Kategorie -Jugendliche

Regensburg: 14-Jähriger tunt Roller und leistet erheblichen Widerstand

Ein 14-Jähriger hat in Regensburg der Polizei schwer zu schaffen gemacht. Der Jugendliche sollte kontrolliert werden, weil er mit einem Motorroller ohne Kennzeichen unterwegs war, wie die Polizei am Mittwoch berichtete. Der 14-Jährige flüchtete jedoch zunächst über einen Fußweg, verlor dann aber die Kontrolle über das Fahrzeug. Als die Beamten ihn festhielten, leistete er erheblichen Widerstand.

Auf der Wache beleidigte und bedrohte der 14-Jährige die Polizisten. Erst als er sich beruhigt hatte, wurde er seiner Mutter übergeben. Der offensichtlich getunte Roller wurde sichergestellt. Neben zahlreichen Verkehrsdelikten wurde der 14-Jährige unter anderem auch wegen Beleidigung und Bedrohung angezeigt.

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Baggerfahren für bessere Sprünge: Jungen klauen Radlader für ihren BMX-Platz


Im Harz wollen zwei 15-Jährige ihren BMX-Platz verbessern. Um die Erde umzuschichten, braucht es aber schweres Gerät. Sie schmieden einen Plan, der ernsthafte Konsequenzen haben könnte.

Zwei Jungen haben in Bad Grund im Harz einen Radlader gestohlen, um damit ihren BMX-Platz umzugraben. Die beiden 15-Jährigen hatten sich dafür im Internet von einem Kumpel einen Universalschlüssel besorgen lassen, wie die Polizei im niedersächsischen Osterode mitteilte.

Damit gelang es ihnen, die Baumaschine am Samstagnachmittag auf einem Parkplatz zu öffnen. Anschließend knackten sie die Wegfahrsperre und rollten los. Die Jungen hätten die Strecke auf ihrem BMX-Platz mit ein paar Hügeln verschönern wollen, sagte ein Polizeisprecher.

Dumm nur: Der Besitzer des Radladers überwachte seine Baumaschine mit einem GPS-Tracker und alarmierte die Beamten, als er bemerkte, dass der Radlader sich in Bewegung setzte. Der Parkplatz, auf dem der Radlader stand, ist außerdem sogenannter „Öffentlichen Verkehrsraum“. Um ein solches Fahrzeug dort zu fahren, bräuchte man eigentlich einen speziellen Führerschein. Nun haben die beiden 15-Jährigen strafrechtliche Ermittlungen am Hals.



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Frau ortet Täter per Handy

Nach Handydiebstahl in MannheimFrau ortet Täter per Handy

Handys können verloren gehen, aber auch wieder gefunden werden. Dank der Ortungsfunktion. Foto: dpa/Symbolbild

Mannheim – Nach einem Diebstahl aus ihrem Fahrradkorb hat eine 50-Jährige den Verdächtigen mit ihrem Handy geortet. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, war ihr am Dienstag in Mannheim der Rucksack samt Handy von einem Unbekannten gestohlen worden. Sie bemerkte das zwar erst zuhause, wusste sich aber zu helfen: Mit ihrem zweiten Handy ortete sie das gestohlene Smartphone über eine App in der Innenstadt.

Mit dieser Information rückte die Polizei aus – und stieß wenig später auf einen Jugendlichen, der gerade mit dem gesuchten Handy hantierte. Er war demnach bereits polizeibekannt. Der Teenager wurde vorläufig festgenommen und dann nach Hause gebracht.

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Gewalt gegen Kinder: „Keine Indizien, dass die Zahlen sinken“

Familie ist der Raum, der Kindern Schutz, Sicherheit und Geborgenheit bieten sollte. Für zu viele ist es aber ein Ort der Gewalterfahrung. Experten zeichnen ein drastisches Bild.

Für manche Kinder und Jugendliche in Deutschland ist es trauriger Alltag: Sie werden von ihren eigenen Eltern geschlagen oder seelisch gequält. „Das Ideal, dass Kinder ohne Gewalt aufwachsen sollen, ist in der Bevölkerung angekommen – die tatsächliche Realität in den Familien sieht aber anders aus“, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin beim Deutschen Kinderschutzbund, Cordula Lasner-Tietze, bei einer Fachtagung über häusliche Gewalt in Mainz.

„Es ist erschreckend, dass wir keinerlei Indizien haben, dass die Zahl der unter Gewalterfahrungen leidenden Kinder im Sinken ist.“

„Nirgendwo viel Gewalt wie im häuslichen Raum“

Genaue Statistiken gibt es nicht. Nach den bereits 2008 abgeschlossenen Studien des Kriminologen Kai Bussmann sind bundesweit 2,5 Millionen Kinder mindestens einmal in ihrem Leben von Misshandlungen betroffen gewesen. Inzwischen müsste man neue Studien machen, sagt Bussmann. Das Ausmaß sei sicherlich nach wie vor viel zu hoch. „Nirgendwo gibt es so viel Gewalt wie im häuslichen Raum.“ Wenn das Verhältnis zwischen Partnern von Gewalt bestimmt sei, würden auch Kinder geschlagen.

Gewalt im frühen Kindesalter am größten

„Wir müssen von einer hohen Dunkelziffer ausgehen“, sagt Lasner-Tietze. Am größten sei das Ausmaß von Gewalt im frühen Kindesalter – in dieser Phase könnten sich Kinder später oft nicht mehr an diese Erfahrung erinnern. In früher Kindheit erlittenes Leid werde dann oft erst viel später in psychotherapeutischen Behandlungen bewusst.

Für Rheinland-Pfalz weist die Kriminalstatistik für das Jahr 2014 insgesamt 9571 Fälle von Gewalt „in engen sozialen Beziehungen“ aus. „Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher sein“, erklären die Veranstalter der Tagung. Bei Gewalt an Frauen durch ihre Partner seien „die Kinder immer mitbetroffen und oft schwer traumatisiert“.

„Gesellschaftliches Umfeld, das Gewalt an Kindern einfach ignoriert“

In der kommenden Woche veröffentlicht der Autor Markus Breitscheidel unter dem Titel „Nicht auf den Kopf!“ ein Buch, in dem er persönliche Gewalterfahrungen während seiner Kindheit in der Nähe von Cochem an der Mosel darstellt. „Es gibt ein gesellschaftliches Umfeld, das Gewalt an Kindern einfach ignoriert“, sagt Breitscheidel. Bei seinen Recherchen sei ihm klar geworden, dass sehr viele Kinder betroffen seien, dass aber kaum jemand ein Interesse habe, das Ausmaß öffentlich zu machen: „Das ist ein ungemeines Tabuthema.“ Kinder würden noch zu sehr als Besitz ihrer Eltern angesehen, ihre Situation als Privatangelegenheit betrachtet.

Zu wenig Hilfsangebote für Kinder

„Unabhängig vom sozialen Umfeld wird geprügelt, verletzt, beherrscht, kontrolliert, gedemütigt, eingeschüchtert und verängstigt, was das Zeug hält“, schreibt Breitscheidel in seinem Buch. Er zeigt auf, wie das Vertrauen in die Erwachsenenwelt überhaupt verloren gehe. Er kritisiert, dass es viel zu wenig gezielte Hilfsangebote für Kinder in solch verzweifelten Situationen gebe.

Die Beratungsstellen des Deutschen Kinderschutzbunds müssten bei gleich bleibender Ausstattung seit einigen Jahren immer mehr Familien beraten, sagt Lasner-Tietze. Die Folge sei eine Verkürzung der Beratungszeit. Insbesondere die Hilfen für Kinder im Alter bis drei Jahren müsse eine Pflichtleistung der Kinder- und Jugendhilfe werden. „Wir brauchen gut ausgestattete, flächendeckende und niederschwellige Angebote zur Beratung von Kindern, Jugendlichen und Familien.“

Recht auf gewaltfreie Erziehung

Über Jahrhunderte hinweg wurde Eltern ein Recht auf „körperliche Züchtigung“ zugesprochen. Bis 1957 hieß es im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB): „Der Vater kann kraft des Erziehungsrechts angemessene Zuchtmittel gegen das Kind anwenden.“ Diese Bestimmung in Paragraf 1631 wurde mit dem Gesetz zur Gleichberechtigung von Mann und Frau zwar gestrichen, wurde danach aber noch weiter als elterliches Gewohnheitsrecht angenommen.

Erst im Jahr 2000 wurde Kindern im Paragraf 1631 ein Schutz vor Gewalt in der Familie garantiert: „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung.“ Das nationale Recht folgte damit den Vorgaben der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen von 1989. Körperliche Bestrafungen und seelische Verletzungen sind unzulässig, die längere Verweigerung von Blickkontakt gehört ebenso dazu wie eine Ohrfeige.

Diese Erziehungsmittel sind erlaubt

Als zulässige Erziehungsmittel gelten nach Ansicht von Juristen Ermahnungen und Verweise, das Kürzen von Taschengeld, ein Fernsehverbot oder das zeitweilige Verbot von Lieblingsspielen, Ausgehverbote sowie das festere Packen am Arm, um Gefahren zu vermeiden.

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Alarm nach Unfall im Chemiesaal

Rhein-Neckar-KreisAlarm nach Unfall im Chemiesaal

Gleich zweimal hintereinander mussten Rettungskräfte am Montag zu Schulen in Bammental (Rhein-Neckar-Kreis) zu Großeinsätzen ausrücken. Foto: dpa

Bammental – Gleich zweimal hintereinander mussten Rettungskräfte am Montag zu Schulen in Bammental (Rhein-Neckar-Kreis) zu Großeinsätzen ausrücken. Zunächst wurden bei einer Verpuffung gegen 11.00 Uhr eine Lehrerin, mindestens 13 Schüler einer 9. Klasse und der Hausmeister verletzt und mussten notärztlich behandelt werden.

Wie die Polizei mitteilte, ereignete sich der Unfall während des Chemie-Unterrichts. Die Lehrerin erlitt Verletzungen an einer Hand, die Schüler und der Hausmeister klagten über Atemwegsreizungen. Nicht nur die betroffenen Jugendlichen, sondern alle Schüler der Klasse wurden in die Kinderklinik nach Heidelberg gebracht und untersucht.

Die Feuerwehr untersucht nun, um welche Stoffe es sich gehandelt hat

Etwa zwei Stunden später gab es Alarm an der benachbarten Elsenztalschule, weshalb die etwa 600 Schüler das Gebäude verlassen mussten. 50 Schüler wurden von Notärzten untersucht. Fünf Schüler seien zu weiteren Untersuchungen in eine Klinik gebracht worden. Der Unterricht wurde nicht mehr fortgesetzt. „Nach einer ersten Einschätzung könnte ausgetretene Buttersäure zur Alarmauslösung geführt haben“, hieß es zunächst von der Polizei.

Die Feuerwehr Bammental sicherte im Foyer der Schule Stoffe, die aus zwei Flüssigkeitslachen auf dem Boden stammten. Die Mannheimer Berufsfeuerwehr untersucht nun, um welche Stoffe es sich gehandelt hat. Ein Ergebnis liegt bislang noch nicht vor. „Inwiefern die beiden Lachen vorsätzlich ausgebracht wurden, ist Gegenstand der Ermittlungen. Darüber hinaus wird geprüft, ob in beiden Fällen, also auch bei dem Unfall im Chemieunterricht des Gymnasiums, strafrechtliche Ermittlungen durchzuführen sind“, hieß es von der Polizei.

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Nur ein makaberer Scherz?: Teenagerin verkauft Kekse aus Opas Asche

Selbstgemachte Cookies? Da greifen die Mitschüler gern zu. Als sie dann aber von der „besonderen Zutat“ erfahren, bleibt vielen der Keks sprichwörtlich im Hals stecken – es soll die Asche eines Toten sein. Die jugendliche Bäckerin lacht nur.

Aus der Asche ihres Großvaters soll eine Jugendliche in Kalifornien Kekse gebacken und diese dann an Mitschüler verteilt haben. Die Teenagerin habe mindestens neun Mitschülern Cookies gegeben, berichtete die „Los Angeles Times“ unter Berufung auf die Polizei der Stadt Davis.

Einige der Schüler der Da Vinci Charter Academy hätten die Kekse gegessen, ohne über die makabere Zutat informiert gewesen zu sein. Andere wiederum hätten sehr wohl gewusst, dass sich in dem Gebäck menschliche Asche befinde, sagte Polizist Paul Doroshov der „Los Angeles Times“. Die Angaben der Schüler seien glaubwürdig.

„Besondere Zutat“

Der Schüler Andy Knox sagte dem Fernsehsender KCRA, die Jugendliche habe ihm die Kekse mit den Worten angeboten, sie enthielten eine „besondere Zutat“. „Ich dachte, sie hätte Drogen oder sowas rein gemacht“, sagte Knox. „Also habe ich sie gefragt, ob das ein Hasch-Keks sei. Und sie hat 'nein' gesagt. Sie hat gesagt, es sei die Asche ihres Großvaters. Und dann hat sie so gelacht. Ich war richtig entsetzt.“

Die Polizei ermittele zu dem Vorfall, habe bislang aber nichts gegen das Mädchen unternommen, berichteten mehrere Medien. Die Schulbehörde erklärte, für die Schüler bestehe keine Gesundheitsgefahr. Der Vorfall sei „besonders herausfordernd“ gewesen. „Die Beteiligten zeigen Reue und das ist jetzt eine persönliche Familienangelegenheit. Wir wollen die Privatsphäre der beteiligten Familien respektieren.“



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Kinder mit Handy und PC: Eltern neigen zur „digitalen Hysterie“

Internetnutzung und Computerspiele sind in vielen Familien ein Streitthema. Eltern, die ohne Internet und Handy aufwuchsen, fürchten, dass ihre Kinder verdummen und vereinsamen. Doch Georg Milzner, Psychotherapeut und Autor des Buches „Digitale Hysterie“ erklärt im Gespräch mit t-online.de, warum Eltern ihren Blickwinkel ändern müssen.

t-online.de: Der Psychiater Manfred Spitzer zitiert in seinem Buch „Digitale Demenz“ Studien, wonach die sogenannten „Digital Natives“ über eine geringere Frustrationstoleranz und Aufmerksamkeitsspanne verfügen und zu Aggressivität neigen. Er sagt, die Nutzung von Medien lasse die Gehirne unserer Kinder verkümmern. Sie halten dagegen: Eltern und Pädagogen fallen auf die Überreaktion mancher Forscher herein. Woran liegt das?  

Georg Milzner: Die meisten Eltern sind verunsichert, weil sich die Kinder und Jugendlichen mit Dingen beschäftigen, mit denen sie selbst in deren Alter keine Erfahrungen sammeln konnten. Sie sind dann schnell geneigt, das Unbekannte einer gefährlichen Ecke zuzuordnen. 

Die Problemfelder, die Manfred Spitzer nennt, kommen aus unterschiedlichen Gebieten und werden von ihm einfach in einen Topf geworfen. Wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, sieht man aber, dass immer mehr Studien in eine ganz andere Richtung gehen.

Computer als solche schaden unseren Jugendlichen nicht. Und so wie es DIE Intelligenz an sich nicht gibt, sondern sich diese aus vielen Aspekten zusammensetzt, so gibt es auch nicht DIE Verdummung. Die Intelligenz unserer Kinder wird anders ausgeformt sein als unsere. Aber das muss kein Fehler sein. Denn auch ihre Welt wird eine andere sein.

Es ist wie immer eine Frage der Dosis. Jemand, der seine Dosis nicht einschätzen kann, der zu viel Zeit am  Bildschirm verbringt, dem fehlen die konkreten Erfahrungen. Das Verhältnis muss stimmen.

In viele Familien gilt es eine sogenannte Mediennutzzeit, über die täglich neu diskutiert wird, weil die Jugendlichen sie unfair finden.

Ich finde, man sollte sich die Jugendlichen hinterher ansehen. Machen sie einen erfüllten Eindruck oder sind sie grantig? Feste Bildschirmzeiten haben wenig Sinn. Es kommt immer darauf an, wie etwas genutzt wird.

Wenn man zum Beispiel mit den Nachbarskindern an der Wii-Konsole boxt, dann ist das eher mit dem Kickern verwandt als mit einem Computerspiel. Ich bin weit davon entfernt, zu sagen, alles, was derzeit auf diesem Gebiet geschieht, sei ungefährlich. Das sind Kulturwandel nie. Aber eine ganze Jugendkultur zu stigmatisieren, wäre unfair.

Wie können Eltern verhindern, dass Jugendlichen ihr Leben durch die Nutzung des Computers entgleitet?

Die wichtigsten Gegenmittel sind Aufmerksamkeit und Teilnahme. Es ist sinnlos, einem 15-Jährigen Computerspiele verbieten zu wollen. Man muss früh anfangen, nämlich wenn die Neugier auf die digitale Welt entsteht – im Grundschulalter. Wenn man teilnimmt, mitspielt, sich etwas zeigen lässt, dann hat man gute Chancen, auf Dauer beteiligt zu werden. Das gilt auch für den 15-Jährigen.

Die Kinder haben das Bedürfnis, uns etwas zu zeigen. Sie sind stolz, auf das, was sie können. Wenn eine 13-Jährige ein Video selbst schneidet und mit Musik unterlegt, hat sie etwas Kreatives getan, möchte das präsentieren und Anerkennung dafür bekommen.

Wissen Eltern gar nicht, wovor sie warnen?

Das ist auf jeden Fall einer der Gründe. Die Angst der Eltern wird künstlich angeheizt. Das ist auch der Grund, warum ich von Hysterie spreche. Bisher kann man in keiner Weise physiologisch belegen, dass wir immer dümmer, immer aggressiver werden.

Wenn es zum Beispiel Zusammenhänge zwischen Amokläufen und entsprechenden Spielen gäbe, müssten die meisten Amokläufe in Italien oder der Türkei passieren. Denn in beiden Ländern liegt die Toleranzschwelle für Gewalt in Spielen deutlich höher als bei uns. Gleichwohl sind Amokläufe dort kein Thema. Interessanterweise steht aber Deutschland weltweit auf Platz zwei, obwohl bei uns die Beschränkungen für Spiele dieser Art viel höher sind.

Das heißt, Eltern können ihre Kinder beruhigt stundenlang am PC spielen lassen?

Natürlich muss man aufmerksam bleiben. Wenn man merkt, dass das Leben an Reichhaltigkeit verliert, weil der Bildschirm zu verlockend ist, sollte man sich einmischen. Aber nicht in Form von Verboten, sondern indem man mitspielt oder sich etwas erklären lässt und Angebote macht. Zum Beispiel nach dem Spiel Situationen daraus zeichnen oder mit Lego nachbauen. 

Für unsere Kinder sind Dinge normal, über die ihre Eltern im Science-Fiction-Comic gestaunt haben. Wobei viele sich damals oft genug anhören mussten, dass Comics nicht gut fürs Gehirn seien. Heute wären viele Eltern froh, ihre Kinder würden überhaupt mal etwas lesen – und wenn es ein Comic wäre.

Interessant ist, dass das Lesen überall gefördert wird. Allerdings sieht man hier auch nicht genau hin, ob es gute oder schlechte Bücher sind. Hauptsache, das Kind hat ein Buch in der Hand. Doch in einer Bibliothek stehen auch nicht nur kluge und gute Bücher herum. 

Das ist bei Computerspielen genauso. Ich habe mich mit vielen Computerspielen auseinandergesetzt. Ich habe körperbezogene Spiele wie Wii-Sport gespielt, bei denen man ins Schwitzen kommt, habe kreative Spiele wie „Minecraft“ gespielt, strategische Spiele, Ego-Shooter und Rollenspiele wie „World of Warcraft“ – ich finde es wichtig, zu sehen, wie unterschiedlich die einzelnen Spiele und deren Auswirkungen sind.

Natürlich kann man sich bei den meisten Spielen darüber aufregen, dass sich körperliche Bewegung und Kreativität in Grenzen halten. Aber das Gleiche könnte man von Brettspielen sagen – Monopoly stand übrigens damals im Verdacht, den Geiz zu schüren und die Empathie zu hemmen.

Warnungen gibt es in der Spielewelt immer dann, wenn der Blick nur auf dem Negativen haftet. Selbst Lego stand in der Kritik, weil es zu eckig war. Und nur wenige, die sich über Computerspiele aufregen und überall Suchtpotenzial wittern, haben tatsächlich einmal tiefer in die Materie geblickt.

Was geht in Ihnen vor, wenn Sie sehen, dass bereits ein Kleinkind von den Eltern mit Smartphone und Tablet beschäftigt wird? 

Wenn ich ein kleines Kind mit einem Handy sehe, würde ich es ihm auch am liebsten aus der Hand nehmen. Gerade bei Kindern bis drei Jahren sind die Bedürfnisse vor allem haptisch. Das heißt, sie möchten Dinge spüren, sie in den Mund nehmen.

Und auch im Alter zwischen drei und fünf Jahren bin ich noch sehr skeptisch, was die Nutzung von Medien angeht. Natürlich kann man sich mal mit einem Dreijährigen ein kurzes Filmchen ansehen, wenn man hinterher gemeinsam etwas baut. Aber viele Eltern stellen ihr Kind einfach nur ruhig.

Bei einem Kind, das über Stunden Computerspiele spielt, ist Alarmiertheit tatsächlich angebracht. Das gilt auch für ältere Kinder. Sprache und Sozialverhalten veröden nicht durch das Spiel, sondern durch das Alleinsein, das Alleingelassenwerden mit dem Spiel.

Es macht also einen Unterschied, ob man im Team spielt oder alleine?

Auch hier muss man differenziert betrachten: Ist jemand stundenlang in Form eines Avatars online vernetzt mit Fremden, dann gilt das gerade für einsame, sehr zurückgezogene Charaktere als besonders heikel. Denn sie haben so das trügerische Gefühl, einer Community anzugehören.  

Gamer, die sich mit Familienangehörigen oder mit Freunden über die Spiele, Regeln und Besonderheiten austauschen, nutzen und üben ihr Sprach- und Sozialvermögen. Sie setzen ihre Sozialerfahrung einfach auf anderem Gebiet fort. Und wenn sie das heute über Skype machen, dann ist das ähnlich dem Telefon, an dem wir früher stundenlang hingen.

Es ist wichtig, dass genügend Sozialkontakte bestehen, dass die Kinder und Jugendlichen im „Real Life“ eingebunden sind. Medienkompetenz ist ein schönes Schlagwort der Epoche, aber in erster Linie muss Selbstkompetenz erlernt werden.

An einem normalen Schultag an einer weiterführenden Schule haben die Jugendlichen, wenn sie mit den Hausaufgaben fertig sind, bereits einen Großteil des Tages mit Medien verbracht. Wie können Eltern sie auf die richtige Mediennutzung vorzubereiten?

Die kulturelle Umrüstung hat teilweise extreme Züge angenommen und man kann ahnen, dass nicht alles gut ist. Wir müssen uns drei Dinge fragen: Wie viel Digitalisierung möchten wir in welchen Bereichen, wie viel digitalfreie Zeit halten wir für wichtig, und wer oder was soll von mir Aufmerksamkeit bekommen?

Nur wenn wir unseren Kindern auf der einen Seite ein Vorbild sind und ihnen auf der anderen Seite uneingeschränkte Aufmerksamkeit schenken, werden wir mit ihnen in Kontakt bleiben. Wir sollten nichts verbieten, was wir uns nicht näher angesehen haben. Wir sollten dafür sorgen, dass sie schon früh Selbstverteidigung im Netz lernen und dass es auch medienfreie Zeiten gibt. So können wir unsere Kinder ihre Erfahrungen mit der digitalen Welt machen lassen, ohne in Hysterie zu verfallen.

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Frau wohl brutal missbraucht und ausgeraubt

Hauptbahnhof TübingenFrau wohl brutal missbraucht und ausgeraubt

Eine Frau soll in Tübingen vergewaltigt und ausgeraubt worden sein. Die Polizei sucht Zeugen. (Symbolbild) Foto: dpa

Tübingen – Eine 42 Jahre alte Frau soll vor dem Hauptbahnhof in Tübingen ausgeraubt und vergewaltigt worden sein. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstagabend mitteilten, saß sie bei Dunkelheit auf einer Bank und schlief immer wieder ein. Plötzlich habe sie einen etwa zwölfjährigen Jungen bemerkt, der sich an ihrem Rucksack zu schaffen gemacht haben soll. Als sie ihn darauf angesprochen habe, mischte sich laut Mitteilung ein etwa 30 Jahre alter Mann ein. Er habe sie an den Haaren gezogen und über den Flur im Bahnhof zu einem Ausgang gezerrt. Auf einer Außentreppe soll er die Frau vergewaltigt haben.

Zu dem Vorfall sei es bereits in der Nacht zum Freitag gekommen. Die Frau habe sich am Freitagnachmittag an die Polizei gewandt, hieß es. Sie gab außerdem an, dass in ihrem Rucksack Geldbeutel, ihr Handy, eine Spiegelreflexkamera und eine Halskette fehlten. Von dem Mann und dem Jungen fehlte zunächst jede Spur.

Laut dem Opfer ist der ältere Tatverdächtige um die 30 Jahre alt und etwa 1,78 Meter groß. Er hat eine schlanke Statur und braune Haare mit bis zur Brust reichenden Rasta-Zöpfen, außerdem einen dunklen Teint. Bekleidet war er mit einer grün-gelb-roten Mütze, einer schwarzen Hose sowie einer dunklen Jeansjacke. Der Junge soll zirka zwölf Jahre alt und etwa 1,40 Meter groß sein, er hat braune Haare, welche vorne kurz und hinten lang geschnitten sind sowie braune Augen und helle Hautfarbe. Er war bekleidet mit einer dunklen Jeanshose, einem braunen Pullover und braunen Adidas Turnschuhen.

Die Polizei sucht unter der Nummer 07071/9728660 Zeugen, die Hinweise auf die Tatverdächtigen geben können.

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Kinder nicht zu Kommunion oder Konfirmation zwingen

Manche Kinder freuen sich sehr auf Erstkommunion oder Konfirmation – andere können damit gar nichts anfangen. Sollten sie überhaupt selbst entscheiden dürfen, ob sie an diesem Ritual teilnehmen möchten?

„Ich würde raten, erstmal darüber zu sprechen: Was sind die Gründe, wenn ein Kind nicht teilnehmen will?“, sagt Maria Große Perdekamp. Sie ist Leiterin der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). Vielleicht liegt es nur am Zeitpunkt der Vorbereitung, weil diese mit einem Hobby kollidiert. Oder das Kind hat bislang einfach keinen Bezug zur Religion.

Wenn Kinder zur Erstkommunion gehen, sind sie etwa acht Jahre alt. „Was es bedeutet, einer Kirche oder Religion anzugehören, können sie dann meistens noch nicht abschätzen“, sagt Große Perdekamp. Bei der Konfirmation sind sie etwa 14 und können das eher verstehen.

Religion sollte schon vorher eine Rolle spielen

In beiden Fällen gilt: Möchten Eltern, dass ihr Kind an Vorbereitungen und Feier teilnimmt, dann sollten sie es vorher damit vertraut machen. „Wenn es in der Familie so gar keine religiöse Kultur gibt, wie Besuche des Gottesdienstes oder der Messe, ist es für Kinder schwierig, sich damit zu identifizieren.“

Bei der Entscheidung für oder gegen die Erstkommunion oder Konfirmation tragen letztlich die Eltern die Verantwortung. Beim Konfirmationsunterricht kann man sich beispielsweise darauf einigen, dass das Kind es versucht – und immer noch aufhören kann, wenn es sich nicht damit identifiziert.

Eltern sollten den Wunsch des Kindes unterstützen

Manchmal ist es aber auch andersherum: Kinder möchten am Vorbereitungsunterricht teilnehmen, obwohl die Eltern mit Religion nichts am Hut haben. Das kann daran liegen, dass Freunde mitmachen, dass der Religionsunterricht in der Schule das Interesse geweckt hat oder dass das Kind sich einfach mit Religion beschäftigt. „In allen Fällen sollten Eltern das unterstützen“, rät die Expertin. Wichtig sei, dass diese sich dann auch mit den Themen beschäftigen.

Egal wie die Kinder sich entscheiden: Die Erziehungsberaterin findet es wichtig und wertvoll, wenn die Kinder – nach Gesprächen mit den Eltern – eine mündige Entscheidung treffen. Das kann auch Anlass sein, über andere Religionen zu sprechen. „Da sollte man sich nicht abkapseln.“ Religion sei immer eine wichtige Sinn- und Wertefrage.

„Dass Kinder und Jugendliche Werte haben, das ist ganz wichtig.“ Wie sollen Menschen miteinander umgehen? Was passiert nach dem Tod? Bei solchen Fragen bräuchten Kinder Orientierung und Halt. Das sei eine gute Grundlage, sie später vor unangemessenem Verhalten zu schützen. Deshalb können Gespräche über die erste Heilige Kommunion und die Konfirmation ein Anlass sein, sich mit solchen Themen zu beschäftigen.

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Ein Toter, 13 Verletzte: Kölner Reisebus kollidiert mit Signalanlage


Eine deutsche Reisegruppe ist auf einer Schweizer Autobahn auf dem Weg nach Italien, als ihr Reisebus frontal gegen einen Pfosten prallt. Mehrere Insassen werden verletzt, eine Frau kommt ums Leben. Bei den Verunglückten handelt es sich überwiegend um Jugendliche.

Bei dem Unfall eines Kölner Reisebusses in der Schweiz ist eine 27-Jährige ums Leben gekommen. Das berichtete die Polizei im Kanton Tessin. Zwei weitere Personen wurden schwer verletzt, unter ihnen der Fahrer. Sie schweben aber nicht in Lebensgefahr. Mehrere Menschen wurden mit leichteren Verletzungen in Krankenhäusern behandelt.

An Bord des Busses waren nach Polizeiangaben 25 Menschen. Demnach handelte es sich um eine Gruppe von etwa 16- bis 23-Jährigen sowie drei Betreuer und den Fahrer. Die Polizei korrigierte erste Schätzungen, dass 40 Passagiere an Bord waren. Der Busfahrer sei unter den Verletzten.

Die Zeitung „Corriere del Ticino“ zeigte mehrere Fotos mit zahlreichen Einsatzwagen und einem weißen Reisebus, der im Bereich der Fahrerkabine schwer beschädigt war.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei rammte der Bus offenbar einen Pfosten mit Signalanlagen. Auf den Fotos ist neben dem Bus der Pfosten einer Anlage mit Verkehrsschildern zu sehen, die sich über die Fahrbahnen spannt. Der Unfall ereignete sich aus zunächst ungeklärter Ursache auf der Autobahn 2 Richtung Süden bei Sigirino, unweit des Sees Lago Maggiore. Der Bus war auf dem Weg nach Italien. Nach dem Unglück wurde der Autobahnabschnitt gesperrt.



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