Kategorie -Jugendliche

Abschied vom Leben hinter Klostermauern

Abschied vom Leben hinter Klostermauern

Man fängt bei null an.“ So beschreibt die 63-jährige Sylvia die Herausforderung, vor die sie jetzt gestellt ist. Nachdem sie 41 Jahre lang in einem Kloster in der Ostschweiz gelebt hatte, wagte sie vor drei Jahren den Schritt in einen völlig anderen Alltag und trat aus dem Orden aus. Die ehemalige Nonne sitzt im Untergeschoss des Pfarrzentrums der katholischen Kirche in Tann, einer ihr vertrauten Umgebung. Zwar ließ sie das Leben im Kloster hinter sich, an ihrem Glauben hat sich jedoch nichts geändert. Seit ihrem Klosteraustritt wohnt Sylvia mit ihrer Schwester in einer Viereinhalbzimmerwohnung in Tann im Zürcher Oberland. Die zierliche in Wald aufgewachsene Frau mit Lachfalten um die braunen Augen trat mit 19 Jahren ins Kloster ein. Sie belegte ein Unterseminar in Chur, machte ein Fernstudium und wurde Lehrerin. Sie unterrichtete unter anderem Musik, Deutsch und Mathematik in der zum Kloster gehörenden Schule und war Leiterin des Mädcheninternats. Mit dem mehr als 100 Sängerinnen zählenden Schülerinnenchor führte sie verschiedene Erstaufführungen von Werken des Schweizer Komponisten Ernst Pfiffner auf.

Zwei Stunden später ist sie gegangen

Nach 40 Jahren engagierten Einsatzes wurde Sylvia krank und konnte nach mehreren Monaten Krankheit ihre früheren Aufgaben im Kloster nicht mehr mit der gleichen Intensität ausüben. Sie musste anderen Nonnen den Platz überlassen. Während eines Gesprächs mit der Äbtissin, bei dem Sylvia zukünftige Tätigkeiten vorgeschlagen wurden, habe sie erkannt, dass auch im Kloster voll leistungsfähige Personen mehr wert sind. Um in der Töpferei zu arbeiten, wollte sie nicht mehr im Kloster leben. Noch während des Gesprächs hat sie ihre Schwester angerufen, um diese zu bitten, sie noch am gleichen Tag abzuholen. Zwei Stunden später hat sie in zivilen Kleidern das Kloster verlassen.

Zum Kloster hat sie heute keinen Kontakt mehr. „Beim Austritt endet die Solidarität der Klostergemeinschaft“, sagt sie nachdenklich. „Es ist wie eine Scheidung, eine Vision geht verloren.“ Da sie auch während des Klosterlebens soziale Kontakte außerhalb des Klosters gepflegt hat, hatte sie Ansprechpersonen, als sie auszog. Sie war auch ab und zu außerhalb des Klosters unterwegs, wodurch ihr der Alltag nicht fremd war. Ihre kurzgeschnittenen Haare und die goldfarbene Brille passen zu ihrer unauffälligen Kleidung: Jeans und eine Bluse. Auch während ihres Klosterlebens war sie nicht nur in einem schwarz-weißen Habit anzutreffen, sondern konnte sich in ihrer freien Zeit zivil kleiden.

Sie kann jederzeit Orgel spielen

Sylvia vermisst den Hund, der im Kloster ihr Begleiter war. Die größte Umstellung erlebt sie jedoch im spirituellen Bereich. Die festen Gebetszeiten, das Gebet und die Meditation in der Gemeinschaft fehlen ihr. „Für das Gebet und die Meditation musste ich einen neuen Rhythmus finden.“ Sie ist mit der katholischen Kirche in Tann vertraut geworden: „In dieser Kirche eine Kerze anzuzünden ist für mich wie heimzukommen.“ Vom Pfarrsaal her dringen Klavierklänge ins Untergeschoss, wo Sylvia auf einer Holzbank sitzt. Auf dem niedrigen Tisch vor ihr liegen schwarze Stofffinken, Pantoffeln, die sie zum Orgelspiel trägt. „Ich kann jederzeit auf der Orgel spielen, die Kirche hat mir einen Schlüssel gegeben“, lächelt die in Luzern ausgebildete Kirchenmusikerin. Obwohl die Vision, bis ans Lebensende im Kloster tätig zu sein, verlorenging, veränderte sich Sylvias Glauben keineswegs. Sie würde auch niemandem von einem Klostereintritt abraten. „Im Kloster konnte ich mich wirklich entfalten und Freiheiten genießen.“

Wie viel Rente sie bekommt, ist nicht klar

In ihrem neuen Alltag erlebt sie auch Probleme. „Finanziell bin ich bis jetzt auf keinen grünen Zweig gekommen.“ Während der drei Jahre, in denen sie ins Kloster hätte zurückkehren können, hat sie Geld vom Kloster bekommen. Da man im Kloster für Kost und Logis arbeitet, hatte Sylvia nämlich keinen Besitz, als sie zu ihrer Schwester zog. Im April dieses Jahres ist diese Zeit der möglichen Umkehr für Sylvia jedoch abgelaufen. Da sie noch nicht 64 ist, erhält sie keine Rente. Wie viel sie später erhalten wird, ist ihr auch noch nicht klar, da es davon abhängt, wie viel das Kloster während ihrer Klosterzeit eingezahlt hat. Um über die Runden zu kommen, musste Sylvia deshalb rasch einen Weg finden, Geld zu verdienen. Durch finanzielle Unterstützung der Kirche in Tann und des Generalvikariats des Kantons Zürich konnte sie eine Klinische Seelsorgeausbildung machen. An verschiedenen Orten arbeitet Sylvia als Aushilfe wie zum Beispiel als Spitalseelsorgerin oder als Organistin, und sie hat eine Festanstellung in Aussicht. Sie hilft bei Chören als Dirigentin aus und leitet einen Chor in Hinwil sowie eine Singgruppe in einem Altersheim. „So geht es einer Nonne, die Jobs sucht“, lacht sie und sagt: „Mir fliegt so vieles zu.“

Das ist ein Stück Freiheit

Sonnenlicht dringt ins Untergeschoss des Pfarrzentrums Tann. Trotz der unsicheren finanziellen Situation steht Sylvia mit beiden Beinen auf dem Boden. „Ich habe Freude an allem, wenn es irgendwie geht.“ In ihrer freien Zeit singt sie im katholischen Kirchenchor sowie im Kammerchor Zürcher Oberland mit und geht gerne allein wandern. Vor kurzer Zeit verbrachte sie eine Woche in den Cinque Terre mit Wandern. Wenn kurz vor einer Vorstellung im Schauspielhaus einzelne Plätze zu vergünstigten Preisen erhältlich sind, fährt sie gerne mit dem Zug die halbe Stunde nach Zürich. „Solche Besuche sind für mich ein Stück Freiheit“, sagt sie fröhlich. Sylvia muss heute immer noch erklären, warum sie ins Kloster eingetreten ist. Ihren Austritt hingegen können viele nachvollziehen. „Ich bereue meinen Eintritt ins Kloster überhaupt nicht. Was ich mache, zu dem stehe ich. Genauso wie zu meinem Austritt.“

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Jugendliche randalieren

AthenJugendliche randalieren

 Foto: dpa

Athen – Ein Jahr nach dem Tod eines 15-jährigen Griechen durch eine Polizeikugel ist es in Athen in der Nacht zum Sonntag zu Ausschreitungen gekommen. Vermummte zerstörten mehrere Autos im Zentrum der griechischen Hauptstadt.

In der Vorstadt Keratsini besetzten Autonome mehrere Stunden lang das Rathaus. Die Beamten nahm mehr als 160 Menschen in Gewahrsam. In 75 Fällen wurde Anklage erhoben, hieß es.

Auch am frühen Sonntagmorgen kam es noch zu vereinzelten Zwischenfällen. Mit Brandflaschen attackieren Vermummte eine Polizeistation in Athen. Verletzt wurde niemand. Fünf Jugendliche wurden in der Hafenstadt Thessaloniki festgenommen. Sie warfen Brandflaschen auf Autos und Polizeibeamte, berichtete das Staatsradio weiter.

Am Sonntag jährte sich der Todestag des 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos. Studenten- und Schülerverbände haben zum Gedenken landesweit Demonstrationen angekündigt. Es wurde jedoch befürchtet, dass Extremisten die Gelegenheit nutzen könnten, um das Land ins Chaos zu stürzen. Mehr als 10 000 Polizisten wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Der Minister für Bürgerschutz, Michalis Chrysochoidis, warnte: „Wir werden Athen nicht den Vandalen überlassen.“ An die Polizei sei der Befehl ergangen, die Demonstrationen zunächst zu beobachten, aber bei Gewalt „Null Toleranz“ zu zeigen.

Nach dem Tod des 15-Jährigen war Griechenland vor einem Jahr von einer beispiellosen Gewaltwelle überzogen worden. Randalierer zerstörten Geschäfte in Athen und anderen Städten. Es entstanden Schäden in zweistelliger Millionenhöhe. Parallel demonstrierten Zehntausende Jugendliche friedlich bis Anfang Januar gegen die Regierung und die Perspektivlosigkeit.

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Viel Arbeit, viele Ziegen: ein Paar und sein Biohof

Viel Arbeit, viele Ziegen: ein Paar und sein Biohof

Raus aufs Land, die Stadt hinter sich lassen! So etwas kommt heute immer seltener vor. Und wenn dann zwei Städter noch einen neuen landwirtschaftlichen Betrieb anmelden, gleicht das schon fast einem Wunder. Doch Henner und Steffi Heun aus Köln erfüllten sich einen Traum. Beide sind studierte Diplomgeologen. Mit ihrer damaligen Jobsituation waren sie unzufrieden. Es war nicht das, was sie sich vorgestellt hatten, denn sie wollten sinnvolle Landwirtschaft betreiben und entschieden sich, einen nachhaltigen Bauernhof zu gründen. Doch von der Idee bis zur Fertigstellung dauerte es einige Jahre. Allein die Suche nach einem geeigneten Standort zog sich vier Jahre hin – fündig wurden sie im idyllischen Dorf Irmenach im Hunsrück. Hier kauften sie einen alten Bauernhof inklusive einem Stück Land. Durch die gute Anbindung an die Tourismusregion Mosel sahen beide dort einen geeigneten zusätzlichen Absatzmarkt. Nachdem sie in ihrer alten Heimat alles verkauft hatten, zogen sie Mitte 2014 von der Stadt aufs Land, fest entschlossen, einen Bio-Ziegenhof zu gründen.

Auf der Roten Liste

Die Scheune des neuerworbenen Anwesens, die seit den 80ern nicht mehr genutzt wurde, musste komplett umgebaut werden. Wände wurden herausgebrochen, um sie offener zu gestalten. Das Endergebnis kann sich sehen lassen: Ein 300 Quadratmeter großer Stall für die Ziegen, mit direktem Zugang zum Melkstand und zum Außengehege. In einer weiteren Scheune baute das Paar einen Stall für seine Böcke, denn diese müssen von den Ziegen getrennt gehalten werden. Durch das neue, luftdurchlässige Scheunentor, das den ganzen Stall mit Licht durchflutet, spürt man ab und an eine Brise Landluft. Der Duft von frischem Stroh hat den Geruch nach frischer Farbe schnell verschwinden lassen. Nicht ganz so schnell konnten die Ziegen auf den Hof ziehen. Denn zuerst musste eine neue Landwirtschaft angemeldet werden. Die Ziegen konnten nach einem Jahr Lieferzeit im April 2015 einziehen. Henner und Steffi entschieden sich für die Thüringer Waldziege, die als echte deutsche Ziegenrasse auf der Roten Liste steht. Beide hoffen, durch ihre Züchtung etwas für den Erhalt der Rasse tun zu können.

Rufe nach Margoth sind keine Seltenheit

Jede Mutterziege und jeder Bock haben einen Namen. Daher sind Rufe nach Margoth oder Sarah keine Seltenheit. Zum Züchten von Jungtieren nutzten Henner und Steffi die geballte Manneskraft ihrer Böcke Bruno und Bandito. So wurde der Hof mit 48 Ziegen und zwei Böcken bestückt. Damit Henner und Steffi die Zicklein später gut verkaufen können und eine Inzucht vermieden wird, betreibt das Paar eine Herdbuchzucht. Alle Ziegen werden bei dem Ziegenzuchtverband registriert und in einen Stammbaum eingetragen. Außerdem wird die Milchleistung an 240 Tagen geprüft. Überschreiten Fett- und Eiweißgehalt einen bestimmten Wert, dürfen die Bocklämmer als offizielle Zuchtböcke eingesetzt werden. Im Frühjahr 2017 war es endlich soweit. Die ersten Zicklein erblickten das Licht der Welt. Als diese nach vier Wochen das erste Mal auf die Weide durften, sah man 80 kleine, wuschelige vierbeinige Lebewesen, wie sie tolpatschig vor sich hinsprangen. Sie ließen sich auf ihrem Weg von allem ablenken, was sie nicht kannten. So hielten es einige Zicklein nicht für notwendig, ihrer Gruppe zu folgen. Sie grasten lieber am Wegesrand. Nachbarn halfen, die Zicklein auf ihre Weide zurückzubringen.

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Kinder und Alkohol: Wie verhalten Sie sich als Eltern richtig?

Jugendliche gehen am Wochenende oft mit Freunden feiern – auch Alkohol spielt dabei häufig eine Rolle. Wann sollten Eltern sich darüber Sorgen machen?

Alkohol verliert einer aktuellen Studie zufolge für Jugendliche zwar an Reiz. Eltern sollten dennoch wachsam sein und den Alkoholkonsum ihrer Kinder im Auge behalten. Wie verhalten sie sich richtig?

Das ist ein Grund zur Sorge

Trinken Kinder regelmäßig und zur Regulierung von Gefühlen, sollten Eltern aufmerksam werden. „Wenn Frust oder Einsamkeit dahinterstecken oder Jugendliche alleine trinken, suchen Eltern am besten das Gespräch“, rät Michaela Goecke, Referatsleiterin Suchtprävention der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Rauschtrinken ist ebenfalls Anlass zur Sorge.

Diese Regeln können helfen

„Eltern sollten klare Regeln mit ihren Kindern vereinbaren“, sagt Christina Rummel von der Deutschen Hauptstelle (DHS) für Suchtfragen. Sinnvoll sei es, in einem ruhigen Moment mit dem Jugendlichen zu sprechen. Vorwürfe seien keine gute Idee. Besser sei es zu sagen: „Ich mache mir Sorgen, können wir darüber reden?“

Kinder orientieren sich am Verhalten der Eltern

Als Eltern haben Sie eine Vorbildfunktion. „Das regelmäßige Feierabendbier, der Wein – Jugendliche merken sowas“, sagt Rummel. Und sie orientieren sich am Verhalten der Eltern. Auch wenn Elten sich betrinken, kann das verstörend für Kinder sein.

Trinken nur unter Aufsicht

Goecke von der BZgA rät, dass Kinder unter 16 Jahren keinen Alkohol trinken sollten – auch nicht mit den Eltern. „Mal ein Glas Bier oder Wein ist danach auch gemeinsam kein Problem“, sagt die Expertin. Es müsse allerdings eine Ausnahme bleiben und dürfe auf keinen Fall Normalzustand sein.

Hier bekommen Sie Hilfe

Die Kampagne „Alkohol? Kenn dein Limit“ der BZgA bietet auf ihrer Internetseite Beratungsangebote – etwa eine Mail- oder Telefonberatung. Eltern können auch Beratungsstellen vor Ort suchen. Das Elterntelefon der „Nummer gegen Kummer“ ist unter 0800/111 05 50 zu erreichen.

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Attacke in der Schweiz: 17-Jähriger verletzt Passanten mit Beil


Im schweizerischen Flums geht ein Jugendlicher auf mehrere Menschen los und verletzt sie mit einem Beil. Dann flüchtet er mit einem gestohlenen Auto. An einer Tankstelle kann die Polizei den 17-Jährigen schließlich überwältigen. Sein Motiv ist unklar.

Mit einer Axt bewaffnet hat ein Jugendlicher im Osten der Schweiz am Sonntagabend fünf Frauen und zwei Männer verletzt, einen der Männer schwer. Der aus Lettland stammende 17-Jährige sei in seiner Handwerkerlehre wegen Gewaltfantasien in diesem Jahr bereits mehrfach aufgefallen, sagte Staatsanwalt Stephan Ramseyer in St. Gallen. Er könnte an einer Persönlichkeitsstörung leiden.

Auf dem Postplatz von Flums hatte der Teenager mehrere Menschen attackiert.

Die Polizei war zuvor über die psychischen Probleme des jungen Mannes informiert worden. Eine Kriseninterventionstruppe habe mit ihm und seiner Familie gearbeitet, hieß es. Weil er bis zu diesem Zeitpunkt nach Einschätzung der Experten aber keine substanziellen Drohungen ausgesprochen hatte, seien keine Zwangsmaßnahmen angeordnet worden, erklärte der Staatsanwalt.

Der 17-Jährige hatte in Flums – rund 90 Kilometer südöstlich von Zürich – zunächst ein Ehepaar mit Kinderwagen von hinten mit einem Beil angegriffen. Der Mann wurde schwer, die Frau leicht verletzt. Danach schlug der junge Lette auf zur Hilfe eilende Autofahrer ein und verletzt auch sie, ehe er in deren Wagen stieg und davonfuhr.

Täter durch Schüsse gestoppt

Mit dem Auto baute der Jugendliche den bisherigen Erkenntnissen zufolge einen Unfall und flüchtete zu Fuß weiter. An einer Tankstelle attackierte er weitere Autofahrer. Die Polizei habe ihn dort gestellt, hieß es. Weil sich der 17-Jährige nicht ergeben wollte, musste die Polizei ihn mit mehreren Schüssen an einer weiteren Flucht hindern. Er wurde festgenommen.

Nach Informationen der Nachrichtenseite „Blick“ durchsuchte die Polizei später im Rahmen ihrer Ermittlungen ein Haus in der Gegend. Die Polizei des Kantons St. Gallen ging bereits in der Nacht nicht von einem terroristischen Hintergrund aus.



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Wenig Komfort, große Freiheit: eine Dauercamperin erzählt

Wenig Komfort, große Freiheit: eine Dauercamperin erzählt

Andere träumen von einem halben Jahr Australien, ich habe immer davon geträumt, einmal das minimalistische Leben auszuprobieren.“ Anne Meckmann, die auf einem Campingplatz in Telgte im Münsterland gerade ihren Traum wahr werden lässt, verbringt den freien Nachmittag draußen unter einem grün-weiß gestreiften Pavillon. Dort sitzt sie auf einem Plastikstuhl, vor sich eine Tasse Kaffee auf dem Gartentisch, und häkelt. Ein paar Meter weiter steht ihr sogenanntes Eigenheim: Seit dem 1. März lebt die 31-jährige angehende Lehrerin mit ihrem Jack-Russell-Terrier Remmi in einem zehn Quadratmeter großen Wohnwagen, den sie vor ein paar Jahren von ihrer Cousine geschenkt bekam. Der Wohnwagen, der älter ist als sie selbst, ist Annes „altes Schätzchen“, an dem sie lange gearbeitet hat. Immer, wenn etwas Geld und Zeit übrig war, hat sie innen etwas verändert und ihn so verschönert. „Es hat Bock gemacht, daran herumzuwerkeln.“ Die Wände hat sie gelb gestrichen, das Holz von dunkelbraun auf weiß lackiert und auf dem Boden Kunstrasen verlegt. „Das ist ganz praktisch.“ Vorhänge und Polster für das umbaufähige Bett oder Sofa hat ihre Mutter in den Farben Grün und Orange genäht. Auf dem Sofa liegen bunte, selbstgehäkelte Kissen.

Nach fünf Jahren Power-Studium

An der Mikrowelle, die aus Platzgründen an der Decke hängt, klebt ein von einem Kind gemaltes Bild. Meckmann ist ausgebildete Erzieherin und arbeitet in einem Kindergarten im Ortsteil Westbevern. Die 1,80 Meter große Frau hat Germanistik und Pädagogik studiert, mit dem Ziel, an einer Berufsschule zu unterrichten, und sollte eigentlich im März in ihr Referendariat starten. Aber nach fünf Jahren „Power-Studium“ habe sie sich dazu entschieden, eine Pause einzulegen und erst im November in ihr Referendariat zu gehen. Am 1. März zog sie aus ihrer Wohnung aus, um das Abenteuer Camping zu beginnen. Die Pferdeliebhaberin hat bloß einen kleinen Schrank in ihrem Wohnwagen, in dem sie Kleidung, Schuhe und Getränke verstaut. Es ist eine Kochstelle eingebaut, die Anne aber kaum nutzt. Mittags isst sie im Kindergarten, und abends gehört eine Fünf-Minuten-Terrine bei der begeisterten Camperin einfach dazu. Stolz erzählt sie, dass sie auch einen Toaster und ein Eisfach hat. Mit grünen Plastiktellern und orangem Campingbesteck passt die Kücheneinrichtung perfekt zum bunt eingerichteten Wohnwagen. Es gibt aber auch Porzellangeschirr. Vor dem Wagen ist ein braun-oranges Vorzelt aufgebaut, in dem ein kleiner Tisch mit zwei Stühlen steht. Um die Stühle etwas aufzupeppen, hat Anne sie mit Zeitung beklebt.

Sie wäscht bei Freunden

Wenn man von dem Weg aus auf Annes 240 Quadratmeter großes Grundstück guckt, sieht man zuerst gar nicht den Wohnwagen, denn davor steht ihr Badehaus, das der Vorpächter errichtet hat. So ein separates Badehaus hat sonst keiner auf dem Campingplatz. Von außen ist es einfach nur schwarz, aber von innen sieht es mit weißen Fliesen und hellem Holz aus wie ein richtiges Badezimmer. „Das ist größer als mein altes WG-Badezimmer“, sagt die mit einer farbenfrohen Bluse bekleidete Frau. Im Badehaus befinden sich Dusche, Toilette und Waschbecken. Ein kleiner Makel ist, dass Anne zum Duschen nur fünf Liter Wasser hat, das soll aber bald verbessert werden. Eine Waschmaschine könnte sie anbringen, aber das hält sie im Moment nicht für nötig. „Waschen kann ich bei Freunden.“ Ihre Freunde unterstützen sie bei ihrem ungewöhnlichen Lebensstil und finden das Leben dort interessant. „Ich werde immer ausgelacht, weil ich den kleinsten Wagen, aber das größte Grundstück habe.“ Wegen des Badehauses, das über die Grenze gebaut wurde, bewohnt Anne zwei Stellplätze. Wenn man jedoch ihren Wohnwagen mit denen der anderen Camper vergleicht, sind alle anderen mindestens doppelt so groß.

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Drei Jugendliche sterben

Bei Unfall in WangenDrei Jugendliche sterben

Wangen im Allgäu – Rückfahrt von der Disco in den Tod: Drei Jugendliche im Alter von 17 und 18 Jahren sind am frühen Montagmorgen bei Eisglätte auf der Autobahn 96 nahe Wangen im Allgäu (Kreis Ravensburg) ums Leben gekommen. Die jungen Männer aus Ulm und Umgebung hatten zu Fünft in einer Disco im benachbarten österreichischen Vorarlberg gefeiert und waren bei der Rückkehr auf gefrierendem Schneematsch vermutlich zu schnell unterwegs, wie die Polizei mitteilte. Ihr voll besetzter Kleinwagen krachte um 1.40 Uhr mit der rechten Seite auf ein zuvor verunglücktes Fahrzeug, das auf dem unbefestigten Seitenstreifen abgestellt war. Dabei wurden die drei jungen Leute im Fond so schwer verletzt, dass sie auf der Stelle tot waren.

Der 19-jährige Fahrer und sein 17-jähriger Beifahrer kamen mit schweren Verletzungen davon. Für sie bestand keine Lebensgefahr. Alkohol war bei dem jungen Mann am Steuer nach ersten Untersuchungen der Polizei nicht im Spiel. Der Fahrer des abgestellten Autos war zuvor an der gleichen Stelle ins Rutschen geraten. Er war nur leicht verletzt worden, ausgestiegen und hatte sein Fahrzeug vorschriftsmäßig abgesichert. Der Abschleppdienst war bereits unterwegs.

Plötzlich spiegelglatte Straßen führten auch in anderen Teilen Baden-Württembergs zu zahlreichen Unfällen, die allerdings meist glimpflich verliefen. Die Temperaturen waren gegen Morgen auch in tieferen Lagen gesunken, so dass sich auf etlichen Fahrbahnen Blitzeis bildete. Die Zahl der Karambolagen hielt sich in Grenzen, weil wegen der Urlaubszeit zwischen den Festtagen weniger Autofahrer als üblich unterwegs waren. Betroffen waren unter anderem die Bodenseeregion sowie die Kreise Ortenau, Lörrach, Böblingen und Schwäbisch Hall.

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So informieren sich Ihre Kinder über Nachrichten

„Guten Abend, meine Damen und Herren. Ich begrüße Sie zur Tagesschau!“ – die klassische Nachrichtenquelle Fernsehen ist bei Kindern und Jugendlichen die beliebteste.

70 Prozent der Zehn bis 18-Jährigen informieren sich über aktuelle Nachrichten vor allem im Fernsehen, wie der Digitalverband Bitkom mitteilte.

Auch auf Rang zwei rangiert demnach mit 47 Prozent das Radio, gefolgt von sozialen Netzwerken gleichauf mit Printprodukten wie Zeitungen oder Magazinen (jeweils 34 Prozent).

Teenager „vertrauen auf klassische Medien“

„Wenn es um Nachrichten und das aktuelle Tagesgeschehen geht, vertrauen die meisten Kinder und Jugendliche weiter auf klassische Medien“, erklärte der Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Dem Branchenverband zufolge gibt jeder zehnte Jugendliche an, sich über das Tagesgeschehen gar nicht zu informieren. Bei den Jüngeren im Alter von zehn bis zwölf Jahren gilt dies für 22 Prozent.

Weitere Nachrichtenquellen sind Online-Nachrichtenangebote wie die Internetauftritte der Tagesschau oder des Spiegel (32 Prozent).

Es folgen Fernsehen im Internet wie etwa Mediatheken (19 Prozent), Blogs und Foren zu bestimmten Themen sowie Radio im Internet (jeweils 9 Prozent).

Jeder Zehnte (10 Prozent) gibt an, sich über das Tagesgeschehen gar nicht zu informieren, bei den Jüngeren im Alter von 10 bis 12 Jahren sind es 22 Prozent.

Internet wird für andere Zwecke genutzt

Das Internet wird von der jungen Generation der Zehn- bis 18-jährigen Onliner vergleichsweise wenig genutzt, um sich über die aktuelle Nachrichtenlage zu informieren.

Höher im Kurs für eine Internetrecherche stehen Themen wie Musik (72 Prozent), Schule und Ausbildung (62 Prozent) sowie Serien und Filme (55 Prozent). Erst auf Rang vier kommen Nachrichten (48 Prozent).

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Ein Mädchen stirbt, drei werden verletzt

Brände in Pforzheim und Bad SaulgauEin Mädchen stirbt, drei werden verletzt

 Foto: dpa

Bad Saulgau/Pforzheim – Ein vierjähriges Mädchen ist am Freitag bei einem Wohnungsbrand umgekommen – die verzweifelte Mutter wurde bei ihren Rettungsversuchen schwer verletzt. Bei einem Brand in Pforzheim wurden drei Mädchen verletzt.

Der Brand im oberschwäbischen Bad Saulgau (Kreis Sigmaringen) war im Dachgeschoss ausgebrochen, wo das Mädchen sein Zimmer hatte. Das gesamte Haus sei so stark verraucht gewesen, dass die 25 Jahre alte Mutter keine Chance gehabt hätte, zu ihrem Kind durchzudringen. Die Vierjährige erstickte in ihrem Zimmer. Der Vater war zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Arbeit.

Als eine Nachbarin die Rettungskräfte alarmierte, war die Rauchentwicklung schon extrem stark. Ein Atemschutztrupp fand dann das tote Mädchen. Die Mutter und ein Feuerwehrmann wurden mit einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Mehrere Notfallseelsorger kümmerten sich um die 53 Feuerwehrleute. Die Kriminalpolizei will nun klären, wie es zu dem Schwelbrand kam.

Glimpflicher, aber dennoch schmerzhaft ist ein Zimmerbrand in Pforzheim ausgegangen. Drei Mädchen wurden dabei verletzt, eines davon schwer. Die Polizei ging am Freitag zunächst davon aus, dass die drei Freundinnen gezündelt hatten. In dem Zimmer wurde ein Feuerzeug gefunden. Der Brand war am frühen Donnerstagabend ausgebrochen. Die Mädchen konnten die Flammen zwar noch löschen, bevor die Feuerwehr eintraf. Die 13-Jährige erlitt aber schwere Brandwunden im Gesicht und an den Händen. Ihre Freundinnen wurden leichter verletzt, kamen aber auch wegen des Verdachts einer Rauchgasvergiftung in eine Klinik. Die Wohnung und das Mehrfamilienhaus wurden nicht beschädigt.

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Zehn Dinge, die wir als Eltern niemals tun oder sagen wollten

Jede Generation will Kindererziehung besser machen als die vorangegangene. Doch sobald man selbst Nachwuchs hat, bröckeln die besten pädagogischen Vorsätze und es dauert nicht lange, bis liebende Mütter und Väter selbst zu Erziehungs-Monstern werden. Hier eine kleine Auswahl:

1. Durchgreifen mit der „Wenn-Dann-Methode“

Es gibt wohl kaum ein Elternpaar, das während der jahrelangen Hege und Pflege seiner Brut ohne kleinere Erpressungen auskommt. Wenn Papa und Mama in einer Sackgasse stecken und Argumente oder Überredungskünste bei ihren Kindern nichts mehr bewirken, werden unliebsame Konsequenzen angedroht.

„Wenn du dein Zimmer nicht endlich aufräumst, darfst du drei Tage nicht am Computer spielen!“ oder „Mach jetzt deine Hausaufgaben, sonst darfst du nicht auf den Bolzplatz zu deinen Kumpels!“ Bei manchen Kindern zeigt das Wirkung.

Ein besonderes Gewicht bekommt diese Erziehungsmaßnahme regelmäßig in der Weihnachtszeit. Hier greifen Eltern zur Variante: „Wenn du nicht lieb bist, dann bringt das Christkind keine Geschenke.“

2. Bis Drei zählen

In die Kategorie „Ein bisschen Druck hat noch keinem geschadet“ gehört auch die Zählmethode: Mit grimmigem Unterton zählen Eltern bis drei, wenn der Sprössling nicht so spurt, wie es der hektische Familienalltag verlangt. Dieser „Count-up“ wird auch gerne in Halb- und Viertelschritten zelebriert.

Das Ultimatum wirkt allerdings eher bei jüngeren Kindern. Spätestens wenn sie in der weiterführenden Schule sind, wird es ein stumpfes Schwert – es sei denn, die ganze Aktion wird mit einem „Wenn-Dann“ verknüpft.

3. Mit kleinen Bestechungen gefügig machen

Ebenfalls ein pädagogisches Tabu sind für die meisten Eltern Bestechungsversuche. Und doch gibt es sie jeden Tag: Zuhause, im Supermarkt oder auf Reisen. Sie kommen beispielsweise als leckeres Eis daher, um ein fünfjähriges tobendes Rumpelstilzchen beim Einkaufen gefügig zu machen oder als Fast-Food, um eine lange, nervige Autofahrt mit Kindern erträglicher zu gestalten.

Bei Teenagern kann die Aussicht auf einen großzügigen Shoppingtrip verhindern, dass die nächste Mathe-Klausur in den Sand gesetzt wird.

4. Notlügen sind bequem

Auf der Liste vieler Mütter und Väter steht auch der gute Vorsatz: „Ich lüge mein Kind nicht an“. Doch die Realität ist eine andere. Es geht meist nicht um große Lügen, sondern um kleine Unwahrheiten, mit denen Eltern sich durchmogeln wollen. Taktisch klug vermeiden sie auf diese Weise Diskussionen und Gezeter mit dem Nachwuchs.

So lassen sich beispielsweise gerade jüngere Quengler, die unbedingt etwas Leckeres im Supermarkt haben wollen, manchmal mit der Notlüge beruhigen, dass Mama nicht genug Geld dabei hat.

Geschönte Halbwahrheiten bekommen auch Jugendliche zu hören, und zwar, wenn sie beispielsweise detailliert nach dem früheren schulischen Engagement von Mama und Papa fragen oder Genaueres über deren erste sexuelle Erfahrungen, ihre ersten Kontakte mit Alkohol oder anderen Rauschmitteln wissen wollen. Eltern wollen in diesem Fall lieber als leuchtende Vorbilder dastehen und nehmen es mit der Wahrheit nicht so genau.

5. Wut statt Gelassenheit

Wer kennt ihn nicht, den festen Vorsatz, immer Geduld, Ruhe und Kontrolle zu wahren. Doch mal ehrlich: Welche Mütter und Väter schaffen es, im Laufe ihrer jahrelangen erzieherischen Tätigkeit stets ruhig und souverän zu bleiben?

Im Zusammenleben mit dem trotzigen Dreijährigen oder dem rebellischen 15-jährigen „Pubertier“ gibt es unzählige Situationen, in denen die Erwachsenen mit ihrem Latein am Ende sind. Eltern sind eben auch nur Menschen, und wenn die Nerven angesichts unermüdlicher Mini-Diktatoren mal wieder blank liegen, müssen sie Dampf aus dem Kessel lassen.

6. Den Nachwuchs ungefragt zur Schau stellen

Dass Eltern ihre Kinder achten und sie in jeder Lebenslage beschützen, ist eigentlich selbstverständlich. Dazu sollte auch gehören, seine Sprösslinge nicht bloß zu stellen oder vorzuführen. Diesen moralischen Grundsatz würden wohl die meisten blind unterschreiben.

Und dennoch haben seit einiger Zeit Videos Konjunktur, die Eltern von ihren Kindern in vermeintlich lustigen Situationen aufnehmen und dann zur Freude anderer auf sozialen Plattformen veröffentlichen. „Public Shaming“ wird dieser Trend in den USA genannt: Zu den bekanntesten Beispielen mit mehr als 130 Millionen Klicks auf Youtube zählt „David after the Dentist“. in diesem Video wird ein etwa Sechsjähriger gezeigt, der nach einer Narkose beim Zahnarzt noch benommen ist und wirres Zeug redet.

Mehr als 830 Millionen Mal wollten Neugierige den kleinen Charlie sehen, der von seinem jüngeren Bruder in den Finger gebissen wird. Das ist zwar putzig anzusehen – aber will Charlie sich selbst in zehn Jahren in diesem Video im Netz wiederfinden? Das Internet vergisst nichts. Es handelt sich um nichts anderes als öffentliches Zur-Schau-Stellen durch die Eltern.

7. Glotze als Babysitter

Ein weiteres erzieherisches Unding ist der Einsatz von Fernsehern und anderen Flimmerkisten als praktischer Babysitter. Das Kind vor der Glotze oder dem Computer zu parken, ist zwar für viele Eltern ein No-Go, dennoch wählen fast alle diese Option hin und wieder.

Gerade Eltern von kleinen Kindern wissen, dass sie sonst keine Chance haben, in Ruhe ein wichtiges Telefonat zu führen oder ohne Hintergrundgebrüll kurz unter die Dusche zu springen.

8. Gemeinsames Familien-Schlaflager

Einen besonderen Stellenwert bei vorbildlichen Erziehungsprinzipien haben die Schlafgewohnheiten unserer Sprösslinge. Schon Babys sollten von Geburt an im eigenen Bettchen einschlafen und selig durchschlummern. Zahlreiche Ratgeber dazu füllen ganze Buchhandlungsregale.

Dabei praktizieren viele junge Mütter und Väter genau das Gegenteil von dem, was in den schlauen Büchern empfohlen wird. Sie folgen, ohne es vor anderen vorbildlichen Eltern an die große Glocke zu hängen, ihrem Bauchgefühl oder ihrer Müdigkeit und stellen den Schlaf-Modus auf gemeinsames, gemütliches Familienschlummern im großen Bett um.

9. Hygienemaßnahmen mit Mamas Spucke

In die Rubrik „Igitt“ gehören schnelle Reinigungsarbeiten beim Nachwuchs mit elterlichem Speichel. Fast jeder hat das als Kind am eigenen Leib erfahren müssen und wollte das garantiert nie bei der eigenen Brut machen.

Doch kaum ist man selbst verantwortlich für kleine Schmuddel-Monster, nutzt man fast reflexartig diese praktische Art der Hygiene – manchmal mit Unterstützung eines Taschentuchs – um Schokospuren oder Matschspritzer von der dreckigen Kinderhaut zu wischen.

10. Baby-Blabla sprechen

Früher fanden wir „dutzi dutzi“ gurrende Omas furchtbar peinlich. Niemals wollten wir so dümmlich mit Kindern sprechen. Doch beginnen unsere eigenen Knirpse mit ihren ersten Sprechversuchen, können wir es uns nicht verkneifen, die putzigen Wortkreationen verzückt zu wiederholen. Die Folge: Eine schleichende Übernahme des Baby-Talks. Nie wieder werden wir das Wort „Brokkoli“ normal aussprechen. Bis ans Ende unseres Lebens essen wir nur noch „Gogoli“, das klingt doch sooo niedlich. Und unsere längst dem Babyalter entwachsenen Kinder rollen genervt mit den Augen.

Ebenfalls in die Kategorie Sprachmutation gehört die Gewohnheit von Eltern, sich gegenseitig nicht mehr mit Vornamen, sondern nur noch mit „Papa“ oder „Mama“ anzusprechen. Fragt man junge Paare, die noch keine Familie gegründet haben, gehört diese Umbenennung bei den meisten zu einem weiteren pädagogischen Unding. Aber wer weiß – in einigen Jahren werden sie vielleicht schon anders darüber denken.

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