Kategorie -Jugendliche

Verdächtige nach Überfall auf Supermarkt in Berlin festgenommen

Nach einem Überfall auf einen Supermarkt in Berlin-Reinickendorf hat die Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen. Auf ihre Spur hatte die Polizei ein Ausweis geführt, den ein 16-Jähriger bei der Flucht verloren hatte.

Er wurde zu Hause festgenommen, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Der Jugendliche erklärte, sein Bruder habe die Tat mit ihm gemeinsam begangen. Auch der 19-Jährige wurde daraufhin vorläufig festgenommen.

Die Brüder sollen eine Angestellte des Supermarktes am Montagabend mit einer Schusswaffe und einem Messer bedroht haben. Die 26-Jährige übergab den Männern Geld, woraufhin die Maskierten schließlich flüchteten.

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Filialleiterin vereitelt Betrugsmasche an 81-Jährigem

Kreis CalwFilialleiterin vereitelt Betrugsmasche an 81-Jährigem

Die aufmerksame Filialleiterin eines Supermarktes bewahrte einen 81 Jahre alten Mann in Gechingen (Kreis Calw) vor einem Betrug. Foto: dpa (Symbolbild)

Gechingen – Die aufmerksame Filialleiterin eines Supermarktes hat einen 81 Jahre alten Mann in Gechingen (Kreis Calw) vor einem Betrug bewahrt. Nach Angaben der Polizei vom Montag hatte eine bisher unbekannte Frau unter dem Namen „Anita Hof“ den Senior am vergangenen Freitag angerufen und ihm mitgeteilt, er habe bei einem Gewinnspiel gewonnen, weshalb er nun 38 700 Euro erhalte.

Allerdings müsste er zunächst 900 Euro – unter anderem für den Notar – bezahlen. Bei einem weiteren Anruf am folgenden Tag gab ihm „Anita Hof“ weitere Instruktionen. Demnach sollte der Mann für die 900 Euro bestimmte Gutscheinkarten besorgen. Tatsächlich erwarb der Mann Gutscheine in dem Supermarkt in Gechingen, zu seinem Glück aber versehentlich falsche Gutscheine, wie die Polizei mitteilte. Als er das bemerkt hatte, fuhr der Senior erneut zu dem Supermarkt. Durch die aufmerksame Filialleiterin schließlich sei der Betrugsversuch aufgedeckt und Anzeige erstattet worden.

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Borderline-Syndrom: Wenn rote Tränen fließen

Timm (29) und Janna (33) leiden unter extremer Ausprägung des Borderline-Syndroms. Das ist eine psychische Störung, die in ihrer Kindheit entstanden ist und sie lebenslang belasten wird. Borderliner stehen unter einem enormen Leidensdruck. Um die Spannung abzubauen, verletzen sie sich oft selbst.

„Die ersten Schnitte macht man mit Vorsicht, langsam und mit sanftem Druck zieht man die Klinge über die Haut. Nicht mehr als ein kleines Kribbeln ist dabei zu spüren, die Verletzung ist ein kleiner, oberflächlicher, kaum sichtbarer roter Strich.“ Doch mit jedem Ansetzen werden die Bewegungen schneller und die Wunden größer. „Es gab einen gewissen Punkt, an dem es schön und warm wurde. Alles entspannte sich und ich spürte die Gewissheit, am Leben zu sein, weil ich mich spürte.“ Timm Flemming, Autor des Buches „Ich – mein größter Feind“, hat Borderline. Eine Störung, die seit Mitte der 90er-Jahre immer mehr in den Blickpunkt gerückt ist.

40 Piercings – nur um sich zu spüren

Jeder fünfte Schüler hat Erfahrungen mit Selbstverletzung. „Doch nicht jeder Jugendliche, der sich ritzt, hat Borderline. Manche suchen einfach nur Anerkennung und Aufmerksamkeit, oder versuchen, sich selbst zu bestrafen“, erklärt Bärbel Jung, vom Vorstand des Borderline Dialogs Kassel.

„Diese Kratzerchen sind wirklich lächerlich“, erbost sich Janna Stoll in ihrem Buch „Auf der Spur der Schattenschwester“. „Ich kenne keine Ritzerin, die hinterher herumheult, weil die Schnitte wehtun.“ Umgekehrt verletzt sich aber auch nicht jeder Borderliner selbst, stellt Dian Tara Zinner klar. Die Heilpraktikerin und DBT-Co-Trainerin arbeitet seit fast 20 Jahren an einer Kölner Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie mit Betroffenen. „Borderline hat auch ganz andere Gesichter: Sexsucht, Turnen auf Bahngleisen, Gangbang. Manche schaffen es auch gar nicht, sich selbst zu verletzen und lassen das andere machen. Ich habe eine junge Patientin, die hat über 40 Piercings, 20 davon im Gesicht.“

Verzweifelte Hilfeschreie

Betrachtet man Jannas oder Timms Geschichte, dann verwundert es nicht, dass diese Seelen verzweifelt um Hilfe schreien. Sie wurde viele Jahre körperlich und emotional missbraucht, er mit dem Selbstmord beider Eltern und später noch der kleinen Schwester konfrontiert. Er war noch ein Junge, als sein Vater sich erhängte. Die Mutter konnte ihn nicht auffangen. Die Frau hatte kein Gefühl für das Leid ihrer Kinder, machte sich noch einen Spaß aus ihren Verlustängsten. Nur wenige Wochen später erhängte auch sie sich. Und hinterließ zwei Kinder, die ihren Weg ins Leben nicht fanden. „Ich schrie um Hilfe und zwar so offensichtlich, dass ich nicht verstand, wie es übersehen werden konnte.“

Wie geht es dem inneren Kind?

Viele Borderliner haben Traumata davongetragen. 65 Prozent wurden sexuell missbraucht. Aber auch lange Trennungen von den Bezugspersonen, häufige Umzüge oder Klinikaufenthalte und die damit verbundene Ohnmacht können ein Auslöser sein. Suizidgedanken sind allgegenwärtig. „Doch nicht jeder Mensch, der eine traumatische Erfahrung machen muss, leidet später unter Borderline und auch nicht jeder Borderliner hat fürchterliche Erlebnisse hinter sich“, erklärt Dian Tara Zinner, die derzeit rund 200 Borderliner betreut.

„Es gibt auch Borderliner, die eine gute Kindheit hatten. Aber fast immer steckt eine emotionale Vernachlässigung dahinter. Das Kind fühlt sich zu Hause oder auch im Umfeld nicht gesehen und muss reagieren, um dieses starke negative Gefühl auszuhalten.“ Die kindlichen Anteile sind bei diesen Menschen nicht umsorgt worden, keiner hat sich darum gekümmert. Das Gefühl, ausgeschlossen zu sein, manifestiert sich früh.

Janna Stoll hatte Glück. In ihrem Buch „Auf der Spur der Schattenschwester“ lässt die junge Frau auch Katja zu Wort kommen. Die Frau, die in ihren schwersten Zeiten immer für sie da war und Janna eine neue Familie gab: „Wie oft habe ich das auch später noch gedacht, wenn ich das kleine Mädchen Janna, das in solchen Momenten nur äußerlich so groß ist wie ich, im Arm hatte. Warum hat sie denn nur nie jemand in den Arm genommen? Es ist doch so einfach.“

Borderline ist keine Modeerscheinung

Borderline ist eine psychische Störung mit hoher Dunkelziffer. Fünf Prozent Betroffene, das ist eine Zahl, die immer wieder im Raum steht bei Jugendlichen. Die Erkrankung so früh bereits zu diagnostizieren ist eine Gratwanderung und ziemlich umstritten unter den Fachleuten. Die Abgrenzung zur Pubertätskrise ist schwierig. Auch erwachsene Borderliner vermitteln häufig das Gefühl, man habe es mit jemandem zu tun, der in der Pubertät oder sogar noch früher „hängengeblieben“ ist.

Borderline ist eine Erkrankung mit vielen Gesichtern. Zwischenmenschliche Beziehungen und das Selbstbild sind von Impulsivität und Instabilität geprägt.

Extreme Idealisierung und Entwertung, autoaggressives Verhalten, das Gefühl man sei so hohl wie ein Schokoosterhase – von neun solcher Kriterien müssen mindestens fünf erfüllt sein und das über ein halbes Jahr – erst dann spricht man von Borderline. „Ich spürte, dass alles seltsam war, was ich da tat. Ich dachte oft, dass ich nicht richtig ticke und langsam durchdrehe“, beschreibt es Timm. „Ich wusste nicht, woher dieses Verlangen kam, aber ich wollte alle Extreme sprengen.“

Genau hinsehen und dem Kind mit respektvoller Neugier begegnen

Ein Gen, das Borderline begünstigen kann, sucht man im Moment noch vergeblich. Man weiß aber inzwischen, dass diese Menschen besonders kreativ sind und sich ihre Gehirne in einem längeren Reifungsprozess befinden. Häufig kommen sie mit einer sehr ausgeprägten Emotionalität auf die Welt. „So ein Kind kann extreme Ereignisse oder auch gefühlte Ablehnung besonders schwer aushalten und entwickelt dann Mechanismen, um den seelischen Schmerz ertragen zu können“, so Jung. „Das hilft ihm, wenn seine Bedürfnisse nicht wahrgenommen werden, psychisch in der Familie zu überleben.

Die Kommunikationstrainerin hat häufig in ihrer Arbeit mit Borderlinern die Erfahrung gemacht, dass Kinder, die über eine so hohe Sensibilität verfügen, sehr herausfordernd wirken, schnell wütend werden und streiten. Ihr Verhalten wird häufig als dem Alter nicht angemessen beschrieben. „Aber da muss man doch genauer hinsehen. Warum reagiert mein Kind so emotional?“

Tabu und Stigma sind groß

Die Diagnose Borderline lastet schwer. Denn irgendwie haftet ihr immer ein schwarzer Familienschatten an. Ein Gefühl von Schuld bei den Eltern. Eines von Hilflosigkeit und Versagen beim Umfeld. Bärbel Jung ist selbst Mutter einer Borderlinerin. Sie weiß von den Sorgen, den Nöten und der Verzweiflung der Eltern, die hilflos sind angesichts der Heftigkeit. Das jüngste Mädchen, das Jung behandelt, ist gerade mal zwölf Jahre alt. „Für die Eltern ist das ein Alptraum, sie fühlen sich ohnmächtig, hilflos, allein gelassen.“ Manche Mütter, so berichtet sie, setzen sich beim Ritzen sogar neben ihr Kind, sehen zu und versuchen so das Schlimmste zu verhindern.

„So werden sie emotional noch erpressbarer. Stigma ist für sie Alltag. Man schämt sich, fragt sich, warum und was man falsch gemacht habe. Oft isolieren sich die Eltern, tragen nichts nach außen, aus Angst, kein Verständnis zu bekommen oder gar verurteilt zu werden. Die meisten suchen Hilfe und bekommen keine.“ Sie beklagt, dass es zu viele Therapeuten gibt, die sich als Anwalt des Betroffenen sehen und die Familie, die ebenfalls Hilfe braucht, dabei außen vor lassen. Genau deswegen arbeiten sowohl sie als auch Dian Tara Zinner immer ganzheitlich. „Je früher wir die Familien auffangen, umso besser die Chancen, gemeinsam einen Weg zu finden.“

Borderline kann therapiert werden

Die Vielfalt des Störungsbildes ist groß. Die Angst davor auch. „Nur etwa 30 Prozent der niedergelassenen Therapeuten ist überhaupt bereit, mit Borderline-Betroffenen zu arbeiten“, erklärt Anja Link vom Borderline Trialog Nürnberg. Borderliner müssen lernen, wieder Kontakt zu sich selbst aufzunehmen. „Körperwahrnehmung und Körpertherapie ist hier das A und O. Eine Therapie sollte intervallmäßig erfolgen, über einen längeren Zeitraum, denn die Betroffenen müssen immer wieder an ihre Themen und an ihre Fähigkeiten erinnert werden“, so Dian Tara Zinner. „Sie müssen lernen, ihre wahren Gefühle zu erkennen. Borderline kann therapiert  werden, aber nur, wenn der Patient es auch will!“

Ein Medikament gegen die Störung gibt es nicht und doch werden viele Patienten sediert. „Aber das spaltet die Emotionen ab und genau an die müssen wir ran. Müssen herausfinden: Bist du wütend oder bist du traurig und verzweifelt?“ Denn nur so ist es möglich, mit Borderline zu leben. Zu überleben.

 

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Jugendliche Einbrecher gefasst

Kirchheim/TeckJugendliche Einbrecher gefasst

Zwei der drei Jugendlichen sitzen nach ihrer Festnahme bereits in Justizvollzugsanstalten. Foto: Phillip Weingand / STZN

Kirchheim/Teck – Die Polizei hat bereits am Mittwoch drei Jugendliche festgenommen, die für eine Serie von mindestens vier Einbrüchen in Geschäfte in Kirchheim/Teck (Kreis Esslingen) verantwortlich sein sollen. Dabei handelt es sich um einen 15-Jährigen und zwei 17 Jahre alte, dringend tatverdächtige und einschlägig polizeibekannten Jugendliche.

Gegen einen der beiden 15-jährigen und den 17-jährigen wohnsitzlosen Jugendlichen lagen Haftbefehle der Staatsanwaltschaft Stuttgart vor.

Die Gesuchten waren aus Jugendhilfeeinrichtungen abgehauen und wurden aufgrund intensiver Fahndungsmaßnahmen der Polizei in einer Wohnung in einem Teilort von Rottenburg vermutet, wo ihnen der dritte Tatverdächtige einen Unterschlupf bot. Die Fahnder trafen das Trio dort am Mittwoch gegen 11.40 Uhr an und nahmen die drei Jugendlichen fest.

Im Laufe des Mittwochs wurden sie auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart einem Haftrichter beim Amtsgericht Tübingen vorgeführt. Dieser setzte die bestehenden Haftbefehle in Vollzug, zwei der Jugendlichen wurden in Justizvollzugsanstalten gebracht. Der dritte Beschuldigte wurde nach der Aufnahme seiner Personalien wieder auf freien Fuß gesetzt.

Derzeit ermittelt die Polizei, ob die Minderjährigen für weitere Taten infrage kommen.

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Blutiges Familiendrama: Jugendlicher tötet Mutter und Großmutter


In der Nacht alarmiert ein 17-Jähriger die Polizei und gibt an, seine Mutter und Großmutter getötet zu haben. Wenig später entdecken alarmierte Beamte zwei Leichen in der Familienwohnung des Jugendlichen.

Grausamer Fund in der Nähe von Stuttgart: Ein 17-Jähriger soll in Böblingen seine Mutter und seine Großmutter umgebracht haben. Der Jugendliche habe in der Nacht zum Dienstag selbst die Polizei gerufen und schon am Telefon gesagt, er habe die beiden getötet, sagte ein Polizeisprecher.

In der Wohnung der Familie seien dann die leblosen Frauen gefunden worden. Der Deutsche ließ sich demnach widerstandslos festnehmen. Auch die Opfer waren den Angaben zufolge Deutsche. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, war der Teenager mit seiner Mutter in Streit geraten.

Zunächst soll er die 38-Jährige beleidigt und geschlagen haben. Anschließend griff er nach Angaben der Zeitung zu einem Messer und tötete erst seine Mutter und anschließend die 61-jährige Großmutter. Worum es bei dem Streit ging, ist noch unklar. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.



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Regeln fürs Feiern: Der Jugendschutz gilt auch an Silvester

Eltern und Kinder freuen sich auf den Jahreswechsel. Während viele Erwachsene den Silvesterabend gemütlich im Kreis von Familie oder Freunden verbringen, steht Jugendlichen der Sinn oft eher nach großer Party. Die meisten haben ihren Plan für die Silvester-Sause längst in der Tasche. Doch Jugendschützer mahnen zur Umsicht.

Das Jugendschutzgesetz besagt: Wer unter 16 ist, darf ohne Erziehungsberechtigten keine Disco oder öffentliche Gaststätte besuchen. Für Teens zwischen 16 und 18 Jahren ist um Mitternacht Schluss. Außerdem gibt es Clubs, in die man unter 18 gar nicht erst hereingelassen wird. Diese Regeln gelten auch an Silvester. 

Jugendschutz: Bestimmungen zum Ausgehen

Die Tabelle zeigt die gesetzlichen Jugendschutzbestimmungen zum Aufenthalt in Diskotheken und Gaststätten im Überblick:

Alter Wie lange?* Bemerkung
14 bis 16 bis 22 Uhr in Begleitung eines Erziehungsberechtigten auch nach 22 Uhr.
16 bis 18 bis 24 Uhr in Begleitung eines Erziehungsberechtigten auch nach 24 Uhr.
über 18 unbegrenzt

* Ist der Veranstalter ein anerkannter Träger der Jugendhilfe, gelten diese Beschränkungen nicht.

Jugendschutz-Regelungen zum Alkoholkonsum

Wer nicht riskieren will, Silvester auf der Straße zu stehen, braucht also einen besseren Plan, als sich am Türsteher vorbeizuschmuggeln. Viele Jugendzentren bieten ein Silvester-Programm, sagt Dana Urban von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Am besten schaut man also erstmal, was in der eigenen Umgebung los ist. Wenn nichts Passendes dabei ist, schmeißt man zu Hause einfach seine eigene Party.

Hier sind allerdings auch die Eltern in der Pflicht, die Regelungen zum Alkoholausschank an Jugendliche durchzusetzen. Die Tabelle zeigt, was erlaubt ist und was nicht:

unter 14 14 bis 16 16 bis 18 über 18
Bier verboten nur im Beisein eines
​Erziehungsberechtigten
erlaubt erlaubt
Wein/Sekt verboten nur im Beisein eines
​Erziehungsberechtigten
erlaubt erlaubt
Mixgetränke
mit Wein o. Bier
verboten nur im Beisein eines
​Erziehungsberechtigten
erlaubt erlaubt
Mixgetränke
mit Spirituosen
verboten verboten verboten erlaubt
Spirituosen verboten verboten verboten erlaubt

Bei Privatpartys ist der Jugendschutz Sache der Eltern

Wer eine Party zuhause plant, muss als erstes die Eltern überzeugen. Denn bei privaten Silvester-Feiern von Minderjährigen verantworten diese die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen. Hilfreich ist es, den Eltern zu zeigen, dass man sich selbst schon informiert hat. Auch die richtige Formulierung ist wichtig, meint Urban. „Man sollte das Gespräch nicht auf Vorwürfen aufbauen und betonen, was man nicht darf – besser ist es, seine Wünsche zu formulieren.“ Gemeinsam mit den Eltern kann man dann überlegen, wie sich die Ideen umsetzen lassen.

Wer die Eltern überzeugt oder überredet hat, steht vor der nächsten Herausforderung: Wie stellt man eigentlich die perfekte Silvesterfeier auf die Beine? „Das kommt natürlich auch auf die Freunde an, die man einlädt“, sagt Urban. Ob ein gemütliches Essen, Partyspiele, Karaoke oder einfach Musik, um den ganzen Abend durchzutanzen – bei der eigenen Feier kann man kreativ werden. Das geht am besten, wenn man gemeinsam mit den Freunden, die man einladen möchte, überlegt und plant.

Bei Privatpartys vorher Regeln aufstellen

Wer zu Hause Silvester feiert, sollte sich rechtzeitig Gedanken machen, in welchen Räumen die Party stattfindet – und in welchen nicht. „Wer sich vorher überlegt, wo die Freunde sich aufhalten dürfen, hat es leichter, seine Regeln bei der Party von Anfang an durchzusetzen“, sagt  Benimm-Trainerin Susanne Helbach-Grosser. Arbeitszimmer, Elternschlafzimmer und Weinkeller sind Bereiche, die tabu sein sollten. Ist der Party-Bereich festgelegt, sollten Jugendliche Wertgegenstände wegräumen. „Auch wenn die Freunde umsichtig sind und man ihnen vertraut – es kann immer mal etwas zu Bruch gehen.“

Wer merkt, dass sich ein Gast daneben benimmt oder die Feier aus dem Ruder läuft, sollte den Eltern oder einem anderen Erwachsenen Bescheid sagen. „Für Jugendliche ist es häufig ungewohnt, vor den Freunden als Hausherr aufzutreten und Regeln durchzusetzen“, sagt Helbach-Grosser.

Bier und Böller – eine gefährliche Mischung

Doch nicht nur aus rechtlichen Gründen empfiehlt es sich, die Regeln zum Alkoholkonsum durchzusetzen und genau hinzusehen, was die Gäste auf der privaten Silvesterparty so treiben. Denn mit steigendem Alkoholpegel erhöht sich auch die Gefahr von Unfällen mit Feuerwerk und Silvesterknallern. Gerade Jugendliche unterschätzen oft die Wirkung von Alkohol. Wenn dann um Mitternacht die Knallerei losgeht, bleibt die nötige Vorsicht beim Böllern schnell auf der Strecke.

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Sozialarbeit auf die Straße gebracht

50 Jahre Mobile Jugendarbeit in StuttgartSozialarbeit auf die Straße gebracht

Arbeit für sozial Benachteiligte: Walther Specht (li.), Mitja Frank Foto: Lg/Willikonsky

Stuttgart – Um sich noch genauer der Keimzelle anzunähern, hätte diese Feierstunde am Freitag nicht im Kleinen Kursaal in Bad Cannstatt, sondern irgendwo in Freiberg stattfinden müssen. Dort, in diesem nördlichen Stuttgarter Stadtteil, führte Walther Specht vor genau 50 Jahren erstmals eine Form der Jugendarbeit ein, die man so weder in Stuttgart noch sonst wo in Baden-Württemberg und noch nicht einmal in Deutschland in dieser Form kannte. „Ich habe das in Amerika kennengelernt, wo ich als Sozialarbeiter wortwörtlich auf der Straße tätig war“, erinnert sich Walther Specht an die Anfänge im Jahr 1967. Den Begriff des Streetworkers hat er mit über den großen Teich gebracht, er hält sich hierzulande im Grunde bis heute und steht für mobile und offene Jugendarbeit.

Über 200 Vertreter von Einrichtungen und Trägerinstitutionen aus dem ganzen Land feierten nun im Kursaal das Jubiläum. Aus den zarten Wurzeln, die Specht zusammen mit der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart und dem Stuttgarter Caritasverband legte, waren rasch stabile Strukturen entstanden. Schon 1970 gründete sich die erste Gesellschaft der Mobilen Jugendarbeit Stuttgart. Die evangelische und katholische Kirche waren gleich mit im Boot, sind bis in die Gegenwart die größten Stützen. Heute ist der Stuttgarter Dachverband in 17 Stadtteilen aktiv. Zu 42 Vollzeitstellen kommen rund 250 Ehrenamtliche aus dem kirchlichen Umfeld, die sich regelmäßig engagieren. Über das ganze Land verteilt sind rund 150 ähnliche Einrichtungen entstanden.

„Nachdem das Stuttgarter Modell gut lief, sind andere Kommunen aufmerksam geworden und haben nachgezogen“, freut sich Initiator Specht. Und auch das Land steht hinter der Idee. „Baden-Württemberg ist da ein echtes Vorzeigeland“, lobt der Landesverbandsvorsitzende Mitja Frank die finanzielle Unterstützung, wie sie im bundesweiten Vergleich sonst nur Sachsen gewährt.

„Die Ansätze von damals haben sich im Prinzip nicht verändert“, sagt die Stuttgarter Dachverbandsvorsitzende Sabine Henninger über die Herangehensweise, wie die mobile Jugendarbeit aktiv an junge Menschen herantritt, die von anderen Organisationen und Ämtern oft nur schlecht oder gar nicht mehr erreicht werden. „Wir bieten das freiwillige Gespräch an, machen Beratungsangebote ohne jeglichen Sanktionsdruck“, so Frank. Ziel sei es, die Jugendlichen in die Gesellschaft zu integrieren – „aber auch mit ihren eigenen Lebensentwürfen“.

Auf rund 700 Jugendliche und junge Erwachsene beziffert Henninger die Zahl derjenigen, die in Stuttgart solche Angebote regelmäßig wahrnehmen. „Das gegenseitige Vertrauen ist heute wie damals die wichtigste Komponente“, glaubt Walther Specht. Für ihn ist mobile Jugendarbeit auf die Verbesserung der Lebenslagen von gefährdeten und sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen gerichtet. „Die Erfahrung von Ausgrenzung und Demütigung ist ein Nährboden für Gewalt“, so Specht. Alles, was man mit dieser Art der Jugendarbeit erreiche, sei „humaner, wirksamer und kostensparender als Hass, Abschreckung, Bestrafung und Gefängnisse“.

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Junge fällt wegen Zimt ins Koma: Gefahr „Cinnamon Challenge“

Nachdem er einen Löffel voll Zimt geschluckt hat, soll ein 13-jähriger Junge aus den Niederlanden fünf Tage lang im Koma gelegen haben. Das gefährliche Zimt-Experiment kursiert seit einigen Jahren als „Cinnamon Challenge“ in sozialen Netzwerken.

Germain aus Hilversum habe ohne Flüssigkeit einen Teelöffel Zimt geschluckt, sagte der behandelnde Arzt einem niederländischen Radiosender. Wegen akutem Sauerstoffmangel sei er in ein Koma gefallen, aus dem er nun aufgewacht sei.

„Bloß nicht nachmachen“

„Es war ein großer Alptraum“, sagte die Stiefmutter des Jungen im Radio. Zum Zustand des Jungen sagte der Arzt Bert Arets nichts Genaueres. „Aber Germain hat mich gebeten, zwei Worte zu sagen: ‚Nicht machen!'“

Große Erstickungsgefahr

Im Internet kursieren Videos vor allem aus den USA, in denen Jugendliche an der „Cinnamon-Challenge“ teilnehmen. Schon viele mussten danach notfallmedizinisch behandelt werden. 

Ärzte warnen vor diesem Spiel, denn es kann schwere Atemstörungen und Ersticken zur Folge haben. Zimt ist so trocken, dass es der Mundhöhle sofort die Flüssigkeit entzieht.

Außerdem kann das Gewürz die Substanz Cumarin enthalten, die in gewissen Mengen gesundheitsschädlich ist.

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Pfefferspray löst Panik aus: Jugendliche sterben in italienischem Klub


Für einige ist es vermutlich das erste Konzert ihres Lebens. Der Auftritt des Rappers Sfera Ebbasta soll eine echte Party werden. Doch der Abend in einem Klub in Italien endet mit einer Massenpanik. Und dem Tod von sechs Menschen.

Bei einer Massenpanik in einer Diskothek in Italien sind fünf Jugendliche ums Leben gekommen. Unter den insgesamt sechs Todesopfern sei auch eine Mutter, bestätigte Feuerwehrsprecher Luca Cari der Deutschen Presse-Agentur. Das Unglück ereignete sich mitten in der Nacht in der Gemeinde Corinaldo, unweit der Hafenstadt Ancona an der Adria. Dort sollte der vor allem unter jungen Leuten beliebte italienische Rapper Sfera Ebbasta auftreten. Doch dazu kam es gar nicht erst.

Mitten in dem heiteren Gedränge versprühte ersten Erkenntnissen zufolge jemand Reizgas und versetzte die Besucher in Panik. Um die 1000 Menschen sollen sich in der „Lanterna Azzurra“, der blauen Laterne, befunden haben. „Wir haben all diese Leute gesehen, die auf den Notausgang zusteuerten, aber am Anfang haben wir nicht verstanden, warum“, sagte eine Augenzeugin dem Fernsehsender Rai. „Nach einer Weile haben wir auch angefangen zu husten.“ Ein anderer Jugendlicher sagt, er habe gesehen, wie sich die Menschen übereinanderstapelten und um Hilfe schrien. „Es war verheerend.“ Drei Mädchen und zwei Jungen verloren ihr Leben. Sie waren 14, 15 und 16 Jahre alt.

Nach der Tragödie in der Nacht sind die Ermittlungen im Klub in vollem Gang.

Dutzende Menschen wurden verletzt, von 50 bis 120 war am Samstag die Rede. Rettungskräfte versorgten die Verletzten auf offener Straße. „Lasst uns durch“, hört man in der Hektik einen der Einsatzkräfte rufen, als eine Liege durch das Bild im Video der Feuerwehr geschoben wird. Etwa zehn Besucher wurden schwer verletzt. Der Zustand einiger sei „sehr kritisch“, schrieb Regierungschef Giuseppe Conte auf Facebook und kündigte an, zum Unglücksort zu fahren.

Sanitäter berichteten, viele der Verletzten hätten in dem Gedrängel teils schwere Quetschungen, aber auch Knochenbrüche erlitten. Auf einem von italienischen Medien veröffentlichten Video soll der Moment zu sehen sein, in dem die Menschenmasse in Richtung eines Ausgangs drängt. Der Weg ist wie ein Flaschenhals, in dem es kein Vor und Zurück zu geben scheint. Dann gibt die Balustrade auf der einen Seite plötzlich nach. Dutzende Menschen stürzen. Ein Notausgang soll Augenzeugen zufolge versperrt gewesen sein.

Staatsführung meldet sich zu Wort

Innenminister Matteo Salvini bestätigte diese Angaben im Fernsehen nicht. Ihm zufolge war der Club aber offenbar überfüllt. „Mit 15 Jahren darf man so nicht sterben“, erklärte Salvini. Es sei seine Pflicht, „die Verantwortlichen für die sechs entrissenen Leben zu finden, diejenigen, die aus Boshaftigkeit, Dummheit oder Habgier einen Party-Abend in eine Tragödie verwandelt haben“. Staatspräsident Sergio Mattarella teilte mit, was passiert sei, lasse einen wie „versteinert“ zurück.

Es sei schwierig, Worte für den Schmerz zu finden, schrieb Sfera Ebbasta auf Instagram. Er forderte seine Fans auf, darüber nachzudenken, wie „gefährlich und dumm es ist, Pfefferspray in einer Diskothek zu benutzen“. Vom Club selbst gab es zunächst kein Statement. Lediglich das Cover der „Lanterna Azzurra“ bei Facebook wurde verändert: Bis in die frühen Morgenstunden zeigte es das Foto des exzentrischen Rappers auf pinkem Hintergrund. Nach dem Unglück war es schwarz. Bereits am frühen Morgen wurden die Ermittlungen aufgenommen und Zeugen gehört, unter anderem zahlreiche Security-Mitarbeiter.

In Italien erinnerten die Ereignisse der Nacht viele an die Massenpanik im Juni 2017, die beim Public Viewing des Champions-League-Finals ausbrach. Damals wurde Reizgas gesprüht, 1500 Menschen wurden verletzt. Verantwortlich dafür soll eine Diebesbande gewesen sein, die Fans ausrauben wollte.



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Erstmal den Druck wegnehmen

Schuldenberatung für JugendlicheErstmal den Druck wegnehmen

Die Diakonie kümmert sich um Jugendliche, die  nicht gelernt haben, mit Geld umzugehen. Foto: dpa

Esslingen – Wer einmal in die Schuldenfalle getappt ist, der kommt ganz schwer wieder heraus. Eine Hilfe für Jugendliche bieten die Kreisdiakonie und der Stadtjugendring Esslingen. Projekte, die aus Sicht der Träger immens wichtig sind, weil Jugendliche anders ticken als Erwachsene. Denn: bei der normalen Schuldnerberatung im Landkreis seien Wartezeiten bis zu sechs Monaten die Regel, sagt der Diakoniechef Eberhard Haußmann, doch ein Jugendlicher könne natürlich keine sechs Monate waren. Diese Projekte laufen allerdings demnächst aus, und die Diakonie weiß nicht genau, wie es weiter geht.

Gegenwärtig sind im Projekt „Cashflow“, das Lena Stumpp betreut, 37 Jugendliche, die eine Langzeitberatung brauchen, elf Jugendliche erhalten kurzzeitig Hilfe, und 31 Jugendliche haben den Weg zurück geschafft. Es sind Schuldner so wie jener Jugendliche, der keine Lust hatte, sein Monatsticket in der Bahn zu zeigen und deswegen Strafe zahlen musste. Weil er sich nicht weiter darum kümmerte, kam schnell eine Rechnung mit Mahngebühren und Anwaltskosten von beinahe tausend Euro zusammen, eine Summe, die für einen Jugendlichen, der gerade in der Ausbildung ist, geradezu astronomisch ist.

Doch nicht immer ist es jugendlicher Leichtsinn, der solch hohe Schulden aufhäuft. Für Lena Stumpp sind diese 1000 Euro nicht einmal viel. Den Rekord hält ein Jugendlicher, der 80 000 Euro Schulden hat. In seinem Fall haben seine Eltern seinen Namen und sein Konto für ihre dubiosen Finanzgeschäfte benutzt.

Hand in Hand mit dem Projekt „Cashflow“ arbeitet das Projekt „Reset“, das ebenfalls durch Spenden finanziert wird. Dessen Träger ist der Kreisjugendring, und Andrea Lenz gibt darin jugendlichen Straffälligen eine pädagogische Hilfe. Schnell merkte sie, dass bei mindestens einem Drittel der jugendlichen Straftäter Schulden im Hintergrund vorhanden sind. Sie bietet jetzt einen Workshop an, in dem sie Grundlagen der häuslichen Ökonomie lehrt. „Es gibt Jugendliche, die gehen zweimal im Monat zum Friseur und wundern sich, dass sie pleite sind“, berichtet sie.

Überhaupt ist die Arbeit von Andrea Lenz und Lena Stumpp sehr vielschichtig. Sie müssen sich in Recht und Betriebswirtschaft auskennen, und sie müssen pädagogisch arbeiten können. Denn viele Jugendliche haben nicht gelernt, mit Geld umzugehen. Oder sie kommen aus armen Haushalten, die selbst überschuldet sind. Eberhard Haußmann rät allen Eltern, ihren Kindern Taschengeld zu geben und klar zu vereinbaren, was sie selbst davon kaufen müssen und was nicht. Wenn der Geldbeutel immer leerer werde am Ende des Monats, dann würden sie ein Gefühl für die Endlichkeit von Geld bekommen.

Wer sich trotzdem verschuldet hat, dem hilft Lena Stumpp zunächst, indem sie den Druck von dem Jugendlichen nimmt, damit er Luft bekommt, sich wieder um Einnahmen zu kümmern. Zunächst redet sie mit den Gläubigern, und dann versucht sie, für den Jugendlichen einen Wirtschaftsplan aufzustellen, mit dem er seine Schulden nach und nach tilgen kann. Manchmal hat sie auch Glück. Denn jener jugendliche Schwarzfahrer war zum Tatzeitpunkt erst 17 Jahre alt, und damit konnte die Bahn keine Schulden bei ihm eintreiben. Er war der Beratungsstelle sehr dankbar und brachte gleich seinen Kumpel mit, der ebenfalls bis über beide Ohren verschuldet war.

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