Kategorie -Jugendliche

Ein Bonner Atelier schneidert für Let’s Dance

Ein Bonner Atelier schneidert für Let’s Dance

Bloß T-Shirts und Jeans zu schneidern – das hätte mich gelangweilt“, sagt Katia Convents. Die 56-Jährige besitzt ein Atelier in Bonn und entwirft Tanz-, Braut- und Abendmode sowie Haute Couture. Was damals im polnischen Olsztyn, ehemals Allenstein, klein anfing, ist mittlerweile hochangesehen: „Wir haben viele Stammkunden. Teilweise reisen sie aus ganz Europa an.“ Seit der ersten Staffel der TV-Sendung „Let’s Dance“ designt Convents die Kleider der prominenten Tänzer. In einem Nebenraum des Ateliers wird gerade fleißig an einem Outfit für Sängerin Maite Kelly gearbeitet. Auch private Kunden sind von den exklusiven Handanfertigungen begeistert. Der Designerin ist es wichtig, „dass die Kunden sich in ihren Kleidern wohl fühlen und glücklich sind“.

Und dabei noch gut aussehen

Mit 15 Jahren begann Katia Convents ihre Tanzsportkarriere und war mit ihrem Partner in den Disziplinen Standard, Latein und Zehn Tänze erfolgreich. Zusammen feierten sie Erfolge bei Europa- und Weltmeisterschaften. „Bereits als kleines Mädchen habe ich immer getanzt und war kreativ. Ich habe viel gehäkelt, gestrickt und gestickt. Schon damals mochte ich das Außergewöhnliche.“ Das spiegelt sich in ihrem Atelier wider, in den Regalen leuchten Muster und Farben, Puppen sind mit aufwendigen Kleidern eingekleidet. „Das Tanzen ist anders als viele andere Sportarten. Es geht nicht darum, eine bestimmte Anzahl von Übungen zu machen oder möglichst schnell zu sein. Es geht darum, der Musik und den Bewegungen, die man als Tänzer macht, Ausdruck zu verleihen und dabei auch noch gut auszusehen.“

Sie pendelte zwischen Gütersloh und Bonn

Schon früh hat Convents ihre Tanzkleider selbst genäht, was sich damals in ihrer Heimat nicht so einfach gestaltete: „Ich musste aus dem Nichts ein Kleid schaffen. Es gab nicht viele Stoffe oder Pailletten.“ Auf den Turnieren bekam sie immer viel Anerkennung für ihre Kleider und bald erste Aufträge. „Da ich als aktive Tänzerin nicht so viel Zeit hatte, benötigte ich schließlich Hilfe, um die Kleider anzufertigen“, sagt die studierte Lebensmitteltechnikerin. Eine Ausbildung im Bereich Mode hat sie nie gemacht. Nach ihrem Diplom zog sie nach Deutschland. „Alle guten Trainer und Tänzer kamen aus Westeuropa. Mein damaliger Tanzpartner wollte in Polen bleiben, aber ich wollte mich weiterentwickeln.“ So eröffnete sie 1983 ein Atelier in Gütersloh und 1997 eins in Bonn. Warum wählte sie diese Standorte? „Private Gründe.“ Bis 2002 pendelte sie zwischen den Ateliers, schneiderte dann nur noch in Bonn, um die Entwicklung aller Outfits persönlich begleiten zu können. „Das Pendeln hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen, und ich wusste nie genau, was die Näherinnen in dem anderen Atelier entwickelten.“

Mit zwei verschiedenen Schuhen

Die Zahl der Mitarbeiter schwankt. Wenn eine Staffel von Let’s Dance im vollen Gange ist, „arbeitet das Team gefühlt Tag und Nacht an den Kleidern“, die innerhalb einer Woche für die nächste Sendung fertig sein müssen. „Es macht mir so viel Spaß – da merkt man gar nicht, dass man arbeitet“, sagt Convents, die nebenbei auch als Trainerin für einige Tanzpaare arbeitet. Trotzdem hinterlässt der Zeitdruck Spuren: „Bei einem Quick Change ist es uns einmal passiert, dass wir einer Tänzerin Schuhe gegeben haben, die zwei Nummern zu klein waren. Ein anderes Mal musste eine Tänzerin mit zwei verschiedenen Schuhen tanzen. Wenn unter so vielen Menschen so viel Hektik besteht, läuft nicht immer alles glatt“, berichtet sie lachend. „Aber im Atelier haben wir immer viel Spaß. Das ist wichtig, damit die Mitarbeiter nicht sagen: Oh nein, da ist schon wieder meine Chefin.“ Die Designerin hat zwei Kinder. Tochter und Sohn sind erwachsen. Pläne für die Zukunft hat Katia Convents auch. Ihr Traum ist es, eine eigene Kollektion zu entwerfen – natürlich mit ihrer ganz eigenen Handschrift: in Handarbeit gefertigt, exklusiv und außergewöhnlich.

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Darum verbieten Städte den öffentlichen Alkoholkonsum

Pöbeleien, Streit, Gewalt: Um dem die Stirn zu bieten, knöpfen sich Städte den Alkoholkonsum vor. Nicht immer laufen die Alkoholverbote im öffentlichen Raum reibungslos. Wir sagen Ihnen, in welchen deutschen Städten es Einschränkungen und Verbote gibt und warum sie scheitern.

Cottbus will ein klares Statement setzen

Die brandenburgische Stadt Cottbus zieht die Notbremse: Wein, Bier, Schnaps und andere alkoholische Getränke dürfen in Teilen der Innenstadt nicht mehr getrunken werden. Seit dem 1. Juni 2017 gilt dafür ein Verbot – zunächst bis Ende Oktober, rund um die Uhr.

Begründung unter anderem:

Alkohol senkt die Hemmschwelle. Immer wieder bepöbelten und bedrohten Gruppen Passanten. Die Polizei rückte wiederholt aus, weil Menschen verletzt und Dinge beschädigt wurden. 

Drogen- und Trinkerszene, Jugendliche, Rechtsextreme und Zugewanderte – sie alle treffen dort aufeinander, wo jetzt das Cottbuser Verbot gilt. Es kam zu Auseinandersetzungen unter den Gruppen, zum Teil fremdenfeindliche. In den Abendstunden hat die Polizei ihre Präsenz verstärkt. Die Stadt will aus den negativen Schlagzeilen herauskommen und mit dem Alkoholverbot klare Regeln setzen. Auch andere Städte in Deutschland erlassen Alkoholverbote – nicht immer geht alles glatt.

Hier gelten Einschränkungen und Verbote:

In München und Nürnberg …

… wurden Ende vergangenen Jahres Alkoholverbote rund um die Hauptbahnhöfe in den Nachtstunden beschlossen. Es hatte Klagen über Belästigungen durch Betrunkene gegeben.

In Bremen …

… gilt seit Herbst 2015 ein Alkoholverbot in der innerstädtischen Grünanlage Bürgerpark. Auch hier waren für die Initiatoren vor allem Betrunkene das Problem. Um die Einhaltung des Verbots zu kontrollieren, ist ein Sicherheitsdienst im Einsatz.

Duisburg … 

… führte vor wenigen Wochen in der Einkaufsmeile sowie auf einigen Straßen und Plätzen der Innenstadt ein Alkoholverbot ein – testweise für ein halbes Jahr. Das Sicherheitsgefühl von Kunden, Besuchern und Einzelhändlern werde durch Alkoholkonsumenten erheblich beeinträchtigt, hieß es in der Beschlussvorlage im Stadtrat. Passanten und Anwohner hätten regelmäßig von Sachbeschädigungen, Gewalttätigkeiten oder öffentlichem Urinieren und Erbrechen durch Betrunkene berichtet.

„Entschärfung von Brennpunkten“

Der Städte- und Gemeindebund Brandenburg begrüßt es, dass grundsätzlich die Möglichkeit für solche Verbote besteht. Das könne zur „Entschärfung von Brennpunkten“ führen. Dabei sei jedoch darauf zu achten, Probleme nicht in andere Stadtteile zu verdrängen.

Warum Alkoholverbote scheitern können?

Wie schwer es sein kann, ein Alkoholverbot durchzusetzen, macht ein Fall aus der Kleinstadt Forst in Brandenburg deutlich. Sie hatte das Verbot für mehrere Straßen verhängt, woraufhin der Landkreis es als zu weitgehend beanstandete und verlangte, es aufzuheben. Inzwischen beschäftigt der Streit die Justiz.

In Frankfurt am Main hatte der dortige Ordnungsdezernent im August 2016 ein Alkoholverbot auf der beliebten Einkaufsstraße Zeil sowie rund um den Hauptbahnhof vorgeschlagen. Es blieb bislang bei Plänen, denn er bekam schon innerhalb der Koalition keine Mehrheit dafür. Gegner eines Alkoholverbots verwiesen vor allem darauf, dass Suchtkranke Hilfe und keine Verdrängung brauchten. Außerdem sei es schwierig, ein solches Verbot in der Praxis auch durchzusetzen.

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Lost-Places- Fotografen: Sie besuchen verlassene Orte voller Geschichte

Lost-Places- Fotografen: Sie besuchen verlassene Orte voller Geschichte

Was hat dieses Haus erlebt?“ Diese Frage stellt sich das Ehepaar Schikora regelmäßig, wenn es sich in alte, verlassene Gebäude begibt. Mit Fotos fangen die beiden die Ästhetik und Schönheit sogenannter „lost places“ ein. Lost places sind alte Wohnhäuser oder ehemalige Gewerbebetriebe, Heilanstalten oder Lagerhäuser, die seit Jahren oder Jahrzehnten leer stehen. „Wir wollen den Leuten zeigen, dass alte Häuser auch Ästhetik besitzen, gerade wenn der Putz bröckelt und zentimeterdick der Staub herumliegt“, sagt Christine Schikora.

Die 43-jährige Inhaberin einer Werbeagentur in Münnerstadt kam gemeinsam mit ihrem Partner Oliver Schikora zur Lost-places-Fotografie. Der Ansatz der modernen Fotografie gehörte bei ihr mit zum Grafik-Design-Studium. Er, seit 1992 Redakteur bei der Main Post, hegte eine Faszination für die Fotografie, aber richtig professionell begann er damit nach einem Volkshochschulkurs vor zwölf Jahren. Damals schlugen die Schikoras auch die Brücke von traditioneller Studio-Fotografie zur Lost-places-Fotografie – das Ehepaar suchte ein neues Haus und fand in Münnerstadt ein 1643 erbautes Gebäude, das damals seit 15 Jahren leer stand. „Wir haben uns sozusagen schockverliebt“, sagt Oliver Schikora. Um die Umgestaltung zu dokumentieren, schoss er Fotos vom leeren Gebäude. „Das war im Prinzip der erste lost place, unser erster, eigener lost place“, lacht das Ehepaar.

Ins Jugendstilbad nach Spandau

Da diese Art der Fotografie beide gleichermaßen fesselt, nahmen sie später an einer geführten Tour in Berlin teil. Diese Touren bieten den Teilnehmern die Möglichkeit, verlassene Orte legal zu fotografieren, ohne sie vorher erst suchen zu müssen. Diese erste Tour führte die beiden nach Spandau in ein altes Jugendstilbad, das auch heute noch oft für Fernsehproduktionen genutzt wird. Das Thema Legalität hat für das Ehepaar oberste Priorität. „Man bricht nicht ein, das möchte man selbst als Besitzer auch nicht – egal, wie lang das Haus leer steht.“ Somit holen sie sich jedes Mal vor der Fotosession die Genehmigung der Eigentümer. Gutes Timing spielt natürlich auch eine große Rolle, viele alte Gebäude sollen abgerissen werden, ohne dass die Chance besteht, sie vorher noch einmal fotografisch festhalten zu können. Glück hatten die beiden bei einem alten Lagerhaus, das, während die Fotos gemacht wurden, schon abgerissen wurde. „Wir haben den Dachstuhl fotografiert, und neben uns sind die Ziegel abgedeckt worden“, berichtet Oliver Schikora.

Die Porzellanfabrik an der tschechischen Grenze

Jedes Gebäude erzählt für sich eine Geschichte, hat eine lebendige Vergangenheit, und das halten die beiden Fotografen mit ihren Bildern fest. „Es sieht teilweise aus, als wären die Menschen von einer Sekunde auf die andere einfach gegangen. Dort liegen Rechnungen und auch Betriebsgeheimnisse offen auf den Schreibtischen herum.“ Dieses Bild bot sich den beiden in einer Porzellanfabrik in Arnsberg an der tschechischen Grenze. „Die ganze Landschaft dort ist schon eher trostlos, aber es war wirklich interessant zu sehen, wie die Menschen solche Orte verlassen.“ Um wirklich gute Bilder zu machen, benötigt man auch entsprechende Ausrüstung. Ein Stativ ist bei der Lost-places-Fotografie wichtig, da durch die oft schlechten Lichtverhältnisse die Kamera eine lange Belichtungszeit benötigt. Und um das Bild dann nicht zu verwackeln, stellt man die Kamera auf ein Stativ.

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Der Tag: Großeinsatz: Jugendlicher stellt Sprengstoff her

Die Sprengstoffexperimente eines Jugendlichen aus Bietigheim in Baden-Württemberg haben zu einem Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr geführt. Die von dem 17-Jährigen hergestellten Substanzen waren derart gefährlich, dass sie noch vor Ort von Experten gesprengt werden mussten.

  • Einen extremistischen Hintergrund schlossen die Beamten nach dem derzeitigen Ermittlungsstand aus.
  • Den Angaben zufolge hatte der junge Mann in einem Stallgebäude mit Chemikalien experimentiert und sich dabei „über die Grenzen des Erlaubten hinaus mit der Herstellung möglicher Sprengstoffe befasst“.
  • Während der Untersuchung und Sprengung der Mischungen mussten laut Polizei fünf umliegende Wohnhäuser geräumt werden. Die gesamte Aktion dauerte drei Stunden.



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Burger schlägt Wahlkampf-Brezel

LeonbergBurger schlägt Wahlkampf-Brezel

Was machen die eigentlich? Stadträte erklären Schülern ihre Arbeit. Foto: factum/bach

Leonberg – Hallo, bist du 16 und darfst schon wählen? Interessierst du dich für Kommunalpolitik?“, spricht der Stadtrat Frank Albrecht einen Jugendliche über das Mikrofon an. Der dreht sich zwar kurz um, geht aber ohne Antwort weiter. Gemeinsam mit Michael Moroff (CDU) und Birgit Widmaier (Grüne) hat Albrecht kurzfristig eine Wahlinformationsveranstaltung auf die Beine gestellt, die sich an Jugendliche richtet. Der Platz vor der Römergalerie scheint günstig gewählt. Die Schüler aus drei weiterführenden Bildungseinrichtungen gehen hier entlang auf dem Weg zum Bus oder ins Leo-Center. Um 13 Uhr an diesem Mittwoch haben viele Mittagspause.

Doch kaum einer bleibt stehen. Da helfen auch die Brezeln als Wahlkampfgeschenk wenig. „Sonst ist hier die Hölle los“, sagt Albrecht. Liegt es am tollen Wetter? Am knurrenden Magen? Am zu leisen Mikrofon? Oder interessiert die Jugendlichen die Kommunalwahl kein bisschen? Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Diejenigen, die stehen bleiben und den Kommunalpolitikern Fragen stellen, kann man an einer Hand abzählen. „Das interessiert mich schon. Aber ich bin auch stehen geblieben, weil es die Brezel für lau gibt“, sagt ein Gymnasiast. Dann verabschiedet er sich schnell, der Hunger ist trotz Backwerk noch nicht besiegt.

Zuvor hat er sich mit zwei Mitschülern angehört, warum den Stadträten, zu denen auch der Grüne Martin Riethmüller und Rüdiger Beising von der SPD gestoßen sind, die Interessen der Jugendlichen wichtig sind. Dass der Gemeinderat über viele Dinge entscheidet, die sie direkt in ihrem Lebensumfeld betreffen. Sei es, dass Sportstätten und Bäder gebaut und unterhalten werden oder ein Kino-Betreiber gesucht wird. „Wir wollen keinen Wahlkampf machen. Wir wollen, dass ihr wählen geht“, sagt der Salz-Mann Albrecht mehr als ein Mal an diesem Mittag. Ob es hilft? „Ich denke schon, dass ich wählen gehe“, sagt ein Schüler, aber es klingt wenig enthusiastisch. Ein junger Mann nimmt gern eine Brezel, aber für Politik hat er keinen Kopf. „Wir haben gerade Mathe-Prüfung geschrieben“, erklärt der Realschüler. Sein Kumpel meint: „Ich gehe nicht wählen. Es ändert sich doch eh nichts.“

Obwohl die Jugendlichen jetzt schon ab 16 Jahren wählen dürfen, hält sich die Begeisterung in Grenzen. „Sie sind sehr zurückhaltend, selbst wenn sie sich für das Thema interessieren“, meint Moroff. Zwei Mädchen mit Tüten einer Burger-Kette in der einen und einem Eis in der anderen Hand machen einen großen Bogen um die Kommunalpolitiker. Burger und Eis schlagen Wahlkampf-Brezel.

An diesem Mittag finden Politiker und Jungwähler kaum zueinander. „Warum kommt ihr nicht einfach zu uns an die Schule?“, fragt ein 16-Jähriger. Das geht nicht so einfach, antworten die Politiker. Dann müsste von jeder Partei und Liste jemand dabei sein.

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18 Jahre „Wer wird Millionär?“: Oh je, die Jugend von heute …


Antilopen Gang? Was ist das? Ed Sheeran? Öhmmm … Auch in der zweiten „Wer wird Millionär? – Endlich volljährig!“-Folge verirren sich die jungen Kandidaten in einem Fragezeichen-Labyrinth.

Bereits in der vorigen Woche rieb sich so manch älteres Semester vor der Glotze daheim verwundert die Augen. Der Grund: Während des Motto-Debüts („Endlich volljährig“) von Deutschlands beliebtester Quiz-Show „Wer wird Millionär?“ präsentierten sich die ausnahmslos 18-jährigen Kandidaten nicht gerade im IQ-Rausch.

Sicher, der offenherzige Bank-Azubi Josef aus Vilshofen klatschte am Ende seiner „Performance“ begeistert in die Hände und freute sich über den Gewinn von 32.000 Euro. Aber von einem jugendlichen Durchmarsch in Was-kostet-die-Welt?-Gefilde konnte keine Rede sein.

Sieben Tage später rollt Übergangskandidatin Natalie aus dem bayerischen Aichach bereits während der Begrüßung nervös mit den Augen. 8.000 Euro hat sie aus der letzten Woche mit rüber gerettet. 16.000 Euro sollten es schon mindestens werden. Die Oma daheim hat der Enkelin schließlich extra die „Schisser-Variante“ ans Herz gelegt.

Nun sitzt das Küken da und überlegt

Nun sitzt das Küken da und überlegt: Was ist im Biathlon beim Liegendschießen anders als beim Stehendschießen? Bei einem erfahrenen und erfolgreichen Schützenverein-Mitglied müsste die Antwort eigentlich wie aus der Pistole geschossen kommen. Tut sie aber nicht. Ganz im Gegenteil. Natalie schwankt. Auch Günter Jauchs antike Uschi Disl-Erinnerungen helfen der angehenden Abiturientin nicht auf die Sprünge. Edel-Joker Ralf Schnoor hat auch nur eine vage Vermutung. Natalie wird’s zu heikel: „Wenn sie keinen Tipp für mich haben, dann nehme ich die 8.000 Euro und verabschiede mich.“

Günter Jauch lässt sich jedoch nicht aus der Reserve locken. So reicht’s am Ende nur „für eine neue Brille“. Der Traum vom Kauf einer Lifetime-Kuh für die liebe Cousine hingegen zerplatzt wie eine Seifenblase. Tierfreund Günter Jauch schlägt die Hände vors Gesicht. Bringt aber nichts. Brille statt Kuh. Punkt.

Vincent Frommer hat keinem in seinem Umfeld eine Kuh versprochen. Der junge Möchtegern-Magier aus Görlitz geht sein WWM-Debüt eher bescheiden an und hofft, dass er am Ende wenigstens den Sprit rausbekommt.

Welcher 18-Jährige kennt sich schon mit deutschsprachigem Hip Hop aus?

Nach knapp zwanzig Minuten auf dem begehrten Quiz-Stuhl geht sein Wunsch auch in Erfüllung. Trotz nicht vorhandener Medizin-für-Grundschüler-Kenntnisse, die dazu führen, dass im Studio lauthals über Begriffe wie Leberventile, Nervenportale und Lungendeckel gelacht wird, und einer nicht minder peinlichen Wie-steige-ich-richtig-aus-dem-Auto-Performance, rettet sich Vincent über die 500-Euro-Hürde. Dann stößt ihn aber die imaginäre „Giraffen Bande“ vom Thron des Wissens. Mit der Antilopen Gang wäre der gute Vincent besser gefahren. Aber welcher 18-Jährige kennt sich schon mit deutschsprachigem Hip Hop aus? Also wirklich … Das Ende vom Lied: „Der Sprit ist wenigstens drin“, schnieft Vincent ins Mikrofon.

Der Ruckzuck-Auftritt von Vincent sorgt dafür, dass auch Cäcilia aus Köln heute noch ihr Wissen unter Beweis stellen darf. Und die angehende Lehramt-Studentin mit der fuchsroten Rapunzel-Mähne kommt auch gut aus den Startlöchern. Pippi Langstrumpf, Spiegeleier, TV-Comedians: Cäcilia gibt sich keine Blöße. Erst als es um einen gewissen Ed Sheeran geht, und kurz darauf auch noch kastrierte Haifische ins Rennen geschickt werden, gehen bei der selbstbewussten Schnuffeltuch-Fetischisten so langsam die Lichter aus.

Das Ed Sheeran-Schloss knackt Cäcialia noch mit dem 50/50-Joker. Mit kastrierten Haien, Löwen, Adlern und Elefanten jedoch kennt sich die Rheinländerin so überhaupt nicht aus. Wer verliert was, wenn der Wildlife-Doc zur Kastrationszange greift? Der Adler seine Flügel? Der Elefant seinen Rüssel? Der Haifisch seine Rückenflosse? Oder der Löwe seine Mähne? Wieder muss Ralf Schnoor in die Bresche springen. Das Ergebnis: Cäcilia weiß nun, dass kastrierten Löwen die Haare ausgehen. Sicher, kein schönes Bild. Aber immer noch ansehnlicher als ein Elefantenbulle ohne Rüssel, oder? Oh je, die Jugend von heute …



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EHEC-Infektion in Altötting: Zweijähriges Mädchen stirbt in Klinik

Nachdem im April eine 16-Jährige der Krankheit erlegen ist, starb nun ein zweijähriges Mädchen aus dem Landkreis Altötting in Oberbayern am schweren Krankheitsverlauf mit Ehec. Auch bei der Schwester des verstorbenen Mädchens wurde eine Infektion mit dem Darmkeim festgestellt. Sie ist aber wieder stabil und hat sich inzwischen erholt.  

Wie gefährlich ist Ehec?

Ehec (enterohämorrhagische Escherichia coli) ist ein sehr ansteckender, aggressiver Erreger. Er kann blutige Durchfälle auslösen und in schweren Fällen zu Nierenversagen führen. Allerdings kann die Krankheit auch unscheinbar verlaufen. Ein schwerer Verlauf endet in etwa zwei Prozent der Fälle tödlich.

Im Frühjahr 2011 hatte die größte deutsche Ehec-Epidemie 53 Menschen das Leben gekostet. Vor allem Norddeutschland war betroffen. Ehec-Infektionen sind meldepflichtig.

Wie oft kommt Ehec in Deutschland vor?

In Nordrhein-Westfalen wurden 2015 den Behörden 268 Ehec-Erkrankungen, ein Jahr später 352 Erkrankungen bekannt. In jeweils neun Fällen registrierten die Mediziner das Hus-Syndrom. Es ist gekennzeichnet durch Nierenversagen, Blutarmut und einen Rückgang der roten Blutplättchen. „Ehec-Todesfälle sind in den beiden Jahren nicht übermittelt worden“, sagte ein Sprecherin des Landeszentrums Gesundheit (LZG) Nordrhein-Westfalen in Bochum.

2017 wurden dem LZG bislang 66 Ehec-Erkrankungen bekannt, in sechs Fällen mit einem schweren Verlauf.

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Profi fehlt zum Prozessstart: Angeklagte gestehen Attacke auf Großkreutz


Vor dem Stuttgarter Amtsgericht geben zwei Jugendliche zu: Während einer Partytour attackieren sie Fußball-Profi Kevin Großkreutz. Der Weltmeister muss ins Krankenhaus, verliert später seinen Job beim VfB Stuttgart. Der Profi selbst erscheint nicht vor Gericht.

Im Prozess um eine nächtliche Prügelattacke auf Fußballprofi Kevin Großkreutz haben die beiden Angeklagten Schläge und Tritte gegen den Weltmeister eingeräumt. Sie bereuten ihre Tat, erklärten die Verteidiger der 17 und 18 Jahre alten Männer am Amtsgericht Stuttgart. Beide müssen sich in den nächsten Wochen wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Großkreutz war bei einer Party-Tour in Stuttgart Ende Februar in eine Schlägerei verwickelt worden. Die beiden Angeklagten räumten ein, ihn geschlagen und getreten zu haben. Alle Beteiligten seien deutlich alkoholisiert gewesen.

Wider Erwarten war Großkreutz aus gesundheitlichen Gründen am Dienstag nicht nach Stuttgart gekommen. Laut Vorsitzender Richterin habe Großkreutz ein Attest für die ersten beiden Prozesstage vorgelegt. Das Gericht hat vier Verhandlungstage angesetzt.

Die beiden 17- und 18-jährigen Tatverdächtigen hatten die Tat bisher bestritten. Sie sind einschlägig vorbestraft. Großkreutz hätte am ersten Tag gegen die Jugendlichen aussagen sollen.

Die Episode hatte Großkreutz Anfang des Jahres den Job beim VfB Stuttgart gekostet. Der damalige Zweitliga-Club löste den Vertrag mit dem Rechtsverteidiger mit sofortiger Wirkung auf. Heute spielt der 29-Jährige bei Darmstadt 98.



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„Albträume sind anfangs völlig normal“

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge„Albträume sind anfangs völlig normal“

Dorothea Winarske und ihr Team von der Jugendhilfe Korntal kümmern sich um 60 jugendliche Flüchtlinge. Foto: factum/Granville

Korntal-Münchingen – Fast 200 sogenannte unbegleitete minderjährige Ausländer leben derzeit im Landkreis Ludwigsburg. Die Korntaler Jugendhilfe betreut rund 60 von ihnen. Die Leiterin der stationären Hilfen, Dorothea Winarske, kann viel über traumatische Erlebnisse, falsche Vorstellungen und auch Personalmangel erzählen.

Frau Winarske, der Landkreis erwartet in diesem Jahr bis zu 200 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Was bedeutet das für die Jugendhilfe in Korntal?
Das ist natürlich eine Herausforderung. Unsere Mitarbeiter müssen auf einmal viel mehr Verwaltungsarbeiten erledigen, Anträge stellen und behördliche Angelegenheiten regeln. Eigentlich kümmert sich da der gesetzliche Vormund drum, aber es ist nicht so leicht, so schnell einen zu finden.
Haben Sie denn genug Platz?
Nein. Aber wir haben auch nicht das Personal, um noch weitere Wohngruppen zu eröffnen. Wir würden gerne neue Mitarbeiter einstellen – wenn es denn welche gäbe. Wo man hinhört, ob beim Jugendamt oder in den Einrichtungen: alle suchen händeringend Personal.
Warum fliehen die Jugendlichen?
Es gibt Jugendliche, die weggehen, weil ihr älterer Bruder oder Vater plötzlich verschwunden ist, beim Militär oder bei der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Dem wollen sie entgehen. Die meisten machen sich allein auf den Weg, aber manche sind auch mit ihrer Familie geflüchtet und wurden unterwegs auseinander gerissen.
Wie wirken sich diese Erlebnisse aus?
Viele sind bei den Nachrichten im Fernsehen sehr aufmerksam, etwa wenn ein Bombenangriff auf Damaskus gezeigt wird: Wo geht die Bombe runter? Ist das in der Nähe vom Haus meiner Eltern? Sie wollen wissen, ob ihre Familie in Sicherheit ist – und wenn sie dann keinen Telefonkontakt bekommen, ist das schon eine unerträgliche Situation. Um den Schritt zu gehen, sich alleine auf den Weg zu machen oder sein Kind auf den Weg zu schicken, muss die Verzweiflung schon groß sein. Natürlich ist auch die Hoffnung groß. Was die Jugendlichen erlebt haben, ist entscheidend dafür, wie sie hier zur Ruhe kommen und ob sie sich sicher fühlen.
Haben viele falsche Vorstellungen?
Auch, ja. Die Jugendlichen denken, alles geht ganz schnell. Es ist für sie oft schwierig zu begreifen, wie lange es dauert, bis sie Deutsch können, bis sie einen Schulabschluss machen oder studieren zu können.
Setzt dann eine gewisse Ernüchterung ein?
Ja. Am Anfang sind die meisten froh, es geschafft zu haben. Wenn sie eine Weile da sind, kommen oft die Dinge hoch, die unter der Decke gehalten werden konnten, die unangenehmen, negativen Dinge. Dann erst trauern sie um die verlorenen Eltern und die verlorene Heimat. Viele sind dann in sich gekehrt, depressiv, ihnen fehlen der Antrieb und die Motivation, die anfangs da waren.
Sind viele Jugendliche traumatisiert?
Sie haben alle traumatische Situationen erlebt. Dass man Alpträume hat, ist für einige Zeit völlig normal. Ob eine längerfristige Störung entsteht, ist schwer zu sagen.
Gibt es in einem solche Fall Angebote?
Ein psychotherapeutisches Netzwerk haben wir nicht, es gibt allerdings Traumatherapeuten in der Umgebung. Die Plätze sind aber schnell vergeben. Wir versuchen, durch Strukturen Sicherheit zu geben: Schulbesuch, Sprachkurs, regelmäßige Essenszeiten. Aber wirklich eine Therapie anzubieten, möglicherweise noch in der Muttersprache – davon sind wir weit entfernt.
Gibt es auch Konflikte zwischen den Jugendlichen?
Ja. Oft aufgrund von Missverständnissen, auch sprachlichen. Das wird dann unter Umständen auch handgreiflich geregelt.
Versuchen Sie, die Jugendlichen nach Ethnien oder Herkunft zu trennen?
Wir versuchen darauf zu achten, das gelingt aber nicht immer. Oft lernen sie aber zu akzeptieren, dass es hier anders ist als sie es kennen. Dass sie jetzt mit Leuten am Tisch sitzen, mit denen sie in ihrer Kultur nie zusammen gesessen wären. Es ist uns ganz wichtig, von Anfang an zu vermitteln, wie wichtig gegenseitiger Respekt ist.
Haben die Flüchtlinge Kontakt mit deutschen Jugendlichen?
Kaum. Der Kontakt entsteht vor allem über die Schule, und dort sind die Flüchtlinge unter sich. Manchen ist es auch einfach zu viel: Sie sind so viel Fremdem ausgesetzt, in der Wohngruppe, im Alltag, dass sie froh sind, wenn sie in ihrer Freizeit mit Landsleuten zusammen sein können.
Haben Sie das Gefühl, dass die Jugendlichen sich integrieren wollen?
Grundsätzlich ja, die Bereitschaft ist da. Sie wollen Deutsch und die Kultur kennen lernen. Aber sie merken auch, dass das eine ganz schöne Herausforderung ist. Sie sehen, was hier alles anders ist und das ihre Lebensform und ihre Werte in Frage gestellt werden.
Wie optimistisch sind Sie, dass die Integration gelingen kann?
Mein Optimismus wird gerade etwas gedämpft angesichts der Massen. Wir haben die Mitarbeiter nicht, um diese vielen Jugendlichen gut betreuen oder gar integrieren zu können. Im Moment geht es um ein Notprogramm.

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Ein Suchhund in Zürich rettet stachlige Findlinge

Ein Suchhund in Zürich rettet stachlige Findlinge

In der Igelstation des Igelzentrums Zürich, IZZ, stehen elf grüne Plastikwannen. Sie sind mit Zeitungspapier ausgelegt, und je ein Viertel ist abgedeckt. In den großen Wannen steht jeweils ein Kistchen, das ebenfalls mit Zeitung ausgelegt ist und zusätzlich einzelne zerknüllte Seiten enthält. Durch eine Glasscheibe sieht man in den Behandlungsraum, wo gerade die Tierärztin einen kranken Igel behandelt. Von dort gelangt man in den Empfang. Ann Bachmann reinigt gerade die Boxen der Igel. „Im Moment haben wir 14 Igel. Das ändert sich jedoch jeden Tag. Denn sobald sie wieder gesund oder ihre Wunden verheilt sind, werden sie wieder an den Fundort zurückgebracht. Heute kommen drei weg, und man weiß nie, wie viele dazukommen“, erklärt die 35-Jährige.

Eigentlich drohte ihm das Tierheim

Das Igelzentrum ist im ersten Stockwerk eines Hochhauses in Zürich Oerlikon. Hier werden verletzte oder kranke Igel kostenlos medizinisch versorgt. Finanziert wird das IZZ durch Spenden. Ann Bachmann arbeitet nun seit zehn Jahren dort. Sie pflegt die Tiere, säubert ihre Boxen, füttert die Igel und macht öffentliche Führungen. Sie ist hier in Teilzeit angestellt neben neun anderen Angestellten. Ihr Liebe zu Tieren zeigt sich nicht nur hier, sie führt auch einen Lebenshof für Tiere in Hüntwangen im Zürcher Unterland, auf dem verstoßene Tiere ein neues Zuhause finden können. Dort leben unter anderem Ponys, Katzen, Hühner und Kaninchen. Die gelernte Tierpflegerin hat ihren Hund Jay zu einem Igelsuchhund ausgebildet. Jay ist ein elfjähriger Appenzeller-Border-Collie-Mischling. Der schwarze Rüde sieht Ann mit seinen braunen Hundeaugen an und will unbedingt gestreichelt werden. Ann Bachmann lacht und sagt: „Er ist extrem verschmust.“ Ann hat ihn vor zehn Jahren von einer Kollegin übernommen, die Jay ins Tierheim stecken wollte.

Sie spüren Sprengstoffe und Baumschädlinge auf

Nun wird Jay als Igelsuchhund eingesetzt, wenn besorgte Leute anrufen, die auf einem Nachbargrundstück, das gerodet werden sollte, Igel gesehen haben oder von Igeln wissen, die dort wohnen. „Den ersten Igel fand Jay selber. Da kam mir die Idee, ihn für die Igelsuche auszubilden.“ Während einer Suchhunde-Ausbildung werden Hunde auf einen bestimmten Duft abgerichtet. Das macht man meist, indem man ein Spielzeug mit diesem Duft versieht und den Hund danach suchen lässt. Zusätzlich muss dem Hund noch beigebracht werden, wie er sich bei einem Fund verhalten muss, das heißt, ob er bellen, sich hinlegen oder ein anderes Verhalten zeigen soll. Such- und Spürhunde gibt es für alle möglichen Einsatzgebiete: bei der Polizei oder am Zoll als Drogen- oder Sprengstoffspürhunde, bei der Pilzsuche, bei der Suche nach Baumschädlingen oder um nach vermissten Menschen zu suchen. Die Ausbildung läuft grundsätzlich überall ähnlich. Nach dem ersten Igelfund von Jay begann Ann Bachmann, ihn auf den Geruch von Igeln zu trainieren und zu konditionieren. Mit Igelstacheln, Igelkot und dann zum Teil auch mit echten Igeln. „Wir achten immer darauf, dass die Igel keinen Stress bekommen“, betont sie.

Nach der Rodung wird er freigelassen

Vor geplanten Räumungs- oder Rodungsarbeiten rücken Ann und Jay an, um auf dem Grundstück nach gesichteten Igeln zu suchen. Die Suche ist eine anstrengende Arbeit für Jay. Jay sucht nur ungefähr 15 Minuten am Stück, danach braucht er eine Pause. Wenn Jay einen Igel entdeckt hat, legt er sich hin, damit Ann weiß, wo der Igel ist. Dann wird der Igel auf einem Grundstück in der Nachbarschaft in ein Außengehege gesperrt. Dieses hat zehn Meter Durchmesser und ist umzäunt. Für den Igel gibt es ein Nesthäuschen und eine Futterstelle, die gut geschützt ist. „Sonst würden Katzen das Futter fressen.“ Nach den Rodungsarbeiten wird der Igel wieder an der Fundstelle oder ganz in der Nähe freigelassen. So ist es für das Tier am angenehmsten. Wenn der Igel kein geeignetes Versteck findet, sucht er sich ein neues Plätzchen. „Besonders wichtig ist diese Arbeit im Winter. Dann sind die Igel nämlich im Winterschlaf. Sie merken nichts mehr und können auch nicht von den großen Baumaschinen flüchten.“

Bei anderen kugelt er sich ein

Mittlerweile hat Jay schon graue Haare um die Schnauze. Ann hilft momentan bei der Ausbildung eines zweiten Igelsuchhundes mit. Der Labrador wurde schon zur Suche von Baumschädlingen ausgebildet, somit sind die Grundsteine für die Igelsuche gelegt. „Jay ist schon alt. Ich weiß nicht, wie lange er diesen Job noch machen kann. Es sollte dann keine Lücke entstehen, wenn er nicht mehr suchen kann.“ Ann Bachmann säubert die Box eines kleinen Igels. „Das ist mein Baby“, erzählt sie strahlend, „ich musste ihn von Hand aufziehen, da er noch nicht alleine fressen konnte.“ Der Igel erwacht und sieht Ann an. Sie streckt ihm die Hand hin, er sucht den Kontakt. „Da er mich jetzt kennt, lässt er es zu, dass ich ihn streicheln und berühren darf. Bei anderen Leuten kugelt er sich zusammen.“

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