Büsnau – Den Zweitklässlern der Steinbachschule fällt es sichtlich schwer, ruhig stehen zu bleiben. Der Drang, zu wippen und zu hüpfen, ist einfach zu groß. Sie stehen auf einer riesigen, mit Luft gefüllten 13 Meter langen Bahn. Dann endlich gibt Janna Haas das Zeichen: Die Kinder springen voller Begeisterung los.
Die ganze Woche über hat das Kinderhaus Büsnau ein sogenanntes Airtrack in der Halle aufgebaut gehabt. „Jeden Vormittag waren ein bis zwei Klassen und Kindergärten da“, erzählt Haas. Sie ist Sportlehrerin und betreut im Kinderhaus die Bewegungsangebote. Das Airtrack hat das Kinderhaus vom Verein SG Turn Akrobatik Tanz (TAT) aus Sindelfingen ausgeliehen. Die lange Bahn kann je nach Bedarf mit unterschiedlich viel Luft gefüllt werden. Für den Sport mit Kindern muss es weicher sein. Haas hat mit Hilfe von zwei Gebläsen 30 Bar Druck hergestellt. Trainiert sie mit ihren Vereinskollegen auf der Bahn, hat sie 80 Bar Druck. Zum Vergleich: ein Fußball steht unter einem Bar Druck.
Nach einem Fangspiel zum Aufwärmen, das die Jungen und Mädchen kreuz und quer über den Airtrack treibt, geht es darum, Körperspannung zu üben. „Die braucht man, damit es richtig schön federt“, erklärt Haas. Auf Kommando hüpfen die Schüler auf und ab und lassen sich mit ausgestreckten Beinen auf den Hintern plumpsen. Dann gilt es, aus dieser Position wieder hochzukommen – was gar nicht so einfach ist. Auch Purzelbaum und Handstand üben sie.
„Sie lernen, ihren Körper zu beherrschen“, erklärt Haas. Oftmals hätten Kinder heutzutage Probleme damit. Daher biete man möglichst oft solche Aktionen mit Bewegung an. Frank Otto Huber, Leiter des Kinderhauses, ist zufrieden: „Die Woche war sogar überbucht. Es gab ein großes Interesse bei Schulen und Kindergärten.“
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Hamburg (dpa/lno) – In Hamburg haben im Vorjahr deutlich weniger Kinder und Jugendliche zur Flasche gegriffen und sich ins“Koma“ gesoffen. 172 Jungen und Mädchen im Alter zwischen zehn und 20 Jahren hätten 2015 mit einer Alkoholvergiftung in Krankenhäusern behandelt werden müssen, wie die Krankenkasse DAK-Gesundheit am Montag mitteilte. Nach bislang unveröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamtes sei die Zahl der Betroffenen damit im Vergleich zu 2014 um 19,6 Prozent gesunken.
Bei den zehn bis 15-jährigen Rauschtrinkern war der Rückgang besonders groß. In dieser Altersgruppe kamen 2015 insgesamt 24 Rauschtrinker in die Klinik – 18 Kinder oder 43 Prozent weniger als im Vorjahr. „Ich hoffe, dass dies eine Trendwende bei der Zahl der jugendlichen Komasäufer in Hamburg ist“, sagte DAK-Landeschef Frank Lätsch.
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Alkoholkonsum in StuttgartWeniger jugendliche Komatrinker
Stuttgart – Die meisten Jugendlichen fangen statistisch mit 14,7 Jahren an. Von da an wird es gefährlich. Der Druck einer Gruppe verführt zum Alkohol. Oft ist es aber auch eine Protesthaltung oder ein Ablösungsprozess von der Familie. „Der Familie kommt in dieser Situation eine wichtige Rolle zu“, sagt Annette Faust-Mackensen von der städtischen Suchtberatung, „sie kann stabilisieren oder den Jugendlichen dazu bringen, dass er Akzente setzen will oder zeigt, dass er anders ist“. Sehr wahrscheinlich sind die Verhältnisse, in denen Jugendliche aufwachsen, ein Schlüsselfaktor für den Alkoholkonsum. Annette Faust-Mackensen weiß: „Ein Drittel aller Jugendlichen lebt in Patchwork-Familien oder bei alleinerziehenden Elternteilen. Das ist ein Problem.“
Wie auch immer. Das Sozialreferat der Stadt stellt dennoch zufrieden fest: „Immer mehr 12- bis 15-Jährige in Stuttgart verzichten auf Alkohol.“ Konkret: Etwa ein Drittel der Jugendlichen trinkt laut einer Erhebung der Stadt nie Alkohol. Etwa 50 Prozent trinken gelegentlich. Und 15 Prozent greifen regelmäßig mindesten einmal in der Woche zu Alkohol.
Interessant sind aber auch die Zahlen zum extremen Alkoholkonsum. Gemeint ist damit das umgangssprachliche Komasaufen, das im Fachjargon Binge-Drinking genannt wird. „Bundesweit sind die Zahlen der jugendlichen Komatrinker gestiegen“, erklärt Sozialbürgermeisterin Isabel Fezer (FDP), „aber in Stuttgart sind die Zahlen rückläufig.“ Fezer hat zwar keine konkreten Zahlen, aber einen „aufschlussreichen Anhaltspunkt“: „Die Krankenhauseinweisungen für die extremen Fälle sind zurückgegangen. Da stehen wir in Stuttgart gut da.“
Der Trend, den Fezer anspricht, zeigt sich seit vier Jahren. Seitdem ist die Anzahl der alkoholbedingten Einweisungen bei Stuttgarter Jugendlichen rückläufig. Laut der letzten Erhebung der Stadt aus dem Jahr 2013 waren es 82 Jungen und 50 Mädchen im Alter zwischen 13 und 19 Jahren.
Ein Grund für Entwarnung ist laut Fezer jedoch nicht gegeben. Immer noch sei in der Stadt zu beobachten, dass Alkoholkonsum zur Alltagskultur und zu einem festen Bestandteil der Partyszene gehört. Immer wieder beobachten Polizei oder der Aktionskreis Suchtprävention bekannte Phänomene wie „Warm-Trinken“ oder Verabredungen via Internet zu extremen Gelagen. Begünstigt wird der jugendliche Alkoholkonsum weiterhin durch die Verfügbarkeit und den relativ niedrigen Preis. Alle Stellen, die mit Prävention zu tun haben, beklagen das Gleiche: nämlich dass im Vergleich zu den gestiegenen Lebenshaltungskosten die Preise für alkoholische Getränke gesunken sind.
Ulrike Ohnmeiß führt daher einen unermüdlichen Kampf in der Präventionsarbeit. Die Diplompädagogin des Vereins zur Hilfe suchtabhängiger Frauen weiß aus der Praxis, dass Alkohol ein Problem bei Jugendlichen bleibt. In Bezug zu den aktuellen Fallzahlen sagt sie: „Alkoholkonsum ist für Jugendliche nicht mehr das Tollste, aber es bleibt das Zweittollste.“ Weiter sagt sie: „Es wird immer wichtiger, Jugendliche dort anzusprechen, wo sie unter sich sind und sich vergleichen. Diese Vergleiche sind der Schlüssel zum Problem.“
Für die Suchtprävention der Stadt ergeben sich daraus drei Ziele: erstens das Einstiegsalter so lange wie möglich hinauszuschieben. Zweitens die jungen Menschen unter anderem in schulischen Programmen für einen risikobewussten Umgang mit Alkohol zu sensibilisieren. Und drittens die Verfügbarkeit weiter zu begrenzen.
In diesem Zusammenhang prangern fast alle Mitglieder des Sozialausschusses im Gemeinderat den sogenannten Realschultag auf dem Volksfest an. Stellvertretend für viele Stadträte bringt es Marita Gröger (SPD) auf den Punkt: „Dieser Realschultag leistet der Verharmlosung von Alkohol Vorschub. Was ich persönlich dort erlebt habe, hat mir die Schuhe ausgezogen.“ Gröger habe auf dem Wasen eine „Glorifizierung“ des Alkohols erlebt, bei der das Motto gilt: „Ein richtiger Kerl oder ein richtiges Mädchen bist du erst, wenn du statt Spezi Alkohol im Glas hast.“
Damit legt Marita Gröger den Finger in die Wunde: Alkohol ist ein allgemeines Problem in der Gesellschaft, kein spezifisches der Jugend. Alkohol ist nach wie vor das Hauptsuchtmittel. Ulrike Ohnmeiß appelliert daher an die Erwachsenen: „Wir sind alle Vorbilder.“
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Vor wenigen Tagen wird eine Schülerin in einer Berliner Wohnung erstochen, jetzt gibt es einen ähnlichen Fall in Flensburg: Eine 17-Jährige wird dort mit Stichverletzungen gefunden und stirbt noch vor Ort. Den Tatverdächtigen kannte sie offenbar gut.
Eine 17-Jährige ist in Flensburg in einer Wohnung erstochen worden – mutmaßlich von einem 18-Jährigen Freund oder Bekannten. Rettungskräfte und Polizei wurden am Montagabend in die Wohnung eines Mehrfamilienhauses gerufen, in der sie die 17-Jährige mit mehreren Stichverletzungen fanden. Alle Wiederbelebungsversuche scheiterten, die Jugendliche starb noch vor Ort. Eine Tatwaffe wurde sichergestellt.
Als Tatverdächtiger wurde ein 18-Jähriger festgenommen. In welcher Beziehung er zum Opfer steht, ist noch nicht klar. „Wir gehen aber davon aus, dass die beiden sich wohl besser gekannt haben“, sagte die Leitende Staatsanwältin, Ulrike Stahlmann-Liebelt. Gegen ihn habe die Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen des Verdachts auf Totschlags beantragt – ob tatsächlich ein Haftbefehl erlassen wird, werde voraussichtlich aber erst am Mittwoch mitgeteilt.
Warum sich der Tatverdacht gegen den 18-Jährigen richtet, will die Staatsanwältin nicht sagen. „Wir gehen im Moment – aufgrund der Umstände – von einem Verbrechen aus, allerdings sind die Ermittlungen erst am Anfang.“ Man suche mögliche Zeugen, die eventuell etwas gehört oder gesehen haben.
Laute Schreie am Abend
Nach Angaben des „Flensburger Tageblatts“ lebte die 17-Jährige in einem Neubau, der von 25 Mietern bewohnt wird – dort soll sich auch die Tat ereignet haben. Nachbarn berichteten demnach, dass sie sehr oft Besuch von dem Tatverdächtigen hatte: „Man konnte denken, sie leben zusammen“, wurde ein namentlich nicht genannter Mieter zitiert. Die beiden seien zunächst unauffällig gewesen, dann sei es allerdings häufig zu Streit gekommen. „Es hat lautstarke Auseinandersetzungen gegeben, auch körperlich sind die beiden aneinander geraten“, so der Mieter. Am Tattag hörten Nachbarn gegen 18 Uhr noch laute Schreie.
Der Fall erinnert an ein ähnliches Verbrechen in Berlin: In der vergangenen Woche wurde dort eine 14-Jährige erstochen. Ein 15-Jähriger Mitschüler sitzt wegen des Verdachts des Totschlags in Haft – sein Motiv ist laut Staatsanwaltschaft noch unklar.
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Die Zahl der jugendlichen Komasäufer in Niedersachsen ist im vergangenen Jahr erneut leicht rückläufig gewesen. 2072 Kinder und Jugendliche landeten 2015 mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus, knapp drei Prozent weniger als im Vorjahr, teilte die DAK-Krankenkasse unter Verweis auf noch unveröffentlichte Zahlen des Statistischen Landesamtes mit.
Während die Zahl der männlichen Betroffenen um 6,3 Prozent zurückging, stieg die der Mädchen und jungen Frauen um zwei Prozent an. Um weiterhin gegen Alkoholmissbrauch junger Leute zu mobilisieren, setzt die DAK ihre Aufklärungskampagne „Bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ in Niedersachsen fort. Schüler sind dabei aufgerufen, Plakate mit kreativen Ideen gegen das Rauschtrinken zu entwickeln.
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Die Zahl jugendlicher Komasäufer ist in Bremen gegen den Bundestrend um knapp 25 Prozent gestiegen. Vor allem bei Mädchen und jungen Frauen gab es im vergangenen Jahr einen Anstieg von fast 65 Prozent, teilte die DAK-Krankenkasse am Montag mit. 2015 mussten nach aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamt in Bremen 181 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden, fast die Hälfte (89) war weiblich. In 10 von 16 Bundesländern sei die Zahl der jugendlichen Komasäufer dagegen gesunken, sagte ein Sprecher der Krankenkasse.
„Die Entwicklung gegen den Bundestrend zeigt uns, dass wir den Weg der Alkoholprävention konsequent fortsetzen müssen“, sagte DAK-Landeschef Frank Lätsch. Die Aufklärungskampagne „Bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ soll deswegen fortgesetzt werden. Bei dem bundesweiten Wettbewerb sind Schüler aufgerufen, Plakate mit kreativen Ideen gegen das Rauschtrinken zu entwickeln.
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Vermutlich sind eine 14-Jährige aus der Nähe von Wismar und einer ihrer Betreuer zusammen durchgebrannt. Die Fahndung erstreckt sich über ganz Europa. Nun meldet sich das Mädchen bei den Behörden. Vom Mann indes fehlt noch jede Spur.
Eine 14-Jährige aus Mecklenburg-Vorpommern ist rund einen Monat nach ihrem Verschwinden und einer europaweiten Fahndung wieder aufgetaucht. „Sie hat sich per Telefon aus Spanien gemeldet und wird jetzt abgeholt“, sagte ein Polizeisprecher in Wismar. Der Schülerin aus Grevesmühlen, die vor dem Verschwinden in einer betreuten Wohngruppe lebte, gehe es nach eigenen Angaben gut. Die Umstände ihres Verschwindens seien aber noch nicht geklärt.
Von dem 24 Jahre alten Betreuer, der zeitgleich mit dem Mädchen verschwunden war, fehle aber noch jede Spur. Die Vermisste sei in der Nähe von Valencia zur Polizei gegangen und habe erklärt, sie wolle jetzt wieder zurück. „Sie wurde dort auch in Obhut genommen“, sagte der Sprecher. Den Rücktransport werde nun das Jugendamt des Kreises organisieren. Wann das Mädchen dann wieder in Grevesmühlen sein wird, dass sei noch nicht klar.
Nach dem Betreuer und dem Mädchen war europaweit gefahndet worden. Die Behörden hatten vermutet, dass die 14-Jährige und der Betreuer, der in der Einrichtung auch arbeitete, absichtlich zusammen verschwunden waren. „Zu seinem Verbleiben haben wir bisher keine Erkenntnisse“, sagte der Polizeisprecher. Das Mädchen soll dazu angehört werden, wenn es wieder zurück ist.
Der Fall hatte für Schlagzeilen gesorgt, nachdem die Polizei mit Fahndungsfotos nach beiden gesucht hatte. Mehrere Hinweise, dass sie in Hamburg oder Süddeutschland gesehen worden waren, hatten sich als falsch erwiesen. Auch Hinweise auf das schwarze Auto des Mannes gebe es bisher nicht, sagte der Sprecher.
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Erziehungstipps für FamilienFröhlich sei das Abendessen – guten Appetit!
München – Einmal am Tag, so predigen es Ernährungswissenschaftler, Psychologen und Erziehungsexperten, sollte man gemeinsam am Tisch sitzen und essen. Das tut nur gut. Untersuchungen belegen das: Mahlzeiten mit Mama und Papa fördern das körperliche und seelische Wohl ihres Nachwuchses. Kinder und Jugendliche, die mindestens dreimal in der Woche mit ihrer Familie essen, ernähren sich gesünder und haben weniger Gewichtsprobleme als andere. Ohne die Familienmahlzeit fehlt den Kindern zudem einer der wichtigen Momente am Tag, in dem sie sich von ihren Eltern Zuspruch holen können.
Also wird der Tisch gedeckt, das Essen aufgetragen und die Kinder zusammengetrommelt. Doch statt Harmonie zeigt sich wenig später folgendes Bild: Das Kleinkind schmiert die zermatschten Kartoffeln neben den Teller, die Mittlere mäkelt am Essen herum und die pubertierende Älteste checkt unterm Tisch ihre Smartphone-News.
Fragt man nun Experten, was bitte schiefgelaufen ist, erhält man unter anderem diese Antwort: Die Eltern sind’s oft, die solche Szenen provozieren – ganz unbewusst: „Wir Erwachsenen bringen viel Unruhe mit an den Tisch, und das überträgt sich auf die Kinder“, sagt Mathias Voelchert, Leiter von Familylab, einem Beratungszentrum für Familien in München. Der Kopf ist noch in der Arbeit, es müssen schnell ein paar Mails gelesen werden, in Gedanken wird schon mal die Einkaufsliste für den nächsten Tag aufgestellt.
Experten raten, den Alltagsstress nicht mit an den Tisch zu nehmen
„Wir haben gelernt, uns trotz unserer Unruhe zu bändigen. Doch Kinder können das nicht und zeigen unser Stresslevel an“, sagt Voelchert. Die Kinder nun zu maßregeln sei kontraproduktiv. Sein Rat: Den Alltagsstress nicht mit an den Tisch nehmen und bewusst einen Gang zurückschalten. Dann seien automatisch auch die Kinder ruhiger.
Also gut, dann wird das Smartphone außer Reichweite gelegt und sich ganz auf den Nachwuchs konzentriert. Doch das entspannte Tischgespräch mag oft trotzdem nicht so recht in Gang kommen. „Gibt’s etwas Neues?“ – „Nö.“ – „Wie war’s in der Schule?“ – „Schön.“ Je intensiver die Fragen der Eltern, umso einsilbiger werden die Antworten.
Auch die Jüngsten könnten schon lernen, gewisse Regeln am Tisch einzuhalten. Im Gegenzug sollten sich auch die Eltern Tischregeln verordnen, sagt Hilbert. Dazu gehöre beispielsweise der Grundsatz: „Beim Essen werden keine Konfliktgespräche geführt.“
Obacht auch bei der Essensauswahl: Familienmahlzeiten prägen, was Menschen ihr ganzes Leben lang gerne mögen, sagen Ernährungswissenschaftler. „Kinder lernen Ernährung durch Vorbilder“, sagt Mathilde Kersting vom Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund. Wenn die Eltern Fast Food lieben, werden sich die Kinder kaum für Rohkost begeistern. Aber eine vernünftige Mischkost sei gar nicht so aufwendig: „Das kann auch ein kaltes Abendessen mit Brot, Milch, Wurst und Käse, einem Salat und etwas Obst sein“, sagt Kersting.
Kinder müssen nicht alles mögen – aber zumindest probieren
Aber wenn alles liebevoll zubereitet auf dem Tisch steht, geht oft die Mäkelei los: Das Gemüse wird verschmäht, die Rinde vom Brot ist viel zu hart, und die Nachbarskinder dürfen statt Wasser immer Limo trinken. Auch Streit um die Frage, was gegessen oder zumindest probiert werden muss, belastet die Atmosphäre bei Tisch. „Kinder müssen nicht alles mögen“, sagt Mathilde Kersting. „Aber sie sollten lernen zu probieren.“
Der Streit ums Essen sei in Wahrheit oft ein Machtkampf, sagt Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut Rainer Hilbert: „Kinder merken schon früh, wenn dem Essen – egal aus welchem Grund – eine besondere Bedeutung beigemessen wird.“ Wird es verschmäht, empfänden Eltern das als Kränkung – und die Stimmung am Tisch rutscht in den Keller.
„Wenn die Kinder das Essen nicht mögen, dürfen die Eltern das nicht persönlich nehmen“, sagt auch Familiencoach Voelchert. Ebenso wenig sollte jeden Tag das Lieblingsessen der Kinder auf dem Tisch stehen – in der Hoffnung, dass die Kleinen dann lieb und freundlich sind. „Kinder durchschauen solche Manipulationen.“
Erfolgversprechender für gute Laune am Familientisch sei ein anderer Weg, sagt Voelchert. Wenn es den Eltern schmeckt, wenn sie sich wohlfühlen und das auch zeigen, dann steckt das die Kinder an. Na dann: Guten Appetit!
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Die Zahl jugendlicher Komasäufer in Rheinland-Pfalz ist 2015 wieder gesunken. Wie die Krankenkasse DAK am Freitag unter Bezugnahme auf zuvor noch nicht veröffentlichte Daten des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz mitteilte, waren 1374 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus gekommen. In der Altersgruppe zwischen zehn und 20 Jahren sei die Zahl der Betroffenen im Vergleich zum Jahr 2014 insgesamt um 7,5 Prozent gesunken. Im Jahr davor hatte es gegen den damaligen Bundestrend noch eine Zunahme um acht Prozent gegeben.
Unter den Komasäufern seien im vergangenen Jahr 802 Jungen und 572 Mädchen gewesen. Den größten Rückgang habe es bei Jungen zwischen 15 und 20 Jahren gegeben. Bei Mädchen in derselben Altersgruppe hingegen sei ein Anstieg um rund fünf Prozent zu verzeichnen gewesen.
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Haus des Jugendrechts in Bad Cannstatt„Behörden-WG“ erweitert Wirkungsbereich
Stammheim – Jungen Straftätern helfen, damit sie möglichst schnell von der schiefen Bahn wieder auf den richtigen Weg zurückfinden – das ist eines der Hauptziele des Hauses des Jugendrechts in Bad Cannstatt. Gegründet wurde es 1999, seit Anfang vergangenen Jahres sind die Mitarbeiter für den gesamten Gerichtsbezirk Cannstatt zuständig, zu dem unter anderem auch die Bezirke Stammheim, Zuffenhausen und Feuerbach gehören. Aus diesem Grund hatte Stammheims Bezirksvorsteherin Susanne Korge den Leiter der Jugendgerichtshilfe im Haus des Jugendrechts, Donald Bieß, sowie Frederik Finkbeiner, stellvertretender Bereichsleiter des Beratungszentrums Jugend und Familie in Zuffenhausen, und Bettina Mendel von der Jugendhilfe in Strafverfahren eingeladen.
„Im Haus des Jugendrechts an der Krefelder Straße sind Polizei, Jugendamt und Staatsanwaltschaft unter einem Dach“, erklärte Donald Bieß den Politikern, quasi eine Art Behörden-WG. „Einzig das Gericht ist aus Gründen der Unabhängigkeit nach wie vor an der Badstraße ansässig.“ Aber auch die Richter sind eng in die Arbeit im Haus eingebunden. Diese enge Kooperation führe zu einer Beschleunigung von Verfahren. Zudem sei es möglich, wohnortnah und individuell auf die jugendlichen Straftäter einzugehen.
Durch die kurzen Dienstwege, die festen Ansprechpartner und einen regelmäßigen Austausch aller Beteiligten würden die Behörden optimal zusammenarbeiten und rasch auf „normenwidriges Verhalten“ reagieren können – nicht zuvorderst mit dem Strafrecht, sondern auch mit den nötigen Angeboten der Jugendhilfe. Die große Transparenz zwischen den Abteilungen trage ebenso zu einem reibungslosen und optimalen Verlauf bei: „Jeder kennt die Aufgaben und Angebote des anderen“, sagte Bieß. Ein großes Augenmerk werde nicht nur auf die jugendlichen Täter, sondern auch auf die Opfer sowie auf Hilfsangebote für sie gelegt. Eine wichtige Rolle spiele auch die Prävention. Die enge Verzahnung zwischen den Instituten führe auch dazu, dass die erforderlichen Maßnahmen optimal aufeinander abgestimmt werden können. So habe sich die Dauer zwischen Straftat und Urteilsspruch um etwa die Hälfte der Zeit verkürzt. Und diese Zeit werde obendrein besser genutzt: Etwa durch Schadenswiedergutmachung durch den Täter, Suchtberatung oder den Nachweis über Schulbesuche. Dinge, die sich positiv auf die Entwicklung des Täters und damit auch auf den Urteilsspruch auswirken können.
Neu ist seit Anfang 2015, dass die Mitarbeiter für den gesamten Gerichtsbezirk zuständig sind. Zwar befinden sich die zuständigen Beratungszentren und Polizeireviere beziehungsweise -posten vor Ort in den Außenbezirken, dennoch sei durch feste Ansprechpartner und ein regelmäßiges Konferenzwesen eine gute Vernetzung gegeben. „Wir stehen in engem Kontakt und tauschen zeitnah die relevanten Infos aus.“
Generell sei bei den meisten Jugendlichen die Straffälligkeit nur eine Episode in ihrem Leben. Die Zahl der anderen, der sogenannten jugendlichen Intensivtäter sei mit etwa hundert Personen in ganz Stuttgart relativ gering. An erster Stelle der Straftaten bei Jugendlichen stünden laut Bieß das Schwarzfahren, also die Erschleichung von Leistungen, gefolgt von Körperverletzungen, sprich Gewaltdelikten und Sachbeschädigungen. Die Fälle von Jugendkriminalität allerdings seien in Stuttgart und Stammheim rückläufig.
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