Kategorie -Jugendliche

Kriminologe Christian Pfeiffer: Gewalt gegen Kinder geht zurück

Die Zahlen der Kriminalstatistik sind alarmierend: 153 Kinder sind 2013 in Deutschland an den Folgen von Gewalt oder Vernachlässigung gestorben. Fast 14.000 wurden sexuell missbraucht und rund 4000 misshandelt. Werden Kinder heutzutage öfter Opfer von Gewalt als früher? Nein, sagt der Kriminologe Christian Pfeiffer. Er forscht dazu seit Jahrzehnten. Die offiziellen Zahlen der Kriminalstatistik hält er in vielen Bereichen für wenig aussagekräftig.

Herr Pfeiffer, wie ist der Trend bei Gewalt gegen Kinder insgesamt?

Christian Pfeiffer: Die offiziellen Zahlen sind nur das Hellfeld. Das hängt massiv davon ab, was überhaupt angezeigt wird. Die einzig verlässliche Methode ist, dass man die Menschen selber befragt. Wir haben 1992 und 2011 einen repräsentativen Bevölkerungsschnitt danach befragt, ob er misshandelt und geschlagen wurde. In Niedersachsen haben wir gerade 10.000 Jugendliche im Alter von 15 Jahren gefragt, ob sie als Kind misshandelt wurden. Wir fragen auch danach, wie oft man in den Arm genommen wurde, ob die Eltern gelobt haben, ob man getröstet wurde, wenn man weint.

Und wie sind die Ergebnisse ihrer Untersuchungen?

Christian Pfeiffer: Alle Indikatoren, die wir erfasst haben, kommen zu dem selben Befund: Wir haben einen radikalen Wandel der elterlichen Erziehung ins Positive. Die Zuwendung ist gestiegen und die Tendenz zum Schlagen deutlich gesunken. Das massive Schlagen hat abgenommen, von früher 15 Prozent der Bevölkerung auf elf Prozent. Bei den Mädchen ist der Rückgang noch stärker ist als bei den Jungen: bei den Mädchen von 17 auf sechs Prozent, bei den Jungen von 14 auf acht Prozent.

Misshandlungen oder Missbrauch spielen sich oft innerhalb der Familie ab. Werden diese Taten überhaupt angezeigt?

Christian Pfeiffer: Sexueller Missbrauch ist nach unseren Forschungen drastisch zurückgegangen, etwa um zwei Drittel. Das konnte aber gar nicht erkennbar werden, weil sich die Anzeigebereitschaft der Opfer verdreifacht hat. Die polizeilichen Daten sind in solchen heiklen Bereichen wie sexuellem Missbrauch oder Kindesmisshandlung absolut unzuverlässig. In diesen schambesetzen und schwierigen Feldern ist die Dunkelfeldforschung unverzichtbar.

Wer misshandelt und missbraucht Kinder? Sind das bestimmte soziale Gruppen?

Christian Pfeiffer: In erster Linie sind es die Eltern. Und die Menschen aus dem unmittelbaren sozialen Umfeld. Wir haben Kindestötungen untersucht, verantwortlich sind in aller Regel die Eltern. Über einen Zeitraum von zehn Jahren sind die Delikte um die Hälfte zurückgegangen. Tötungsdelikte durch Fremde kommen natürlich auch vor, etwa dass ein Kind aus sexuellen Gründen attackiert wird und der Täter es danach aus Angst vor Entdeckung umbringt. Aber solche Sexualmorde von Fremden gibt es im Schnitt maximal drei pro Jahr.

Wenn Kinder älter werden, können sie selber zu Tätern werden. Wie hat sich die Jugendgewalt entwickelt?

Christian Pfeiffer: Die Jugendgewalt in Deutschland ist seit 2007 um 41 Prozent rückläufig. Dass die Zuwendung der Eltern gestiegen ist und ihre Tendenz zum Schlagen deutlich gesunken, hat positive Wirkung in doppelter Hinsicht: Einerseits im starken Rückgang der Jugendgewalt, aber in den letzten zehn Jahren auch im Rückgang des Jugendselbstmordes um 33 Prozent.

Aber es gibt doch auch Gewalt unter Jugendlichen, zum Beispiel Mobbing im WhatsApp-Chat, Schlägereien auf dem Schulhof. Taucht das in den offiziellen Statistiken auf?

Christian Pfeiffer: Bis zum Alter von zehn Jahren passiert nicht viel außerhalb der Familie. Der Schulhof ist der sicherste Bereich überhaupt, was das Dunkelfeld angeht. In dem Augenblick, wo ein Arzt auf den Schulhof kommt, weil ein Kind schwer verletzt wurde, wird das zu 100 Prozent erfasst. Die kommunalen Unfallversicherer geben dazu alle zwei Jahre ihre Statistiken heraus. Daraus wissen wir, dass die Zahl der krankenhausreif geschlagenen Kinder auf dem Schulhof seit 1997 um 56 Prozent zurückgegangen ist.

Also ist die öffentliche Wahrnehmung verzerrt, dass es mehr Gewalt unter Jugendlichen gibt?

Christian Pfeiffer: Ja, das ist eine mediale Wirklichkeit. Egal wo wir hinschauen, wir haben einen Rückgang der Gewalt. Aber es gibt Einbrüche in der öffentlichen Wahrnehmung, etwa wenn mal wieder ein „Tatort“ gelaufen ist, in dem es um Jugendgewalt ging. Das sind dann aber die Fantasien von Drehbuchautoren, die nicht die Wirklichkeit abbilden, sondern uns an den Bildschirm fesseln wollen.

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Computerspiele: Jugendliche verdaddeln täglich eineinhalb Stunden

Mehr als eineinhalb Stunden täglich verbringen Kinder und Jugendliche in Deutschland durchschnittlich mit Computerspielen. Jeder Fünfte der 16- bis 18-Jährigen daddelt sogar drei Stunden und länger. Diese Zahlen ermittelte der Branchenverband Bitkom.

98 Prozent aller Kinder und Jugendlichen im Alter von zehn bis 18 Jahren spielen Computer- oder Videospiele. Im Schnitt verbringen sie dabei 104 Minuten täglich am Computer, der Spielekonsole, dem Smartphone oder Tablet-PC. Das entspricht mehr als zwei Schulstunden.

Je älter die Jugendlichen sind, desto höher ist die Spieldauer: Während die zehn bis zwölf Jahre alten Jungen und Mädchen durchschnittlich 76 Minuten spielen, sind es bei den 13- bis 15-Jährigen bereits 111 Minuten, und die 16- bis 18-Jährigen 124 Minuten. Jungen spielen deutlich mehr als Mädchen. Während die zehn- bis 18-jährigen Jungen im Schnitt 122 Minuten pro Tag spielen, sind es bei den Mädchen nur 82 Minuten.

„Spielverhalten des Kindes im Blick halten“

„Wenn es um die Mediennutzung in der Freizeit geht, sind Computer- und Videospiele bei Kindern und Jugendlichen heute genauso beliebt wie das Fernsehen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

Bei einigen nimmt die Leidenschaft für Computerspiele allerdings exzessive Ausmaße an: Knapp ein Fünftel der 16- bis 18-Jährigen spielt demnach pro Tag im Schnitt drei Stunden oder länger. Unter den 13- bis 15-Jährigen sind zwölf Prozent, bei den zehn bis zwölf Jahre alten Kindern sechs Prozent als „Vielspieler“ einzuschätzen. „Eltern sollten das Spielverhalten ihrer Kind im Blick behalten“, rät Rohleder.

Große Smartphone-Dichte bei Jugendlichen

Laut der Umfrage besitzt die Hälfte der zehn- bis 18-Jährigen eine eigene stationäre Konsole wie Playstation, Xbox oder Wii U. Etwas mehr als ein Drittel nutzen eine mobile Spielkonsole wie Nintendo DS. Über ein Smartphone, um Spiele-Apps zu nutzen, verfügen in dieser Altersgruppe sogar 79 Prozent. Für die repräsentative Forsa-Umfrage wurden im Auftrag des Bitkom 962 Kinder und Jugendliche befragt.

Diese Umfrage erfasste nur die Zeit, die Jugendliche mit Computerspielen verbrachten. Hinzu kommen Surfen im Internet, Kontaktpflege in sozialen Medien und Fernsehen. Alles in allem verbringen Jugendliche noch viel mehr Zeit am Monitor. Nach einer Studie der Leuphana Universität Lüneburg im Auftrag der Krankenkasse DAK aus dem Jahr 2012 verbringen 45 Prozent der 15- und 16-Jährigen täglich zwei bis vier Stunden vor PC und Fernseher.

Wo beginnt Spiel- und Internetsucht?

Wenn sich Jugendliche kaum noch von PC, Konsole und Smartphone losreißen können, machen sich viele Eltern Sorgen, ob das Kind online-süchtig ist. Nach der aktuellen Studie zur Internetabhängigkeit (Pinta-Diari) im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums trifft dies auf etwa vier Prozent der 14- bis 16-Jährigen zu. Das sind rund 100.000 Jugendliche.

Wie lange jemand spielt, ist allerdings noch kein Kriterium für Suchtverhalten. Entscheidend ist, ob beispielsweise Entzugssymptome, Kontrollverlust, Vernachlässigung sozialer Kontakte und die Täuschung von Familienmitgliedern und Freunden hinzukommen.

Ist mein Kind süchtig? Checkliste für Eltern

Die EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz bietet auf der Website klicksafe.de für Eltern eine Broschüre zu Internet- und Computerspielabhängigkeit an. Sie enthält eine Checkliste, die Eltern einen ersten Anhaltspunkt geben können, ob ihr Kind gefährdet ist. Wenn drei oder mehr Merkmale zutreffen, sollten Eltern reagieren und gegebenenfalls professionelle Hilfe suchen.

  • die Gedanken des Kindes kreisen auch bei anderen Beschäftigungen ständig um Computer, Internet oder Spielkonsole
  • das Kind spielt und surft bis tief in die Nacht
  • dem Kind fällt es schwer, die Zeit vor dem Bildschirm zu begrenzen
  • das Kind reagiert gereizt, wenn es auf Computer, Internet oder Spielkonsole verzichten muss
  • es zieht sich immer mehr von Familie und Freunden zurück
  • Internetnutzung verdrängt andere Interessen und Hobbys
  • die Leistungen in der Schule haben sich deutlich verschlechtert
  • das Kind verzichtet auf Mahlzeiten, um am Computer zu bleiben
  • es hat stark ab- oder zugenommen und wirkt übermüdet
  • das Kind reagiert Gefühle wie Ärger oder Frust mit Computerspielen ab

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KiGGS: Jugendliche in Deutschland rauchen deutlich weniger

Wer angesichts regelmäßiger Schreckensstatistiken zum Komasaufen glaubt, die Jugend von heute lebt extrem ungesund, liegt daneben. Im Gegenteil, Jugendliche rauchen und trinken immer weniger, treiben Sport und gehen regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen. Die Folge: Den allermeisten Kindern und Teenagern in Deutschland geht es gesundheitlich gut. Zu diesem Ergebnis kommt die Gesundheitsstudie KiGGS des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) in ihrer Befragung „KiGGS Welle 1“.

94 Prozent der 2009 bis 2012 befragten Eltern halten den Gesundheitszustand ihrer Kinder demnach für gut oder sehr gut. „Erhöhte Risiken tragen vor allem Kinder aus Familien mit niedrigem sozioökonomischen Status“, sagt RKI-Präsident Reinhard Burger.

Etwa 16 Prozent der Kinder haben ihren Eltern zufolge ein chronisches Gesundheitsproblem. Allerdings ist von den Betroffenen nur jeder Fünfte im Alltag eingeschränkt.

Jugendliche trinken und rauchen weniger

Besonders das Verhalten von Kindern und Jugendlichen in Bezug auf ihre Gesundheit hat sich zum Positiven verändert. Zwölf Prozent der Elf- bis 17-Jährigen in Deutschland rauchen, weniger als die Hälfte davon täglich. Damit hat sich die Raucherquote seit der letzten Befragung von 2003 bis 2006 fast halbiert (20,4 Prozent). Als Grund nennen die Autoren verstärkte politische Bemühungen zur Eindämmung des Rauchens wie Tabaksteuererhöhungen und Nichtraucherschutzgesetze.

Auch der Alkoholkonsum ging zurück: Waren es sechs Jahre zuvor noch 62,8 Prozent, gaben nun 54,4 Prozent der Jugendlichen an, jemals Alkohol getrunken zu haben. Einen riskanten Alkoholkonsum stellten die Autoren bei einem von sechs Jugendlichen (15,8 Prozent) im Alter von elf bis 17 Jahren fest. Unter 14- bis 17-jährigen Jungen ist regelmäßiges Rauschtrinken stärker verbreitet als unter gleichaltrigen Mädchen.

Sportliche Aktivitäten hängen auch vom Elternhaus ab

Mehr als drei Viertel (77,5 Prozent) der Drei- bis 17-Jährigen treiben regelmäßig Sport, knapp 60 Prozent sind in einem Sportverein aktiv. Einen Unterschied machen jedoch Alter und Sozialstatus der Befragten aus: Jüngere Kinder sind häufiger und länger aktiv als ältere Kinder und Jugendliche; Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus machen weniger Sport und sind seltener in Sportvereinen als Gleichaltrige mit höherem Sozialniveau.

Verbringen Kinder und Jugendliche im Alter von elf bis 17 Jahren häufig Zeit vor dem Bildschirm, sinkt die Chance, dass sie Sport treiben.

Bessere ärztliche Vorsorge bei Kindern und Jugendlichen

91,9 Prozent der Kinder und Jugendlichen gehen einmal pro Jahr zum Arzt – 8,7 Prozent mehr als bei der Basiserhebung. Als Erklärung dafür nennen die Autoren zusätzlich eingeführte Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen.

Insgesamt nahmen an der Folgebefragung zwischen 2009 und 2012 mehr als 12.000 Kinder und Jugendliche bis zu 17 Jahren sowie Eltern teil. Vergleichswerte liefert die Basiserhebung mit Daten aus 2003 bis 2006. Die nächste Datenerhebung („KiGGS Welle 2“) beginnt im September 2014.

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Mindestlohn: Alles zu Ausnahmen, Übergangsregelungen und mehr

Der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro in der Stunde ist unter Dach und Fach. Am Donnerstag segnete der Bundestag die Reform ab. Für das Gesetz votierten in namentlicher Abstimmung 535 von 601 Abgeordneten, dagegen waren fünf, bei 61 Enthaltungen. Ab 1. Januar 2015 werden nach Regierungsangaben rund 3,7 Millionen Menschen von der gesetzlichen Lohn-Untergrenze profitieren, da sie bislang weniger als 8,50 Euro verdienen. Kontrolliert werden soll die Einhaltung der Mindestlöhne von den Zollbehörden. Nachfolgend die wichtigsten Fakten zum Mindestlohn.

Ausnahmen

Der Mindestlohn gilt nicht für Jugendliche unter 18 Jahren. Keinen Anspruch auf den Mindestlohn haben auch Lehrlinge in der Ausbildung sowie Ehrenamtliche.

Praktika während Ausbildung und Studium zur Berufsfindung dürfen drei Monate dauern, ohne dass ein Mindestlohn anfällt. Ursprünglich waren sechs Wochen vorgesehen. Nach Ausbildung und Studium fällt für Praktikanten dagegen der Mindestlohn grundsätzlich an. Eine Ausnahme soll es allerdings geben, wenn sich jemand nach der Ausbildung in einem neuen Berufsfeld orientieren will.

Wer mehr als zwölf Monate arbeitslos war, soll in den ersten sechs Monaten des neuen Jobs nicht unter den Mindestlohn fallen.

Auch Selbständige oder Freiberufler bleiben außen vor. Laut einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) haben 25 Prozent aller 4,4 Millionen Selbständigen in Deutschland Stundenlöhne von weniger als 8,50 Euro. Das betrifft unter anderem auch freischaffende Künstler oder Dozenten. Bekannt sind auch Fälle von Paketzustellern, die als Sub-Sub-Sub-Unternehmer für große Konzerne Pakete ausfahren und auf weniger als 6 Euro pro Stunde kommen.

Übergangsregelungen

Bis 2017 wird es eine Übergangszeit geben, für die die Tarifpartner (Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände) auch Stundenlöhne unter 8,50 Euro für die jeweiligen Branchen vereinbaren können.

So wird der Mindestlohn für Zeitungszusteller von 8,50 Euro zwischen 2015 und 2017 stufenweise eingeführt. Den Angaben zufolge müssen Verleger für ihre etwa 160.000 Mini-Jobber im ersten Jahr nur 75 Prozent des Mindestlohns von 8,50 Euro zahlen, im zweiten Jahr sollen es dann 85 Prozent sein. Von 2017 an gilt der Mindestlohn von 8,50 Euro dann auch für Zeitungszusteller. Dies soll selbst dann für ein Jahr der Fall sein, wenn die Lohnuntergrenze bereits angehoben wurde.

Branchen, die als Übergang selbst Tarifverträge für einen Mindestlohn getroffen haben, sollen bis 2017 noch die vereinbarte Höhe weiterzahlen. Auch Beschäftigte in Niedriglohn-Branchen wie Wach- und Sicherheits-Dienste, Wäscherei-Dienstleistungen oder Friseure bekommen dann auch ab 2017 mindestens 8,50 Euro Stundenlohn. Derzeit sind es 7,50 Euro.

Saisonarbeiter wie Erntehelfer oder Aushilfen in der Gastronomie, erhalten vom kommenden Jahr an prinzipiell den Mindestlohn. Kost und Logis dürfen davon abgezogen werden. Um die Arbeitgeber zu entlasten, sollen solche Jobs zudem für 70 statt wie bisher für 50 Arbeitstage von Sozialabgaben befreit sein. Diese Regelung wird auf vier Jahre befristet.

Regelmäßige Anhebung des Mindestlohns

Das Parlament legt den Mindestlohn mit seinem Beschluss lediglich zur Einführung fest. Erhöhungen liegen künftig in der Hand einer Kommission aus Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern, die alle zwei Jahre die Lohnuntergrenze überprüft. Das erste Mal soll das Gremium im Jahr 2016 über die Höhe beraten. Für 2017 zeichnet sich damit eine erste Anhebung ab.

Der Zoll stellt 1600 neue Mitarbeiter ein, um die Umsetzung des von 2015 an geplanten Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde besser kontrollieren zu können.

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Ralf Bongartz erklärt richtiges verhalten bei Gewaltattacken

Brutale Angriffe in der U-Bahn oder aggressive Täter, die ihr Opfer drangsalieren, die Szene filmen und das Geschehen später wie eine Trophäe ins Netz stellen. Fast wöchentlich berichten Medien von solchen Attacken, die häufig junge Menschen treffen. Wie sich Jugendliche im Ernstfall verhalten sollten, erklärt Konflikt- und Deeskalationsmanager Ralf Bongartz, der lange als Kriminalhauptkommissar tätig war.

t-online.de: Ist der Eindruck richtig, dass Jugendkriminalität zunimmt und zudem brutaler wird?

Ralf Bongartz: Nein. Die Bereitschaft zur Gewalt verringert sich laut der Kriminalstatistiken seit Jahren. Es gab zum Beispiel noch nie so wenig Gewalt an Schulen wie heute. Das Anzeigeverhalten ist aber deutlich gestiegen und die gesellschaftliche Akzeptanz von Gewalt massiv gesunken. Doch in einigen Bereichen etwa bei der Jugendgewalt und der Gewalt an öffentlichen Orten scheint die Hemmschwelle niedriger als früher. Dies sind aber wenige Ausnahmesituationen, die unter anderem durch Veröffentlichungen von Überwachungskamera-Aufnahmen nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Inwieweit sind Teenager und junge Erwachsene besonders gefährdet, Opfer einer Attacke zu werden?

Wenn man Liebespartner sucht, schaut man in der Regel auf Menschen, die sich in einer bestimmten Altersspanne befinden. So ist es auch bei „Hasspartnern“. Sie bieten eine bessere Projektionsfläche für den eigenen Hass als Menschen, die zu weit weg sind von der eigenen Unzufriedenheit. Außerdem lassen sich junge Menschen leichter in Streitigkeiten hineinziehen.

Durch welche Verhaltensweisen können Jugendliche das Risiko eines Übergriffs mindern?

Täter verhalten sich wie Raubtiere. Sie suchen Schwächere oder von der Gruppe isolierte Personen, die so eine leichtere Beute sind. Daher helfen in erster Linie das Zusammensein mit anderen sowie Wachsamkeit mit einem Gespür für äußere Gegebenheiten, Veränderungen und Stimmungen und schließlich ein selbstsicheres Auftreten, das lockere und neutrale Präsenz demonstriert. Nicht hilfreich ist es dagegen, wenn man sich klein und unsichtbar macht, um so der Aufmerksamkeit eines Angreifers zu entgehen. Das ist meist Wasser auf die Mühlen der Täter und erhöht sogar den „Beute-Reiz“.

Wie soll das selbstsichere Auftreten genau aussehen?

Die Körpersprache spielt eine entscheidende Rolle, weil Täter aufgrund dieser Signale die Entscheidung treffen, anzugreifen. Daher hilft eine selbstbewusste und raumgreifende Körpersprache, die möglichst entspannt, geschmeidig und „groß“ bleiben sollte und ein Blick, der nicht nach unten gesenkt wird, sondern am Horizont bleibt.

Inwieweit sollte der bedrängte Jugendliche mit den „Angreifern“ in Kontakt treten?

Wenn man provoziert wird, sollte man diese Kontaktversuche am besten einfach ignorieren und möglichst souverän weiter gehen, so dass Täter nicht „andocken“ können. Und wenn es doch zu einer Art Kommunikation kommt, sind kurze knappe Sätze am besten, wobei die Jugendlichen dann am besten immer die „Sie-Anrede“ verwenden sollten. Sätze wie „gehen Sie zurück!“ „warum bedrohen Sie mich?“ oder „ich kenne Sie nicht!“ signalisieren nämlich Distanz. Noch besser ist, mit möglichen Helfern anstatt mit den Tätern in Kontakt zu treten.

Gibt es bestimmte Orte beziehungsweise Vorausetzungen, die Attacken auf Jugendliche begünstigen?

Jeder Ort, an dem das eigene Gefahrenradar beziehungsweise das Bauchgefühl anschlägt, sollte überprüft und wenn nötig gemieden werden. Doch eigentlich kann jeder Ort zur Gefahrenzone werden, wenn bestimmte Befindlichkeiten gegeben sind: Wenn man beispielsweise angetrunken, sehr müde, schlecht gelaunt oder in Gedanken ist. Erhöhtes Risiko besteht auch dann, wenn man sich in einer urbanen Gegend überhaupt nicht auskennt und nicht weiß, dass es sich dabei um eine „No-Go-Area“ handelt.

Welche präventiven Verhaltensweisen empfehlen Sie Jugendlichen?

Präventionsverhalten kann schon sehr früh und „im Kleinen“ eingeübt werden, indem man etwa in relativ alltäglichen Situationen etwas wagt, wo man normalerweise vielleicht nichts sagen würde: Zum Beispiel in einem Restaurant schlechtes Essen zurückgehen lassen, in einem Geschäft auf einen Umtausch bestehen oder zu Hause beziehungsweise bei Freunden in kleinen Konflikten sofort Farbe bekennen. Das erzeugt Zuversicht und Präsenz, weil es den Selbstwert anspricht und daher Aktion anstelle von Erdulden setzt. Und wer „im Großen“ Konfliktmanagement und Präventionsverhalten trainieren will, ist in den Kursen der Polizeibehörden oder bei Zivilcourage-Verbänden an guten Adressen.

Wie sollen Jugendliche im Ernstfall reagieren und sich wehren?

Da die Täter mit Schwäche rechnen, hat man in der Regel gute Karten, wenn man sich „ungemütlich“, stark und entschlossen zeigt und dabei laut und expansiv agiert. Gegenattacken sollten aber nur in höchster Not und bei körperlichen Angriffen eine Option sein.

Wie kann man andere am besten auf die eigene Notsituation aufmerksam machen?

Indem der Attackierte frühzeitig handelt, auch wenn der Verstand signalisiert, dass man gerade „übertreibt“. Wer allein unterwegs ist und sich bedroht oder belästigt fühlt, sollte schnell Kontakt zu anderen suchen und sie persönlich ansprechen. Zum Beispiel: „Sie mit der gelben Jacke, können Sie mir helfen, der Mann da drüben beleidigt mich und ich kenne ihn nicht.“ Man kann auch laut um Hilfe rufen und unkontrolliert brüllen: Wer agiert, hat nämlich die Führung!

Welchen Unterschied macht es, ob Jugendliche sich mit einem oder mehreren Tätern konfrontiert sehen?

Mehrere Täter wollen voreinander nicht dumm dastehen und das Gesicht verlieren. Sie unterliegen einer Gruppendynamik, fühlen sich so stärker und geben deshalb nicht so schnell auf. Der beste Grund für eine solche Gruppe die Tat abzubrechen, ist daher die Gefahr, erwischt zu werden. Deshalb sollte man auch hier frühzeitig Kontakt zu anderen suchen, Hilfe alarmieren, indem man die 110 wählt, oder gezielt, aber nicht kopflos flüchten.

Wie können jugendliche Zeugen helfen, ohne sich selbst zu gefährden?

Wirkungsvoll ist es, wenn sie vom „Schaulustigen“ zum „Handlungslustigen“ werden. Das heißt: Stehen bleiben, das Geschehen beobachten und einschätzen und dann die Dinge tun, die der Situation entsprechen – wie etwa andere ansprechen, Teams bilden und fragen, ob jemand Hilfe braucht, laut rufen, dabei bleiben und Zeuge sein, die Polizei anrufen oder einfach hingehen und mit anderen zusammen ein Opfer in Schutz nehmen. In München sprang zum Beispiel ein 15-jähriges Mädchen einem bereits Bewusstlosen, auf dessen Schädel eingetreten wurde, zu Hilfe und nahm seinen Kopf in den Schoß. Dies hatte einen Zündeffekt auf andere Zusehende, die dann auch zu Handelnden wurden und schließlich das Mädchen und den Verletzten schützten. Eine einzige beherzte und mutige Initialhandlung kann also eine gefährliche Situation entschärfen. Dabei bedarf es ja nicht immer solcher großen Aktionen wie in diesem Fall. Manchmal reicht schon ein Ruf.

Buchtipp: „Nutze deine Angst. Wie wir in Gewaltsituationen richtig reagieren“ von Ralf Bongartz. 272 Seiten, Fischer-Verlag, 2013.

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Polnische Oma geht auf Verbrecherjagd

Eine 80 Jahre alte Polin hat nach einem Raubüberfall selbst die Verfolgung der Verbrecher aufgenommen. Nachdem zwei Jugendliche ihr im oberschlesischen Kattowitz (Katowice) eine Kette mit Goldanhänger abgerissen hatten, wollte sich die Seniorin nicht mit der Opferrolle abfinden.

Die Frau hielt eine Autofahrerin an und bat sie, die Flüchtenden zu verfolgen, wie die Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“ am Freitag unter Berufung auf einen Polizeisprecher berichtete. Als die beiden Frauen eine 16-Jährige entdeckten, die an dem Überfall beteiligt war, stieg die 80-jährige aus und hielt einen anderen Autofahrer an, der der jungen Frau den Weg abschnitt und sie bis zum Eintreffen der Polizei festhielt. Der 18-Jährige Komplize wurde wenige Stunden danach festgenommen.

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BVerfG: Jugendliche wollen Mindestwahlalter abschaffen

Weil sie die Abschaffung des Mindestwahlalters von 18 Jahren wollen, haben 15 Kinder und Jugendliche das Bundesverfassungsgericht angerufen. Bei dem höchsten deutschen Gericht sei eine Beschwerde gegen die Bundestagswahl 2013 eingegangen, bestätigte ein Sprecher in Karlsruhe. Unterstützt wird die Gruppe von der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen (SRzG).

Die Kinder und Jugendlichen im Alter von zehn bis 17 Jahren beklagen, dass ihnen das wichtigste politische Grundrecht nicht zustehe. Dies verletze die Grundsätze der Demokratie und Volkssouveränität. Sie fordern ein Wahlrecht, das völlig ohne Altersgrenze auskommt.

Bereits im November 2013 hatte die Gruppe Einspruch gegen die Bundestagswahl 2013 eingereicht, der allerdings im Mai 2014 zurückgewiesen wurde. Daraufhin folgte die Klage beim Bundesverfassungsgericht.

Bei der Klage handelt es sich um eine sogenannte Wahlprüfungsbeschwerde. Beantragt wird, die vergangene Bundestagswahl 2013 wegen der Beschränkung des Kreises der Wahlberechtigten für ungültig zu erklären. Das Gericht solle darlegen, warum es eine Altersgrenze von 18 Jahren beim Wählen gibt. „Es hat bisher immer zwingende Gründe angeführt, aber nie dargelegt, worin diese bestehen“, sagte der Sprecher der SRzG, Wolfgang Gründinger. Begleitet und unterstützt wird die Gruppe von dem renommierten Anwalt Michael Quaas. Das BVerfG prüft nun, ob die Beschwerde zulässig ist.

Entscheidungen gegen die junge Generation

Die 15 Jugendlichen kritisieren, dass viele politische Entscheidungen gegen die junge Generation getroffen würden. Jüngstes Beispiel sei das Rentenpaket der großen Koalition, durch das fortlaufend große Versorgungsverpflichtungen entstünden, heißt es in der Beschwerdeschrift. Das Argument, unter 18-Jährige seien nicht reif genug für eine Wahl und leicht zu beeinflussen, sei nicht schlüssig. Demnach müssten etwa auch Demenzkranke von der Wahl ausgeschlossen werden.

„Wahlrecht von Geburt an“

Die ehemalige Hamburger und Berliner Justizsenatorin, Lore Maria Peschel-Gutzeit (SPD) unterstützt die Initiative. Sie plädierte für ein „Wahlrecht von Geburt an“. „Das Wahlrecht ist ein politisches Grundrecht“, sagte sie. Die im Grundgesetz gleichzeitig festgelegte Altersgrenze stehe dazu im Widerspruch.

Diese sei zudem bereits mehrfach geändert worden: „Bei der Gründung der Bundesrepublik lag sie bei 21 Jahren. 1970 wurde sie ohne Angabe von Gründen auf 18 Jahre gesenkt.“ Das allein zeige, dass an dieser „Schraube gedreht werden“ könne. Da es an einer nachvollziehbaren Begründung für die Festsetzung des Wahlalters fehle, setze sie sich für das Wahlrecht von Geburt an ein, so Peschel-Gutzeit.

„Parteien machen eher Angebote für Ältere“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn plädierte ebenfalls für eine Reform des Wahlrechts. „Parteien tendieren dazu, eher ein Angebot für Ältere zu machen“, sagte er. Der Grund: Die Gruppe der über 60-Jährigen stelle die größte Gruppe der Wähler dar. Eine Wahlberechtigung für Kinder und Jugendliche könne dazu ein Gegengewicht schaffen, glaubt Spahn.

Der Wendepunkt in seiner eigenen Haltung zum Wahlrecht war 2008 und 2009, als die große Koalition außerplanmäßig die Rente erhöhte und er als Einziger dagegen stimmte, wie er sagte. Das habe ihn dazu gebracht, das Thema Wahlrecht neu zu betrachten.

Spahn schlug ein sogenanntes Familienwahlrecht vor, bei dem Eltern treuhänderisch das Wahlrecht für ihre Kinder übernehmen. Das sei jedoch eine „technische“ Frage. Es gehe vor allem darum, „den 14 bis 15 Millionen unter 18-Jährigen Gehör zu verschaffen“. Spahn kündigte an, eine „fraktionsübergreifende Initiative“ in den Bundestag einbringen zu wollen, die eine Grundsatzdebatte zum Thema anregt.

Ungleichgewicht zwischen Generationen ausgleichen

Die frühere Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) betonte, dass es nicht darum gehe, die Generationen gegeneinander aufzubringen. „Nur wenn wir genügend in unsere Kinder investieren, ist auch der Lebensabend der Alten gesichert“, sagte sie. Das Wahlrecht solle dazu beitragen, das Ungleichgewicht zwischen den Generationen auszugleichen. Auch Schmidt, die im vergangenen Jahr ihr Buch „Lasst unsere Kinder wählen“ veröffentlicht hatte, setzt sich für ein Wahlrecht von Geburt an ein.

Kampagne „Wir wollen wählen“

Die SRzG ist ein gemeinnütziger Think-Tank für Generationengerechtigkeit. Die Stiftung kritisiert, dass Kinder und Jugendliche bei Wahlen keine eigene Stimme haben und somit ihre Rechte nicht ausreichend vertreten werden. Immerhin sind 17 Prozent der Bevölkerung unter 18 und damit per Gesetz vom Wahlrecht ausgeschlossen. Um dies zu ändern, wurde die Kampagne „Wir wollen wählen“ gestartet.

So könnte ein Wahlrecht ohne Altersgrenze aussehen

Die SRzG tritt für die Abschaffung der Altersgrenze für Wahlen ein und fordert, dass junge Menschen wählen dürfen, „sobald sie dies wollen und eigenständig können“. Die Stiftung schlägt vor, zunächst eine allgemeine Altersgrenze von 16 Jahren einzuführen. Wollen jüngere Kinder wählen, haben sie ebenfalls die Möglichkeit dazu, indem sie sich „eigenständig beim Wahlamt eintragen“. Ziel der SRzG ist ein Wahlrecht, das tatsächlich von den Kindern ausgeübt wird und nicht etwa stellvertretend durch die Eltern.

Entscheidung kann dauern

Wann das Bundesverfassungsgericht über die Beschwerde der Stiftung entscheiden wird, vermochte Sprecher Gründinger nicht zu sagen.

Weitere Informationen

Zum Thema ist am 21. Juli ein Sammelband erschienen: „Wahlrecht für Kinder? Politische Bildung und die Mobilisierung der Jugend“ von Klaus Hurrelmann und Tanjev Schulz.

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Neues Gesetz: Bolivien erlaubt Kinderarbeit ab zehn Jahren

In Bolivien dürfen Kinder künftig ab einem Alter von zehn Jahren arbeiten. Eine Woche nach der Abstimmung im Parlament unterzeichnete Vizepräsident Alvaro García Linera ein Gesetz zum Schutz der Kinderrechte. Dieses erlaubt „unter außerordentlichen Umständen“ die selbstständige Arbeit ab zehn Jahren und für einen Arbeitgeber ab zwölf. Sonst dürfen erst 14-Jährige arbeiten. Die maximale tägliche Arbeitszeit Minderjähriger wird auf sechs Stunden festgelegt.

Die Ausnahmen für die 14-Jahres-Grenze müssen von den Eltern und dem lokalen Kinder-Beauftragten im Einzelfall jeweils bewilligt werden. Bolivien habe ein Gleichgewicht zwischen den internationalen Verträgen zum Kinderschutz und den traditionellen Arbeitsbedingungen in dem Andenland gesucht, erklärte García Linera.

Kritik von Human Rights Watch

In der vorangegangenen Diskussion hatte die Union arbeitender Kinder und Jugendlicher Boliviens (UNATSBO) gefordert, die in dem armen Land weit verbreitete Kinderarbeit zu legalisieren, damit der Staat die Minderjährigen besser schützen kann. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisierte das Gesetz. Bolivien sei das einzige Land der Welt, das so jungen Kindern das Arbeiten erlaube.

Die Internationale Arbeitsorganisation ILO gibt für Kinderarbeit ein Mindestalter von 15 Jahren vor, das in Entwicklungsländern auf 14 Jahre herabgesetzt werden kann. Leichte Arbeiten, die nicht die Bildung und Gesundheit gefährden, sind in Entwicklungsländern nach der entsprechenden ILO-Konvention ab zwölf Jahren zulässig.

Strafmündigkeit wird auch gesenkt

In Bolivien arbeiten nach Unicef-Angaben 850.000 Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 17 Jahren, das entspricht etwa 28 Prozent dieser Altersgruppe. Das Alter für die Strafmündigkeit Jugendlicher wird mit dem neuen Gesetz von 16 auf 14 Jahre gesenkt.

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Fußballteam aus Paraguay mit 400 Kilogramm Marihuana erwischt

36 Jugendliche aus Paraguay wurden auf dem Weg zu einem Fußballturnier in Chile an der Grenze mit 400 Kilogramm Marihuana an Bord ihres Busses gestoppt. Laut örtlichen Medienberichten hatte der chilenische Zoll die Drogen bei der Durchsuchung an einem Grenzposten in den Anden mit Hilfe von Spürhunden entdeckt.

Nach vier Tagen an der Grenze kehrten die Jugendlichen im Alter von 14 und 15 Jahren in Paraguays Hauptstadt Asuncion zurück, wo bereits ihre Verwandten und lokale Fernsehteams warteten.

Die Eltern und Betreuer des Klubs „8 de Diciembre“ aus Caacupe, etwa 60 Kilometer östlichen von Asuncion gelegen, waren auf einen Mann hereingefallen, der vorgegeben hatte, mit dem Jugendteam zu dem Turnier in Chiles Hauptstadt Santiago de Chile fahren zu wollen. Die chilenische Polizei nahm den Fahrer des Busses, seinen Ersatzmann und eine Begleiterin fest.

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Bundesagentur und DIHK: Lehrlinge beim Ausbildungsstart zu alt

Die Jugendlichen in Deutschland beginnen zu spät mit ihrer Lehre. Das ist die Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). „Das Durchschnittsalter von Auszubildenden bei Beginn der Lehre liegt derzeit bei 19,8 Jahren – im europäischen Vergleich liegen wir damit auf den hinteren Rängen“, sagte BA-Vorstand Heinrich Alt der „Rheinischen Post“.

Viele Jugendliche würden zu lange in schulischen Übergangssystemen auf- und von der realen Arbeitswelt ferngehalten, kritisierte Alt.

Auch der DIHK beobachtet laut dessen Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben, „dass Jugendliche seit Jahren immer später in die Ausbildung einsteigen“. Einerseits gingen sie länger zur Schule. „Andererseits sind zu viele Jugendliche auf einen Wunschberuf oder eine Region fixiert“, sagte Wansleben der Zeitung.

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