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Jugendweihe: Ostdeutsche Alternative zur Konfirmation?

Die Jugendweihe ist eine weltliche Alternative zur kirchlichen Konfirmation. Das Ritual ist kein Überbleibsel aus der DDR, es existiert bereits seit mehr als 150 Jahren.

Jugendweihe: Keine Erfindung der DDR

Viele Menschen in Westdeutschland können mit dem Begriff der Jugendweihe kaum etwas anfangen. Wenn sie davon gehört haben, dann halten sie das Ritual für ein Überbleibsel aus DDR-Zeiten. Das stimmt jedoch nicht, denn die ersten Jugendweihen fanden bereits in den 1850er Jahren statt. Richtig ist allerdings, dass das DDR-Regime die seit dem frühen 20. Jahrhundert in der Arbeiterbewegung beliebte Jugendweihe für ihre Zwecke nutzte.

Sie verwandelte das Ritual im Jahr 1954 in ein so genanntes „Bekenntnis zum Sozialismus“. Schon fünf Jahre später nahmen rund 80 Prozent der Jugendlichen teil, später wuchs der Anteil noch weiter. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Jugendweihe zu einem kleinbürgerlichen Familienfest. Auch nach dem Mauerfall lebte und lebt die Tradition in Ostdeutschland fort.

Bei der Jugendweihe begehen die Jugendlichen symbolisch den Übergang von der Kindheit zum Erwachsenwerden. Wie bei der Konfirmation sind die Jugendlichen etwa 14 Jahre alt, wenn die Jugendweihe begangen wird. Sie besteht meistens aus einer Vorbereitungszeit mit Freizeit- und Bildungsangeboten sowie der Feier.

Unverbindliche Alternative zur Konfirmation

Im Osten Deutschlands ist der Verein „Jugendweihe Deutschland“ der größte Anbieter von Jugendweihen. Lange Zeit nahmen fast 100.000 Mädchen und Jungen jährlich an dem Ritual teil. Seit dem Jahr 2003 sinkt jedoch die Zahl der Teilnehmer deutlich, was nur zum Teil mit den niedrigeren Geburtenraten zu erklären ist. So haben 2009 zum Beispiel nur rund 25.000 Mädchen und Jungen an einer Jugendweihe teilgenommen. Aktuelle Zahlen zeigen wieder einen leichten Aufwärtstrend: 2019 begingen laut dem Verein 33.052 Jungen und Mädchen eine Jugendweihe.

Jugendweihe in Deutschland: So viele Mädchen und Jungen gingen in den vergangenen 26 Jahren zur Jugendweihe. (Quelle: Statista)Jugendweihe in Deutschland: So viele Mädchen und Jungen gingen in den vergangenen 26 Jahren zur Jugendweihe. (Quelle: Statista)

Für Jugendliche, die sich für die Jugendweihe entscheiden, spielt neben der in vielen Familien gelebten Tradition auch die Unverbindlichkeit des Rituals eine Rolle: Anders als bei der Konfirmation sind mit der Jugendweihe keine praktischen Folgen verbunden. Die Konfirmation gilt bekanntlich als Bestätigung der Taufe und als offizielle Aufnahme in die Kirche. Entsprechende Konsequenzen zieht die Jugendweihe nicht nach sich.

Nach dem offiziellen Part wird bei der Jugendweihe in der Regel privat weitergefeiert. „Entweder mit Familienangehörigen in einer Gaststätte oder daheim“, sagt Konny G. Neumann. Er ist Vorsitzender des Vereins Jugendweihe Hamburg und leitet Gruppen, die sich auf die Jugendweihe vorbereiten.

Bei der Jugendweihe ist festliche Kleidung gefragt, einen Dresscode gibt es aber nicht. Die Jugendlichen tragen meist Kleider beziehungsweise Anzüge oder auch etwas legerer eine schwarze Jeans mit einem Hemd oder einer Bluse.

Kaum Bedeutung im Westen

Während die Jugendweihe im Osten Deutschlands nach wie vor eine große Bedeutung für Heranwachsende hat, spielt sie im Westen der Republik kaum eine Rolle. Hier nehmen nur einige Tausend Jugendliche in wenigen Regionen an dem Ritual teil.

Geschenke zur Jugendweihe

„Aus Anlass einer Jugendweihe werden gerne Reise-Gutscheine verschenkt, aber auch Bücher, Kleidung oder Geld“, sagt Neumann. Anja Gladkich, in Berlin Geschäftsführerin des Vereins Jugendweihe Berlin/Brandenburg, hält Geldgeschenke für sinnvoll: „Den Jugendlichen wird gesagt: ‚Ihr verabschiedet euch von der Kindheit, ihr übernehmt jetzt Verantwortung, wir erwarten auch mehr von euch.‘ Da gehört auch Verantwortung für Geld dazu.“ Generell hänge das Geldschenken natürlich von der finanziellen Situation einer Familie ab.

Geldgeschenke könne man mit vielen persönlichen Dingen aufwerten, die gar nicht viel kosten müssen, meint Gladkich, in Berlin Geschäftsführerin des Vereins Jugendweihe Berlin/Brandenburg. „Wir hatten Eltern, die haben ein Schwangerschaftstagebuch aufbewahrt und das als Buch drucken lassen und haben das zur Jugendweihe geschenkt. Ganz häufig werden Fotoalben mit Erinnerungen angelegt.“

Und Gladkirch erzählt weiter: „Ich kenne Mädchen, die haben sich als Geschenk gewünscht: ‚Ich möchte einen Tag mal dieses unglaubliche Kleid haben und wie eine Prinzessin aussehen und schön mit der Familie feiern.‘ Dafür haben dann alle zusammengelegt.“

Eine Alternative zu Geld kann auch ein Gutschein für ein Erlebnis (zum Beispiel für Bungeejumping, Bogenschießen, Lasertag) sein.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherchen

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Wohnen, Schlafen und Arbeiten im Jugendzimmer

Ein kleiner Raum, der Platz zum Schlafen, Hausaufgaben machen und Freunde empfangen bieten soll: Ein Jugendzimmer einzurichten, ist in den meisten Fällen eine Herausforderung.

Die Einrichtung für das Zimmer eines Jugendlichen bedarf einiger Kreativität. Auf Grund der vielschichtigen Nutzung des Raumes ist ein Jugendzimmer einzurichten keine leichte Aufgabe.

Ein Jugendzimmer einrichten bedeutet drei Räume einrichten

Jugendliche benutzen Ihr Zimmer zum Schlafen, Arbeiten und zu Freizeitzwecken. Da dies in der Regel auf einem eher kleinen, selten quadratischen Raum geschieht, sind bei der Einrichtung einige Punkte zur Optimierung zu beachten. Wenn das Bett nicht an der Längsseite, sondern an der Querseite des Zimmers steht, schafft das mehr Stellmöglichkeiten.

Wenn dazu noch als Bett eine Schlafcouch gewählt wird, ist schon ein weiterer Schritt in die multifunktionale Nutzung getan. Zum einen entfällt tagsüber der Schlafzimmercharakter, zum anderen bietet eine Unterschublade außer Platz für die Bettwäsche auch noch weiteren Stauraum für andere Dinge.

Ein schickes Jugendzimmer muss nicht viel Geld kosten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/ondatra-m)Ein schickes Jugendzimmer muss nicht viel Geld kosten. (Quelle: ondatra-m/Thinkstock)

Wählen Sie hohe und schmale statt breite Schränke

Hohe, schmale Schränke haben den Vorteil, dass sie zum einen als Lückenfüller dienen können, zum anderen wirken sie, auf das Zimmer verteilt, nicht so wuchtig. Hohe Schränke auf die Wände verteilt bieten auch den Vorteil, einen Schreibtisch dazwischen integrieren zu können

Wenn Sie ein Jugendzimmer einrichten, gehen Sie davon aus, dass Sie mehr Platz schaffen müssen, als vorhanden ist. Ikea bietet Kleiderschränke mit einer Breite von nur 50 Zentimetern an. Davon drei Stück im Zimmer verteilt, wirkt weniger erdrückend, als ein Schrank mit einer Breite von 1,50 Metern. Ein breiter Schrank würde eine Wand fast komplett einnehmen. Dadurch geht wiederum Stellfläche für andere Teile der Einrichtung verloren.

Wenn Sie ein Jugendzimmer einrichten, können Sie generell mit schmalen Möbeln besser kombinieren. Zwischen zwei hohe Schränken kann eine offene Regalwand montiert werden. Das lockert den Raum auf und bietet Stellfläche für Fernseher, Bücher und Radio.

Gemütlich mit Gelbtönen: In diesem Jugendzimmer wird das Bett tagsüber als Sofa genutzt. (Quelle: Getty Images/Katarzyna Bialasiewicz)Gemütlich mit Gelbtönen: In diesem Jugendzimmer wird das Bett tagsüber als Sofa genutzt. (Quelle: Katarzyna Bialasiewicz/Getty Images)

Jugendzimmer: Ausdruck der Individualität

Die Geschmäcker sind verschieden, so auch bei der Einrichtung. Die Gestaltung des Jugendzimmers sollte vor allem in der Hand des Jugendlichen selbst liegen. Möglicherweise sehen Jugendliche ihren Freiraum dadurch gegeben, dass sie alte Möbel vom Flohmarkt selbst wieder herrichten. Design und Farbe mögen nicht zusammen passen, sind aber Ausdruck der Individualität. Der Schreibtisch muss nicht aus dem Möbelhaus sein, es gibt verschiedene Möglichkeiten, ihn selbst zu bauen. Wenn als Beine alte Holzkisten dienen, die vorne geöffnet sind, entsteht wunderbarer Stauraum für Bücher oder DVDs. Bei der Auswahl und der Gestaltung der Arbeitsplatte gibt es auch unzählige Varianten – von Holz über Glas bis hin zu Europaletten.

Eltern sollten ihren Kindern die Anhaltspunkte geben, auch hinsichtlich des benötigten Stauraumes. Um Schränke kommt niemand herum. Diese sollten in der Größe so bemessen sein, dass sie gerade bei kleineren Räumen den jugendlichen Freiraum optisch nicht einengen.

Jugendzimmer: Verschiedene Blautöne schaffen schöne Akzente. (Quelle: Getty Images/Katarzyna Bialasiewicz)Jugendzimmer: Verschiedene Blautöne schaffen schöne Akzente. (Quelle: Katarzyna Bialasiewicz/Getty Images)

Farben im Jugendzimmer

Grundsätzlich sollten die Jugendlichen auch bei der Farbgestaltung des Jugendzimmers ein Mitspracherecht erhalten. Dies kann sich dann auch im Setzen individueller Farbakzente äußern. So sind beispielsweise farbige Streifen oder auch geometrische Formen eine willkommene Auflockerung und können bei richtiger Verwendung für ein Plus an Lebendigkeit sorgen.

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Was ist eine Jugendkultur?

Jugendliche Szenen sind präsent in der alltäglichen Wahrnehmung, prägen Zeitgeist, Mode- oder Musikstile. Für die Elterngeneration ist es da schwer, den Überblick über die aktuellen Trends zu behalten. Und was ist überhaupt eine Jugendkultur?

Den Begriff „Jugend“ als Lebensabschnitt zwischen Kindheit und Erwachsenendasein gibt es erst seit circa hundert Jahren und ebenso lange existieren Jugendkulturen und Jugendbewegungen. Letztere sind organisierte Zusammenschlüsse, während Jugendkulturen eben genau das nicht sein wollen: organisiert und geregelt.

Mit der Jugendbewegung der „Wandervögel“ tauchten Anfang des 20. Jahrhunderts zum ersten Mal Heranwachsende auf, die sich demonstrativ und freiheitsliebend der Natur zuwandten und dies als erste zaghafte Rebellion und Abgrenzung gegen die strikten moralischen Zwänge der älteren Generation verstanden.

In den fünfziger Jahren folgten die Halbstarken der Rock ’n‘ Roll-Zeit, in den wilden 60er und 70er Jahren wurde das Aufbegehren politisch und die Jugend ging auf Konfrontationskurs zum Establishment, brach offensiv bürgerliche Tabus.

Jeder, der über dreißig war, galt automatisch als „Spießer“. Provokation um jeden Preis hieß die Devise, um den „Otto Normalverbraucher“ aus der Reserve zu locken und zu schockieren. Das galt für die Hippies, die mit Flower-Power, LSD und ihrem wörtlich gemeinten „make love not war“ auf sich aufmerksam machten, genauso wie für die Stones-Anhänger, die mit ihrer Lebensphilosophie „sex and drugs and Rock ’n‘ Roll“ die Gemüter der älteren Generation mächtig in Wallung brachten.

Und schließlich die Punks, die mit ihren dreckigen Klamotten, Sicherheitsnadeln und Irokesen-Frisuren mit großen Lettern „Anarchie“ auf ihre Fahnen geschrieben hatten. So verschieden diese Trends waren, eines hatten sie gemeinsam. Ihnen ging es um offenes Ausleben des Generationskonfliktes, um die inszenierte sichtbare Rebellion.

Jugendkulturen: unpolitisch, freiwillig und kommerziell

Heute ist die radikale und politische Opposition gegen die Gesellschaft der Elterngeneration nur noch bei wenigen Teenagern ein Thema, denn die aktuelle Jugendkultur hat sich zu einem äußerst vielfältigen und populären Freizeitkosmos gewandelt, in dem der Kommerz eine große Rolle spielt. Deshalb kann man die meisten trendigen Szenen nur noch schwerlich als Subkulturen mit Nischendasein bezeichnen, denn sie sind Teil unserer Konsumgesellschaft.

Jugendkulturen sind heute deshalb für die Kids attraktiv, weil sie so ihren Alltag ein wenig bunter färben, mit unangepassten Lebenskonzepten experimentieren und mit Gleichgesinnten eintauchen können in eine selbstgeschaffene soziale Heimat. So sind sie weit weg von den Problemen, die es mit den Eltern gibt, weit weg vom Schulstress und weit weg von allen anderen schlechten Nachrichten, die täglich in den Medien auf sie einströmen in einer immer unübersichtlicher werdenden Welt.

Kein Wunder also, dass ein überwiegender Teil der Teenager mit einer oder sogar mehreren populären Szenen sympathisiert. Das berichten Beate Großegger und Bernhard Heinzlmaier in ihrem Buch „Jugendkultur Guide“. Sie werten die freiwillige Mitgliedschaft in einer bestimmten Gruppe vor allem als Abnabelung von der eigene Kindheit: „Durch seine demonstrative Zuordnung zu einer Jugendszene signalisiert der junge Mensch seiner Umwelt: ‚Aufgepasst, ich bin kein Kind mehr, ich bin jetzt ein Jugendlicher!‘ Und er macht dies deutlich, indem er sein Zimmer mit Postern von Hardcore Skatern tapeziert, in großer Laustärke Hip Hop hört und Hosen im ‚Oversized-Look‘ trägt.“

Jugendkulturen sind unabhängig vom Milieu

Charakteristisch für Jugendkulturen ist, dass sie hauptsächlich männlich dominiert sind. Das ist beispielsweise bei den Hip-Hoppern oder auch bei den Skatern der Fall. Doch die Mädchen holen auf. Vor allem bei den Funsportarten wie etwa Snowboarden oder bei denjenigen Gruppierungen, die sich vor allem über bestimmte Moden definieren, wächst der weibliche Anteil. Genaue Zahlen gibt es darüber jedoch nicht.

Eine untergeordnete Rolle spielten dagegen die soziale Herkunft und das Bildungsniveau der Kids, so die Autoren Großegger und Heinzlmaier: „Das Herkunftsmilieu hat als verbindendes ebenso wie als trennendes Moment kaum mehr Bedeutung. Gemeinsame Lebenslagen schaffen für Jugendliche – gerade in der Freizeit – immer weniger eine Grundlage für gemeinsame Erfahrungsräume.“

Der „Code“ bestimmt über die Zugehörigkeit in Jugendkulturen

Gemeinsam ist allen Szene-Kulturen, dass sie nur über eine bestimmte Wiedererkennbarkeit funktionieren, einen definierten „Code“ haben, der eine Summe aller sprachlichen, bildlichen und mimischen Zeichen bildet und so etwas ist wie das „Identifikationsdesign“ der Gruppe, über das ein bestimmtes unverwechselbares Lebensgefühl transportiert wird.

Das Prinzip eines „Codes“ kann man beispielsweise bei den Hip-Hoppern gut erkennen: Deren typischer Bilder-Code sind die Graffitis, im Zentrum des musikalischen Codes steht der Sprechgesang, das sogenannte „Rappen“, und auf der mimischen Ebene ist der „Breakdance“ ein eindeutiges Erkennungsmerkmal dieser Szene. Wer nur halbherzig solches „Szene-Knowhow“ zelebriert, wird von den Hardcore-Insidern gnadenlos als „Poser“ entlarvt und nicht akzeptiert. Um wirklich zum harten Kern zu gehören, muss der „Code“ zu hundert Prozent gelebt werden.

Doch solche „Codes“ sind nur sinnvoll, wenn sie auch für die Außenwelt sichtbar werden, da sonst das Prinzip der Abgrenzung nicht funktioniert. Deshalb kann Jugendkultur nicht in Abgeschiedenheit existieren, sondern muss sich auf der Bühne der Öffentlichkeit abspielen, wie die Autoren Beate Großegger und Bernhard Heinzlmaier in ihrem Buch feststellen: „Die Szenewelt ist eine demonstrative Welt. In ihr geht es um sehen und gesehen werden. Wer einer Szene angehört, möchte es seiner Umgebung im wahrsten Sinne des Wortes zeigen: ‚Seht her, ich bin ein Hip-Hopper!‘, ‚Sehr her, ich bin ein Skater!’“

Globalisierung durch Medien

Die Medien spielen bei der Verbreitung jugendkultureller Trends eine zentrale Rolle, bringen sie heute in jedes Dorf. Sie transportieren die bunte Vielfalt der Jugendszenen, machen sie zum Mainstream und führen die Teenager immer früher in die verschiedenen Stile der Popkultur ein.

Für echte Insider sind diese Medien jedoch eher irrelevant. Sie greifen auf Szene-Medien zurück, lesen Fachmagazine, surfen auf zahllosen spezifischen Internetseiten und tauschen sich innerhalb der Gleichgesinnten-Community vor allem digital über Web-Blogs, Gästebücher oder private Homepages aus, führen dort ihre „Fachdiskurse“, nach dem Motto „act local, but communicate global“. Vor allem die trendigen Sport- und Modemarken kurbeln mit ihren Internetseiten die Szene an. Neue Produkte werden so schnell vermarket und Teil des globalen Szene-Codes.

Jugendkulturen sind kurzlebig und unübersichtlich

Durch solche virtuellen Umschlagplätze sind die Jugendkulturen heute einem ständigen Wandel unterworfen, differenzieren sich permanent, werden in ihre Spielarten bunter, aber gleichzeitig auch wesentlich unübersichtlicher und kurzlebiger. Jugendexperte Klaus Farin sagt, Massenbewegungen würden nun nicht mehr entstehen, denn bestimmte Trends würden zu schnell von den Medien aufgegriffen und dann zum Mainstream geformt, so dass das langsame Heranwachsen einer großen Jugendbewegung kaum noch möglich wäre.

Heute gehören zu den (Jugend-)Szenen zum Beispiel Beauty Gurus, Hipster, Parkour-Läufer oder Veganer. Auffällige Szenen der vergangenen Jahrzehnte finden Sie hier: Sieben bekannte Jugendkulturen.

Bei „t-online.de Familie“ finden Sie alles, was Eltern bewegt: Jetzt Fan werden und mitdiskutieren!

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Ärger um Lootboxen: Videospiele verleiten Jugendliche zum Geldausgeben

Immer mehr Eltern suchen Rat bei Suchtberatungsstellen wegen mutmaßlicher Glücksspielelemente in den Videogames ihrer Kinder. Sogenannte „Lootboxen“ verleiten den Spieler dazu, immer wieder Kleinstbeträge in virtuelle Güter zu stecken. Im Ausland zieht man bereits Verbote in Betracht. 

Bei der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen suchen immer mehr Eltern Rat wegen bedenklicher Computerspiele ihrer Kinder. Das teilte die Landesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Landtag mit.

Dabei ging es um glücksspielähnliche Elemente in Spielen wie sogenannte Lootboxen („Beuteboxen“). Mit den kostenpflichtigen virtuellen Kisten, deren Inhalt der Käufer vorher nicht kennt, verschafft er sich einen Spielvorteil.

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien sieht Risiken. Die Landesmedienanstalten prüfen am Mittwoch, ob die Beuteboxen jugendgefährdend sind. 

Schweden will die Gesetze anpassen

Spekulationen über mögliche Verbote von Lootboxen in Deutschland stehen im Raum. Dazu müsste aber der Gesetzgeber aktiv werden – so wie etwa in Schweden. Dort will man Lootbox-Systeme als Glücksspiel einstufen und entsprechende Videogames strengeren Regeln unterwerfen. 

Die deutschen Landesmedienanstalten können das Konzept der Lootboxen nicht grundsätzlich verbieten, sondern nur in bestimmten Fällen und auch nur auf Beschwerden hin ein Verbot von einzelnen Titeln prüfen. Grundlage könnte etwa eine Regelung sein, die es Anbietern untersagt, Kinder und Jugendliche mit Kaufappellen zu belästigen. 

Auch innerhalb der erwachsenen Gamer-Szene sind Lootboxen umstritten. Viele Spieler ärgert es, dass sich die Entwicklerstudios durch in-Game-Verkäufe zusätzlich bereichern wollen. 

Zocken ohne Limit

Das Konzept scheint sich dennoch durchzusetzen: Immer mehr Blockbuster, deren Entwicklung inzwischen teilweise bis zu mehrere hundert Millionen US-Dollar kostet, setzen auf Lootboxen oder ähnliche Systeme. 

Die virtuellen Schatzkisten winken als Belohnung für bestimmte Leistungen im Spiel oder lassen sich gegen Bezahlung erwerben. Der Inhalt soll den Spielern Vorteile einbringen. Was genau sich in der Kiste verbirgt, weiß der Spieler aber nicht, denn sie werden zufällig „befüllt“. 

Das verleitet natürlich dazu, möglichst viele Boxen zu öffnen. Wie viele Kisten der Spieler kauft, bleibt ihm selbst überlassen. Ein Ausgabelimit gibt es in den meisten Spielen nicht. Die Zahlen zum Nutzerverhalten halten die Anbieter  sorgfältig unter Verschluss. Wie viel Geld die Lootbox-Nutzer also im Durchschnitt ausgeben oder ob sich daraus ein weit verbreitetes Suchtverhalten ableiten lässt, kann niemand genau sagen. 

Geständnis eines Süchtigen: 13.500 US-Dollar für virtuelle Güter

Umso mehr Aufmerksamkeit erregen die Extremfälle. So machte im November 2017 der offene Brief eines 19-jährigen Reddit-Users die Runde. Darin outete sich „Kensgold“ als glücksspielsüchtig und gab zu, 13.500 US-Dollar für Mikrotransaktionen in Computerspielen ausgegeben zu haben. In dem Posting appellierte er an die Spiele-Industrie, auf Menschen, bei denen ein erhöhtes Suchtrisiko besteht, mehr Rücksicht zu nehmen. 

Allerdings übernimmt Kensgold auch selbst Verantwortung für sein Handeln und räumt ein, dass sein problematisches Verhalten nicht unmittelbar mit der Einführung von Lootboxen zusammenhänge. So habe er schon früher große Summen für in App-Käufe in Mobile Games ausgegeben. 

Extremfälle sind die Ausnahme 

Die Gaming-Community bezeichnet Menschen wie Kensgold als „Wale“. Das sind User, die weit mehr für ihr Spiele-Verhalten ausgeben als der Durchschnitt. Glücksspielsucht sei demnach nur eine Ausnahmeerscheinung unter Gamern. 

Dennoch werden Schutzmaßnahmen wie etwa ein monatliches Ausgabelimit für Lootboxen und die Einführung eines Mindestalters für Spieler von vielen für sinnvoll erachtet. 

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
  • Gamestar
  • Kotaku
  • Offener Brief von „Kensgold“
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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Studie: 100 000 Teenager sind süchtig nach sozialen Medien

Berlin (dpa) – Ständig chatten, posten und liken: Rund 100 000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sind nach einer Studie der Krankenkasse DAK süchtig nach sozialen Medien. Für die Untersuchung ließ die Kasse 1001 Jungen und Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren befragen und rechnete die Ergebnisse auf die Bundesrepublik hoch. «Die Ergebnisse sind alarmierend», sagte DAK-Vorstandschef Andreas Storm bei der Vorstellung der Studie in Berlin. Demnach zeigten 2,6 Prozent der Teenager ein Suchtverhalten nach sozialen Medien. Die Folgen: unter anderem Schlafmangel und phsychische Probleme.

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Cringe, cornern und Co.: Kleines Wörterbuch der Jugendsprache

Wenn Jugendliche sich unterhalten, stehen Erwachsene so manches Mal daneben und können nur mit den Schultern zucken. Was bitte reden die da? Ausdrücke wie „cringe“, „cornern“ oder auch „Auf dein Nacken!“ versteht nicht jeder. Wissen Sie, was das alles bedeutet? Falls nicht, werfen Sie einen Blick in unser kleines Wörterbuch der Jugendsprache.

Der Begriff Jugendsprache fasst alle Formen jugendspezifischer Kommunikationsweise zusammen.

Definition Jugendsprache und ihre Funktionen

Definition Jugendsprache: „Unter Jugendsprache wird in der Sprachwissenschaft die Gesamtheit von Sprachstilen Jugendlicher gefasst, wie sie in Jugendgruppen (Peergroups), Szenen, jugendlichen Milieus, Teil- und Subkulturen auftreten.“

So heißt es auf der Internetpräsenz der Gesellschaft für deutsche Sprache. Die Funktionen Jugendlicher Sprachstile sind demnach sehr unterschiedlich:

  • Abgrenzung gegenüber der Elterngeneration und anderen Jugendgruppen bis hin zum Protest
  • eigene Identitätsbildung sowie Selbstinszenierung
  • Aspekt des Spielerischen, der Innovation
  • affektive Entlastung
  • Credibility-Effekt: Kommunikation von Glaubwürdigkeit und Authentizität
  • Sprachökonomie (Tendenz der Sprache zu Sparsamkeit und Vereinfachung)

Jugendsprache entwickelt sich ständig weiter. Was gerade noch als „cool“ oder „geil“ bezeichnet wurde, ist plötzlich eher „porno“ und dann schon wieder „tight“ oder „lit“. Somit hat jede Generation auch ihre ganz eigene Jugendsprache. Es gibt nicht die eine Jugendsprache, streng genommen sind es Jugendsprachen, die sich natürlich nicht nur von Generation zu Generation, sondern auch von Region zu Region oder sogar von Peergroup zu Peergroup unterscheiden. Um jugendsprachliche Ausdrücke zu verstehen, wird dementsprechend ein spezifisches kulturelles Wissen benötigt.

Das sind Merkmale von Jugendsprache

Charakteristisch für Jugendsprache ist unter anderem ein bestimmter Wortschatz. Ebenso sind Stilmittel wie Ironie oder Provokation Teil davon. In den vergangenen Jahren wurden zudem viele Abkürzungen verwendet (zum Beispiel Yolo für „You only live once“, zu Deutsch: „Man lebt nur einmal.“). Merkmale jugendlichen Sprechens können überdies zum Beispiel sein:

  • das Verwenden von Werbesprüchen oder Zitaten aus Filmen, Serien, Songtexten etc.
  • kreative und spielerische Verfremdung von Wörtern, Äußerungen oder Wendungen („Lassen Sie mich Arzt, ich bin durch.“, „Smombie“)
  • ethnolektales Sprechen, also Sprechen in grammatisch fehlerhaftem Deutsch („Isch geh Bahnhof.“)
  • Bedeutungsverschiebung („Porno“ war früher nur die Kurzform von Pornographie, in der Jugendsprache wird „porno“ synonym für „interessant“ oder „fett“ verwendet)
  • Verwendung intensivierender Ausdrücke („fett“, „de luxe“, „hamma“)
  • Schimpfwörter und Vulgarismen („kahba“ bedeutet so viel wie „Schlampe“)
  • Anglizismen, aber auch Entlehnungen aus anderen Sprachen („hustlen“, „Habibi“)
  • Mischsprache aus Deutsch und Englisch
  • Wortneuschöpfungen („Merkules“, „Gönnjamin“)
  • szenesprachliche Wörter (zum Beispiel Einflüsse aus der Musikszene, „fly sein“ stammt beispielsweise aus der Hip-Hop-Szene)
  • Dehnungsphrasen („irgendwas“, „oder so“)
  • Satzabbrüche
  • metaphorische, oftmals hyperbolische Sprechweisen („Obermacker“ = Direktor)

Medien haben einen Anteil an der Verbreitung solcher Wörter und Ausdrucksweisen. Allerdings sind die Darstellungen von Jugendsprache in den Medien oft übertrieben. So stellt die Gesellschaft für deutsche Sprache der Jugendsprache die Medien-Jugendsprache gegenüber, „in der einzelne ‚exotische‘ Wörter gelistet oder behandelt werden“. Sie finde sich nicht nur in Medienberichten, sondern auch in populistischen Wörterbüchern und fiktionalen Texten.

Jugendsprache: Liste mit Ausdrücken und ihren Bedeutungen

Unsere Liste erklärt einige Ausdrücke der Jugendsprache von 2019 und einigen vorausgehenden Jahren.

Jugendwort

Bedeutung

AF (as fuck)

Betonung, wie besonders etwas ist, Beispiel: „Die neue Staffel ist sick as fuck!“

ahnma

versuche, es zu verstehen

Alman

ein Mensch, der sich dem deutschen Klischee entsprechend verhält

Appler

eine Person, die mit seinem Apple-Produkt angibt, also ein Apple-Angeber, Anspielung auf Getränk „Äppler“

Auf dein Nacken!

Du zahlst!

Axelfasching

Achselhaare

Babo

Boss, Anführer

Bambusleitung

schlechte Internetverbindung

Banalverkehr

belangloser Chatverlauf

bashen

besiegen

Beef

Streit, Kampf

Bestie

beste Freundin

Borderitis

Allergie gegen Grenzen

boyfriend-material/ girlfriend-material

ein Mann/ eine Frau, der/ die sich für eine Beziehung eignet

Bratan

Kumpel

breiern

brechen und trotzdem weiter feiern

cheedo

cool

chinning

Doppelkinn-Challenge, bei der man Selfies mit Doppelkinn postet

cornern

an einer Straßenecke herumlungern und trinken

cringe

Ausdruck, um zu zeigen, dass man sich fremdschämt, etwas peinlich ist

Dab

Tanzfigur, bei der eine Hand vors Gesicht und die andere schräg nach oben gehalten wird

darthvadern

den Vater raushängen lassen („Ich bin immer noch dein Vater“)

Dummfall

dummer Unfall

Ehre genommen

gedemütigt

Ehrenmann/ Ehrenfrau

Gentleman/Lady; jemand, der etwas Besonderes für dich tut

einwrapen

in eine Decke einrollen wie ein Wrap

exting

mit jemandem via Texting bzw. Text-Messenger Schluss machen

fermentieren

kontrolliertes Gammeln

fernschimmeln

nicht am gewohnten Platz chillen

Fleischdesigner

Chirurg

fly sein

jmd./etw. geht besonders ab

gefresht

ohne Durst, sitt

GEGE

Good Game, drückt Zufriedenheit aus

Geht fit.

Geht klar.

Gib ihm!

Ja man! Mach das! Richtig so!

glucose-haltig

süß

Gönnjamin

jemand, der sich Luxus gönnt

Googleschreiber

Person, die die URL bei Google eingibt

Gymkie

extremer Fitnesssportler, Gym + Junkie

Habibi

Schatz, Liebling

hartzen

rumhängen, arbeitslos sein

Hopfensmoothie

Bier

hustlen

hart arbeiten, sich für (finanziellen) Erfolg anstrengen

Ich küss dein Auge.

Ich hab dich gern oder ein sehr starkes Danke

I bims

Ich bin’s

Igers

Instagrammer

Interneteier

Mut, nur online laut zu sein

Ja, Moin!

Ausdruck der Verwunderung

kek

LOL, oder: Verlierertyp

Kocum

mein Bester, bester Freund

lan

krass

Lauch

Trottel

Läuft bei dir.

cool, krass

lmgtfy (let me google that for you)

Ausdruck, wenn jemand eine unnötige Frage stellt, die auch Google beantworten kann

lindnern

lieber etwas gar nicht machen, als etwas schlecht machen

lit

sehr cool

lituation

eine Situation, die lit (cool) ist

looten

einkaufen gehen (aus dem Englischen für „Beute“)

mailden

per Mail melden

merkeln

nichts tun, keine Entscheidung treffen

Merkules

Mischung aus Angela Merkel und Herkules

modeln

Hunger aushalten

Mois

Alter, Kumpel, Bro

napflixen

Nickerchen machen und dabei einen Film laufen lassen (Zusammensetzung aus nap und Netflix)

nicenstein

perfekt, den Wünschen entsprechend

Niveaulimbo

Absinken des Niveaus, beispielsweise bei Partys

Overcut

Halbglatze

rant

Ausraster, Beispiel: Der ist gerade voll am Ranten!

schatzlos

single

schmoof

smooth, geschmeidig

Screenitus

Gefühl, wenn man zu lange auf den Bildschirm gestarrt hat

sheeeesh

Wirklich? Echt jetzt? Nicht dein Ernst!?

Smombie

beschreibt jemanden, der von seiner Umwelt nichts mehr mitbekommt, weil er nur auf sein Smartphone starrt (Smartphone + Zombie)

Snackosaurus

verfressener Mensch

sozialtot

nicht in sozialen Netzwerken angemeldet

Süßmo

süße Person, Kosename

swag

beneidenswerte, lässige Ausstrahlung, charismatisch-positive Aura

Swaggernaut

extrem coole Person

Squad

extrem coole Gruppe

tacken

Nachrichten schicken, während man auf dem Klo sitzt (Zusammensetzung aus texten und kacken)

Teilzeittarzan

jemand, der sich hin und wieder wie ein Affe verhält

Tindergarten

Sammlung von Onlinedating-Kontakten

Tintling

Tätowierer

trumpeten

große Versprechen machen, ohne an die Folgen zu denken

Tschuligom

Entschuldigung

Tweef

Beef (Streit) über Twitter

Uhrensohn

jemand, der sich zur falschen Zeit wie ein Idiot benimmt

unlügbar

definitiv, unbestritten

verbuggt

voller Fehler, falsch gestrickt

Vollpfostenantenne

Selfie-Stick

vong

von

wack

uncool, langweilig

Was ist das für 1 Life

Ausdruck von Erstaunen in einer außergewöhnlichen Situation

Yolo

Akronym für „You only live once.“, Aufforderung, alle Chancen auf Erlebnisse zu nutzen

zuckerbergen

stalken

Die zweite Übersicht listet Jugendwörter und -ausdrücke auf, die aus noch weiter zurückliegenden Jahren stammen. Also Achtung, manche davon sind schon wieder „total out“. Falls man das heutzutage überhaupt noch so sagt…

Jugendwort

Bedeutung

abgefuckt

verbraucht, klebrig, runtergekommen

abgespaced

verrückt, abgefahren

assig

doof

Atze

Kumpel

auf keinsten

auf keinen Fall

aufpimpen

aufmotzen, übertrieben aufstylen

bashen

besiegen

Beef

Streit, Kampf

bombe

sehr gut, toll

breit

berauscht, betrunken

checken

nachschauen, anschauen, untersuchen

chillen

sich ausruhen

chillig

angenehm zu hören

cremig

locker, cool

cruisen

ziellos umherfahren

de luxe

super, toll, großartig

dick geflasht

überwältigend

dissen

sich abfällig äußern über

Emo

eine Musik-/Jugend-/Stilbewegung

fjedn

auf jeden Fall

funzen

funktionieren

grottenschlecht

sehr schlecht

hacke

besoffen

hamma/hammer

super, toll

Hau rein!

Tschüss, Mach´s gut!

Homie

Freund

Hood

Viertel, Gegend

Horst

Idiot

Lachflash

Lachanfall

Mecces

McDonald’s

Pfosten

sehr dumme Person, die nichts versteht

phat

sehr gut

Player/Playa

gut aussehender Junge

poppen

Geschlechtsverkehr haben

ralle

betrunken

Rotzbremse

Schnurrbart

Saftschubse

Flugbegleiterin

saugen

downloaden

snacken

etwas essen

stylisch

im Trend sein

telen

telefonieren

tight

großartig, cool

versifft

heruntergekommen, dreckig

Vollpfosten

besonders dumme Person

vorglühen

vor einer Party Alkohol trinken, um in Stimmung zu kommen

Verwendete Quellen:

  • Langenscheidts Wahl des Jugendworts 2017
  • Langenscheidts Wahl des Jugendworts 2018
  • Pons Verlag „Wörterbuch der Jugendsprache“
  • Langenscheidt „100 Prozent Jugendsprache 2018“
  • Erhebung von vergleich.org: Das 2019 am häufigsten gegoogelte Jugendwort
  • Gesellschaft für deutsche Sprache
  • Eva Neuland: Jugendsprache. Eine Einführung. (2008)
  • eigene Recherchen
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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Ritzen: Warum sich viele Jugendliche selbst verletzen

Für viele mag das unvorstellbar sein, dennoch kommen Ritzen und andere Selbstverletzungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen immer wieder vor. Was sind die Gründe? Wie können Eltern helfen? Tipps von Medizinern und Psychologen lesen Sie hier.

Zuerst kneifen sie sich vielleicht nur in den Arm oder schlagen mit der Faust an die Wand. Doch irgendwann reicht das nicht mehr, um die große innere Spannung abzubauen – und Betroffene ritzen sich mit einem Messer in den Unterarm.

Etwa ein Drittel der Jugendlichen hat sich schon einmal geritzt

Wie viele Menschen davon betroffen sind, ist nicht genau erfasst. Eine Studie der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Heidelberg ergab vor einigen Jahren, dass sich rund ein Drittel aller Schülerinnen zwischen 14 und 16 Jahren im Rhein-Neckar-Kreis schon einmal absichtlich eine Schnittverletzung zugefügt hat. Etwa 18 Prozent der Schülerinnen und acht Prozent der Schüler tun dies demnach häufiger.

Selbstverletzendes Verhalten (SVV) 

„Unter selbstverletzendem Verhalten (SVV) wird das absichtliche Zufügen von äußerlichen Wunden verstanden“, erklärt der Psychiater Michael Armbrust, Chefarzt der Schön Klinik Bad Bramstedt in Schleswig-Holstein und langjähriger Experte auf dem Gebiet der Persönlichkeitsstörungen. Dazu gehörten zum Beispiel Schnitte mit dem Messer oder anderen Klingen, Beißen, Verletzungen mit einem heißen Bügeleisen oder das Ausdrücken von Zigaretten auf der Haut. „Dabei werden meist die Arme und Beine verletzt“, sagt er. Ritzen ist nur eine Form von selbstverletzendem Verhalten.

Was sind die Ursachen für das Ritzen?

Aber woher kommt der Drang, sich selbst zu verletzen? „Das kann verschiedene Ursachen haben“, berichtet die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Inka Saldecki-Bleck. Meist spiele eine depressive Entwicklung eine wichtige Rolle. „Oft liegt es an Störungen in der Kindheit.“ Es könne zum Beispiel sein, dass jemand als Kind abgelehnt wurde, wenig Liebe erfahren hat und so kaum ein Selbstwertgefühl entwickeln konnte.

„Auch ein traumatisches Erlebnis kann eine Ursache sein“, sagt die Psychologin. Beispiele sind sexueller oder emotionaler Missbrauch, eine schlimme Scheidung der Eltern oder der frühe Tod eines Elternteils. Auch Liebeskummer oder Mobbing in der Schule können überfordern und zu autoaggressivem Verhalten führen. „Dinge wie diese können unter anderem dazu führen, dass man innerlich wütend ist, viel mit sich machen lässt und sich nicht durchsetzen kann.“ Dadurch kann sich Spannung aufbauen, die irgendwie raus muss.

„Betroffene berichten, dass sie durch das Ritzen oder anderes selbstverletzendes Verhalten inneren Druck abbauen können“, sagt der Mediziner Armbrust. Außerdem hätten viele Betroffene das Gefühl, neben sich zu stehen, sich und ihr Leben von außen zu beobachten – ein Gefühl von Taubheit und gewisser Leere. „Sie berichten, dass sie sich durch das Ritzen wieder spüren und lebendig fühlen.“

Ritzen ist keine Lösung – was wirklich Hilfe verspricht

Eine wirkliche Hilfe ist das selbstverletzende Verhalten nicht. Denn die eigentlichen Probleme verschwinden damit nicht. Besser ist es, sich jemandem anzuvertrauen – und professionelle Hilfe zu holen. „Man muss sich für dieses Verhalten nicht schämen“, betont Expertin Saldecki-Bleck. „Es ist besser, sich Hilfe zu suchen, als das alles mit sich selber abmachen zu wollen.“ Zum Beispiel könnten Kinder- und Jugendberatungsstellen, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten oder spezielle Ambulanzen erste Anlaufstellen sein – auch für Eltern, die bemerken, dass sich ihre Kinder selbst Verletzungen zufügen.

Hilfe: Strategien zur Bewältigung negativer Gefühle entwickeln

Hilfe gibt es auch in vielen Kliniken. „Wir können zum Beispiel Medikamente geben, um die unerträgliche Spannung abzubauen“, sagt Armbrust. „Das kann schon sehr schnell helfen.“ Noch besser ist jedoch eine spezielle Therapie, die häufig stationär in einem Krankenhaus erfolgt. „Dabei lernen die Patienten, mit dem selbstverletzenden Verhalten aufzuhören.“ Viele der Betroffenen ritzten sich nach vier bis sechs Wochen nicht mehr.

Als Ersatz könne dabei ein Verhalten dienen, das einen ähnlichen Effekt zum Spannungsabbau hat, aber deutlich weniger schädlich ist, zum Beispiel kaltes Duschen oder der Verzehr einer Chilischote. „Außerdem trainieren wir in einer Verhaltenstherapie, wie man mit seinen Problemen anders umgehen kann.“ Dafür muss man aber Geduld mitbringen: „Nach etwa zwei Jahren spüren viele Patienten eine deutliche Besserung und Linderung.“

So können Eltern helfen

Diese Tipps von Professor Jörg Fegert, ehemaliger Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (DGKJP), können besorgten Eltern eine erste Hilfe sein. Wichtig ist aber immer, sich rasch professionelle Hilfe zu suchen, um dem Jugendlichen zu helfen.

  • Verletzen sich Kinder selbst, sollten Eltern darauf nicht mit Vorwürfen oder Drohungen reagieren. Dies könne Kinder unter Druck setzen und die Situation noch weiter verschärfen.
  • Am besten wenden sich Mutter oder Vater zunächst an eine Beratungsstelle, bevor sie mit ihrem Kind reden. So können sie herausfinden, wie sie das Problem am besten ansprechen.
  • Im Gespräch mit ihrem Kind sollten Eltern zeigen, dass sie es ernst nehmen und ihm helfen möchten.
  • Selbstverletzendes Verhalten wie Ritzen tritt meist begleitend zu einer psychischen Störung oder Krankheit wie Depression, Borderline- oder Essstörung auf. Die Selbstverletzung ist für Erkrankte oft ein Mittel, um inneren Druck abzubauen oder sich von unangenehmen Gefühlen abzulenken.
  • Ist das Kind gesprächsbereit, sollten Eltern es dazu ermutigen, sich in therapeutische Hilfe zu begeben. In der Therapie geht es darum, die Ursachen für die Selbstverletzung herauszufinden und andere Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
  • Das Forum „Rote Tränen“ bietet erste Hilfe und Informationen für Betroffene und Angehörige.
Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagenturen dpa, dpa-tmn

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Tausende Teenager sind süchtig nach sozialen Medien

Ständig chatten, posten und liken: Rund 100.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sind nach einer repräsentativen Studie der Krankenkasse DAK süchtig nach sozialen Medien.

Für die Untersuchung ließ die Kasse 1.001 Jungen und Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren von Meinungsforschern befragen und rechnete die Ergebnisse auf die Bundesrepublik hoch. Das erläuterte DAK-Vorstandschef Andreas Storm bei der Präsentation der Studie in Berlin. „Die Ergebnisse sind alarmierend“, ergänzte er. In der Studie zeigten 2,6 Prozent der Teenager ein Suchtverhalten nach sozialen Medien. Folgen sind nach Angaben der Forscher nicht allein Schlafmangel, Realitätsflucht und Stress mit den Eltern. Ausgewählte Ergebnisse der Studie:

Was heißt Social-Media-Sucht?

Zu den Kriterien zählen die Forscher des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kinder- und Jugendalters ein ständiges Denken an Freunde-Netzwerke oder Messenger-Dienste im Internet – selbst in der Schule und in der Lehre. Dazu kommen Entzugserscheinungen wie Gereiztheit, Unruhe oder Traurigkeit, wenn das Handy oder andere Empfangsgeräte nicht in der Nähe sind. Unter Kontrollverlust verstehen die Wissenschaftler, dass Teenager unfähig sind, ihre Zeit für soziale Medien selbst zu begrenzen. Auch ihr Verhalten kann sich ändern: Kinder und Jugendliche verlieren zum Beispiel das Interesse an Hobbys. Sie lügen über das Ausmaß ihrer Nutzung sozialer Medien und riskieren Freundschaften, Schulerfolg oder Karrierechancen für ihr Online-Dasein.

Wer verbringt am längsten im Sozialen Netzwerken? 

Die große Mehrheit der Kinder und Jugendlichen (85 Prozent) ist laut Studie jeden Tag insgesamt knapp drei Stunden in sozialen Medien unterwegs – Mädchen mit 182 Minuten etwas häufiger als Jungen (151 Minuten). Abiturienten verbringen etwas weniger Zeit online (149 Minuten) als Teenager mit mittlerem oder niedrigerem Schulabschluss (207 Minuten). Am häufigsten nutzen die Befragten

  • WhatsApp (66 Prozent), 
  • Instagram (14 Prozent),
  • Snapchat (9 Prozent) und
  • Facebook (2 Prozent).

Wie wirkt sich die Nutzung auf das Familienleben aus?

Wegen der hohen Nutzung sozialer Medien kommt es bei sechs Prozent der befragten jungen Leuten zu häufigen Streits mit ihren Eltern. Bei 16 Prozent gibt es manchmal Auseinandersetzungen. Je jünger die befragten Jungen und Mädchen sind, desto häufiger kracht es. 14 Prozent der 12- und 13-Jährigen nutzen soziale Medien deshalb oft heimlich.

Welche gesundheitlichen Folgen hat die intensive Nutzung?

Knapp jeder fünfte 12- bis 17-Jährige gibt an, wegen der Social-Media-Nutzung manchmal zu wenig zu schlafen (17 Prozent). Bei sechs Prozent kommt dies sehr häufig oder häufig vor. Je älter die befragten Jungen und Mädchen sind, umso eher geben sie an, manchmal wegen sozialer Medien zu wenig zu schlafen.

Unter allen befragten Teenagern ergaben sich durch die Antworten für Forscher bei acht Prozent Hinweise auf eine depressive Neigung. Auffällig war, dass jeder dritte Betroffene mit eher depressiver Stimmung auch zu einer problematischen Nutzung sozialer Medien neigte.

Verwendete Quellen:

  • dpa

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Pisa-Studie: Benachteiligte Schüler deutlich besser

Weit mehr sozial benachteiligte Schüler in Deutschland erreichen laut einer neuen Pisa-Studie solidere Schulleistungen als vor einem Jahrzehnt. Der Anteil dieser gut abschneidenden Schüler sei so stark gewachsen wie in kaum einem anderen OECD-Land, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit.

Der Anteil sozial benachteiligter 15-Jähriger mit entsprechenden Kompetenzen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften steigt von einem Viertel (25 Prozent) im Jahr 2006 auf ein Drittel (32,3 Prozent), wie eine von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichte Sonderauswertung der Pisa-Schulstudie ergibt.

Die Bildungsforscher stufen diese Jugendlichen damit als resilient, also belastbar, ein. Das bedeutet im Zusammenhang der Studie, dass sie trotz sozialer Nachteile solide Leistungen in der Schule zeigen. Für den Test erfragten die Wissenschaftler anhand von Angaben zum Bildungsstand und Beruf der Eltern oder auch der verfügbaren Bücher in einer Familie die soziale Herkunft der Jugendlichen.

Deutschland im internationalen Vergleich

Unter den OECD-Ländern konnte Deutschland zusammen mit Portugal den größten Zuwachs beim Anteil resilienter Schüler erreichen. Damit liegt das Land nun in diesem Punkt auch im internationalen Vergleich deutlich über dem Durchschnitt. In den OECD-Ländern belief sich der Anteil der resilienten Schüler im Schnitt nur auf rund 25 Prozent. Unter allen Pisa-Teilnehmern hatten Hongkong mit 53 Prozent und Macao mit 52 Prozent die höchsten Quoten. Besonders gering war der Anteil resilienter Schüler dagegen in Indonesien, Brasilien, Mexiko und Rumänien.

Faktoren, die die Leistung unterstützen

Laut Studie komme es auf eine gute soziale Mischung an der Schule und ein gutes Schulklima an. Ausstattung mit Computern oder Klassengröße seien unwichtiger. Selten wechselnde Lehrer wirkten positiv, ebenso offene Kommunikation und vertrauensvolle Beziehungen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zum Start der Koalitionsverhandlungen vor allem das Ziel einer Digitalisierung der Schulen hervorgehoben.

In Deutschland bieten laut OECD vor allem Ganztagsschulen geeignete Angebote für sozial benachteiligte Schüler über den Unterricht hinaus.

Deutschland schlecht im Ländervergleich

Gute Nachrichten für Deutschland ist man von Pisa nicht gewöhnt. 2000 hatte Pisa mit der Feststellung unterdurchschnittlicher Leistungen in Deutschland die Politik aufgerüttelt. Dann wurden unter anderem Ganztagsschulen gefördert.

Was ist die Pisa-Studie?

Bei der Studie handelt es sich um eine Pisa-Sonderauswertung der OECD in Kooperation mit der Vodafone-Stiftung Deutschland. Pisa (Programme for International Student Assessment) ist die weltweit größte Schulleistungsstudie. Sie erfasst die Kompetenzen von 15-Jährigen Jugendlichen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften, aber auch in Bereichen wie gemeinsamem Problemlösen. Seit dem Jahr 2000 werden diese Erhebungen in einem Turnus von drei Jahren mit wechselnden Schwerpunkten durchgeführt.

Die Tests dauern jeweils drei Stunden. Neben dem eigentlichen Test beantworteten die Schüler einen Fragebogen zu ihrer sozialen Herkunft. Aus diesen Angaben wurde ein Index zum sozioökonomischen Status gebildet. 

Quellen und weiterführende Informationen:
– dpa
– AFP
– OECD Berlin
– OECD zu frühkindlicher und schulischer Bildung inklusive PISA
– Ergebnisse der GroKo-Sondierungsgespräche
– Studie IQB-Bildungstrend 2016
– IGLU-Studie 2016

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Wieder mehr jugendliche Komatrinker in Rheinland-Pfalz

Nach einem Rückgang beim Komatrinken in Rheinland-Pfalz sind zuletzt wieder mehr Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung in Krankenhäuser eingeliefert worden. 2016 wurden 1425 junge Rheinland-Pfälzer wegen Komatrinkens behandelt, wie das Statistische Landesamt ermittelte. Im Jahr zuvor waren es 3,7 Prozent weniger; die jüngste Zahl liegt aber unter dem Höchststand des Jahres 2012. Auch bundesweit ging ihre Zahl nach oben. Aktuellere Zahlen liegen bisher nicht vor.

„Bunt statt blau“ heißt eine Kampagne des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums und der Krankenkasse DAK-Gesundheit gegen das Komatrinken. Unter dem Motto „Kunst gegen Komasaufen“ sind Schüler zum neunten Mal aufgefordert, Plakate zum Thema Alkoholmissbrauch und -prävention einzureichen, wie die DAK am Mittwoch mitteilte.

„Der Anstieg im letzten Jahr zeigt, dass wir in unseren Bemühungen nicht nachlassen dürfen – jährliche Schwankungen in dieser Größenordnung lassen aber noch nicht auf eine grundsätzliche Abkehr von einem positiven Trend schließen“, erklärte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) in Mainz. Michael Hübner, der Leiter der Landesvertretung der DAK-Gesundheit in Rheinland-Pfalz ergänzte, die Schüler sollten offen und ehrlich über Alkoholmissbrauch aufgeklärt werden. „Viele Jugendliche überschätzen sich und glauben, exzessives Trinken gehöre zum Feiern dazu.“

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