Kategorie -Jugendliche

Der Tag: Jugendlicher sprengt sich in russischer Schule in die Luft

In Russland hat sich ein Jugendlicher in einer Schule in die Luft gesprengt. Nach Angaben des russischen Innenministeriums wurden bei dem Vorfall am Montagmorgen an einer orthodoxen Schule in Serpuchow südlich von Moskau der Täter und mindestens ein weiterer Jugendlicher verletzt. Bei dem Täter handelte es sich den Angaben zufolge um einen 18-jährigen ehemaligen Schüler des zu einem Kloster gehörenden Gymnasiums.

Polizisten hätten die Lehrer und Schüler in Sicherheit gebracht, teilte das Ministerium weiter mit. Russische Nachrichtenagenturen berichteten unter Berufung auf Polizeikreise von mehr als sieben Verletzten.

In diesem Jahr gab es in Russland bereits einen Schusswaffenangriff in einer Schule und einen weiteren in einer Universität. Russlands Präsident Wladimir Putin ordnete mit Blick auf derartige gewalttätige Vorfälle eine Verschärfung der Waffengesetze an.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

Radtour durch Südamerika


Sonniges Wetter. Keine einzige Wolke in Sicht. Der 34-jährige, dunkelblonde Florian Weich ist nach einer langen Fahrt auf der Carretera Austral, einer bekannten Straße in Chile, an ihrem Ende angekommen. Umgeben von einem einzigen Dorf, einem großen See, Gletschern und einer zerklüfteten Landschaft, geht es nur noch für Fahrradfahrer und Rucksackreisende weiter mit einem Boot und anschließendem Trampelpfad nach El Chaltén in Argentinien. Auf dem Weg will der aufgeweckte Abenteurer mit einem amerikanischen Fahrradfahrer, den er an diesem Tag getroffen hat, den Monte Fitz Roy besichtigen. „Wir sind lange durch einen Wald gefahren und haben uns immer wieder gefragt: ‚Wo ist denn dieser Berg jetzt?‘“, erinnert sich der 1,70 Meter große, sportliche Weich lächelnd. Doch irgendwann geht der Wald auf, und der Weg macht einen Knick. „Dann sehen wir auf einmal diesen Berg, schauen uns beide an und sagen lachend: ‚Jetzt wissen wir, welcher der Berg ist.‘“ Vor ihnen liegt ein beeindruckender Berg mit einer hohen Steinspitze, der sich in dem davor gelegenen See spiegelt. „Das war einer der schönsten Momente meiner Reise.“

„Man kommt mit einer Sprache durch“

Ende November 2018 geht die Reise in Santiago de Chile, der Hauptstadt von Chile, los. Warum die Fahrradtour in Südamerika stattfindet, erklärt der bei iC-Haus angestellte Mechatronik-Ingenieur damit, dass zwei von seinen Onkeln mit Frauen aus Peru verheiratet sind, deren Familie er als Endziel der Reise besuchen möchte. „Südamerika war mir davon abgesehen irgendwie immer im Hinterkopf“, gibt Weich zu, „außerdem kommt man dort auch mit einer Sprache durch, wenn man Spanisch spricht, und kann mit den Leuten reden.“ Ein Jahr zuvor war er vier Wochen lang durch Vietnam Fahrrad gefahren: „Dort konnte man nur mit Händen und Füßen reden.“ Wie viele Kilometer er insgesamt gefahren ist, weiß er nicht genau, er schätzt um die 15 000 Kilometer. „Auf dem Fahrrad macht es sehr viel Unterschied, auf welcher Oberfläche man fährt oder auch bei welchem Gefälle“, erklärt er und betont: „Für mich sind die Kilometer nicht das Wichtigste.“

Von dem Startpunkt in Chile aus geht die Fahrradtour Richtung Süden bis nach Ushuaia, der „südlichsten Stadt der Welt“ in Argentinien. Diese Stadt ist für viele Radfahrer ein großes Ziel. Dort ist er im April angekommen. „Ende April ist dort etwa Ende Herbst, es war also sehr kalt. Da hatte ich keine Lust mehr zurückzufahren und wollte es wärmer haben“, scherzt er. Deshalb ging die Fahrradtour nach einem Flug in den warmen Norden nach Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens, weiter. Von dort aus ist Weich über Uruguay, durch einen Teil Brasiliens, Paraguay, wieder ein Stück Argentinien und Bolivien schließlich zu seinem Endziel Lima, der Hauptstadt Perus, gelangt. Mitte Oktober 2019 ging sein Flug zurück nach Deutschland.

Sie können mehr von den nachrichten auf lesen quelle

Der Tag: Jugendlicher in München getötet – Fahndung nach zwei Teenagern

In München ist ein 17-Jähriger nach einer Auseinandersetzung gestorben. Wie die Polizei mitteilte, war es nach bisherigen Erkenntnissen am Freitagabend im Stadtteil Haidhausen in einem Hinterhof zu einem Handgemenge zwischen dem 17-Jährigen und seinen beiden Begleitern mit zwei Unbekannten gekommen, die sich nach dem Streit fluchtartig entfernten.

Der 17-Jährige brach kurz darauf blutend zusammen und wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er im Laufe der frühen Morgenstunden seinen Verletzungen erlag.

Nach Angaben der Polizei konnte eine ebenfalls 17-jährige Begleiterin des Verstorbenen einen spitzen Gegenstand in der Hand von einem der beiden Unbekannten erkennen. Die Polizei fahndet nun nach zwei 16- bis 17-jährigen Tatverdächtigen.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

„Mein Kind ist weg“


Ein kalter Sonntagnachmittag. Es ist Ende April, mitten im Lockdown. Die Grenzen sind geschlossen. Auch meine ungarische Oma in Budapest kann ich derzeit nicht besuchen. Wir versuchen diese endlos langen Tage mit Skype Calls zu überbrücken. So kommt es immer häufiger vor, dass meine Großmutter in die Vergangenheit schweift und uns Geschichten von früher erzählt. Besonders viel sprechen wir über meine erst kürzlich verstorbene Urgroßmutter. Dédi nannten wir sie, eine ungarische Abkürzung für Uroma. „Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht an sie denke“, gesteht meine Oma. Auch ich bin in Gedanken viel bei meiner Urgroßmutter, sehe sie noch vor mir stehen, habe ihr duftendes Parfum in der Nase.

Besonders über Dédis Vergangenheit denke ich oft nach, auch wenn sie kaum über die Zeit im Krieg gesprochen hat. Immer wieder erinnert mich meine Oma an die Kassetten. Als Dédi noch lebte, war ich zu jung, um über ihre Zeit während des Nationalsozialismus zu sprechen. Also beschloss sie eines Tages, all das, was sie erlebt hatte, auf ein Tonband zu sprechen. Das sind die Kassetten, über die meine Oma immer spricht. „Sobald dieser Wahnsinn ein Ende hat, kommst du nach Budapest“, stellt sie klar. „Die Geschichte wartet hier auf dich, in einem alten Umschlag, sicher aufbewahrt und versiegelt.“

„Ja, du bist jüdisch“

Meine ungarische Urgroßmutter war Jüdin, im Zweiten Weltkrieg wurde sie von den Nazis verfolgt und in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Schon immer hat mich ihre nicht in Worte zu fassende, grausame Vergangenheit brennend interessiert. Doch erst jetzt verspüre ich einen richtigen Drang, mehr zu erfahren. An jenem regnerischen Sonntagnachmittag erzählt mir meine Oma von ihren jüdischen Wurzeln und wie sie christlich getauft wurde, um der Verfolgung zu entkommen. Trotz allem ist sie, nach jüdischem Gesetz, der Halacha, unverändert eine gebürtige Jüdin. „Was hat das zu bedeuten? Bin ich dann streng genommen auch jüdisch?“, platzt es aus mir heraus. „Der jüdische Glaube besagt, dass das Judentum immer mütterlicherseits weitergegeben wird. Ja, du bist jüdisch.“ Mir verschlägt es die Sprache. Auf einmal öffnen sich vor mir die Tore einer völlig neuen Kultur, ich tauche in eine Welt, von der ich bisher kaum etwas wusste. Was ist Judentum? Koscher, was heißt das eigentlich? Judentum damals und heute, hat sich da was geändert? „Was bedeutet Judentum eigentlich für dich?“, möchte ich von meiner Großmutter wissen. „Für mich ist Judentum gemeinsames Schicksal. Was wir zusammen erlebt haben, durchgemacht haben, diese Verbundenheit spielt für mich persönlich die zentrale Rolle im Judentum. Unsere gemeinsame Vergangenheit und die gegenseitige Empathie sind das, was uns alle vereint.“

„Oft müssen wir uns rechtfertigen“

Auch von dem ungarischen Universitätsprofessor und strenggläubigen Juden Gábor Balázs möchte ich wissen, was er mit jüdischem Leben verbindet. „Judentum ist für mich so vieles zusammen: Nicht nur der Glaube ist im Vordergrund, sondern auch Kultur, Gemeinschaft, Gefühle, Tradition und ganz besonders Familie. Wichtig ist: Wir Juden haben nicht alle dieselbe Batterie! Nur weil wir einer Religion angehören, heißt das nicht, dass wir alle aus demselben Holz geschnitten sind. Oft müssen wir uns rechtfertigen, den Fragen stellen: Wer bist du? Welcher Nationalität gehörst du an? Warum sollte dies bei uns eine andere Rolle spielen als bei Christen, Muslimen oder Buddhisten? Wir sind so wie alle anderen auf dieser Welt auch – einfach nur Menschen. Menschen mit verschiedenen Prioritäten und Hintergründen, es gibt arme Juden, es gibt reiche Juden, jeder hat seine individuelle Geschichte, jeder hat seine individuelle Persönlichkeit.“

Sie können mehr von den nachrichten auf lesen quelle

„Smokefree 2025 Action Plan“: Neuseeland will Zigaretten verbieten

Eine Zigarette nach dem Essen oder zum Kaffee – damit soll in Neuseeland bis 2025 Schluss sein. Jugendliche, die bei Inkrafttreten des Gesetzes jünger als 14 Jahre alt sind, sollen somit niemals legal Tabakprodukte kaufen können. Kritiker warnen jedoch, dass das den Schwarzmarkthandel anheizen werde.

Neuseeland will zu einem rauchfreien Land werden und den Verkauf von Zigaretten an zukünftige Generationen verbieten. Jugendliche, die bei Inkrafttreten eines entsprechenden Gesetzes mit dem Namen „Smokefree 2025 Action Plan“ jünger als 14 Jahre seien, könnten in dem Pazifikstaat niemals legal Tabakprodukte kaufen, sagte die stellvertretende Gesundheitsministerin Ayesha Verrall. Die neuen Regeln sollen voraussichtlich ab Ende kommenden Jahres gelten, berichtete die Zeitung „New Zealand Herald“.

„Wir wollen sicherstellen, dass junge Leute nie mit dem Rauchen anfangen, also machen wir es strafbar, rauchbare Tabakprodukte an Jugendliche zu verkaufen“, sagte Verrall. Dem Plan zufolge können Raucher dann auch nur noch Tabakwaren mit sehr niedrigem Nikotingehalt kaufen. Zudem sollen immer weniger Geschäfte die Erlaubnis erhalten, Tabakwaren anzubieten.

„Dies ist ein historischer Tag für die Gesundheit unseres Volkes“, betonte Verrall. Rauchen sei die häufigste vermeidbare Todesursache in Neuseeland, so die Politikerin. Die durch das Rauchen verursachten Schäden seien besonders bei den Maori (den Ureinwohnern des Landes) und in Gemeinden mit niedrigem Einkommen spürbar.

Verrall kündigte auch Maßnahmen an, um Rauchern bei der Entwöhnung zu helfen. „Wenn wir verhindern, dass Menschen mit dem Rauchen anfangen, und denen, die rauchen, beim Aufhören helfen, decken wir beide Enden des Spektrums ab“, sagte sie. Kritiker warnten aber bereits, dass ein Verbot den illegalen Handel auf dem Schwarzmarkt anheizen werde.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

Es macht mir Angst


Erinnerungen jüdischer Familien hat die ehemalige Klasse 8b des Goethe-Gymnasiums Bad Ems in Form von fiktiven Tagebucheintragungen verfasst. Grundlage dafür sind wahre Begebenheiten, die sie mit ihrer Lehrerin Elisabeth Knopp recherchiert haben. Dafür wurde die Klasse mit dem ersten Preis des Rolf-Joseph-Preises ausgezeichnet. Wir dokumentieren die Arbeit in Auszügen.

Henriette Fürth, Gießen, 1877

Liebes Tagebuch! Ich habe es geschafft! Nachdem ich mit fünfeinhalb Jahren die Höhere Mädchenschule besucht und gut gelernt habe, habe ich meinen Schulabschluss geschafft. Ich bin sehr stolz und froh. Doch was jetzt? Ich habe wirklich viele Ideen, doch ich muss mich einschränken, da ich als jüdisches Mädchen leider nicht so viele Möglichkeiten habe. Ich will mich unbedingt gegen die Benachteiligung von Mädchen, Frauen, Juden und Arbeitern einsetzen. Ein weiterer Traum von mir wäre es, Armen zu helfen. Ich freue mich schon sehr auf meine Zukunft. Deine Henriette

Frankfurt am Main, 1899

Ach, liebes Tagebuch, manchmal weiß ich nicht, wie ich alles schaffen soll. Aber ich finde es gut, dass ich durch meinen Einsatz für Frauenrechte etwas bewirken kann. Ich hoffe auch, dass meine Kinder später diese Veränderungen erleben dürfen, vor allem meine Töchter. Das würde mich sehr glücklich machen. Henriette

Frankfurt am Main, 1915

Liebes Tagebuch, es ist zwar ziemlich anstrengend, den ganzen Tag in der Armenküche zu arbeiten, aber man fühlt sich dennoch sehr gut, da man den Menschen in Not helfen kann. Ich frage mich, wann der Krieg aufhören wird, denn so will ich einfach nicht mehr weiterleben! Deine Henriette

Frankfurt am Main, 1915

Liebes Tagebuch! In der Armenküche war heute irgendwie vieles anders als sonst. Während wir das Essen ausgaben, hörte ich ein Rumpeln in der Küche. Als ich nachschaute, sah ich einen kleinen, viel zu dünnen Jungen, der etwas für seine Familie zum Essen stehlen wollte. Ich erwischte ihn eben noch am Kragen und fragte ihn, warum er nicht mit seiner Familie nach vorne zur Ausgabe komme und sie sich etwas von der dampfenden Suppe aus dem großen Kessel geben lasse. Da meinte er, dass sich seine Familie schäme, da sie nichts hätten, um satt zu werden. Sein Vater sei schon so lange arbeitslos und finde keine neue Arbeit. Also gab ich ihm etwas Brot und zwei Kohlrüben mit. Vielen ist nur noch ihr Stolz geblieben – und sie haben Angst, diesen zu verlieren, wenn sie um ein kostenloses Essen bitten müssen. Deine Henriette

Frankfurt am Main, 1919

Liebes Tagebuch! Jetzt bin ich auch noch zur Stadtverordneten gewählt worden. Morgen muss ich schon wieder eine Rede auf einer Veranstaltung halten, aber im Haushalt muss auch alles funktionieren! Deine Henriette

Frankfurt am Main, 1933

Liebes Tagebuch! Heute ist etwas unglaublich Schlimmes passiert. Ich wurde aus all meinen Ämtern entlassen. Ich habe so viel erreicht. Ich bin vor zwei Jahren für mein Engagement ausgezeichnet worden und das soll jetzt alles Geschichte sein? Wie oft habe ich mich für Frauen und Juden eingesetzt, damit endlich für alle Gerechtigkeit herrscht? Und jetzt habe ich Berufsverbot! Nur weil ich Jüdin bin. Ich hoffe, es nimmt ganz bald wieder ein Ende. Wie mag es in Ems gehen? Henriette

Frau Rosenbaum, Bad Ems, April 1933

Liebes Tagebuch! Ich habe schon wieder eine neue Schmiererei an der Hauswand entdeckt. Schrecklich, so etwas. Ich kann es einfach nicht begreifen. Mein Mann hat für Deutschland im Krieg sein Leben gelassen, und so danken sie es uns. Heute hatte ich mir überlegt, dass ich zum Gedenken an ihn sein Bild ins Schaufenster stelle: das große, auf welchem er die Uniform anhat. Ich versah es mit einer Trauerschleife und stellte ein Schild davor: „Gefallen für Deutschland 1915“. Nach 20 Minuten kamen zwei SA-Männer in das Geschäft gestürmt und schrien mich an. Vor der Ladentür haben sie dann Posten bezogen. Ich kann das alles immer noch nicht ganz glauben.

Sie können mehr von den nachrichten auf lesen quelle

Corona-Proteste in Brüssel: Polizei setzt Wasserwerfer und Tränengas ein

Bei einem Protest gegen Corona-Maßnahmen in Brüssel werfen Jugendliche mit Feuerwerkskörpern nach Sicherheitskräften. Kurz darauf setzt die Polizei Wasserwerfer und Tränengas gegen die Demonstrierenden ein. In Belgien kam es schon vor zwei Wochen auf einem ähnlichen Protest zu Straßenschlachten.

Bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Belgien hat die Polizei Wasserwerfer und Tränengas gegen Protestierende eingesetzt. Eine Gruppe von Jugendlichen habe zuvor Sicherheitskräfte mit Wurfgeschossen und Feuerwerkskörpern angegriffen, berichtet die Nachrichtenagentur Belga.

Einer ersten Schätzung der Polizei zufolge beteiligten sich rund 8000 Menschen an dem Marsch durch Brüssel. Am Nachmittag riefen die Einsatzkräfte auf Twitter dazu auf, die Demonstration aufzulösen, und kündigten die Festnahme der Störer an. Auf Belga war zu sehen, wie Polizei mit Stacheldraht-Barrieren und Kampfmontur das Demogeschehen begleitete.

Der Demonstrationszug verlief zunächst friedlich. Die Teilnehmer hielten Schilder hoch mit Aufschriften wie „Impfung – nein, danke“. Eine Gruppe Frauen skandierte „Keine Impfung für unsere Kinder“. Später wurden einige Demonstranten gewalttätig, während ihrer Angriffe auf Polizisten riefen sie immer wieder „Freiheit, Freiheit“. Bei den Auseinandersetzungen wurden nach Angaben aus Polizeikreisen vier Demonstranten und zwei Polizisten verletzt. Rund 20 Menschen seien festgenommen worden.

Vor rund zwei Wochen war es bei einem ähnlichen Protest mit rund 35.000 Teilnehmern zu schweren Ausschreitungen und Straßenschlachten gekommen. Auf Pappplakaten hielten die Demonstrierenden Parolen wie „Stop Vax“ (Stoppt Impfungen) und „Vrijheid“ (Freiheit) in die Luft. Ein großes Transparent zeigte einen gelben Stern mit der Aufschrift „Sans Vaccin“ (Ungeimpft). Ein solcher gelber Stern war Juden von den Nationalsozialisten als Kennzeichnung aufgezwungen worden.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart will junges Publikum anziehen

Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart will junges Publikum anziehen

Wenn Hugo Wolf drauf steht, muss auch Hugo Wolf drinnen sein“, betont Cornelia Weidner, seit 2009 die Intendantin der internationalen Hugo-Wolf-Akademie, IHWA, in Stuttgart. Von der Ausbildung her ist sie Germanistin, worin sie über einen Doktortitel verfügt, und Musikwissenschaftlerin. „Ich hatte zunächst in Hamburg Germanistik und historische Musikwissenschaften studiert, wobei das Ziel eigentlich das Theater war. Ich bin dann aber tatsächlich beim Konzert gelandet und habe das nie bereut“, sagt die braunhaarige 47-Jährige im Videogespräch. Vorher arbeitete sie unter anderem als Regieassistentin bei der Oper Stuttgart und als Projektleiterin für die Ludwigsburger Schlossfestspiele. Die IHWA ist ein Verein, der größtenteils rund um das Schaffen Hugo Wolfs Konzerte und alle zwei Jahre einen internationalen Wettbewerb veranstaltet, wobei das Hauptaugenmerk auf der Form des Kunstliedes liegt. Zurzeit hat er rund 600 Mitglieder. Hugo Wolf lebte von 1860 bis 1903 und wirkte hauptsächlich in Wien. „Hugo Wolf hatte hier in Stuttgart einen großen Freundeskreis, der ihn finanziell unterstützte, da ihm selbst die Mittel fehlten. Dieser Freundeskreis sorgte unter anderem dafür, dass damals regelmäßig Konzerte mit Werken Hugo Wolfs aufgeführt wurden, ihm des Weiteren sogar eine Wohnung in Wien finanziert wurde. Darauf berief man sich bei der Wiedergründung des Vereins nach dem Zweiten Weltkrieg“, sagt Weidner.

Zum Beispiel Brechts Alabama-Song

Das Werk Hugo Wolfs besteht zum größten Teil aus Kunstliedern, von denen er insgesamt über 300 komponierte. Kunstlieder werden generell auf Lyrik, zum Beispiel von Eichendorff, Goethe und Kerner, komponiert und unterscheiden sich folglich mit dem Aufführungsrahmen in Form eines Liederabends stark von Arie oder Theaterlied wie zum Beispiel Brechts Alabama-Song. „Die Hugo-Wolf-Akademie konzentriert sich auf Hugo Wolf, aber übergeordnet auf das Kunstlied im Allgemeinen, auch von anderen Komponisten, weil es das Kunstlied heutzutage sehr schwer hat im Konzertleben, da es eine kleine Form ist. Damit kann man keine großen Säle füllen, und wir können uns darauf überhaupt nur konzentrieren, da wir öffentlich gefördert sind“, erläutert Weidner. Dabei werde ebenso anderssprachigen Kunstliedern, zum Beispiel aus Frankreich oder Großbritannien, eine Bühne geboten, da diesen anderswo kaum Aufmerksamkeit zuteil werde. „Die französischen und englischen Repertoires sind dabei am stärksten vertreten und auch am bekanntesten. Auch im slawischen Bereich gibt es einen reichen Liedschatz, der jedoch seltener zum Vorschein kommt, da es oft schwierig ist, Sänger zu finden, die diese Lieder rein sprachlich richtig gestalten können.“

Die IHWA veranstaltet grundsätzlich Konzerte im Großraum Stuttgart, wobei bei der Auswahl der Sänger nicht nur auf die bekannten Namen gesetzt wird, sondern genauso die Förderung junger Talente großgeschrieben wird. „Der musikalische Nachwuchs ist uns sehr wichtig, wir versuchen immer, diesem neben den bekannten Sängern im Liedbereich eine Bühne zu bieten. Es soll möglichst eine Mischung daraus sein“, erklärt Weidner. Vor allem den Preisträgern des vereinseigenen internationalen Wettbewerbs für Liedkunst wird eine Auftrittsmöglichkeit geboten.

Nicht nur Weltstars begeistern

Selbstverständlich spielen Weltstars wie Christian Gerhaher eine Rolle und begeistern ein breites Publikum. „Bei den Stars sind die Terminkalender natürlich sehr eng getaktet, weswegen die Auftritte langfristig geplant werden müssen.“ Die IHWA ist finanziell für dieses Konzertangebot in der Lage, da sie öffentlich von der Stadt Stuttgart, vom Land Baden-Württemberg, der Berthold Leibinger Stiftung, der Wilfried und Martha Ensinger Stiftung und weiteren privaten Stiftungen finanzielle Mittel erhält. „Ich sehe dadurch eine Verpflichtung, nicht nur auf die Stars und die großen Namen zu setzen, sondern das Geld auch an die Künstler weiterzugeben, die sonst anderswo geringere Chancen haben, denn nur so können sich deren Karrieren weiterentwickeln“, betont Cornelia Weidner. Dahinter steckt auch der Gedanke, begabte Künstler gewissermaßen an sich zu binden, wovon langfristig beide Parteien profitieren können.

Sie können mehr von den nachrichten auf lesen quelle

Wegen Verstoß gegen Jugendschutz: Mehreren Porno-Portalen droht Abschaltung

Die Eilanträge der zypriotischen Gesellschaften gegen die Vorgaben der LfM zum Jugendschutz lehnte das Gericht ab. Der deutsche Jugendmedienschutz sei anwendbar, auch wenn die Internetseiten vom EU-Ausland aus betrieben würden.

„Ernste und schwerwiegende Gefahr für Kinder“

Das Verfahren verstoße weder gegen nationales Verfassungsrecht noch gegen Völkerrecht oder das Recht der Europäischen Union, befanden die Düsseldorfer Richter. Der EU-Mitgliedstaat Zypern sei von den deutschen Behörden auch hinreichend in die Maßnahmen eingebunden gewesen.

Die Anbieter könnten sich auch nicht auf das sogenannte Herkunftslandprinzip berufen, wonach für Internetanbieter nur die Regeln des Herkunftslandes gelten. Der strenge deutsche Jugendmedienschutz müsse Anwendung finden, weil Kindern und Jugendlichen ernste und schwerwiegende Gefahren durch freien Zugang zu pornografischen Internetseiten drohe.

Studien hätten gezeigt, dass etwa die Hälfte der befragten Kinder und Jugendlichen schon frei zugängliche Pornografie im Internet konsumiert habe. Die Anbieter müssten sicherstellen, dass nur Erwachsene Zugang zu solchen Inhalten erhielten. Gegen die insgesamt drei Beschlüsse kann Beschwerde eingelegt werden, über die das Oberverwaltungsgericht (OVG) für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster entscheidet. Eine Sprecherin des OVG sagte auf Anfrage, die Beschwerdemöglichkeit habe keine aufschiebende Wirkung.

Deutliche Unterschiede zwischen TV und Netz

Dass auch Kinder im Netz harte Pornografie konsumieren können, ist Medienaufsehern in Deutschland schon lange ein Dorn im Auge. Medienaufseher und LfM-Chef Schmid will die reichweitenstärksten Porno-Portale dazu zwingen, in ihren deutschsprachigen Angeboten eine wirksame Altersbeschränkung einzuführen. „Wenn wir einerseits im Fernsehen jeden Trailer kontrollieren, Kinder im Netz aber ungefiltert mit abnormalen Sexualpraktiken konfrontieren, können wir es auch sein lassen.“

Die Porno-Riesen auf Zypern konnten sich allerdings bislang auf das mangelnde zypriotische Interesse an der Durchsetzung deutschen Jugendschutzes verlassen. Deswegen wollen die Medienaufseher über die Infrastruktur-Anbieter in Deutschland erreichen, dass rechtswidrige Inhalte gesperrt werden.

Die Uneinsichtigkeit der Branche gegenüber den bisherigen Aufforderungen und Appellen der Medienwächter hat einen triftigen Grund: Weil Pornokonsum noch immer tabu behaftet ist, schrecken viele Nutzer davor zurück, für eine Altersüberprüfung ihre Identität preiszugeben. Es droht ein massiver Reichweiteneinbruch.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

Mukhtar auf MVP- und Titelkurs: Dieser Mann trotzt sogar Tornados

In seiner Jugend gilt er als „Wunderkind“, als eines der größten Talente Deutschlands: Hany Mukhtar verlässt jung Hertha BSC, wird zum Weltenbummler und begeistert nun die MLS in den USA. In Nashville wird ein komplettes Team um ihn gebaut – und schielt nun auf die Meisterschaft.

Ein Übersteiger. Und noch ein Übersteiger. Unwiderstehlich zieht Hany Mukhtar aus dem rechten Halbfeld in Richtung Strafraum. Fast schon andächtig begleitet ihn sein Gegenspieler nur. Auch den nächsten Abwehrrecken entkommt der Offensivkünstler mit der Nummer 10 auf dem Rücken mit flinken Schritten, während er in den Strafraum eindringt, überlegt mit links flach ins rechte Toreck abschließt – und zum Jubel vor den frenetisch feiernden Fans abdreht.

2:1 für Nashville SC gegen Orlando City. Major League Soccer. Qualifikationsspiel (das sogenannte play-in game) für die Playoffs. Das sind zunächst einmal Begriffe, die Fußballfans in Europa nicht sonderlich kratzen. Aber: Hier geht es um einen, der mal als eines der größten Talente Deutschlands galt. Als ein „Wunderkind“. 2014 schoss Mukhtar die deutsche U19-Nationalmannschaft zur Europameisterschaft, in einem Team mit Joshua Kimmich und Julian Brandt. Im Finale gegen Portugal erzielte er das entscheidende Tor, kickte anschließend auch für die U21-Nationalelf.

„Wir bauen ein komplettes Team um dich herum“

Nun, im Alter von 26 Jahren, spielt Mukhtar in den USA groß auf. So sehr, dass der Berliner ein heißer Kandidat auf die MVP-Trophäe der Liga ist für den wertvollsten Spieler. In 31 Saisonspielen überragte er mit 16 Toren und 12 Assists, als einer von fünf Kandidaten ist er für die Auszeichnung nominiert. Der Zehner, der nun oft als hängende Spitze agiert (ein Positionswechsel, dem er zunächst skeptisch gegenüberstand, der sich aber augenscheinlich auszahlte), hat in Nashville eine neue Heimat gefunden. Mal wieder. Nach seinem Abgang von Hertha BSC im Jahr 2014 (für 500.000 Euro zu Benfica Lissabon) wurde der damals 19-Jährige zu einem Weltenbummler. Über Red Bull Salzburg landete er bei Bröndby IF, wo er von 2016 bis 2019 seine beste Zeit erlebte. „Ich verdiene mit meinem Hobby Geld und darf so viele schöne Länder erleben“, freute sich Mukhtar mal im Interview mit „spox.com“. „Wer kann das schon von sich behaupten?“

Nun also Nashville. Anfang 2020 wechselte Mukhtar für gut zweieinhalb Millionen Euro aus Kopenhagen in das US-amerikanische Zentrum der Country-Musik im Bundesstaat Tennessee. Ein Abenteuer in vielerlei Hinsicht. „Es gibt hier häufiger Naturkatastrophen“, zeigte sich der Berliner in seiner Anfangszeit gegenüber „spox.com“ leicht schockiert. „Vor zwei Wochen wütete ein Tornado und zwei meiner Teamkollegen haben ihre Wohnung verloren.“ Mukhtar kam mit ordentlich Vorschusslorbeeren nach Nashville, als einer der wenigen Auserwählten darf er über der von der MLS festgelegten Gehaltsobergrenze verdienen. Klubeigner John Ingram ließ ihn sogar mit seinem Privatjet in die „Music City“ einfliegen.

Der US-amerikanische Geschäftsmann stampfte erst 2017 den Nashville SC aus dem Boden. 2020 folgte das erste MLS-Spiel. Mit dem Fokuspunkt Hany Mukhtar. „Was mir am meisten imponiert hat, war, dass der Verein gesagt hat: Wir bauen ein komplettes Team um dich herum“, schwärmte das ehemalige Hertha-Eigengewächs. „Das gibt es im heutigen Profifußball eigentlich nicht mehr.“ Nach einem verhaltenen Start (vier Tore und drei Vorlagen in 15 Partien) legte der 26-Jährige in dieser Spielzeit so richtig los und Nashville startete durch – durchaus mit Chancen auf die Meisterschaft.

Bundesliga-Rückkehr möglich

„In diesem Jahr schöpft er sein wahres Potenzial aus“, sagte Geschäftsführer Mike Jacobs gegenüber „mlssoccer.com“. „Er zeigt dem Rest der Liga, was wir in ihm gesehen haben, als er in Bröndby war.“ Auch sein Cheftrainer Gary Smith lobte den Aufstieg in dieser Saison: „Wen wir in diesem Jahr gesehen haben, ist jemand, der viel selbstbewusster, gefestigter und gelassener ist und sich in seiner Umgebung wohlfühlt. Nicht nur in der Stadt, in der er sich befindet, sondern auch in der Mannschaft, mit der er zusammen ist.“

Gegen Orlando City hatte Mukhtar schon den 1:1 Ausgleich erzielt. Wie immer jubelte er auch nach diesem Tor salutierend vor den Fans. Am Ende siegt sein Nashville SC mit 3:1. Für den Berliner fünfte Partie mit mindestens zwei Treffern in dieser Saison. Am Sonntag geht es im Conference-Halbfinale gegen Philadelphia in deren Sabaru Park. Wieder solche Wörter, die hierzulande wenig Emotionen auslösen mögen. Doch wenn Hany Mukhtar so weitermacht, werden einige Bundesligaklubs noch mal genauer hinschauen. Er selbst hat schon mal Interesse an einer Rückkehr bekundet.

Sie können mehr von den Nachrichten auf lesen quelle

background