Kategorie -Jugendliche

Der Tag: Jugend-Gang verübte wohl bestialischen Mord

Ein grausames Verbrechen sorgt aktuell in den USA für Schlagzeilen. Offenbar hat die berüchtigte Jugendbande Mara Salvatrucha, auch bekannt als MS-13, eine bestialische Bluttat begangen.

  • Wie örtliche Medien berichteten, wurde in einem Park in Wheaton, einem Vorort der US-Hauptstadt Washington im Bundesstaat Maryland, eine Leiche entdeckt.
  • Demnach wurden dem Opfer der Kopf abgetrennt und das Herz aus der Brust geschnitten.
  • Zudem weise die bereits Anfang September gefundene Leiche laut Polizei des Bezirks Montgomery mehr als 100 Stichwunden auf.
  • Bei dem Opfer handelt es sich um einen Mann, der nach Angaben der Behörden noch nicht identifiziert wurde.
  • Bislang wurde ein 19-Jähriger wegen der Tat festgenommen.

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„Fidel ist nicht tot“: Kubaner gedenken ihres Revolutionsführers


Die kommunistische Jugend feiert den Rebellen und Staatsmann, die Verbündeten zollen Kubas Ex-Präsidenten Fidel Castro Respekt. Das offizielle Gedenken aber fällt zurückhaltend aus. Die Regierung will den Personenkult offenbar nicht weiter schüren.

Ein Jahr nach dem Tod von Fidel Castro haben die Kubaner des legendären Revolutionsführers gedacht. Hunderte vor allem junge Menschen kamen am Abend zur zentralen Gedenkveranstaltung der kommunistischen Jugend auf den Stufen der Universität von Havanna. Sie skandierten: „Ich bin Fidel, ich bin Fidel“ und „Man hört es, man fühlt es – Fidel ist da.“ Unter den Teilnehmern der Gedenkfeier zum ersten Todestag von Fidel Castro war auch Vizepräsident Miguel Díaz-Canel, der voraussichtlich im kommenden Februar an die Staatsspitze rücken soll. Die Musiker Raúl Torres, Eduardo Sosa und Annie Garcés sangen ihr Lied „Cabalgando con Fidel“ (Reiten mit Fidel), das nach Castros Tod zu einer Art Hymne wurde und in den vergangenen Tagen wieder häufiger im Radio zu hören war.

Die kommunistische Parteizeitung „Granma“ widmete Fidel Castro gestern fast ihre gesamte Ausgabe. Der Revolutionsführer in olivgrüner Uniform am Malecón von Havanna schmückte die Titelseite. Die Zeitung „Juventud Rebelde“ erschien zum Zeichen der Trauer in schwarz statt wie üblicherweise in blau. Auch Kubas Verbündete ehrten Castro. „Ein Jahr nach dem Tod von Comandante Fidel Castro zollen die Revolutionäre der Welt seinem Andenken, Beispiel und Kampf ihren Respekt und halten seine Idee von der Solidarität der Völker hoch“, twitterte Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro.

Kritik an Bruder Raúl

„Fidel ist nicht tot. Durch die Kraft seiner revolutionären Ideen, die Liebe zum Vaterland und die Solidarität mit den Völkern der Welt wird er immer weiter leben“, schrieb Boliviens Präsident Evo Morales. Auf Kuba selbst wurde das Gedenken an Fidel Castro allerdings relativ klein gehalten. Die kubanische Regierung will den Personenkult um Castro offenbar nicht weiter aufbauschen. So wurden auf der sozialistischen Karibikinsel auch keine Monumente für den Rebellen, Revolutionsführer und Ex-Präsidenten errichtet oder Straßen und Plätze nach ihm benannt.

Castro war am 25. November 2016 im Alter von 90 Jahren gestorben. Er hatte das Land 47 Jahre regiert und sich 2006 aus der aktiven Politik zurückgezogen. Die zögerliche wirtschaftliche Öffnung und die Annäherung an den einstigen Erzfeind USA unter seinem Bruder und Nachfolger Raúl Castro sah er kritisch. Im Februar kommenden Jahres will Raúl Castro als Präsident zurücktreten. Erstmals seit fast 60 Jahren steht dann kein Castro mehr an der Staatsspitze in Kuba.



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15-Jähriger schreibt Online-Ratgeber für Eltern

„What’s App, Mama?“15-Jähriger schreibt Online-Ratgeber für Eltern

Robert Campe ist erst 16 Jahre alt und bereits auf der Spiegel-Bestsellerliste. Mit seinem Buch „What’s App, Mama?“ möchte er die Eltern-Generation über die Online-Welt der Jugendlichen aufklären. Foto: Eden Books

Hamburg – Vielen Erwachsenen ist es unheimlich, wenn ihr Kind ständig vor dem Smartphone hängt. „Fest steht, kein Smartphone ist auch keine Lösung. Denn heute ist ein Teenager ohne Smartphone wie ein Teenager in den Neunzigern ohne Kabelfernsehen – nur noch schlimmer, quasi gesellschaftsunfähig“ findet Robert Campe. Mit seinem Buch „What’s App, Mama?“ möchte der Hamburger Schüler besorgte Eltern beruhigen und Licht ins Dunkel zwischen sozialen Netzwerken, Apps und Youtube-Stars bringen. Und er erklärt, warum Teenager Facebook total uncool finden.

Whatsapp: Kennt jeder, nutzt fast jeder. Selbst militante Social-Media-Verweigerer sind dem Charme des praktischen Messenger-Diensts erlegen und nutzen die App selbstverständlich. Robert Campe schreibt: „Aus meinem und dem Leben meiner Freunde ist Whatsapp nicht mehr wegzudenken. Unter Jugendlichen ist es das absolute Must-have, wenn es um Apps fürs Smartphone geht.“ In seinem Buch erklärt Robert Campe genau, wie man die App installiert, welche Statusmeldungen und Emojis es gibt oder wie man Gruppenchats erstellt – nicht wirklich etwas Neues für die meisten Leser. Gut unterhalten fühlt man sich trotzdem von Campes Anekdoten, wie von dieser zum Beispiel: „Jeder Whatsapper versteht zum Beispiel ‚ka’ oder ‚kp’ – gleich: ‚keine Ahnung’ oder ‚kein Plan’. Für euch: ‚Ich weiß nicht’. Gern verwendet man auch ‚wtf’ für ‚What the fuck’, wenn man irgendwas besonders krass oder lustig findet.“

Snapchat Lehrreicher als das Whatsapp-Kapitel ist das über den Messenger-Dienst Snapchat – zumindest für ahnungslose Eltern. Der Foto-Dienst ist vorwiegend bei Jüngeren angesagt. Mit Snapchat kann man Bilder an Freunde senden, diese sind allerdings nur für ein paar Sekunden sichtbar und löschen sich anschließend selbst, werden also nicht auf dem Smartphone gespeichert. Robert Campe schreibt: „Dadurch ist jeder Snap tatsächlich brandaktuell. Es geht eben um den Augenblick und darum, Freunde direkt am gesnappten Moment teilhaben zu lassen.“

Twitter Eigentlich ein alter Hut. Die Plattform exisitiert seit 2006 und wird von Teenagern laut Campe nicht so häufig genutzt. Vorwiegend Journalisten und Meinungsmacher nutzen Twitter als Plattform zur Verbreitung von kurzen – maximal 140 Zeichen – Textnachrichten (Tweets) im Internet. Begriffe wie Hashtag (das Doppelkreuz-Zeichen ‚#’, das ein Wort in einem Tweet hervorhebt) oder Follower (wenn man einen anderen Nutzer abonniert) sind inzwischen geflügelte Worte im digitalen Alltag. Robert Campe schreibt: „Genau dafür eignen sich Hashtags total super: Man kann schnell die verschiedensten Meinungen zu einem Thema überblicken, ohne dazu unterschiedliche Websites aufrufen zu müssen. Nach dem Tatort schnell getweetet und ein paar Minuten später weiß man, wie viele Zuschauer derselben Meinung sind wie man selbst.“

Facebook Der Methusalem unter den sozialen Netzwerken. Weltweit haben 1,49 Milliarden Menschen ein eigenes Profil, mit dem sie sich mit Freunden und Bekannten aus dem echten Leben verbinden können. Robert Campe erklärt schlicht und ergreifend: „Langweilige Urlaubsfotos, politische Diskussionen, die in Kommentarspalten ausgetragen werden, zugegebenermaßen niedliche, aber doch sinnlose Tiervideos und eben der ganze Rest – ist das wirklich euer Ernst? Wie haltet ihr Erwachsenen das nur aus? Ich kenne wirklich kaum jemanden in meinem Alter, der so viel Zeit auf Facebook verbringt wie die Generation vor uns.“

Youtube Vielleicht die Plattform, die das umtriebigste Eigenleben führt. Das Video-Netzwerk gibt es seit 2005 – also auch ein echter Methusalem – hat sich aber erst in den vergangenen drei, vier Jahren zu einem Selbstläufer entwickelt. Nichtzuletzt dank diverser Youtube-Stars wie LeFloid, Emrah oder MrWissen2go, die sich mit ihren Ansichten zum Weltgeschehen, Tipps und Tricks für das alltägliche Leben oder Wissensvideos zu aktuellen Themen zu Meinungsmachern entwickelt haben. „Auf der Liste der Social-Media-Dienste steht YouTube ganz oben und wurde in den letzten Jahren mega gehypt. Zumindest bei uns Jugendlichen. Genauso wie Whats App ist das Portal aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken und beeinflusst ziemlich krass unseren Lifestyle“, schreibt Robert Campe. Aus dem Youtube-Lifestyle sind Begriffe wie Vlog (eine Kreation aus Blogger und Video), Haul (ein Video, das die Einkäufe der Shoppingtour zeigt) oder Tutorial (Anleitung zu einem beliebigen Thema, sei es Make-Up, Kochen, Tanzen, Espressomaschine installieren so weiter) entstanden.

Instagram Vierhundert Millionen Nutzer sollen den Foto-Dienst weltweit nutzen, darunter viele Prominente. Sie setzen mit Bildern Statements oder machen auf sich aufmerksam. Instagram steht bei Jugendlichen auf der Beliebtheits-Skala direkt hinter Whats App. Das Prinzip: man veröffentlicht eigene Bilder und kann sich die Fotos von anderen anschauen, sie liken und kommentieren. Typisch für die Instagram-Optik waren ursprünglich quadratische Bilder, über die ein Retro-Filter mit knalligen Farben gelegt wurde. Mittlerweile gibt es mehr kreativen Spielraum. „Instagram hat unser Verhältnis zu Bildern in den letzten Jahren ziemlich krass geprägt“, schreibt Robert Campe.

Pinterest Früher hat man Zeitschriften auf der Suche nach Modetipps, Rezepten oder Einrichtungstrends durchgeblättert, heute stöbert man auf Pinterest. Auf dem sozialen Netzwerk können Nutzer Bilderkollektionen mit Beschreibungen an virtuelle Pinnwände heften. Pinterest ist die Abkürzung von „Pin your interest“. Paul Campe schreibt: „Pinterest ist unter uns Jugendlichen kein wirklich großes Ding. Dass die beliebtesten Kategorien ‚Essen & Trinken’ und ‚Wohndekor’ sind, lässt ja schon erahnen, dass die Plattform eher von eurer Generation genutzt wird als von uns. Denn mal ehrlich: das Essen kocht schließlich ihr, und zu Weihnachten das Wohnzimmer zu schmücken, ist auch nicht so unser Ding.“

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Hotline für Kinderschutz: Wo Ärzte bei Verdacht Rat bekommen


Wenn dieses Telefon klingelt, braucht meist ein geschundenes Kind Hilfe – und ein Mediziner den sofortigen Rat von Kollegen. Seit dem Sommer stehen dafür rund um die Uhr speziell geschulte Ärzte bereit.

„Das Mädchen ist 14“, sagt der Arzt am anderen Ende der Leitung. „Hämatome an Armen und Oberschenkeln. Es war wohl der Onkel. Ich sollte die Jugendhilfe einschalten – oder gleich die Polizei?“ Der Mediziner hat Dienst in einer Notfallambulanz. Das Wartezimmer ist voll. Die Zeit drängt, und mit Kindesmissbrauch hat dieser Doktor bisher kaum Erfahrung. „Muss ich erst noch die Eltern fragen? Und: Was ist jetzt mit meiner Schweigepflicht?“

Der Fall ist fiktiv, aber solche und ähnliche Anrufe gehören für die Ärztinnen und Ärzte am Telefon der Kinderschutzhotline ganz real zum Alltag. Praxiserfahren und eigens für diese Aufgabe geschult, wissen sie, was viele ihre Kollegen in Kliniken, Notaufnahmen und Hausarztpraxen oder auch in der Psychotherapie im Zweifelsfall nicht sofort parat haben: Wie sollen, dürfen oder müssen Ärzte konkret reagieren, wenn sie bei Kindern Hinweise auf Misshandlung oder Missbrauch bemerken?

„Ein häufiges Problem ist der Umgang mit der Schweigepflicht“, berichtet Professor Jörg M. Fegert. „Viele sind da unsicher. Geregelt ist das ja auch nicht im Arztrecht, sondern im Jugendhilferecht – da gibt es die Befugnis für Berufsgeheimnisträger, beim Verdacht auf Misshandlung, Missbrauch oder Vernachlässigung Kontakt mit dem Jugendamt aufzunehmen, ohne dass dies ein Bruch der Schweigepflicht wäre.“

Eingreifen, bevor es zu spät ist

Professor Fegert ist der Ärztliche Direktor der Ulmer Uniklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Unter seiner Leitung wurde die bundesweite Medizinische Kinderschutzhotline entwickelt, die im Juli 2017 – auch dank Fördergeldern des Bundesfamilienministeriums – den Betrieb aufnahm. Elf Ärztinnen und Ärzte aus den Fachgebieten Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Kinderheilkunde und Rechtsmedizin bedienen die Hotline im Berliner DRK Klinikum Westend und im Uniklinikum Ulm, das zugleich die Projektleitung innehat. Mehr als 100 Mediziner erbaten allein in den ersten sechs Wochen den Rat ihrer Kollegen, berichtet der Professor. Pro Jahr rechne man künftig mit bis zu 1000 Fällen.

„Das Angebot wird gut angenommen“, sagt Susanne Gütte, Sprecherin des Bundesfamilienministeriums. „Dabei zeigt sich, dass hoher Bedarf an spezifischer Beratung besteht.“ Bereits in ihrer noch frühen Projektphase helfe die Hotline, Lücken in der Verständigung zwischen Medizin und Jugendhilfe zu schließen. Wie dringend der Schutz für Kinder verbessert wurden muss, machen Fälle wie der Skandal um einen Schwimmlehrer in Baden-Baden deutlich, dem vorgeworfen wird, selbst fünfjährige Mädchen sexuell missbraucht zu haben – was wohl lange unentdeckt blieb.

Spätestens wenn sich Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte mit dem Tod misshandelter oder vernachlässigter Kinder beschäftigen müssen, wird gefragt: Gab es keine Warnzeichen, hätte man nicht früher reagieren können? 2016 führten die Jugendämter nach im Oktober veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes rund 136.900 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durch – ein Anstieg um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 45.800 Fälle wurden als akute oder latente Kindeswohlgefährdung eingestuft. Um sexuelle Gewalt ging es in 4,4 Prozent dieser Fälle, bei fast einem Drittel wurden Anzeichen für psychische, bei einem Viertel für körperliche Misshandlung festgestellt. Am häufigsten ging es um Vernachlässigung (61 Prozent).

Hilfe auch mitten in der Nacht

Dass es womöglich eine hohe Dunkelziffer von nicht aktenkundigen Fällen gibt, führen Experten unter anderem auf eine mangelhafte Kommunikation zwischen Ärzten und Ämtern zurück. Im Medizinstudium und der Heilberufsausbildung werde zu wenig auf Kindeswohlgefährdung und den medizinisch-rechtlichen Umgang damit eingegangen, kritisiert Fegert.

„Oft sind Ärztinnen und Ärzte die ersten, zu denen ein akut misshandeltes oder vernachlässigtes Kind gebracht wird“, sagte Familienministerin Katarina Barley (SPD) bei der Inbetriebnahme der Hotline. „Sie sind daher in besonderer Weise gefordert, im Sinne des Kinderschutzes zu handeln.“

Rat bietet die neue Hotline auch Zahnärzten. Bei Schuluntersuchungen, berichtet Fegert, würden sie gelegentlich auf dramatisch verwahrloste Kindergebisse stoßen – ein Anzeichen für Vernachlässigung. Auch Rettungskräfte melden sich. Wenn sie mitten in der Nacht bei einem Notfalleinsatz in eine Wohnung kommen, wo sie verwahrloste Kinder bemerken, brauchen sie schon mal konkreten und sofortigen Rat, was sie tun sollten und dürfen.



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Darum „chillen“ Jugendliche in Shoppingmeilen

Bummeln, in Geschäften stöbern, mit der Clique „abhängen“: In Gruppen eignen sich Jugendliche die Einkaufszentren des Landes mehr und mehr an. Aber nicht allein kostenfreies WLAN lockt sie dort hin. Experten erklären, was die Shoppingpassagen für das junge Publikum so faszinierend macht.

Jugendliche machen öffentlichen Raum zu ihrem Revier

Ulrich Deinet vom Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule Düsseldorf ist der Faszination der Einkaufsmeilen im Zuge seines Forschungsprojekts „Chillen in der Shopping Mall“ auf den Grund gegangen. Sein Team hat sich dazu bei rund 400 Mädchen und Jungen zwischen elf und 21 Jahren in den Düsseldorfer Arcaden, im Oberhausener CentrO und im Leo Center in Leonberg umgehört.

Am häufigsten in den Ladenstraßen unterwegs sind laut Deinet die 14- bis 16-Jährigen (40,3 Prozent). Ein Drittel der Jugendlichen machen demnach die 11- bis 13-Jährigen aus, etwas mehr als ein Viertel sind älter als 17 Jahre. Die meisten streifen regelmäßig durch die Geschäftsmeilen, ein Viertel der Befragten sogar länger als vier Stunden.

Die Cliquen sind nicht sehr groß – drei bis vier, maximal zehn Jungen oder Mädchen ziehen demnach gemeinsam los. „Sonst fällt man schließlich auf und bekommt Ärger mit der Security“, sagen die Jugendlichen.

Shoppen heißt nicht einkaufen

Tatsächlich suchen die Teenies die Zentren in erster Linie zum Shoppen auf. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie etwas erwerben. Stattdessen halten sie Ausschau nach Dingen, die sie brauchen oder kaufen könnten – ohne konkrete Einkaufsintention.

Verlockende Umsonstangebote

Natürlich locken darüber hinaus Gratisangebote wie die Wasserspender in Drogerien oder freies WLAN im Elektronikmarkt das jugendliche Publikum an – sowie die Möglichkeit, die begehrten Waren unter die Lupe zu nehmen, zum Beispiel Kleidung, Computer- und Videospiele oder Bücher. Was zählt ist, gemeinsam Spaß zu haben. „Manchmal probieren wir neue Klamotten an und machen Fotos von uns in der Umkleidekabine“, sagt die 16-jährige Sabrina.

Viel schauen, nichts kaufen – rechtlich problematisch ist das nicht. Angebote aus- oder anzuprobieren sei in einem Laden mit öffentlichem Zugang grundsätzlich jedem erlaubt, erklärt Edith Schwab, Fachanwältin für Familienrecht in Speyer. Testeten also junge Damen in einem Drogeriemarkt Lippenstifte ohne direkte Kaufabsicht, gehe das vollkommen in Ordnung.

McDonald’s und Co werden zu externen Schulmensen

Ein weiterer wichtiger Grund für die Gruppenausflüge ins Shoppingcenter ist, sich dort mit gleichaltrigen Freunden zu treffen und ungestört zu „chillen“. Und das bedeutet ohne festes Ziel durchs Zentrum zu streifen, sich umzusehen oder einfach nur miteinander zu quatschen. „Wir sind hier mal ohne Erwachsene“, bekamen die Mitarbeiter des Sozialforschers von einem Großteil der Jugendlichen auf die Frage zu hören, was ihnen besonders an den Malls gefalle.

Eine beliebte „Homebase“ der Centergänger sind dabei Cafés und Fast-Food-Restaurants. „Je nach Entfernung von der Schule dienen die Schlemmerzonen oft als externe Mensen“, sagt Deinet. Viele Schüler der Sekundarstufe II wollten die – falls überhaupt vorhandene – Schulverpflegung nicht mehr, flüchteten für eine Stunde in die Ladenpassagen, um preiswert zu essen. Doch sie mögen nicht nur den Geschmack der Speisen bei McDonald’s und Co: Die aufgesuchten Imbisse fungieren manchmal zudem als Kontaktbörse.

Die Mall als sicherer Ort

Mit einem Vorurteil räumt die Studie schnell auf: Die Jungen- und Mädchengruppen in den Geschäftsstraßen sind demnach größtenteils nicht darauf aus, sich „herumzutreiben“ oder zu randalieren. Im Gegenteil: Sie gaben an, sich dort sicher und geschützt zu fühlen und die Außenbereiche zu meiden, weil diese zu dreckig und unhygienisch seien. Außerdem hielten sich draußen „zu viele Junkies“ auf. Kein Wunder: In der Regel vertreibt der Sicherheitsdienst diese Personengruppen aus den Gebäuden.

Junge Leute sind Kundschaft von morgen

Der jugendliche Sturm auf die Shoppingmeilen birgt jedoch Reibungspunkte. Ein Interessenkonflikt entstehe dadurch, dass manche Jugendliche einen ganzen Tag im Zentrum verbrächten, ohne Geld auszugeben.

Um potenzielle Kundschaft von morgen aber nicht zu vertreiben, seien die Zentrumsbetreiber interessiert daran, kritische Situationen nicht eskalieren zu lassen. Zwar hätten die Centermanager für seine Studie keine Angaben zur Anzahl von Hausverboten gegenüber Jugendlichen machen wollen, aber erklärt, das sei „kein großes Problem“.

Jugendarbeit in der Ladenstraße

An einigen Orten kooperieren Wirtschaft, Sozialarbeiter und die lokale Verwaltung sogar, um einen besseren Kontakt zu den Jugendlichen herzustellen. Im Fall der Düsseldorfer Arcaden habe sich im Sinne einer positiven Stadtentwicklung beispielsweise das Stadtparlament eingeschaltet, sagt Deinet. Daneben gibt es in den verschiedenen Malls bereits Workshops, mobile Jugendarbeit, Tischkicker-Turniere oder Chill-Ecken zum entspannen oder um sich bei Bedarf mit den anwesenden Sozialarbeitern zu unterhalten.

Und die Strategie geht auf. „Man sieht ganz klar, dass der Sicherheitsdienst weniger zu tun hat, sobald die Angebote starten“, sagte Lukas Rottmann, Centermanager des Leo Centers, der „Stuttgarter Zeitung“.

Rauswurf muss triftigen Grund haben

Aber wo genau verläuft die Grenze zwischen einem harmlosen Bummel und nicht mehr akzeptablem Verhalten? Der Ladenbesitzer hat generell das Hausrecht in seinen Räumen, sagt Juristin Schwab. Doch die sind für den „öffentlichen Verkehr“ geöffnet. Es ist daher jedem gestattet, sich dort aufzuhalten, inklusive einer Schar von Teenagern. Zum Schutz der Waren kann der Besitzer aber allen Kunden verbieten, Kaffee oder Eis in seinem Geschäft zu konsumieren.

Ein Rauswurf hingegen ist aus Sicht der Rechtsexpertin erst gerechtfertigt, wenn es übermäßig laut wird oder die jungen Shopper erwachsene Kunden abschrecken. Bei wirklichen Straftaten wie Diebstahl wird ebenfalls ein Hausverbot fällig. Auf fragwürdige „Preisverhandlungen“ oder Versuche, offensichtlich gebrauchte Dinge umzutauschen, sollte ausgebildetes Verkaufspersonal aber professionell reagieren können, zumal nicht nur junge Kundschaft solche Ideen entwickelte, sagt Edith Schwab.

Security schreitet bei Ausfällen ein

Diese Regelungen gelten der Anwältin zufolge ebenso für die Bereiche außerhalb der Läden. Lassen sich Jugendliche zum Beispiel mit einem Getränk an einem warmen Platz in einem Zentrum nieder, ist das unbedenklich – solange sie sich an die Hausordnung halten. Gehe die Lautstärke einer Gruppe über ein tolerierbares Maß hinaus, sei Alkohol im Spiel oder würden andere belästigt, schreite natürlich das Sicherheitspersonal ein, sagt Edith Schwab. Die Security dürfe Ermahnungen aussprechen, Ausweise kontrollieren und junge Übeltäter des Zentrums verweisen. Die Sicherheitsdienste seien außerdem autorisiert, jugendliche Querschläger festzuhalten, bis die Polizei eintreffe, erläutert die Juristin.

Doch selbst wenn es immer wieder einmal zu Ausfällen kommt: Die Anwesenheit „normaler“ jugendlicher Center-Cliquen macht ein Shoppingparadies nicht gleich zu einem sozialen Brennpunkt. Mit minderjährigen Kriminellen oder Jugendbanden, die andere Gäste anpöbeln, gewalttätige Krawalle anzetteln und sich sogar mit der Polizei anlegen, haben sie nichts zu tun.

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Doppeltes Modelchen: Crawford-Schönheiten in der Zeitschleife


Kinder sehen ihren Eltern ähnlich. Und wenn sie das Glück haben, als Tochter von Cindy Crawford geboren zu werden, dann ist die Ähnlichkeit eine, auf die man stolz sein kann. Zwei Models wagen den Foto-Vergleich.

Die Gene ihrer Mutter sind wohl nicht ganz unschuldig daran, dass Kaia Gerber in der Modewelt gerade so richtig durchstartet. Gerade 16 Jahre alt zählt die Amerikanerin bereits zu den gefragtesten Models der Welt und könnte die letzte Newcomer-Generation um Kendall Jenner und Gigi Hadid ablösen.

Nun soll an dieser Stelle nicht bestritten sein, dass auch Kontakte eine gewisse Rolle bei Gerbers Erfolg gespielt haben könnten. Doch die Verwandtschaft von ihr und Cindy Crawford ist eben wirklich nicht zu leugnen. Kein Wunder, dass die Tochter in die großen Fußstapfen ihrer Mutter tritt, die während der 90er-Jahre zur Riege der Supermodels zählte.

Die 51-jährige Crawford ist nicht nur stolz, sie betont auch selbst gern mal die Ähnlichkeit zu ihrer Tochter. Jüngst etwa postete sie auf Instagram ein Foto, auf dem man das aktuelle Schulbild von Gerber sieht. Daneben liegt Crawfords eigenes Jahrbuch aus der Zeit, in der sie etwa im selben Alter war.

Noch mehr prominente Doppelgänger

Es ist durchaus verblüffend: Wenn gleich nicht unbedingt wie Doppelgänger, so ähneln sie sich doch sehr auf den Fotos. Auch die Fans teilen diese Meinung. Viele kommentieren das Bild mit „Zwillinge“.

Doch Crawford und Gerber sind nicht das einzige prominente Mutter-Tochter-Gespann, dass Verwechselungsgefahr birgt. Vielleicht sogar noch ähnlicher als die beiden Models sehen sich Oscar-Preisträgerin Reese Witherspoon und ihre 15-jährige Tochter Ava. Als die beiden vor Kurzem anlässlich einer Preisverleihung in ähnlichem Styling auf dem roten Teppich erschienen, war den beiden Blondinen alle Aufmerksamkeit sicher.



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Lebenslange Haft für Teenagerin: Starb Katie wegen einer wirren Theorie?


Mit einem Messer sticht eine 15-Jährige im britischen York auf Katie Rough ein – das kleine Mädchen stirbt nach einem wahren Martyrium. Nun kommt die Täterin hinter Gitter. Doch ihr Motiv gibt weiter Rätsel auf: Offenbar sah die Jugendliche in ihrem Opfer einen Roboter.

Ein Gericht im britischen Leeds hat die Mörderin der siebenjährigen Katie Rough aus York zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Die erst 16-jährige Täterin muss für mindestens fünf Jahre hinter Gitter, entschied Richter Justice Soole. Erst danach besteht die Möglichkeit einer frühzeitigen Entlassung. „Die Schwere des Delikts, und zwar ein kleines Kind zu ermorden, spricht für sich“, erklärte Soole britischen Medienberichten zufolge bei der Urteilsverkündung. Die Jugendliche stelle weiterhin eine große Gefahr für die Öffentlichkeit dar. Weil das Mädchen zur Tat schweige, bleibe die schwierige Frage, „ob es irgendeinen verlässlichen Hinweis darauf gibt, wie lange diese Gefahr anhalten wird“.

Am 13. Februar wurde Katie beerdigt - das ganze Land nahm Anteil.

Der Fall hatte im Januar in Großbritannien für Erschütterung gesorgt: Katie Rough war auf dem Heimweg von der Schule von der damals noch 15-Jährigen in einen Park gelockt und dann mit einem Messer attackiert worden. Die Jugendliche stach mehrmals auf Brust und Hals der Siebenjährigen ein. Dann soll sie selbst den Notruf gewählt und gesagt haben: „Sie ist tot.“ Die Polizei fand Katie schließlich blutüberströmt auf einem Feld – doch jede Hilfe kam zu spät. Während des Prozesses hatte ein Gutachter erklärt, die Siebenjährige sei nicht etwa an ihren Stichverletzungen, sondern durch Ersticken gestorben.

Die Verteidigung der 15-Jährigen, deren Name wegen ihrer Minderjährigkeit nicht öffentlich genannt wurde, plädierte im Prozess auf „nicht schuldig“ – und begründete dies mit der eingeschränkten Schuldfähigkeit der Angeklagten. Britischen Medienberichten zufolge hatte die Jugendliche psychische Probleme. Sie selbst äußerte sich nicht zu ihrem Tatmotiv. Doch ihrem Anwalt zufolge könnte die Angeklagte in dem „irrationalen Glauben“ gehandelt haben, sie müsse beweisen, dass Katie ein Roboter ist. Demnach habe die Täterin mehrfach davon gesprochen, die Leute seien „keine Menschen, sondern Roboter“.

„Unsere Familie wurde zerrissen“

Dies ist auch der Grund, warum die Angeklagte nicht wegen Mordes, sondern wegen Totschlags verurteilt wurde. Laut Staatsanwaltschaft litt die Jugendliche bereits ein Jahr vor der Tat unter Depressionen – verletzte sich selbst und hatte wohl auch Selbstmordgedanken. Weil sie aber nach dem Mord an Katie weder über Details gesprochen, noch mit den Ärzten kooperiert habe, sei nach wie vor nicht klar, an welcher geistigen Störung die Jugendliche leide. Deshalb gebe es derzeit kein anderes Mittel zum Schutz der Öffentlichkeit als eine dauerhafte Inhaftierung. Nach britischem Recht wird die Angeklagte auch nach ihrer Entlassung „für den Rest ihres Lebens“ unter Beobachtung der Behörden bleiben.

Für die Urteilsverkündung waren auch die Eltern des Opfers und mehrere Angehörige ins Gericht gekommen. Ein Polizist verlas nach der Verhandlung eine offizielle Erklärung der Familie: „Unsere Geschichte handelt von einem liebenden Elternhaus und einer Familie, die an dem Tag zerrissen wurde, als wir unsere Tochter verloren haben. Und sie geht weiter in einer Zukunft, in der sich unser Haus sehr leer anfühlt. Die Erinnerung an Katie wird in uns weiterleben – und über uns hinaus; ein Mädchen, das mehr Farbe in diese Welt gebracht hat.“



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Neue Heimat für das Evangelische Jugendwerk

Stuttgart-DegerlochNeue Heimat für das Evangelische Jugendwerk

Kickern, Tischtennis  spielen oder einfach nur etwas trinken und reden: Seit Anfang des Jahres treffen sich die Degerlocher Jugendlichen an der Wurmlinger Straße 49. Foto: Sabrina Höbel

Degerloch – Es riecht noch ganz neu in den Räumen des Evangelischen Jugendwerks Degerloch (EJD) an der Wurmlinger Straße 49. Es ist Donnerstag, heute Abend ist wie jede Woche „Break“,  ein offenes Angebot für alle von 14 Jahren an. Aus den Boxen dröhnt Popmusik, eine Gruppe Jugendlicher hat sich den Kicker gesichert. Zwei Mitarbeiter stehen an der Bar und trinken Limonade. Das neue Domizil des EJD ist eine Mischung aus neuwertig und modern – wie beispielsweise die offene Küche – und alt und vertraut – wie die Sofas, die aus dem alten Heim an der Erwin-Bälz-Straße mitgenommen wurden. Seit dem 7. Januar hat das EJD in den Räumen unter der Kirche an der Wurmlinger Straße seine neue Heimat.

„Wir leben uns langsam ein“, sagt Friederike Zink. Der Jugendreferentin, die hier alle nur Fritzi nennen, gefallen die Räume gut: „Es herrscht eine coole Atmosphäre, alles ist sehr offen und einladend.“ Mit Hilfe von der Stadt, den Kirchengemeinden, einer Stiftung und privaten Spenden wurde das neue EJD geschaffen. Im Dezember vergangenen Jahres mussten sich Zink und die anderen von den alten Räumen verabschieden. Das Haus wird bald abgerissen. „Der alte Keller hatte seinen eigenen Charme, da stecken einfach unglaublich viele Erinnerungen drin“, sagt Zink. Die Trennung sei allen sehr schwer gefallen, insbesondere den rund 40 ehrenamtlichen Mitarbeitern. Viele von ihnen sind noch jugendlich und mit dem EJD aufgewachsen.

„Vor dem Umzug waren wir alle etwas skeptisch“, sagt Konrad Empacher. Der 19-Jährige ist schon länger Mitarbeiter. Inzwischen mag er die neuen Räume. „Es passt perfekt“, sagt er. Vor allem die Lage, nahe an Schulen und der Stadtbahn sei ein Gewinn. „Außerdem haben wir hier viel mehr Möglichkeiten, schon allein durch den Garten“, ergänzt Katharina Schulze. Die Studentin engagiert sich ebenfalls ehrenamtlich beim EJD. Die zwei sind oft beim Break zu sehen. „Eigentlich immer, wenn wir Zeit haben“, sagen sie.

Mittlerweile hat sich das Jugendwerk gefüllt. Katharina, Linn und Julie haben ein Sofa mitten im Raum belegt und unterhalten sich. Die Schülerinnen waren auch schon oft in den Räumen an der Erwin-Bälz-Straße. Sie bleiben dem EJD nach dem Umzug treu. „Wenn es geht, sind wir hier jede Woche“, sagen sie. Dann wird gekickert, Tischtennis gespielt oder einfach geredet. „Für viele Jugendliche ist das EJD wie eine zweite Heimat“, sagt Zink.

Offiziell Einzug gefeiert wird am Samstag, 8. April. Um 15 Uhr startet der Festakt in der Wurmlinger Straße 49, anschließend gibt es Kaffee, Kuchen und Hausführungen. Um 19 Uhr beginnt die Einweihungsparty, eine Band spielt. Wer will, kann außerdem am Sonntag, 9. April um 18 Uhr zum Jugendgottesdienst im EJD kommen und anschließend zu einem Snack bleiben.

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Anschlag auf Flüchtlingsheim: Jugendlicher kommt mit Bewährung davon


Die Anklagepunkte wiegen schwer: versuchter Mord, versuchte schwere Brandstiftung und Sachbeschädigung. Mit selbstgebauten Brandsätzen attackiert er 2016 ein Flüchtlingsheim. Die Strafe für seine Tat ist milde – weil die Idee des Anschlags nicht von ihm kam.

Nach einem Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim im brandenburgischen Jüterbog ist ein 21 Jahre alter Angeklagter nach Jugendstrafrecht zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Potsdamer Landgericht legte dem Mann versuchten Mord, versuchte schwere Brandstiftung und Sachbeschädigung zur Last.

Der Angeklagte hatte im Oktober 2016 versucht, mit selbstgebauten Molotowcocktails eine zu dieser Zeit mit minderjährigen Flüchtlingen belegte Unterkunft in Brand zu setzen. Die Tat sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Verletzt wurde niemand, Betreuer konnten das Feuer schnell löschen. In dem Heim wohnten zur Tatzeit 20 Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren, die durch Kriege traumatisiert waren.

Der Angeklagte und Freunde hatten an dem Abend eine Party gefeiert. Es sei dann der Beschluss gefasst worden, aus Ausländerhass das Jüterboger Heim „abzufackeln“, sagte der Richter. Der 21-Jährige habe eine dumpfe Aversion gegen Ausländer gehabt. Vor allem wollte er aber, dass sein Vater auf ihn stolz sei, sagte der Richter. Deshalb habe er in dem Verfahren auch die Tat auf sich genommen.

Die Idee stammte nach Überzeugung des Gerichts jedoch vom 41 Jahre alten Vater, der auch die Brandbeschleuniger fertigte. Gegen den Vater und einen anderen 19-jährigen Beteiligten gibt es gesonderte Verfahren. Der 21-Jährige muss nach der Entscheidung des Gerichts außerdem 200 Sozialstunden in einer Einrichtung der Flüchtlingshilfe leisten. Die Staatsanwaltschaft hatte viereinhalb Jahre Haft gefordert, die Verteidigung eine Bewährungsstrafe.



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Musiker des Salonorchesters Traben-Trarbach und ihre Entdeckungen

Musiker des Salonorchesters Traben-Trarbach und ihre Entdeckungen

Frauen im eleganten Charleston-Kleid und Männer komplett in Schwarz mit weißer Fliege, dazu weiche Geigenklänge mit Saxophonen, Trompeten, Posaunen, einem Klavier, einem Kontrabass und dem sanften Klang eines Schlagzeuges, das zu Beginn mit den Stöcken allein das Tempo vorgibt. Der eigene Fuß beginnt langsam mitzuwippen, der Kopf nickt im Takt der Musik mit, und man verspürt den Wunsch, einen Swing, Tango oder Foxtrott zu tanzen. Den schwungvollen Melodien lauschend, fühlt man sich wie in eine andere Zeit versetzt, in der man fröhlich an einem warmen Tag einen Spaziergang am Fluss unternimmt. Wenn Sie genau dieses Gefühl erfahren, befinden Sie sich gerade in einem Konzert des Casino-Salon-Orchesters Traben-Trarbach, einem 14-köpfigen Ensemble, das sich auf die Unterhaltungs- und Tonfilmmusik der 20er bis 40er Jahre spezialisiert hat. Im Jahr 1978 zog der pensionierte Berufsmusiker Karl Bormann nach Traben-Trarbach und hinterließ seiner Frau nach seinem Tod den Notenbestand seines ehemaligen Orchesters – Noten, die er zum Teil selbst von Hand mit Tusche abgeschrieben hatte. Diese gab die rund 150 Stücke an Musikerkollegen ihres Mannes aus dem Musikverein Traben-Trarbach weiter. Aber niemand konnte etwas mit den musikalisch anspruchsvollen und für eine besondere Besetzung mit sowohl Streichern als auch Blechbläsern ausgelegten Arrangements anfangen, und so wanderte die Notenkiste von Keller zu Keller.

Saxophon vom Flohmarkt an der Mosel

Wenn die Stücke nicht so wertvoll gewesen wären, wären sie möglicherweise schon an diesem Punkt im Altpapier gelandet. Doch fielen sie eines Tages dem Saxophonisten Jürgen Kullmann in die Hände. Der musikbegeisterte Restaurator, der zuerst auch nichts mit den Schätzen anfangen konnte, sah durch Zufall auf einem Flohmarkt an der Mosel ein altes Saxophon, das ihn völlig in seinen Bann zog. Mit dem faszinierenden Instrument in den Händen und dem Wissen um die Noten entwickelte sich plötzlich eine Idee: „Ich hatte so ein grobes Gefühl, dass die Zeit gekommen war, um diese Musik wiederaufleben zu lassen“, sagt Jürgen Kullmann. Daraufhin rief er Musikfreunde aus dem Umkreis bis Trier aus den verschiedenen Gruppen, in denen er bereits aktiv gewesen war, an und lud sie zu einer Probe ein.

Fasziniert von den Arrangements

Während er sich schon ziemlich genau vorstellen konnte, dass aus dem Ganzen etwas komplett Neues und Spannendes entstehen könne, waren viele erst noch skeptisch. Jochen Wiedemann, der erste Trompeter des Ensembles und Lehrer, erinnert sich daran, wie er zu Beginn einer dieser Skeptiker war. Spätestens nach der zweiten Probe war für ihn jedoch vollkommen klar, dass er dabeibleiben würde. Alle waren von der Musik und den Arrangements so fasziniert, dass sie sich der musikalischen Herausforderung stellten und im Frühjahr vor sieben Jahren das Casino-Salon-Orchester Traben-Trarbach gründeten. Der Name ist ein Dankeschön an die Casino-Gesellschaft Traben-Trarbach, die dem Ensemble seinen ersten Proberaum mit einem Klavier zur Verfügung stellte.

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