dauert bis zu fünf Minuten.

Für jede Hand doppelten Schutz

Mit dem Fuß tritt die Neurochirurgin gegen einen Bewegungsmelder, damit sich die schwere Tür zum OP-Saal berührungsfrei öffnet. Dort wird sie von OP-Pfleger Alexander Simon begrüßt. Dieser ist schon steril und zieht ihr einen weiteren Kittel über die Röntgenschürze und weitere Handschuhe. Für jede Hand zwei Stück, für doppelten Schutz. Der narkotisierte Patient wird auf den OP-Tisch gelegt und vorbereitet. „Bei manchen Operationen bin ich heute immer noch angespannt. Es ist immer besser, einen kühlen Kopf zu bewahren, als sich auf die Frage ,Was könnte ich falsch machen?‘ zu konzentrieren“, erklärt die Chirurgin. „Am Anfang war ich teilweise so aufgeregt, dass mir schlecht oder schwindelig wurde. Man hat schließlich eine sehr große Verantwortung.“

Biozement mit hohem Härtegrad

Gamm beginnt mit der Kyphoplastie, indem sie eine Kanüle auf Höhe des porösen Wirbelkörpers plaziert. Dadurch entsteht ein sogenannter Arbeitskanal, durch den eine Hohlnadel in den gebrochenen Wirbel eingeführt werden kann. Durch diese wird der Knochenzement injiziert. Das ist ein Biozement mit hohem Härtegrad, eine Substanz, die ebenfalls im natürlichen Knochen enthalten ist. Nach einer halben Stunde ist die Operation abgeschlossen, der Patient wird vom Beatmungsgerät abgelöst und in den Aufwachraum gefahren. Friederike Gamm zieht Umhang und Röntgenschürze aus, desinfiziert sich noch einmal die Hände und setzt sich an den Computerplatz im Flur vor den OP-Sälen. Hier dokumentiert sie den OP-Verlauf. Die Zeit zwischen zwei OPs können die Ärzte mit Kollegen in einem Aufenthaltsraum nutzen, um sich zu erfrischen, da der OP-Saal nach jeder OP sterilisiert werden muss. Dies übernehmen Hygienefachkräfte.

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Hardcore-Filme im Netz: Kinder sehen früh und ungewollt Pornos


Jugendliche in Deutschland sehen einer aktuellen Studie zufolge im Durchschnitt erstmals mit 14 Jahren Pornos. Der Erstkontakt findet allerdings deutlich früher statt – und ist nur bei der Hälfte der Teenager gewollt.

Kinder und Jugendliche werden einer Studie zufolge sehr früh und oft ungewollt mit sexuell expliziten Inhalten im Internet konfrontiert. Fast die Hälfte von 1048 Teilnehmern einer repräsentativen Umfrage unter 14- bis 20-Jährigen habe angegeben, „Hardcore-Pornografie“ mit entblößten Geschlechtsteilen gesehen zu haben, berichteten die Universitäten Hohenheim und Münster in Stuttgart.

In der Gruppe der 14- und 15-Jährigen hätten dies ein Drittel erklärt. Rund die Hälfte der Begegnungen mit Pornografie im Netz sei ungewollt gewesen. „Von den Mädchen gaben knapp 60 Prozent an, dass der Kontakt zu pornografischen Inhalten ungewollt war, bei den Jungen waren es nur 37 Prozent“, erklärte Jens Vogelgesang von der Uni Hohenheim.

Das bei der Befragung angegebene durchschnittliche Alter für solche Erstkontakte lag bei 14,2 Jahren. Die Studie zeige zugleich, dass sie früher stattfinden. So gehe aus den Angaben der 14- und 15-Jährigen, die bereits mit harter Pornografie konfrontiert waren, hervor, dass sie im Durchschnitt erst 12,7 Jahre alt waren, als sie erstmals Pornografie im Netz sahen. Der Zugang erfolge zu 70 Prozent über Laptop, Computer oder Smartphone.

„Da die Mediennutzung oft heimlich passiert, müssen Kinder und Jugendliche mit der Verarbeitung dieser Inhalte allein und ohne elterliche oder schulische Einflussnahme zurechtkommen“, sagte Thorsten Quandt vom Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Münster. Der Umfrage zufolge spricht mehr als die Hälfte der Jugendlichen nach dem Erstkontakt mit niemandem darüber, nur vier Prozent diskutieren den Vorfall mit Lehrern oder Eltern.

Von wegen männlich, einsam, Pornonutzer

„Waren die Jugendlichen durch die Inhalte erregt, war die Redebereitschaft deutlich geringer, als wenn sie die Inhalte belustigend oder abstoßend empfanden“, berichtet Vogelgesang. Trotz der gestiegenen Offenheit in der Gesellschaft und vieler Aufklärungskampagnen gelte weiterhin: „Das Reden über die eigene Sexualität ist unter vielen Jugendlichen noch immer ein Tabuthema, mit dem sie entweder weitgehend allein gelassen werden oder das sie mit ihren Freunden erkunden.“

Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass das holzschnittartige Bild des einsamen männlichen Porno-Nutzers in Teilen falsch ist, so Vogelsang weiter. Für einen nicht unerheblichen Teil der Jugendlichen sei der erste Kontakt mit Pornografie eng an den sozialen Kontext gebunden.

„Die Befunde werfen außerdem wichtige Fragen zum Umgang mit dem Pornografiekonsum von Jugendlichen auf“, ergänzt Quandt. „Sie verdeutlichen, dass es sich nicht um ein randständiges Mediennutzungsphänomen handelt. Es ist vielmehr eine weit verbreitete Form der jugendlichen Mediennutzung.“



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