Kategorie -Jugendliche

Der Tag: Grüne-Jugend-Spitze unterstützt Koalitionsvertrag

Die Spitze der Grünen Jugend empfiehlt ihren Mitgliedern, bei der Urabstimmung der Grünen für den Koalitionsvertrag mit SPD und FDP zu votieren. „In der Ampel gibt es wenig Rückschritte und einige, wichtige Verbesserungen„, heißt es im fünfseitigen Dringlichkeitsantrag des Vorstands zum Länderrat der Nachwuchsorganisation an diesem Samstag in Berlin. „Wir als Grüne Jugend werden uns nicht gegen den Koalitionsvertrag stellen und empfehlen deswegen unseren Mitgliedern die Zustimmung zum Koalitionsvertrag.“

Im Koalitionsvertrag geb es Verbesserungen im gesellschaftspolitischen Bereich, erklärte Grüne-Jugend-Chef Timon Dzienus. Das gelte auch für die Klimapolitik. „Ob damit die Klimaziele tatsächlich erreicht werden können, bleibt allerdings weiterhin offen.“

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Kampf gegen die Schuldenbremse: „Der Schlüssel für die Interessen junger Menschen“

Staatsschulden sind eine Belastung für künftige Generationen – und deshalb muss der Staat sparen. Dieses Narrativ bringt Carl Mühlbach und seine Mitstreiter von Fiscal Future auf die Palme. Sie fordern gerade im Namen der Jugend mehr Ausgaben – mit wirtschaftswissenschaftlichen Argumenten.

Staatsschulden sind eine Belastung für künftige Generationen – und deshalb muss der Staat sparen. Dieses Narrativ bringt Carl Mühlbach und seine Mitstreiter von Fiscal Future auf die Palme. Sie fordern gerade im Namen der Jugend mehr Ausgaben – mit wirtschaftswissenschaftlichen Argumenten.

ntv.de: Viele junge Menschen gehen in den vergangenen Jahren schon auf die Straße, weil sie sich Sorgen machen, wie Politiker heute ihre Zukunft beeinflussen, etwa durch eine verfehlte Klimapolitik. Wie kamen Sie dazu, sich ausgerechnet mit Fiskalpolitik zu beschäftigen?

Carl Mühlbach: Politisch engagiert war ich schon früher, zum Beispiel als Schülervertreter in Bremen. Damals haben wir gegen harte Sparmaßnahmen im Bildungsbereich demonstriert. Später erst habe ich erfahren, dass diese Kürzungen auf die Einführung der Schuldenbremse zurückzuführen waren. Gezielt aktiv geworden bin ich dann in der Anfangsphase der Corona-Pandemie. Als Volkswirtschaftsstudent hat mich die große Diskrepanz zwischen dem ökonomischen Forschungsstand und der öffentlichen Debatte zum Thema Schulden gestört. Wenn es etwa hieß, dass man die Neuverschuldung aufgrund der Corona-Hilfspakete bald zurückzahlen müsse. Ebenso irreführend ist der Mythos, dass sich Deutschland nur aufgrund der Schwarzen Null der Vorjahre die umfangreichen Corona-Hilfen leisten konnte. Um darüber aufzuklären, und die Debatte zu versachlichen, habe ich Fiscal Future ins Leben gerufen. Inzwischen sind wir circa 70 Menschen, die meisten Studierende. Wir haben eine Website gelauncht, übersetzen den wissenschaftlichen Erkenntnisstand und sind auf Twitter und Instagram aktiv.

Was ist denn Ihrer Ansicht nach das Problem mit sparsamer Haushaltspolitik? Die wird doch – so das gängige Narrativ in Deutschland – gerade für die junge Generation gemacht, um die nicht in Zukunft mit einem hohen Schuldenberg zu belasten.

Ökonomisch ist das Unsinn. In der öffentlichen Debatte werden die Kosten von Staatsschulden systematisch überschätzt, während die verheerenden Folgen von nicht getätigten Investitionen unterschätzt werden. Der Staat muss, anders als oft suggeriert wird, nicht sparen, um seine Schulden zurückzuzahlen, sondern kann alte Staatsanleihen nach deren Ablauf in der Regel durch neue ersetzen. Ganz im Gegenteil: Wenn die Staatsschulden im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung konstant bleiben sollen – eine gängige Definition finanzpolitischer Nachhaltigkeit – muss er bei einer wachsenden Wirtschaft sogar ständig neue Schulden aufnehmen. Eine Rückzahlung aller Staatsschulden hingegen, wäre nicht nur unnötig, sondern brandgefährlich, denn Staatsanleihen spielen eine wichtige Rolle im Wirtschafts- und Finanzsystem. Vor allem aber sieht man doch, welche Folgen die bisherige Sparpolitik hatte: Bei der Digitalisierung droht Deutschland, immer weiter abgehängt zu werden. In Bildung und Infrastruktur muss dringend wieder mehr Geld investiert werden – und natürlich für den Kampf gegen den Klimawandel. Die an diesem Spar-Narrativ ausgerichtete Politik mit der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse verhindert, dass für solche wichtigen Zukunftsinvestitionen genug Geld zur Verfügung steht. Dabei gäbe es ökonomisch betrachtet genügend Spielraum.S

Sie berufen sich auf den Stand der Wirtschaftswissenschaften. Es gibt allerdings auch Ökonomen, die das ganz anders sehen. Gerade in der vergangenen Woche haben sich immerhin zwei der vier Wirtschaftsweisen vehement für den Erhalt der Schuldenbremse ausgesprochen. Kommen Sie da nicht manchmal ins Zweifeln an ihrer Position?

Es stimmt, dass es auch andere Positionen gibt. Es gibt auch immer noch Ökonomen, die glauben, für den Klimaschutz seien überhaupt keine zusätzlichen staatlichen Investitionen notwendig und es handle sich nur um ein Regulierungsproblem. Doch das sind Positionen, die selbst in Deutschland in den Wirtschaftswissenschaften in die Minderheit geraten. Und global gesehen ist das bereits eine Außenseitermeinung.

Junge Menschen beschäftigen sich ganz offensichtlich mit Fragen wie der Rettung der Erde vor dem Klimawandel, auch mit Themen wie sozialer Gerechtigkeit oder der Flüchtlingskrise. Dass sie sich für die ökonomische Theorie von Staatsfinanzen interessieren, scheint eher ungewöhnlich. Auf welches Echo stoßen Sie, vor allem bei Menschen, die nicht gerade VWL studieren?

Wir sind aktuell rund 70 Aktive. Auch wenn das eine ganz andere Dimension als beispielsweise Fridays for Future ist, hat mich das Interesse positiv überrascht. Insbesondere, da wir nicht nur Wirtschaftsstudenten sind, sondern diverse Hintergründe haben. Fiscal Future ist die erste Organisation, die jungen Menschen die Möglichkeit bietet, sich dezidiert finanzpolitisch zu engagieren. Und Finanzpolitik ist der Schlüssel für die Interessen von uns jungen Menschen, sei es beim Klima, der Bildung oder sozialer Gerechtigkeit.

Haben Sie, vergleichbar mit den CO2-Zielen der Klimabewegung, konkrete Ziele oder Forderungen, etwa welche staatlichen Investitionen wann erreicht werden sollen?

Wir wollen, dass die Schuldenbremse ersetzt oder modernisiert wird, damit ausreichend Investitionen möglich werden. Es ist enttäuschend, dass dies im Rahmen der aktuellen Koalitionsverhandlungen nicht passiert ist. Was als Ersatz an Investitionen auf anderem Wege vorgeschlagen wird, ist für uns eher ein Trost-, nicht der Hauptpreis. Aber wir setzen uns weiter für eine Reform der Schuldenbremse ein. Jedes Jahr, in dem Deutschland nicht ausreichend in Klimaschutz, Bildung, Digitalisierung usw. investiert, ist ein verlorenes Jahr.

Wie kämpft Fiscal Future denn für dieses Ziel? Dürfen wir Großdemonstrationen gegen die Schuldenbremse erwarten?

Nein, für Großdemos im Stil von Friday for Future eignet sich das Thema wohl kaum. Kleinere Protestaktionen, z.B. vor dem Finanzministerium, könnte ich mir durchaus vorstellen. Vor allem aber sehen wir unsere Aufgabe darin, uns selbst und andere zu informieren. Wir beteiligen uns an Diskussionen, organisieren Veranstaltungen und sprechen mit Politikern, Ökonomen und Jugendorganisationen. Außerdem erhalten wir zunehmend die Rückmeldung, dass sich Finanzpolitiker mithilfe unserer Internetseite auf Debatten zum Thema Staatsverschuldung vorbereiten, das ermutigt uns. Ich glaube, wir erzielen schon eine – wenn auch noch kleine – Wirkung.

Mit Carl Mühlbach sprach Max Borowski.

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Der Tag: Linzer Jugendliche wollten aus Corona-Frust Polizisten anzünden

Wie die oberösterreichische Polizei berichtete, gestanden zwei 16-Jährige und ein 20-Jähriger in Linz, dass sie Mitte November einen Streifenwagen angezündet hatten. Die drei hätten außerdem von ihrem Plan berichtet, eine Polizistin oder einen Polizisten durch Provokation in einen Hinterhalt zu locken, mit Benzin zu übergießen und in Brand zu setzen. Als Motiv gaben sie bei den Ermittlern an, dass sie die Ordnungshüter wegen ihrer Kontrollen der Covid-Maßnahmen als Gegner sehen. „Wir gehen davon aus, dass sie das wirklich vorhatten, und dass es ihnen nicht gelungen ist. Deshalb haben sie sich auf das Polizeiauto beschränkt„, sagte ein Polizeisprecher. In Österreich gelten seit zwei Wochen weitreichende Beschränkungen für Ungeimpfte. Hunderte zusätzliche Beamte wurden eingesetzt, um die Einhaltung sicherzustellen.

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Junge Leute denken ans Sterben: Teenager-Suizide alarmieren Experten

Als Jugendlicher hat man noch keine echten Sorgen, mag so mancher Erwachsene denken. Weit gefehlt. Rund 500 junge Menschen sind jedes Jahr so verzweifelt, dass sie sich das Leben nehmen. Obwohl die meisten eigentlich gar nicht tot sein wollen.

Aus den Zeilen sprechen Verzweiflung, Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit. Das Gefühl, nicht gebraucht und nicht geliebt zu werden, nichts wert zu sein. „Ich will sterben“ ist deshalb ein Satz, den die Ehrenamtlichen bei U25, einer Online-Anlaufstelle für junge Menschen mit Suizidgedanken, oft lesen. Das Gefühl, lieber tot sein zu wollen als weiterzuleben, kennen erschreckend viele Kinder und Jugendliche: Rund 500 bringen sich Jahr für Jahr in Deutschland um. 10 bis 20 Mal so viele unternehmen seriösen Schätzungen zufolge zudem den Versuch, sich das Leben zu nehmen.

Rat und Nothilfe bei Suizid-Gefahr und Depressionen

  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Deutschlandweites Info-Telefon Depression, kostenfrei: 0800 33 44 5 33

  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222, Anruf kostenfrei) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333 oder 116-111)
  • Bei der Deutschen Depressionshilfe sind regionale Krisendienste und Kliniken zu finden, zudem Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der Deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige. Dort gibt es auch eine E-Mail-Beratung für Depressive.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

Damit ist Suizid in der Altersklasse der 15- bis 24-Jährigen neben Verkehrsunfällen die häufigste Todesursache. Zudem gibt es bei jungen Menschen unter allen Altersgruppen die meisten Suizidversuche. 2019 – neuere Zahlen hat das Statistische Bundesamt noch nicht veröffentlicht – schieden 471 unter 25-Jährige aus eigenem Zutun aus dem Leben. Das war zwar der niedrigste Stand seit vielen Jahren, doch Fachleute sind alarmiert. Denn seither wirbelt die Corona-Pandemie das Leben gerade auch der jungen Menschen durcheinander.

Die Münchner Arche etwa, eine auf Suizidprävention spezialisierte Beratungsstelle, verzeichnet seit dem Winter einen deutlichen Anstieg an Anfragen, die selbst sehr junge Teenager mit Suizidgedanken betreffen. „Das sind ganz klar die Auswirkungen der Pandemie und des Lockdowns auf die Jugendlichen und die Kinder, die noch kaum Krisenerfahrung haben können oder durch frühere Belastungen besonders verletzlich sind“, schildert Geschäftsführerin Heidi Graf.

Fatale Schlussfolgerung

Stress mit den Eltern, schlechte Noten, Streit mit Freunden, die Pubertät als solche – „das reicht alles, um in eine Krise zu kommen“, betont Graf. „Wenn dann noch alles wegfällt, was normalerweise stabilisiert, die Klassenfahrt, die Pfadfinder, der Sportverein, die Party am Freitagabend, dann rutschen manche Jugendliche in eine Form von Niedergeschlagenheit, Depression und Zukunftslosigkeit, sodass sie vermehrt auf die Idee kommen, sich zu fragen: Was soll ich noch auf dieser Welt?“ Und in diesen Fällen ist noch lange nicht die Rede von traumatischen Erlebnissen, von Missbrauch und Gewalt oder dem Verlust geliebter Menschen.

Wenn sich jeden Tag in Deutschland im Schnitt mehr als ein Kind, Jugendlicher oder junger Erwachsener das Leben nimmt, hat das letztlich eine riesige Dimension. „In jeder Schule ist das Thema“, betont Ute Lewitzka, Psychiaterin an der Uniklinik Dresden und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention. „Jeder Jugendliche hat in seiner Klasse einen Mitschüler, bei dem der Gedanke an Suizid irgendwann aufkommt.“

Wen es treffe, sei nicht vorherzusagen, auch wenn es Risikofaktoren wie unstabile Familienverhältnisse, Armut, Migration oder Flucht gebe. „Man sollte einen Suizid oder Suizidversuch nie nur auf eine Ursache runterbrechen. Es ist immer ein Zusammenspiel von vielen unterschiedlichen Faktoren“, betont Lewitzka.

Deutlicher Hilferuf

Den Fachleuten zufolge lässt sich nur schwer erkennen, wann ein junger Mensch Selbsttötungsgedanken hegt. Appetitlosigkeit, Niedergeschlagenheit, Rückzug, das Aufgeben alter Hobbys und Freundschaften oder das Vernachlässigen der Körperpflege können zwar Warnzeichen sein, treten bei vielen Pubertierenden aber auch so in manchen Phasen auf. Dennoch sollten Bezugspersonen dann aufmerksam werden – und im Zweifel ganz konkret nach einem etwaigen Todeswunsch fragen. Jemanden dadurch erst auf die Idee eines Suizides zu bringen, halten Fachleute unisono für einen widerlegten Mythos.

Zwar wollen die meisten Jugendlichen mit Suizidgedanken nicht wirklich tot sein, sondern nur einer als unerträglich und ausweglos empfundenen Situation entkommen, wie die Experten schildern. Eine entsprechende Ankündigung oder ein Versuch seien daher oft ein Hilferuf, „aber der ist unglaublich ernst und kann potenziell den Tod bedeuten“, betont Lewitzka. „Die Bindung zum Leben ist möglicherweise stärker als die Sehnsucht zum Tod, aber die Jugendlichen nehmen in Kauf, dabei wirklich sterben zu können.“

Die meisten kündigen ihre Suizidversuche vorher an. „Da ist es entscheidend, das nicht zu überhören und sich sofort, und nicht zehn Minuten oder einen Tag später, die Zeit zu nehmen und zu sagen, das habe ich gerade gehört, das interessiert mich, das nehme ich sehr, sehr ernst, du hast jetzt meine volle Aufmerksamkeit und ich bin jetzt für dich da“, schildert Arche-Geschäftsführerin Graf. „Wenn diese kleinen Fensterchen aufgehen – die gehen sonst so schnell wieder zu!“

Zu großes Problem für einen allein

Umgehendes Reagieren sei auch deshalb so wichtig, betont Psychiaterin Lewitzka, weil bei vier von fünf Suiziden zwischen Entschluss und Umsetzung der Tat nur wenige Stunden vergingen. „In Krisen vor allem bei Jugendlichen reden wir teils von zehn Minuten.“

Hilfe gibt es unter anderem bei der Telefonseelsorge unter 0800 1110111, den Krisendiensten oder den sozialpsychiatrischen Diensten der Landkreise, aber auch bei Schulpsychologen und Ärzten. Allerdings richten sich nur wenige Angebote explizit an junge Menschen. Eine Ausnahme bildet neben der „Nummer gegen Kummer“, die unter 116111 erreichbar ist, die Online-Beratungsstelle U25. Dort stehen 300 junge Ehrenamtliche in zehn Städten Deutschlands Verzweifelten per E-Mail zur Seite.

In Nürnberg verzeichnet Teamleiterin Jenny Catsam seit dem zweiten Lockdown einen massiven Anstieg der Anfragen. Längst können nicht mehr alle Interessenten begleitet werden, selbst die Warteliste ist voll. Sie rät deshalb jedem, der sich Sorgen um einen Freund oder Verwandten macht: „Rede mit demjenigen und hör zu, was da los ist, sehe ihn und interessiere dich für ihn!“ Die Sorgen, und scheinen sie von außen auch noch so banal, sollten auf jeden Fall ernst genommen und nicht kleingeredet werden.

„Vor allem Gleichaltrige sollten dabei aber auch auf ihre eigenen Grenzen achten und nichts versprechen, was nicht haltbar ist“, rät Catsam. „Ich muss nicht immer für den anderen da sein, ich habe das Recht, nachts mein Handy auszuschalten.“ Auch sei es nicht ratsam zuzusagen, die Suizidpläne als Geheimnis zu behalten, damit man sich Hilfe holen könne. „Denn für einen alleine ist dieses Problem zu groß.“

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Rekordversuch in Caracas: 12.000 zum größten Orchester der Welt angetreten

Vor allem Kinder und Jugendliche versammeln sich in Caracas, um zusammen als größtes Orchester der Welt zu spielen. Der Rekordversuch mit rund 12.000 Personen dauert rund zehn Minuten und wird nun von der Guinness-World-Records-Jury geprüft.

Tausende Mitglieder von Venezuelas weltweit vielfach kopiertem Musikbildungsprogramm „El Sistema“ (Das System) haben einen Rekordversuch als größtes Orchester der Welt unternommen. Die Musiker, die dem Netzwerk von Jugendorchestern des südamerikanischen Landes angehörten, boten rund zehn Minuten „Slawischer Marsch“ von Peter Tschaikowsky dar, wie etwa die venezolanische Zeitung „El Universal“ berichtete.

Dabei ging es darum, mehr als 8097 Instrumente – der bisherige Rekord – gleichzeitig zu spielen. Rund 12.000 Musiker, allen voran Kinder und Jugendliche, seien im Innenhof der Militärakademie in Caracas zusammengekommen, um die einzigartige Leistung zu vollbringen, schrieb die Zeitung „El Nacional“. Guinness World Records soll nun binnen zehn Tagen entscheiden, ob die Höchstmarke tatsächlich geknackt wurde.

Der venezolanische Stardirigent Gustavo Dudamel ist ein Spross des „Sistema“. Das Projekt, mit dem jungen Leuten über die Musik ein Ausweg aus der Armut ermöglicht werden soll, wurde in den 1970er-Jahren von dem Musiker und Komponisten José Antonio Abreu ins Leben gerufen. Seitdem sind Hunderttausende Kinder und Jugendliche vor allem aus den Armenvierteln Venezuelas an einem Instrument ausgebildet worden.

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Parteinachwuchs bei Markus Lanz: „Sarah hat eine zweite Chance verdient“

Kurz nach ihrer Wahl zur neuen Chefin der Grünen Jugend bekommt Sarah-Lee Heinrich mehr Aufmerksamkeit als ihr lieb ist, weil alte, wenig schmeichelhafte Tweets von ihr an die Öffentlichkeit kommen. Bei Markus Lanz springt ihr der Vorsitzende der JuLis zur Seite. Schon vorher legen die beiden eine ungewohnte Debattenkultur an den Tag.

Bisher ist es so: Wenn sich Politiker streiten, dann fliegen gerne mal die Fetzen. Wortgefechte werden häufig mit Beleidigungen ausgetragen – auch unter der Gürtellinie. Das könnte sich mit der neuen Ampelkoalition ändern. Politiker von SPD, Grünen und FDP äußerten schon zu Beginn der Sondierungsgespräche den Wunsch, zunächst Gemeinsamkeiten zu finden und Kompromisse zu schließen. Ob ihnen das gelingen wird, muss man abwarten. Wer die Talkshow mit Markus Lanz im ZDF am Donnerstagabend beobachtete, konnte aber schon mal den Blick in eine mögliche Zukunft der Debattenkultur werfen. Mit der Bundessprecherin der Grünen Jugend und dem Bundesvorsitzenden der FDP-Jugendorganisation Junge Liberale, Sarah-Lee Heinrich und Jens Teutrine, waren Politiker von zwei lange zerstrittenen Parteien zu Gast. Im ZDF zeigten sie, wie leicht es sein kann, trotz unterschiedlicher Auffassungen aufeinander zuzugehen. Die freundliche Art ihres Umgangs macht Hoffnung auf ein neues Politikverständnis. Da konnte man zwei Protagonisten sehen, die lösungsorientiert miteinander Meinungen austauschten. Zugegeben: Eine Form der Diskussion, an die man sich erst einmal gewöhnen muss.

„Sarah hat eine zweite Chance verdient“

Das war besonders am Ende der Sendung zu erkennen, als Markus Lanz auf die Sache mit den rassistischen Tweets von Sarah-Lee Heinrich einging. Was war passiert? Kurz vor der Wahl der 20-Jährigen zur Sprecherin der Grünen Jugend wurden Tweets bekannt gemacht, die sie sechs Jahre zuvor veröffentlicht hatte. Man darf sie als blöd bezeichnen, sie konnten als rassistische Äußerungen gegen „alte weiße Menschen“ verstanden werden. „Ich werde mir irgendwann einen Besen nehmen und alle weißen Menschen aus Afrika hinauskehren“, hatte sie zum Beispiel getwittert. Das sei einer der harmloseren Tweets gewesen, sagt sie bei Lanz. Sie habe damals Tweets veröffentlicht, die beleidigend waren, Rap-Texte oder englische Zitate aus Filmen. „Manchmal war das vulgär oder menschenfeindlich“, beschreibt sie. Sie habe versucht, die Tweets im Nachhinein zu löschen, Jahre später. Vergeblich.

Sie sei sehr jung mit dem Internet aufgewachsen, erzählt sie. Mit 15 habe sie sich an einer Rassismusdebatte beteiligt. Da habe sie Sätze geschrieben wie „Juden und Asiaten sind keine weißen Menschen, bei Slawen weiß ich es nicht genau.“ Die seien dann als Screenshots veröffentlicht worden, teilweise verändert oder mit gefälschten Daten. Das Ergebnis: Shitstorm, Beleidigungen, Morddrohungen. Sarah-Lee Heinrich zog sich kurzzeitig aus der Öffentlichkeit zurück, entschuldigte sich später.

Fakt ist: Heinrich legte eine Unbedarftheit an den Tag, die nicht untypisch ist für ein Kind mit vierzehn, fünfzehn Jahren. Einer Unbedarftheit, die es schon immer gab – und die zum Beispiel Kinder in den vergangenen Jahrzehnten dazu verleitete, sich gegenseitig „Spasti“ zu nennen oder ausländerfeindliche Witze zu erzählen.

Das weiß auch der JuLi-Vorsitzende Jens Teutrine. „Früher haben Menschen dumme Sachen auf dem Schulhof gesagt, heute steht so was im Internet“, sagt er. „Es ist ein besonderes Zeichen politischer Stärke, zu reflektieren und zu sagen, ich finde den Standpunkt von damals falsch“, so Teutrine. Und weiter: „Ich habe großen Respekt.“ Sarah-Lee Heinrich sei sehr reflektiert und denke über vieles nach. Sie habe eine zweite Chance verdient. „Ich finde es gut, dass wir zu einer anderen Fehlerkultur in der Politik kommen.“

„Unbeholfen in den Medien“

Selten zeigten Politiker unterschiedlicher Parteien so große Einigkeit wie Heinrich und Teutrine, selbst bei der Kritik an Kollegen wie Winfried Hermann von den Grünen. Der Verkehrsminister von Baden-Württemberg hatte vorausgesagt, in Deutschland würde es Neuwahlen geben, wenn die Ampel mit dem Klimaschutz nicht klarkäme.

„Ich kenne den Herrn nicht“, sagt Teutrine. Vielleicht spräche Hermann gar nicht für die Partei. „Das ist ein Szenario, das jemand ein bisschen unbeholfen in den Medien zitiert hat.“ Sarah-Lee Heinrich tritt nach, nennt Winfried Hermann „eine Person aus der Partei“.

Und auch sonst gibt es jede Menge Gemeinsamkeiten: Beide sehen in der Atomenergie keine Zukunft, beide sind der Meinung, Deutschland müsse in Sachen Klimaschutz eine Vorbildfunktion einnehmen. Und beide strahlen die Zuversicht aus, die es vermutlich braucht, um die Lösung der aktuellen Krisen in Angriff zu nehmen.

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„Wollen vorsichtig sein“: Wieder Masken für Berliner Grundschüler

Das dynamische Infektionsgeschehen lässt laut Senat wenig Spielraum. Die Zahl der Fälle steigt auch unter Jugendlichen. Für viele Grundschüler in Berlin kehrt nun eine lästige Corona-Regel zurück: Masketragen wird im Unterricht wieder Pflicht.

Die vor einem Monat abgeschaffte Maskenpflicht an Berliner Grundschulen wird wieder eingeführt. Die Maßnahme für die Klassenstufen eins bis sechs werde „im Laufe der Woche“ greifen, sobald die Schulen die Eltern informiert hätten, erklärte die Senatsverwaltung für Bildung. Zugleich würden sich die Schülerinnen und Schüler weiterhin dreimal die Woche auf Corona testen. Für ältere Schulkinder galt die Maskenpflicht ohnehin auch in den vergangenen Wochen.

„Angesichts des dynamischen Infektionsgeschehens in ganz Deutschland wollen wir vorsichtig sein und haben deshalb die Maskenpflicht auch wieder auf jüngere Schülerinnen und Schüler ausgeweitet“, teilte Bildungssenatorin Sandra Scheeres mit. „Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht, weil ich weiß, wie sehr das Maskentragen Kinder belasten kann“, erklärte die SPD-Politikerin.

1348 Schülerinnen und Schüler in Quarantäne

Der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Norman Heise, erklärte, die Entscheidung sei „angesichts der sehr besorgniserregenden Zahlen nachvollziehbar, aber für die Schülerinnen und Schüler bedauerlich, weil sie wieder die einzige Gruppe sind, die mit weitergehenden Maßnahmen umgehen müssen, da andere sich nicht an die Regeln halten oder sich nicht für eine Impfung entscheiden“.

In der vergangenen Woche befanden sich laut Senatsstatistik 1348 Schüler und 144 Lehrkräfte nach einem positiven Testergebnis in Quarantäne, 59 Lerngruppen mussten infolgedessen geschlossen werden. In der Vorwoche waren es 428 Schüler, 60 Lehrkräfte und 16 geschlossene Lerngruppen.

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Anteil in kurzer Zeit verdoppelt: Deutschlands Senioren werden immer fettleibiger

Deutschland wird immer dicker. Bei Kindern und Jugendlichen scheint sich die Lage diesbezüglich zwar zu bessern, aber älteren Menschen wird immer öfter Adipositas attestiert. Mit regionalen Unterschieden: In den östlichen Bundesländern sind mehr Menschen von Fettleibigkeit betroffen als im restlichen Land.

Immer mehr Menschen in Deutschland sind einer Studie zufolge fettleibig. Besonders über 80-Jährige bekämen häufiger die Diagnose Adipositas, teilte das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in einem Bericht mit.

2009 seien der Versorgungsatlas-Studie zufolge 6,4 Prozent der Männer zwischen 85 und 89 Jahren fettleibig gewesen. Im Jahr 2018 habe sich der Anteil auf 12,9 Prozent etwa verdoppelt. Bei Frauen in dem Alter ist ein höherer Anteil von der Diagnose betroffen. So wurden 2009 etwa 8,3 Prozent dieser Frauen für fettleibig erklärt, 2018 waren es rund 14,8 Prozent.

Bei Kindern und Jugendlichen Anzeichen der Besserung

Bei Kindern und Jugendlichen hingegen scheine sich die Diagnosehäufigkeit von Adipositas allmählich zu verlangsamen, teilte das Institut mit. 2018 sei bei 4,6 Prozent der Mädchen und 4,7 Prozent der Jungen im Alter von 3 bis 17 Jahren Adipositas diagnostiziert worden. 2009 waren es bei den Mädchen der Altersgruppe 4,3 Prozent und bei den Jungen 4,1 Prozent. In einigen Altersbereichen bei Kindern und Jugendlichen zeigte sich dem Institut zufolge seit 2014 eine Stabilisierung oder sogar ein leichter Rückgang der Prävalenz.

Bei der Studie wurden auch geografische Unterschiede festgestellt. So seien in den östlichen Bundesländern mehr Menschen von Fettleibigkeit betroffen als im restlichen Deutschland. Spitzenreiter sei Mecklenburg-Vorpommern, gefolgt von Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Inwiefern die Altersstruktur dabei eine Rolle spielt, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Das Institut hat Zahlen von gesetzlich Krankenversicherten in einem Zeitraum zwischen 2009 und 2018 erhoben. Im Jahr 2009 erhielten demnach insgesamt 9,2 Prozent aller gesetzlich Krankenversicherten die Diagnose Adipositas, 2018 waren es 11,2 Prozent.

Eine der großen Bevölkerungskrankheiten

„Als eine der großen Bevölkerungskrankheiten, nicht nur in der westlichen Welt, geht die Adipositas häufig mit komplexen Begleit- und Folgeerkrankungen einher“, sagte der Institutsvorsitzende Dominik von Stillfried. Diese würden nicht nur einen hohen Leidensdruck, sondern auch enorme medizinische Versorgungskosten verursachen.

Als adipös gelte ein Mensch, wenn sich der Körperfettanteil stärker vermehrt als im Normalfall, schreibt das Institut. Laut Weltgesundheitsorganisation sind Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von mehr als 30 fettleibig. Den BMI erhält man, indem man sein Gewicht durch die Körpergröße zum Quadrat teilt.

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Der Tag: Ermittlung gegen zwölf Jugendliche wegen Misshandlung von 15-Jähriger

Im Fall der sexuellen Misshandlung einer 15-Jährigen im Hamburger Stadtpark im September vergangenen Jahres wird gegen zwölf Jugendliche und Heranwachsende im Alter von 16 bis 20 Jahren ermittelt. Die Ermittlungen seien weitgehend abgeschlossen, sagte die Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft, Erste Staatsanwältin Liddy Oechtering. Die Verteidiger hätten derzeit Akteneinsicht. Einer der Beschuldigten habe zwischenzeitlich auch in Untersuchungshaft gesessen. Er sei aber nach kurzer Zeit entlassen worden.

Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet. Die 15-Jährige soll nach früheren Angaben der Polizei beim Feiern im Stadtpark ihre Gruppe verloren haben und noch im Park auf eine Gruppe Jugendlicher gestoßen sein, die das Mädchen aufgehalten und in ein Gebüsch geführt hätten. Hier kam es demnach zu sexuellen Handlungen gegen den Willen der Jugendlichen. Zeugen hatten nach Angaben Oechterings berichtet, dass die Tat gefilmt worden sei. Ein solches Video sei bei Durchsuchungen allerdings nicht gefunden worden und liege den Ermittlern nicht vor. Zu Tathergang und weiteren Ermittlungsdetails äußerte sich die Erste Staatsanwältin nicht. Ob gegen alle Tatverdächtigen Anklage erhoben werde und wegen welcher Tatvorwürfe, könne derzeit nicht prognostiziert werden.

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Der Tag: Jugendliche attackieren deutsche Urlauber in Salzburg

Fünf Jugendliche haben in Salzburg in Österreich fünf deutsche Urlauber attackiert und teilweise verletzt. Nach Angaben von Zeugen schlugen die Unbekannten in der Nacht in der Nähe einer Bushaltestelle ohne ersichtlichen Grund mit Fäusten und Gürtelschnallen auf die Deutschen ein, wie die Polizei Salzburg mitteilte. Einer der Deutschen zwischen 19 und 21 Jahren wurde in ein Krankenhaus gebracht. Die jungen Leute stammten aus Niederbayern und Thüringen. Eine Polizeistreife sei auf einen stark blutenden jungen Mann aufmerksam geworden und habe die Fahndung aufgenommen. Die Täter seien aber zunächst nicht gefunden worden.

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