Kategorie -Jugendliche

ADHS-Report: Zahl der Diagnosen steigt weiter

Dafür, dass ADHS eine Modeerscheinung sein soll, hält sich das Krankheitsbild nun schon zu lange. Immer wieder wird die Diagnose Aufmerksamkeitsstörung von Experten angezweifelt und diskutiert. Jetzt stellt die Barmer Krankenkasse wieder einen Anstieg der Diagnosen fest.

Jeder Zappelphilipp wurde vor ein paar Jahren noch als ADHS-Kind abgestempelt. Zu schnell und zu häufig, wie viele fanden. Vor allem das umstrittene Ritalin wurde zu rasch verordnet, so die Kritik.

Mittlerweile wurde es ruhiger um das Thema Hyperaktivität. Doch die neue Barmer-Studie könnte die Diskussion um ADHS und Ritalin wieder anfachen.

Der Report der Barmer GEK thematisiert die auffällige Zunahme von Diagnosehäufigkeiten. Auch gebe es erhebliche regionale Unterschiede bei der Häufigkeit der ADHS-Diagnosen und bei Verordnungen von Methylphenidat – besser bekannt unter dem Handelsnamen Ritalin.

Der aktuelle Arztreport bezieht Daten bis zum Jahr 2014 ein und basiert auf den Versicherten der Barmer GEK. Gesamtzahlen für ganz Deutschland haben die Macher der Studie aus den Versichertendaten hochgerechnet.

Das sind die Trends bei ADHS-Diagnosen

ADHS-Diagnosen wurden auch in den letzten Jahren altersübergreifend noch häufiger als im Jahr 2011 dokumentiert. Der Anstieg um 11,6 Prozent von 2011 bis 2014 betrifft allerdings ausschließlich Kinder im Alter ab etwa zwölf Jahren und dabei insbesondere ältere Jugendliche.

Innerhalb des Jahres 2014 wurde in Deutschland bei schätzungsweise 808.000 Menschen die „gesicherte“ Diagnose ADHS, beziehunsgweise der ICD10-Code F90 „Hyperkinetische Störungen“ dokumentiert. Diese Zahl entspricht einem Anteil von einem Prozent der Bevölkerung in Deutschland.

Vor allem Jungs sind betroffen

Am häufigsten waren auch im Jahr 2014 Jungen im Alter von zehn Jahren mit einem Anteil von 11,4 Prozent betroffen, im Jahr 2011 waren es noch 11,9 Prozent.

Mädchen erhalten deutlich seltener die Diagnose ADHS: Am häufigsten wurde sie im Jahr 2014 bei Mädchen im Alter von neun Jahren gestellt, nämlich bei 4,3 Prozent der Mädchen.

Mehr Ritalin für ältere Kinder

Seit 2011 wird Kindern unter 15 Jahren seltener Ritalin verordnet. Doch in höheren Altersgruppen ist es – mitbedingt durch veränderte Verordnungsmöglichkeiten – zu einem Anstieg der Verschreibungsraten gekommen. 

Quer durch alle Altersstufen erhielten im Jahr 2014 in Deutschland insgesamt schätzungsweise 330.000 Menschen ein Rezept für Ritalin. Am häufigsten bekamen Jungen im Alter von zwölf Jahren mit einer Behandlungsrate von 6,2 Prozent das Medikament, 2011 waren es bei Jungen im Alter von elf Jahren noch 6,9 Prozent.

Erst seit wenigen Jahren wird zur Behandlung der Symptome auch Dexamphetamin beziehungsweise Lisdexamfetamin eingesetzt. Dies ist erst eine Option, wenn andere Behandlungsversuche wirkungslos waren. Bislang erkennt die Barmer-Studie keine Zunahme der medikamentösen ADHS-Behandlung durch die neu verfügbaren Substanzen.

Insgesamt bekamen in Deutschland schätzungsweise 355.000 Menschen ein Medikament gegen ADHS verschrieben.

Regionale Unterschiede

Wie bereits im Jahr 2011 gab es auch im Jahr 2014 gravierende Unterschiede im Hinblick auf ADHS-Diagnoseraten sowie Methylphenidat-Verordnungen zwischen Kreisen und kreisfreien Städten. So wurde zum Beispiel auch im Jahr 2014 bei Kindern und Jugendlichen aus Würzburg eine ADHS-Diagnose noch mehr als 2,5 Mal häufiger als im Bundesdurchschnitt dokumentiert und rund drei Mal häufiger Ritalin verordnet.

Eine Ursache für diese deutliche Abweichung könnte darin liegen, dass die medizinischen Fakultät der Uni Würzburg genau auf diese Fachrichtung spezialisiert ist und in dem Gebiet eine hohe Zahl von Kinder- und Jugendpsychiatern tätig ist.

Das ist ADHS

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, ist im Wesentlichen eine Funktionsstörung im Gehirn. Die Hauptmerkmale sind Aufmerksamkeitsschwäche, Impulsivität und Hyperaktivität. Diese psychische Störung beginnt in der frühen Kindheit und kann bis in das Erwachsenenalter fortbestehen.

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Anmeldung für Waldheime läuft

Stuttgarter OstenAnmeldung für Waldheime läuft

Die Waldheime bieten in den Ferien Foto: Judith Sägesser

S-Ost – In einigen Waldheimen hat bereits die Anmeldung für die Freizeiten in den Pfingst- und vor allem den Sommerferien begonnen. So bieten beispielsweise die Waldheime der Arbeiterwohlfahrt (AWO) eine Woche in den Pfingst- und vier Wochen in den Sommerferien Spiel, Spaß und Abenteuer für Kinder im Alter von 3 bis 15 Jahren. Die Waldheime liegen in Feuerbach, Hedelfingen, Untertürkheim und Stuttgart-Ost, dort ganz konkret ist es das Waldheim Raichberg auf dem Weg von Gaisburg hinauf zur Waldebene Ost.

Eine Woche Ferienfreizeit in einem Awo-Waldheim kostet 70 Euro, für Inhaber von Familiencards gibt es Vergünstigungen. Für Kinder mit Bonuscard übernimmt die Stadt die Kosten. Genauere Informationen gibt es im Internet unter www.awo-stuttgart.de, telefonisch unter der Nummer 210 61 42. Für die Waldheimfreizeiten sucht die Awo auch noch Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene, die sich in den Ferien als ehrenamtliche Betreuer um die angemeldeten Kinder kümmern. Interessenten, die Spaß am Umgang mit Kindern haben und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, werden an zwei Wochenenden auf diese Aufgabe vorbereitet. Die Helfer bekommen für ihr Engagement ein kleines Taschengeld, freie Verpflegung und eine kostenlose VVS-Netzkarte.

Auch im evangelischen Waldheim Frauenkopf hat am 1. Februar die Anmeldung für die Sommerferien begonnen. Dort werden in den ganzen Sommerferien von 29. Juli bis 6. September in drei Abschnitten zu je zwei Wochen insgesamt rund 500 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren ganztags betreut. Es gibt im Waldheim zwar auch einen offiziellen Info- und Anmeldetag am 1. Mai, allerdings sind dort vor allem für die ersten beiden Ferienwochen erfahrungsgemäß nur noch Restplätze übrig. Eine Woche im Waldheim Frauenkopf kostet 66 Euro, auch dort gibt es entsprechende Vergünstigungen. Das Anmeldeformular kann im Internet unter www.waldheim-frauenkopf heruntergeladen werden. Auch für das Waldheim Frauenkopf werden ehrenamtliche Betreuer gesucht. Genaue Informationen und auch ein Anmeldeformular dafür gibt es ebenfalls im Internet.

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Der Tag: Caritas-Erzieherinnen sollen Jugendliche missbraucht haben


Wegen des Verdachts, Heim-Jugendliche sexuell missbraucht zu haben, hat die Caritas zwei Mitarbeiterinnen in Hessen vom Dienst freigestellt. „Wir haben beide Angelegenheiten zur Strafanzeige gebracht“, sagte Ansgar Erb vom Vorstand des Wohlfahrtsverbandes.

  • Betroffen ist das Fritzlarer Haus Carl Sonnenschein mit 90 Kindern und Jugendlichen an mehreren Standorten.
  • Laut Erb waren zwei schriftliche, anonyme Hinweise eingegangen. Darin wird einer Mitarbeiterin vorgeworfen, mit einem 16-Jährigen eine Liebesbeziehung gehabt zu haben, der zeitweise im Haus Carl Sonnenschein betreut wurde.
  • Eine andere Mitarbeiterin soll einen Jugendlichen sexuell gestreichelt haben.



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Lüneburger Schülerin gewinnt Plakatwettbewerb

Eine 14 Jahre alte Schülerin aus Lüneburg hat den bundesweiten Plakatwettbewerb „bunt statt blau“ gewonnen, mit dem Kinder und Jugendliche vor Komasaufen gewarnt werden sollen. Hannah Hauswald konnte sich dabei gegen mehr als 7000 andere Teilnehmer durchsetzen und gewann 500 Euro. Die Plätze zwei und drei gingen an Schüler aus Hessen und Berlin.

Die Krankenkasse DAK will mit der Aktion Schüler dazu bringen, sich mit dem Thema Alkoholmissbrauch auseinanderzusetzen. Seit dem Start 2010 nahmen mehr als 80 000 Schüler zwischen zwölf und 17 Jahren an der Präventionskampagne „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ teil, sagte ein DAK-Sprecher.

Das Plakat der Siegerin zeigt unter dem Motto „Schieß Dich nicht ab!“ eine auf einen Mädchenkopf gerichtete Wodkaflasche. „Die Flasche steht symbolisch für eine Pistole, welche sich das Mädchen an die Schläfe setzt, als ob sie einen Selbstmord begehen würde“, erklärte Hauswald ihr Siegerbild. „Mein Plakat zeigt, wie der Alkoholkonsum Lebensfreude und Hoffnung verdrängen kann.“

Schirmherrin von „bunt statt blau“ ist Marlene Mortler, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. „Der Konsum von Alkohol ist in unserer Gesellschaft noch immer viel zu selbstverständlich“, sagte Mortler. „Die Risiken des Trinkens werden ausgeblendet.“

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Das Zauberwort heißt Netzwerk

VaihingenDas Zauberwort heißt Netzwerk

Bis in die Abendstunden sind die Bauarbeiter beschäftigt. Foto: Stefanie Käfferlein

Vaihingen – Gerhard Gödrich, Rektor der Büsnauer Steinbachschule, brachte es am Ende der Veranstaltung nochmals auf den Punkt: „Was wir machen, ist präventiv. Wenn wir nicht reagieren müssen, ist es umso besser.“ Wichtig sei, dass sich die Beteiligten kennen. „So kann man auf kurzem Weg in Verbindung treten“, sagte Frank Otto Huber, Leiter des Kinderhauses Büsnau und Vorsitzender des Bürgervereins Vaihingen-Rohr-Büsnau.

Der Grund, dass sich am Mittwochabend auf Einladung der Kinder- und Jugendeinrichtungen Büsnau, Lauchhau und Lauchäcker Mitglieder und Mitarbeiter der örtlichen Vereine und Einrichtungen sowie Vertreter aus der Politik, von der Polizei, von dem städtischen Wohnbauunternehmen SWSG und des Netto-Markts getroffen haben, ist die Eröffnung von letzterem in drei Wochen. „Nahversorgung ist wichtig – Jugendschutz auch“, diesen Titel hatte Moderator Huber für den Abend gewählt. „Wir freuen uns, dass die Nahversorgung künftig gewährleistet ist“, sagte Huber. Dennoch: Neueröffnungen von Supermärkten würden es zugleich mit sich bringen, dass die Hürden für Jugendliche, an Alkohol zu gelangen, deutlich sinken.

„Und wir wollten das Thema auf den Plan rufen, noch bevor es Probleme gibt“, sagte Huber. Diese hatte es in der Vergangenheit andernorts bereits immer wieder gegeben. Vaihingens Bezirksvorsteher Wolfgang Meinhardt berichtete beispielsweise von trinkenden Jugendlichen unter anderem in der Ortsmitte, im Stadtpark und im Keltergarten. Durch Streifenfahrten versuche die Polizei, solche Treffen in den Griff zu bekommen. „Das ist natürlich vor allem ein saisonales Problem“, sagte Meinhardt. Der Schulleiter der Steinbachschule kennt aus seiner Erfahrung ein weiteres Problem: „Die Begehrlichkeiten sind da, sobald es was zu kaufen gibt.“ Im einstigen Supermarkt neben der Grundschule sei es so eng gewesen, dass Schüler in ihren Schulranzen einfach etwas verschwinden lassen konnten. In den Griff bekommen habe man die Situation, in dem man ein Netzwerk geknüpft habe. In Büsnau besteht dieses Bündnis Jugendschutz aus der Schule, der Schulsozialarbeit, der evangelischen Kirchengemeinde, dem Kinderhaus, der Jugendfeuerwehr und dem TSV Jahn Büsnau. „Wenn es ein Problem gibt, wird es direkt miteinander aus dem Weg geräumt und nach einer Lösung gesucht, bei der die Jugendlichen nicht ihr Gesicht verlieren“, so Huber. Die damals gefundene Lösung: alle Schüler mussten ihre Schulranzen am Eingang abstellen. „Die Gelegenheit, etwas verschwinden zu lassen, sank deutlich“, sagte Gödrich. Seitdem der Bonus-Markt seine Pforten geöffnet habe, habe es keine Probleme gegeben, die Schüler halten sich an die Regeln. Gödrich: „Wir sind aber mit einem kurzen Draht zueinander verbunden, die Marktleitung und wir.“

Heinz-Werner Maden, Vorsitzender des Sportvereins TSV Jahn Büsnau, berichtete von einem Erlebnis seiner Frau, die an der Kasse eines Supermarkts von Jugendlichen gefragt wurde, ob sie die Flasche Wodka für sie mitzahlen würde. Während seine Frau das verneinte, habe es bei einem Mann, der in der Schlange stand, geklappt. „Die Verkäuferin hatte das mitbekommen, verkaufte den Wodka aber trotzdem“, so Maden.

Mike Neumann-Siegel, Verkaufsleiter bei Netto, versicherte, dass sich seine Mitarbeiter an die gesetzlichen Vorschriften zu halten hätten. „Unsere Verkäufer werden geschult“, sagte er. „Zudem leuchtet im Kassensystem eine Aufforderung auf, nach dem Ausweis zu fragen, sobald Alkohol über den Scanner läuft“, sagte Neumann-Siegel, der im Anschluss fleißig seine Visitenkärtchen verteilte. „Wir haben unser Ziel bestmöglich erreicht“, sagte Huber nach der Veranstaltung. „Die Leute sind miteinander ins Gespräch gekommen.“

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Ritalin und Antidepressiva: Kinder bekommen mehr Psychopharmaka

Sind immer mehr Kinder psychisch krank oder verordnen Ärzte vorschnell Psychopharmaka, statt andere Therapien in Betracht zu ziehen? Fakt ist, dass die Zahl der entsprechenden Rezepte zugenommen hat.

2012 bekamen etwa 27 von 1000 Kindern Medikamente wie Antidepressiva oder das ADHS-Medikament Ritalin verschrieben. 2004 waren es 20 von 1000. Das geht aus einer Untersuchung von Kölner Forschern hervor, die im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht wurde. 

So erklären Forscher den Anstieg

Doch warum ist der Anteil der Heranwachsenden, die mindestens ein Psychopharmaka-Rezept ausgestellt bekamen, derart angestiegen? Das geht aus der Studie nicht eindeutig hervor. Die Gründe „können vielfältig sein“, sagen die Forscher. Es gebe jedenfalls keine Hinweise darauf, dass 2012 mehr Kinder unter psychischen Problemen gelitten hätten als in den Jahren zuvor.

Sie vermuten einen anderen Grund: Mehr Jugendliche, die bereits eine Therapie mit Medikamenten hinter sich hatten, würden erneut mit Psychopharmaka behandelt.

Daraus könne man jedoch nicht ableiten, dass die Heilungschancen der therapierten Kinder und Jugendlichen schlechter geworden seien, sagte Ingrid Schubert von der Universität Köln, die an der Studie mitgearbeitet hat. „Soweit würde ich nicht gehen. Man könnte auch sagen, sie werden vielleicht vernünftiger, weil konsequenter behandelt.“

Psycho-Hämmer für Kinder

Die Neuverordnungen von Methylphenidat (Ritalin) bei ADHS gehen in Deutschland seit 2008 leicht zurück. Besorgniserregend findet die Wissenschaftlerin dagegen, dass bei Kindern die Zahl der Behandlungen mit Antipsychotika zugenommen hat. „Das sind zum Teil sehr stark wirkende Medikamente, die bei Schizophrenie eingesetzt werden“, erklärt sie. Schubert und ihre Kollegen fordern gerade bei Antipsychotika zusätzliche Leitlinien für Ärzte. 

Zudem müsse ein kritisches Bewusstsein geschaffen werden. Psychische Belastungen von Kindern und Jugendlichen müssten frühzeitig erkannt werden. Es gelte, ihnen mit sozialen oder pädagogischen Maßnahmen zu helfen, bevor Medikamente nötig werden.

Jedes fünfte Kind „psychisch auffällig“

Schubert und ihr Team werteten die Daten von über vier Millionen gesetzlich Versicherten im Alter von null bis 17 Jahren aus. Nach Angaben der Forscherin gibt es bei rund 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland Hinweise auf psychische Auffälligkeiten.

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Der Tag: Jugendlicher fährt Maserati zu Schrott


Eine Spritztour mit dem Maserati des Freundes seiner Mutter ist für einen 14-Jährigen in Baden-Württemberg zum teuren Spaß geworden: Der Jugendliche aus Rickenbach machte sich in der vergangenen Woche mit dem Wagen vom Typ Spyder aus dem Staub – ohne die Erlaubnis des Besitzers und natürlich ohne Führerschein.

Mit überhöhter Geschwindigkeit kam er in einer Linkskurve von der Fahrbahn nach rechts ab und fuhr das Auto auf einem Acker mit jungen Bäumen fest. Die hintere Radaufhängung blieb an einem Baumstumpf hängen und brach. Den Schaden bezifferten die Beamten auf rund 50.000 Euro. Der Jugendliche blieb unverletzt.



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Hilfe beim Sprung in die Arbeitswelt

RosensteinschuleHilfe beim Sprung in die Arbeitswelt

  Foto: Ina Schäfer

S-Nord – Vor vielen Jahren hat Thomas Gabrio von seinem Chef einen Rat erhalten: „Alles, was Sie heute bekommen, müssen Sie zurückgeben. Aber geben Sie es nicht mir, geben Sie es an andere weiter.“ Das war immer dann dessen Antwort, wenn sich Thomas Gabrio bei seinem Chef bedankt hat. Damals stand die Mauer noch, der heute 68-Jährige arbeitete als Chemiker in Ostberlin. Den Rat seines Chefs hat er sich zu Herzen genommen. Als er vor zwanzig Jahren nach Stuttgart kam, setzte er sich zunächst im Arbeitskreis Asyl für Einwanderer ein. Seit drei Jahren hilft er Schülern der Rosensteinschule im Stuttgarter Norden bei der Berufsfindung.

Gabrio gehört zusammen mit 75 weiteren sogenannten Seniorpartnern zur Mannschaft des Projekts Startklar der Stadt Stuttgart. Das Projekt ist im Jahr 2004 von Claudia Grimaldi von der Abteilung für Integration an zunächst drei Hauptschulen ins Leben gerufen worden. Die Integration sollte gefördert und Schülern mit Migrationshintergrund sollten bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt geboten werden. Häufig kennen die Eltern den Arbeitsmarkt nicht gut genug, um den Kindern Hilfestellung zu geben. Es fehlt an Hardware für Online-Bewerbungen oder schlicht an Deutschkenntnissen, um ein Anschreiben zu formulieren. „Ein Problem ist außerdem, dass viele Jugendliche kaum Ausbildungsberufe kennen“, sagt Thomas Gabrio. „Die wollen irgendetwas machen, bei dem man einen Schlips trägt.“ Da gelte es als Seniorpartner im Laufe der Jahre die Stärken und Schwächen der Jugendlichen herauszufinden und sie auf den passenden Weg zu bringen.

Thomas Gabrio ist ein Seniorpartner in der Klasse der Lehrerin Mirjam Eickholt. Jeweils ein Ehrenamtlicher kümmert sich dort um drei bis vier Jugendliche. Alle zwei Wochen schreiben sie zusammen Bewerbungen, informieren sich über Ausbildungsberufe und Weiterbildungsmöglichkeiten, gehen auf Ausbildungsmessen und organisieren Praktika. Die ehrenamtliche Arbeit geht häufig über die Schulzeit hinaus. Manche Seniorpartner besuchen die Jugendlichen zuhause, halten Kontakt zu den Eltern und besuchen zusammen mit ihnen Elternabende. Neben der beruflichen Orientierung geht es beim Projekt Startklar auch darum, den Jugendlichen Selbstvertrauen zu geben. „Viele der Schüler sind verzagt“, sagt eine Ehrenamtliche. „Sie haben so oft eins auf den Deckel gekriegt, dass sie sich gar nichts mehr zutrauen.“ Viele hätten regelrecht Angst vor dem Sprung von der Schule in die Arbeitswelt.

Die Schülerin Suzan Elceoglu hat dank ihrer Betreuerin zahlreiche Praktika absolviert: im Kindergarten, im Schwimmbad, als Ergotherapeutin und im Einzelhandel. „Durch die Seniorpartner haben wir leichter Zugang zu Betrieben“, sagt die 16-Jährige. Dann zählen auch mal nicht nur die Noten, sondern die gute Betreuung im Hintergrund. Inzwischen hat sie sich für den Beruf der Drogistin entschieden. Derzeit macht sie ihren Werkrealschulabschluss und schreibt Bewerbungen. Ihre Seniorpartnerin ist eigentlich gar nicht mehr für Startklar tätig, hilft ihr aber trotzdem. Es sei nicht unüblich, dass eine Beziehung entsteht, die über die Schulzeit hinaus bestehen bleibt, sagt Claudia Grimaldi.Durch das Projekt werden Schüler an Ausbildungsbetriebe vermittelt. Natürlich klappt es nicht immer. „Die Schüler müssen Initiative zeigen. Unsere Hilfe alleine genügt nicht“, sagt Thomas Gabrio.

Für die Lehrerin Mirjam Eickholt ist die Arbeit der Seniorpartner eine wichtige Ergänzung zum Unterricht:„Eine derart individuelle Betreuung kann ich als Lehrerin einer ganzen Klasse gar nicht leisten.“ Deshalb hat sich Eickholt dafür eingesetzt, dass die Zusammenarbeit nicht nach der neunten, sondern erst nach der zehnten Klasse endet. So werden jetzt einige Schüler der Werkrealschule weiter begleitet.

 

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Geld anlegen für Kinder: So sparen Sie richtig

Wer gleich nach der Geburt eines Kindes damit beginnt, dessen Zukunft finanziell abzusichern, macht alles richtig. Aber wie legen Eltern, Großeltern, Patentanten und -onkel am besten Geld an? Ein Finanzexperte hat für t-online.de verschiedene Angebote unter die Lupe genommen – und setzt auf „Splitting“.

Auslandsaufenthalte, Führerschein, Ausbildung oder Studium – gerade der Start von Kindern in das Erwachsenenleben kann teuer werden. Es sei grundsätzlich gut, frühzeitig Geld als Kapitalstock für Sohn oder Tochter beiseite zu legen, sagt Simeon Gentscheff, Projektleiter im Bereich Geldanlage bei der Zeitschrift „Finanztest“. Wichtig sei, überhaupt zu sparen.

Geldanlage bei der Wohnungsgenossenschaft

Dem Anlageprofi zufolge kann es sich beispielsweise lohnen, bei einer Wohnungsgenossenschaft nach Sparangeboten zu fragen. Das sind regionale, genossenschaftlich organisierte Immobilienunternehmen, die durch die Mieteinnahmen in ihren Objekten Kapital erwirtschaften. Dieses Geld reinvestieren sie wiederum im Interesse ihrer Mitglieder, die eine jährliche Dividende erhalten und von den Sparangeboten profitieren können. Bei dieser Anlageform müssen für Kinder sparende Angehörige laut der Stiftung Warentest keine Sorge haben, Geld zu verlieren: Seit Gründung des Selbst­hilfefonds des Bundes­verbands deutscher Wohnungs- und Immobilien­unternehmen 1974 habe es noch nie eine Pleite gegeben.

Die Mitgliedschaft in der Genossenschaft und der – limitierte – Kauf von Geschäftsanteilen sei dabei zwar obligatorisch, sagt Gentscheff. Bei manchen Genossenschaften müssten Mitglieder jedoch nur etwa 30 Euro für den Einstieg investieren. Derzeit lockten solche Anlagen mit jährlichen Dividenden von drei bis vier Prozent. 

Ein gutes Beispiel ist das Produkt „Junior Sparen“ der Gewoba Nord. Einlagen bis 5000 Euro verzinst die Gewoba nach eigenen Angaben derzeit mit drei Prozent, die Sparrate lässt sich jederzeit anpassen. Innerhalb einer Frist von drei Monaten können Sparbücher gekündigt werden. Ohne Kündigung sind innerhalb eines Kalendermonats 2000 Euro verfügbar. Ein Hinweis der Genossenschaft: Omas, Opas, Onkel und Tanten, die für den Nachwuchs sparen möchten, benötigen dazu eine Einverständniserklärung beider Eltern.

Der Finanztester hält noch einen weiteren Tipp aus dem Sektor der Sparplanangebote bereit: das Prämiensparen für Kinder der Erfurter Wohnungsbaugenossenschaft Einheit. Das bietet bei einer Laufzeit von sechs Jahren einen Basiszinssatz von 0,75 Euro sowie eine Prämie in Höhe von fünf Prozent bei einer monatlichen Mindesteinlage von 30 Euro. Alternativ wirft das Kinderfestzinssparen der Erfurter Wohnungsbaugenossenschaft bei einer Mindesteinlage von 2.500 Euro und einer Laufzeit von sechs Jahren Zinsen in Höhe von 2,1 Prozent ab.

Falls Wohnungsgenossenschaften in einer Region keine ausgewiesenen Offerten für Kinder und Jugendliche haben: Auch reguläre Sparbücher, Sparpläne und Festzinsanlagen lassen sich oft für sie nutzen.

Indexfonds versprechen höhere Rendite

Eine langfristige Anlageform, die etwas Risikobereitschaft erfordert, sind börsengehandelte Indexfonds (ETF). Da sie Aktienindizes abbilden, unterliegen ETF den entsprechenden Wertschwankungen. Dennoch gehören sie zu Gentscheffs Favoriten für Eltern, die über viele Jahre hinweg Geld für ihr Kind anlegen und eine höhere Rendite kassieren wollen. Einige Direktbanken haben ETF-Sparpläne schon für geringe monatliche Raten im Portfolio. In der Regel lägen die monatlichen Einlagen bei 50 Euro, sagt der Fachmann. Bei der ComInvest beträgt die regelmäßige Mindestsparrate nur zehn Euro, Depotgebühren werden dort beim Kindersparen nicht verlangt.

Gentscheffs Hausempfehlung ist ein Sparplan auf den globalen Aktienindex MSCI World. Der Vorteil des MSCI World, der 1600 Aktien aus 23 Ländern umfasst: Der Index lasse sich gewichten und verursache geringe jährliche Kosten, sagt der Spezialist.

Die Fonds können jederzeit über die Börse verkauft und die Sparplan-Raten angepasst werden. Gentscheff empfiehlt allerdings, die spätere Geldentnahme flexibel zu gestalten. Wer zum Beispiel die Auflösung des Fonds exakt zum 18. Geburtstag des Kindes plane, nehme Einbußen in Kauf, wenn der Termin ausgerechnet in eine Schwächephase der Aktienmärkte fiele.

Der Fachmann empfiehlt Direktbanken für Geldanlagen

Eltern, die über eine Festgeldanlage nachdenken, sollten sich bei einer Direktbank nach attraktiven Optionen erkundigen – und zeitlich nicht zu knapp planen. Bei der DenizBank bringe Festgeld bei zehn Jahren Laufzeit etwa zwei Prozent Zinsen, sagt Gentscheff. Und die Edekabank lockt mit einer Festgeld-Verzinsung von immerhin noch 1,5 Prozent über 18 Jahre. Ein Konto bei einer Direktbank wird meist online geführt, einige Institute verfügen zudem über eine telefonische Kundenbetreuung oder – wie die DenizBank – über Filialen.

Auf Nummer sicher gehen und zugleich die beste Rendite kassieren – geht das auch? Dazu sollten Sparer zweigleisig fahren, also „splitten“, erläutert der Finanzexperte. Das bedeutet, einen Teil der geplanten Investition beispielsweise in einen Fonds zu stecken und das übrige Geld börsenunabhängig anzulegen, etwa bei einer Wohnungsgenossenschaft oder auf einem Festgeldkonto. Das Kind profitiert dann davon, zu einem festgelegten Termin zumindest auf die nicht börsenabhängig angelegte Summe zugreifen zu können. Zur Auflösung des Fonds warten Sie einfach einen am Aktienmarkt günstigen Zeitpunkt ab.

Ausbildungsversicherungen lohnen sich nicht

Weniger empfehlenswert sind gemäß „Finanztest“ Ausbildungsversicherungen – auch wenn die Versicherungsvertreter frischgebackenen Mamas und Papas häufig ungefragt Angebote unterbreiten. Das Prinzip ist einfach: Die Eltern zahlen regelmäßig in einen für das Kind abgeschlossenen Vertrag ein. Ähnlich wie bei Kapitallebensversicherungen sind dessen Laufzeiten jedoch lang und die Renditen niedrig.

Wichtige Grenzwerte für Steuern und Krankenkasse

Doch Achtung: Wer mit Fonds, Festgeld und Co. Gewinne einstreicht, kommt um die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent nicht herum. Grundsätzlich gilt der Stiftung Warentest zufolge aber: Kinder können wie Erwachsene den jährlichen Sparerpauschbetrag von 801 Euro nutzen sowie eine Sonderausgabenpauschale in Höhe von 36 Euro geltend machen. Klettern nach Abzug dieser Beträge die Einnahmen des Nachwuchses nicht über den Grundfreibetrag von aktuell 8652 Euro, sollten die Sparer beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen.

Außerdem sollten Anleger unbedingt darauf achten, dass die Zinseinkünfte des Kindes nicht mehr als 405 Euro im Monat betragen. Andernfalls sei mit der beitragsfreien Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse Schluss, sagt Gentscheff.

Letztendlich gilt: Geschenkt ist geschenkt. Entscheiden sich Sparer trotzdem dafür, ursprünglich für ein Kind angelegtes Geld abzuheben und für einen anderen Zweck zu verwenden, muss der Ertrag nachträglich versteuert werden.

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Die Zukunft des Jugendrats ist ungewiss

BotnangDie Zukunft des Jugendrats ist ungewiss

Im Februar 2014 stehen wieder Jugendratswahlen an. Bis dahin sollen auch in Botnang genügend Kandidaten gefunden worden sein. Foto: z

Stuttgart-Botnang – Jugendliche für Kommunalpolitik zu begeistern, kann zu einer Herkulesaufgabe werden. Diese Erfahrung mussten Mina Smakaj und Thomas Campanella machen. Die stellvertretende Bezirksvorsteherin und der Mitarbeiter des Jugendtreffs kümmern sich seit sechs Jahren um die potenziellen und die gewählten Jugendräte – mal mehr und mal weniger erfolgreich. „Vier Jahre lang hatten wir einen Jugendrat in Botnang. 2012 ist leider keiner zustande gekommen“, berichtete Mina Smakaj in der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats. 13 Kandidaten hätte man gebraucht, um eine Wahl durchführen zu können, lediglich fünf Jugendliche hätten sich aufstellen lassen. Dennoch hätten die Mädchen und Jungen in einer Jugendrat-Projektgruppe kommunalpolitische Luft schnuppern können. Dazu hatten sie keine Lust. „Sie wollten lieber an den Sitzungen des Jugendrats im Stuttgarter Westen teilnehmen“, sagte Mina Smakaj.

Das liege daran, dass sich das Leben der Jugendlichen hauptsächlich dort abspiele, wo sie zur Schule gingen. Und das sei eben vornehmlich im Westen. Ohne eine weiterführende Schule in Botnang werde sich das auch nicht ändern, vermutete der FDP-Stadtrat Matthias Oechsner.

„Jetzt kam der Vorschlag aus dem Jugendrat im Westen, sich mit dem Gremium in Botnang zusammenzuschließen“, sagte Mina Smakaj. „Aus unserer Sicht ist es eine politische Entscheidung, ob es weiterhin einen Jugendrat in Botnang geben soll.“ Mark Bachofer von der SPD hielt nichts von einer Fusion: „Unser Jugendrat würde in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.“

Diese Idee begrüßten auch Mina Smakaj und Thomas Campanella. Bei den ehemaligen Jugendräten hätten sowohl das Engagement als auch die regelmäßige Teilnahme an den Sitzungen zu wünschen übrig gelassen. Vielleicht helfe es, die Jugendräte mehr einzubinden, und sie dazu zu verpflichten, die Arbeit des Bezirksbeirats kennen zu lernen.

Leider sei es in der Vergangenheit so gewesen, dass es selten Jugendräte mit Visionen gegeben hätte. Viele hätten ein Fußball-Turnier oder einen Graffiti-Wettbewerb organisieren wollen, sagte Thomas Campanella. „Das hat aber nichts damit zu tun, die Jugendlichen an die Politik heranzuführen“, stellte Botnangs Bezirksvorsteher Wolfgang Stierle fest.

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