Kategorie -Jugendliche

Vorhersage für Großbritannien: Mehrheit der Kinder wird sich anstecken

Großbritannien impft erst seit wenigen Tagen Kinder und Jugendliche. Das wird zusätzlich zu den anhaltend hohen Gesamtinfektionszahlen deutliche Auswirkungen haben. Ein Experte vermutet, dass es in dieser Altersgruppe zu vielen Ansteckungen kommen wird.

Angesichts hoher Corona-Fallzahlen in britischen Schulen geht ein Experte davon aus, dass sich die meisten Kinder im Winter mit dem Virus anstecken werden oder bereits infiziert waren. „Ich denke, dass sich in sechs Monaten die Mehrheit infiziert haben wird“, sagte der Public-Health-Experte Azeem Majeed vom Imperial College London. Seit Ende der Schulferien in England sind die Fallzahlen unter den 5- bis 14-Jährigen enorm gestiegen. Die Inzidenz liegt mehr als doppelt so hoch wie in anderen Altersgruppen, wie etwa in einer Auswertung der „Financial Times“ zu erkennen ist.

Großbritannien impft erst seit kurzem auch 12- bis 15-Jährige. „Es wäre besser gewesen, damit früher zu beginnen“, sagte Majeed. „Da waren wir im Vergleich zu anderen europäischen Ländern spät dran.“ Für Kinder unter 12 Jahren gibt es bislang keine zugelassenen Corona-Impfstoffe, allerdings erkranken sie auch seltener schwer. Das Risiko sei eher, dass Kinder das Virus an Erwachsene weitergäben, die nicht oder weniger wirksam durch Impfstoffe geschützt seien, sagte der Mediziner.

Das britische „Joint Committee on Vaccination and Immunisation“ (JCVI) hatte sich Anfang September mit dem Hinweis auf potenzielle myo­kar­diale Schäden gegen eine generelle Coronaimpfung von 12- bis 15-Jährigen ausgesprochen und war dafür hart kritisiert worden. Dem JCVI wurde daraufhin vorgehalten, die Gefährdung der Jugendlichen durch ein Long Covid-Syn­drom zu ignorieren und die Rolle der Kinder als Überträger zu unterschätzen. Seit Mitte September erhalten nun Kinder und Jugendliche dieser Altersgruppe eine Impfung mit Biontech. Ob sie auch – wie Erwachsene – eine zweite Dosis erhalten, soll noch geprüft werden.

Wenig Hoffnung auf weniger Tote

Majeed hat keine großen Hoffnungen, dass die noch immer sehr hohen Corona-Fallzahlen in Großbritannien vor dem nächsten Frühjahr deutlich sinken werden. Die Inzidenz hat sich seit längerem um die 300 eingependelt. Pro Woche sterben im Schnitt etwa 1000 Menschen an oder mit Covid-19. „Die Regierung scheint das akzeptiert zu haben“, sagte der Experte. Dabei handele es sich um einen der höchsten Werte in Europa.

Die Corona-Beschränkungen sind in England seit Mitte Juli fast vollständig aufgehoben. In den anderen Landesteilen des Vereinigten Königreichs gelten ähnlich Regeln, allerdings setzt man dort zum Beispiel noch stärker auf die Maskenpflicht.

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Wie es früher zuging im Appenzellerland

Wie es früher zuging im Appenzellerland

Hinter dem Lehrerpult steht eine verschmierte Wandtafel. Verstaubte Lampen hängen von der niedrigen Decke des 30 Quadratmeter großen Raumes und tauchen ihn in schummriges Licht. Drei Reihen von zerkratzten Schulbänken sind parallel zueinander angeordnet, das Fichtenholz knarzt. An jeder Bank hängt ein Schulranzen aus abgewetztem Leder an einem Haken, an den Kopfenden sind Metallhalterungen für Tintenfässchen angebracht. Auf einer der Bänke sitzt Patrick Eugster. Der Koch befindet sich im „Tintelompe“ – dem Schulzimmer des Erlebnisrestaurants Waldegg in Appenzell Außerrhoden. Der 33-Jährige ist der Neffe von Chläus und Anita Dörig, die die „Waldegg“ 1982 übernommen haben. Sie bildet eine der sieben Ecken des „Eggen-Höhenwegs“. Als Geschäftsleiter ist Eugster hauptsächlich im Marketing und in der Küche tätig, hilft jedoch oft aus, etwa beim Füttern der Ziegen oder Servieren. „Ich bin eigentlich Mädchen für alles. Dort, wo es brennt, bin ich.“

In der Kammer der Magd

Die Gartenterrasse bietet einen weiten Blick auf den Alpstein. Es gibt einen Spielplatz und einen Streichelzoo mit Ziegen und Hasen. „Die Kinder sind die Gäste von morgen“, ist Eugster überzeugt. Obgleich offen für neue Ideen, legt man Wert darauf, das „Urchige“, Appenzellische zu bewahren. Dies ist auch Chläus Dörig ein Anliegen, als er 2001 den „Schnuggenbock“ eröffnet, auch „Großmutters Bauernhaus“ genannt. Neben dem altherkömmlichen Restaurant „Waldegg“ bietet sich im zweiten Lokal ein Anblick wie vor 70 Jahren. Speisen kann man in der Stube der Großmutter, im Stall und in der Kammer der Magd. Serviert werden regionale und saisonale Speisen, also Äpfel, aber keine Orangen. Brot und Käse stammen aus der hauseigenen Bäckerei und Käserei. Tischmanieren sind gefragt: „Wenn die Gäste die Teller nicht zusammenstellen, kommt ein Becken auf den Tisch, und sie müssen selbst abwaschen.“ Auf spielerische Art wird gezeigt, wie es früher in der Waldegg zuging. Hier, zwischen Kuhglocken und frisch bezogenen Betten, kann man sich Zeit lassen. „Da sind ja Schweine im Restaurant!“, mag so mancher Gast erstaunt feststellen. Kaum zwei Meter neben den Gästen, durch eine Glasscheibe abgetrennt, befindet sich ein Schweinestall, in dem sich Ferkel tollen und die Muttersau im Stroh döst. „Wenn es nach uns gegangen wäre, dann würden die Tiere frei herumlaufen“, meint der Leiter des Betriebes. Dies ist aus hygienischen Gründen nicht möglich.

Er übernimmt die Einschulung der Gäste

Im gleichen Stil kamen 2006 noch das „Tante Emma Lädeli“ und der „Tintelompe“ dazu. Die Idee war es, aus der Waldegg ein eigenes kleines Dorf zu machen. Das „Lädeli“ verkauft Käse, originalverpackte Markenwaren aus vergangenen Tagen und Süßigkeiten. Wie zu Großmutters Zeiten informieren gestickte Anzeigen über das Produkt, zum Beispiel die feinen „Zuckerbölle“, die in alten Bonbonieren zur Schau gestellt werden. Auch Produkte aus dem „Ziträdli“, der Holzofenbäckerei, werden verkauft. „Die besten Ideen entstehen dann, wenn man im ersten Moment denkt, das ist ja ,birnenweich‘“, sagt der Neffe von Chläus. So entstand das Schulzimmer aus den 1930er-Jahren, in dem Lehrer Bünzli, gespielt von Martin Spirig, die Einschulung der Gästegruppen übernimmt, um ihnen eine unvergessliche Stunde in einer vierten Klasse zu bescheren „Bünzli“ bezeichnet eine spießige, kleinkariert wirkende Person. Humorvoll unterrichtet Bünzli seine Viertklässler und haut sie auch gerne mal „übers Ohr“. Während die Lieblingsschülerin in der vordersten Bankreihe überschwänglich gelobt wird, muss der vermeintlich freche Schüler in der Ecke stehen.

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20-Jährige erfasst Moped: Zwei Jugendliche bei Überholmanöver getötet

Bei einem Frontalzusammenstoß mit einem Auto sind zwei Jugendliche auf einem Moped im bayerischen Tittmoning ums Leben gekommen. Eine 20-jährige Autofahrerin habe bei dem Versuch, eine Fahrzeugkolonne zu überholen, am Abend das Leichtkraftrad übersehen und sei frontal damit zusammengestoßen, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim mit. Der 16-jährige Fahrer und sein 17-jähriger Sozius erlitten dabei so schwere Verletzungen, dass sie noch vor Ort starben.

Die Unfallverursacherin erlitt einen Schock und kam ins Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft ordnete ein Sachverständigengutachten an, um das Unfallgeschehen genau abklären zu lassen.

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Emil lernt im kleinen Kurs Altgriechisch

Emil lernt im kleinen Kurs Altgriechisch

Werden nachfolgende Generationen mit dem Namen Homer noch etwas anderes verbinden als „Die Simpsons“? Da die Schülerzahlen für die Fächer Latein und Altgriechisch ständig sinken, können sich solche Fragen stellen. Laut Wikipedia bieten nur noch etwa 200 Gymnasien in Deutschland das Fach Altgriechisch an. Spanisch, Französisch und Altgriechisch stellt das Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium in Münnerstadt als dritte Fremdsprache in der 8. Jahrgangsstufe zur Auswahl. Emil Muthig war sich sicher, dass er Altgriechisch belegen will: „In der Unterstufe bereits stellte sich heraus, dass ich mich bei ausgestorbenen Sprachen deutlich leichter tue. Schon in Latein erbrachte ich gute Leistungen, während ich mir in Englisch eher schwertat. Auch mein Bruder lernte Altgriechisch und kann mir somit bei der Aussprache helfen.“ Der 15-Jährige erklärt, dass man bei der Aussprache zwischen langen und kurzen Silben unterscheidet. Für Altgriechisch-Anfänger kommt eine weitere Herausforderung hinzu: das 24-buchstabige Alphabet erlernen. Wie die Erstklässler bekommen seine Mitschüler in der 8. Klasse den Auftrag, sich ein Heft mit großen Zeilen zum Schreibenlernen zu besorgen. Auf die Frage, ob es nicht komisch für ihn gewesen sei, sich solch ein Grundschulheft zuzulegen, antwortet er: „Nein, nicht wirklich. Neue Sprache, neues Alphabet. Natürlich muss man da neu anfangen.“

Auftakt mit dem Christusmonogramm

Lehrerin Philippa Schmidt berichtet: „In der ersten Stunde frage ich zuerst nach Erwartungen und Befürchtungen der Schüler, auch den Gründen, warum sie Griechisch gewählt haben, um die Schüler ein wenig kennenzulernen und ein Gefühl für die Gruppe zu bekommen.“ Danach beginnt sie mit dem, was alle in den kommenden Wochen beschäftigen wird: die Einführung und Einübung in die Schrift. Zunächst startet die 49-Jährige mit Großbuchstaben, da diese den lateinischen Buchstaben zum Teil recht ähnlich sind: „Ich fange mit dem Christusmonogramm an und erkläre daran die ersten Buchstaben X, Chi, und P, Rho.“ Ausgehend davon sollen die Schüler die anderen Buchstaben des Wortes „Christos“ erschließen.

Emil gibt zu, dass es nicht einfach ist, neue Buchstaben zu lernen: „Selbst heute tue ich mir teilweise schwer, ein Wort zu buchstabieren.“ Zurzeit übersetzt Emils Klasse Textstellen aus Homers Odyssee. Philippa Schmidt findet das wichtig: „Das Besondere am Griechischen ist für mich vor allem, dass man die ersten Werke der europäischen Literatur im Original lesen und so wichtige Entwicklungen in Denken und Vorstellungen direkt nachvollziehen kann. Durch das Lesen von Übersetzungen ist das nur eingeschränkt möglich, da Übersetzen immer schon eine gewisse Interpretation bedeutet.“

Davon bleibt nicht viel hängen

Auf die Frage, ob der Unterricht grammatikgestützt sei, sagt Emil: „Ja, definitiv. Wenn man aber dranbleibt und immer gut mitlernt, kommt man gut zurecht.“ Als Beispiel nennt er, dass es im Altgriechischen drei verschiedene Genera verbi oder Diathesen gibt. Während wir im Deutschen zwischen Aktiv und Passiv unterscheiden, kommt noch „Medium“ hinzu. Das Medium drückt aus, dass eine Handlung sich unmittelbar auf den Handelnden auswirkt. Des Weiteren kommt bei den „Griechen“ zu den uns geläufigen Fällen Nominativ, Akkusativ, Genitiv und Dativ noch der Vokativ, die Anredeform, dazu. Emil gefällt, dass seine Lehrerin nach schriftlichen Leistungsnachweisen Einblicke ins „Neugriechische“ gibt. Obwohl er das interessant findet, kann er das meiste davon nicht mitnehmen: „Alt- und Neugriechisch unterscheiden sich doch mehr als gedacht. Und da ich auf Altgriechisch fokussiert bin und nach schriftlichen Leistungsnachweisen ohnehin schon andere Dinge im Kopf habe, bleibt von diesem Einblick ins Neugriechische meist nicht viel hängen.“

Bei jedem vierten Satz ist er dran

Wenn es um Altgriechisch geht, ist das natürlich ganz anders. Emil berichtet, dass nur vier Schüler seiner gesamten Jahrgangsstufe die Entscheidung, Altgriechisch zu lernen, gefällt haben. „Man kann es sich gar nicht leisten, bei beispielsweise einer Textübersetzung mal auszusteigen, denn anders als in Latein kommt man mindestens bei jedem vierten Satz dran.“ Auch für eine Lehrkraft ist es keine Gewohnheit, solch eine kleine Gruppe von nur vier Schülern zu unterrichten. Für Emils Lehrerin sei es aber inzwischen Routine: Es sei vor allem für die Schüler hart, da „mal kurz aussteigen“ nicht drin sei. Emil bestätigt: „Wenn gerade zum Beispiel eine Schulaufgaben-Phase ist und du ohnehin schon sehr viel zu lernen hast, kann es auch sehr nervig sein, zusätzlich immer noch für das Fach Altgriechisch zu lernen.“ Andererseits habe es aber auch Vorteile, da man immer am Ball bleiben müsse.

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Mutige Worte bei Ersatz-Wiesn: Cathy Hummels spricht über Depressionen

Da das Oktoberfest in diesem Jahr wieder ausfällt, heißt es stattdessen auf der „Wiesn Wiesn Charity Night“ für viele Promis: „O’zapft is!“ Dass es dabei auch um einen guten Zweck geht, macht Cathy Hummels deutlich und spricht über eine schwere Zeit in ihrer Jugend.

Cathy Hummels hat bei einer Oktoberfest-Ersatzveranstaltung auf Depressionen aufmerksam gemacht. „Ich hatte meine erste Depression, als ich 15 Jahre alt war“, sagte die Influencerin und Moderatorin bei der „Wiesn Wiesn Charity Night“ am Freitagabend in München. Sie wolle die „Schwelle brechen“, dass Menschen über seelische Krankheiten wie Depressionen, Angstzustände oder Panikattacken leichter sprechen könnten. Es sei wichtig, auch zu feiern, „weil das der Seele guttut“.

Das Oktoberfest ist eigentlich ein Fix-Termin für Prominente. Da es in diesem Jahr das zweite Mal wegen Corona ausfällt, gibt es mehrere Ersatzveranstaltungen zum Anstich, der am heutigen Samstag gewesen wäre. Zu Hummels‘ Spendengala für die Stiftung Deutsche Depressionshilfe kamen Wiesn-Playmates, Models, Sängerinnen und TV-Promis wie Victoria Swarovski, Verona Pooth, Lilly Becker oder Oliver Pocher.

Seit geraumer Zeit ranken sich Gerüchte über eine mögliche Trennung von Cathy Hummels und ihrem Ehemann Mats Hummels. Die Moderatorin hat sich bislang nicht öffentlich zu dem Thema geäußert. Zuletzt geriet die 33-Jährige aufgrund eines Prozesses vor dem Bundesgerichtshof um das Kennzeichnen von Werbung in die Schlagzeilen, welchen sie für sich entscheiden konnte.

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Zwischen Ziegenhaarzelt und römischer Wachanlage: Besuch im Bibeldorf Rietberg.


Das rhythmische Hämmern der Handwerker schallt durch das Dorf, einzig unterbrochen von den Rufen des vorbeimarschierenden Römertrupps. Die Düfte des Kräutergartens vermischen sich mit dem Geruch frisch gebackenen Fladenbrotes. In dem Dorf mit den ockergelben Häusern fühlt man sich in den Nahen Osten zur Zeit Jesu katapultiert. Tatsächlich befindet man sich aber mitten in Deutschland im Bibeldorf Rietberg im Teutoburger Wald. „Wenn wir biblische Geschichten erzählen, schwingt ganz schnell bei jedem etwas aus seinem Leben mit“, meint Eva-Maria Fricke, Geschäftsführerin des Bibeldorfes. „Und dabei geht es nicht darum, jemandem die christliche Religion überzustülpen“, fügt sie hinzu. Für die 57-Jährige sei schon immer die Frage gewesen, wie man junge Menschen in Kontakt mit biblischem Wissen bringen könne. Die Begeisterung, mit der sie über das handlungsorientierte Museum berichtet, ist durch die randlose Brille in ihren leuchtenden Augen wiederzuerkennen. Ihr brauner Lockenkopf steckt voller Ideen. An ihren Füßen entdeckt man zu fast jeder Tages- und Jahreszeit ihre braunen Birkenstock-Sandalen.

Vom Klärwerk zum Erklärwerk

Seit zwanzig Jahren setzt sich die Lehrerin für Deutsch, Musik und katholische Religion dafür ein, Interesse für die Bibel und deren Geschichten zu wecken, besonders bei jungen Menschen. 2007 wurde das Bibeldorf hierfür als „ausgewählter Ort im Land der Ideen“ ausgezeichnet. „Vom Klärwerk zum Erklärwerk“ lautet der Leitspruch des Bibeldorfes, denn wo heute das Bibeldorf steht, befand sich früher das Klärwerksgelände der Stadt Rietberg. Heute können Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen hier das Leben im Alten und Neuen Testament erfahren, während sie von Hand Körbe flechten, Seile drehen oder Kräutersalz herstellen. Fricke und ihr Team bieten thematisch verschiedene Projekte und Führungen an, auch für Erwachsenengruppen. Daneben gibt es öffentliche Touren während der regulären Öffnungszeiten.

Grundlage dafür bietet die Montessori-Pädagogik, für die Fricke sich noch während ihres Studiums ausbilden ließ. Besonders deutlich sei ihr Montessoris Leitsatz „vom Greifen zum Begreifen“ geworden, als sie mit ihrer damals dreijährigen Tochter ein Museum besucht habe. „Sie sagte zu mir: ,Mama, lass mich mal sehen, aber mit meinen Händen.‘ Das hat mir gezeigt, dass Kinder mit allen Sinnen fühlen müssen, um zu lernen“, schmunzelt die dreifache Mutter in die Kamera der SkypeÜbertragung. Umgesetzt wird diese Museumspädagogik in Projekten wie „Vom Korn zum Brot“. Dabei lernen Kinder und Jugendliche zunächst unter einem Nomadenzelt etwas über die Lebensweise der Nomaden im Altertum und mahlen dann wie zur damaligen Zeit Mehl mit originalen Steinmühlen. Aus dem entstandenen Mehl wird schließlich ein Fladenbrot gebacken und gemeinsam gegessen. „Dabei wird schnell klar, dass keiner richtig satt wird, aber wer Nachschub möchte, muss noch einmal Mehl mahlen“, erzählt die pädagogische Leiterin. Die Teilnehmenden sollen so erfahren, wie viel körperliche Arbeit in einem Brot steckt.

Der Jugendkreis baute eine Synagoge

Begonnen hat alles im Jahr 2003, als Fricke das Bibeldorf bei Paderborn gründete, zusammen mit ihrem Mann Dietrich, Theologe und Pastor der evangelischen Kirchengemeinde Rietberg. Mit dem damals zehnköpfigen Jugendkreis der Gemeinde begannen sie eine schlichte Synagoge im Stil der damaligen Zeit zu bauen. „Wir hatten ja so gut wie kein Geld und mit dem wenigen, das wir hatten, haben wir angefangen“, erinnert sie sich und lacht. Neben Einzelbesuchern kamen bald ganze Schulklassen, und die Kirchengemeinde Rietberg kaufte das gepachtete Gelände von der Stadt. Durch Besuchereinnahmen und Spenden konnten neue Gebäude gebaut werden, und das Bibeldorf wächst bis heute. „Inzwischen sind wir ein richtiges Freilichtmuseum“, erklärt die Geschäftsführerin stolz.

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Vier Festnahmen: Es bestand Gefahr eines Anschlags auf Hagener Synagoge

Nach dem Großeinsatz an einem jüdischen Gotteshaus in Hagen werden mehrere Personen festgenommen. Darunter ist ein Jugendlicher. Womöglich hat die Polizei dadurch einen Terroranschlag verhindert.

Die Sicherheitsbehörden haben möglicherweise einen Anschlag auf die Synagoge in Hagen vereitelt. Die Polizei nahm vier Verdächtige fest, darunter einen 16-Jährigen in Hagen. Parallel liefen Durchsuchungen, um mögliche Beweismittel zu sichern, sagte eine Sprecherin. Nach Worten des nordrhein-westfälischen Innenministers Herbert Reul gab es eine ernste extremistische Bedrohung. „Es bestand die Gefahr eines Anschlags auf die Synagoge in Hagen“, sagte Reul bei der Vereidigungsfeier junger Polizistinnen und Polizisten in Köln. „Ihre Kolleginnen und Kollegen haben das vermutlich verhindert.“ Nach ntv-Informationen war ein Verdächtiger dem Staatsschutz bereits bekannt. Er wurde am Busbahnhof in Hagen festgenommen.

Polizeikräfte durchsuchten in Hagen mehrere Objekte. In Sicherheitskreisen hieß es, es werde im Zusammenhang mit der Gefährdungslage an der Synagoge auch ein islamistischer Hintergrund untersucht. Die Polizei hatte am Vorabend eine Gefährdungslage gemeldet und die Synagoge abgesichert.

Der „Spiegel“ berichtete, ein 16-jähriger Syrer habe eine Sprengstoffattacke vorbereitet. Demnach durchsuchte die Polizei am Vormittag die Wohnung des Jugendlichen. Laut „Spiegel“ hatten die Sicherheitsbehörden einen Hinweis eines ausländischen Geheimdienstes erhalten. Der Partnerdienst habe vor einem mutmaßlichen Islamisten in Deutschland gewarnt, der sich im Internet verdächtig verhalten habe. Die Ermittlungen hätten zu dem 16-Jährigen geführt, der in Hagen in einer Wohnung mit seinem Vater lebe. Der 16-Jährige solle in einem Chat von einem Sprengstoffanschlag auf eine Synagoge gesprochen haben, heißt es in dem Bericht weiter.

Dem „Spiegel“ zufolge ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf gegen den Jugendlichen wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa wollte ein Sprecher der Behörde zunächst nur bestätigen, dass die bei der Behörde angebundene Zentralstelle Terrorismusverfolgung Nordrhein-Westfalen in die Ermittlungen eingebunden ist.“ Nähere Angaben können zum jetzigen Zeitpunkt nicht gemacht werden“, so der Sprecher. Aus nordrhein-westfälischen Sicherheitskreisen verlautete unterdessen, dass der Generalbundesanwalt eingeschaltet worden sei.

Polizei in stetigem Kontakt mit jüdischer Gemeinde

Am Mittwochabend hatten schwer bewaffnete Polizisten die Synagoge umstellt. Eine Hundertschaft war im Einsatz, der Bereich um die Synagoge war weiträumig abgesperrt. Ein geplanter Gottesdienst zu Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, wurde kurzfristig abgesagt. Laut Polizeiangaben wurden die Maßnahmen in der Nacht abgeschlossen. „Es konnten vor Ort keine Hinweise auf eine Gefährdung festgestellt werden“, teilte die Polizei Dortmund mit.

Die Polizei befinde sich weiterhin im stetigen Kontakt mit der betroffenen jüdischen Gemeinde. Zusätzlich finde eine enge Abstimmung mit den weiteren jüdischen Gemeinden in Nordrhein-Westfalen statt. Derzeit lägen keine Hinweise auf eine Gefährdung weiterer Einrichtungen vor. Zudem war die Polizei am Morgen dennoch weiterhin präsent: Ein dpa-Fotograf berichtete von mehreren Streifenwagen in der Nähe der Synagoge und von Beamten, die mit Maschinenpistolen bewaffnet waren.

Der Einsatz weckte Erinnerungen an den Anschlag von Halle am 9. Oktober 2019. Damals hatte, ebenfalls an Jom Kippur, ein rechtsextremer Attentäter versucht, schwer bewaffnet in die Synagoge in Halle einzudringen und dort ein Massaker unter den versammelten 51 Menschen anzurichten. Als er scheiterte, erschoss er auf offener Straße eine zufällig vorbeilaufende Passantin und später einen jungen Mann in einem Dönerimbiss. Der Täter ist inzwischen wegen zweifachen Mordes und vielfachen Mordversuchs verurteilt.

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Die Hundestaffel des DRK Berlin trainiert oft für den seltenen Ernstfall

Die Hundestaffel des DRK Berlin trainiert oft für den seltenen Ernstfall

Von Westen ist ein leichter Wind zu spüren. Die Bäume rascheln, und die Äste knarzen. Inmitten des Waldes sind einige Personen aller Altersgruppen mit ihren Hunden unterwegs. Die kleine Gruppe trainiert ihre Hunde und bildet sie aus, um später mit ihnen auf Einsätze zu gehen. Die Hunde des Deutschen Roten Kreuzes Berlin-Zentrum werden auf Abruf zur Flächen- und Trümmersuche sowie zum Mantrailing, zur Spurensuche von lebenden Personen, benutzt. Auch wenn es im Einsatzbereich des DRK Berlin-Zentrum relativ selten Vorfälle gibt, bei denen Bedarf für den Einsatz der Hunde besteht, kommt es vor, dass bei Gasexplosionen in Häusern oder Einbrüchen von leer stehenden Fabrikgebäuden Trümmer entstehen und Leute unter diesen begraben werden. Aufgrund ihrer guten Nase sind Hunde mit der richtigen Ausbildung und regelmäßigem Training für solche Suchaktionen gut geeignet. Dennoch gibt es Einschränkungen, welcher Hund ein Rettungshund werden kann und welcher nicht. „Die Hunde sollten einerseits mindestens 35 bis 40 Zentimeter groß sein, andererseits sollten sie auch nicht zu groß oder zu schwer sein, um eine gewisse Geschwindigkeit vorauszusetzen“, sagt Stefanie Schindler. Die 41-Jährige dunkelblonde Mutter von zwei Kindern ist Mitglied der Hundestaffel.

Es ist windstill und somit einfacher

Nach zwei Stunden intensiven Trainings ist fast die Hälfte geschafft. Mittlerweile ist es windstill, und die Hunde haben es einfacher, die Fährten zu verfolgen. Einer von ihnen verfolgt gerade eine Spur zwischen zwei Bäumen hindurch. Und schon hat er sein Ziel gefunden: eines der freiwilligen Mitglieder der kleinen Gruppe. Dafür erhält er erst mal eine Belohnung, ein Leckerli oder ein Spielzeug. Durch die wiederholte Belohnung der Hunde für erfolgreiches Training geben sie ihr Bestes, wenn es bei einem echten Einsatz darauf ankommt. Alle Hunde müssen vor der Vollendung des zweiten Lebensjahres das Training aufgenommen haben, weil die Ausbildung bis zu drei Jahre lang dauern kann und die Hunde sonst nicht mehr lange eingesetzt werden können, bevor sie aufgrund von Krankheiten aufhören müssen. Dieser Zeitpunkt ist meistens erreicht, wenn die Tiere zehn oder elf Jahre alt sind. Das Training wird mit der Zeit immer intensiver. Nach und nach werden neue Situationen und Umstände sowie Orte genutzt, sodass die Hunde möglichst viele unterschiedliche Beispiele bekommen, wie ein Einsatz aussehen könnte. Dazu wird nach Möglichkeit auf frische Baustellen zurückgegriffen. Es werden je nach Fortschritt des Trainings bis zu vier Personen versteckt, die der Hund dann suchen muss. Wegen Corona können die ehrenamtlichen Mitglieder nur unregelmäßig trainieren. Oftmals fällt das Training einfach aus, manchmal findet es trotzdem statt, doch zweimal in der Woche für rund fünf Stunden, so wie es vor der Pandemie war, wird nicht trainiert.

Knallige Kenndecken mit Glöckchen

Weitere drei Stunden später rennen mehrere Hunde aus dem kleinen Waldstück, dicht gefolgt von ihren Besitzern. Laut ist ein Klingeln zu hören, das von den „Kenndecken“ der Hunde stammt. In knalligem Orange und mit Glöckchen ausgestattet, sind diese perfekt, um die Hunde von Weitem hören und sehen zu können. Fröhlich, trotz starker Erschöpfung, verabschieden sich alle Menschen sowie Hunde voneinander und machen sich auf den Rückweg. Alle Mitglieder haben ihren eigenen Hund, mit dem sie trainieren und mit dem sie auf Einsätze gehen. Vor ein bis zwei Jahren war es so, dass jeder nur einen Hund hatte, mittlerweile ist es jedoch erlaubt, bis zu zwei Hunde zu trainieren, vorausgesetzt, dass ein Hund die Ausbildung bereits abgeschlossen hat. Jeder, der beitreten möchte, stellt sich den Mitgliedern mit seinem Hund vor. Auch wenn grundsätzlich jeder mitmachen kann, sollte man wirklich gewillt sein, da viel Zeit vonnöten ist. Schließlich geht es nicht nur um Spaß, sondern in erster Linie darum, Leben zu retten. Wenn man einmal gesundheitlich angeschlagen ist und das nicht gewährleisten kann, legt man eine Auszeit ein. „Bei einem echten Einsatz werden wir von der Polizei oder Feuerwehr alarmiert“, erklärt Stefanie Schindler, „es ist uns sogar erlaubt, mit Sonderrechten zu fahren.“ Auch wenn über den Einsatz von Hundestaffeln nicht oft berichtet wird, ist es wichtig, dass sie existieren. Trainierte Hunde haben Möglichkeiten, die Menschen nicht haben. So kann effektiver nach Vermissten gesucht werden.

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Raducanu und Fernandez im Duell: Sensationelle Teenies spielen Finale der US Open


Tennisspielerin Leylah Fernandez setzt sich gegen Angelique Kerber und Naomi Osaka durch. Nun erreicht die 19-Jährige völlig überraschend das Finale der US Open. Dort trifft die Kanadierin auf eine noch jüngere Gegnerin: Die Britin Emma Raducanu macht das Teenie-Finale perfekt.

Teenie-Finale bei den US Open: Leylah Fernandez und Emma Raducanu duellieren sich völlig überraschend um den Titel beim letzten Grand-Slam-Turniers des Jahres. Die 19 Jahre alte Kanadierin Fernandez setzte sich in ihrem Halbfinale trotz anfänglicher Probleme gegen die Weltranglistenzweite Aryna Sabalenka aus Belarus mit 7:6 (7:3), 4:6, 6:4 durch. Die sogar noch ein Jahr jüngere Britin Raducanu folgte ihr mit einem dominanten 6:1, 6:4-Erfolg gegen die Griechin Maria Sakkari.

Raducanu ist die erste Qualifikantin der US-Open-Geschichte, die es ins Finale des Hartplatzklassikers geschafft hat. Zwei Teenager im Endspiel gab es zuvor siebenmal, zuletzt vor 22 Jahren beim Duell zwischen Serena Williams und Martina Hingis.

„Das sind Jahre, Jahre, Jahre harter Arbeit und Tränen und Blut und allem. Ich wollte wirklich ins Finale kommen“, sagte Fernandez. „Ich bin froh, dass ich im Finale bin.“ Sie erklärte weiter: „Auch Aryna wollte es. Ich weiß gar nicht, wie der letzte Ball reingegangen ist.“

Fernandez geriet in der unterhaltsamen Begegnung in New York früh unter Druck, verlor 12 der ersten 14 Punkte und lag nach acht Minuten bereits 0:3 im Rückstand. Doch nach diesem nervösen Beginn steigerte sie sich und gewann den ersten Satz im Tiebreak. Die an Position zwei gesetzte Sabalenka holte sich im zweiten Satz das Break zum 5:4 und erzwang den entscheidenden dritten Satz. Dort begeisterte die junge Kanadierin die Zuschauer weiter mit ihrem schwungvollen Spiel und holte sich beim 4:2 ein Break, das Sabalenka sofort konterte. Fernandez ließ sich davon nicht verunsichern – und nutzte später den ersten Matchball zum Einzug ins Finale.

Raducanu, 150. im WTA-Ranking, war schon im Halbfinale von New York die erste Qualifikantin überhaupt und erst die dritte Tennisspielerin jenseits der Top 100 nach Billie Jean King 1979 und Kim Clijsters 2009, die es so weit schaffte.

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Coronavirus-Liveticker: +++ 11:54 500er-Inzidenzen bei Jugendlichen – Viele Neuinfektionen auch bei über 80-Jährigen +++

Nach wie vor treiben vor allem jungen Menschen, insbesondere im schulpflichtigen Alter das Pandemiegeschehen. In drei Kreisen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz der 0-14-Jährigen über 500. In mehr als 20 Kreisen liegt sie zumindest über 300. Es zeigt sich allerdings, dass die Neuinfektionen sich wieder stärker in andere Altersgruppen verschieben. So steigt die Inzidenz mittlerweile auch bei den über 80-Jährigen spürbar. In Wuppertal liegt bereits bei fast 100, in Rosenheim sogar nur knapp unter 300. Allerdings gibt es zahlreiche Kreise, in denen die Inzidenz bei den über 80-Jährigen bei Null liegt.

+++ 11:29 Studie: Animiertes Coronavirus erscheint weniger furchteinflößend +++
Je ansprechender eine bildliche Darstellung des Coronavirus ausfällt, desto weniger furchteinflößend und ansteckend wird der Erreger empfunden. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie von Wissenschaftlern der Autonomen Universität von Barcelona. Hingegen wird das Virus als ansteckender empfunden, wenn es als Schwarz-Weiß-Foto abgebildet wird, schreiben die Forscher im Wissenschaftsmagazin „Plos One“. Für ihre Untersuchung werteten die Wissenschaftler umfangreiche Fragebögen aus, die die 333 anonymen Teilnehmer online zwischen April und Mai 2020 ausfüllten. Der Studie zufolge wurden seit Beginn der Pandemie vor allem stark bearbeitete und kolorierte Fotos sowie dreidimensionale Illustrationen des Coronavirus in den Medien wahrgenommen, die die Teilnehmer als „schön“ empfunden hätten. Zugleich sei solchen Darstellungen jedoch kaum ein wissenschaftlicher Wert beigemessen worden und das Virus sei als weniger ansteckend und gefährlich eingeschätzt worden. Echte Fotos des Virus, die nur mit einem Elektronenmikroskop möglich sind, seien anders als die „schönen“ Abbildungen schwarz-weiß und zweidimensional.

+++ 11:05 Kein Indiz für steigende Impfquote im Osten +++
In Deutschland gibt es kaum noch Fortschritte bei der Impfkampagne: Nach wie vor ist rein rechnerisch gut ein Viertel der Bevölkerung im impffähigen Alter (also abzüglich der Kinder unter zwölf Jahren) noch gar nicht geimpft. Das entspricht gut 18,5 Millionen Menschen.

Bezogen auf die Gesamtbevölkerung haben sogar nur 62,2 % den vollen Impfschutz.

Im Wochenmittel wurden in den vergangenen sieben Tagen etwa 180.000 Impfungen pro Tag verabreicht. Auch Auffrischungsimpfungen sind darin bereits enthalten. Ihre Zahl steigt kontinuierlich. Sie erreichte am 9. September mit mehr als 27.000 Impfungen ihren Tageshöchstwert.

66,5 % der Einwohnerinnen und Einwohner in Deutschland sind mindestens einmal geimpft (gut 55,3 Millionen), 62,2 % sind zweifach geimpft (mehr als 51,7 Millionen).

Nach wie vor gibt es große Diskrepanzen bei den Impfquoten der Bundesländer. Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, das Saarland und Bremen haben mittlerweile Erstimpfungsquoten von über 70 Prozent erreicht. Bremen kommt mit 72,4 Prozent auch bei den Zweitimpfungen über diesen Schwellenwert. Nach wie vor gering sind sowohl die Quoten der Erst- als auch der Zweitimpfungen in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Sachsen. Dort scheint es auch keinerlei Indiz zu geben, dass mit einem Aufschwung zu rechnen ist. Denn etwa in Thüringen beträgt die Differenz zwischen Erst- und Zweitimpfungen gerade 2,2 Prozentpunkte. Ein hoher Differenzwert würde dagegen darauf hindeuten, dass die Zahl der vollständig Geimpften demnächst steigt. In Nordrhein-Westfalen etwa liegt die Differenz bei 6 Prozentpunkten, selbst in Bremen, wo die Impfquote schon sehr hoch ist, liegt die Differenz bei 4,6 Prozentpunkten. Das heißt, dort haben noch viele Menschen vor, den vollständigen Impfschutz zu erlangen.

Zusätzlicher Beleg ist, dass 12- bis 17-Jährige sich noch nicht so lange impfen lassen können, aber selbst in dieser Gruppe die Impfquote in den genannten Bundesländern am geringsten ist. Sind also gerade Minderjährigen in einigen Bundesländern aktuell noch die Lichtblicke in der Impfkampagne, fügen sie sich in den östlichen Bundesländern eher in das bestehende Bild ein.

+++ 10:32 Spahn: Mobile Teams sind einfache Gelegenheit sich impfen zu lassen +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat zum Auftakt der bundesweiten Aktionswoche zur Teilnahme an der Corona-Impfung aufgerufen. Es gehe darum, vor Herbst und Winter nochmal mehr Menschen zu überzeugen, sagt Spahn dem Sender WDR 5. „Jetzt, wo auch die Impfzentren Ende September schließen werden, wechseln wir stärker auf mobile Teams.“ Bei „ganz vielen“ bislang noch Ungeimpften gehe es um eine einfache Gelegenheit, sich impfen zu lassen. Die Bundesregierung will mit der Aktionswoche Schwung in die ins Stocken geratene Impfkampagne bringen. Ziel ist es, möglichst viele Menschen an vielen Orten anzusprechen und auf einfachem Wege Impfungen zu ermöglichen. Beispiele dafür sind Spiel- und Sportplätze, Fußgängerzonen, Geschäfte oder Vereine. Ausführliche Informationen gibt es auf der Website www.hierwirdgeimpft.de.

+++ 10:05 „Rätselhafte“ Ansteckungen – Auckland verlängert Lockdown +++
Der Corona-Lockdown in Neuseelands größter Stadt Auckland wird verlängert. Wie Premierminister Jacinda Ardern mitteilt, müssen sich die zwei Millionen Einwohner noch mindestens eine Woche lang an strenge Ausgangsbeschränkungen halten. Zur Begründung sagt Ardern, in der Stadt tauchten immer wieder neue „rätselhafte“ Ansteckungsfälle auf, die sich nicht auf bekannte Infektionsherde zurückverfolgen ließen. Nach dem bis 21. September dauernden Lockdown soll in der Stadt aber wieder eine niedrigere Corona-Warnstufe gelten. Am Montag wurden in Auckland 33 Neuinfektionen verzeichnet.

+++ 09:35 Biontech-Chef: Impfstoff für Fünf- bis Zwölfjährige noch dieses Jahr +++
Biontech-Chef Ugur Sahin geht davon aus, dass noch in diesem Jahr der Impfstoff seines Unternehmens für fünf- bis elfjährige Kinder zum Einsatz kommen kann. „Wenn alle Daten gut aussehen und die Behörden das entsprechend so bestätigen und eine Genehmigung geben“, dann halte er das „für realistisch“, sagt Sahin dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Er ruft zugleich zu weiteren Anstrengungen in der laufenden Impfkampagne auf. „Wir erwarten, dass wir Daten Ende September vorliegen haben, die wir auch den Behörden in Europa und in den USA vorlegen werden“, so Sahin weiter mit Blick auf den Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige. Er plädiert auch für Auffrischungsimpfungen für bereits vollständig geimpfte Erwachsene. Es sei „sinnvoll, dass diejenigen mit einem abbauenden Immunschutz noch eine dritte Impfung bekommen.“ Zur derzeit eher stockenden Impfkampagne sagte Sahin: „Wir dürfen nicht einfach resignieren und akzeptieren, dass wir noch keine ausreichende Impfquote haben.“ Es müsste weiter versucht werden, die Menschen zu überzeugen, Gespräche zu führen „und vielleicht auch den Zugang zum Impfstoff nochmal zu vereinfachen, so dass Impfungen weiter erleichtert werden“.

+++ 08:57 Laschet weiter gegen Impfpflicht – „Kaum echte Impfverweigerer“ +++
Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet lehnt eine Impfpflicht in Deutschland weiterhin kategorisch ab. „Ich vertraue noch auf die Einsicht der Menschen“, sagt Laschet im ARD-„Morgenmagazin“. Er habe den Eindruck, dass manche beim Thema Impfen nur zu nachlässig seien und nicht darüber nachgedacht hätten. „Echte Impfverweigerer gibt es gar nicht so viele.“ Er hoffe, dass sich bei der am Montag beginnenden sogenannten Impfwoche nun möglichst viele weitere Menschen impfen lassen würden, fügt der CDU-Chef hinzu. Er verwies zugleich darauf, dass ab Oktober etwa die für Ungeimpfte vielfach nötigen Schnelltests von den Bürgern selbst bezahlt werden müssten. Das sei „Druck“.

+++ 08:37 3G-Regel an Unis kaum umsetzbar – teils 100.000 Kontrollen täglich nötig +++
Die Hochschulrektoren in Nordrhein-Westfalen halten die 3G-Regel an Universitäten längst nicht überall für praktikabel. „Die Pflicht, alle Studierenden lückenlos mehrfach am Tag auf ‚3G‘ zu testen, ist personell und logistisch nicht für alle Veranstaltungsgrößen zu realisieren“, sagt Lambert T. Koch, Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz der Universitäten in NRW, der „Rheinischen Post“. Denn anders als in Schulen wechselten in den Hochschulen die Lerngruppen im Tagesverlauf mehrfach: „Schon Hochschulen mit zum Beispiel 30.000 Studierenden müssen bis zu 100.000 3G-Kontrollen pro Tag vornehmen, wenn die Studierenden zwei bis drei Veranstaltungen, die Bibliothek, die Mensa und den Hochschulsport besuchen.“ In den Gängen vor den großen Hörsälen würden sich dadurch lange Schlangen bilden. Um dies zu bewältigen, müsse zusätzliches Personal gefunden werden. Koch richtet einen Appell an die Landesregierung: „Vor diesem Hintergrund bitten wir auch Gesundheitsminister Laumann, dass ‚3G‘ zwar Pflicht bleibt, wir aber bei größeren Veranstaltungen mit Stichprobenkontrollen arbeiten dürfen, wie das zum Beispiel die baden-württembergische Regelung vorsieht.“ Die Forderung trifft im NRW-Wissenschaftsministerium bisher nicht auf Gegenliebe: „Nach den aktuellen Bestimmungen werden die drei G – geimpft, genesen, getestet – bei einer Inzidenz von mehr als 35, die derzeit landesweit überschritten wird, die Grundlage für den Präsenzbetrieb an den Hochschulen im Wintersemester sein“, sagt eine Sprecherin des Ministeriums.

+++ 08:10 FDP-Fraktionsvize: Aktionswoche ist Vorwand für Impfzwang +++
Der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Theurer, kritisiert die Initiative für vermehrtes Impfen. „Die Impfaktionswoche der Bundesregierung ist der klägliche Versuch von eigenem Versagen abzulenken“, sagt er dem „Handelsblatt“. Eine Informationskampagne mit Prominenten hätte vor Monaten gestartet werden können. Stattdessen diene die Impfaktionswoche der Bundesregierung als „fadenscheiniger Vorwand, doch noch einen Impfzwang einzuführen“.

+++ 07:47 Inzidenz pendelt um Wert 80 – Todesfälle nehmen zu +++
Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz hat aktuell keine klare Richtung. In den letzten 15 Tagen pendelt sie zwischen 74,8 und 84,3 – aktuell steht sie bei 81,9.

Von den 16 Bundesländer weisen aktuell zwei eine Sieben-Tage-Inzidenz über 100 aus. In Hessen beträgt der Wert 103,9, in Bremen 117,3. Die geringste Inzidenz besteht momentan mit 27,3 in Sachsen-Anhalt.

Auf Kreisebene weist die bayrische Stadt Rosenheim mit 246,9 die höchste Sieben-Tage-Inzidenz aus. Sieben Kreise oder kreisfreie Städte liegen aktuell über einem Inzidenzwert von 200. Auffällig ist, dass viele Kreise in Bayern eine hohe Inzidenz aufweisen, obwohl dort gerade erst die Sommerferien enden. Deutschlandweit gehen viele Neuinfektionen – und damit auch die gestiegene Inzidenz – im Moment auf junge Menschen, vor allem Schüler, zurück. Die konnten bisher in Bayern und Baden-Württemberg, wo auch erst heute die Schule wieder startet, noch keine Rolle spielen.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt in der zurückliegenden Woche. In der Woche vom 30. August bis 5. September werden 216 Todesfälle gemeldet. In der Woche vom 6. bis zum 12. September sind es 260. Die Zahl der Todesfälle, die am heutigen Montag gemeldet werden (12), ist ebenfalls höher als an beiden vergangenen Montagen.

Beim bundesweiten Blick auf die Kreisebene zeigt sich nach wie vor eine klare Trennung zwischen dem Nordosten/Osten und dem Süden und dem Westen.

+++ 07:18 Lauterbach: Politik versäumt Schutz von Kindern +++
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wirft den politischen Entscheidern im Bund, in den Ländern und Kommunen gravierende Versäumnisse beim Schutz kleiner Kinder vor der vierten Coronawelle vor. „Viele politisch Verantwortliche haben keine Schutzkonzepte für die Kitas entwickelt“, sagt Lauterbach dem „Spiegel“. „Die Kita-Kinder sind fast ungeschützt: Masken und Abstand lassen sich kaum durchsetzen. Es gibt oft keine Luftreiniger und keine Lollitests.“ Und bei sinkenden Temperaturen werde sich das Kita-Leben bald wieder in die Innenräume verlagern. Covid-19-Impfstoffe sind für unter 12-jährige Kinder noch nicht zugelassen. Lauterbach zufolge haben sich die Entscheider verkalkuliert. „Große Teile der Politik haben auf das Pandemieende im Oktober gewettet. Das war bar jeder Hinterlegung durch wissenschaftliche Fakten.“ Nun komme es anders als erhofft: „Wir werden das Problem im Herbst nicht gelöst haben“, sagt Lauterbach voraus. In Kitas wie auch in den Schulen werde es in den kommenden Wochen deutlich steigende Infektionszahlen geben.

+++ 06:51 Keine Tests vor Klassenfahrten in NRW? +++
Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Jochen Ott, fordert klarere Corona-Regeln vor Klassenfahrten in NRW. „Ministerin Gebauer sollte einheitliche Regeln für das Testen vorgeben“, sagt der SPD-Abgeordnete der „Rheinischen Post“. Es hat nach seinen Angaben Fälle gegeben, in denen die Schulleitung im Einklang mit Vorschriften des NRW-Schulministeriums PCR-Tests im Unterricht vor Beginn der Klassenfahrt abgelehnt hätte. Der SPD-Bildungspolitiker fordert auch die Übernahme von Transport- und Stornierungskosten bei Schulfahrten durch das Land. Bislang schließen Eltern selbst eine Reiserücktrittsversicherung vor Klassenfahrten für ihre Kinder ab.

+++ 06:30 IT-Systeme von Unternehmen in Pandemie stärker bedroht +++
Die Corona-Krise wirkt sich häufig negativ auf die IT-Sicherheit von Unternehmen aus. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsbericht des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN). Arbeit im Homeoffice und die Nutzung privater Hard- und Software erhöhen demnach das Risiko einer Infektion mit Schadenssoftware sowie von Phishing-Attacken. Das sind E-Mails vermeintlich seriöser Absender, mit denen Betrüger zum Beispiel an Passwörter gelangen wollen. Bedroht seien vor allem Firmen mit angespannter wirtschaftlicher Situation, die seltener zusätzliche IT-Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Die Autoren des Berichts hatten in den Jahren 2018/19 insgesamt 5000 Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten befragt. An einer Folgebefragung zwischen Juli und September 2020 nahmen mehr als 600 Firmen erneut teil. 60 Prozent von ihnen berichteten, dass sie innerhalb eines Jahres mindestens auf einen Cyberangriff reagieren mussten. Automatisch abgewehrte Angriffe, durch eine Firewall etwa, sind darin nicht enthalten. In 85 Prozent der Fälle konnten die Cyberkriminellen in einem frühen Versuchsstadium abgewehrt werden.

+++ 06:08 Impf-Aktionswoche startet – Karliczek: Hohe Impfquote schützt vor allem Kinder +++
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek ruft zum Start der bundesweiten Impf-Aktionswoche zu einer breiten Teilnahme auf. „In dieser Woche sollten sich alle die, die sich bisher nicht haben impfen lassen, einen Ruck geben“, sagt sie. Sie wolle „daran erinnern, dass eine hohe Impfquote jetzt auf besondere Weise unseren Kindern nützt“. Für Kinder unter zwölf gibt es bisher keine zugelassenen Corona-Impfstoffe. „Ihre Gesundheit ist also umso besser geschützt, je mehr Jugendliche und Erwachsene sich impfen lassen“, betont Karliczek. „Eine hohe Impfquote wird auch dazu beitragen, dass die Schule in den nächsten Monaten weiter normal laufen kann. Wir alle können und sollten dazu beitragen, die Zeit der Unsicherheit an den Schulen endgültig zu überwinden.“ Auch Jugendlichen ab zwölf Jahren empfiehlt Karliczek die Impfung. „So können sie aktiv dazu beitragen, dass wir das allgemeine Infektionsgeschehen in den Griff bekommen.“ Vor allem aber könnten die jungen Menschen dann „sorgenfreier leben und haben auch wieder mehr Möglichkeiten, das Leben zu genießen“.

+++ 05:12 RKI meldet 5511 Neuinfektionen – Inzidenz steigt auf 81,9 +++
Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 5511 neue Positiv-Tests. Das sind 762 mehr als am Montag vor einer Woche, als 4749 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 81,9 von 80,2 am Vortag. Zwölf weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 92.618. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 4,08 Millionen Corona-Tests positiv aus.

+++ 04:24 Mehrheit will weiterhin im Homeoffice arbeiten +++
Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten in Deutschland, die während der Pandemie im Homeoffice gearbeitet haben, wollen das einer Yougov-Umfrage zufolge auch weiterhin tun. Die Beliebtheit des Arbeitens in den eigenen vier Wänden habe im Zuge der Pandemie noch zugenommen, teilte der Energieversorger Eon mit, der die Umfrage in Auftrag gegeben hatte. Bei der Umfrage hätten 71 Prozent der Befragten den Wunsch geäußert, auch künftig im Homeoffice arbeiten zu können. Zu Beginn der Pandemie seien es im Mai vergangenen Jahres nur 58 Prozent gewesen. Ständig zu Hause arbeiten möchte ein gutes Viertel (26 Prozent) der Befragten.

+++ 03:22 Bundesweite Impfaktionswoche startet +++
Mit einer bundesweiten Impfaktionswoche soll in den kommenden Tagen die Impfquote nach oben getrieben werden. Ob am Fußballplatz, im Einkaufszentrum oder bei Festen: Alle Bürger sollen teils ohne Termin und kostenfrei eine Schutzimpfung erhalten können. Neben den dauerhaften Impfmöglichkeiten etwa in den Impfzentren stehen zahlreiche temporäre Angebote zur Verfügung. Auf der Webseite zusammengegencorona.de sind zahlreiche der besonderen Impfaktionen aufgelistet. Bundeskanzlerin Angela Merkel von der CDU rief die Bürger gestern auf, die Angebote zu nutzen. „Nie war es einfacher, eine Impfung zu bekommen. Nie ging es schneller“, sagte sie. Die Aktionswoche dauert bis zum 19. September. Derzeit sind rund 62 Prozent der Menschen in Deutschland vollständig gegen Corona geimpft.

+++ 02:15 Städte- und Gemeindebund fordert Einsatz von Promis als „Impfbotschafter“ +++
Zum Start der bundesweiten Aktionswoche für die Corona-Impfungen hat der Deutsche Städte- und Gemeindebund einen verstärkten Einsatz von Promis in der Werbung für die Immunisierung gefordert. Es sei immer hilfreich, „wenn Prominente aus Kunst, Kultur und Sport sich klar zur Impfung bekennen und dazu aufrufen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Gerd Landsberg, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „So wie wir etwa Lesebotschafter haben, sollte es auch Impfbotschafter geben“, verlangte er.

+++ 23:57 Aiwanger: Ungeimpfte in Quarantäne sollen weiter Lohn bekommen +++
Der bayerische Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger hat sich dagegen ausgesprochen, Ungeimpften in Quarantäne künftig keinen Ausgleich für Lohnausfälle mehr zu zahlen. Das sei die Einführung eines Corona-Impfzwangs durch die Hintertür, sagte der Chef der Freien Wähler in Mainz mit Blick auf entsprechende Pläne mehrerer Landesregierungen. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek von der CSU hatte vor einigen Tagen im ZDF gefordert, dass Ungeimpfte keinen Anspruch mehr auf Lohnfortzahlung haben sollen, wenn sie in Quarantäne müssen.

+++ 22:19 Irak erhält mehr als 100.000 Impfdosen über Covax-Initiative +++
Der Irak hat 100.800 Impfdosen des Vakzins Astrazeneca erhalten. Es handele sich um eine Spende Italiens im Rahmen der internationalen Initiative Covax, teilt das UN-Kinderhilfswerk Unicef mit. Insgesamt habe Italien die Lieferung von 15 Millionen Dosen zugesagt. Covax versorgt Entwicklungsländer mit Impfstoffen gegen das Coronavirus. Die irakische Bevölkerung steht der Impfung gegen das Coronavirus mehrheitlich skeptisch gegenüber. Bislang haben nach jüngsten Angaben des Gesundheitsministeriums mehr als vier Millionen Iraker eine oder zwei Impfungen gegen das Coronavirus erhalten, das sind etwa zehn Prozent der rund 40 Millionen Iraker.

+++ 21:28 So entwickelt sich die Sieben-Tage-Inzidenz in den Bundesländern +++
Die Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenz in den einzelnen Bundesländern stellt sich wie folgt dar.

  • In neun von 16 Bundesländern (Vortag: fünf von 16) steigt der Wert im Vergleich zum Vortag an
  • In 7 von 16 Bundesländern (Vortag: elf von 16) sinkt der Wert im Vergleich zum Vortag
  • Weiterhin liegen drei von 16 Bundesländern über einer Inzidenz von 100
  • „Spitzenreiter“ bleibt Bremen – „Schlusslicht“ bleibt Sachsen-Anhalt

+++ 20:57 Wochenbilanz: Behörden registrieren 73.173 Infektionen +++
In den zurückliegenden sieben Tagen haben die Landesbehörden bundesweit insgesamt 73.173 neue Fälle registriert. Das sind 277 neu gemeldete Fälle weniger als in KW 35 (damals 73.450 neu gemeldete Fälle). Damit gibt es nach zuvor neun Wochen in Folge mit jeweils im Wochenvergleich steigenden Zahlen erstmals wieder einen Rückgang, wenn auch nur einen minimalen um 277 Fälle (-0,38 Prozent). Die Zahl der übermittelten Todesfälle erhöhte sich in der zu Ende gehenden Kalenderwoche 36 um insgesamt 263 Verstorbene (Vorwoche: plus 216 Verstorbene).

+++ 20:25 Aktuelle Datenlage in Deutschland: 7516 neue Fälle gemeldet +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 4.080.601 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 7516 neue Fälle hinzu (Vorwoche: 9090). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 10 (Vorwoche: 18) auf 92.604. Als aktuell infiziert gelten rund 169.000 Personen.

Die Ansteckungsrate (7-Tage-R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,97 angegeben (Vortag: 1,04). Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 1452 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 757 davon werden beatmet. Rund 4255 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

Weitere Informationen zu den wichtigsten Corona-Daten können Sie hier nachlesen.

+++ 20:03 Braun: Bürgernahe Impfangebote auch noch nach Aktionswoche +++
Die in der neuen Woche geplanten besonderen Impfangebote sollen auch danach fortgeführt werden. Das kündigt Kanzleramtsminister Helge Braun im ZDF an. „Das endet nicht mit der Impfwoche, das wird in den nächsten Wochen fortgesetzt“, sagt er. Die direkten und bürgernahen Impfangebote im Rahmen der Aktionswoche sollen dazu beitragen, eine vierte Welle der Pandemie im Winter noch zu verhindern. „Wenn wir nichts tun, dann kommt sie ziemlich sicher“, sagt Braun.

+++ 19:03 Bericht: Lockdown wäre viermal teurer als Ausschluss von Ungeimpften +++
Ein erneuter Lockdown für alle Bundesbürger würde einem Bericht zufolge viermal so hohe finanzielle Schäden verursachen wie ein Ausschluss Ungeimpfter. Das zeigen Berechnungen des Leibnitz-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), wie das „Handelsblatt“ berichtet. Erneute Einschränkungen würden demnach je nach Ausgestaltung zwischen 6,5 und 52 Milliarden Euro an Wertschöpfung kosten. Als akut von Einschränkungen bedroht gelten dem Bericht zufolge die Anbieter von kontaktintensiven Dienstleistungen. Dazu gehören Restaurants, Tourismus, Kunst und Kultur.

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