Brüssel (dpa) – Jugendliche in Europa und Nordamerika greifen immer seltener zu Alkohol und Zigaretten. Sie ernähren sich aber oft zu schlecht und sind zu dick. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Brüssel vorstellte.
Demnach ist der Konsum von Alkohol und Tabak bei 11- bis 15-Jährigen seit 2010 deutlich zurückgegangen. Der Erhebung zufolge konsumierten vor allem Mädchen in den vergangenen Jahren seltener Tabak. Während im Jahr 2010 noch 22 Prozent aller 15-jährigen Mädchen angaben, im Alter von 13 Jahren erstmals geraucht zu haben, waren es 2014 nur noch 13 Prozent. Bei den Jungen sank die Zahl von 26 auf 22 Prozent.
Ähnlich sah es beim Alkoholkonsum aus. Während im Jahr 2010 noch 21 Prozent aller befragten 15-Jährigen nach eigenen Angaben jede Woche Alkohol tranken, lag die Zahl 2014 bei 13 Prozent.
„Die Zahl derer, die jede Woche rauchen und trinken, hat sich im vergangenen Jahrzehnt halbiert“, sagte WHO-Studienautorin Jo Inchley. Nach Einschätzung der Experten gibt es jedoch teilweise erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Ländern.
Sowohl beim Tabak- als auch beim Alkoholkonsum lagen die Zahlen für Deutschland im Mittelfeld der mehr als 40 untersuchten Länder und Regionen. In Europa griffen Jugendliche besonders häufig etwa in Bulgarien, Kroatien und Rumänien zu Alkohol und Zigaretten. Bei Kindern aus finanziell schlechter gestellten Familien lag die Zahl dabei in der Regel höher.
Besorgniserregend ist nach Einschätzung der Experten die relativ hohe Anzahl Übergewichtiger sowie schlechte Ernährung und Mangel an körperlicher Betätigung bei Jugendlichen in den untersuchten Ländern. Demnach essen im Schnitt etwa nur 29 Prozent aller Jungen im Alter von 15 Jahren täglich Obst. Bei den gleichaltrigen Mädchen sind es 37 Prozent.
„Die im entscheidend wichtigen zweiten Lebensjahrzehnt eines jungen Menschen erworbenen gesundheitsbezogenen Verhaltensweisen und sozialen Angewohnheiten und Einstellungen können sich im Erwachsenenalter fortsetzen und den gesamten weiteren Lebensverlauf beeinflussen“, sagte die WHO-Regionaldirektorin für Europa, Zsuzsanna Jakab. Die Entwicklung positiver gesundheitsbezogener Verhaltensweisen sei demnach von entscheidender Bedeutung.
Für die Erhebung wertete die WHO Daten von insgesamt rund 220 000 Jugendlichen aus.
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Stuttgart – Wenn im Supermarkt verbotenerweise Alkohol an Jugendliche verkauft wird, dann schießt die Stadt nicht auf die Geschäftsleitung – sondern direkt auf die Kassiererin. Eine 17-Jährige kommt ihr Nebenjob teuer zu stehen.
Weil sie einem Jugendlichen verschiedene Biermixgetränke im Wert von knapp 25 Euro verkaufte, hat eine 17-jährige Aushilfskassiererin eines Supermarkts einen üppigen Bußgeldbescheid erhalten: Sie soll 2103,50 Euro zahlen. Diesen Betrag wegen Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz soll die Berufsschülerin selbst tragen: „Bei Verstößen sind unsere Mitarbeiter selbst verantwortlich“, heißt es in der Konzernzentrale der Lebensmittelkette. Die Höhe der Strafe wurde von der städtischen Bußgeldbehörde gegenüber den Betroffenen zunächst verteidigt: 2000 Euro plus Gebühren seien die Regel, hieß es. Auf Anfrage unserer Zeitung hat sich nun Ordnungsbürgermeister Martin Schairer eingeschaltet.
Der ungewöhnliche Fall beginnt an einem Mittwochnachmittag im Stuttgarter Süden, als einer Polizeistreife zwei 13 und 14 Jahre alte Mädchen auffielen: Ein Mädchen rauchte, das andere hatte zwei Plastiktüten mit fünf Sixpacks Biermixgetränken vor sich abgestellt. Das durfte nicht sein. Die Beamten fragten nach und erfuhren, dass die Mädchen die alkoholischen Getränke mit Hilfe eines älter aussehenden Jugendlichen für eine Party besorgt hätten. Der Klassenkamerad hätte das freilich auch nicht tun dürfen: Er ist noch 14.
17-Jährige bleibt als einzige Schuldige übrig
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Wir kommen von einem ganz großen Menschen zum nächsten: Anfang September prallt der erst 13-jährige Tijmen Steenbergen bei einem Spiel seiner Fußballmannschaft in den Niederlanden mit einem Verteidiger zusammen und bleibt bewusstlos liegen. Obwohl er sofort medizinische Hilfe erhält, stirbt er wenig später im Krankenhaus an seinen schweren Kopfverletzungen. Aber selbst nach seinem Tod hat der junge Torwart noch mehrere Leben gerettet.
In einem Interview mit dem niederländischen TV-Sender NOS haben Tijmens Eltern erzählt, dass acht Organe ihres verstorbenen Sohnes an verschiedene Personen gespendet worden seien.
Sie hätten vor einem halben Jahr mit ihren Kindern über das Thema Organspende gesprochen. Tijmen habe darauf positiv reagiert. „Er war ein Junge, der jedem helfen wollte“, sagte seine Mutter. „Er hatte ein gutes Herz, das es verdient weiterzuleben.“
In den Niederlanden können sich Kinder ab dem 12. Lebensjahr als Organspender registrieren lassen.
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In diesem Punkt ist die Jugend besser als ihr Ruf: Jugendliche in Europa und Nordamerika trinken seltener Alkohol und rauchen weniger als noch vor einigen Jahren. Dafür bietet ihre Ernährung Anlass zur Sorge, ebenso der Einfluss des sozialen Status auf die Gesundheit. Das geht aus einer Studie der Weltgesundheitsorganisation hervor.
Seit 2010 ist der Konsum von Alkohol und Tabak bei 11- bis 15-Jährigen deutlich zurückgegangen. „Die Zahl derer, die jede Woche rauchen und trinken, hat sich im vergangenen Jahrzehnt halbiert“, sagte WHO-Studienautorin Jo Inchley. Es gibt es jedoch teilweise erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Ländern. Die WHO wertete für die Studie Daten von rund 220.000 Jugendlichen in 42 Ländern aus.
Der Studie zufolge rauchten vor allem Mädchen in den vergangenen Jahren seltener. Während im Jahr 2010 noch 22 Prozent aller 15-jährigen Mädchen angaben, im Alter von 13 Jahren erstmals geraucht zu haben, waren es 2014 nur noch 13 Prozent. Bei den Jungen sank die Zahl von 26 auf 22 Prozent.
Ähnlich sah es beim Alkoholkonsum aus. Während 2010 noch 21 Prozent aller befragten 15-Jährigen nach eigenen Angaben jede Woche Alkohol tranken, lag die Zahl 2014 bei 13 Prozent.
Während 2010 noch 16 Prozent der Jungen angegeben hatten, sie seien bereits vor ihrem 14. Geburtstag einmal betrunken gewesen, waren es 2014 noch zehn Prozent. Bei den Mädchen sank diese Zahl von zwölf auf sieben Prozent.
Sozialer Status wirkt sich stark auf die Gesundheit aus
Bei finanziell schlechter gestellten Familien lag der Anteil der rauchenden und trinkenden Jugendlichen in der Regel höher.
Überhaupt erweist sich ein niedriger sozialer Status als erheblicher Nachteil für die Gesundheit. Kinder aus ärmeren Familien, insbesondere die Mädchen, schneiden bei körperlicher und seelischer Gesundheit schlechter ab als Gleichaltrige aus wohlhabenden Elternhäusern.
Deutsche Jugend im Mittelfeld
Sowohl beim Tabak- als auch beim Alkoholkonsum lagen die Zahlen für Deutschland im Mittelfeld. Den anhaltenden Rückgang beim Alkoholkonsum führt die WHO auf die höhere Besteuerung von „Alkopops“ zurück.
Es gibt wenige Länder, in denen Elfjährige lieber zur Schule gehen als in Deutschland – immerhin mehr als die Hälfte mag die Schule sehr. Doch dann setzt rasch Ernüchterung ein: Bei den 13-Jährigen sagt das nur noch rund ein Viertel, bei den 15-Jährigen ein knappes Fünftel aller Befragten.
Übergewicht ist das größte Gesundheitsproblem
Besorgniserregend ist nach Einschätzung der Experten die relativ hohe Anzahl an Jugendlichen mit Übergewicht. Sie geht mit schlechter Ernährung und Mangel an sportlicher Betätigung einher. Demnach essen im Schnitt nur 29 Prozent aller Jungen im Alter von 15 Jahren täglich Obst. Bei den gleichaltrigen Mädchen sind es 37 Prozent.
Übergewicht und Fettleibigkeit sind bei Jungen häufiger als bei Mädchen. Aber Mädchen finden sich häufiger zu dick. Der Studie zufolge macht ein Viertel der 15-jährigen Mädchen eine Diät oder bemüht sich auf andere Weise, abzunehmen.
In Deutschland sind zwölf Prozent der Mädchen und 19 Prozent der Jungen mit elf Jahren übergewichtig. Mit 15 Jahren sind es 13 Prozent der Mädchen und 23 Prozent der Jungen. In dieser Altersgruppe liegt Deutschland auf Platz 16 im Vergleich der 42 Länder. Die dicksten Teenager leben demnach in Malta, Grönland, Kanada und Griechenland.
Körperwahrnehmung und Wirklichkeit klaffen oft weit auseinander: Jedes zweite 15-Jährige Mädchen und jeder vierte Junge in Deutschland fühlt sich zu dick.
„Ein guter Start kann ein Leben lang vorhalten“
Die Studienautoren weisen darauf hin, dass die Lebensumstände der Jugendlichen eine wesentliche Rolle beim Umgang mit Suchtmitteln und Gesundheitspflege spielen. Verhaltensweisen, die sich die Jugendlichen in der zweiten Lebensdekade aneigneten, könnten sich auf das ganze Leben auswirken, sagte WHO-Europadirektorin Zsuzsanna Jakab. „Ein guter Start kann ein Leben lang vorhalten.“
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Stuttgart – Drei junge Leute haben sich am Mittwochabend teils schwere Verletzungen zugezogen, als sich ihr Auto bei einem Verkehrsunfall in Bad Cannstatt überschlug. Wahrscheinlich war das Auto zu schnell unterwegs, wie ein Polizeisprecher sagte.
An einer Baustelle am Augsburger Platz geriet das Auto an den Bordstein und wurde dann nach oben katapultiert. Zwei 18-Jährige – darunter der Fahrer – wurden schwer verletzt. Ein 19-Jähriger erlitt leichtere Verletzungen.
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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Leben von Jugendlichen aus 42 Ländern betrachtet. Wir haben daraus die wichtigsten Fakten über 15-jährige Mädchen und Jungen in Deutschland herausgefiltert.
Insgesamt liegen die deutschen Jugendlichen bei Tabak- und Alkoholkonsum, Übergewicht und psychischen Belastungen wie Mobbing im Mittelfeld. Sie rauchen und trinken deutlich weniger als noch in den Vorjahren.
(Quelle: Daten: WHO / Grafik: Ulrike Frey, t-online.de )
(Quelle: Daten: WHO / Grafik: Ulrike Frey, t-online.de )
(Quelle: Daten: WHO / Grafik: Ulrike Frey, t-online.de )
(Quelle: Daten: WHO / Grafik: Ulrike Frey, t-online.de )
(Quelle: Daten: WHO / Grafik: Ulrike Frey, t-online.de )
Weniger Zeit für Freunde
Es gibt aber einige Ausreißer in der Statistik: So verbringen 13- und 15-jährige Deutsche nach der Schule weniger Zeit mit Freunden als Jugendliche in anderen Ländern. Bei den Mädchen finden nur 13 Prozent nachmittags Zeit für Freunde, bei den Jungen 16 beziehungsweise 18 Prozent.
Mit 15 hatte jeder fünfte schon Sex
Mit 15 Jahren hat schon etwa jeder fünfte Teenager in Deutschland den ersten Sex erlebt; etwas mehr Jungen (22 Prozent) als Mädchen (19 %). Bei der Verhütung sind deutsche Jugendliche gewissenhafter als Gleichaltrige in anderen europäischen Ländern und Nordamerika: 69 Prozent der Mädchen und 62 Prozent der Jungen gaben an, mit der Pille zu verhüten – so viele wie in keinem anderen Land der Studie. Kondome nutzen 67 Prozent der Mädchen und 72 Prozent der Jungen.
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In Niedersachsen und Bremen nehmen Verfassungsschützer die Junge Alternative ins Visier: Die Landesverbände seien „Beobachtungsobjekt“ des Geheimdiensts, heißt es. Der Bundesverband möchte die beiden Verbände nun auflösen.
Die Jugendorganisation der AfD in Bremen und in Niedersachsen wird vom jeweiligen Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet. Der Landesverband der Jungen Alternative in der Hansestadt sei seit der vergangenen Woche „Beobachtungsobjekt“ des Geheimdiensts, teilte die Bremer Innenbehörde mit.
Die Bremer Verfassungsschützer sehen offenbar genügend Verdachtsmomente, die auf verfassungsfeindliche Bestrebungen innerhalb der AfD-Jugendorganisation hindeuten. Die Bundesländer unterhalten jeweils eigene Verfassungsschutzbehörden, die sich eigenen Angaben zufolge als eine Art „Frühwarnsystem“ der freiheitlichen demokratischen Grundordnung in Deutschland verstehen.
Auch Niedersachsen hat bekanntgegeben, dass sein Verfassungsschutz den AfD-Nachwuchs überwacht. Er habe in der vergangenen Woche entschieden, die Junge Alternative zu beobachten, sagte Innenminister Boris Pistorius. „Den entsprechenden Antrag habe ich heute früh unterschrieben.“ Die Entscheidung habe nichts mit den Ereignissen in Chemnitz zu tun, sagte Pistorius. „Die Junge Alternative vertritt ein Weltbild, in dem Minderheiten wie Flüchtlinge oder Homosexuelle systematisch abgewertet und diffamiert werden“, begründete er den Schritt weiter. Eine strukturelle Nähe des niedersächsischen Jugendverbandes zum organisierten Rechtsextremismus sei unverkennbar. „Damit wird auch der Einsatz nachrichtendienstlicher Mittel möglich“, sagte der SPD-Politiker.
AfD-Jugend will über Auflösung abstimmen
Die Bundesspitze der AfD-Jugend will als Reaktion auf die Observierung durch den Verfassungsschutz seine Landesverbände in Niedersachsen und Bremen auflösen. Dies solle „zum Schutze der Gesamtorganisation“ während eines außerordentlichen Bundeskongresses der Jugendorganisation der AfD beschlossen werden, teilte der Bundesvorsitzende Damian Lohr mit. Er nannte die Entscheidungen der Landesämter für Verfassungsschutz nicht nachvollziehbar.
„Weder einzelne Landesverbände der JA, noch die Junge Alternative als Ganzes sind verfassungsfeindliche Organisationen, die sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland einsetzen.“ Lohr machte zudem seine eigene Zukunft davon abhängig, dass der Bundeskongress die Auflösung beschließt. Andernfalls trete er zurück.
Parteivizechef Kay Gottschalk sagte: „Rechtsradikale Tendenzen sind in keinster Weise in der JA, noch in der AfD, zu dulden und müssen im Keim erstickt werden.“ Er fügte hinzu: „Sollte den Schiedsgerichten es nicht gelingen, solche Personen aus der JA zu entfernen, muss notfalls der JA der Status der offiziellen Jugendorganisation aberkannt werden.“
„Offen verfassungsfeindlich“
Angesichts der Nähe der AfD zur offen fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung waren in den vergangenen Tagen wiederholt Stimmen laut geworden, die eine Beobachtung der „Alternative für Deutschland“ (AfD) durch den Verfassungsschutz forderten. Nach dem gewaltsamen Tod eines 35-Jährigen hatte es in Chemnitz in den vergangenen Tagen mehrfach rechte Demonstrationen gegeben, zu denen auch die AfD aufgerufen hatte. Am Rande der Kundgebungen kam es auch zu gewaltsamen Ausschreitungen von Rechtsextremen. Am vergangenen Samstag schlossen sich AfD und die ausländerfeindliche Pegida-Bewegung zu einer Demo zusammen.
In der Politik wurden daraufhin die Rufe nach einer härteren Gangart gegenüber der AfD lauter, die für die Radikalisierung der Bevölkerung in Sachsen mitverantwortlich gemacht wird. „Teile der AfD agieren offen verfassungsfeindlich“, sagte etwa Bundesjustizministerin Katarina Barley dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die SPD-Politikerin sprach sich für eine weitgehende Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz aus. Bundesinnenminister Horst Seehofer erklärte, die Voraussetzungen für eine Beobachtung der Partei „als Ganzes“ durch den Verfassungsschutz lägen derzeit nicht vor.
Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht die Frage einer AfD-Beobachtung durch den Verfassungsschutz nicht in der Verantwortung der Politik. Die Verfassungsschutzbehörden in Bund und Ländern beobachteten die Lage und zögen Schlussfolgerungen. „Das sind also keine politischen Entscheidungen, sondern das sind Entscheidungen, die auf Tatsachen beruhen“, sagte sie in Meseberg nördlich von Berlin. Mit Blick auf die AfD sagte sie, aus einigen Ländern sei zu hören gewesen, dass es Beobachtungspunkte gebe. „So wird das auch auf der Bundesebene gehandhabt.“ Vizekanzler Olaf Scholz von der SPD stimmte Merkel zu, betonte aber auch, klar sei nach den jüngsten Anlässen, dass aller Anlass bestehe, neu hinzuschauen und nachzudenken.
„Das ist absurd“
Die AfD-Führung selbst bezeichnete es als unverständlich, dass Politiker anderer Bundestagsparteien die Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz fordern. „Das ist absurd, denn wir sind eine demokratische Partei, die für einen starken Rechtsstaat eintritt“, heißt es in einer Stellungnahme von fünf AfD-Spitzenpolitikern, die zu Wochenbeginn veröffentlicht wurde. Unterzeichnet ist die Erklärung unter anderem von den beiden Parteivorsitzenden Alexander Gauland und Jörg Meuthen.
Die beiden Spitzenpolitiker der AfD hatten am Wochenende nicht an einer umstrittenen Veranstaltung der AfD in Chemnitz teilgenommen, bei der im Rahmen eines Gedenkmarsches an die Tötung eines 35-jährigen Deutschen mit kubanischen Wurzeln mutmaßlich durch zwei junge Männer aus Syrien und dem Irak erinnert werden sollte. Die Parteispitze erklärte, bei den AfD-Veranstaltungen in der sächsischen Stadt habe es keine Gewalt gegeben.
Die Polizei vor Ort sprach dagegen von 18 Verletzten. Die „übergroße Mehrzahl der Teilnehmer“ habe friedlich von ihrem Grundrecht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit Gebrauch gemacht, lautete die Bilanz von Sachsens Innenminister Wöller. Um die rund 11.000 Anhänger der rechten Szene und Gegendemonstranten auseinanderzuhalten, sei allerdings ein erhebliches Polizeiaufgebot erforderlich gewesen. Aus dem ganzen Bundesgebiet waren demnach auch Teilnehmer in „unfriedlicher Absicht“ angereist, wie Wöller betonte.
Vor diesem Hintergrund sprachen sich Politiker wie Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann oder CDU-Parteivize Thomas Strobl dafür aus, eine mögliche Kooperation zwischen der AfD und Rechtsradikalen vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. „Die Flüchtlingsfrage spaltet die Gesellschaft, und die AfD reitet immer radikaler auf dieser Welle“, sagte SPD-Politiker Oppermann. „Deshalb muss der Verfassungsschutz das arbeitsteilige Zusammenwirken von AfD und Neonazis sehr genau beobachten.“
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Stuttgart – Im Jugendhilfeausschuss hat am Montag Willi Pietsch, zuständig für gewaltspezifische Jugendkriminalität beim Polizeipräsidium Stuttgart, die Ergebnisse der Alkohol-Testkäufe vorgestellt. Seit April 2010 dürfen Behörden mit Segen des Landessozialministeriums Testkäufer einsetzen, um Verstöße gegen das Alkoholverkaufsverbot aufzuspüren.
Die Zahlen, die belegen, dass Verkäufer und der Ladenbetreiber häufig gegen diese Regel verstoßen, waren bereits durch die Medien bekanntgeworden. Jetzt fordert der Jugendhilfeausschuss Konsequenzen.
Da bei den Testkäufen auf dem Cannstatter Volksfest das Jugendschutzgesetz zu 100 Prozent nicht eingehalten wurde und die Stadt durch die Vermietung der städtischen Wasenfläche Verantwortung und Einfluss auf das dortige Geschehen hat, sieht man dringenden Handlungsbedarf.
Einstimmig wurde ein Antrag beschlossen, den der Jugendhilfeausschuss an das Referat Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen (WFB) weiterreichen wird, das für das Volksfest verantwortlich zeichnet. Darin wird der WFB aufgefordert, die Beschicker des Frühlingsfests schriftlich darauf aufmerksam zu machen, dass sie das Jugendschutzgesetz einzuhalten haben. Zudem soll der WFB prüfen, ob ein Verstoß dagegen vergaberechtliche Konsequenzen für die Beschicker haben könnte. „Wir müssen schärfer werden“, forderte der SPD-Stadtrat Andreas Reißig.
Von August bis Oktober 2010 waren in der Landeshauptstadt die sogenannten jugendlichen Lockvögel unterwegs, die in Begleitung von Polizei und Ordnungsamt das Cannstatter Volksfest überprüft haben. Fünf Festzelte und vier Außenbetriebe wurden an einem Tag aufgesucht – und in allen Fällen kamen 17-Jährige problemlos auch an hochprozentigen Alkohol. Bei den 18 überprüften Supermärkten, Tankstellen und Kiosken im Stadtgebiet liegt die Quote der Beanstandungen bei 44,4 Prozent. Zusammen mit den Zahlen vom Volksfest liegen die Testergebnisse in Stuttgart also bei 61 Prozent – und sind somit deutlich schlechter als die in anderen Landkreisen.
Willi Pietsch vom Polizeipräsidium Stuttgart betont, dass die Polizei zusammen mit dem Ordnungsamt und der Gewerbebehörde auch weiterhin Testkäufe machen werde. Er ging dabei auf den Vorschlag aus dem Jugendhilfeausschuss ein, dass es sinnvoll sei, nicht nur – wie bisher – bereits auffällig gewordene Geschäfte aufzusuchen. „Wir werden bei der nächsten Runde auch alle anderen Geschäfte in Betracht ziehen“, sagt Pietsch.
Auch wolle man den Läden am Wochenende und zu Stoßzeiten einen Lockvogel-Besuch abstatten – bisher fanden die Testkäufe nur von Montag bis Mittwoch und zwischen 16 und 20 Uhr statt.
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Freiheit, du kannst kommen! Dieses Gefühl der Unabhängigkeit ersehnen Jugendliche am meisten, wenn ihr 18. Geburtstag naht. Doch die vermeintlich „große Freiheit“ ist auch mit Verpflichtungen verbunden. Wir erklären, was sich nach dem 18. Geburtstag ändert und was auch die Eltern volljähriger Kinder wissen sollten.
Mit der Volljährigkeit, so der § 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches, verlassen Jugendliche den geschützten Raum der Kindheit und werden von einem Tag auf den anderen in die Welt der Erwachsenen katapultiert. Der einstige Teenager ist nun für sein Handeln voll verantwortlich, denn die Eltern sind nicht mehr länger die gesetzlichen Vertreter. Alle rechtlichen Beschränkungen, die für Minderjährige gegolten haben, entfallen jetzt. Dies hat in vielerlei Hinsicht Konsequenzen und birgt auch Risiken.
18 ist für Stella eine magische Zahl. Bald wird die 17-jährige Gymnasiastin volljährig und sie fiebert auf diesen Tag hin. Mit Freunden plant sie ein rauschendes Fest, um den Abschied von der Kindheit gebührend zu feiern. „Das wird cool, schwärmt Stella, endlich kann ich ausgehen, solange ich will, muss nicht mehr fragen und auch bei den Türstehern vor den angesagten Clubs muss ich nicht mehr bangen, ob sie mich nach meinem Perso fragen. Und ich kann endlich ohne einen Aufpasser auf dem Beifahrersitz Auto fahren.“
Dass mit der Volljährigkeit vor allem rosige Zeiten anbrechen, ist für die meisten Jugendlichen selbstverständlich – Zweifel sind ausgeschlossen. Auch Stellas Klassenkamerad Jan blickt dem großen Tag mit freudiger Spannung entgegen: „Dann kann ich alles selbst bestimmen und muss mit meinen Eltern nicht mehr bei jedem kleinsten Anlass stundenlang rumdiskutieren. Und das Abgefahrenste ist: Ich kann jetzt endlich meine Klassenarbeiten selbst unterschreiben, genauso wie die Entschuldigungen.“
Offizielle Abnabelung von den Eltern
Bei den Eltern mit dem neu erworbenen Status „Erziehungsberechtigte a.D.“ wird die Volljährigkeit ihrer „flüggen Küken“ oftmals weniger euphorisch gesehen. Denn mit dieser aus rechtlicher Perspektive offiziellen Abnabelung nach 18 Jahren Kindheit geht bei Müttern und Vätern allzu oft auch ein Gefühl der Wehmut einher. Aber auch Ängste und Sorgen spielen eine große Rolle. Welche Eltern von erwachsenen Kindern erinnern sich nicht mehr an die unruhigen Nächte, wenn ihre Sprösslinge mit dem Familienauto unterwegs waren und Vater und Mutter erst entspannt einschlafen konnten, wenn sie am frühen Morgen das vertraute Geräusch des Hausschlüssels in der Tür hörten und sicher sein konnten, dass ihr erwachsener Nachwuchs wieder heil zuhause angekommen war.
Vom unmündigen Kind zum mündigen Bürger
Doch neben der „Lizenz zum unbegrenzten Nachtschwärmen“ ist mit dem Eintritt in das Erwachsenenleben auch Vieles verbunden, das weniger mit Gaudi und Freizeit zu tun hat. Volljährigkeit ist nämlich zu allererst eine Veränderung des rechtlichen Status: vom unmündigen Kind zum mündigen Bürger, der für sein Handeln selbst verantwortlich ist und dafür auch haftet. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig zu informieren. Diese wichtigen Neuerungen sollten nicht nur Jugendliche vor ihrem 18. Geburtstag kennen, sondern auch ihre Eltern.
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Wohlfühloase StuttgartJugendliche leben gerne hier
Stuttgart – Jung, lebenswert, liebenswert: Mit diesen Schlagworten können die Marketing-Strategen der Stadt werben. 86 Prozent der Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 21 leben gerne in Stuttgart. Aus dem Blickwinkel dieser großen Mehrheit einer Umfrage bietet die Stadt insgesamt eine hohe Lebensqualität und gute Zukunftschancen.
Was macht den Wert einer Stadt aus? Die Frage stellen immer wieder hochmögende Menschen: Städteplaner, Architekten, Politiker. Auch die Stadt Stuttgart beschäftigt sich natürlich damit – und befragt dazu alle zwei Jahre regelmäßig ihre volljährigen Bürger. Das ist nicht gerade neu und wird keinen besonders überraschen. Ganz neu ist dagegen der Ansatz, mehr über die Lebenswirklichkeit und die Wünsche von Jugendlichen wissen zu wollen. Mit großer Neugierde forschte die Stadt jetzt bei Bürgern im Alter zwischen 15 und 21 Jahren nach deren Ansichten zum Thema Lebensqualität in Stuttgart. Und die Ergebnisse einer Internet-Umfrage unter 4391 Jugendlichen überraschen Bürgermeister Martin Schairer. Denn sie zeigen auch, dass das herrschende Verständnis oder gar Vorurteile über diese Generation entweder falsch oder überholt sind. „Das ist sehr bemerkenswert“, sagte Schairer und schürzte die Lippen, „die Jugend ist doch nicht so schlecht, wie man sie immer macht.“
Es wird schnell klar, an welche Klischees Schairer denkt. Die Liste der Etiketten, die man Jugendlichen gerne anhaftet, ist ebenso lang wie breit gefächert: Null-Bock-Generation, Spaßgesellschaft, Ich-AGs oder gewinnorientierte Start-up-Gesellschaft. All das wird von einer einzigen Zahl widerlegt: 77 Prozent der Jugendlichen zwischen 15 und 21 Jahren sind in einem Verein, einem Jugendverband, einer Initiative oder einem Projekt aktiv.
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