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Nachtwanderer bald auch in Vaihingen?

Konfliktvorbeugung in VaihingenNachtwanderer bald auch in Vaihingen?

Ziel der Nachtwanderer ist es, mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und so Konflikten vorzubeugen. Foto: dpa

Vaihingen – Dem SPD-Bezirksbeirat Sven Ostertag kommen immer wieder Beschwerden über nächtliche Ruhestörungen zu Ohren. Die Mädchen und Jungen treffen sich beispielsweise in Parks, auf öffentlichen Plätzen oder auf Spielplätzen. Dort trinken sie oft größere Mengen Alkohol, was bekanntlich enthemmt und dazu führt, dass es ein wenig lauter zugeht. „Außerdem lassen die Jugendlichen die leeren Flaschen und ihren Müll meist einfach liegen“, so Ostertags Erfahrung.

In der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats stellte der SPD-Lokalpolitiker einen Antrag vor. Seiner Meinung nach müsste die Stadt „weitere überdachte Anlaufpunkte“ schaffen, wo sich die Jugendlichen treffen können, ohne jemanden zu stören. Doch damit allein ist es nach Ostertags Ansicht nicht getan. Darum hat die SPD in der jüngsten Sitzung vorgeschlagen, dass das Konzept Nachtwanderer im Vaihinger Bezirksbeirat vorgestellt wird.

Kompetente Ansprechpartner sind dabei die Nachbarkommunen Leinfelden-Echterdingen und Filderstadt. Dort sind schon seit einigen Monaten Nachtwanderer unterwegs. Und zwar mit Erfolg, wie Frank Stüber, Geschäftsführer des Stadtjugendrings L.-E., betont. „Die Nachtwanderer werden von den Jugendlichen sehr begrüßt. Die Mädchen und Jungen sind meist froh, dass sie einen Ansprechpartner haben und dass jemand für sie da ist“, sagt Stüber. Und auch die Ehrenamtlichen hätten bei ihren Einsätzen bislang nur positive Erfahrungen gemacht.

In Möhringen ist man bereits einen Schritt weiter

Auch Stefan Hartmaier, der Leiter des Polizeireviers 4 Balinger Straße, hat von den Nachtwanderern in Filderstadt und L.-E. schon gehört. „Vielleicht ist das ein gangbarer Weg. Oft ist es besser, wenn man gegenüber den Jugendlichen nicht repressiv auftritt, sondern – so wie es das Konzept vorsieht – ihnen auf Augenhöhe begegnet“, sagte Hartmaier jüngst am Rand der Sitzung des Vaihinger Sicherheitsbeirats.

Denn Fakt sei, dass die Polizei regelmäßig zu Treffen Jugendlicher gerufen werde – und zwar auch in den gut situierten Stadtbezirken auf den Fildern. „Wenn wir kommen, können wir die Gruppen nur vertreiben. Die Treffen finden dann woanders statt“, sagte Hartmaier. Damit würde sich das Problem verlagern. „Eine richtige Lösung gibt es nicht“, konstatierte der Revierleiter. Und die Angebote der Jugendhäuser würden nur von einer bestimmten Klientel angenommen.

Wenn das Konzept der Nachtwanderer umgesetzt wird, ist es nach Hartmaiers Meinung wichtig, dass die Ehrenamtlichen gut geschult werden – unter anderem in Fragen der friedlichen Konfliktlösung und in rechtlichen Fragen. „Wenn es zu brenzligen Situationen kommt, ist natürlich jeder Nachtwanderer dazu angehalten, die Polizei zur Hilfe zu rufen“, so der Leiter des Reviers 4 Balinger Straße.

Vermutlich im Januar wird Stüber das Konzept der Nachtwanderer in Vaihingen vorstellen. In Möhringen ist man derweil bereits einen Schritt weiter. Dort hat die Initiative Lebensraum Möhringen-Fasanenhof-Sonnenberg (Ilm) in Kooperation mit dem Bezirksamt das Projekt auf den Weg gebracht. „Die Idee hierzu hatte ein Ilm-Mitglied, das auf dem Kirchentag in Bremen von den Nachtwanderern gehört hatte“, sagt die Vereinsvorsitzende Inge Diehl. Inzwischen seien sämtliche Vorbereitungen abgeschlossen. „Wir wollen im Januar starten“, sagt Diehl. Dann soll es einen Informationsabend für interessierte Bürger geben. Denn die Ehrenamtlichen, die spätabends durch den Stadtbezirk ziehen, um mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, müssen auch in Möhringen noch gefunden werden.

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Mein Kind nimmt Drogen! So können Eltern gegensteuern

Wenn Eltern merken, dass ihr Kind Drogen konsumiert, ist dies ein Schock. Sie schwanken zwischen, Zorn, Verzweiflung, Ratlosigkeit und dem Gefühl bei der Erziehung versagt zu haben. „Überstürzte Reaktionen sind nicht hilfreich“, mahnt Diana Schulz von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Eltern können ihren Kindern helfen, von den Drogen weg zu kommen. 

Meist kommen Heranwachsende während der Pubertät zum ersten Mal mit Drogen in Kontakt. Es ist die Phase der körperlichen und seelischen Veränderungen, der Abnabelung vom Elternhaus und der Selbstfindung, zu der auch die Suche nach dem berauschenden Kick, nach riskanten Abenteuern und nach enthemmenden Grenzerfahrungen gehören kann. Auch Gruppenzwang in der Clique kann Jugendliche dazu bringen, Zigaretten, Alkohol, Haschisch oder noch gefährlichere Designerdrogen auszuprobieren.

Wenn jedoch nicht nur Experimentierlust im Spiel ist, kann Drogenkonsum ein Indiz dafür sein, dass der Teenager große Probleme hat und Rauschmittel etwa als „Hilfe“ gegen Schulstress, Versagensängste, Liebeskummer oder Konflikte in der Familie einsetzt. 

Anzeichen für Drogenkonsum von Jugendlichen

Für Eltern ist es häufig schwer zu erkennen, ob ihr Kind Drogen nimmt. Es gibt jedoch alarmierende Signale, auf die Väter und Mütter achten sollten, vor allem dann, wenn mehrere gleichzeitig und über längere Zeit auftreten:

  • Wesensveränderungen: starke Stimmungsschwankungen, unangemessen aggressives, unruhiges, aber auch depressives und zurückgezogenes Verhalten.
  • Körperliche / psychische Signale: ungesundes Aussehen, fahle Gesichtsfarbe, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, häufige Übelkeit, Kreislaufstörungen, Müdigkeit und Erschöpfung.
  • Veränderung des Verhaltens: Das Kind kann nur schlecht zuhören, wirkt unkonzentriert, ist vergesslich, wechselt unvermittelt Gesprächsthemen, hat Koordinationsschwierigkeiten, ist oft apathisch und gereizt oder zeigt Aktivitäts-und Motivationsverlust.
  • Änderung der Lebensgewohnheiten: Der Freundeskreis verändert sich, das Kind vernachlässigt Schule oder Arbeit, hält die Tagesplanung wird nicht mehr ein, lässt Hobbys und Sport schleifen, vernachlässigt Aussehen und Körperpflege und lässt sein Zimmer verwahrlosen.
  • Finanzielle Probleme: Das Taschengeld reicht nicht mehr aus, Jugendliche brauchen ständig Geld, ohne dass Gekauftes sichtbar wird, bei den Eltern verschwindet Geld aus dem Portemonnaie.
  • Drogenutensilien: Hochgradig alarmierend ist, wenn Eltern Drogenutensilien, wie beispielsweise Pfeifen, überlanges Zigarettenpapier (Haschisch), „Alubriefchen“ (eventuell für Kokain), Spritzen (Heroin) oder Spirituosen-Flaschen finden.

Dialog suchen und geduldig sein

Wenn Eltern den Verdacht hegen, dass ihr Kind in eine Drogenabhängigkeit geraten ist, müssen sie dringend das Gespräch zu ihm suchen. Nur durch engen Kontakt zueinander ist es möglich, das Drogenproblem anzugehen und dem Kind zu helfen. Ein „finales“ Gespräch, in der Hoffnung dass der Fall damit erledigt ist, reicht allerdings nicht aus.

Eltern dürfen nicht erwarten, dass sich ihr Sprössling gleich gesprächsbereit und zugänglich zeigt. Viele Jugendliche reagieren zunächst mit Wut und Verzweiflung, da sie einerseits wissen, dass ihr Verhalten falsch ist, ihnen andererseits auch bewusst ist, dass sie das Problem nicht alleine lösen können.

Zwölf Tipps für Eltern von Kindern mit Drogenproblemen 

  • Veränderungen des Jugendlichen ansprechen
  • eigene Gefühle unter Kontrolle haben, ruhig und sachlich bleiben
  • nie abwertend argumentieren
  • dem Jugendlichen nicht hinterherspionieren
  • den Jugendlichen die Konsequenzen selbst tragen lassen (nicht in der Schule entschuldigen, nicht hinterherputzen)
  • Umgang mit „falschen Freunden“ nicht pauschal verbieten, sondern Bedenken begründen
  • mit Eltern aus dem Freundeskreis über Auffälligkeiten sprechen und gemeinsame Regeln finden
  • konstruktives Misstrauen zeigen, wenn Jugendliche sich herausreden wollen
  • beim Umgang mit Alkohol, Zigaretten und anderen Suchtmitteln Vorbild sein
  • gemeinsame Unternehmungen, den Jugendlichen einbeziehen
  • keine materielle Belohnung für Abstinenz in Aussicht stellen
  • Selbsthilfegruppe oder Drogenberatungsstelle aufsuchen

Suchberatungsstellen helfen weiter

Wenn sich Kind beharrlich verschließt, darf man nicht in Panik verfallen, sondern sollte sich professionelle Unterstützung holen, zum Beispiel durch Psychologen, Sozialarbeiter oder eine Suchtberatungsstelle. Auch wenn andere nun die aktive Hilfe übernehmen, dürfen sich Eltern nicht enttäuscht zurückziehen. Wichtig ist, sich zu vergegenwärtigen, dass ihr Sohn oder ihre Tochter ihre Solidarität und emotionale Sicherheit gerade jetzt dringend braucht. Die Unterstützung durch eine Fachstelle ist für betroffene Eltern auch deshalb wichtig, um Klarheit für das weitere Vorgehen erlangen. Das kann auch eine Entziehungskur in einer Suchtklinik sein.

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Strikte Verbote sind unglaubwürdig

Gelingt es, den Draht zum Kind aufrecht zu erhalten, sollten die Eltern ihre Rolle als Ratgeber auf Augenhöhe verstehen. Am Wichtigsten ist, dass sie zwar Klartext reden, aber gleichzeitig sehr behutsam vorgehen und aus der Gesprächssituation kein anklagendes Verhör machen. Wenn man Jugendliche mit Vorwürfen überschüttet, schalten die Kinder meist auf Durchzug.

Und mit radikalen Verboten würden sich die meisten Eltern unglaubwürdig machen. Schon der Blick in den eigenen Weinkeller, in den Medikamentenschrank oder in den Aschenbecher bestätigen, dass in fast jedem Haushalt suchtgefährliche Substanzen gibt und bei vielen das Gläschen Wein beim Essen oder die Zigarette als gesellschaftlich akzeptiertes Genussmittel dazugehören.

Eigene Erfahrungen mit Rauschmitteln zugeben

Insofern macht es wenig Sinn, seinen Kindern vorzugaukeln, man sei selbst immer ein „Anti-Drogen-Heiliger“ gewesen und in der Jugend nie einer Versuchung erlegen. Eltern sind wesentlich glaubwürdiger, wenn sie zugeben, dass sie selbst das ein oder andere Rauschmittel probiert haben. Dabei sollten sie die Sache nicht verharmlosen und darauf hinweisen, dass ein gewaltiger Unterschied zwischen selbstbestimmter und lustvoller Experimentierfreude und Sucht durch unkontrollierten Genuss besteht. 

Eltern sollten wissen, wie moderne Drogen wirken

Um den Zugang und den Kontakt zum Kind in einer solchen schwierigen Phase nicht zu verlieren, ist es auch wichtig, dass sich Eltern über „moderne“ Drogen informieren und sich schlau machen etwa über Herstellungsweise der verschiedene Substanzen und deren Wirkung. Nur Eltern, die wirklich Bescheid wissen und die Gefahr vieler Drogen kennen, können wirklich mitreden und überzeugend argumentieren. Denn Väter und Mütter, die ihren Kindern den Eindruck vermitteln „sie hätten ja sowieso keine Ahnung“ werden nicht angehört, geschweige denn mit ihren Sorgen und Hilfsvorschlägen ernst genommen.

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Alkoholkontrollen bei Jugend-DM: Reitverband verschärft Kampf gegen den Suff


Alkohol und Leistungssport – das passt eigentlich nicht zusammen, wird bei Turnieren von Nachwuchsreitern aber lange Zeit geduldet. Nun führt der Verband vor dem Hintergrund der jüngst publik gewordenen Alkoholexzesse und sexuellen Übergriffe Kontrollen ein.

Die deutschen Nachwuchsreiter stehen unter besonderer Beobachtung. Bei den Jugend-Meisterschaften in München wird an diesem Wochenende der Kampf gegen Alkoholexzesse mit neuen Maßnahmen umgesetzt. Erstmals führt die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) Kontrollen durch. Das bestätigte FN-Sport-Geschäftsführer Dennis Peiler. „Es wird stichprobenartig Tests geben“, sagte der Sport-Geschäftsführer. „Diese werden von der FN durchgeführt.“

Am Wochenende zuvor hatte die FN erstmals Probleme mit einer Gruppe von vier bis fünf Nachwuchsreitern bestätigt. Jugend-Abteilungsleiterin Maria Schierhölter-Otte hatte von Alkoholexzessen, Sachbeschädigung und sexuellen Übergriffen berichtet: „Das ist eine neue Dimension.“ Der Verband ist alarmiert, der örtliche Veranstalter auf der Olympia-Reitanlage in München auch. „Wird bei einem Teilnehmer Rest-Alkohol (…) festgestellt, so wird dieser von der weiteren Teilnahme an den Deutschen Jugendmeisterschaften ausgeschlossen“, steht in der Ausschreibung. Die Reiter sind also informiert.

Kein Zusammenhang mit Medienbericht

„Es gibt klare Ansagen über das Verhalten“, berichtete Peiler. „Wir haben mit allen Equipe-Chefs der Landesverbände gesprochen. Auf unsere Reiter aus den Bundeskadern haben unsere Bundestrainer und die Jugendleitung ein besonderes Augenmerk.“ Der Verband will angesichts der Probleme Durchsetzungsvermögen zeigen. „Wir werden alles daran setzen, durchzugreifen, wenn es nötig sein sollte“, sagte Peiler. „Wer sich nicht benimmt, wird nach Hause geschickt. Leistungssport und Alkoholexzesse passen nicht zusammen.“

In München starten junge Reiter in vier verschiedenen Altersgruppen – von Kindern bis zu Jugendlichen unter 21 Jahren. Beschlossen worden seien die Maßnahmen bereits vor der Veröffentlichung im „Spiegel“ am vergangenen Wochenende. Die Testgeräte sind nach Peilers Angaben bereits vor einigen Wochen bei einem Nachwuchs-Turnier eingesetzt worden. „Im Kontext der Vorfälle bei der letzten EM haben wir überlegt, was wir besser machen können“, sagte Peiler: „Das war schon vor dem Bericht.“ Bei der Nachwuchs-EM im slowakischen Samorin im August 2017 hatten junge deutsche Reiter unter Alkoholeinfluss randaliert.

Der FN liegt zudem nach eigenen Angaben ein konkreter Fall vor, „in dem es um Vorwürfe aus dem Bereich sexualisierte Gewalt ging“. Die Disziplinarkommission hatte eine 18-monatige Wettkampfsperre gegen den betroffenen Reiter ausgesprochen und den Fall an die Staatsanwaltschaft Münster weitergeleitet. Die Situation sei „schwierig und unangenehm“, sagte der Sport-Geschäftsführer des Verbandes. „Viel lieber hätten wir es, wenn sich alle vernünftig verhalten – und die überwiegende Mehrheit benimmt sich ja auch gut.“ Peiler sieht die Probleme nur bei einer kleinen Gruppe.

Verband kritisiert Teile der Elternschaft

Besonderes Augenmerk liegt nun in München auf der traditionellen Feier am Samstag. „Für die Party im Gastronomiezelt am Springplatz ist eine Einverständniserklärung der Eltern bei Minderjährigen erforderlich“, heißt es im Anschreiben an die Teilnehmer. Das galt so allerdings auch schon vor fünf Jahren, bei der bisher letzten Jugend-Meisterschaft in München. Auch die Eltern sind nach Ansicht des Verbandes in der Pflicht.

Jugend-Abteilungsleiterin Schierhölter-Otte hatte aber bereits am vergangenen Wochenende über Erziehungsberechtigte berichtet, die sagen: „Ihr da vom Verband in Warendorf braucht nicht unsere Kinder zu erziehen. Wir wissen selber, was gut ist und was nicht.“ Wenn Eltern den Alkohol in ihren Lkws mitbringen zu den Jugend-Meisterschaften, „was sollen wir dann machen?“



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„Noch nie ein böses Wort gehört“

Nachtwanderer in Möhringen„Noch nie ein böses Wort gehört“

Demnächst werden auch in Möhringen Nachtwanderer unterwegs sein. Foto: dpa

Möhringen – Auch wenn die Gelenke manchmal knacken und der Rücken schmerzt, ist Johann Stefan immer wieder spätabends auf den Straßen unterwegs. Der rüstige Rentner aus Ostfildern ist seit einiger Zeit Nachtwanderer in Filderstadt. Als solcher will er mit Jugendlichen ins Gespräch kommen und sie gut durch die Nacht bringen.

Am Montag war Stefan zu Gast im Bürgerhaus, um von seinen Erfahrungen zu berichten. Veranstalter war die Initiative Lebensraum Möhringen-Fasanenhof-Sonnenberg (Ilm). Der Verein will das Projekt auch in dem Stuttgarter Stadtbezirk starten. Die Idee dazu hatte das Ilm-Mitglied Rita Dormann.

Derzeit ist die Initiative auf der Suche nach Ehrenamtlichen (wir berichteten). „Dieses Projekt trägt sicher dazu bei, die Sicherheit und das soziale Klima in unserem Stadtbezirk zu verbessern“, machte Bezirksvorsteher Jürgen Lohmann gleich zu Beginn der Veranstaltung Werbung.

Ein anderer Zuhörer fragte, ob die Nachtwanderer auch auf ältere Menschen zugehen würden. „Wenn jemand unsere Hilfe braucht, helfen wir auch. Dazu sind wir schließlich verpflichtet“, antwortete Stefan.

Die Ilm-Vorsitzende Inge Diehl, die Projektinitiatorin Rita Dormann, und Bezirksvorsteher Jürgen Lohmann waren am Ende der Veranstaltung mit der Resonanz zufrieden. Schließlich trugen sich einige in die ausliegenden Listen ein und bekundeten damit ihr Interesse am Nachtwandern.

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Jugend und Drogen: Alkohol beliebter als Kippen und Crystal Meth

Jugendliche rauchen und trinken weniger. Zu diesem positiven Fazit kommt eine aktuelle Drogenstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die schlechte Nachricht: Alkohol-Exzesse sind immer noch sehr häufig. Eher selten konsumieren Jugendliche harte, illegale Drogen wie Crystal Meth. 

Für die Drogen-Affinitätsstudie sind 2015 insgesamt 7000 Jugendliche und junge Erwachsene von 12 bis 25 Jahren befragt worden.

Rauchen ist bei Jugendlichen out

2015 rauchten demnach knapp acht Prozent der Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren. Das ist der niedrigste Stand in dieser Altersgruppe seit Beginn dieser Erhebung in den 70er Jahren. 2010 rauchten noch 11,7 Prozent und 2001 sogar 27,5 Prozent. Auch unter den 18- bis 25-Jährigen ist die Raucherquote mit derzeit 26,2 Prozent weiter rückläufig. 

Alkoholkonsum ist rückläufig

Die BZgA-Leiterin Heidrun Thaiss nannte bei der Vorstellung der Studie eine weitere positive Entwicklung: Auch der regelmäßige Alkoholkonsum ist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen rückläufig. Demnach gab jeder Zehnte der 12- bis 17-Jährigen und jeder Dritte der 18- bis 25-Jährigen an, mindestens einmal pro Woche Alkohol zu trinken. 2005 waren es noch 18,6 Prozent beziehungsweise 40,5 Prozent.

Jugendliche trinken viel zu oft bis zum Vollrausch

Sorge bereitet den Suchtexperten aber das Rauschtrinken, auch wenn die Tendenz leicht zurückgeht. Die Umfrage ergab, dass sich rund 16 Prozent der männlichen und 12,5 Prozent der weiblichen Jugendlichen mindestens einmal im Monat in einen Rausch trinken. Bei den 18- bis 25-Jährigen waren es bei Männern 44,6 Prozent und bei Frauen knapp 33 Prozent.

Man müsse weiter dafür kämpfen, das Alkoholtrinken nicht bagatellisiert werde, fordert die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU).

Nur wenige vergreifen sich an Legal Highs und Crystal Meth

Fast jeder zehnte Teenager zwischen 12 und 17 Jahren hat schon Cannabis probiert. Bei den 18- bis 25-Jährigen ist es etwa jeder dritte.

Wesentlich niedriger ist die Zahl der Jugendlichen, die bei der Befragung zugab, schon einmal andere illegale Drogen genommen zu haben. Die Quote liegt für Ecstasy und Amphetamin bei 4,0 Prozent. Bei den neuen psychoaktiven Substanzen, den sogenannte Legal Highs, sind es 2,2 Prozent. 0,6 Prozent der Jugendlichen gaben an, schon einmal Crystal Meth konsumiert zu haben.

Parteien streiten über Verbot von Cannabis

Die Opposition bekräftigte ihre Forderung nach einer Abkehr vom Cannabisverbot. „Jugendschutz kann nicht durch das Strafrecht erreicht werden“, sagte der Drogenexperte der Linken, Frank Tempel. „Die Bundesregierung überlässt den Cannabismarkt der organisierten Kriminalität und hält an der gescheiterten Verbotspolitik fest“, kritisierte der Grünen-Politiker Harald Terpe. Mortler sagte: „Cannabis als Medizin ja, Cannabis zum Spaß nein.“

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Zweistündige Reise durch die Gefühlswelt

Tanz- und MusikprojektZweistündige Reise durch die Gefühlswelt

Ein Jahr lang wurde geprobt, am Wochenende gibt es die Uraufführung Foto: Bernd Zeyer

Zuffenhausen – Gerade jungen Menschen spielen ihre Gefühle hin und wieder einen Streich. Wie Heranwachsende mit ihren Emotionen umgehen, wird in dem Tanz- und Musikprojekt „Die Kunst zu Leben“ thematisiert, das am Wochenende im Kinder- und Jugendhaus Premiere hat.

„Junge Menschen haben besonders stark mit ihren Gefühlen zu kämpfen“, sagt Eva-Maria Natzke. Die freie Künstlerin, Kunstpädagogin und Mitarbeiterin des Jugendhauses hat zusammen mit 24 Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein Projekt auf die Beine gestellt, bei dem Heranwachsende ihre Erfahrungen durch Musik und Tanz ausdrücken. Die Ideen für die verschiedenen Themen, die im Laufe der zwei Stunden aufgegriffen werden, stammen von den Jugendlichen. Gut ein Jahr haben sie geprobt, am Wochenende findet die Premiere statt. Die Vorstellung am Samstag ist bereits ausverkauft. Für die Aufführung am Sonntag, 12. Februar, 17.30 Uhr, im Kinder- und Jugendhaus an der Bartensteiner Straße 11 gibt es noch Karten. Tickets können unter der Telefonnummer 87 19 90 reserviert werden.

Für die Sonntagsvorstellung gibt es noch Karten

Ein Teil des Stückes war bereits im Dezember im Rahmenprogramm der Einweihung der neuen Stadtbahnlinie U 15 aufgeführt worden. „Der Auftritt kam sehr gut an“, sagt Natzke. Dass die Premiere am Samstag bereits ausverkauft ist, überrascht sie nicht. Seit vielen Jahren arrangiert Natzke regelmäßig mit Jugendlichen künstlerische Großprojekte, deren Güte sich weit über Zuffenhausen hinaus herumgesprochen hat und die deshalb immer mehr Publikum von außerhalb anziehen. Auch Simone Liedke, Geschäftsführerin der Akademie der Jugendarbeit Baden-Württemberg, hat ihr Kommen angekündigt. „Bildung in der Jugendarbeit könnte nicht besser verwirklicht werden als durch dieses Projekt. Jungen und Mädchen können sich dabei selbst neu erleben, sich ausdrücken lernen, über ihre Grenzen gehen und neue Handlungsspielräume für sich entdecken“, schreibt sie in einem Grußwort. Nicht nur das Projekt selbst, auch das Teilnehmerfeld ist bemerkenswert. Die Altersspanne reicht von acht bis 26 Jahre, Studenten sind genauso dabei wie Berufstätige und Schüler. Wie die Zusammenarbeit klappt, verrät der 19-jährige Edward: „Die Kunst verbindet uns.“

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Vermisste 18-Jährige heimgekehrt: Maria H. lebte wohl jahrelang in Italien


Mehr als fünf Jahre nach ihrem Verschwinden, kehrt Maria H. nach Hause zurück. Nun gibt die Polizei Details über den Fall bekannt: So soll die Jugendliche nicht die ganze Zeit mit dem älteren Mann, mit dem sie 2013 verschwand, unterwegs gewesen sein.

Die im Alter von 13 Jahren mit einem 40 Jahre älteren Mann verschwundene und nun wieder heimgekehrte Maria H. aus Freiburg hat nach eigenen Angaben die meiste Zeit in Italien verbracht. Das berichtete die Polizei, nachdem sie die junge Frau befragt hatte. „Der inzwischen 18-Jährigen geht es augenscheinlich gut und sie ist wohlauf“, teilte die Polizei mit.

Mit einem internationalen Haftbefehl fahndete die Polizei nach Bernhard H.

Nachdem sie Freiburg im Mai 2013 gemeinsam mit dem 40 Jahre älteren Mann verlassen hatte, hätten beide eine Zeit lang zusammen in Polen gelebt und dabei im Auto übernachtet, berichtete Maria. Sie sei dann alleine mit Fahrrad und Zelt weiter gezogen. Wo der Mann sich aufhält, sei ihr nicht bekannt. Nach ihm wird mit einem internationalen Haftbefehl gesucht.

Nach drei Monaten sei sie in Italien angekommen und habe sich den Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs wie Fensterputzen verdient, sagte die 18-Jährige der Polizei. Vor etwa zwei Jahren bezog Maria dem Bericht zufolge eine eigene Wohnung. In der vergangenen Woche meldete sie sich bei ihrem Vater und wurde von Freunden des Vaters aus Mailand nach Hause zurückgeholt.

Inzwischen hat sich Maria H. selbst zu Wort gemeldet. „Nach meinem 18. Geburtstag, als ich mich in Sicherheit wusste, informierte ich mich über die Ermittlungen“, schrieb die heute 18-Jährige auf der Facebook-Seite „Bitte findet Maria“, die ihre Mutter für die Suche nach dem Mädchen ins Leben gerufen hatte. „Dabei wurde mir bewusst, wie sehr meine Familie nach mir sucht und ich konnte es vor schlechtem Gewissen nicht mehr aushalten.“

Ihre Mutter bestätigte am Abend die Echtheit des Eintrags. Vor dem Mann sei sie bereits in Polen weggelaufen, da sich sein Verhalten ihr gegenüber verschlechtert habe, schrieb sie bei Facebook. „Später dachte ich dann, dass ich ja zurück kommen kann, wenn erstmal Gras über die Sache gewachsen ist. Und dann war es einfacher, so weiter zu machen als umzukehren.“

Fahndung nach älterem Mann läuft

Dem aus Nordrhein-Westfalen stammenden Bernhard H. wird Kindesentzug sowie sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen. Er wird mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Maria hatte ihn im Internet kennengelernt. Sie hatten sich mehrfach in Freiburg getroffen. Die Polizei ging von einer Liebesbeziehung aus und vermutete, dass Maria damals freiwillig mit dem Mann mitging.

Nach Marias Verschwinden war der Fall auch Thema in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“, in der Marias Mutter sich mit einem Videoaufruf zu Wort meldete – allerdings ohne Erfolg.

In Deutschland werden nach Zahlen der „Initiative Vermisste Kinder“ jedes Jahr mehr als 100.000 Kinder und Jugendliche als vermisst gemeldet. Die meisten Kinder tauchen sehr schnell wieder auf. Innerhalb einer Woche klärt sich nach Erfahrung des Bundeskriminalamtes die Hälfte der Fälle, innerhalb eines Monats 80 Prozent. Maria gehört zu dem kleinen Teil von etwa drei Prozent, bei denen es auch nach einem Jahr noch keine Klarheit gibt. Normalerweise endet eine Vermisstenfahndung mit dem 18. Geburtstag, wenn der Jugendliche aus freien Stücken gegangen ist. Bei Maria liefen die Ermittlungen weiter.



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Kindergeld für Kinder im Ausland erhalten

Nach dem Abitur wollen manche Kinder Zeit im Ausland verbringen. Ob die Eltern dann noch Kindergeld erhalten, hängt von der Art des Aufenthalts ab.

Der Anspruch auf Kindergeld bleibt unter Umständen auch während eines Auslandsaufenthalts nach dem Abitur erhalten. Das gilt in der Regel, wenn das Kind etwa an einem freiwilligen sozialen Jahr oder einem freiwilligen ökologischen Jahr teilnimmt, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Bei „Erasmus+“ gilt Höchstgrenze von zwölf Monaten

Das Programm sollte im Sinne des Jugendfreiwilligendienstgesetzes gestaltet sein. Der Anspruch bleibt ebenfalls bestehen, wenn Jugendliche über ein „Erasmus+“-Programm ins Ausland gehen – dann berücksichtigt die Familienkasse allerdings höchstens eine Dauer von zwölf Monaten.

Kein Kindergeld bei „Work and Travel“

Anders sieht die Situation aus, wenn der Nachwuchs im Ausland ein „Work and Travel“-Programm absolviert, warnt Klocke. Der Grund dafür: Auch wenn das Programm Sprachkenntnisse und die Entwicklung der Persönlichkeit fördern kann, trägt ein solches Programm nicht dazu bei, dass der Jugendliche für einen Beruf ausgebildet wird.

„Die Eltern verlieren also in der Regel in einem solchen Fall den Anspruch auf Kindergeld“, erklärt Klocke. So entschieden auch die Richter des Bundesfinanzhofes in einem früheren Beschluss (Az.: III B 119/08). Es lohnt sich also, drauf zu achten, über welche Organisation der Nachwuchs ins Ausland gehen will, gibt Klocke zu Bedenken.

Kindergeld bei Studium im Ausland

Eltern haben auch Anspruch auf Kindergeld, wenn ihre Kinder für mehrere Jahre außerhalb der EU studieren. Voraussetzung ist, dass das Kind einen Wohnsitz im Haushalt der Eltern behält und seine studienfreie Zeit auch größtenteils dort verbringt. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden (Az.: III R 38/149).

Kindergeld kann es es bis 25 geben

Grundsätzlich gilt: Kindergeld erhalten Familien in der Regel bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres des Nachwuchses. Dafür muss das Kind in diesem Zeitraum aber eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren oder sich ernsthaft darum bemühen.

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Stadt sucht junge Poeten

Lyrik-WettbewerbStadt sucht junge Poeten

Stuttgart sucht mit dem Wettbewerb „Lyrik bringt’s“ die Lyriker von morgen. Foto: dpa

Stuttgart – Junge Autoren, die maximal 20 Jahre alt sind und aus Stuttgart oder der Region kommen, sind aufgerufen, ihre Gedichte für den Jugend-Lyrik-Wettbewerb „Lyrik bringt’s“ einzureichen. Die Themenwahl ist frei, auf einem Blatt Papier sollen zwei Gedichte mit jeweils maximal 20 Zeilen stehen. Der erste Preis ist mit 100 Euro dotiert, der zweite mit 75 Euro und der dritte mit 50 Euro. Die Preisverleihung ist für 12. Juni, 19 Uhr, im Stuttgarter Rathaus geplant. Alle Einsendungen werden in ein Archiv aufgenommen. Die Gedichte müssen bis zum 5. April bei Marion Isabella Kadura im Kulturamt, Eichstraße 9, eingegangen sein. Das Stichwort lautet „Jugend-Lyrikpreis“. Der Wettbewerb wird zum sechsten Mal ausgetragen. ktm

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Die Gene beeinflussen das Alter beim ersten Sex

Wann Jugendliche ihr „erstes Mal“ erleben, hängt nicht nur von Persönlichkeit, Erziehung und sozialem Umfeld ab. Auch die Gene haben Einfluss auf sexuelle Aktivität. Das fanden Wissenschaftler der Universität Cambridge heraus.

Der Studie zufolge können genetische Faktoren rund 25 Prozent der Unterschiede erklären, in welchem Alter die ersten Sexualkontakte stattfinden. Auf das Alter beim „ersten Mal“ hätten die Gene einen „erheblichen Einfluss“, erklärte der Autor Ken Ong. Die Studie seines Teams wurde in der Fachzeitschrift „Nature Genetics“ veröffentlicht. 

Die Forscher untersuchten die Gene von mehr als 125.000 Menschen, die an einer britischen Gesundheitsstudie teilnahmen. Sie erkannten dabei einen Zusammenhang zwischen 38 Genvarianten und dem Alter, in dem die Probanden das erste Mal Sex hatten. Anschließen verglichen sie ihre Ergebnisse mit Daten von rund 241.000 Menschen in Island und 20.000 in den USA. 

Kinder sind viel früher geschlechtsreif als 100 Jahre zuvor

Der Studie zufolge sank zudem bei beiden Geschlechtern das durchschnittliche Alter der Geschlechtsreife – von 18 Jahren im Jahr 1880 auf 12,5 Jahre im Jahr 1980. Die Forscher machten dafür unter anderem die Ernährung, die gestiegene Größe der Kinder sowie den Einfluss von hormonverändernden Chemikalien verantwortlich.

Die frühere Geschlechtsreife bedeutet nicht, dass Jugendliche wirklich immer sexuell aktiv werden. Die Studie „Jugendsexualität 2015“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ergab, dass sexuelle Erfahrungen bei 14-Jährigen die Ausnahme sind. Bis zum Alter von 17 Jahren hat etwa jeder zweite Jugendliche den ersten Sex erlebt. Sie sind sexuell nicht freizügiger als in früheren Jahren. Im Gegenteil, es gibt sogar immer mehr Jugendliche, die mit dem „ersten Mal“ warten wollen, bis sie den „richtigen“ Partner gefunden haben.

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