Kategorie -Jugendliche

Magen-OP: Einzige Chance bei fettsüchtigen Kindern

Wenn Teenager 150 Kilo auf die Waage bringen, werden sie nicht nur gehänselt. Folgeerkrankungen machen ihnen das Leben schwer. Kinderchirurgen sehen bei Adipositas inzwischen in einer Magenoperation den einzigen Ausweg – trotz des gravierenden Eingriffs. Dennoch ist eine solche Operation mit Skepsis zu betrachten, da sie nicht für alle für alle fettleibigen Jugendlichen in Frage kommt und die Grundprobleme nicht löst.

15-Jährige, die über 100 Kilo wiegen

Hunderte Kinder und Jugendliche in Deutschland sind so dick geworden, dass Chirurgen in einer Magenverkleinerung die einzige Chance für mehr Lebensqualität sehen. „Wir reden hier von 15-Jährigen, die deutlich über 100 Kilogramm wiegen“, sagte Philipp Szavay, Chefarzt am Luzerner Kantonsspital (Schweiz) und Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie auf dem Weltkongress der Kinderchirurgen in Berlin. „Wenn Ernährungsumstellung und Sport keinen Erfolg zeigen, wiegen sie mit 20 Jahren 200 Kilo“, ergänzte er. Durch das Gewicht und die Folgeerkrankungen sinke ihre Lebenserwartung erheblich.

Tausende kommen für OP in Frage

In Deutschland gelten heute rund 800.000 Kinder und Jugendliche als stark übergewichtig. Selbst bei strengsten Kriterien für eine Operation würden immer noch Hunderte oder gar Tausende von ihnen für eine Magenverkleinerung oder einen Magenbypass infrage kommen, sagte Szavay. „Das sind erschreckende Zahlen. Aber in diesem jungen Alter können wir die Weichen noch umstellen.“ Fettsüchtige Kinder und Jugendliche litten nicht nur körperlich unter ihrem Gewicht, sondern müssten auch viele Hänseleien ertragen. Oft fehlten auch ein Freundeskreis und später ein Partner und ein Ausbildungs- und Arbeitsplatz. In Deutschland wurde bei bisher schätzungsweise 1000 fettsüchtigen Jugendlichen Magen-Darm-Trakt operativ verkleinert worden.

Nur Operieren allein reicht nicht aus

Für die Zukunft sieht Szavay eine deutlich größere Zahl von Adipositaszentren für Heranwachsende als notwendig an – und auch eine Änderung bei der Haltung vieler Krankenkassen. Die Finanzierung sei oftmals noch nicht selbstverständlich, sagte der Arzt. Die Operation solle dabei aber immer in ein Programm aus Vor- und Nachsorge eingebettet sein – mit Hilfe von Kinder- und Narkoseärzten, Kinderchirurgen, Psychologen, Ernährungsberatern, Physiotherapeuten und Psychiatern. Solche Zentren für Heranwachsende gebe es zum Beispiel bereits in Leipzig, Berlin, Essen und Ulm.

Dicke sind ein Kostenfaktor

Bisher werden Adipositasoperationen vorwiegend bei fettsüchtigen Erwachsenen vorgenommen. Zwischen 2005 und 2012 waren das in Deutschland rund 22.000 Menschen – Tendenz steigend. Die Krankenkasse DAK sieht bei ihren Versicherten seit 2008 einen Anstieg der Eingriffe um 60 Prozent. Die Gesamtkosten für Adipositasoperationen beliefen sich bei „XXL“-Patienten der AOK 2012 auf 30 Millionen Euro.

Erfolge zeigen sich meist schnell

Auch wenn die Therapie durch eine Magenoperation nicht unumstritten ist, kann die stark gebremste Nahrungsaufnahme bei Erwachsenen bereits nach einem Jahr Erfolge zeigen. Nach einer norwegischen Studie verschwinden viele Fettsuchtsymptome wie Rücken- und Gelenkschmerzen oder starkes Schwitzen. Viele Patienten fühlten sich nicht nur körperlich, sondern auch mental und emotional besser. Wegzaubern kann die OP bereits erworbene Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Störungen und Diabetes aber nicht. Und manchmal ist die Gewichtsreduktion so stark, dass Haut und Bindegewebe in Lappen herabhängen.

Daten aus den USA

Valide Daten zu Adipositas-Chirurgie bei Heranwachsenden gibt es in Europa noch kaum. Untersuchungen aus den USA haben aber gezeigt, dass ab einem Body Mass Index von 35 oder 40 keine andere Therapie mehr erfolgversprechend ist. Forscher Thomas Inge vom Kinderkrankenhaus in Cincinnati (US-Bundesstaat Ohio) berichtete auf dem Kongress, dass bereits vier bis sechs Prozent aller Heranwachsenden in den USA von Fettsucht betroffen seien – mit steigender Tendenz. Bei einer Meta-Studie mit 637 jungen Patienten habe sich nach einer Magenoperation aber bereits nach einem Jahr eine signifikante Gewichtsabnahme gezeigt.

Langzeitergebnisse fehlen noch

Doch das Abspecken per Operation sei bei Heranwachsenden nach wie vor umstritten schränkt Szavay ein. Ohne Ernährungsumstellung könne der Magen bei Jugendlichen auch wieder wachsen. Eine Magenverkleinerung sei ein gravierender Eingriff und könne nicht mehr rückgängig gemacht werden. Neben ethischen und juristischen seien auch einige medizinische Fragen noch unbeantwortet. „Uns fehlen Informationen über Langzeitergebnisse“, berichtet der Kinderchirurg. Denn Adipositas-Chirurgie bei Jugendlichen gibt es erst seit rund zehn Jahren.

Kritische Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft Adipositas

Die Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA), in der sich Experten verschiedener Fachrichtungen zusammengeschlossen haben, hat eine kritische Stellungnahme zur Adipositas-Chirurgie veröffentlicht. Die Eingriffe hätte ein hohes Risikopotenzial und könnten zu schweren Nebenwirkungen mit unklaren Langzeitfolgen führen. Eine solche Operation dürfe nur das letzte Mittel sein, wenn alle anderen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft seien und der Patient schwer krank sei, betont die Expertengruppe. Auch dann könne die Magenverkleinerung nur eine ergänzende Maßnahme sein, denn langfristig müssten die Betroffenen lernen, ihre Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten zu ändern. Ungeeignet sei diese Art der Therapie für Patienten mit Ess- oder Persönlichkeitsstörungen.

„Operation löst weder gesundheitliche, noch psychische Probleme“

Professor Martin Wabitsch, Präsident der Deutschen Adipositas Gesellschaft, gibt zu bedenken: „Die Operation löst weder die gesundheitlichen noch die psychischen Probleme. Beide bestehen weiterhin. Die Operation führt lediglich zu einem deutlichen Gewichtsverlust. Suchtähnliches Verhalten wird nach wie vor vorhanden sein. Gesundheitliche Folgen werden zwar vermindert, jedoch bestehen die Anlagen weiterhin. Wir wissen bei Erwachsenen zum Beispiel, dass ein Altersdiabetes durch eine solche Operation zunächst verschwindet, aber im Verlauf dann wieder auftreten kann.“

Wichtig für den Erfolg sei außerdem, dass der Jugendliche aus stabilen Familienverhältnissen komme, die Entscheidung zu dem Eingriff und seinen Folgen mittrage und bereit sei, an einer Therapie mitzuwirken.

Warum der Körper nach Magen-OP an Gewicht verliert

Dass Patienten nach der magenverkleinernden Operation abnehmen, basiert im wesentlichen auf zwei Faktoren: Nahrungsmittel werden schlechter verdaut und verarbeitet. Zudem ändert sich die Ausschüttung von Hormonen im Magen- und Darmtrakt, die das Hunger- und Sättigungsgefühl regulieren. „Auf Grund der veränderten Physiologie muss davon ausgegangen werden, dass durch eine solche Operation dem Körper langfristig ein erheblicher Schaden zugefügt werden kann, da es zu Mangelerscheinungen bei der Nährstoffversorgung kommt. Unklar ist auch die Wirkung auf das zentrale Nervensystem und die psychische Gesundheit“, sagt Wabitsch.

Üblicherweise muss der Patient nach der OP dauerhaft Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Doch Studien belegen, dass weniger als 20 Prozent der Jugendlichen nach der OP die nötigen Protein- und Vitaminzusätze einnehmen.

„Das sind keine Einzelfälle mehr“

Vor 20 Jahren war das Wegoperieren von Übergewicht bei Kindern in Deutschland noch kein Thema, denn Fettsucht in Massen gab es nicht. Doch mit einem geänderten Lifestyle wie übergroßen Getränkebechern, zucker- und fettreichem Fast Food und ausgeprägtem Bewegungsmangel hat sich das Bild stark gewandelt. „Das sind keine Einzelfälle mehr, sie fallen in jeder Sprechstunde auf“, berichtet Szavay. „Zu mir kommen 16-Jährige und sagen, dass sie es allein nicht mehr schaffen.“ Darauf müssten sich Kinderchirurgen einstellen.

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Körperkult: Wie Sie Mädchen in der Pubertät unterstützen

Der Körperkult ist durch seine mediale Verbreitung allgegenwärtig und verkauft häufig ein idealisiertes Bild von Schönheit und Gesundheit. Wenn Mädchen – und natürlich auch Jungen – sich in der Pubertät an den Idealtypen aus Fernsehen und Modezeitschriften messen, führt das häufig zu Frustration und Unsicherheit. Studien belegen, dass Jugendliche in dieser Phase ihrer Entwicklung ein verzerrtes Bewusstsein für ihren eigenen Körper entwickeln können.

Mädchen in der Pubertät

Erst 2012 hat eine Studie der Universität Bielefeld unter der Leitung von Professorin Dr. Petra Kolip herausgefunden, dass sich jedes zweite Mädchen in Deutschland im Alter von 15 Jahren zu dick findet, auch wenn das objektiv gar nicht der Fall ist. „Damit sind die deutschen Jugendlichen traurige Spitzenreiter in Sachen Körperunzufriedenheit“, so Kolip auf dem Portal der Universität.

Dieses verzerrte Selbstverständnis in der Pubertät durch den in den Medien verbreiteten Körperkult kann sich vor allem in psychischer Belastung niederschlagen. Zudem besteht die Gefahr, dass auf der Jagd nach dem Idealbild unnötige Diäten den jungen Körper in Mitleidenschaft ziehen.

Körperkult und Diät

Wenn sich Ihr Kind besonders stark am Körperkult orientiert und beispielsweise abnehmen will, gilt: Stehen Sie einer Diät bei Jugendlichen kritisch gegenüber. Eine einseitige Ernährung raubt dem Körper wichtige Nährstoffe, kann das Wachstum beeinflussen und sogar den Hormonhaushalt durcheinanderbringen. Tipp: Unterstützen Sie Ihr Kind in dieser Phase der Unsicherheit, denn Ihre Reaktion auf das Selbstbild Ihres Nachwuchses kann durchaus Positives bewirken.

Wenn Ihr Kind sich Ihrer Hilfe bewusst ist und Rückhalt bekommt, folgt in vielen Fällen aus diesem Gefühl der Sicherheit auch ein gesunder Lebensstil – das gilt gleichermaßen für Jungen und Mädchen.

Unterschiede bei den Geschlechtern

Dr. Petra Kolip erläutert, warum besonders Mädchen in der Pubertät ein falsches Selbstbild haben: Das liegt daran „dass sich Mädchen durch die körperlichen Veränderungen mehr vom gängigen Schlankheitsideal entfernen. Mit der Pubertät runden sich die Hüften, das macht manchen Mädchen zu schaffen.“

Damit sich Ihr Kind dem Körperkult nicht zu sehr unterwirft, gilt: Suchen Sie das offene Gespräch und versuchen Sie, gemeinsam Schönheitsideale zu hinterfragen. Sie sollten in jedem Fall die Belange Ihres Nachwuchses ernst nehmen und vor allem viel Geduld aufbringen.

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Kiffen bei Jugendlichen: Wie Eltern reagieren sollten

Viele Jugendliche geraten im Laufe des Erwachsenwerdens in irgendeiner Form in Kontakt mit Drogen. Kiffen gehört dabei zu den häufigsten Suchtmitteln, wenn man von Alkohol und Tabak einmal absieht. Doch wie sollen Eltern reagieren, wenn sie feststellen, dass der Nachwuchs hin und wieder zum Joint greift? Diese Tipps können Ihnen weiterhelfen.

Keine Panik, aber: Konfrontieren Sie Ihr Kind

Wenn Sie Ihr Kind beim Kiffen erwischen oder mitbekommen, dass es Cannabis konsumiert, sollten Sie nicht gleich in Panik geraten, raten die Experten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Ein Joint bedeutet nicht sofort, dass Ihr Kind drogenabhängig ist. Dennoch sollten Sie nicht vergessen, dass der Besitz von Cannabis strafbar ist – auch wenn der Gesetzgeber laut BZgA bei geringen Mengen in der Regel von einer Strafverfolgung absieht. Welche Mengen als gering angesehen werden, unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland.

Deshalb sollten Sie das Thema auch nicht verschweigen, sondern offen ansprechen, ohne dabei eine vorwurfsvolle Haltung einzunehmen oder den jugendlichen Nachwuchs mit Unterstellungen zu konfrontieren. Sinnvoll ist es stattdessen, dass Sie für ein offenes Gesprächsklima sorgen, in dem Sie Ihre Ängste und Sorgen äußern können, ohne dass sich Ihr Kind in die Ecke gedrängt fühlt.

Vorbereitung: Haben Sie als Jugendlicher auch Joints geraucht?

Bevor Sie das Gespräch suchen, sollten Sie sich unbedingt darauf vorbereiten. Tipp: Sie sollten damit rechnen, dass Sie gefragt werden, ob Sie als Jugendlicher nicht auch hin und wieder einen Joint geraucht haben. Neben dem Kiffen könnte außerdem Ihr aktuelles Konsumverhalten bei Suchtmitteln zur Sprache kommen. Stellen Sie sich daher die Frage, ob Sie selbst verantwortungsvoll mit Suchtmitteln wie Alkohol oder Zigaretten umgehen. Tipp: Wer offen mit diesem Thema umgeht und eigene Fehler eingesteht, kann bei Jugendlichen eher auf Gesprächsbereitschaft hoffen.

Versuchen Sie in Erfahrung zu bringen, weshalb Ihr Kind zum Joint greift und klären Sie den Nachwuchs über die gesundheitlichen Gefahren des Kiffens auf. Auch hier ist Vorbereitung wichtig. Informieren Sie sich ausführlich über das Thema. Denn wenn Sie nicht wirklich wissen, worüber Sie sprechen, ernten Sie womöglich bloß genervte Reaktionen.

Appellieren Sie an die Vernunft und Eigenverantwortung ihres Kindes und sehen Sie davon ab, zukünftig das Zimmer nach Cannabis oder Joints zu durchsuchen. Ansonsten riskieren Sie einen großen Vertrauensbruch, dem Jugendliche mit Trotz statt mit Einsicht begegnen.

eltern.t-online.de: Jugendwort 2013: Nachfolger von „YOLO“ gesucht

Ist es sinnvoll, Kiffen zu bestrafen?

Doch nicht nur durch ständiges Kontrollieren erreichen Sie wahrscheinlich eine entgegengesetzte Wirkung. Auch harte Strafen führen in der Regel dazu, dass Sie den Zugang zu Ihrem Kind verlieren. Mit dem Kiffen wird es hingegen nicht aufhören. Bringen Sie deshalb auch auf keinen Fall die Polizei ins Spiel, da Sie Ihr Kind damit kriminalisieren würden.

Sinnvoller ist es stattdessen, Ihrem Kind alternative Möglichkeiten aufzuzeigen. Bei Jugendlichen bietet sich vor allem an, Sie in Ihren Hobbys zu stärken oder gemeinsam mit ihnen Aktivitäten zu planen, um zu zeigen, dass Sie sich als Eltern für Ihr Kind interessieren und hinter ihm stehen.

Tipp: Suchtberatungsstellen aufsuchen

Sollte sich keine Besserung einstellen, empfiehlt die BZgA, eine Suchberatungsstelle oder Selbsthilfegruppe aufzusuchen. Dort finden Sie Hilfe und erhalten Tipps, wie in Ihrem ganz individuellen Fall vorzugehen ist. Erste Ansprechpartner können die Deutsche Hauptstelle für Suchfragen unter „dhs.de“ sein oder etwa die Internetseite „averca.de“, wo man auf Probleme mit Cannabiskonsum spezialisiert ist.

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„Young Brand Awards 2013“: Auf diese Marken stehen Jugendliche

Zeig mir, welche Klamotten du trägst, mit welchem Smartphone du telefonierst und was du trinkst, und ich sage dir, ob du cool bist – Marken sind für viele Jugendliche Statussymbole. Bei einer Internetabstimmung haben junge Leute ihre Lieblingsmarken gewählt. Wir nennen die Gewinner der „Young Brand Awards 2013“.

Die Münchener Agentur Youngcom hatte junge Leute zwischen 13 und 29 Jahren zum dritten Mal aufgerufen, die beliebtesten Marken in 27 Kategorien zu nennen. Sie konnten unter insgesamt 161 vorgegebenen Marken wählen. Nach Angaben der Agentur stimmten zwischen Mai und Oktober rund 20.000 Jugendliche ab.

Das trägt der markenbewusste Jugendliche

Der markenbewusste Durchschnittsjugendliche trägt Levi’s-Jeans und Nike-Schuhe, duftet nach einem Nivea-Deo, telefoniert mit einem Smartphone von Samsung mit einem Telekom-Vertrag, geht bei McDonald’s essen und trinkt eine Coca Cola dazu. Wenn er sich später ein Auto anschafft, soll es am liebsten ein VW oder Audi sein.

Samsung bei der Jugend beliebter als Apple

Für Agenturinhaber Alexander Homeyer ist besonders überraschend, dass die Kult-Marke Apple in der Gunst der Jugendlichen gesunken ist. In der Kategorie „Beliebtestes Smartphone“ belegte Samsung 2013 zum zweiten Mal den ersten Platz mit deutlich ausgebautem Abstand zu Apple. 2011 war Apple noch Spitzenreiter.

Coca Cola und McDonald’s dominieren

Bei den Schnellrestaurants steht Fast-Food-Riese McDonald’s an erster Stelle. Konkurrent Burger King wird von der Sandwich-Kette Subway auf den dritten Rang verwiesen. Coca Cola ist auch 2013 das Lieblingsgetränk der Jugend, während Pepsi auf den fünften Platz abgerutscht ist. Bionade steht in der Beliebtheitsskala auf Platz zwei. Bei Süßigkeiten gilt: Haribo macht Kinder froh – junge Erwachsene ebenso, um es in leichter Abwandlung mit dem Slogan des Süßwarenherstellers auszudrücken.

Diese Modemarken sind angesagt

Trendbewusste Jugendliche definieren ihr Image auch über Markenkleidung. Die beliebtesten Marken sind Levi’s, Diesel und G-Star bei Jeans, Nike, Converse und Puma bei Sneakers. Wenn Jugendliche in der Stadt shoppen gehen, dann am liebsten bei H&M. Aber auch C&A ist attraktiv für junge Leute und belegt Platz zwei. Schuhe werden entweder in den Läden von Deichmann, Görtz und Reno oder im Internet bei Zalando gekauft.

Banken und Versicherung umwerben die junge Zielgruppe

Die „Young Brand Awards“ wurden auch in den Kategorien Bank, Bausparkasse, Versicherung und Krankenkasse vergeben. Am besten haben Sparkasse, LBS, Allianz und AOK abgeschnitten. Laut Homeyer zahlt sich für die Institute aus, wenn sie gezielte Werbekampagnen für junge Kunden starten. Für alle Produktkategorien gilt: „Werbung greift bei Jugendlichen“.

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Alkoholsucht: Alkoholkonsum in der Pubertät erhöht das Suchtrisiko

Alkoholkonsum in der Pubertät hat einen Einfluss auf das spätere Trinkverhalten und erhöht das Risiko, eine Alkoholsucht zu entwickeln. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Mannheimer Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI), die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) veröffentlicht wurde. Besonders gefährdet sind demnach Jugendliche, die zwischen zwölf und 14 Jahren erstmals Alkohol trinken.

Bislang gingen Forscher davon aus, dass das spätere Trinkverhalten umso riskanter wird, je früher Jugendliche Alkohol konsumieren. Die neuen Erkenntnisse zeigten jedoch, dass nicht alleine der frühe Beginn sich negativ auswirkt. Entscheidend sei vielmehr, ob sich das Gehirn des Jugendlichen gerade in der empfindlichen Reifungsphase befindet. Mädchen sind etwa mit zehn bis 14 Jahren in der Pubertät, Jungen etwa zwischen zwölf und 17 Jahren.

In der Pubertät wird das Gehirn zur Großbaustelle

Die Pubertät ist mit massiven Umbauprozessen des Gehirns verbunden. So reifen Gehirnareale heran, die unter anderem mit Motivation, der Verarbeitung von Gefühlen, aber auch mit der Entwicklung von Abhängigkeit in Verbindung gebracht werden. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Alkohol diese Reifungsprozesse möglicherweise stört. Die Folge ist, dass jugendliche Alkoholkonsumenten auch später deutlich mehr und öfter trinken. „In der Pubertät wird häufig das Fundament für späteres Trinkverhalten gelegt“, erklärt Miriam Schneider, Co-Autorin der Studie.

Grundlage der Studie sind Daten von 283 Jugendlichen, die im Alter von drei Monaten und dann regelmäßig bis zu ihrem 23. Lebensjahr untersucht wurden. Erfasst wurde unter anderem, wie sich die Kinder entwickeln und in welcher Umwelt sie aufwachsen.

Je später Jugendliche Alkohol entdecken, desto besser

Ein Ziel der Suchtprävention müsse es sein, das Einstiegsalter für den Alkoholkonsum möglichst weit hinauszuzögern, betont BZgA-Direktorin Elisabeth Pott. Sie verweist zugleich auf frühere Studien, wonach immer weniger Jugendliche im Alter zwischen zwölf bis 15 Jahren Alkohol trinken. Demnach hat sich das Durchschnittsalter, in dem Jugendliche in Deutschland erstmals Alkohol trinken, zwischen 2004 und 2011 um knapp fünf Monate nach hinten verschoben. Demnach greifen Teenager im Durchschnitt mit 14,5 Jahren erstmals zur Flasche.

Immer mehr Jugendliche saufen sich ins Koma

Pessimistisch stimmt dagegen eine Statistik, die die Krankenkasse DAK mit Zahlen aus 14 Bundesländern zusammengestellt hat: 2012 wurden mehr als 25.600 Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus eingeliefert. Die Zahl der jungen „Komasäufer“ ist gegenüber 2011 um 0,4 Prozent gestiegen. Das ist zwar nicht so viel, aber im Vergleich zum Jahr 2003 sind es fast 90 Prozent mehr Fälle.

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Zahl der arbeitslosen Jugendlichen steigt: Bloß nicht zu Hause sitzen und nichts tun

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Im August und September hat das neue Ausbildungsjahr regulär begonnen – trotzdem stehen auch im Dezember noch viele ohne Lehrstelle dar. Darauf sollten Schulabgänger ohne Lehrstelle jetzt achten.

Arbeitslose Jugendliche können nicht auf Nachvermittlung hoffen

Diese bislang unversorgten Bewerber sollten nicht mehr auf eine Nachvermittlung hoffen. „Ab Januar ist sie kaum noch möglich“, sagt Angelika Knötig, Teamleiterin der Berufsberatung bei der Arbeitsagentur Suhl. Schulische Ausbildungen – etwa im Pflegebereich – so spät zu beginnen, sei ausgeschlossen. Dafür haben die Jugendlichen schon zu viel Unterricht verpasst. Doch auch die Betriebe stimmten bei einer dualen Ausbildung einem Start im Januar in der Regel nicht zu. Trotzdem muss niemand resignieren.

Arbeitslosenzahlen steigen

Nach am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung waren zum Stichtag 30. September noch 83.565 Bewerber unversorgt – von ihnen hatten 62.529 allerdings eine Alternative gefunden und besuchen etwa wieder die Schule. Rund 21.000 Jugendliche standen jedoch völlig ohne Plan B dar. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr. 2012 gab es 15.600 Jugendliche ohne eine Alternative.

Bloß nicht zu Hause sitzen bleiben und nichts machen

„Jetzt bloß nicht bis zum nächsten Ausbildungsjahr einfach zu Hause sitzen bleiben und nichts machen“, warnt Knötig. Schulabgänger hätten dann eine Lücke im Lebenslauf, die sie nicht erklären können. Außerdem bestehe die Gefahr, sich an das Nichtstun zu gewöhnen. Sie empfiehlt, stattdessen eine Einstiegsqualifizierung zu machen.

Umweg über die Einstiegsqualifizierung

Die Einstiegsqualifizierung (EQ) dauert zwischen sechs und zwölf Monaten und ist eine Art bezahltes Praktikum in einem Betrieb, erklärt Knötig. Jugendliche bekommen ein Taschengeld von 216 Euro. Dem Arbeitgeber entstehen dabei keine Kosten. Die Arbeitsagentur unterstützt die EQ finanziell und hilft Schulabgängern auch bei der Suche. Ersatzweise könnten Jugendliche auch ein unbezahltes Praktikum machen, sagt Knötig.

Jetzt schon für das nächste Ausbildungsjahr bewerben

Gleichzeitig sollten Schulabgänger im Januar mit den Bewerbungen für das kommende Ausbildungsjahr beginnen. Mit so viel Vorlauf ist die Wahrscheinlichkeit groß, dann auch einen Platz zu bekommen.

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Eltern dürfen Führerschein mit 17 nicht verbieten

Eltern dürfen ihrem Kind den Führerschein mit 17 nicht ohne guten Grund verweigern. Die Fahrerlaubnis entspreche dem Kindeswohl, und der Jugendliche profitiere davon, entschieden die Richter des Amtsgerichts Hannover in ihrem Urteil (Az.: 609 F 2941/13).

In dem Fall verbot ein Vater seinem 17-jährigen Sohn, den Führerschein zu machen. Die Mutter erlaubte es hingegen. Sein Verbot begründete der Vater mit einer beleidigenden E-Mail, die ihm der Sohn vor mehr als einem Jahr geschrieben habe.

Das Gericht stuft diese Erwägung als „sachfremd“ ein. Der Sohn bereute, die Mail geschrieben zu haben. Nach Ansicht der Richter habe er sich offensichtlich weiterentwickelt. Mit dem damaligen Verhalten lasse sich das Verbot heute nicht mehr begründen.

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Probleme für Pubertierende: Zu alt für Kinderarzt, für Facharzt zu jung

Kinder mit schweren Fehlbildungen fallen beim Übergang in das Erwachsenenalter häufig aus der medizinischen Versorgung heraus. Dies kann ihren Gesundheitszustand massiv und dauerhaft verschlechtern und damit ihre Chancen auf ein weitgehend selbstbestimmtes Leben vermindern.

Man kennt sich seit der Geburt, der Arzt kennt die Familie, die Lebensumstände, er hat auch mal ein privates Wort – kurz, es besteht ein Vertrauensverhältnis. Doch irgendwann ist der Nachwuchs zu alt für den Kinderarzt. Schon ein praktischer Aspekt spielt eine Rolle: Die Gerätschaften sind auf kleine Körper zugeschnitten. Ein weiterer Grund ist der, dass die Krankenkassen die pädiatrische Betreuung zwischen dem 18. und 21. Lebensjahr beenden.

Zu alt für den Kinderarzt, zu jung für den Facharzt: Was für normale Jugendliche kaum ein Problem darstellt, ist für Jugendliche mit Fehlbildungen ein entscheidender Schritt, der schwerwiegende Folgen haben kann.

Transition: der Übergang vom Kinderarzt zum Facharzt

Wie die „Transition“, der Übergang chronisch kranker Jugendlicher von der kinderchirurgischen Versorgung in die Erwachsenenmedizin, gelingen kann, beschäftigt die Experten, denn oft genug fallen Jugendliche aus dem Raster, betroffen sind nicht wenige.

Fehlbildungen des Enddarms und des Afters, eine nicht durchgängige Speiseröhre oder ein offener Rücken: Über sieben Prozent aller Kinder, das entspricht etwa 49.000 Neugeborenen, kommen hierzulande jedes Jahr mit schweren Fehlbildungen zur Welt. Dank aufwendiger kinderchirurgischer Operationsverfahren und moderner Intensivmedizin hat sich die Überlebensrate betroffener Kinder in den letzten zwei Jahrzehnten zunehmend verbessert. Dennoch bleiben die Patienten häufig lebenslang behindert und leiden teilweise unter beträchtlichen Störungen wie Urin- und Stuhlinkontinenz, Schluckstörungen oder Krämpfen.

Bis zum Erwachsenenalter tragen fachübergreifende Betreuungskonzepte durch Kinderchirurgen, Kinderärzte, Sozialpädiater sowie Kinder- und Jugendpsychiater dazu bei, dass sich die Betroffenen – trotz aller Einschränkungen – möglichst normal entwickeln und die Schule besuchen können.

Pubertät ist eine Sollbruchstelle im Betreuungskonzept

„Doch die Pubertät ist eine Sollbruchstelle des gut eingespielten und strukturierten kinderchirurgisch-pädiatrischen Betreuungskonzepts“, erläutert Professor Bernd Tillig, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH). „Gerade in dieser Phase, in der die jungen Menschen, verstärkt durch ihre Behinderung, besonders verletzlich und schwer zugänglich sind, müssen sie den Übergang vom vertrauten Kinderchirurgen zu fremden Spezialisten bewältigen“, erklärt der Experte. Dies gelänge oftmals schlecht oder gar nicht.

Therapiefortschritte gehen verloren

„Häufig brechen die jungen Patienten ihre Therapie ab, gehen nicht mehr zur Physiotherapie und hören auf, ihre Medikamente zu nehmen“, berichtet Tillig. Damit gingen mühsam errungene Therapiefortschritte – auch im Hinblick auf Alltag, Schule und Berufsausbildung – wieder verloren. „Teilweise für immer“, betont Professor Tillig.

„Mangelhaft“ für Transition in Deutschland

Der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Neugeborenenchirurgie und Kinderurologie am Vivantes Klinikum Berlin verweist unter anderem auf die Bewertung des Sachverständigenrats Gesundheit, nach dem die Betreuung chronisch kranker Jugendlicher in der Übergangsphase in Deutschland „mangelhaft“ ist. „Es besteht dringender Handlungsbedarf“, so Tillig.

Die DGKCH fordert, Jugendliche beim Übergang in die Erwachsenenmedizin mit flächendeckenden Transitionskonzepten, wie etwa geeigneten wohnortnahen Weiterbetreuungseinrichtungen, zu unterstützen. Gesetzgeber und Kostenträger sind gefragt, Strukturen zu schaffen, die den Übergang in die Erwachsenenmedizin professionell begleiten können.

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Kolumbien: Vier Jugendliche enthauptet

Unbekannte haben in Kolumbien vier Jugendliche geköpft. Ein Bauer habe die Leichen der 15- bis 17-Jährigen nahe der Ortschaft El Peñol im nord-westlichen Department Antioquia entdeckt, berichtete die Zeitung „El Tiempo“.

„Die Ermittlungen haben gerade begonnen. Den Jugendlichen wurden die Köpfe abgeschlagen. Schüsse sind nicht gefallen“, sagte der Sprecher der Provinzregierung in Medellin, Santiago Londoño.

Medellin gilt als Zentrale des organisierten Verbrechens und Drogenhandels in dem 47 Millionen Einwohner zählenden Staat im Norden Südamerikas.

Motiv unklar

Das Motiv für die Tat ist unklar. Einen Zusammenhang mit dem organisierten Verbrechen schlossen die Behörden allerdings aus. Die in den Drogenhandel verwickelten Banden würden ihre Opfer üblicherweise nicht enthaupten, hieß es zur Begründung.

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Internet für Kinder sicher machen: von PC bis Konsole

Selbst Dreijährige können inzwischen Smartphones und Tablets bedienen, auch der Umgang mit PC und Konsole ist für Kinder selbstverständlich. Kindersicherungen schützen den Nachwuchs dabei vor unpassenden Inhalten, lassen sich aber oft leicht austricksen.

Eltern müssen für Sicherheit sorgen

Was es im wahren Leben gibt, gibt es in der Regel auch im Internet – im Guten wie im Schlechten. Für Kinder bedeutet das, dass sie im Netz spannende und hilfreiche, aber auch unpassende und überfordernde Inhalte finden können. Hier sind dann Mama und Papa gefragt: „Eltern können für Leitplanken sorgen, damit die Kinder bei allem Spaß am Internet nicht Dinge erleben, die sie nicht bewältigen können“, sagt Kristin Langer, Mediencoach bei der Initiative „Schau hin! Was dein Kind mit Medien macht.“

Hier finden Eltern Sicherheitseinstellungen für ihre Geräte

„Bei jedem Gerät, ob Tablet, PC oder Smartphone, kann man Jugendschutzfunktionen über Altersangaben einstellen und Zeitkonten einrichten“, erklärt die Expertin. Genaue Erklärungen dazu sind zum Beispiel auf der Webseite von „Schau hin!“ zu finden. Wichtigste Schutzmaßnahme bei Computer oder Notebook ist, für jeden Benutzer in der Familie ein eigenes Konto mit eigenem Passwort einzurichten. So können Eltern besser kontrollieren, auf welche Programme oder Spiele Kinder Zugriff haben.

Funktionen auf Tablet und Smartphone mit PIN sichern

Auf Tablets mit Android lassen sich ebenfalls mehrere Nutzer einrichten, allerdings muss dafür mindestens Version 4.2 des Betriebssystems installiert sein. Ansonsten ist die wichtigste Kindersicherung auf Smartphone und Tablet die Code-Sperre oder PIN. Bestimmte Funktionen sind damit nur nach Eingabe eines Zahlencodes verfügbar – bei Android sind das zum Beispiel das Installieren neuer Apps sowie Einkäufe bei Google Play. Eine ähnliche Funktion ist auf iPhone und iPad bei „Einschränkungen“ zu finden. Beide Systeme bieten außerdem die Möglichkeit, Inhalte aus iTunes, dem App Store oder Google Play, die nur für Ältere geeignet sind, zu filtern.

Spielkonsolen haben Kindersicherungen eingebaut

„Nicht vergessen sollte man die Spielkonsolen. Auch sie eröffnen ja vielfach schon den Weg ins Internet“, warnt Kristin Langer. Sowohl die aktuelle Konsolengeneration mit Xbox One, Playstation 4 und Wii U als auch die Vorgänger Xbox 360, Playstation 3 und Wii haben eigene Kindersicherungen an Bord. Damit können Eltern je nach Gerät zum Beispiel eigene Konten für ihre Kinder einrichten, nur Spiele für bestimmte Altersgruppen zulassen, den Internetzugriff sperren oder sogar die tägliche Spielzeit begrenzen.

So schützen Sie Ihren PC

Eine wichtige Kindersicherung für den PC ist auch Filtersoftware. Für kleinere Kinder am besten geeignet sind sogenannte Whitelist-Programme, die nur Zugriff auf bestimmte Webseiten geben und den Rest vom Netz blocken. „Vorteil der speziellen Kinderseiten ist, dass sie sich verpflichten, keine oder nur wenig Werbung zu schalten“, erklärt Kristin Langer. „Außerdem bieten sie einen betreuten Chat an, so dass Kinder auf diesem Feld geschützt trainieren können.“

Nicht jede Filtersoftware schützt gut

Für ältere Kinder, für die dieser geschützte Raum zu klein wird, gibt es Programme, die ungeeignete Inhalte herausfiltern, den Weg ins Internet aber sonst nicht verbauen – Experten sprechen dabei von Blacklist-Software. Das Angebot ist breit, aber nicht durch die Bank gut. In einem Test der Computerzeitschrift „c’t“ von Anfang 2013 (Ausgabe 5/2013) gab es zum Beispiel nur bei sieben von 17 Programmen eine gute Note für die Filterwirkung. Kaum eine Software sperrte alle Pornoseiten und Inhalte mit Gewaltdarstellungen.

So lassen sich die Programme austricksen

Hinzu kommt, dass technisch versierte Jugendliche die Programme und viele Kindersicherungen nach Angaben der „c’t“ leicht austricksen können. Sperren Eltern zum Beispiel den Internetzugang am PC, können sich Kinder einfach in ein anderes WLAN einwählen, wenn zum Beispiel das Nachbarskind das Passwort herausrückt. Und viele Filterprogramme lassen sich umgehen, indem man den Rechner im abgesicherten Modus startet oder statt der URL einer Webseite direkt die IP-Adresse eingibt.

Nicht im eigenen Zimmer surfen

Auch deshalb rät Kristin Langer grundsätzlich davon ab, dass sich Kinder zum Surfen oder Spielen in ihr Zimmer zurückziehen, zum Beispiel mit einem Tablet. Stattdessen sollten sie an einem PC im Blickfeld der Familie ins Netz gehen. „Sonst kann mein Kind in Schreck- und Gefahrensituationen allein sein“, erklärt die Expertin. „Außerdem kann ich nicht überblicken, wie viel Zeit es wirklich am Gerät verbringt.“

Ab wann das Kind alleine surfen darf

Etwas lockerer sollten Eltern es erst angehen lassen, wenn das Kind elf oder zwölf Jahre alt ist: „In diesem Alter entsteht das Bedürfnis nach Privatsphäre“, erklärt Langer. „Kinder wollen dann nicht gegängelt werden.“ Grundsätzlich ist mit Verboten und Kindersicherungen alleine ohnehin nicht viel zu machen – wichtiger sei ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kindern, so Langer.

„Eltern sollten sich für das Internet interessieren“

Auch Blogger Johnny Haeusler, der gemeinsam mit seiner Frau Tanja das Buch „Netzgemüse“ geschrieben hat, rät eher zu einem entspannten Umgang mit dem Internet. Schließlich werde das Netz nicht verschwinden, nur weil Eltern es kritisch betrachten. „Im Gegenteil wird die gesamte Technologie immer mehr Teil des Alltags werden und so gut wie jeden Lebensbereich beeinflussen“, erklärt Häusler. Eltern sollten sich also dafür interessieren, was im Internet vor sich geht. „Sonst lassen wir unsere Kinder allein und unvorbereitet ins Datenmeer springen, obwohl ihnen unsere Anleitung doch helfen könnte, später selbstständig hinauszuschwimmen.“

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