Kategorie -Jugendliche

Jugendliche attackieren mehrere Menschen mit Pfefferspray

Drei unbekannte Jugendliche haben am frühen Sonntagmorgen mehrere Menschen am Berliner Ostbahnhof mit Pfefferspray besprüht.

Wie die Polizei  mitteilte, bat ein 43-Jähriger die drei jungen Männer in einer S-Bahn der Linie 7 auf dem Weg nach Ahrensfelde, ihre Musik leiser zu stellen. Als er am Ostbahnhof ausstieg, folgten ihm die Jugendlichen und sprühten ihm an einer Treppe das Spray ins Gesicht.

Anschließend rannten sie zurück zur Bahn und sprühten dort durch ein geöffnetes Klappfenster das Reizgas in den Zug. Dabei wurden vier andere Jugendliche getroffen. Die Täter konnten unerkannt flüchten. Die Bundespolizei sucht nun nach Zeugen für die Taten.

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Deutsche Sprache: „i bims“ ist das Jugendwort des Jahres 2017

„I bims“ ist das „Jugendwort des Jahres“. Es bedeutet, „Ich bin“. Woher es kommt, erfahren Sie hier.

Zum zehnten Mal kürte der Langenscheidt-Verlag das Jugendwort des Jahres. Im Vorfeld standen 30 Begriffe zur Wahl, die zeigen sollen, wie die Jugend von heute spricht.

Eine 20-köpfige Jury hat sich 2017 für „I bims“ entschieden. In einer unverbindlichen Online-Abstimmung landete „I bims“ auf dem zehnten Platz. Spitzenreiter war der Ausdruck „Geht fit“ als Bezeichnung für etwas, das klar geht. Rund eine Million Stimmen wurden diesmal abgegeben – laut Verlag so viele wie noch nie.

„I bims“ – Was reden die da?

Wenn Sie sich nun auch fragen, wann man „I bims“ benutzt und woher es kommt, dann sind Sie nicht allein. Wir in der t-online.de Redaktion mussten auch erst Nachforschungen anstellen. Das Phänomen, das Jugendliche neuerdings „I bims“ sagen, geht auf die Facebook-Seiten „Vong“ und „Nachdenkliche Seite mit Sprüchen“ zurück. Diese wurden durch Memes bekannt, auf denen „Halo I bims“ steht. „Mems“ sind übrigens Bilder oder Fotos, die mit Text versehen werden, meist lustig sein sollen und über das Internet verbreitet werden. So wie dieses:

Die Gewinner der letzten Jahre

Im vergangenen Jahr lag „isso“ als Zustimmung oder Unterstreichung von etwas vorn. Die Jury entschied sich aber für „Fly sein“, einen Begriff aus der Hip-Hop-Szene, der so viel heißt wie: jemand oder etwas „geht besonders ab“. Die Wahl ist eine Werbeaktion des Langenscheidt-Verlags und findet dieses Jahr zum zehnten Mal statt.

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Forscher ruft zum Social Media-Boykott auf

Kein  Like kein Dislike, sondern Social Media-Boykott: Das fordert der Hamburger Zukunftsforscher Horst W. Opaschowski und appelliert an die Jugend: Macht nicht mehr mit, legt euch in die Hängematte!

Angesichts der wachsenden Macht von sozialen Netzwerken wie Facebook hat der Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowski (76) Jugendliche zu „digitaler Diät“ aufgerufen. Sie sollten öfter offline sein, zeitweilig aus dem Erreichbarkeits- und Beschleunigungswahn aussteigen und stattdessen echte Freundschaften pflegen, meinte der Erziehungswissenschaftler.

Anlass für den Appell sind die selbstkritischen Bemerkungen des ehemaligen Facebook-Präsidenten und Erfinders der Musik-Tauschbörse Napster, Sean Parker. Der Milliardär hatte kürzlich auf einer Veranstaltung der US-Nachrichtenwebseite Axios in Philadelphia erklärt, am Anfang aller Sozialen Netzwerke habe die Frage gestanden, wie man möglichst viel Zeit der Nutzer beanspruchen könne und dabei ihre bestmögliche Aufmerksamkeit bekomme. Die User sollten zum Opfer einer sozialen „Wertschätzungsschleife“ werden und in einen Kreislauf der sozialen Bestätigung geraten, aus dem es kaum ein Entrinnen gebe.

Zukunftsforscher Horst Opaschowski (Quelle: dpa/Christian Charisius)Horst Opaschowski: Der Zukunftsforscher will, dass Jugendliche weniger Zeit in den Sozialen Netzwerken verbringen. (Quelle: Christian Charisius/dpa)

Opaschowski fordert nun Konsequenzen: „Wir müssen beginnen, die Zeit der Menschen genauso konsequent zu beschützen wie ihre Privatsphäre.“ Es werde Zeit zur Gegenwehr oder zum Boykott. Die Verbraucher müssten den Social Media „den Zeitkrieg erklären“. Andernfalls liefen sie Gefahr, ihren Zeitwohlstand zu verlieren und ihre persönliche und soziale Lebensqualität einzubüßen.

Der Zukunftsforscher räumte zugleich ein, dass sich die Uhr im digitalen Zeitalter nicht mehr zurückdrehen lasse. Aber man könne sie für Momente anhalten. Insbesondere Jugendliche sollten neue Wege aus der Zeitfalle finden. Opaschowski rät ihnen: „Die Angst überwinden, im Leben etwas zu verpassen, wenn man nicht alles mitmacht.“ Ein weiterer Tipp lautet: „Die Hängematte wiederentdecken und sich öfter fragen: Was ist eigentlich wichtig für mich und was nicht.“

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Immer mehr Jugendliche kommen ins Heim

Jugendämter bringen immer mehr junge Menschen in Heimen unter. Seit 2015 sind die Zahlen um 20 Prozent gestiegen. Die rapide Zunahme hängt auch mit der Vielzahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge zusammen.

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen in betreuten Wohnformen habe sich im Vergleich zu 2015 um 20 Prozent auf rund 53.300 erhöht, erklärte das Statistisches Bundesamt anlässlich des Internationalen Tag der Kinderrechte (20. November). Im Vergleich zu 2014 betrug der Zuwachs sogar 50 Prozent.

Grund für die Entwicklung dürfte die hohe Zahl von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen sein, die in den vergangenen Jahren nach Deutschland gekommen sei, ergänzte das Bundesamt. Besonders stark war der Anstieg demnach bei den männlichen Jugendlichen im Alter von 16 und 17 Jahren. Hier hat sich die Zahl der begonnenen Heimerziehungen von 14.400 (2015) auf 21.600 (2016) erhöht. Diese Altersgruppe stellt somit mehr als die Hälfte aller begonnenen Hilfen für Jungen und junge Männer.

Auch Flüchtlingskinder haben ein Recht auf staatlichen Schutz

Laut UN-Kinderrechtskonvention haben Kinder und Jugendliche, die nicht von ihrer eigenen Familie versorgt werden können, Anspruch auf staatlichen Schutz. Dazu zählt auch die Sicherstellung ihrer Betreuung in Heimen oder anderen Wohnformen. Das gelte auch für Flüchtlingskinder, die von ihren Angehörigen getrennt seien, erklärte die Behörde.

Geregelt ist das im Kinder- und Jugendhilfegesetz, das 1991 in Kraft trat. Seither war die Zahl der neuen Heim-Unterbringungen nie höher, wie die Behörde berichtete. Wie aus einem im März 2017 veröffentlichten Bericht der Bundesregierung hervorgeht, war der Höchststand Ende Februar 2016 erreicht, als 60.638 unbegleitete Minderjährige in Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe waren.

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Urteil im Prozess um Filmaufnahme von tödlichem Angriff

Als ein Mann in Kaiserslautern angegriffen und tödlich verletzt wird, zückt ein Passant sein Handy und macht Fotos. Jetzt steht er deswegen vor Gericht.

Am Landgericht der westpfälzischen Stadt wird heute das Urteil gegen den 20-Jährigen im Berufungsverfahren erwartet. Zuvor hatte das Jugendschöffengericht Rockenhausen den Angeklagten unter anderem wegen unterlassener Hilfeleistung zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Sowohl der 20-Jährige als auch die Staatsanwaltschaft haben Berufung eingelegt.

Nach Darstellung der Anklage hatte der 20-Jährige den Angriff zweier Jugendlicher auf einen Mann am 24. Dezember 2016 in Kaiserslautern mit dem Smartphone fotografiert, gefilmt und die Aufnahmen verschickt. Die Staatsanwaltschaft hat ihn nicht nur wegen unterlassener Hilfeleistung, sondern auch wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs angeklagt.

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Pubertät: Was tun, wenn die Tochter mannstoll ist?

Zu viel Make-up, hohe Schuhe und kurze Röcke – das Verhalten pubertierender Mädchen sorgt in vielen Familien für Ärger und Sorge. Ist das noch normal oder schon promisk?

Das Verhalten gibt es bei beiden Geschlechtern. Nur: Wenn ein junger Mann seine Freundinnen wie die Unterwäsche wechselt, heißt es: Der muss sich seine Hörner abstoßen. Mädchen dagegen haben schnell einen schlechten Ruf, wenn sie ein ähnliches Verhalten an den Tag legen. Es sind die typischen Klischees. Eltern sollten trotzdem wissen, wie sie sich verhalten sollten, wenn ihre Tochter mal diesen und mal jenen küsst.

Einen schlechten Ruf hat man schnell

„Hilfe, meine Tochter treibt es mit jedem!“, „Was tun, wenn die 15-jährige Tochter mannstoll ist?“ oder „Die Jungs nennen mein Kind eine geile Schlampe“ – solche und ähnlich besorgte Anfragen kann man zahlreich in Internetforen finden. Und immer wieder folgende Fragen: Was ist noch normales Ausprobieren? Wo ist die Grenze zur Promiskuität? Und wo die zur Selbstzerstörung?

Mädchen in der Pubertät merken alle, dass sie auf Jungs und auch auf Männer eine Wirkung haben. Wie sie damit umgehen, ist allerdings unterschiedlich. Die einen schämen sich für ihren sich verändernden Körper und die entstehende Weiblichkeit und verstecken sich hinter unförmiger Kleidung. Die anderen probieren aus, kokettieren, ahmen erwachsene Frauen nach und übertreiben es dabei auch manchmal. Was schnell nach hinten losgehen kann, denn das Attribut „Schlampe“ bezieht sich nicht nur auf Verhalten, sondern das beginnt schon beim Aussehen.

Zu viel Make-up, zu hohe Schuhe, zu kurze Röcke und zu viel Haut – da kann der Ruf bereits ins Wanken geraten und zwar schon im engsten Umfeld. Nicht selten sind die ersten, die lästern, die vermeintlichen „Freundinnen“. „Da spielt Neid durchaus eine Rolle“, erklärt Andreas Engel von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. „Zum Beispiel, wenn die andere etwas auslebt, was man sich selbst nicht erlaubt. Oder wenn sie einfach mehr Erfolg hat beim anderen Geschlecht.“

Neinsagen sollte von klein auf geübt werden

Natürlich wünschen sich Eltern für ihr Kind, dass die ersten sexuellen Erfahrungen geprägt sind von Zeitlassen und Vertrauen. Geht die Entwicklung in eine andere Richtung, dann ist es normal, sich Sorgen zu machen, was passieren könnte: eine ungewollte Schwangerschaft, sexuell übertragbare Krankheiten und natürlich schlechte Erfahrungen.

Aber die wichtigste Rolle im Leben eines Jugendlichen nehmen nun mal nicht mehr die Eltern ein. Die Meinung der anderen ist in diesem Alter allein schon entwicklungsbedingt viel entscheidender. Da kann es passieren, dass ein Mädchen in eine Situation kommt, die es so gar nicht wollte und die sie überfordert: „Befürchtet das Mädchen, dass ein Nein zu Sex Abwertung oder Ausgrenzung bei den anderen bedeuten kann, dann ist es schwer, die eigenen Bedürfnisse über die der Gruppe zu stellen“, so die Psychotherapeutin Uta Günther. „Vor allem dann, wenn das Mädchen nicht !“

Die entscheidende Frage ist also, ob sie das tut, was sie möchte und was ihr guttut, ob sie etwas sucht bzw. vermisst oder ob es eine Strategie ist. Mit der die junge Frau – bewusst oder unbewusst – etwas ganz anderes erreichen möchte: Anerkennung zum Beispiel oder ein Gefühl des Dazugehörens und der Geborgenheit. Vielleicht auch eine Flucht aus einem schwierigen Elternhaus.

Sie suchen Liebe und bekommen Sex

Verhält sich eine junge Frau promiskuitiv, dann sollte man also genau hinsehen. Denn immerhin erfährt jedes vierte Mädchen in Deutschland sexuellen Missbrauch durch eine ihm nahestehende Person. Erlebt Machtausübung und Grenzverletzung. Das Verhalten kann ein Symptom sein sowohl dafür als auch zum Beispiel für Borderline- und Traumafolgestörungen und soll oft ablenken vom eigenen Leid.

Eltern sollten genau hinschauen, warum ein Mädchen mal diesen und dann wieder jenen küsst. Hinter bestimmten Verhaltensweisen verbergen sich zahlreiche Probleme. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/majesticca)Promiskuitives Verhalten bei Mädchen kann psychische Ursachen haben. (Quelle: majesticca/Thinkstock by Getty-Images)

„Allerdings“, darauf weist die Sozialpädagogin Dagmar Stöhr von Wildwasser e.V. hin, „ist es sicher nicht richtig, jedem Mädchen, das sich mit vielen Jungs einlässt, einen Leidensdruck zu unterstellen. Man muss genau hinsehen und -hören und einen individuellen Blick darauf haben.“

Eine Aufgabe, die den Erwachsenen zukommt. Denn gerade in dieser schwierigen Lebensphase braucht es einen stabilen Ansprechpartner, der nicht wertet. „Bei der ganzen Thematik stellt sich auch die Frage, inwieweit Vertrauen zu Erwachsenen da ist, um über alles reden zu können“, so die Psychologin. „Und auch die Erwachsenen um das Mädchen herum sollten einmal reflektieren, was sie vorleben und welche Einstellung zu Körper und zu Sexualität sie vermitteln.“ 

Zugang zu Gefühlen bieten

Die Frage ist nur, wie erreicht man sein Kind, wenn man merkt, die eigene Tochter (oder natürlich auch der Sohn) legt ein Verhalten an den Tag, das über das gebotene Maß hinausgeht und nicht mehr gut für sie ist? Eine Frage, die Andreas Engel kritisch beantwortet. „Eltern sind mit ihren Jugendlichen oft nicht positiv im Gespräch, sind genervt, gereizt, kritisieren an ihren Kindern dauernd herum – da ist es dann auch schwer, den anderen zu erreichen. Aber nur, wenn das gelingt, kann man das Mädchen auch zum Nachdenken ermutigen.“

Zum Beispiel, indem man fragt, welche Erfahrungen es mit seinem Verhalten macht, ob es Risiken sieht und wie es selbst die Reaktionen bewertet, die es auslöst. Wie es ihm geht, wenn die anderen tuscheln. Dabei darf und soll auch zur Sprache gebracht werden, wie man sich selbst fühlt, wenn die Nachbarn das eigene Kind ganz offensichtlich in die Schlampen-Schublade stecken: „Ich-Botschaften erreichen das jugendliche Gegenüber dabei deutlich besser als Vorwürfe“, erinnert der Diplompsychologe.

„Du verhältst dich wie eine Schlampe!“

Wichtig dabei ist nicht nur der richtige Moment, sondern auch der geeignete Tonfall. Eine schwierige Aufgabe für Eltern, die bereits innerlich aufgewühlt sind: „Natürlich kann es auch mal dazu kommen, dass einem ein blöder Spruch rausrutscht. Aber dann sollte man sich darüber klar werden, dass so etwas nur dann passiert, wenn in einem bereits etwas gärt, das negative Gefühle auslöst. Aggressionen oder vielleicht sogar auch Neid auf die Jugend des Kindes. Das sind unbewusste Hinweise, die man ernstnehmen und ansprechen sollte.“ Im Gespräch bleiben und Wertschätzung zeigen – das ist wichtig. Denn durch ein ehrliches Gespräch verlieren die Dinge die unbewusste Seite, werden ins Bewusstsein gerückt und ganz anders betrachtet. 

Problematisch wird es, wenn das Mädchen beginnt, sich mit seinem Ruf zu identifizieren und sich selbst abwertet. Wenn die junge Frau in einer schwierigen Phase steckt, keinen Zugang zu ihren eigenen Bedürfnissen mehr findet und sich selbst zu wenig liebt, um gut auf sich zu achten: „Da kommt man im Erziehungsalltag wirklich an seine Grenzen und sollte sich Hilfe holen.“ Eine Erziehungsberatung kann hier die erste Anlaufstelle sein.

Verwendete Quellen:

  • Eigene Recherchen

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Wissenschaft: Mediziner besorgt über Extrem-Medienkonsum von Jugendlichen

Alkohol, Cannabis und Amphetamine, aber auch Online-Spiele und soziale Netzwerke sind laut Medizinern eine Gefahr für die Gesundheit von Jugendlichen. Oft bringt die Sucht weitere Verhaltensauffälligkeiten mit sich.

Das Risiko für eine übermäßige Nutzung von sozialen Netzwerken und Internetspielen wird laut Gundolf Berg, Vorsitzender des Berufsverbands für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BKJPP), immer größer. „Das Thema hat durch die ständige Verfügbarkeit durch Smartphones an Bedeutung gewonnen.“

Oft kommen zur Online-Sucht soziale Phobien hinzu

Je früher die Jugendlichen mit dem massenhaften Medienkonsum anfangen, desto kritischer sei es, so der Experte. Die meisten betroffenen Jugendlichen kämen zunächst nicht wegen einer Internetsucht in die Praxen. „Diese Thematik ergibt sich dann aber im Gespräch“, erklärte er. Die Häufigkeit einer pathologischen Internetnutzung, also einer Sucht, werde auf etwa fünf Prozent geschätzt.

„In der Zeit, in der ich mich mit Online-Spielen beschäftige, versäume ich es, andere altersadäquate Dinge zu lernen“, sagte Berg. „Häufig kommen weitere Schwierigkeiten wie soziale Phobien und Aufmerksamkeitsstörungen hinzu.“

Betroffene meiden Suchtberatungsstellen

Wie viele Jugendliche gefährdet sind, ist kaum feststellbar. Die Betroffenen mieden Suchtberatungsstellen, erklärte Wolfgang Schmidt-Rosengarten, Geschäftsführer der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen. Nur wenige wollten sich „in eine Einrichtung begeben, in der es um Sucht geht“. Bei auf exzessiven Medienkonsum spezialisierten Angeboten gebe es aber eine enorme Nachfrage.

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Bundesweite Studie: Immer mehr Schüler besuchen eine Ganztagsschule

Kinderbetreuung auch am Nachmittag: In Ganztagsschulen gehört das dazu. Doch wie viele Kinder besuchen überhaupt eine? Und was würde ein flächendeckender Ausbau kosten? Eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung gibt Aufschluss.

Nach den aktuellsten Zahlen für das Schuljahr 2015/2016 nehmen bundesweit rund vier von zehn Schülern (39,3 Prozent) eine Ganztagsschule in Anspruch. Das geht aus einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor.

Um bis 2025 für 80 Prozent der Schüler einen Ganztagsschulplatz anzubieten, müsste die Politik weitere 3,3 Millionen Ganztagsplätze schaffen. Kritiker halten das kaum für machbar. An Personalkosten würden laut Studie 2,6 Milliarden Euro jährlich anfallen.

Immer mehr Schüler besuchen eine Ganztagsschule

In den vergangenen Jahren besuchten immer mehr Kinder eine Ganztagsschule. Zum Vergleich: Im Schuljahr 2002/2003 ging jeder Zehnte (9,8 Prozent) dorthin. Deutliche Unterschiede gibt es je nach Bundesland. Im Schuljahr 2015/2016 hatten beim Spitzenreiter Hamburg rund neun von zehn Kindern einen Platz in einer Ganztagsschule (91,5 Prozent) – beim Schlusslicht Bayern sind es mit 16,0 Prozent deutlich weniger.

Um bis 2025 für 80 Prozent der Schüler einen Ganztagsschulplatz zu haben, müsste die Politik 15 Milliarden Euro in die räumliche Infrastruktur investieren und 47.600 zusätzliche Pädagogen einstellen – darunter 31.400 Lehrkräfte und 16.200 sonstige Pädagogen wie Schulsozialarbeiter oder Erzieher.

Ganztagsschulen: Kaum schaffbares Ausbautempo?

Um dann bis 2030 für alle Kinder einen Platz zu haben, müssten pro Jahr mindestens 300.000 zusätzliche Ganztagsschulplätze entstehen. „Das ist eine Größenordnung, die beim Kita- und Krippenausbau selbst in den Zeiten des stärksten Ausbaus nie erreicht wurde“, räumt Dirk Zorn ein, Experte zum Thema bei der Bertelsmann-Stiftung.

Prof. Thomas Rauschenbach vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München hält das in der Studie angenommene Ausbautempo für „extrem sportlich“ und kaum schaffbar. Er sieht die Annahmen für die Modellrechnung der Bertelsmann-Studie noch aus einem anderen Grund kritisch. „Es wird immer einen Teil der Eltern geben, die ihre Kinder nicht in die Ganztagsschule geben wollen“, sagt er. Für jedes Kind einen Ganztagsschulplatz zu schaffen – wie in dem Modell für 2030 vorgesehen – sei zuviel und gehe am Bedarf der Eltern vorbei.

Drei von vier Eltern wünschen sich Platz in Ganztagsschule für ihr Kind

Laut einer von der Bertelsmann-Stiftung zitierten Umfrage wünschen sich derzeit fast drei von vier Elternpaaren (72 Prozent) einen Platz in einer Ganztagsschule. Auf etwas andere Zahlen kommt das Deutsche Jugendinstitut: Danach haben 85 Prozent der Eltern im Osten Bedarf – aber nur 57 Prozent im Westen.

Die Bertelsmann-Stiftung fordert von der Politik, einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsschulplatz einzuführen. Die Einführung eines Rechtsanspruchs habe auch den Kita- und Krippenausbau erst richtig ins Rollen gebracht, erklärt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung.

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In diesem Alter können Kinder sicher eine Straße überqueren

Eine befahrene Straße sicher zu überqueren ist besonders für Kinder nicht so einfach. Heranwachsende besitzen die Fähigkeit dazu laut einer Studie erst ab einem bestimmten Alter.

Erst im Alter von 14 Jahren können Heranwachsende eine Straße sicher überqueren. Das haben Forscher der Universität von Iowa herausgefunden. Ihre Studie zeigt, dass sich die Fähigkeit, Wahrnehmung und Aktion miteinander abzustimmen, bis in die frühe Adoleszenz immer weiter entwickelt.

Jüngere Kinder wählten kleinere Lücken zwischen den Autos aus

Die Forscher führten ein Experiment durch. Sowohl Kinder als auch Erwachsene sollten in einer 3D-Simulation eine virtuelle Straße passieren. Die Kinder zwischen sechs und 14 Jahren zeigten in diesem Experiment deutliche Unterschiede, welche Lücke sie zwischen Autos wählten, um eine Straße zu überqueren.

Kinder bis zehn Jahren nutzten häufiger kleine Lücken zwischen den Autos, um auf die andere Straßenseite zu gelangen. Ältere Kinder und Erwachsene fokussierten sich eher auf größere Abstände zwischen den Autos. Das Timing, zum richtigen Zeitpunkt die Straße zu betreten, wurde immer besser, je älter die Kinder waren. Ebenso die Wahl der Lücke. Dementsprechend hatten die Sechs-, Acht- und Zehnjährigen deutlich mehr Kollisionen mit Autos als die 14-Jährigen und Erwachsenen.

Zwei Faktoren spielen beim sicheren Überqueren der Straße eine Rolle

Die Ergebnisse im Einzelnen:

  • Die Unfallrate bei Sechsjährigen lag bei acht Prozent.
  • Die Unfallrate bei Achtjährigen lag bei sechs Prozent.
  • Die Unfallrate bei Zehnjährigen lag bei fünf Prozent.
  • Die Unfallrate bei Zwölfjährigen lag bei zwei Prozent.
  • 14-Jährige und Ältere hatten keinen Unfall.

Die Forscher haben zwei Faktoren ausgemacht, die bis zum Alter von 14 Jahren immer besser werden und zum sicheren Überqueren beitragen: Wahrnehmungsfähigkeit und Timing. Es ist wichtig, dass die Kinder einschätzen können, wie schnell ein Auto unterwegs ist und wie weit weg es noch ist. Darüber hinaus lernen die Kinder mit der Zeit, im richtigen Moment die Straße zu betreten.

  • Unterrichtsstart:
  • Quiz: 
  • Haushalt:

Die Wissenschaftler räumen allerdings ein, dass die virtuelle Umgebung zu einer Verzerrung der Ergebnisse geführt haben kann. In einer solchen bewegen sich Menschen – und vor allem Kinder – in der Regel etwas langsamer. Die Studie wurde im „Journal of Experimental Psychology“ veröffentlicht.

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