Kategorie -Jugendliche

Jungenleiche identifiziert: Vermisster 13-Jähriger ist tot

Vier Tage nach dem Fund einer Jungenleiche steht fest, was viele schon befürchtet haben: Es handelt sich um den vermissten 13-Jährigen aus Berlin. Nach wie vor ist völlig unklar, woran der Junge starb.

Nach der Identifikation der am vergangenen Donnerstag gefundenen Jungenleiche hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) bekannt gegeben, dass es sich bei dem Todesopfer um den vermissten 13-jährigen Berliner handelt. „Die Todesursache ist immer noch unklar. Ein Ergebnis wird erst in den nächsten Tagen erwartet“, sagte eine Sprecherin der „Bild“-Zeitung.

Passanten entdeckten die Leiche des Jugendlichen am vergangenen Donnerstag auf dem abgeschiedenen Gelände eines ehemaligen Klärwerks im Ortsteil Eiche im brandenburgischen Ahrensfelde. Zwei Tage zuvor war in Berlin-Marzahn der 13-jährige Max spurlos verschwunden – nur wenige Kilometer vom Fundort der Leiche entfernt.

Die Ermittler prüften deshalb von Beginn an einen Zusammenhang zwischen dem Vermisstenfall und dem Leichenfund. Schon vor der Identifikation der Leiche durch die Staatsanwaltschaft wurden an ihrem Fundort neben Kerzen und Stofftieren auch Fotos des vermissten Jugendlichen aufgestellt.

Nachdem die Obduktion des Jugendlichen keine Hinweise auf eine Gewalteinwirkung ergeben hatte, wird nun das Ergebnis des chemisch-toxikologischen Gutachtens erwartet. Es könnte Aufschluss darüber geben, ob der 13-Jährige möglicherweise nach dem Konsum von Drogen starb.



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Basteln, nähen und werkeln im neuen Atelier

Jugendhaus WeilimdorfBasteln, nähen und werkeln im neuen Atelier

Tina von Bloh hat schon viele Einfälle, was sie mit den Jugendlichen Kreatives gestalten könnte. Aber auch die Ideen der Jugendlichen selbst sind gefragt. Foto: Leonie Hemminger

Stuttgart-Weilimdorf – Wir wollen den Jugendlichen einen niederschwelligen Zugang zur Kunst geben“, sagt die angehende Jugend- und Heimerzieherin Tina von Bloh. „Sie sollen sich frei entfalten können.“ Darum hat sich die Auszubildende ein besonderes Projekt für ihr Anerkennungsjahr im Jugendhaus Weilimdorf überlegt: Ein Atelier, in dem die Mädchen und Buben nach Herzenslust basteln, nähen, kleben, schnippeln oder fotografieren können. Seit September hat Tina von Bloh daher Bastelutensilien besorgt und zunächst einmal beobachtet, wie die Resonanz der Jugendhaus-Besucher ausfällt. Als klar war, dass das Angebot bei den Jugendlichen gut ankommt, wurde an der Idee eines hausinternen Ateliers gefeilt.

Schon beim Einrichten des Zimmers im ersten Stock war Kreativität gefragt: Zusammen mit einigen Jugendlichen wurden die Wände in türkisener und weißer Farbe gestrichen, Lampen aus einem Second-Hand-Geschäft verziert, ein Tisch gezimmert, Regale und Schränke ausgestattet. „In einem unschönen Raum kann man schließlich nicht kreativ sein“, sagt von Bloh und schaut sich um. „Wir sind richtig stolz, wie hübsch es geworden ist.“

„Jeder kann das machen, worauf er Lust hat“

Bei der offiziellen Einweihung am Mittwoch konnten die Jugendlichen T-Shirts bedrucken. Auch künftig soll es im offenen Atelier immer ein festes Angebot geben, „natürlich kann aber jeder das machen, worauf er Lust hat“. Taschen nähen, Ketten auffädeln, mit Holz oder Papier arbeiten – der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. „Die Jugendlichen sollen Hobbys entdecken, von denen sie noch gar nicht wussten, dass sie ihnen liegen“, sagt Tina von Bloh, die vor ihrer Erzieherausbildung Modedesign gelernt hat.

Besonders freut sie sich darüber, dass auch eine Leinwand angebracht wurde, die als Hintergrund für Fotos aufgezogen werden kann. Mit einer guten Kamera, die aus dem Kinder- und Jugendhaus Giebel geliehen werden kann, wollen die Sozialpädagogen mit Mädchen und Buben Bewerbungsfotos aufnehmen. „Wir haben festgestellt, dass sich einige Jugendliche das nicht leisten können“, berichtet von Bloh. Darüber hinaus könnten mithilfe der Leinwand auch Fotoprojekte organisiert werden.

Von Bloh betont, dass dem Jugendhaus durch das neu eingerichtete Atelier kein Raum verloren gehe. Denn wenn weder gewerkelt noch gebastelt wird, kann das Zimmer weiterhin als Multifunktionsraum genutzt werden. „Die Sofaecke bleibt eine Chilloase, wo die Jugendlichen sich entspannen können“, sagt sie.

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Drogenbericht 2016: Rauchen ist bei Kindern und Jugendlichen out

Die Raucherquote bei Kindern und Jugendlichen ist auf einen historischen Tiefstand gefallen, der Alkoholmissbrauch ist ebenfalls rückläufig. Dagegen nimmt der Konsum Designerdrogen stark zu. Auch mehr als eine halbe Million Onlinesüchtige meldet der neue Drogen- und Suchtbericht der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler (CSU).

Der Bericht fasst  aktuelle Studien und Daten zusammen. Demnach gelten in Deutschland rund 560.000 Menschen zwischen 14 und 64 Jahren als onlinesüchtig. Das entspricht rund einem Prozent. Jüngere sind deutlich häufiger betroffen. So zeigen in der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen etwa 250.000 Menschen (2,4 Prozent) Anzeichen einer Internet-Abhängigkeit, unter den 14- bis 16-Jährigen sind es sogar 100.000 (vier Prozent).

Nach einer anderen Studie sind bereits 1,2 Prozent der Neuntklässler süchtig nach Computerspielen. Das macht sich bei Leistungen und Gesundheit Bemerkbar: Betroffene haben schlechtere Schulnoten, schwänzen häufiger und leiden unter Schlafproblemen.

Trotz der vielen nützlichen Möglichkeiten der digitalen Welt dürften die Risiken nicht vernachlässigt werden, warnte Mortler. Wie bei anderen Dingen gelte: „Die Dosis macht das Gift.“

Komasaufen ist out

Positive Entwicklungen sieht Mortler bei Alkohol und Tabak. Der Pro-Kopf-Konsum reinen Alkohols sank demnach zwischen 1980 und 2013 um fast drei Liter auf 9,7 Liter. Auch das sogenannte Komasaufen unter Jugendlichen nimmt ab. Allerdings werden immer noch jedes Jahr rund 15.500 Kinder zwischen zehn und 17 Jahren wegen Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Jeder Vierte raucht immer noch

Insgesamt raucht immer noch rund ein Viertel der Bevölkerung. Bei Kindern und Jugendlichen ist Qualmen hingegen  out. 2015 rauchten nur noch 7,8 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen, was ein neuer Tiefstand ist.

„Legal Highs“ auf dem Vormarsch

Eine „stabile“ Lage gibt es Mortler zufolge bei illegalen Drogen. Nach einer Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung konsumierten 10,2 Prozent der Jugendlichen und 34,7 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren mindestens einmal in ihrem Leben bereits illegale Drogen.

Vor allem sogenannte neue psychoaktive Substanzen, die auch als Designerdrogen oder „Legal Highs“ bezeichnet werden, sind aber seit einigen Jahren auf dem Vormarsch. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 39 Todesfälle im Zusammenhang mit „Legal Highs“ registriert. Sie werden getarnt als Kräutermischungen, Badesalz oder Lufterfrischer angeboten. Experten warnen seit langem vor den unterschätzten Gefahren.

Cannabis als Medizin

Mortler wies unterdessen Kritik an der Drogenpolitik der Bundesregierung zurück. In der Drogenhilfe aktive Verbände hatten am Montag in ihrem Alternativen Drogenbericht eine Abkehr von der bislang restriktiven Drogenpolitik angemahnt und unter anderem eine staatlich kontrollierte Abgabe von Cannabis und flächendeckende Drogenkonsumräume gefordert.

„Cannabis als Medizin – ja, unter entsprechenden Bedingungen“, sagte Mortler im ZDF-„Morgenmagazin“. Ansonsten bleibe Cannabis aber verboten.

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Keine Bühne, kein Strom, ein Zaun

Platz für JugendlicheKeine Bühne, kein Strom, ein Zaun

Wasser und Strom w Foto: Achim Zweygarth

S-Mitte – Die Jugend übt sich in Duldsamkeit. Seit dem Sommer 2011 ist im Gespräch, hinter dem Züblin-Parkhaus einen Platz einzurichten, auf dem sich Jugendliche treffen können, an der Stelle, an der in den vergangenen Monaten das Salome-Zelt stand. Falls alles glatt geht, kann der Nachwuchs sich vom nächsten Sommer an dort tummeln, sporteln, quatschen, möglicherweise, ganz sicher ist das noch nicht, Fahrräder leihen, wahrscheinlich, unter fachkundiger Anleitung eines arbeitslosen Mechanikers, Fahrräder reparieren. Letzteres an einem Tag der Woche.

Nicht, dass ein zwei Jahre währender Verwaltungsablauf von der Idee bis zur Verwirklichung eine ungewöhnlich lange Zeit wären – eher im Gegenteil, zumal vor dem aktuellen Entwurf die Diskussion über fünf Vorentwürfe stand. Aber „es war nicht alles durchsetzbar, was wir uns gewünscht haben“, sagt Anaick Geißel. „Wir sehen natürlich, dass das nicht möglich war.“ Geißel sitzt im Bezirksbeirat Mitte, der sich die Pläne für den Platz erklären lässt, vom Landschaftsarchitekten Ralph Wölffing-Selig, den die Stadt beauftragt hat. Ansonsten sitzt sie im Jugendrat, der mit viel Engagement und Mühe die Urversion jener Pläne erarbeitet hatte.

Die Endversion muss noch genehmigt, ausgeschrieben und verwirklicht werden. Eventuell verzögert Unvorhersehbares den Eröffnungstermin. Der Untergrund, auf dem einst eine Tankstelle stand, birgt womöglich giftige Altlasten. Außerdem sind während der vorbereitenden Untersuchungen alte Keller im Erdreich entdeckt worden, die möglicherweise verschüttet werden müssen. Selbstverständlich wird mancher Jugendrat, der mitplante, auch ohne Unwägbarkeiten den Treffpunkt für die Jugend nicht mehr nutzen, wegen eines Studiums in einer anderen Stadt, wegen eines Umzugs in die erste eigene Wohnung oder schlicht, weil er sich nach der Eröffnung schon zu alt fürs Publikum fühlt.

Jugend darf sich mit „amtlich-offiziellem“ Wohlwollen treffen

350.000 Euro sind nach derzeitiger Rechnung für den Platz geplant. Was für dieses Geld nicht verwirklicht werden kann: Der Jugendrat hatte sich einen Strom- und einen Wasseranschluss gewünscht. Wasser soll in Eimern aus dem angrenzenden Parkhaus geholt werden. Falls Strom benötigt wird, sollen ebenfalls vom Parkhaus provisorisch Kabel verlegt werden. Die Ursprungpläne enthielten eine Bühne. Deren Bau verbietet die Versammlungsstättenverordnung. Gelegentlich darf für Veranstaltungen eine transportable Bühne herangeschafft werden. Ähnliches gilt für eine Tribüne, die am Rand eines Sportplatzes aufgestellt werden sollte, der etwa halb so groß ist wie eine Handballhalle. Als Sitzgelegenheiten für Publikum sollen nun einzelne Quadersteine aus Beton dienen. Jene Fahrradwerkstatt sollte ursprünglich täglich geöffnet haben, nicht ein Mal wöchentlich.

Was abgesehen von dem Sportplatz übrig blieb von den Plänen, ist eine Art geschwungene Lümmelwiese, wenn auch auf ihr kein Gras wachsen wird. Als Belag ist Kunstrasen vorgesehen. Natürlich grünen sollen hingegen Bäume, genauer: Pappeln. Am Rand des Platzes sollen zwei Baucontainer stehen, sei es zum Reparieren oder Abstellen von Fahrrädern. Der Schmuck des Geländes ist ein Sonnensegel. Ein Zaun, sechs Meter hoch, ergänzt das Ensemble.

Nächtens wird der Platz abgeschlossen, einerseits zum Schutz von Anwohnern vor jugendlichem Partylärm, andererseits zum Schutz der Jugend vor den Umtrieben des Straßenstrichs und seiner Kunden. Bis wann am Abend die Jugend sich zum Sporteln oder Chillen treffen darf, ist noch nicht gänzlich geklärt. Im Gespräch ist eine Schließzeit um Acht am Abend, bei besonderen Gelegenheiten um Zehn. Das Gelände ist der erste und auf absehbare Zeit einzige Platz im Stadtzentrum, auf dem die Jugend sich mit „amtlich-offiziellem“ Wohlwollen treffen darf.

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Ist es der vermisste Berliner?: Spaziergänger finden toten Jugendlichen

In einem abgelegenen Feld in Brandenburg finden Spaziergänger die Leiche eines Jugendlichen. Dessen Identität ist noch unklar – doch der Zusammenhang mit einem Vermisstenfall in Berlin wird geprüft.

Spaziergänger haben am Donnerstagmittag im brandenburgischen Ahrensfelde am Berliner Stadtrand eine schreckliche Entdeckung gemacht: Auf einem Feld im Ortsteil Eiche, nahe einer ehemaligen Abwasseranlage, entdeckten sie die Leiche eines Jugendlichen. Das sagte die Brandenburger Polizeidirektion Ost dem „Tagesspiegel“. Die Mordkomission ermittelt. Nachdem zunächst auch ein Gewaltverbrechen für möglich gehalten worden war, ergab die Obduktion nun aber keine Hinweise auf Gewalteinwirkung. Die chemisch-toxikologische Untersuchungen, bei denen etwa nach Rückständen von Drogen gesucht wird, dauern noch an.

Um wen es sich bei dem Toten handelt, „ist noch nicht hinreichend festgestellt“, sagte die Polizei dem „Tagesspiegel“. Ein Zusammenhang mit einem vermissten Jugendlichen aus Berlin sei aber nicht auszuschließen. Die Brandenburger Polizei stehe deshalb in engem Kontakt mit den Kollegen aus Berlin.

Bereits seit Dienstagabend wird dort der 13-jährige Max vermisst. Er wurde zuletzt im Berliner Stadtteil Marzahn gesehen, der an Ahrensfelde grenzt. Gegen 19 Uhr verließ er dort die Wohnung einer Freundin in der Borkheider Straße, um sich mit Freunden in Marzahn-Nord zu treffen – hier verliert sich seine Spur.



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Leistungsdruck setzt Kinder psychisch unter Stress

Die Klassenarbeit in Mathe, der Berg von Hausaufgaben: Leistungsdruck kommt immer öfter und immer früher bei Kindern an. Er manifestiert sich zunächst in Bauchweh und Angst. Einer bundesweiten Studie zufolge leidet jedes fünfte Kind an psychischen Störungen, eine bayerische Studie kommt sogar auf jedes vierte. 

Die Belastung der Kids steigt, nicht nur durch Lernstress. Kinder müssen häufiger Trennungen der Eltern verkraften. Oder Mobbing. Hänselten sich Schüler früher auf dem Pausenhof, so sind Gemeinheiten heute oft unauslöschlich im Internet manifestiert.

Der Selbstmord der Kanadierin Amanda Todd, die als Zwölfjährige arglos in einem Chat per Webcam vor einem Fremden ihren Oberkörper entblößte und sich nach der Veröffentlichung der Fotos durch den Mann dann im Alter von 15 Jahren umbrachte, machte Schlagzeilen.

Schulreformerin: „Schule ist ein Angstsystem“

Die Leiterin der Evangelischen Schule Berlin Zentrum steht für Schule im Aufbrauch.

Schulreformerin: „Schule ist ein Angstsystem“

Haben Kinder und Jugendliche es heute schwerer? Sind sie psychisch kränker? Studien weisen in diese Richtung. Positiv ist, dass die Probleme in der heutigen Zeit auch ernster genommen werden als früher.

Zahlen wirken erschreckend

Nach den Daten der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns und von Krankenkassen, die Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) vorlegte, haben rund ein Viertel der Heranwachsenden psychische Probleme oder Entwicklungsstörungen. Das Robert Koch-Institut kam in einer 2014 veröffentlichten Erhebung zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland zu dem Schluss, dass ein Fünftel Anzeichen für psychische Auffälligkeiten hat.

Die Zahlen wirken erschreckend. Sie bedeuteten aber nicht, dass jedes vierte oder fünfte Kind krank sei, sagt Berthold Koletzko vom Haunerschen Kinderspital der Universität München. Es handele sich um Auffälligkeiten. „Solche Dinge werden heute ernster genommen.“ Und damit öfter festgestellt. „Es ist aber auch so, dass Kinder mehr Belastungen haben.“

„Ich denke über die Toten nach“

„Manchmal, wenn wir so viele Hausaufgaben aufhaben und viel lernen müssen, dann fühle ich mich unter Druck“, sagt der elfjährige Kilian. Er gönnt sich dann eine Pause. Noah (8) hat Angst „vor Alpträumen und wenn ich abends alleine ins Bett muss“.

Jonathan (7) treibt die Lage in der Welt um. „Ich habe Angst vor einem Krieg. Weil da ganz viele Menschen sterben. Weil sie mit Pistolen und Gewehren schießen. Ich denke oft über die Toten nach.“ Am liebsten, sagen sie, sind sie zu Hause oder bei Freunden. Kilian: „Am wichtigsten ist, dass ich Zeit habe.“ Lange Schultage, wenig Freizeit – das ist bereits die Realität vieler Grundschüler.

Koletzko sagt: „Man muss mehr tun in der Prävention – Kinder, Jugendliche und Familien unterstützen und stärken und die Belastung in der Schule mindern.“ Schulangst, Schlaf- und Lernprobleme, Essstörungen. Hyperaktivität, Antriebsschwäche – die Spanne von Problemen ist breit. Wissenschaftler beschreiben eine „neue Morbidität“, mit einer Verschiebung von körperlichen Krankheiten hin zu Problemen bei psychischer Entwicklung, Emotionalität und Sozialverhalten.

ADHS bei jeder zweiten Diagnose

Der bayerischen Studie zufolge sind bei Klein- und Vorschulkindern Entwicklungsstörungen die häufigste Diagnose. Zwischen sieben und 14 Jahren gewinnen Verhaltens- und emotionale Störungen an Bedeutung. Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung ADHS macht gut die Hälfte der Diagnosen aus.

Bei den 15- bis unter 18-Jährigen kommen Depressionen dazu. Koletzko warnt gerade bei ADHS vor voreiligen Schlüssen. „Diese Diagnose ist sehr schwer zu stellen. Die Abgrenzung zwischen einer Überlastung und einer echten Krankheit ist nicht immer einfach.“

Der Münchner Therapeut Klaus Neumann sagt: „Man sollte vorsichtig sein, was man misst.“ Würden etwa Grenzwerte für Cholesterin verändert, „weist die Statistik prompt nach, dass die Cholesteringefährdung enorm zugenommen hat“.

„Kids sind allein gelassen“

Auch Neumann sieht eine zunehmende Belastung. Und: „Dazugehören verläuft immer mehr über Äußerlichkeiten“, sagt der Beauftragte für Kinderrechte im Berufsverband Deutscher Psychologen.

„Wir haben im Moment mit der Gesellschaft einen Kampf auszustehen, was wirklich zählt. Und da sind die Kids alleingelassen. Alte Rollenbilder sind ins Wanken gekommen. Aber es hat sich noch nichts Neues etabliert.“ Neumanns „Diagnose“: „Die Pathologisierungsgrenze ist nach unten gesenkt. Die Besorgnisintensität von Eltern ist nach oben gestiegen.“

Koletzko verweist immerhin auf Verbesserungen beim Rauchen und beim Alkohol. Bei Jugendlichen gab es nach Daten der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen zuletzt einen Rückgang von Klinikeinweisungen wegen übermäßigen Trinkens. Der Anteil der Raucher von 12 bis 17 Jahren sank nach jüngsten Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf einen historischen Tiefstand von 7,8 Prozent. Koletzko: „Das sind Erfolge der Prävention.“

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Freizeitanlage für Jugendliche wird teurer

Anlage für JugendlicheFreizeitanlage für Jugendliche wird teurer

Auch an der Beethovenstraße in Botnang sollen die Jugendlichen künftig Basketball spielen können. Foto: Archiv Sigerist

Botnang – Das haben sich die Botnanger sicherlich anders vorgestellt: Rund 11 000 Euro haben sie in den vergangenen sechs Jahren gespendet, damit die Jugendlichen im Stadtbezirk endlich eine Fläche bekommen, die sie, ohne Anwohner zu stören, flexibel nutzen können – sei es zum Skateboard fahren, Basketball spielen oder um sich mit Freunden zu treffen. Der am besten geeignete Ort für eine solche Jugendanlage erschien den Bezirksbeiräten eine Wiese und Schotterfläche an der Beethovenstraße, auf dem Gelände des ehemaligen Asylbewerberheims.

Laut Bezirksvorsteher Wolfgang Stierle sah die weitere Planung vor, dass das Garten-, Friedhofs- und Forstamt mit Restmitteln in Höhe von 54 000 Euro die Fläche fertig stellt und so weit wie möglich auch bestückt. Die Spenden sollten dann ausschließlich für die Ausstattung der Anlage verwendet werden. Doch nun steht fest, dass auch die 11 000 Euro der Botnanger für das Begradigen und Asphaltieren der rund 600 Quadratmeter großen Fläche benötigt werden. Ein bisschen Grün drum herum und eine Entwässerungsanlage seien noch mit den zur Verfügung stehenden Mitteln finanzierbar, sagt Walter Wagner vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt.

„Das kann es ja nicht sein“, sagt ein verärgerter Wolfgang Stierle. „Unter diesen Voraussetzungen werden die 11 000 Euro an Spenden nicht ausgezahlt.“ Von Anfang an sei klar gewesen, dass es nicht nur eine leere Fläche an der Beethovenstraße geben dürfe. So sei das definitiv nicht abgesprochen gewesen.

60 000 Euro werden im Doppelhaushalt beantragt

Im November war die Situation noch eine andere: Auf Nachfrage ging Walter Wagner damals davon aus, dass mit den Spenden der Botnanger die Jugendanlage mit einigen Elementen ausgestattet werden könne. Zu diesem Zeitpunkt gab es auch schon eine Baugenehmigung, obwohl die Ergebnisse eines Umweltgutachtens noch gar nicht vorlagen. Nachdem auf der Fläche an der Beethovenstraße in der Zeit zwischen 1973 bis 1995 mehrere Schrottbetriebe ansässig waren, ging man beim Amt für Umweltschutz davon aus, dass sich Schadstoffe im Boden befinden könnten. Der Verdacht hat sich letztendlich im Dezember bestätigt. „An den Stellen, an denen das Regenwasser künftig gebündelt versickern soll, haben Bodenproben gezeigt, dass die zulässigen Werte um mehr als das Doppelte überschritten werden“, sagt Michael Fritz vom Amt für Umweltschutz.

Diese Ergebnisse haben dazu geführt, dass die wasserrechtliche Genehmigung nur unter Auflagen erteilt wurde. „Aufgrund der Schadstoffe kann das Oberflächenwasser nicht wie geplant in Rigolen versickern, sondern muss in die öffentliche Kanalisation fließen“, heißt es in einer Stellungnahme des Amtes für Umweltschutz. „Dies erfordert zusätzliche Planungen/Umplanungen und Mehrkosten.“

Walter Wagner hat nun vor, 60 000 Euro für die Ausstattung der Jugendanlage für den kommenden Doppelhaushalt 2014/2015 zu beantragen. Ein erster Versuch, 105 000 Euro vom Gemeinderat bewilligt zu bekommen, scheiterte 2011. Damals unterstützte nur die FDP-Fraktion den Antrag.

Skate-Elemente aus dem Stuttgarter Westen?

Dennoch ist für April erst einmal weiterhin geplant, die Fläche an der Beethovenstraße zu begradigen und zu asphaltieren. Aber selbst wenn dann die Stadträte im Dezember Geld für die Ausstattung der Fläche bewilligen sollten, wird es laut Walter Wagner bis Sommer 2014 dauern, bis Sitzbänke, Basketballkörbe und Co. von den Jugendlichen eingeweiht werden könnten.

Immerhin: etwas früher könnten einige Skate-Elemente auf der Fläche in Botnang installiert werden. Nachdem die Anlage an der Forststraße im Stuttgarter Westen wohl zum Jahresende weichen muss, ist der Standort Beethovenstraße für die Jugendlichen und Bezirksbeiräte aus West eine Option.

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Erpressungsversuch: 15-Jähriger in U-Haft

Ein 15 Jahre alter Junge aus Bonn, der einen Zwölfjährigen bedroht und erpresst haben soll, sitzt seit Freitag in Untersuchungshaft. Das teilte die Bonner Polizei mit. Die Staatsanwaltschaft hatte den Haftbefehl wegen Verdunkelungs- und Wiederholungsgefahr beantragt. Der 15-Jährige soll den kleineren Jungen am vergangenen Samstag auf einem Sportplatz in Bad Godesberg aufgefordert habe, ihm aus der Wohnung der Eltern 50 Euro zu besorgen. Andernfalls werde man ihm „alle Knochen brechen“, hatte das Opfer berichtet.

Der Zwölfjährige wandte sich an seinen Vater, der meldete den Fall der Polizei. Der 15-Jährige ist der Polizei wegen ähnlicher Fälle bekannt. Unter anderem soll er im April einen 13-Jährigen bedroht haben.

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Artur Brauner wird 100: „Keine Auf-den-Tischen-Tanz-Party“


In der Welt des deutschen Films führt kein Weg an ihm vorbei – Artur „Atze“ Brauner ist einer der größten deutschen Filmproduzenten der Nachkriegszeit. Nun wird der Holocaust-Überlebende 100. Für die Jugend von heute hat er einen Rat.

Er hat das deutsche Kino geprägt wie kaum ein anderer. Romy Schneider, Heinz Rühmann, Curd Jürgens, O.W. Fischer, Peter Alexander und Caterina Valente – sie standen alle in den Berliner Filmstudios von Artur Brauner vor der Kamera. Er produzierte die Kassenknüller „Dr. Mabuse“, „Mädchen in Uniform“ und „Der Tiger von Eschnapur“.

Doch Stars und Glamour waren immer nur die eine Seite im Leben des eleganten Filmmoguls mit dem gepflegten Menjou-Bärtchen. Mit Filmen wie „Morituri“ (1948), „Hitlerjunge Salomon“ (1990) und „Wunderkinder“ (2011) hält Brauner seit sieben Jahrzehnten die Erinnerung an die Opfer des Holocaust wach. Heute wird der Filmproduzent 100 Jahre alt.

Nach Feiern ist ihm eigentlich nicht zumute. Im vergangenen August starb Brauners Ehefrau Maria, mit der er 71 Jahre verheiratet war. „Sie hat mich jeden Moment meines Lebens glücklich gemacht!“, sagt Brauner im Interview. Ihr Tod habe ihn über alle Maßen getroffen. „Ich bin immer noch in tiefer Trauer“, so der Filmproduzent. „Den Geburtstag meines Vaters am 1. August werden wir sehr ruhig begehen“, sagt Brauners Tochter Alice. „Ohne meine geliebte Mama ist das Leben nicht mehr so fröhlich, optimistisch und lebenswert, wie es einmal war.“

Am 8. September soll es zu Brauners Ehren dann aber doch eine große Gala im Berliner Zoo Palast geben. Sie plane „einen würdevollen Abend, keine übliche Brauner-Wodka-auf-den-Tischen-Tanz-Party“, so die 52-jährige Alice Brauner. „So eine Art von Feier ist zurzeit ohne meine Mama einfach nicht vorstellbar!“ Das Ehepaar Brauner fehlte über Jahrzehnte bei kaum einem gesellschaftlichen Ereignis in der Stadt und war von den roten Teppichen nicht wegzudenken.

„Unvergesslich und schrecklich“

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der im polnischen Lodz als Sohn eines jüdischen Holzhändlers geborene Brauner ausgerechnet in das Land der Täter. „In jungen Jahren haben meine Eltern, Geschwister und ich die Gräueltaten der Nazis erlebt und dem Tod in die Augen geschaut. Das bleibt für immer unvergesslich und schrecklich“, erzählt Brauner. Im Holocaust verlor er 49 Verwandte. Brauner überlebte den Krieg versteckt in der Sowjetunion.

Auf seiner Flucht sah er in der Ukraine ein Massengrab mit ermordeten Juden. „Ich komme näher und da liegt ein 10- oder 12-jähriger toter Junge mit offenen Augen. Ich hatte das Gefühl, er schaut mich an und redet mit mir: 'Was suchst du hier? Wir sind alle tot. Hilf' uns leben. Ihr sollt uns nicht vergessen!'“ Da habe er ein Gelübde abgelegt. So lange er leben werde, werde er dies nicht vergessen – und nur durch Filme sei es möglich, an Schicksale wie das des Jungen zu erinnern.

Mit Besorgnis blickt Brauner auf die heutigen rechtspopulistischen Strömungen. „Ich kann der Jugend nur nahelegen, dass sie den Populisten weltweit nicht ins Netz geht und sich mit aller Kraft Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit entgegenstellt. Und zwar jetzt und nicht erst, wenn es schon zu spät ist.“
Von den Berlinern liebevoll „Atze“ genannt, schuf Brauner 1946 mit der Central Cinema Company (CCC) praktisch aus dem Nichts ein florierendes Unternehmen für erfolgreiche Unterhaltungsfilme. Er war alles in einem: Produzent, Autor, Atelierchef, Dramaturg, Besetzungsboss und Buchhalter. Die CCC-Studios in Berlin-Spandau waren ein kleines Hollywood in Deutschland. Weit mehr als 700 Filme entstanden dort bislang.

„Verlieren ist nicht so meins“

Brauners Tochter Alice führt das Lebenswerk ihres Vaters fort, wagt aber auch immer wieder Neues. „Bei uns läuft es gerade richtig rund. Ich arbeite parallel an verschiedenen Projekten“, sagt sie. Gedreht wird zum Beispiel der Kinofilm „Crescendo“ mit Peter Simonischek und Bibiana Beglau. Darin geht es um ein israelisch-palästinensisches Jugendorchester. Die Geschichte ist inspiriert von Daniel Barenboims West-Eastern Divan Orchestra.

Zur Entspannung spielt der Filmproduzent mit seinen Töchtern Alice und Fela, seinem Schwiegersohn und seinen Enkeln gerne Karten – Rommé oder manchmal auch Poker. Meistens gewinne er, sagt Brauner. „Denn Verlieren ist nicht so meins …“ Und noch immer diskutiert er mit seiner Tochter Alice fast täglich über Drehbücher. „Sobald ich nicht mehr bin, kann ich aufhören zu arbeiten“, sagt Artur Brauner.



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Spende nach Computerkurs

Jugendrat Stuttgart-WestSpende nach Computerkurs

Insgesamt 16 Senioren haben am Computerkurs teilgenommen und sich von den Jugendlichen die ersten Schritte am Computer und ins Internet erklären lassen. Foto: Regine Warth

S-West – Der Computerkurs, den der Jugendrat Stuttgart-West im Januar für Senioren angeboten hat, ist ein voller Erfolg gewesen. Einen halben Tag nach der Terminankündigung in unserer Zeitung war der Kurs ausgebucht. Insgesamt 16 Senioren haben teilgenommen und sich von den Jugendlichen die ersten Schritte am Computer und ins Internet erklären lassen. „Es macht Spaß, den Senioren den Umgang mit dem Computer beizubringen. Sie sind sehr motiviert und neugierig“, lautet das Fazit von Franz Rumiz vom Jugendrat West. Die Teilnahme an dem Kurs war kostenlos. Um sich bei den Jugendlichen zu bedanken, spendeten die Teilnehmer jedoch insgesamt 70 Euro. Der Jugendrat West hat das Geld wiederum der Mobilen Jugendarbeit Stuttgart-West gespendet. Weitere Kurstermine stehen derzeit nicht fest. Der Jugendrat wird das Angebot aber voraussichtlich fortsetzen.

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