Kategorie -Jugendliche

Ernährung – Jugendliche an die Kochtöpfe

Ohne Frage ist eine gute und ausgewogene Ernährung begrüßenswert. Damit Jugendliche positiv in diese Richtung geprägt werden, sollten sie öfter mal zum Kochen animiert werden, damit der Geschmack trainiert wird.

Gesunde Ernährung: Wie sie den Kids am besten schmeckt

Wenn Jugendliche selbst kochen, nehmen sie eher eine gesunde Ernährung an, als wenn die Eltern ihnen Gemüse, Salate und Rohkost servieren. Doch sie sollten nicht erst ab dem Teeniealter in die Speisenzubereitung einbezogen werden. Bereits Kleinkinder können Salatblätter zerreißen, den Quark rühren oder Kartoffeln und Gemüse waschen.

Bewusst ernähren

Je selbstverständlicher die Essenszubereitung und der Kontakt mit gesunden Nahrungsmitteln gepflegt werden, umso mehr wird dies für Kinder zur Normalität. Dass Kinder und Teenies selbst in der Lage sind, ein leckeres und gesundes Essen zuzubereiten, erfüllt sie mit Stolz und natürlich schmeckt das nahrhafte Essen gleich viel besser. Außerdem haben die Jungköche so auch die Möglichkeit, mitzubestimmen, was auf dem Speiseplan landet und wie es zubereitet wird. Das Erledigen des Einkaufs sollte Sache des Kochs sein. Er lernt beim Einkauf neue Produkte und entwickelt eine gesunde Neugier auf alle Produkte.

Gesunde Ernährung ist auch eine Erziehungssache

Kids verweigern oft deshalb Dinge, weil sie merken, dass sie von Erwachsenen gewünscht werden. Dies gilt auch im Bezug auf gesundes Essen. Wesentlich leichter finden die Heranwachsenden den Zugang zu einer ausgewogenen Nahrung, wenn sie Ihnen nicht aufgeschwätzt wird und nicht unentwegt das große Wort „gesund“ umherschwirrt. Behandeln Eltern Rohkost, Salat, Gemüse und fettarme Speisen als völlig normale Produkte, denen keine besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht wird, desto weniger interessant ist es für die Zöglinge, sich zur Wehr zu setzen.

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1,7 Millionen Kinder verunglücken jährlich in Deutschland

Rund 1,7 Millionen Jungen und Mädchen werden jährlich bei Unfällen in Deutschland verletzt. Dies entspreche trotz aller Sicherheitsbemühungen etwa 15 Prozent aller Kinder im Alter bis 14 Jahren, teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung mit. 2010 verunglückten laut Statistik 273 Kinder tödlich. Mehr als 200.000 Kinder seien in diesem Jahr nach Unfällen stationär in einem Krankenhaus behandelt worden. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor.

Stürze und Verbrennungen Hauptursache für Verletzungen

Den Angaben zufolge verunglücken rund eine Millionen Jungen und Mädchen pro Jahr in der Schule oder im Kindergarten. 300.000 Kinder verletzen sich zu Hause, 150.000 im Straßenverkehr und 250.000 beim Sport und Spielen. „Hauptgrund für Verletzungen zu Hause sind Stürze und Verbrennungen“, sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann. So seien rund 80 Prozent der stationären Krankenhausaufenthalte von Kindern auf diese Ursachen zurückzuführen. Jungen und Mädchen verbrühten sich immer wieder im Umgang mit Wasserkochern oder mit heißem Wasser aus der Leitung, betonte Hartmann.

Motorische Fähigkeiten von Kindern oft schlecht ausgebildet

Als weiteren Grund für die Zahl der Verletzungen nannte der Experte eine „motorische Unterentwicklung“ von Kindern. „Die Kinder heute liegen bei der Entwicklung ihrer motorische Fähigkeiten hinter den Kindern aus früherer Zeiten“, sagte Hartmann. Grund hierfür sei ein Mangel an Bewegung. Viele Jungen und Mädchen würden mittlerweile mit dem Auto überall hingefahren. Zudem verbrächten zu viele Kinder ihre Zeit vor dem Fernseher und dem Computer, statt sich zu bewegen, kritisierte Hartmann.

Neue Broschüren sollen helfen

Um die Zahl der Unfälle von Kindern zu verringern, geben die Kassenärztliche Bundesvereinigung, der Verband der Ersatzkassen und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte neue Merkblätter für Eltern heraus. Die Informationsblätter werden in einer Auflage von 2 Millionen an die 6000 Kinder- und Jugendärzte in Deutschland verteilt. Mit den Broschüren sollen Eltern auf besondere Risiken für ihre Kinder im Alltag aufmerksam gemacht werden. So weisen die Hefte unter anderem Gefahren im Garten, im Haushalt und im Straßenverkehr hin.

Zahlen und Fakten auf einen Blick

  • Im Jahr 2010 wurden eine Million Jungen und Mädchen bei Unfällen in Schulen und Kindergärten verletzt.
  • 150.000 Kinder verunglückten 2010 im Verkehr.
  • 250.000 Jungen und Mädchen verletzten sich 2010 beim Spielen und beim Sport.
  • 300.000 Kinder erlitten 2010 zu Hause Verletzungen.
  • Mehr als 200.000 Jungen und Mädchen mussten 2010 nach Unfällen stationär in einem Krankenhaus behandelt werden.
  • Etwa 80 Prozent der stationären Behandlungen waren auf Stürze und Verbrennungen zurückzuführen.
  • Im Zeitraum von 2000 bis 2009 nahm die Zahl der Krankenhausaufenthalte von Säuglingen um 30 Prozent zu.
  • Im selben Zeitraum stieg die Zahl der Krankenhausaufenthalte bei den bis Fünfjährigen um zehn Prozent.

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Massenpsychose: Wenn die ganze Clique Krämpfe bekommt

Mysteriöse Krämpfe, ein Zucken des Gesichts und seltsame Anfälle: Gleich 15 Mädchen im Teenager-Alter melden sich mit Tourette-ähnlichen Symptomen in Le Roy im Staat New York. In diesem und in weiteren, ähnlichen Fällen finden die Ärzte trotz intensiver Untersuchungen keinerlei körperlichen Ursachen. Sie kommen zu dem Schluss, dass es sich um Ausbrüche von Massenpsychose handeln muss. Was dahinter steckt und warum meistens Mädchen betroffen sind.

Körperliche Symptome ohne greifbare Ursache

Bei diesem Phänomen, das zu den Konversionsstörungen gezählt wird, berichten mehrere Menschen von denselben nicht greifbaren Krankheitssymptomen. Die Betroffenen leiden tatsächlich an diesen Symptomen, die Ursache wird als rein psychisch vermutet. Die Diagnose fällt oft erst, wenn alle anderen potenziellen Gründe ausgeschlossen wurden. Oft stoßen die Experten in dem Zusammenhang auf irgendeine Art von Stress in der Vorgeschichte.

Warum vor allem Mädchen betroffen sind

Das Krankheitsbild an sich ist häufig – in einzelnen Fällen. Massenausbrüche hingegen sind selten, jedoch weltweit immer wieder aufgetreten. Im Jahr 2007 litten rund 600 Internatsschülerinnen in Mexiko an Fieber, Übelkeit und einknickenden Knien. Zahlreiche Tests stießen auf keine physische Erklärung oder Einflüsse von Schadstoffen. Meist sind weibliche Personen betroffen, häufig Jugendliche. Über die Gründe rätseln die Forscher noch. Einige vermuten, es habe damit zu tun, wie Mädchen erzogen werden, mit Stress umzugehen. Andere geben zu bedenken, dass Mädchen und Frauen möglicherweise eher medizinische Hilfe suchen und daher diese Fälle eher registriert werden.

Symptome reichen von Übelkeit bis zu Lähmungen

Bei den Ausbrüchen wurden schon viele verschiedene Symptome genannt, darunter Übelkeit, Lähmungen oder der Verlust des Sehvermögens. Wie bei ansteckenden Krankheiten scheint zunächst oft nur eine Person betroffen zu sein, dann folgen Bekannte. Fachleute vermuten, dass beim ersten Fall häufig körperliche Ursachen vorliegen, bei den folgenden Patienten aber eine unterbewusste Nachahmung. Immer wieder wird vermutet, dass die Erkrankung vorgetäuscht sei. Doch die Experten gehen davon aus, dass die Symptome echt sind und von den Patienten nicht bewusst kontrolliert werden können.

Die ganze Schule nach Schadstoffen abgesucht

Im Fall von Le Roy wurde die Schule auf den Kopf gestellt. Weder Formaldehyd noch Kohlenmonoxid oder Kohlendioxid, weder Schimmel noch Lösungsmittel oder sonstige Umweltursachen wurden gefunden. Sogar die bekannte Umweltaktivistin Erin Brockovich schaltete sich ein. Doch auch ihre Befürchtung, der Unfall eines Zuges mit Chemikalien 1970 habe das Grundwasser belastet, bestätigte sich nicht.

Ventil für verdrängte seelische Erschütterungen?

Die Erklärung, dass es sich um eine von Stress ausgelöste psychische Erkrankung handeln müsse, war für einige der Mädchen und ihre Eltern schwer zu fassen. „Ich will eine Antwort, eine klare Antwort“, erklärte eines der Mädchen im Fernsehen. Bei der Neurologin Jennifer McVige wurden zehn der betroffenen Schülerinnen vorstellig. „Bei allen der Kids war etwas Größeres vorgefallen“, bemerkte die Ärztin, „etwa eine Scheidung der Eltern oder eine andere erschütternde Situation.“

Aufmerksamkeit der Medien verstärkt die Symptome

Frühere Ausbrüche verschwanden in der Regel nach einigen Wochen oder innerhalb weniger Monate. In Le Roy tauchten die meisten Fälle Anfang des Jahres auf, bald darauf zeichnete sich eine Besserung ab. Als die Medien sich jedoch zunehmend dafür interessierten, wurden die Symptome bei etwa der Hälfte der Betroffenen wieder schlimmer.

Merkwürdig: Beim Schminken hört das Zucken auf

Ein BBC-Bericht über die mysteriöse Krankheit entlockte den Experten Lachen: Darin war ein Mädchen mit zuckendem Arm zu sehen, das sich plötzlich ruhig und kontrolliert die Augen schminken konnte. Als sie fertig war, fing das Zucken wieder an. Das weise darauf hin, dass es sich nicht um eine wirkliche neurologische Störung handeln könne, erklärte José Maldonado, der Leiter der psychosomatischen Abteilung der Stanford-Universität. Das bedeute aber nicht, dass das Mädchen etwas vorspiele. „Ich sage nicht, dass sie vortäuscht. Ich sage nur, dass es nicht neurologisch aussieht.“

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Viele Kinder und Jugendliche sind kaum gegen Hepatitis A geschützt

Die meisten Europäer unter 30 Jahren haben keine Antikörper gegen Hepatitis-A-Viren im Körper, die die sogenannte Reisegelbsucht auslösen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) verweist auf eine internationale Studie, bei der zwischen 1996 und 2004 Blutseren in verschiedenen europäischen Ländern untersucht wurden. Anstecken mit Hepatitis A können sich Menschen durch engen Kontakt mit Infizierten, durch das Konsumieren von verunreinigtem Wasser oder Eis, durch Meerestiere, die in virenbelastetem Wasser gezüchtet wurden oder durch verunreinigte Früchte, Gemüse und andere Nahrungsmittel, die ungekocht verzehrt werden.

Bei Kindern verläuft Erkrankung oft unbemerkt

„In Deutschland hat jeder zweite unter Dreißigjährige ein Hepatitis-A-Risiko“, erklärt Martin Terhardt vom BVKJ. Wer sich mit einer Reisegelbsucht infiziert, kann unter schweren bis gar keinen Beschwerden leiden. Vor allem bei Kindern unter fünf Jahren verläuft eine Erkrankung oft unbemerkt. Dennoch können sie ansteckend sein. Dies trifft ebenso auf erwachsene Virenträger ein bis zwei Wochen vor dem Ausbruch von den typischen Krankheitssymptomen zu. Diese sind Fieber, Übelkeit, allgemeine Abgeschlagenheit und Oberbauchbeschwerden sowie eine Gelbfärbung von Haut und Augen. In seltenen Fällen kann es zu einem schweren Verlauf mit lebensgefährlichem Leberversagen kommen.

Hepatitis A Impfung unmittelbar vor Reise

„Bei Reisen in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Risiko ist der sicherste Schutz eine Impfung“, rät Terhardt, der Mitglied der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut ist. Urlauber können sich noch unmittelbar vor einer Reise in entsprechende Länder gegen Hepatitis A impfen lassen. Eine zweite Hepatitis-A-Impfung im Abstand von 6 bis 12 Monaten schützt dann für mindestens 10 Jahre.

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Teenager: Wenn der Lehrer zum Schwarm wird

Er ist cool, er sieht gut aus, er ist ganz anders als die anderen. Und leider ist er der Lehrer. Vielen jungen Mädchen geht es so. Auch Jungs vergucken sich hin und wieder in ihre Lehrerin. Das ist nicht leicht, denn immerhin ist es verboten. Trotzdem ist es keine Katastrophe. Und ein paar Tipps können helfen, mit der Situation umzugehen.

„Wenn’s einen trifft, dann trifft’s einen eben“, sagt Beate Friese vom Jugendberatungstelefon „Nummer gegen Kummer“ in Wuppertal. Dass man sich in den Lehrer verliebt, sei gar nicht so selten. „Man verbringt viel Zeit in der Schule. Da kann es schon passieren, dass man für einen jungen, gut aussehenden Lehrer ins Schwärmen gerät.“ Meist bleibe es aber bei dieser harmlosen Schwärmerei. Liebe, das sei noch einmal etwas anderes.

Sich nicht die Schuld geben

„Diese Gefühle sollten betroffene Schüler ernst nehmen. Und vor allem sollten sie sich keine Schuld daran geben“, rät die Pädagogin. Trotzdem sei diese Liebe eine schwierige Geschichte. Den Schülern sollte immer klar sein, welche Konsequenzen eine Beziehung mit dem Lehrer haben könnte. Gerade der Lehrer gerate höchstwahrscheinlich in ernste Schwierigkeiten, sollte er auf die Gefühle eingehen.

Schüler im Abhängigkeitsverhältnis

So sieht es jedenfalls das Gesetz. Mascha Huster ist Rechtsanwältin in Köln und Expertin für Lehrerdienstrecht: „Das Problem ist, dass der Lehrer immer eine übergeordnete Rolle hat und der Schüler in einem Abhängigkeitsverhältnis steht.“ Daher könne ihm leicht vorgeworfen werden, er erpresse seine Schüler: Sex gegen gute Noten. Ist das der Fall und sind seine Schüler unter 18 Jahre alt, kann ihm eine Freiheitsstrafe drohen.

Schlimme Folgen möglich

Doch selbst, wenn es strafrechtlich nichts zu beanstanden gibt, kann es für den Lehrer eng werden. „Es gibt zwar im Disziplinarrecht keine zwingende Rechtsvorschrift. Es kann aber zum Beispiel sein, dass der Lehrer an eine andere Schule versetzt wird“, erklärt Huster. Seine Gefühle für einen Lehrer öffentlich auszuleben, kann also böse Folgen haben.

Gefühlsäußerungen ernst nehmen

Dennoch ist eine Schwärmerei nichts Ungewöhnliches. „Das ist eine ganz normale Reaktion, das sollte man nicht dramatisieren“, sagt Andreas Hundsalz, Leiter der psychologischen Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in Mannheim. Er rät Betroffenen, einer Vertrauensperson von den eigenen Gefühlen für den Lehrer zu erzählen. „Alle Gefühlsäußerungen sollten ernst genommen werden.“

Beratungsstellen nutzen

Wenn die Gefühle über eine Schwärmerei hinausgehen, können auch Beratungsstellen helfen. Wer nicht mit einer realen Person sprechen möchte, für den ist vielleicht eine Online-Beratung das Richtige. Solche Angebote gibt es beispielsweise bei der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung oder von der Nummer gegen Kummer.

Dem Lehrer die Gefühle nicht gestehen

Friese rät davon ab, dem Lehrer die Gefühle zu gestehen. „Er hat eine Rolle, und die muss er auch behalten. Das Wissen um die Liebe könnte die Objektivität im Unterricht trügen.“ Das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler würde dann eine ganz andere Qualität bekommen. Eine schlechte Note, auch wenn sie sachlich gerechtfertigt ist, könne den verliebten Schüler dann sehr verletzen.

Mit Freunden treffen

Die Gefühle abzuschalten, ist natürlich nicht einfach. Und dennoch sollte man sich klar machen: Jeder Liebeskummer geht irgendwann vorbei. Dabei kann es sinnvoll sein, dem Lehrer außerhalb der Schule aus dem Weg zu gehen. Wenn es ohnehin schon schwierig ist, ihm zu begegnen, müsse man ihn ja nicht auch noch auf eine Party einladen, sagt Hundsalz. Friese rät außerdem zu Ablenkung: „Etwas mit den Freunden unternehmen und sich auf gar keinen Fall isolieren.“ Vielleicht wartet da draußen ja auch schon der nächste potenzielle Schwarm.

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Bubble Tea: Gefährlicher Trinkspaß?

Bubble Tea ist ein Trendgetränk, dass mittlerweile auch in Deutschland buchstäblich in aller Munde ist. Doch der süße Drink soll auch gefährlich sein. Er soll nicht nur extrem viele Kalorien und teilweise unbekannte Inhaltsstoffe haben – bei dem Verzehr der mit Sirup gefüllten Kügelchen soll auch Erstickungsgefahr bestehen.

Bubble Tea: Das ist drin

Bubble Tea gibt es inzwischen an jeder Ecke kaufen. Vor allem Kinder und Jugendliche lieben das süße Getränk, das ursprünglich aus Asien stammt. In den Bubble-Tea-Bars, die nicht nur in den Großstädten wie Pilze aus dem Boden sprießen, kann sich jeder sein eigenes Getränk ganz individuell zusammenstellen. Verschiedene Teesorten, nach Belieben mit Milch oder Joghurt versetzt, werden dabei mit Sirup gemischt. Das Highlight des Getränks sind die Kugeln, die zum Tee-Sirup-Gemisch dazugegeben werden. Dabei kann zwischen Jelly-Bubbles aus Gelee, Tapioka-Bubbles aus stärkehaltigem Maniok oder den besonders beliebten Popping Boas gewählt werden. Popping Boas bestehen aus Algenstärke (Alginat), sind mit einem flüssigen Fruchtsirup gefüllt und zerplatzen im Mund. (Energy-Drinks: Warnung vor riskanten Koffeinbomben)

Ist Bubble Tea gefährlich?

So beliebt die süßen Perlen-Tees auch sind: In der Vergangenheit haben sie schon öfter Negativ-Schlagzeilen gemacht und gelten sogar als gefährlich. Den größten Kritikpunkt stellt dabei die mögliche Erstickungsgefahr dar, die für Kleinkinder beim Verschlucken der Kügelchen bestehen kann. Professor Karl Ernst von der Kinderumwelt GmbH empfiehlt Eltern deshalb, Kleinkinder den Bubble Tea nicht trinken zu lassen. Das Erstickungsrisiko sei seiner Einschätzung nach mindestens ebenso groß wie beim Verzehr von Nüssen. Diese sollten Kleinkinder bekanntermaßen auch nicht konsumieren.

Mit etwa 500 Kalorien pro Becher enthält Bubble Tea so viele Kalorien, dass Stiftung Warentest ihn als „Kalorienbombe“ bezeichnet. Der Zuckergehalt ist mit 50 bis 60 Gramm pro Getränk vergleichbar mit dem von Cola. Zudem sind in Bubble Tea verschiedene Farb- und Konservierungsstoffe enthalten. Die Messwerte lagen in verschiedenen Tests zwar unterhalb des Grenzwertes, können jedoch trotzdem gefährlich werden. Denn die Farbstoffe stehen im Verdacht, ein möglicher Auslöser von Hyperaktivität bei Kindern zu sein. Zusätzlich dazu können sie bei empfindlichen Menschen zu allergischen Reaktionen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Atemwegbeschwerden führen. Auch wenn die Perlen anteilig Fruchtaroma enthalten, besteht Stiftung Warentest zufolge der Großteil der Aromen aus synthetischen Stoffen. Die vielfach beworbene Natürlichkeit des Produkts konnte im Test somit nicht bestätigt werden. (Smoothies: Lohnt sich der Kauf von Obst zum Trinken?)

Verbraucherschützer warnen vor Bubble-Tea

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Scharfe Peperoni statt „Ritzen“ – Neue Therapie für Jugendliche

Ob mit Messer, Rasierklinge oder Scherbe – viele Jugendliche haben sich schon mal absichtlich selbst verletzt. Heidelberger Ärzte und Psychologen wollen helfen und erarbeiten nun eine neue Therapie.

Große innere Spannung

Zuerst kneift man sich vielleicht nur in den Arm oder schlägt mit der Faust an die Wand. Doch irgendwann reicht das nicht mehr, um die große innere Spannung abzubauen und man ritzt sich mit einem Messer in den Unterarm. Für viele mag das unvorstellbar sein, dennoch kommen Ritzen und andere Selbstverletzungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen immer wieder vor.

„Unter selbstverletzendem Verhalten wird das absichtliche Zufügen von äußerlichen Wunden verstanden“, erklärt der Psychiater Michael Armbrust, Chefarzt der Schön Klinik Bad Bramstedt in Schleswig-Holstein und langjähriger Experte auf dem Gebiet der Persönlichkeitsstörungen. Dazu gehörten zum Beispiel Schnitte mit dem Messer oder anderen Klingen, Verletzungen mit einem heißen Bügeleisen oder das Ausdrücken von Zigaretten auf der Haut. „Dabei werden meist die Arme und Beine verletzt.“ Betroffen sind vor allem Mädchen.

Was sind die Ursachen für das Ritzen?

Aber woher kommt der Drang sich selbst zu verletzen? „Das kann verschiedene Ursachen haben“, berichtet Psychotherapeutin Inka Saldecki-Bleck. Meist spiele eine depressive Entwicklung eine wichtige Rolle. „Oft liegt es an Störungen in der Kindheit.“ Es könne zum Beispiel sein, dass jemand als Kind abgelehnt wurde, wenig Liebe erfahren hat und so kaum ein Selbstwertgefühl entwickeln konnte. „Auch ein traumatisches Erlebnis kann eine Ursache sein“, sagt die Psychologin. Beispiele sind sexueller oder emotionaler Missbrauch, eine schlimme Scheidung der Eltern oder der frühe Tod eines Elternteils. „Dinge wie diese können unter anderem dazu führen, dass man innerlich wütend ist, viel mit sich machen lässt und sich nicht durchsetzen kann.“ Dadurch kann sich Spannung aufbauen, die irgendwie raus muss.

Sich selbst wieder spüren

„Betroffene berichten, dass sie durch das Ritzen oder anderes selbstverletzendes Verhalten inneren Druck abbauen können“, sagt der Mediziner Armbrust. Außerdem hätten viele Betroffene das Gefühl, neben sich zu stehen, sich und ihr Leben von außen zu beobachten – ein Gefühl von Taubheit und gewisser Leere. „Sie berichten, dass sie sich durch das Ritzen wieder spüren und lebendig fühlen.“

Studie zu neuem Therapieansatz

Wenn Jugendliche sich selbst verletzen, stehen ihre Eltern oft ratlos da – mit einer Studie will ein Team der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Heidelberg nun eine frühzeitige Therapie erarbeiten. „Wir möchten herausfinden, ob die neue Therapie den betroffenen Schülern entscheidend besser hilft als herkömmliche Verfahren“, erklärt Studienleiter Michael Kaess.

Es gehe darum, den Selbstverletzungsdruck durch alternative Handlungen oder starke Sinnesreize zu vermindern und Gefühle zu regulieren. Gleichzeitig soll das Wohlbefinden und Selbstwertgefühl der Jugendlichen gestärkt werden. „In akuten Stresssituationen kann es zum Beispiel helfen, eine SMS an die beste Freundin zu senden, Musik zu hören, bestimmte Düfte zu riechen oder auf eine scharfe Peperoni zu beißen, die sie mit sich tragen“, so die Experten.

ratgeber.t-online.de: (Borderline-Notfallkoffer: Hilfe in Spannungssituationen)

Bisherige Behandlungsmethoden oft nicht ganz treffend

Die Ärzte und Psychologen wollen bis 2014 etwa 70 Schüler zwischen 12 und 17 Jahren aus Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis befragen und Hilfe bieten. Vorgesehen ist eine verhaltenstherapeutische Kurzzeittherapie mit Einzelsitzungen. Jugendliche sollen Strategien erlernen, die sie sofort anwenden können. Ein Manual, das die Jugendlichen gemeinsam mit dem Therapeuten erarbeiten, soll dann auch zu Hause weiterhelfen.

Herkömmliche Behandlungsmethoden orientieren sich nach Angaben von Studienkoordinatorin Gloria Fischer oft an der Behandlung Depressiver oder der Borderline-Störung, für die Impulsivität und Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen typisch sind. „Dabei handelt es sich oft um Jugendliche, die im Alltag ganz normal „funktionieren““, weiß Fischer.

Fast jeder fünfte Teenager „ritzt“ häufiger

Dass viele Schüler riskante Verhaltensweisen haben, zeigte eine repräsentative Untersuchung der Klinik im Jahr 2010. Unter mehr als 1400 Schülern aus dem Rhein-Neckar-Kreis im Alter von 14 bis 16 Jahren gab ein Drittel aller Mädchen an, sich schon einmal absichtlich eine Schnittverletzung zugefügt zu haben; rund 18 Prozent der Schülerinnen und acht Prozent der Schüler tun dies häufiger. „Wir waren schockiert, wie viele dies tun“, so Fischer.

Rund ein Drittel der Mädchen berichtete von Depressivität, 15 Prozent hatten schon Selbstmordabsichten, acht Prozent hatten demnach bereits versucht, sich umzubringen. Jungen lagen dagegen bei Drogen und Alkohol vorn. Am Ende der aktuellen Studie soll ein standardisiertes Manual stehen. Die Dietmar-Hopp-Stiftung unterstützt das Forschungsprojekt mit 40.000 Euro.

Ritzen ist keine Lösung – was wirklich helfen kann

Eine wirkliche Hilfe ist das selbstverletzende Verhalten natürlich nicht. Denn die eigentlichen Probleme verschwinden damit nicht. Besser ist es, sich jemandem anzuvertrauen und professionelle Hilfe zu holen. „Man muss sich für dieses Verhalten nicht schämen“, betont Expertin Saldecki-Bleck. „Es ist besser, sich Hilfe zu suchen, als das alles mit sich selber abmachen zu wollen.“ Zum Beispiel könnten Kinder- und Jugendberatungsstellen, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten oder spezielle Ambulanzen erste Anlaufstellen sein – auch für Eltern, die bemerken, dass sich ihre Kinder selbst Verletzungen zufügen.

Hilfe gibt es auch in vielen Kliniken. „Wir können zum Beispiel Medikamente geben, um die unerträgliche Spannung abzubauen“, sagt Armbrust. „Das kann schon sehr schnell helfen.“ Doch nach dieser ersten, medikamentösen Hilfe empfiehlt Armbrust eine spezielle Therapie. Häufig findet diese stationär in einer Klinik statt.

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Jedes vierte Mädchen leidet an einer Essstörung

Die Zahl an Essstörungen erkrankter Jugendlicher in Deutschland ist hoch. Die Bundesregierung findet das „besonders besorgniserregend“. Was steckt hinter diesen unterschätzten Krankheiten?

Mehr als jedes vierte Mädchen in Deutschland leidet unter einer Essstörung. Nach Angaben der Bundesregierung weisen bereits 22 Prozent der Elf- bis 17-Jährigen Symptome von Essattacken oder Magersucht auf. Bei den Mädchen sind es 29 Prozent und bei den Jungen 15 Prozent, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervorgeht.

Jedes zweite Mädchen findet sich zu dick

Knapp die Hälfte der Mädchen fühlen sich zu dick, obwohl sie normalgewichtig seien. „Bei den Jungen sind es nur 22 Prozent“, heißt es in der Antwort. Essstörungen zählten zu den „am meisten unterschätzten Krankheiten“.

Nicht nur familiäre oder biologische Faktoren sind demnach Schuld an Magersucht (Anorexia nervosa), Ess-Brechsucht (Bulimia nervosa) oder Binge Eating Disorder (Essattacken). Auch die Medien sind nach Angaben der Bundesregierung mitverantwortlich, wenn sie ein entsprechendes Schönheitsideal propagierten. „Es wird nach einem immer schlankeren Idealbild gestrebt, wobei im Extremfall auch die Gefährdung der eignen Gesundheit in Kauf genommen wird“, heißt es in dem Papier.

Fast 70 Prozent der Männer sind übergewichtig

Gleichzeitig werden die Deutschen immer dicker. So ist laut Bundesregierung mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland zu dick. Rund 67 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen sind derzeit übergewichtig oder adipös, also krankhaft fettleibig. Dabei bezieht sich die Bundesregierung auf Zahlen aus dem Gesundheitsmonitoring des Robert-Koch-Instituts.

Übergewicht schon jungen Jahren

Bereits in jungen Jahren essen sich viele Bundesbürger rund. Den Angaben zufolge gilt schon einer großer Teil der 25- bis 29-Jährigen als dick. Rund 47 Prozent der jungen Männer und fast 34 Prozent der jungen Frauen in dieser Altersgruppe seien stark übergewichtig. Zudem ist laut Statistik jedes sechste bis siebte Kind in Deutschland übergewichtig und etwa sechs Prozent sogar adipös.

Nicht zu früh mit einer Diät anfangen

Experten warnen jedoch auch davor, zu früh dem Übergewicht mit einer Diät entgegen zu steuern. Kinder mit leichtem Übergewicht dürfen keine Diät machen – schon gar nicht ohne ärztliche Erlaubnis. „Denn werden sie in einer Wachstumsphase mangelernährt, kann das zu körperlichen Schäden führen“, so Reinhard Mann, Leiter des Ernährungsreferates der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln. Stattdessen sollten Eltern den Nachwuchs erst einmal im Auge behalten und für mehr Bewegung im Alltag sorgen.

Abnehmen ist nämlich keine Frage des Kalorienzählens. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle: „Bitte auch auf den Medienkonsum achten. Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Zeit, die Kinder vor Medien verbringen und dem Übergewicht“, erläutert Mann. Grundschulkinder im Alter zwischen sechs bis zehn Jahren sollten nicht länger als eine Stunde am Tag vor dem Fernseher oder Computer verbringen.

Übergewichtige Kinder vom Alltagsstress befreien

Vor allem müssen übergewichtige Kinder vom Alltagsstress befreit werden. Dazu zählt auch, sie in Ruhe essen zu lassen, sagt der Experte. „Kinder können ganz gut einschätzen, wann sie satt sind, wenn sie genügend Zeit haben und nicht schlingen müssen, weil sie zum nächsten Termin sollen.“ Er rät, dass Kinder sich ihre Portionen selbst nehmen. „Wenn es zu viel ist, kann ich ja kommentieren: Nimm erst mal weniger, du kannst später mehr haben.“

Wann ein Kind zu dick ist

Dafür, wann ein Kind dick ist oder nur ein paar Kilos zu viel hat, gibt es keine einfache Definition. Grundsätzlich bewertet der Body Mass Index (BMI) bei Erwachsenen und Kindern das Gewicht. „Doch bei Kindern reicht der BMI nicht“, sagt Mann. Die sogenannten Perzentilkurven gewichten für sie den Index noch mal gesondert nach Alter und Geschlecht. Reagieren müssten Eltern, wenn der BMI ihres Sprösslings im roten Bereich liegt, das Kind sich wenig bewegt und nicht gut gelaunt ist.

Aber auch dann sollten sie nicht eigenmächtig auf Diät gesetzt werden. „Bitte medizinischen Rat einholen“, rät Mann. Gleiches gelte auch für Kinder mit Untergewicht. „Sonst reicht es, das Kind zunächst zu beobachten. Wie entwickelt sich die Figur? Bewegt es sich normal? Ist es eher ruhig oder lebhaft? Hat es Sorgen und ist bedrückt?“ Denn oft könne sich das Übergewicht wieder verwachsen: „Ein Drittel der übergewichtigen Kinder normalisiert sich wieder. Umgekehrt muss man allerdings auch sagen, ein Drittel der normalen Kinder wird später dick.“

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Schule: So lassen sich mündliche Noten verbessern

In der Schule ein Referat vortragen oder die letzte Stunde nochmal zusammenfassen: Viele Schüler kostet es Überwindung, vor anderen zu sprechen. Doch mit ein wenig Übung lässt sich die Angst, ausgelacht zu werden, bezwingen.

50 Prozent der Gesamtnote

Gerade wenn Zeugnisse anstehen oder man eine Klausur verhauen hat: Die mündliche Mitarbeit kann bei einer Schulnote noch einiges herausreißen. In den meisten Bundesländern macht sie 50 Prozent der Gesamtnote aus und sollte auf keinen Fall unterschätzt werden. Theoretisch hört sich das ganz einfach an: Bloß den Finger heben und etwas vor der Klasse sagen. Für einige Jugendliche ist das eine Horrorvorstellung.

„In diesem Fach möchte ich besser werden“

Das könne mehrere Ursachen haben, sagt Schulpsychologin Franziska Plän vom Pädagogischen Landesinstitut in Mainz: „Diese Schüler plagt eine allgemeine Unsicherheit, und sie sind oft nicht besonders wortgewandt. Sie überlegen sehr genau, wann und ob sie etwas sagen.“ Sie wollten keinen Fehler machen, schon gar nicht vor einer so großen Gruppe wie im Klassenzimmer. Das sei besonders in Fächern der Fall, in denen sie sowieso schon schwach sind. Doch auch schüchterne Kinder können lernen, sich durchzusetzen.

„Das Entscheidende ist, von sich aus zu sagen ‚In diesem Fach möchte ich besser werden.'“, erklärt Plän. Es bringe überhaupt nichts, wenn Eltern oder Lehrer auf einen einredeten und forderten, sich öfter zu melden.

Qualität zählt, nicht Quantität

Stille Schüler haben außerdem nicht per se schlechtere Chancen auf eine gute Note. „Wichtig ist nicht, wie oft man sich meldet, sondern was für eine Qualität in den Beiträgen steckt“, sagt Harald Schneider, Lehrer an einem Berliner Gymnasium. „Ein einziger Beitrag von einem Schüler kann den Unterricht schon vorantreiben.“ Klappt das nicht, können stillere Schüler ihre mündliche Note manchmal auch verbessern, indem sie die Hausaufgaben zur Benotung beim Lehrer abgeben oder ein Referat halten.

Strichliste führen

Schulpsychologin Plän rät Jugendlichen, sich ein Fach vorzunehmen, in dem sie sich verbessern wollen. Mehrere gleichzeitig ins Visier zu nehmen, mache keinen Sinn. Nachdem sie sich ein Fach ausgesucht haben, sollten sie eine Woche lang eine Strichliste führen, wie oft sie sich tatsächlich am Unterricht beteiligen. „Das ist der erste Schritt, um aufzutauen.“ Am Ende der Woche wüssten sie, wo sie stehen und können festlegen, wie oft sie sich in der nächsten Woche melden wollen.

Gleich zu Beginn der Stunde melden

„Wichtig ist auch, sich auf die Stunde vorzubereiten und vorher noch einmal alles durchzugehen“, empfiehlt Plän. Geschickt sei es dann, sich direkt am Anfang einer Stunde zu melden. So bekomme man gleich die Aufmerksamkeit des Lehrers und habe das erste Erfolgserlebnis.

Zum Motivieren Poster aufhängen

Manchmal helfe es auch, seine Ziele aufzuschreiben und als Poster aufzuhängen, rät Cornelia Sussieck, Vorsitzende des Bundesverbands für Nachhilfeschulen in Schwetzingen. Zettel mit Sätzen wie „Heute werde ich mich in Englisch besonders anstrengen“ könnten helfen, sich zu motivieren.

Mitarbeiten stärkt die Konzentration

Die mündliche Mitarbeit ist laut Sussieck die halbe Miete für eine gute Gesamtnote. Darauf allein komme es aber nicht an. „Man ist auch leichter ablenkbar und unkonzentrierter, wenn man nicht mitmacht“, sagt sie. Die Folge: Einige Dinge versteht man nicht, und es fällt noch schwerer, etwas zum Unterricht beizutragen.

Zu Hause üben

Steht ein Referat an, hilft nur üben. Ob im Wohnzimmer vor den Eltern oder im Zimmer vor Freunden sei egal. „Selbst der beste Redner redet nicht einfach drauf los, sondern hat zu Hause geübt“, so Sussieck. Denn selbst wenn der Vortrag inhaltlich gut ist, hören einem die anderen nicht zu, wenn man nicht ein paar Dinge beachtet: laut sprechen und nicht nuscheln, Blickkontakt zu den Zuschauern halten und regelmäßige Pausen machen.

Der Schulpsychologe kann helfen

Schüchterne Jugendliche sollten sich bewusst machen, dass auch andere Fehler machen, wenn sie sich melden. Wer es trotz kleiner Tricks nicht schaffe, häufiger die Hand zu heben, könne sich Hilfe bei einem Schulpsychologen holen.

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Rheuma: Die vermeintliche Alterskrankheit trifft auch Kinder

Etwa 20.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland haben Rheuma. Doch kaum jemand weiß, dass die vermeintliche Alterskrankheit junge Leute treffen kann. Betroffene durchlaufen eine zermürbende Zeit bis sie überhaupt eine Diagnose haben, den richtigen Arzt, die passende Medizin und die beste Therapie gefunden haben. Selbst Ärzte sind oft damit überfordert. Noch gibt es zu wenig Aufklärung zum Thema Rheuma. Betroffene berichten von ihrer Odyssee.

Annina (8) möchte nicht zur Schule. „Heute ist doch der Wettlauf“, stöhnt sie. „Und ich werde wieder Letzte.“ Aber ihre Mutter Selma S. sieht das anders. „Das schaffst Du“, sagt sie und verabschiedet ihre jüngste Tochter mit den zwei lustigen Zöpfen, die die dritte Klasse einer Berliner Grundschule besucht. Selma S. weiß, dass das Mädchen heute wieder ein Stück über sich hinaus wachsen muss, denn Annina hat seit früher Kindheit eine seltene Form von Rheuma, Morbus Still. Die Folge: Sie bewegt sich langsamer und ungeschickter als andere, wird im Sport von manchen ausgelacht.

Fieber und Bewegungsprobleme – das macht Rheuma mit Betroffenen

Doch seit gut einem Jahr hat ein neues Medikament die heftigen Fieberschübe – Hauptsymptom dieser Rheuma-Form, die sich auch auf Organe ausbreiten kann – stoppen können. „Ich sage mir, sie ist jetzt geheilt“, macht sich Selma S. Mut.

Den braucht sie auch, denn Annina ist nicht die einzige in der Familie mit fünf Kindern, die Rheuma hat. Auch die ältere Schwester Julia (17) ist krank seit sie drei ist. Anfangs nur am Kniegelenk, später verlagerte sich die Krankheit auf die Augen. Mittlerweile wurde Julias stark geschädigte Linse des rechten Auges durch eine künstliche ersetzt, die ihr zumindest 40 Prozent der Sehkraft wiedergibt. „Aber sie nimmt nach wie vor viele Medikamente, und bei ihr wirkt leider keins richtig“, erzählt Selma S. Demnächst muss das operierte Auge punktiert werden. „Julia trägt es tapfer, aber sie ist unser Sorgenkind.“ Die jahrelange Krankheitsodyssee zehrt, demnächst wird Julia sich Hilfe bei einem Psychotherapeuten suchen.

Rheuma – oft eine Krankheitsodyssee

„Rheuma? Das haben doch nur Omas“, lautet ein typischer Spruch, den sich Selma S. und tausende andere Familien anhören müssen, deren Kinder an einer der zahlreichen Rheuma-Formen erkranken. Doch tatsächlich sind etwa 20.000 junge Menschen in Deutschland davon betroffen. Die meisten jungen Rheumatiker – schätzungsweise 15.000 – haben eine Form von Gelenkrheuma, Juvenile Idiopathische Arthritis oder kurz JIA genannt. Übersetzt heißt das etwa: kindlich-jugendliche Form einer Gelenkentzündung unbekannter Ursache. Dabei können ein Gelenk (Oligoarthritis) oder auch mehrere (Polyarthritis) betroffen sein, die Krankheit kann sich – wie in Anninas Fall – auf innere Organe ausweiten oder aber die Regenbogenhaut der Augen ist betroffen, was schlimmstenfalls zur Erblindung führt. Ganz seltene Formen der Autoimmunerkrankung, wie Lupus, können sogar tödlich sein.

Rheuma-Auslöser ist unbekannt

Eines trifft jedoch auf alle Erkrankungen des Formenkreises zu: Noch immer weiß man nicht, was genau Rheuma auslöst. „Wir gehen davon aus, dass hierfür neben einer genetisch bedingten Empfänglichkeit ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren wie Hormone, Stress, Umweltfaktoren wie etwa Rauchen und Infektionen verantwortlich ist“, sagt die Ärztin Kirsten Minden vom Deutschen Rheumaforschungszentrum an der Berliner Charité.

Trotzdem eine Erfolgsgeschichte der Medizinforschung

Trotz dieser offenen Fragen sind die Fortschritte bei der Behandlung der chronischen, schmerzhaften Erkrankung im vergangenen Jahrzehnt eine echte Erfolgsgeschichte. „Gerade was die neuen Medikamente, die Biologika, angeht, kann man von einem Durchbruch sprechen“, sagt Minden. An der Charité betreut sie die sogenannte Kinderkerndokumentation, die Daten von mittlerweile 10.000 Rheuma-kranken Kindern und Jugendlichen umfasst. „Daran sehen wir, dass es den Patienten heute deutlich besser geht und es auch weniger Folgeschäden gibt. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Funktionseinschränkungen ist in den letzten zehn Jahren um 25 Prozent gesunken, die durchschnittliche Krankheitsaktivität um zehn Prozent.“

Ärzte ringen um den einheitlichen Behandlungsweg

Immer noch ringen die Fachleute aber um einen Goldstandard, der dann auch flächendeckend und verlässlich umgesetzt wird. Derzeit wird die JIA mit einem Set verschiedener Werkzeuge behandelt: Bei Schmerzen und akuten Entzündungen gibt es Entzündungshemmer ohne oder mit Kortison, unter Umständen kommen Kortison-Spritzen in die betroffenen Gelenke hinzu. Als Langzeit-Basistherapie werden ähnlich wie bei einer Chemotherapie gegen Krebs Zytostatika gegeben – aber hier in sehr viel geringerer Dosierung. Dadurch wirken die Substanzen auch nicht als Zellgifte, sondern bremsen die überschießende Reaktionen des körpereigenen Abwehrsystems.

Biologika bringen den Erfolg

Die großen Erfolge der letzten Jahre sind jedoch den Biologika zu verdanken: Sie blockieren bestimmte Botenstoffe des Immunsystems, die bei rheumatischen Entzündungen eine Rolle spielen. Dadurch sind Operationen bei Kindern und Jugendlichen nur in Ausnahmen notwendig. Immer noch aber gilt: Die Suche nach dem individuell passenden Medikamenten-Schlüssel, der für den Einzelnen endlich das Tor zur Linderung seiner schmerzhaften Symptome öffnet, dauert oft Jahre.

Kinderrheuma-Experte: „Früh und effektiv behandeln“

Kinderrheuma-Experte Michael Frosch forscht an der Uniklinik in Münster nach neuen Ansätzen, um die Trefferquote zu erhöhen: „Wir suchen zurzeit nach Biomarkern, die es uns erlauben, eine individualisierte Strategie zu entwickeln“, sagt Frosch und betont, wie wichtig der frühzeitige Beginn einer Therapie ist. „Wer nicht früh und effektiv behandelt wird, der hat ein höheres Risiko, die Krankheit ins Erwachsenenalter mitzunehmen.“ Derzeit haben etwa 50 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit Rheuma die Chance darauf, dass ihre Erkrankung nach der Pubertät zur Ruhe kommt.

Franziska (10): „Rheuma ist nur doof“

Doch was bedeutet das unvorhersehbare Auf und Ab der Krankheitsschübe, die oft zermürbende Suche nach dem passenden Medikament für die Betroffenen? Für Franziska (10) ist das klar. „Rheuma ist nur doof“, sagt die Realschülerin aus der Nähe von Frankfurt. Seit sie anderthalb Jahre ist, hat sie Gelenkrheuma, das sich von ihren Sprunggelenken sukzessive auf alle anderen Gelenke ausbreitete. Seit kurzem ist sogar das Kiefergelenk betroffen und sie muss eine spezielle Schiene tragen.

Die Krankheit ist unberechenbar

„Es war bereits eine echte Odyssee, bis wir erstmal die Diagnose hatten“, erinnert sich ihre Mutter, Christine Hötschl. Insgesamt zehn mehrwöchige Krankenhausaufenthalte schlossen sich in den Jahren darauf an. Stets ohne anhaltenden Erfolg. „Erst Anfang 2012 haben wir das richtige Medikament gefunden. Seitdem ist Franziska beschwerdefrei.“

Der Krankheit zum Trotz hat Franziska auch vorher ein weitgehend normales Leben führen können: „Kindergarten und auch Schule haben sich toll auf sie eingestellt. Wir hatten frühzeitig alle Erzieher und Lehrer ins Boot geholt und sind auf viel Verständnis gestoßen“, erzählt Christine Hötschl. In schlechten Phasen wurde Franziska geschont, bei Wandertagen mit dem Auto hinterher gefahren, damit sie wenigstens mit den Klassenkameraden picknicken konnte. An den Nachmittagen fuhr ihre Mutter sie geduldig von Physio- zu Ergotherapie. „Ganz klar, das geht aber nur mit Hilfe. Bei uns sind die Großeltern oft eingesprungen“, sagt Christine Hötschl, die noch einen jüngeren Sohn hat und Teilzeit im Schichtdienst arbeitet.

Am meisten zu schaffen macht den Kinder oft die Unberechenbarkeit ihrer Krankheit: „Manchmal läuft alles bestens, und dann ist man plötzlich wieder wochenlang außer Gefecht gesetzt“, berichtet eine andere Berliner Mutter, deren rheumakranke Tochter mittlerweile erwachsen ist. Nicht nur im Freundeskreis, der Schule und der Nachbarschaft sorge das oft für Unverständnis. Auch die Kinder selbst seien irgendwann genervt, wollten ihre Medikamente nicht mehr nehmen.

Neue Probleme nach der Pubertät

Zeigt sich nach der Pubertät, dass die Krankheit bleibt, ergeben sich neue Probleme – denn die Jugendlichen haben doppelt zu kämpfen: Sie müssen sich auf Dauer mit ihrer chronischen Erkrankung arrangieren. Und sie verlassen ihren vertrauten Kinder-Facharzt und wechseln zum Erwachsenen-Rheumatologen. „Das ist oft ein Schock“, sagt die Berliner Mutter. „Denn beim neuen Rheumatologen muss es meist zack, zack gehen.“ Es gibt Wartezeiten von Wochen oder Monaten. Wer akute Probleme hat, muss sich in Krankenhaus einweisen lassen. „Und dort liegt man dann zusammen mit 70-Jährigen auf dem Zimmer.“ Nach einer Umfrage gelingt bei etwa jedem dritten jungen Rheumatiker der Übergang zum Erwachsenen-Rheumatologen nicht wie er sollte.

Aktionsplan für rheumakranke Kinder und Jugendliche

Diesen Übergang besser zu gestalten, ist deshalb einer von vielen Punkten des Aktionsplans für rheumakranke Kinder und Jugendliche der Rheuma-Liga. Ein Vorschlag: gemeinsame Übergangs-Sprechstunden von Kinder- und Erwachsenenrheumatologen. „Solche Transitionsprogramme liegen vor. Die Krankenkassen müssen sie nur noch anerkennen“, sagt die Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga, Erika Gromnica-Ihle.

„Ob im Kindergarten, in der Schule oder am Ausbildungsplatz, die wenigsten wissen, dass es Rheuma im Kindesalter gibt und wie es sich auswirkt“, erläutert sie den Hintergrund. Mehr Aufklärungsarbeit, mehr Kinderrheumatologen, aber auch mehr Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Psychologen in der ambulanten Versorgung müssten her. „Da sind die Universitäten, die Bundesärztekammern wie auch die Kassenärztlichen Vereinigungen gefordert.“

Trotz sichtbarer Fortschritte bei den Medikamenten bleibt also noch viel zu tun. „Noch vor zehn Jahren hat es im Durchschnitt neun Monate gedauert, bis ein Kind die richtige Diagnose bekam. Heute dauert das nur noch drei Monate“, berichtet Michael Frosch. Optimal wäre es aber, so die Experten, wenn die Therapie schon nach sechs Wochen beginnen würde. Doch nach wie vor sind viele Kinderärzte überfordert, die unklaren Symptome richtig zu deuten.

Weiterkämpfen mit langem Atem

„Als Franziska mit anderthalb Jahren plötzlich nicht mehr laufen wollte, sagte mir der Kinderarzt: Ihre Tochter hat eben einen starken Willen und möchte getragen werden“, erzählt Christine Hötschl. Heute kann sie darüber lachen. Damals brachte nur der hartnäckige Gang zu weiteren Ärzten die Ursache ans Licht. Auch für Selma S. ist das Weiterkämpfen mit langem Atem überlebenswichtig geworden. Nicht nur mit Blick auf Julia und Annina, die ihrer Mutter am Wettlauftag dann doch zeigt: „Guck mal, wie schnell ich laufen kann!“. Sondern auch für sich selbst, denn vor einigen Jahren bekam sie auch die Diagnose: Rheuma. Der versehentlich zu feste Händedruck beim Abschied lässt sie kurz zusammenzucken. Sie lächelt trotzdem. „Ich bin hart im Nehmen.“

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