Kategorie -Jugendliche

Sportmoderator Lukas Studer


Auf dem Kanal SRF zwei lächelt charmant ein Moderator in die Kamera und sagt: „Einen wunderschönen guten Abend, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, herzlich willkommen zu Super League – Goool.“ So beginnt der Samstagabend eines Schweizer Fußballfans, und der Mann, der ihn durch die Sendung führt, ist der Sportmoderator Lukas Studer. Der 44-jährige Schweizer ist aus Sendungen wie „Powerplay“ oder „Super League – Goool“ nicht mehr wegzudenken. Auch Anlässe wie Olympische Spiele oder Ski-Weltmeisterschaften gehören zu seinem Portfolio. Für den dreifachen Familienvater ist es der schönste Job der Welt. „Ich gehe nicht arbeiten, ich gehe ins Studio“, sagt er schmunzelnd. „Dieser Beruf ist meine Leidenschaft, er verbindet meine Liebe zum Sport mit meiner Liebe zum Journalismus.“

Tatsächlich gibt es diese Leidenschaft zum Sport seit seiner Kindheit. Mit seinem Lieblingssport, dem Fußball, fing er mit sieben Jahren an. Auch heute noch spielt Lukas Studer in der Seniorenmannschaft seines Dorfvereins, dem FC Pfäffikon. Auch Ski und Tennis dürfen nicht fehlen. „Was mich prägt, ist mein neugieriger und abenteuerhungriger Charakter. Ich bin vielseitig interessiert, vor allem am Leben, mit all seinen Facetten.“

Daheim in Zürich oder im Ausland

Größere Sendungen finden meistens abends und an den Wochenenden statt, weil es dann am meisten zu berichten gibt. „Natürlich schafft das vor allem Schwierigkeiten für mein soziales Umfeld. Meine Kollegen haben meistens dann Feierabend, wenn ich arbeite. Auch kann ich selten bei Geburtstagsfesten oder Hochzeiten mitfeiern. Reise ich an einen Großanlass, wie zum Beispiel an Olympische Spiele oder an die Fußball-Weltmeisterschaft, bin ich oft sehr lange im Ausland unterwegs. Weg von meiner Familie. Das ist für mich, meine Frau und meine Kinder nicht immer einfach. Aber das gehört halt zu meinem Job, solche Großanlässe finden ja nicht jedes Jahr statt. Wenn, dann sind sie berufliche Highlights.“ Rund 80 Prozent der Arbeitszeit verbringt Lukas Studer als Moderator vor laufender Kamera in Zürich oder im Ausland. Die restlichen 20 Prozent arbeitet er als Beitragsmacher für diverse Sportsendungen. Wenn eine Sendung für 20 Uhr geplant ist, beginnt sein Arbeitstag um etwa 13 Uhr. Im Newsroom, einem großen Raum mit vielen Arbeitsplätzen, an denen Sportjournalisten, Produzenten und Regisseure sitzen und unter anderem Recherche betreiben, gibt es ein Briefing mit dem Produzenten. Hier wird der Fokus der Sendung festgelegt. Die Gewichtung und das Thema einer Sendung werden besprochen.

Im Fokus der Kameras

Danach schreibt Lukas Studer die Moderationen zu den Beiträgen. Kurz vor der Sendung wird er geschminkt, gefolgt von den Proben im Sportstudio, das in einem orangerotem Farbton gehalten ist. Auf einer Tribüne sitzt das Livepublikum, an der schwarzen Decke hängen unzählige Scheinwerfer, überall gibt es Fernsehkameras und Mitarbeiter mit Headsets. „Teamarbeit wird hier großgeschrieben. Allein kann im Fernsehen niemand etwas ausrichten. Der Moderator ist der Verkäufer, der die Geschichten möglichst attraktiv erzählen soll. Er darf sich dabei aber nicht zu wichtig nehmen, auch wenn er im Fokus der Kameras steht. Es geht nicht um ihn, sondern um den Sport.“ Die primäre Aufgabe eines Moderators ist es, die Zuschauer durch die Sendung zu führen. „In einer Fußballsendung zum Beispiel berichten wir neutral, sachlich, aber auch emotional über die Spiele. Wir bilden die Realität ab. Haben wir kontroverse Sportthemen in einer Sendung, muss ich als Moderator ebenfalls zwingend neutral und unabhängig sein. Wichtig dabei ist, dass sämtliche Parteien ausgewogen zu Wort kommen.“ Bei Meinungsfragen interviewt er meistens einen Experten oder direkt einen Sportler. So kann er stets die notwendige Neutralität und Distanz wahren. Besonders hilfreiche Kompetenzen für einen Sportmoderator seien Neugierde, Hartnäckigkeit, kritisches Denken sowie eine authentische Präsentation. Auch das gepflegte Aussehen ist ihm wichtig. Stets mit einem perfekt sitzenden Hemd mit Gilet und Krawatte gekleidet und die braunen Haare frisiert, erfüllt Studer dieses Kriterium problemlos.

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Grüne Jugend im „Frühstart“: „Sicherheit betrifft viel mehr als Militär“

Auch die Grüne Jugend muss zu Krieg, Aufrüstung und militärischer Sicherheit Stellung nehmen. Co-Sprecher Dzienus befürchtet, dass viel Geld in der Bundeswehr versickert, wenn die nötigen Reformen ausbleiben.

Vor einer von Angst und Verunsicherung getriebenen Aufrüstungsdebatte warnt Timon Dzienus, Bundessprecher der Grünen Jugend. „Es ist sicherlich notwendig, dass wir über die Bundeswehr sprechen, auch über einen Raketenabwehrschirm“, sagte Dzienus im „Frühstart“ von ntv. Das sollte aber mit den internationalen Partnern geschehen. „Jetzt etwas in Aktionismus übers Knie zu brechen, halte ich für den falschen Weg.“

Besonders mit Blick auf einen Raketenabwehrschirm warnt der Co-Chef der Grünen-Nachwuchsorganisation vor „einer Art sicherheitspolitischem Technikoptimismus“, als ob man „absolute Sicherheit“ schaffen könne. Auch seien Vergleiche zu Israel, wo solche Systeme bereits im Einsatz waren, nicht hilfreich. Geografie und Bedrohungslage seien sehr unterschiedlich. „Deswegen benötigen wir Ruhe und Besonnenheit in der Debatte“, so Dzienus.

Bei der Bundeswehr „kann das Geld versickern“

Dem geplanten Sondervermögen zur Modernisierung der Bundeswehr steht Dzienus weiter skeptisch gegenüber. Das helfe weder den Menschen in der Ukraine noch schaffe es für die Bundesrepublik Sicherheit. „Sicherheit betrifft viel mehr als Militär und das wird so ein bisschen vernachlässigt“, so Dzienus. Eine größere Debatte müsse auch Energieunabhängigkeit, humanitäre und zivile Krisenprävention umfassen. „All das müsste jetzt in den Mittelpunkt gestellt werden und nicht, wann wir welche Kampfjets oder Panzer in 10 oder 20 Jahren anschaffen.“

Unter dem Eindruck der desolaten Ausstattung der Bundeswehr mahnt der Co-Sprecher der jungen Grünen weitere Reformen an. Angesichts von jährlich 50 Milliarden Euro im Verteidigungshaushalt sei das Budget nicht das Problem. „Da muss man ja schon die Frage stellen, was mit diesem Geld eigentlich passiert ist.“ Dzienus weiter: „Wenn wir jetzt nämlich noch mehr Geld in dieses System reinpumpen, dann kann das da versickern und deswegen braucht es ganz dringend Reformen.“

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Niveau von „Jugend forscht“: Zweifel an PEI-Empfehlung bei Schnelltests

Das Paul-Ehrlich-Institut überprüft in einer Testreihe, ob Schnelltests auch die Omikron-Variante erkennen können. Am Ergebnis gibt es nun ernste Zweifel. Das Prüfverfahren des Instituts soll mangelhaft gewesen sein.

Der Virologe Oliver T. Keppler hat davor gewarnt, den vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) empfohlenen Antigen-Schnelltests zu vertrauen. „Es wurden 20 verschiedene Schnelltests daraufhin getestet, ob sie Delta- oder Omikron-Infektionen erkennen können. Dazu wurden pro Test vier gepoolte Proben aufgetragen. Das ist das Niveau von „Jugend forscht'“, sagte er der „Welt“. Die Zahl der Proben sei viel zu niedrig, um eine statistische Aussage zu treffen.

Keppler haben zusammen mit seiner Kollegin Isabella Eckerle bereits in einer Studie nachgewiesen, dass acht der vom PEI bereits für frühere Varianten geprüften Tests eine Omikron-Infektion schlechter nachweisen als eine Delta-Infektion. „Wir können uns auf die offizielle Liste des Paul-Ehrlich-Instituts nicht verlassen. In anderen Ländern wie den USA sind nur sehr wenige Tests auf dem Markt verfügbar, diese sind aber in ihrer Aussagekraft besser. Wir brauchen dringend eine solche Shortlist“, sagte Keppler weiter.

Das im hessischen Langen ansässige PEI hatte bei 20 zufällig ausgewählten Tests überprüft, wie gut sie bei Delta und bei der aktuell vorherrschenden Variante anschlagen. Das wurde an Patientenabstrichen und an Zellkulturen getestet. In beiden Testreihen habe es so gut wie keine Unterschiede gegeben, so das Institut.

Wie gut die Tests Sars-CoV-2 erkannten, lag demnach an ihrer jeweiligen Sensitivität: sensiblere Tests erkannten beide Varianten besser, weniger sensible erkannten beide Varianten schlechter. Das Ergebnis dürfte laut PEI auf die meisten Profi-Tests und auch auf Selbsttests übertragbar sein.

Die Selbsttests für zu Hause würden sich laut PEI nicht sehr von den Profi-Tests unterscheiden: Testkassetten und analytische Eigenschaften seien die gleichen. Daher geht das PEI davon aus, dass die Sensitivität gegenüber Omikron auch hier gegeben ist. Generell erkennen Antigen-Tests Sars-CoV-2 weniger gut als PCR-Tests. Sie schlagen nur bei hoher Viruslast und damit in einem kleineren Zeitfenster an.

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„Ich werde Tennis immer lieben“: Barty schwört nur dem Egoismus der Tour ab

Nach ihrem überraschenden Karriere-Ende erklärt die Tennis-Weltranglistenerste Ashleigh Barty das Ende des Zeitalters des Egoismus. Zumindest für die 25-Jährige, die den Sport immer lieben und Jugendliche trainieren wird. An der Spitze eröffnet sich dadurch eine Chance für andere Spielerinnen.

Die Tennis-Weltranglistenerste Ashleigh Barty will dem Sport auch nach ihrem überraschenden Rücktritt weiter eng verbunden bleiben. „Ich werde nie aufhören, den Sport zu lieben, und ich werde nie aufhören, Tennisbälle zu schlagen“, sagte die 25-jährige Australierin am Donnerstag in Brisbane. „Nur werde ich es einfach nicht mehr egoistisch tun, um zu versuchen, meine Karriere voranzutreiben.“ Die Australian-Open-Gewinnerin hatte am Mittwoch für die Öffentlichkeit völlig unerwartet ihr Karriereende verkündet.

Auf die Frage, ob ein Comeback gänzlich ausgeschlossen sei, meinte Barty: „Man soll ja niemals nie sagen. Ich würde sagen, die Tür ist zu, aber sie ist nicht verriegelt.“ Sie sei ein Mensch, der niemals kategorisch Nein sage, aber es fühle sich für sie so an, als sei das Kapitel ihrer Tennislaufbahn abgeschlossen. Sie freue sich nun darauf, Jugendliche zu trainieren und „einen Beitrag zu leisten“, betonte Barty. „Ich kann es kaum erwarten, meine Nichten und Neffen zu unterrichten und hoffe, dass sie Tennis genauso lieben werden, wie ich es tue.“

In Zukunft wolle sie vor allem mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen. „Ich war schon immer ein häuslicher Mensch, da lade ich meine Batterien auf, daher beziehe ich meine Energie.“ Seit vergangenem Jahr ist Barty mit dem Profi-Golfspieler Garry Kissick verlobt. „Das ist jetzt ein neues Kapitel für Garry und mich, und das wird viel Spaß machen“, sagte sie.

„Ich bereue nichts“

Ob sie sich künftig auch in anderen Sportarten versuchen wolle, ließ sie offen. Mit 18 Jahren hatte sie ihre Karriere wegen des Drucks und der zu vielen Reisen schon einmal für fast zwei Jahre unterbrochen und in der Pause professionell Cricket gespielt. „Ich war schon immer eine Athletin in dem Sinne, dass ich verschiedene Dinge ausprobiert habe“, sagte Barty nun. „Wir werden sehen, was passiert.“

Seit 114 Wochen stand die in Ipswich nahe Brisbane geborene Rechtshänderin an der Spitze der Weltrangliste. Nur drei Spielerinnen hatten eine längere Serie als sie: Steffi Graf (186), Serena Williams (186) und Martina Navratilova (156). Barty hatte Ende Januar erstmals seit 1978 für einen Heim-Triumph in Melbourne gesorgt. Insgesamt hat sie in ihrer Karriere drei Grand Slams gewonnen. Vor den Australian Open gewann sie bereits in Wimbledon und bei den French Open. „Ich würde nichts ändern, und ich bereue nichts“, zog Barty ihr Fazit.

Bartys Rückzug eröffnet der Polin Iga Swiatek nun die kurzfristige Chance, erstmals an die Spitze des Rankings zu springen. „Mein Name wird in der nächsten Rangliste gestrichen“, erklärte Barty: „Es wird eine spannende Zeit für die WTA-Tour mit einer neuen Nummer eins.“ Die nächste Weltrangliste wird am kommenden Montag nach dem Ende des WTA-Turniers in Miami veröffentlicht. Hinter Swiatek (5776 Punkte), French-Open-Siegerin von 2020, lauern die Griechin Maria Sakkari (5085) und die Tschechin Barbora Krejcikova (5033).

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Keine ukrainische Gewalttat: Polizei in NRW warnt eindringlich vor „Fake-Video“

Im Internet kursiert derzeit ein Video, in dem über einen tödlichen Angriff ukrainischer Flüchtlinge auf einen Jugendlichen in Euskirchen berichtet wird. Die Polizei stuft den Clip als „Fake Video“ ein und vermutet eine gezielte Hass-Attacke als Hintergrund.

Die Polizei hat eindringlich vor der Verbreitung eines Fake-Videos im Netz gewarnt, in dem es um ein angebliches Verbrechen durch Ukrainer in Nordrhein-Westfalen geht. „Über das Internet wird derzeit ein Video verbreitet, in dem von einem Überfall auf einen 16-jährigen Jugendlichen im Bereich Euskirchen berichtet wird. Angeblich sei dieser von einer Gruppe Ukrainer zu Tode geprügelt worden“, teilte die Bonner Polizei am Sonntagabend auf Twitter mit. Weiter heißt es: „Die Experten gehen derzeit davon aus, dass es sich um ein absichtliches „Fake-Video“ handelt, das Hass schüren soll. Wir bitten, dieses Video nicht weiterzuverbreiten (…)“

In dem Clip ist eine Frau zu sehen. Sie berichtet auf Russisch davon, dass sie von einer Freundin von dem Vorfall am Bahnhof von Euskirchen gehört habe. Sie spricht dabei gar von einem Mob ukrainischer Flüchtlinge. Der Clip wurde offenbar massenweise in den sozialen Medien und Messenger-Diensten geteilt. Zuerst aufgetaucht ist er offenbar in der Telegram-Gruppe „Neues aus Russland“. Der für Kapitalverbrechen in Euskirchen zuständigen Polizei Bonn liegen keine Informationen über einen solchen gewalttätigen Übergriff oder gar einen Todesfall vor, teilte die Polizei weiter mit. „Der Staatsschutz der Polizei Bonn hat die Ermittlungen aufgenommen.“

Erst am Freitag hatte sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besorgt über Hass-Attacken auf in Deutschland lebende Menschen russischer Herkunft wegen des Kriegs in der Ukraine gezeigt. „Es ist nicht der Krieg des russischen Volkes gegen das der Ukraine“, sagte Steinmeier. „Dass sie verunglimpft, bedroht oder gar tätlich angegriffen werden, auch das dürfen wir nicht zulassen. Auch da ist eine rote Linie.“ Die Verzweiflung, das Entsetzen, die Wut über den Krieg Wladimir Putins dürften nicht in Hass umschlagen. „Sie dürfen sich nicht gegen Menschen richten, von denen viele diesen Krieg ebenso ablehnen, wie wir es tun.“

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„Nullerjahre“ von Hendrik Bolz: Eine „Jugend in blühenden Landschaften“

Die „blühenden Landschaften“, die Kanzler Helmut Kohl den Ostdeutschen versprach, sind die Kindheitsheimat von Hendrik Bolz. Der Rapper aus Stralsund erlebt seelische Verwahrlosung in den 2000er Jahren als Normalzustand und kann auch Jahre später nur mit Scham auf sich schauen. Er tut es trotzdem.

Mit der früheren DDR oder jetzt Ostdeutschland ist es so eine Sache. Der unzweifelhaft wahren Erzählung von den mutigen Menschen, die die Unterdrückung und Bespitzlung in der DDR abgeschüttelt haben, stehen die bleiernen Nachwendejahre gegenüber. Die Arbeitslosigkeit und Entvölkerung ganzer Landstriche, die Rechtsradikalen, die in das ideologische Vakuum vordrangen, das da plötzlich war. Die Leere und Grausamkeit.

Manchmal kommt etwas davon in Analysen vor, die zu verstehen versuchen, wie es zu den Morden des NSU, Pegida, AfD-Wahlerfolgen oder einfach nur zu den aktuellen Befindlichkeiten in Ostdeutschland kommen konnte. Meist jedoch herrscht Schweigen über die Jahre nach 1990 oder 2000. In dieses Schweigen hinein hat nun Hendrik Bolz hineingeschrieben. „Nullerjahre. Jugend in blühenden Landschaften“ ist gerade bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.

Bisher war Bolz vor allem als Rapper Testo vom Duo Zugezogen Maskulin bekannt. Doch für das, was der inzwischen 34-Jährige in seiner Kindheit und Jugend erlebt hatte, reichten Songtexte offenbar nicht mehr aus. Seine Geschichte beginnt mit einer Autofahrt nach Stralsund, wo ein Junggesellenabschied gefeiert werden soll. Für Bolz ist es eine Reise in die Vergangenheit. Er ist in Stralsund aufgewachsen, in Knieper West, einem Neubaugebiet, das in der DDR die Erfüllung aller Wohnträume versprach und nach ihrem Untergang innerhalb kürzester Zeit zum Ghetto wurde. Während sich die ahnungslosen Mitfahrer auf eine Party freuen, rast der Erzähler in seine Vergangenheit zurück.

„Es ist 2021 und nach wie vor strampelt etwas in mir, dass ich mit all meinen Häutungen nicht abstreifen konnte, das ungeduldig auf seine Bearbeitung wartet.“

Das „Bösartige, Fiese, Gemeine“

1999 steht er kurz vor dem Wechsel aufs Gymnasium. Die Grundschulzeit mit den Ermahnungen von Grundschullehrerinnen und Erzieherinnen scheint schon weit weg, im Sommer fährt er ins Ferienlager. Von der früheren Pionierlageranmutung dieser Veranstaltungen ist nichts mehr übrig, das Lager ist von Neonazis organisiert. Wer Bomberjacke, Springerstiefel und kurze Haare hat, ist cool. Diejenigen, die sich auch nur einen Rest kindlicher Naivität bewahrt haben und das auch noch zeigen, geraten brutal unter die Räder. Es ist der Beginn einer seelischen Verwahrlosung, die Bolz so drastisch und brutal beschreibt, dass man es kaum aushält.

Und das ist erst der Anfang. Es dauert nicht lange, dann säuft er selbst, nimmt Drogen, schlägt und wird geschlagen. Neue Schuhe, ein Fahrrad, ein Junge auf dem Weg zur Musikschule – alles Gründe für einen Gewaltexzess. „Kein Spaß, keine Freude, nichts Nettes, nichts Schönes darf es hier geben.“ Stattdessen ist überall „das Bösartige, Fiese, Gemeine“. Es ist in der Stadt, den Häusern, den Menschen, zunehmend auch in Bolz. Immer wieder gibt es diese Situationen, das Kräftemessen, oft geht es um Frauen, auch wenn die genauso selbstverständlich abgewertet wie begehrt werden. Aber eigentlich geht es nur darum, irgendetwas zu fühlen, ausgeteilte Schläge oder eingesteckte.

„Für die tonangebenden Rechten galt jede Person, die ansatzweise individuell aussah oder sich auch nur zu einem ‚Ich habe nichts gegen Ausländer!‘ hinreißen ließ, schon als ‚Zecke‘, ganz egal ob Hippie, Punk, Grufti, Hiphopper, Skater, Metaller. Alles war unter diesem Begriff subsumiert und zum Abschuss freigegeben. Beleidigt, bedroht, bespuckt, gejagt, geschlagen, getreten, da reichten schon rote Schuhe.“

Ruinen und Demütigung

Wenn mal wieder einer auf der Straße zusammengeschlagen wird, gehen Passanten einfach vorbei und schauen in die andere Richtung. Eltern oder Erwachsene kommen ohnehin nur sehr am Rand vor, als Alkoholiker oder mit einem kurzen Schlaglicht darauf, wie sie verzweifelt versuchen, in dieser Gesellschaft irgendwie Fuß zu fassen. Immer wieder streut Bolz Fakten ein, die beim Lesen das zwiespältige Gefühl erzeugen, dass das alles schon recht lang her ist und doch auch wieder nicht.

„Noch 1991 versprach Helmut Kohl, die Regionen Ostdeutschlands würden sich binnen drei bis vier Jahren in blühende Landschaften verwandeln, sieben Jahre danach erklärte sein Nachfolger Gerhard Schröder den Aufbau Ost zur ‚Chefsache‘, wiederum vier Jahre später war der Osten mehr denn je vom Westen abhängig und das Einzige, was in den Ruinen der nachhaltig zerschlagenen Industrie erblühte, waren Minijobs, Transferleistungen und demütigende ABM-Maßnahmen.“

Den ersten geklauten Zigaretten folgt alles, was an Drogen zu bekommen ist. Feuerzeugbenzin schnüffeln, kiffen, immer härterer Alkohol, Meth, Bolz geht Pumpen, nimmt Amphetamine und schlägt sich bei jeder Gelegenheit. Alle Tage bestehen aus saufen, schlagen, ficken oder dem Wunsch danach. Die Böhsen Onkelz und Bushido liefern den Soundtrack dazu. Irgendwann hat er Panikattacken, bekommt Angst, die Kontrolle zu verlieren, fängt sich gerade noch. Er schafft das Abitur und geht 2008 nach Berlin, lässt das alles hinter sich.

„Das war ich“

„Aus den Umständen lässt sich vieles ableiten, aber ausgeführt habe trotzdem ich diese Handlungen, ich habe das entschieden, ich habe gedemütigt, ich habe zugeschlagen, ich habe die Verantwortung zu tragen. Das war kein schlimmer Traum, kein finsteres Märchen, das war ich.“

Die 330 Seiten, die Bolz niedergeschrieben hat, sind so voller antisemitischer, rassistischer, homophober und frauenfeindlicher Sprache, dass sich der Verlag entschlossen hat, dem Text eine Art Triggerwarnung voranzustellen. Man könne aus dieser Welt nicht berichten, ohne ihre zentralen Ordnungsprinzipien wiederzugeben, heißt es dazu. Trotzdem ist diese Schilderung einer männlichen ostdeutschen Jugend oft kaum auszuhalten. Andererseits ist der Text so schonungslos ehrlich und authentisch, dass alles andere verlogen wäre.

Am Ende steht der Junggesellenabschied, alles im alten Muster. Ein kurzer Facebook-Check zeigt, was aus den Freunden von damals geworden ist. Es ist ein Blick in das Ostdeutschland von heute. Und die Frage, wann davon erzählt wird.

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Regierung plant Sofortzuschlag: Jedes fünfte Kind ist armutsgefährdet

Mit Blick auf armutsgefährdete Kinder und Jugendliche will die Bundesregierung einen Sofortzuschlag für betroffene Haushalte auf den Weg bringen. Der Bonus richtet sich an etliche Familien: Ein Fünftel der Unter-18-Jährigen ist mittlerweile von Armut bedroht.

Bei den Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist offiziell jede und jeder Fünfte von Armut bedroht. So leben 20,2 Prozent der Unter-18-Jährigen in armutsgefährdeten Haushalten. Das zeigt eine Antwort des Bundessozialministeriums auf eine Frage der Linken im Bundestag.

Voraussichtlich an diesem Mittwoch will die Bundesregierung einen Sofortzuschlag für Betroffene auf den Weg bringen. Den Linken reicht dies nicht. Familien litten besonders unter den aktuell sehr hohen Preisen für Lebensmittel und Energie, sagte Fraktionschef Dietmar Bartsch. Er forderte die sofortige Anhebung des Kindergelds für alle Kinder auf 328 Euro. Für die Ärmsten brauche es eine Kindergrundsicherung bis 630 Euro.

Bezogen auf das bundesweite mittlere Einkommen leben anteilmäßig die meisten armutsgefährdeten Kinder und Jugendlichen im Stadtstaat Bremen, dort sind es 42 Prozent. Es folgen Sachsen-Anhalt mit 26,2 Prozent und Berlin mit 26,1 Prozent. Weit geringere Quoten gibt es in Baden-Württemberg (15,8 Prozent) und Bayern (12,2 Prozent).

Arbeitsgruppe für Kindergrundsicherung startet bald

Als Maßstab für Armutsgefährdung gilt dabei, wer mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens auskommen muss. Da die Berechnung auf dem gesamten Haushaltseinkommen basiert, ist der entscheidende Faktor das Einkommen der Eltern. Es handelt sich um die jüngsten statistischen Daten aus dem Jahr 2020. Mit Blick auf die armutsgefährdeten Kinder und Jugendlichen will die Regierung voraussichtlich an diesem Mittwoch einen Sofortzuschlag auf den Weg bringen, wie es am Freitag in der Regierung geheißen hatte. Etwa 2,7 Millionen Kinder und Jugendliche sollen ab 1. Juli 20 Euro mehr im Monat bekommen.

Die Bundesregierung hatte ferner angekündigt, armutsgefährdeten Familien auch grundsätzlich besser helfen zu wollen. Auf die Frage der Linken, wann die angekündigte Kindergrundsicherung komme, schreibt das Sozialressort, zur Entwicklung des Vorhabens werde die im Koalitionsvertrag vereinbarte ressortübergreifende Arbeitsgruppe in Kürze starten. Bartsch sagte: „Dass die Bundesregierung erst einmal einen Arbeitskreis gründen will, ist eine bittere Nachricht.“

Wegen der steigenden Energiepreise hatte die Koalition zudem unter anderem die Abschaffung der EEG-Umlage, eine Anhebung der Pendlerpauschale für Fernpendler und einen Zuschlag für Bedürftige beschlossen. Die Grünen forderten weitere Entlastungen, etwa in Form eines Energiegelds. Es gehe um den sozialen Frieden in Deutschland. Als grundsätzliche Sozialreform will die Ampelkoalition zudem die Grundsicherung in heutiger Form durch ein Bürgergeld ersetzen.

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Fehlender Jugendschutz: Porno-Portal xHamster wird gesperrt

Kinder und Jugendliche können auf Pornografie im Internet ungehindert zugreifen – eine Altersverifizierung gibt es häufig nicht. Den Medienaufsehern ist das schon lange ein Dorn im Auge. Im Fall des Portals xHamster greifen sie nun auf das „letzte Mittel“ zurück.

Die Medienanstalten der Bundesländer haben eine Netzsperre für das Pornoportal xHamster beschlossen. Der Beschluss sei einstimmig erfolgt, teilte die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) der Medienanstalten mit. Die Bescheide mit der Aufforderung, das Angebot „de.xhamster.com“ für den Abruf im Internet aus Deutschland zu sperren, seien den fünf größten deutschen Netzbetreibern bereits zugestellt worden. Diese könnten dagegen noch Rechtsmittel einlegen.

Das frei verfügbare pornografische Angebot von xHamster sei ein Verstoß gegen den Jugendschutz und damit rechtswidrig, befand die KJM. Die Landesanstalt für Medien NRW hatte die Betreiber des Portals vergeblich aufgefordert, eine Altersüberprüfung der Nutzer einzuführen.

„Pornos sind kein Kinderprogramm“, teilte der KJM-Vorsitzende Marc Jan Eumann mit. Pornografie stelle eine erhebliche Gefahr für die seelische und sexuelle Entwicklung von Kindern dar. Da xHamster die Kinder nicht mit den notwendigen technischen Vorkehrungen schütze, greife man nun „als letztes Mittel“ auf Sperrverfügungen zurück. Die Medienanstalten betonten, dass pornografische Angebote zulässig seien, wenn sie eine wirksame Altersverifikation anwenden.

Portal kritisiert Entscheidung

xHamster hatte auf Anfrage mitgeteilt, Netzsperren seien „weit von einer optimalen Lösung entfernt“. Durch sie würden junge Menschen lediglich auf kleinere Seiten ausweichen, bei denen sie extremeren Inhalten ausgesetzt seien. Das Unternehmen sei bereit, mit den deutschen Behörden zusammenzuarbeiten. Derzeit seien Altersüberprüfungen die einzige Möglichkeit, um junge Menschen von Erwachseneninhalten fernzuhalten. Man könne eine solche Technologie einsetzen. Dies müsse aber branchenweit geschehen.

Andere Pornoportalbetreiber klagen derzeit noch vor dem Oberverwaltungsgericht für Nordrhein-Westfalen. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hatte der Landesanstalt für Medien NRW am 1. Dezember in erster Instanz Recht gegeben. Die Verbreitung frei zugänglicher pornografischer Inhalte sei zu Recht untersagt worden. Man werde die Sperranordnungen prüfen und über das weitere Vorgehen entscheiden, sobald diese förmlich zugestellt worden seien, teilte Vodafone auf Anfrage in Düsseldorf mit. Netzanbieter wie Vodafone seien in dem Verfahren eigentlich unbeteiligte Dritte. Sie stünden in keinem vertraglichen Verhältnis zu dem Anbieter mit Sitz auf Zypern und erbrächten für ihn auch keinerlei Dienstleistungen.

Ein Großteil der Eltern in Deutschland scheint hinter dem Vorgehen zu stehen, wie eine repräsentative Meinungsumfrage im Auftrag des Kinderhilfswerks vor einiger Zeit ergeben hatte: 93 Prozent der befragten Eltern hatten sich für eine verlässliche Altersprüfung und härtere Strafen bei Verstößen ausgesprochen.

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Coronavirus-Liveticker: +++ 12:41 Studie: Streamingzeiten bei Kindern und Jugendlichen in Pandemie explodiert +++

In der Corona-Pandemie sind die Streamingzeiten bei Kindern und Jugendlichen explodiert. Die Zeit des täglichen Schauens von Videos und Clips stieg um 45 Prozent an, wie eine Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf ergab. Demnach gaben 90 Prozent der Befragten im Mai 2021 an, in den vorangegangenen sechs Monaten Streamingplattformen mindestens einmal pro Woche genutzt zu haben, 45 Prozent nutzen sie täglich. Unter der Woche lag die tägliche Nutzungszeit von Streamingplattformen wie Netflix, Amazon und Youtube bei fast drei Stunden. Am Wochenende ergab sich eine durchschnittliche Nutzungszeit von rund vier Stunden.

+++ 11:58 Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen in Österreich +++
Vier Tage nach dem Ende fast aller Corona-Beschränkungen ist in Österreich die Zahl der Neuinfektionen auf einen neuen Höchstwert geklettert. Wie die Behörden berichteten, wurden binnen eines Tages 47.795 neue Fälle verzeichnet. Unter Berücksichtigung der Zahl der Einwohner entspräche das etwa einem Wert von 450.000 in Deutschland. Seit Samstag gilt in Österreich nur noch eine FFP2-Maskenpflicht in Teilen des Handels. Außerdem sind die Vorschriften in Wien teils noch etwas strenger. Viele Menschen feierten vor allem in der Nachtgastronomie, die nach zwei Jahren wieder öffnen durfte. Die Lage in den Kliniken – vor allem auf den Intensivstationen – ist aktuell weiter stabil.

+++ 11:13 Vormittagstraining bei Fortuna abgesagt: Weitere Corona-Fälle +++
Fußball-Zweitligist Fortuna Düsseldorf hat das Vormittagstraining wegen weiterer Corona-Fälle abgesagt. Neben Cheftrainer Daniel Thioune, einem Assistenzcoach und Angreifer Robert Bozenik wurden in Marcel Sobottka und Dennis Gorka zwei weitere Profis positiv auf das Corona-Virus getestet. Das ganz Team hat sich daraufhin weiteren Tests unterzogen. „Sobald die Ergebnisse der PCR-Testung vorliegen, besprechen wir die nächsten Schritte“, sagte Fortunas Sportdirektor Christian Weber.

+++ 10:16 Keine Corona-Maßnahmen mehr in Rumänien +++
In Rumänien sind so gut wie alle Corona-Vorsichtsmaßnahmen außer Kraft getreten. Allein das Gesundheitsministerium plant eigene Restriktionen, die voraussichtlich Krankenhäuser betreffen dürften. Einreisen nach Rumänien sind nunmehr ohne Corona-Impfnachweis möglich. Die bisher in allen öffentlichen Räumen und auch unter freiem Himmel geltende Maskenpflicht wurde aufgehoben. Für Gaststätten gibt es keine Einschränkungen der Öffnungszeiten und der Gästezahl mehr, ebenso frei ist der Zugang zu allen Veranstaltungen und Kultureinrichtungen.

+++ 09:33 Lauterbach sieht Novavax-Kampagne in sozialen Medien diffamiert +++
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach führt die geringe Nachfrage nach dem Corona-Impfstoff von Novavax auch auf eine Kampagne gegen das Vakzin in sozialen Medien zurück. Das Mittel sei noch während seiner Beschaffung diffamiert worden, sagte der SPD-Politiker im ZDF. „Es wurde sogar darüber spekuliert, der Impfstoff würde dazu führen, dass Krebsgeschwulste entstehen würden. Das ist natürlich blanker Unsinn.“ Es sei ein sicherer und guter Impfstoff. Er hoffe, dass die Nachfrage noch anziehe. „Wir stellen den Impfstoff jetzt auch, diesen guten Impfstoff, auch über die Hausärzte, die Fachärzte zur Verfügung und über die Impfzentren und hoffen, dass er dann noch mehr angenommen wird.“

+++ 09:21 Österreichische Regierung setzt Corona-Impfpflicht aus +++
Die österreichische Regierung hat die Corona-Impfpflicht ausgesetzt. Die Impfpflicht sei nicht verhältnismäßig, sagte Verfassungsministerin Karoline Edtstadler mit Verweis auf den Bericht einer Expertenkommission. Österreich hatte als erstes EU-Land am 6. Februar die Impfpflicht ab 18 Jahren in Kraft gesetzt.

+++ 08:29 UK: Krebsforschungsstudien wegen Corona massiv zurückgegangen +++
Die Zahl der Krebsforschungsprojekte im Vereinigten Königreich ist im ersten Jahr der Pandemie um fast ein Drittel zurückgegangen. Dies berichtet der Guardian unter Berufung auf Daten des National Cancer Research Institute (NCRI). Demnach ist die Zahl der geförderten Projekte zwischen 2019 und 2020 um 32 Prozent zurückgegangen. Auch die Fördermittel sind seit Beginn der Pandemie zurückgegangen. Den Daten zufolge stiegen die Ausgaben für die Krebsforschung in den fünf Jahren vor der Pandemie. Doch dann kehrte sich der Trend um: Im Jahr 2020 lagen die Ausgaben mit 634 Millionen Pfund (etwa 10,8 Millionen Euro) um 9 Prozent niedriger als im Jahr zuvor.

+++ 07:50 Justizminister: Gesetzentwurf für Corona-Regeln ab 20. März fertig +++
Die Corona-Regeln sollen zum 20. März weitgehend fallen, eine Hotspot-Regelung soll den Ländern aber Eingriffsmöglichkeiten geben. Darauf einigte sich Justizminister Marco Buschmann nach eigenen Angaben mit Gesundheitsminister Karl Lauterbach. „Wir haben, glaube ich, einen sehr guten Kompromiss gefunden“, sagte Buschmann im ZDF.

+++ 07:12 Paritätischer Wohlfahrtsverband fordert weiter kostenlose Bürgertests +++
Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat mit Blick auf die Ende März auslaufende Corona-Testverordnung gefordert, die kostenfreien Bürgertests beizubehalten. „Es ist unstrittig, dass wir auch über den März hinaus weiter Tests breit in der Fläche brauchen werden“, sagte Geschäftsführer Ulrich Schneider dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Es darf deshalb auch in Zukunft auf keinen Fall eine Frage des Geldbeutels sein, ob sich jemand testen lassen kann oder nicht.“ Hier gehe es nicht nur um individuelle Teilhabemöglichkeiten, sondern um Infektionsschutz. Der Sozialverband VdK verlangte kostenlose Testmöglichkeiten für Besucher von Pflegeheimen. „Der VdK fordert für besonders gefährdete Menschen, etwa all jene, die in Pflege- und Betreuungseinrichtungen versorgt werden, weiterhin den bestmöglichen Schutz“, sagte Präsidentin Verena Bentele dem RND. „Jeder, der eine solche Einrichtung betritt, muss auch weiterhin täglich kostenlos getestet werden.“

+++ 06:19 Unionsfraktionsvize Müller für Ende der kostenfreien Bürgertests für alle +++
Der Vizevorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Sepp Müller, hat ein Ende der flächendeckend kostenfreien Corona-Tests gefordert. „Mit dem Wegfall fast aller Maßnahmen ist es sinnvoll, die kostenlosen Bürgertests weitgehend einzustellen“, sagte der CDU-Politiker dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Es sollte dennoch Ausnahmen geben.“ So solle das Testen mit einem qualifizierten Bürgertest für diejenigen kostenfrei bleiben, die Symptome haben. Müller ergänzte: „Die Kosten der Tests für Kindergärten und insbesondere zum Besuch von Altenpflegeheimen sollte als Schutzfunktion weiter übernommen werden.“ Hinzu komme die große Gruppe der nun ankommenden Flüchtlinge aus der Ukraine und deren teilweise Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften.

+++ 05:11 Rechte Szene nutzt Corona-Proteste für Demokratiefeindlichkeit +++
Eine Reihe rechtsextremer Organisationen versucht in Nordrhein-Westfalen, den Protest gegen die Corona-Schutzmaßnahmen in Richtung Demokratiefeindlichkeit zu radikalisieren. Das geht aus einem Bericht des NRW-Innenministeriums an den Landtag auf Anfrage der Grünen hervor. Die gesamte rechtsextreme Szene rufe zur Teilnahme an Protestveranstaltungen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen auf, heißt es darin. Allerdings gelinge es ihr kaum, aus der Protestszene Personen für die eigenen Reihen zu rekrutieren. Das läge unter anderem daran, dass sich Rechtsextremisten und Teile des Protestspektrums gegenseitig ablehnen.

+++ 04:17 Viele Corona-Positive unter ukrainischen Geflüchteten +++
Unter den ukrainischen Geflüchteten sind viele mit dem Coronavirus infiziert. „Die Positivquote ist hoch“, sagt die Hamburger SPD-Sozialsenatorin Melanie Leonhard. Insgesamt sei die Impfquote in der Ukraine mit etwa 35 Prozent gering. Auch sei dort in vielen Fällen der chinesische Impfstoff Sinovac verabreicht worden, der eine nicht so überzeugende Wirkung habe.

+++ 02:41 Südkorea verzeichnet mit über 340.000 Neuinfektionen Tageshöchstwert +++
Südkorea meldet nach Angaben der Behörde für Seuchenkontrolle und -prävention (KDCA) mit 342.446 Ansteckungen binnen 24 Stunden einen neuen Höchstwert. 158 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus, teilt die KDCA mit.

+++ 00:59 Oliver Kahn mit positivem Schnelltest +++
Bayern Münchens Vorstandschef Oliver Kahn hat sich offenbar mit dem Coronavirus angesteckt. Trainer Julian Nagelsmann sagte vor dem Achtelfinal-Rückspiel des deutschen Fußball-Meisters in der Champions League gegen Red Bull Salzburg bei Amazon Prime Video, dass Kahn einen positiven Schnelltest gehabt habe.

+++ 00:04 Weltweit bislang 446,55 Millionen Menschen infiziert +++
Weltweit haben sich bislang rund 446,55 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten. Über 6,37 Millionen Menschen starben mit oder an dem Virus, das erstmals im Dezember 2019 im chinesischen Wuhan nachgewiesen wurde. Die meisten Infektions- und Totenzahlen weisen die USA auf. Bei den Ansteckungen folgen Indien und Brasilien.

+++ 22:27 Expertenrat: Unverzügliche Anpassung von Infektionsschutz ermöglichen +++
Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung fordert mit Blick auf den weiteren Verlauf der Pandemie und künftige Epidemien, eine schnelle Anpassung von Infektionsschutzmaßnahmen zu ermöglichen. „Die Reaktionsschnelligkeit ist ein entscheidender Faktor für die erfolgreiche Kontrolle von infektiösen Bedrohungen“, heißt es in einer Stellungnahme des Gremiums. Der Expertenrat plädiere mit Nachdruck „für gesetzliche Rahmenbedingungen, die ad hoc verfügbare Instrumente des Infektions- und Bevölkerungsschutzes bereitstellen und somit eine unverzügliche Anpassung von Infektionsschutzmaßnahmen ermöglichen“. Die Politik berät derzeit darüber, welche Corona-Regeln nach dem geplanten Wegfall aller „tiefgreiferenderen“ Beschränkungen zum 20. März noch möglich sein sollen.

+++ 22:07 Vier Bundesländer liegen unter 1000er-Inzidenz +++
In zwölf Bundesländern steigt die Sieben-Tage-Inzidenz im Vergleich zum Vortag an – und das teils deutlich. In Nordrhein-Westfalen und Thüringen betragen die Zuwächse knapp 100. In nur vier Bundesländern liegt der Wert aktuell unter 1000 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Vergangene Woche hatten zwischenzeitlich sieben Bundesländer an einem Tag die 1000er-Marke unterschritten.

+++ 21:38 Ärzte und Kliniken in NRW warnen vor Leichtsinn +++
Weil sich die Corona-Lage in Nordrhein-Westfalen zuspitzt, wird der Ruf lauter, auf weitere Lockerungen zu verzichten. „Die Infektionszahlen steigen seit fünf Tagen wieder, in Köln schnellen die Corona-Zahlen nach Karneval enorm in die Höhe. Wir können also noch lange keine Entwarnung geben und müssen die Schutzmaßnahmen noch länger einhalten. Ansonsten droht ein weiterer Corona-Sommer“, sagt Hans-Albert Gehle, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, der WAZ. Auch Matthias Blum, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft NRW beobachtet die Entwicklung mit Sorge. „Möglicherweise haben die Lockerungen der vergangenen Wochen eine neue Unbekümmertheit gegenüber dem Coronavirus ausgelöst. Die Auslastung der Krankenhäuser mit stationären Covid-19-Fällen ist unverändert sehr hoch“, sagte er. Für viele Kliniken verschärfe sich die Lage inzwischen zusätzlich, weil wieder mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Infektionen oder Quarantäne ausfielen.

+++ 21:16 Pandemie beschert Spielzeughersteller Lego Rekordgewinn +++
Die Nachfrage nach den bunten Lego-Bausteinen ist im Pandemiejahr 2021 in die Höhe geschnellt. Der weltgrößte Spielzeughersteller präsentiert Rekordgeschäftszahlen für das vergangene Jahr. Der Gewinn des Unternehmens legte um 34 Prozent auf insgesamt 13,3 Milliarden dänische Kronen (1,78 Milliarden Euro) zu. Es handelt sich um den größten Gewinn der Unternehmensgeschichte. Der Umsatz stieg um 27 Prozent auf 55,3 Milliarden dänische Kronen. Neben der Pandemie waren auch Franchise-Geschäfte mit Marken wie Star Wars oder Harry Potter Grund für die positiven Geschäftszahlen.

+++ 20:32 Bundesländer melden 184.233 Neuinfektionen +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 16.100.145 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 184.233 neue Fälle hinzu. Das sind 27,6 Prozent mehr als am vergangenen Dienstag. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 327 auf 124.533. In der Vorwoche waren 258 Tote gemeldet worden. Als aktuell infiziert gelten rund 3.412.400 Personen.

Die Ansteckungsrate (7-Tage-R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,00 angegeben (Vortag: 1,00). Laut DIVI-Intensivregister werden in Deutschland derzeit 2149 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 941 davon werden invasiv beatmet.

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Der Tag: Jugendlicher postet Bild mit geklautem Polizei-Kennzeichen

Das perfekte Verbrechen sieht anders aus: Im bayerischen Memmingen stiehlt ein Jugendlicher zunächst das Kennzeichen eines Polizeiwagens. Daraufhin postet er in den sozialen Netzwerken ein Foto von sich mitsamt dem Nummernschild. Die Polizei kann anhand des Fotos und durch weitere Ermittlungen seine Identität feststellen, wie die Beamten in Kempten mitteilen. Bei ihm zu Hause finden sie dann das Kennzeichen. Das Schild war demnach während eines Einsatzes bei einer Demonstration Ende Februar entwendet worden. Den Jugendlichen erwartet nun eine Anzeige wegen Diebstahls und Sachbeschädigung.

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